G R O U N D F E V E R
  Südlicher Balkan
 

17.-21.04.2014 --- On the road to nowhere

Schon längere Zeit war klar, dass vier freie Tage am Stück, ohne Urlaubstage verbrauchen zu müssen, nicht ungestraft ins Land ziehen werden. Zunächst wurde die Idee einer Auto-Tour in Richtung Ungarn, Slowakei, Tschechien verfolgt. Allerdings war die Reaktion der in Frage kommenden Personengruppe eher schüchtern. Irgendwann flatterte dann die Offerte von Christian aus Hamburg, ehemals Westerwald, ins Haus. Er und Seb, nach wie vor Westerwald, wollten einen Trip per Auto bis nach Albanien starten, um einige noch offene Länder einzusammeln. Auf den ersten, zweiten und auch noch dritten Eindruck irgendwie kranker Scheiß, da es selbst ab München noch über 1.300 Kilometer bis Tirana sind. Alsbald sprang Christian aus Aachen als dritte Person ins Auto. Und ich erlag dann irgendwann den massiven Überredungsbemühungen und wurde mit der verbindlichen Zusage gelockt, einen Spielbesuch in Bosnien-Herzegowina einzubauen, dem letzten Land in Südost-Europas, das mir noch fehlt. Außerdem war angesichts der Teilnehmerliste der Spaß absolut garantiert und das eine oder andere auf Hopfenbasis hergestellte Getränk sollte auch drin sein. Verlässliche Spielansetzungen waren - wenn überhaupt - erst in den letzten Tage vor Abreise zu erwarten, so dass bis zur Abfahrt eigentlich noch völlig unbekannt war, welchen Verlauf die Reise nehmen würde. Bild Klar war eigentlich nur, dass nichts klar war. Der Plan war, am Donnerstag irgendwas in Bayern zu schauen und dann auf dem Weg Richtung Süden irgendein Freitags-Spiel einzubauen. Scheiterte daran, dass in den betreffenden Regionen einfach nix gescheites auf Freitag angesetzt wurde. Nun gut, dann am Freitag eben ein entspannter Off-Day irgendwo an der Adria und am Samstag Albanien, womit man diese Strecke schon mal erschlagen hätte. So hätte man den Rückweg mit Zwischenstopp in Bosnien am Sonntag etwas und entzerren und damit erträglicher gestalten können. So sah also die optimistische Rechnung aus. Durch diese wurde dann der berühmte Strich gemacht, denn die Hoffnung auf ein Sonntagsspiel in Bosnien löste sich in Luft auf. Was soll's - dann eben die harte Tour. Am Samstag nach Bosnien, dann am Sonntag Albanien und über Nacht den langen Nonstop-Return bis Bayern, wo mit einem Spiel am Montag der Zieleinlauf stattfinden sollte. Spätestens am Mittwoch vor Tour-Start hasste ich mich für meine Zusage, da mir die ganze Geschichte eh schon viel zu viel Fahrerei war und die ganze Nummer nun ein Riesenschlauch werden würde, um die Interessen aller Teilnehmer wahren zu können. Aber Scheiß drauf, Balkan ist nur einmal im Jahr...

Do. 17.04. 20:00 - SV Lohhof vs Eintracht Karlsfeld 1:2 (Bezirksliga Oberbayern Nord), 89 Zuschauer (? Gäste)

Donnerstag-Mittag den Griffel hingeschmissen und ab zum Heumarer Kreuz, wo ich AC-Christian (Anm. des Verfassers: 'AC-Christian' klingt panne, ist aber der Unterscheidung geschuldet) einsammelte. Von dort ging es bis Morgendorf, wo unser Reisemobil, Seb mit seinem 5er Golf TDI, unser zu Hause für die nächsten 'paar' Kilometer, auf uns wartete. Über die A3 stauten wir uns zum Nürnberger Flughafen durch, wo der letzte der glorreichen Vier, HH-Christian (Anm. d. Verf.: 'HH-Christian' kling auch panne, aber ... siehe oben) zustieg, der die erste Etappe durch die Luft bewältigt hatte. Dieser platzte dann mit der Info in der Runde, dass im Kosovo zwei Spiele auf Freitag gelegt wurden. Verdammt - ich hatte die ganzen Tage vorher orakelt, dass im Kosovo gern mal am Freitag gespielt wird, allein die Bestätigung dazu kam und kam nicht. Für mich eigentlich uninteressant, weil diese zerstrittene Region schon vor zwei Jahren besucht wurde, war diese Region für die anderen ein gefundenes Fressen. Da es sonst am Freitag nix gab und euphoriegeblendet beschlossen wurde, dann eben 'die paar Kilometer' Umweg auf dem Weg nach Bosnien in Kauf zu nehmen, wollte ich dem neuen Routen-Verlauf nicht im Wege stehen. Bild Der erste Halt war so oder so Unterschleißheim. Vor dem Kick noch Fahrtproviant im nahen 'Edeka' gekauft und dann das 'Hans-Bayer-Stadion' geentert, ein schöner 10tausender. Zwar bringt die Laufbahn und die Wurfanlage Minuspunkte ein, aber grundsätzlich ist das Stadion ein ansehnliches Ding. Bild Bild Knapp das halbe Oval ist ausgebaut. Eine überdachte, mit Sitzschalen bestückte Gerade sieht sich von zwei halb ausgebauten Kurven flankiert, deren hohe nackte Betonstufen sowohl als Sitz- wie auch als Stehgelegenheit genutzt werden können. Geschlossen wird das Rund durch einen teils hohen Graswall, was die Anlage optisch aufwertet und eine gewisse Idylle verleiht. Zum Spiel kann ich gar nicht viel sagen, da wir den Kick bei Eröffnungsbier und Wurstsemmel ordentlich verquatschten. Lohhof ging in Führung und Karlsfeld muss die Partie irgendwie gedreht haben. Es gab noch einen wunderbaren Sonnenuntergang zu bestaunen und dann machten wir uns auf die Ochsentour Richtung Kosovo... Jogging-Buxe an und los. Hat schon Stil, wenn das Navi meldet "Sie erreichen Ihr Ziel in 1342 Kilometern".

Fr. 18.04. 15:00 - KF Pristina vs Trepca Mitrovice 3:0 (Superliga), 160 Zuschauer (0 Gäste)


Bis Salzburg war die Gurkerei staubedingt noch recht ätzend, aber ab Grenze Österreich gestaltete sich die Fahrt dann recht entspannt. Vor der Grenze wurde noch die Maut-Vignetten für Ösi und Slowenien gekauft. Letztere nach wie vor unverschämt teuer für die paar dort zu findenden Highway-Kilometer - aber ist ja nicht zu ändern. Mal wurde Blödsinn gelabert, mal fiel der Kopp übermüdet in den Nacken, mal trank man ne Dose Bier (natürlich nur die Nicht-Fahrer) und ehe man sich versah, hatte man Zagreb in der Nacht und Belgrad im Morgengrauen passiert und strebte weiter Richtung Süden. Die Strecke lässt sich recht gut fahren. Bis Zagreb war ich ja schon mal per Auto gekommen. Hatte erwartet, dass die Straße spätestens hinter der Grenze zu Serbien übler wird, war aber nicht so. Bei Nis verließen wir dann die 'E75' in Richtung Westen. Bild Über die Landstraße ging es dann nicht mehr so flüssig, zumal es nun genug Abschnitte zu passieren galt, wo die Fahrbahnoberfläche unter aller Kanone war. Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen und das sollte sich auch so schnell nicht mehr ändern. An der Grenze zum Kosovo stauten sich die Lkw; mit dem Pkw kann man aber problemlos an der ganzen Schlange vorbeiziehen. Da für den Kosovo die grüne Versicherungskarte keine Gültigkeit besitzt, ist man gezwungen an der der Grenze für 30 Euro eine Kfz-Versicherung zu erwerben. Der Euro wird ja vom kosovarischen wie auch vom montenegrinischen Staat als Landeswährung genutzt. Die Versicherung ist für zwei Wochen gültig. Teurer Scheiß, vor allem, wenn man nur für sieben oder acht Stunden im Land ist. Möchte vor allem mal sehen, welche Versicherung eintritt, wenn man wirklich mal in einen Unfall verwickelt würde. Riecht schon alles sehr nach Abzocke, auch wenn man ein offizielles und fahrzeuggebundenes Zertifikat in die Hand gedrückt bekommt. Mit dieser Karte und dem Bundesadler auf dem Perso ist es dann auch nur ne Sache von Minuten, ins Land zu kommen. Die Geschichte des noch jungen und noch nicht weltweit anerkannten Staates muss wohl nicht näher beleuchtet werden, sondern wird der treuen Leserschaft in groben Zügen bekannt sein. Anderenfalls können die grundlegenden Infos in meinem Bericht zum Balkan-Trip vor zwei Jahren HIER nachgelesen werden. Gegen 13:00 kamen wir in Pristina an. Das Wetter hatte sich richtig eingeschifft und ich hatte echte Zweifel, ob ein Fußballspiel stattfinden kann. Der Eingang zur Hütte war offen, also stürmte ich mal rein und rannte wen auch immer über den Haufen. Dieser war der deutschen Sprache mächtig, in dieser Region, in der viele schon in Deutschland gelebt oder Verwandte dort haben, nicht sonderlich überraschend, und bestätigte mir, dass um 15:00 gespielt würde. Auf meine Frage, ob auch bei diesem Wetter gespielt würde, schaute er mich schief an, als ob ich nicht alle auf dem Zaun hätte und sagte nur "Jaja, klar." Sicher, auf dem Balkan gelten andere Maßstäbe als in Mittel-Europa und man schmeißt auch bei Sauwetter einfach gern mal nen Ball in die Mitte und kickt drauf los, aber der Regen war wirklich übel. Wir stellten den Wagen auf einem bewachten Parkplatz direkt hinter dem 'Stadiumi i Qytetit' - heißt nichts anderes als 'Städtisches Stadion' - ab und begaben uns in eine Bar unterhalb einer der Kurven, um die erste 'Pljeskavica' der Tour zu verdrücken. Danach war noch genügend Zeit um eine Bier-Bar schräg gegenüber zu entern und in Ruhe ein Getränk zu verkosten. Wir checkten dann im Internet noch einmal die Strecke nach Bosnien und von dort nach Tirana. Nicht, dass es nun neu war, dass das in der Summe der Teilstrecken ne verdammt harte Nummer werden würde. Da aber diese Ochsentour nun nicht mehr so weit entfernt war wie am Vorabend beim spontanen Entscheid nach Pristina zu fahren, sondern unmittelbar bevor stand, sah man die Sache etwas realistischer. Jedenfalls war klar, dass es der Tour endgültig auch den letzten entspannten Moment nehmen würde. Daher stieß ich mit meinem Vorschlag auf fruchtbaren Boden, auf Bosnien zu verzichten und stattdessen direkt nach Tirana zu fahren, dort den Abend zu verbringen und vor allem in der Nacht ausreichend Schlaf zu bekommen. Das bedeutete zwar, dass ich mir selbst den einzig wahren Grund für die Tour entzog, aber ganz so dramatisch sehe ich das ja glücklicherweise nicht. Bosnien-Herzegowina wird aller Voraussicht nach noch einige Zeit existieren, läuft als nicht weg. Dadurch bot sich am Sonntag Montenegro an, damit kam man der Heimat schon mal ein Stück näher und für den Aachener Allemannen unter uns, ergab sich sogar noch ein neues Land.

Eine Viertelstunde vor dem Kick-off machten wir uns auf den kurzen Weg zum Stadion. Dabei schielte ich im Vorbeigehen durch die Eingangs-Tore ins Rund, um festzustellen ob sich Indizien finden ließen, die auf einen tatsächlichen Spielbeginn hinweisen. In der Tat sah ich, dass sich die Teams auf dem Rasen aufwärmten, als ich plötzlich und aus dem Nichts auf infame Art und Weise Opfer hinterlistiger wie maßloser Gewalt wurde! Als ich meinen Blick wieder nach vorne wendete, hatte sich lautlos ein Straßenschild in meinen Weg geschlichen und verpasste mir einen üblen Kopfstoß! Schwer getroffen fing ich taumelnd meine von der Nase rutschende und glücklicherweise unbeschädigte Brille auf und wartete auf besorgte Nachfragen und Mitleidsbekundungen meiner Gefährten. Diese übten sich aber eher in brüllendem Gelächter. Da sich auch der Ordner-Oppa am Eingangstor zum Stadion vor Lachen wegschmiss, muss es sich hier wohl um eine Landessitte handeln, der sich meine Kollegen angepasst haben, denn diese würden mich doch nicht ernsthaft für meine Dämlichkeit auslachen wollen!! Ich war aber noch genug bei Sinnen, um direkt die nächste Bar anzusteuern und mir ein paar Eiswürfel zu organisieren. Auf Englisch kam ich mal wieder nicht weiter, aber auch hier war mein Gesprächspartner der deutschen Sprache mächtig. So konnte ich der drohenden Schwellung Einhalt gebieten. Hätte reichlich panne ausgesehen, die nächsten Tage als 'Letztes Einhorn' durch die Gegend zu rennen. Bild Nun aber rein ins Stadion. Also den Aufgang hoch, dem auf dem Treppenabsatz Tickets verkaufenden Oppa zwei Euronen im Tausch gegen das begehrte Stück Papier in die Hand gedrückt, durch das Mundloch auf die Tribüne, links um die Ecke die Stufen hoch und direkt mal den 'Teamchef' und Nils über den Haufen gerannt. Scheiße verdammt. Mal wieder außerordentlich klein, die Welt der Fußball- und Reisesüchtigen. Die beiden waren mit weiteren Mitfahrern von Belgrad aus mit dem Mietwagen unterwegs und hatten am Vortag den polit-gesteuerten Auftritt des Crvena Zvezda-Pöbels in Novi Pazar besucht, den wir auch ins Auge gefasst hatten, aufgrund der Donnerstags-Ansetzung aber nicht erreichen konnten. Bild Die weiteren Tage wollten sie sich im Kosovo tummeln, bevor sich die Reisegruppe in Heimfahrer und Sofia-Derby-Besucher splitten würde. Der branchenübliche Smalltalk wurde gehalten, bis die zweiunzwanzig mehr oder weniger talentierten Akteure auf dem nassen Grün die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Die Zuschauerzahl war enttäuschend. Natürlich war nicht zu erwarten, dass die alte Hütte aus allen Nähten platzte, aber mit einer knapp vierstelligen Besucherzahl hatte ich doch gerechnet. Auch die 'Plisat', die Support-Gruppe des KF Pristina, war nur mit etwa fünfzehn Leuten vertreten und übte sich in schüchternem Support. Vermutlich spielten die frühe Anstoßzeit an einem hierzulande normalen Werktag und das miese Wetter eine gewisse Rolle. Die Gäste hatten auch nix mitgebracht, so dass sich gerade mal 150 Personen im Stadion verliefen. Dieses war natürlich der eigentliche Star der Veranstaltung. Bild Etwa 16tsd Menschen insgesamt Platz bietend, verfügt es über eine dicke, fette, überdachte Haupttribüne und etwa fünfzehn Stufen hohe Ränge rundherum. Alles schön abgeranzt und kurz vor fertig, wie man es in diesen Regionen gewohnt ist. Neu ist allerdings das Dach der Haupttribüne. Als ich vor zwei Jahren mein Nachtlager in Pristina aufgeschlagen hatte, war erst das Roh-Gerüst der Überdachung fertig und wie auf jüngeren Fotos zu sehen ist, war das auch im letzten Jahr noch aktueller Stand. Also muss die Eindeckung erst vor kurzem geschehen sein, was bei diesem Wetter für uns natürlich äußerst wertvoll war. Es stellt sich nur die Frage, warum man für einen derartig abgehalfterten Tempel noch eine solche Investition tätigt, denn viel zu sanieren ist da nicht, das kann auch der Laie erkennen. Die Verhältnisse auf dem Rasen waren ziemlich eindeutig. Die Gastgeber hauten dem Team aus der geteilten Stadt Mitrovice - Serben und Kosovaren leben durch einen Fluss getrennt in ihren eigenen Vierteln - drei Dinger rein. Hätten auch gut doppelt so viele werden können. Das Wetter präsentierte sich immer noch von seiner übelsten Seite, also nach dem Kick nix wie ins Auto und auf in Richtung Albanien.

Bild Mir wurde die Ehre zu Teil das Steuer zu übernehmen, was ganz schön an die Reserven ging, da die anderen Drei kollektiv wegpennten und so null Unterhaltung angesagt war. Die Straße ist gut ausgebaut und vor allem von der Grenze bis zum Anschluss an die Straße von Shkoder nach Tirana allererste Sahne. Bild Fanden die Kühe übrigens auch. In diesem Ausbauzustand befindet sich die Verbindung auch erst seit 2010. Da hat die albanische Regierung mal richtig Geld in die Hand genommen. Je näher man Tirana kommt, je schlechter wird dann der Zustand der Straße. Teilweise muss man die Oberfläche richtig abscannen, um die größten Schlaglöcher umschiffen zu können. Wurde mit einbrechender Dunkelheit natürlich nicht einfacher. Gegen 20:30 erreichten wir Tirana und es stellte sich die Unterkunftsfrage. Nach einigen Schwierigkeiten landeten wir im 'Hotel Idea'. Oberschnarchgranate Seb wurde in ein Einzelzimmer verbannt und der Rest nahm einen gemeinsamen Raum. Alles zusammen für umgerechnet 65 Euro. Dazu konnten wir den Wagen auf dem verschlossenen Hotelgelände unterbringen. Brocken ins Zimmer, mit einheimischer Währung versorgt und dann ab ins Party-Viertel. Ja, das gibt's in Tirana tatsächlich und wir im Volksmund einfach nur als 'The Block' bezeichnet. Dessen Existenz war mir bei meinem Erstbesuch verborgen geblieben. Dort reiht sich tatsächlich Club an Club, Bar an Bar, Diskothek an Diskothek. Die Bevölkerung präsentiert sich dann wenig überraschend auch nicht anders als in Westeuropa. Die Hühner aufgemotzt und auf hohen Hacken unterwegs, die Kerle durchgestylt. Nachdem der Hunger und der erste Durst gestillt war, nahmen wir ein paar 'Genussgetränke' in einer Bar zu uns, bevor sich die Wege trennten. Fraktion Hamburg-Westerwald wollte der Müdigkeit Tribut zollen und begab sich zurück zum Hotel. Fraktion Aachen-Essen wollte noch ein wenig auf die Brause hauen und hatte da besonders eine im Vorbeigehen positiv aufgefallene Disco mit Namen 'Lollipop' im Auge. Allerdings half hier auch der Deutschen-Bonus nicht weiter - Einlass nur in weiblicher Begleitung. Mal kurz den Aachener von oben bis unten gemustert - nee, den bekam ich so schnell in keine Frau verwandelt, da muss ne andere Lösung her. Die Idee, einfach ein paar Mädels auf der Straße anzusprechen scheiterte daran, dass wir den optimalen Zeitpunkt die Disse zu betreten, verpasst hatten. Es kamen ums Verrecken keine Mädels ohne männliche Begleitung mehr vorbei. Die ansteigende Präsenz von extrem aggressiv bettelnden Kindern, die einer Volksgruppe angehörten, von der ein deutsches Volkslied behauptet, Ihr Leben sei lustig, trieb uns dann zum Rückzug. Auch der nächste Laden wollte uns ohne begleitendes Weibsvolk nicht einlassen, so dass wir uns in eine Art Brauhaus verzogen und uns noch ein paar 'Korca' gönnten. Danach fuhren wir mit dem Taxi zum Hotel. Innerstädtischer Pauschalpreis 400 Lek, keine drei Euro.

Sa. 19.04. 14:00 - Kastrioti Kruje vs Vllaznia Shkoder 2:4 (Kategoria Superiore), 300 Zuschauer (60 Gäste)


Das nach dem Erwachen unüberhörbare Tröpfeln auf ein Vordach verriet deutlich, dass der Wettergott weiterhin keinen Grund sah, von seiner Linie abzuweichen. Bild Nachdem wir uns sortiert hatten, fuhren wir die paar hundert Meter zum zentralen 'Sheshi Skenderbej', dem Skanderbeg-Platz, um noch ein paar Eindrücke zu sammeln. Bild Der Platz ist nach dem Nationalhelden 'Shkenderbeu', einem Fürsten des Kastrioti-Geschlechts benannt, der im 15.Jahrhundert das damalige albanische Reich gegen die eindringenden Osmanen erfolgreich verteidigt hat. Natürlich steht ein großes Denkmal des Helden auf dem Platz. Um den Platz herum befinden einige repräsentative Gebäude, die 'Et´hem Bey Moschee', der Uhrenturm, der Kulturpalast mit Oper und Nationalbibliothek, das historische Nationalmuseum sowie diverse Ministerien. Das miese Wetter und eine erneute Offensive einer bettelnden Kinderarmee trieb uns zum Aufbruch. Bild Also ich verstehe ja die Not der Menschen, die ohne ausreichendes Einkommen oder Sozialleistungen klarkommen müssen. Ständiges Angrabschen, Anlabern oder der Versuch minderwertige Kugelschreiber und Feuerzeuge aufzuzwingen, sind aber der falsche Weg, um die steinreichen Westeuropäer - von denen ja nach offensichtlichem Verständnis der Roma-stämmigen Bevölkerung jeder einen dicken fetten Geldbaum hinter dem Haus haben muss, von dem man sich einfach morgens 'n Bündel Scheine abpflücken muss - dazu zu bewegen, ein bisschen Kohle abzudrücken. Ich bin sicher ab und an bereit, sozial benachteiligten Menschen ein paar Münzen zu geben, aber derart dreister Bettel-Anmache kann man einfach nur noch abweisend und aggressiv begegnen. Viel fehlte nicht und man hätte ein paar Ohrlaschen verteilen müssen, um seines Weges ziehen zu können. Also nix wie weg hier, dem Verkehrs-VoPo gedankt, der uns eine Viertelstunde Parken im Halteverbot gewährte, und das Ziel Kruje ins Visier genommen. Dazu fuhren ein Stück die Nationalstraße SH1 gen Norden und bogen dann nach rechts ab. Nach einem guten und günstigen Mittagessen bewältigten wir die letzten zehn Kilometer, auf denen es gegen Ende gut aufwärts geht, und erreichten dann die 12tsd -Einwohner-Stadt Kruje, die in den ersten Ausläufern des 'Vargmalet e Skenderbeut', dem Skanderbeg-Gebirge (Ist hier eigentlich alles nach dem Typen benannt?), genauer gesagt am Fuße des 'Mail i Krujes' liegt.

Das Wetter war nach wie vor verheerend und ich orakelte schon wieder, dass unter diesen Bedingungen eh nicht gespielt werden könnte, aber als wir eine Viertelstunde vor der Anfangszeit am Stadion vorfuhren, deutete wiederum alles auf einen baldigen Spielbeginn hin. Bild Bild Das 'Stadiumi Kastrioti' fasst 8.500 Menschen und lässt das Stadion-Herz höher schlagen. Es handelt sich um ein richtig altes Ding, dass langsam vor sich hin bröckelt. Auf der eigentlichen Hauptseite befindet sich nur ein kleiner Sozial-Trakt, auf dessen Flachdach einige überdachte Sitzgelegenheiten geschaffen wurden, sowie ein Bereich für die TV-Medien. Richtige Ränge gibt es nur in den Kurven und auf der Gegenseite. Glücklicherweise sahen wir offenbar privilegiert genug aus, Bild Bild um Einlass in den vielleicht sechzig oder siebzig Leute fassenden kleinen überdachten Bereich gewährt zu bekommen, sonst wären wir wahrscheinlich ertrunken. Es pfiff einem da oben aber ein unangenehmer Wind durch die Brocken, der die ganze Geschichte nicht gerade zu einem Vergnügen machte. Aber was soll's... wenn der Ball doch rollt. Bild Bild Und das tat er! Das Wasser stand zwar nicht unbedingt auf dem Rasen, die Drainage des alten Kabachels war also wohl ganz okay, aber der Untergrund mutierte zur Schmierseife. Außerdem schwammen die Linien im Dauerregen immer wieder davon. Etwa alle fünfzehn bis zwanzig Minuten unterbrach der Referee die Partie und die Platz-Mokel kamen mit dem Kreidewagen angerannt, um die Linien nachzuziehen. Da man aber offenbar nicht auf die absurde Idee gekommen war, den Wagen abzudecken, stand dieser selbst unter Wasser. Aber der Albaner ist ja erfinderisch. Also tunkte einer immer einen alten Besen in die weiße Suppe und zog damit die Linien nach, während der andere den Bottich hinterher schob. Da dieses Kalk-Wasser-Gemisch auf feuchten Halmen im Schnürregen natürlich nur begrenzt haftet, war auf der einen Seite des Feldes schon wieder nichts mehr zu sehen, wenn die andere Hälfte bearbeitet wurde. Bild Bild Scheiß drauf - Ball rein und weiter geht et. Erst mit Spielbeginn strömten (nie war dieser Ausdruck so passen wie in diesem Fall) dann die paar hundert Zuschauer ins Rund. Nach etwa zehn Minuten traf dann noch eine Busladung Gäste-Fans ein, die einige Fahnen, Zaunfahnen und eine Trommel im Gepäck hatten und für Support sorgten. Gemessen an Ambiente, Wetter und Anzahl der Supportwilligen war das sogar echt okay. Das Spiel wogte hin und her und war recht unterhaltsam. Am Ende hatten die Gäste das bessere Ende für sich, was die Gäste-Fans bei nachlassendem und später sogar ganz aufhörenden Regen(!) zu 'Oberkörper frei'-Einlage und Pyro-Einsatz animierte. Schade, dass die Wolken sich nicht vertreiben ließen. Bei gutem Wetter ist die Gebirgs-Kulisse sicherlich beeindruckend. Wir setzten unseren Weg in Richtung Montenegro fort. Das halbherzig angegangene Vorhaben, die zweite Halbzeit eines auf dem Weg liegenden Zweitliga-Kicks mitzunehmen, scheiterte an der Unfähigkeit den Sportplatz des kleinen Städtchens zu finden. Der Blick auf die Karte offenbarte im Nachhinein, dass wir etwa dreißig Meter Luftlinie daran vorbeigeeibelt waren. Drauf gesch...!

Durch Lezhe und an Shkoder vorbei überquerten wir die Grenze auf der Straße ins montenegrinische Ulcinj. Diese Strecke war ich vor zwei Jahren mit dem Bus gefahren. Damals hat der Bus für die fünfzig Kilometer beinahe zwei Stunden benötigt, da die Straßenoberfläche einem Minenfeld glich. Bild Mittlerweile sind die seinerzeit zu beobachtenden Bauarbeiten abgeschlossen und die Wegdecke präsentiert sich im besten Zustand. Ulcinj ließen wir Ulcinj sein und nahmen eine kürzere Alternativstrecke in den Küstenort Bar, für den wir am Morgen noch ein günstiges Apartment über eine Buchungs-Plattform geschossen hatten. Gelobt sei die virtuelle Welt. Und eben auch nicht, denn die Vermieterin hatte es nicht für nötig erachtet, mögliche Online-Buchungen zu checken. Nachdem wir mühsam die richtige Adresse gefunden hatten und niemand vor Ort war, brachte ein Anruf die Gewissheit, dass sie nichts von einer Buchung wusste und auch gar kein Apartment frei war. Ziemlicher Scheiß, das es mittlerweile 20:00 war. Uns wurde dann eine Alternativ-Unterkunft angeboten, die sich aber direkt am Ortsrand befand - wir wollten uns eigentlich zentraler platzieren, um noch irgendwo was loszumachen - und die wir erst ablehnten, dann untereinander uneins waren, was wir nun wollen, und schließlich doch in Anspruch nahmen, da es nicht viele andere Möglichkeiten und diese vor allem nicht zu einem günstigen Kurs gab. Kurz in der Bude orientiert und dann wieder zurück in die Stadt, wo wir ein ganz ordentliches Restaurant fanden, in dem wir wirklich gut speisten. Da sich aufgrund der Entfernung der Unterkunft zur Ortsmitte anschließend nur die Option 'Zimmersuff' bot, stürmten wir auf den letzten Drücker in einen Supermarkt und deckten uns mit Bier und Spirituosen ein. Im Apartment kam die Sache aber nicht recht in Schwung. Jeder hing irgendwie im Internet und trank nebenbei ein paar Gläser Bier. Vielleicht waren wir nach der bisher recht anstrengenden Tour auch einfach zu müde. Jedenfalls ging die Geschichte frühzeitig ergebnislos zu Ende. Ich entschied mich, den Raum mit 'Snore World Champion' Seb zu teilen. Da ich aber mittlerweile genug Zimmergenossen erlebt habe, um noch wirklich überrascht werden zu können, bin ich auf alles vorbereitet. Also Silikon-Stöpsel in die Lauschlappen gedrückt und ab ins Reich der Träume.

So. 20.04. 13:00 - OFK Petrovac vs Celik Niksic 1:2 (Prva Liga), 300 Zuschauer (150 Gäste)
So. 20.04. 16:00 - FK Bokelj Kotor vs Jedinstvo Bijelo Polje 0:1 (Druga Liga), 80 Zuschauer (? Gäste)


Da wir nicht weit zu fahren hatten, konnten wir ganz gut auspennen. Den Spruch des Tages lieferte HH-Christian bereits früh am Morgen, als er den Aachener auf sein nicht ganz vollkommenes Haupthaar-Styling mit dem Hinweis "Du hast Zahnpasta im Haar" aufmerksam machte. Bild Das Haar-Gel war schlicht nicht gut genug in die Fransen einmassiert. Am Vortag hatten wir feststellen dürfen, dass uns der Spielplangott endlich mal wohlgesonnen war und wir neben dem einkalkulierten 16:00-Zweitliga-Kick in Kotor noch ein Erstliga-Spiel um 13:00 im nur zwanzig Kilometer entfernten Petrovac geschenkt bekommen hatten. Dementsprechend konnten wir recht lange schlafen und wollten uns gegen 11:00 aufmachen. Die wenig glorreiche Idee, aufgrund fehlender Klarheit, wie teuer die Übernachtung nun war (denn das war letztlich am Vorband nicht abschließend geklärt worden), die Unterkunft zu prellen, scheiterte an der energielos gestarteten Umsetzung. Bis wir unsere ganzen Brocken in aller Ruhe ins Auto gepackt hatten, stand der Vermieter schon neben uns. Wenn also mal jemand ne Banks 'hops' nehmen will, sollte er sich nicht unbedingt uns als Komplizen aussuchen. Am Ende musste dann doch nur die für das ursprünglich gemietete Apartment Rate gelöhnt werden - also alles easy. Zwanzig Minuten später waren wir dann schon im in einer schönen Bucht gelegenen Petrovac. Das Wetter zeigte sich bisher mal niederschlagsfrei, was sich bis zum Spielbeginn aber schon wieder ändern sollte. Der Wagen wurde am kleinen, ganz schnuckeligen Stadion abgestellt und dann ein Spaziergang in die Bucht gemacht. Bild Bild Die Adria schäumte ganz schön, was der Hamburger auch noch äußerst feucht zu spüren bekam, da er beim Fotografieren auf dem sehr schmalen Sandstreifen, miserable Beschleunigungswerte offenbarte und vor einer heranbrandenden Welle nicht rechtzeitig flüchten konnte. Mit dem Ergebnis, dass ein Fuß ein ungewolltes Salzwasserbad nahm - natürlich mit Schuh. Großherzig gewährtem wir ihm unsere Schadenfreude. Der kleine Urlaubsort ist momentan beherrscht von Baukränen. Offenbar hat Montenegro seine Schönheit endlich verstanden und den Wert des Tourismus entdeckt. Einige schmucke Hotels schießen aus dem Boden. Mein Ding sind so 200-Betten-Bunker ja nicht, aber für den küstensüchtigen Pauschal-Urlauber ist das Land sicherlich ein interessanter werdendes Urlaubsziel. Bild Kurz wurde noch eine Bäckerei beehrt und dann bei einsetzendem Regen, das schön gelegene 'Stadion pod Malim brdom' betreten. Meine Hoffnung auf eine kleine Anzahl Gäste unter den knapp 150 Zuschauern erfüllte sich nicht. Bild Ok, marodierende Horden waren auf beiden Seiten nicht zu erwarten, aber das diese Begegnung des Dritten gegen den Vierten ein paar mehr Leute anlockt, hätte ich schon gedacht. Das kleine Stadion fasst 1.630 Zuschauer und ist erst vor kurzem ausgebaut worden. Die kleine im oberen Bereich überdachte Haupttribüne ist zum Teil in den dahinterliegenden Hang gebaut. Außerdem gibt es noch eine kleine unüberdachte Hintertortribüne. Die übrigen beiden Seiten verfügen über keinerlei Ausbau. Die Gäste-Führung aus der ersten Hälfte konnte die Heim-Mannschaft nach einer Stunde kompensieren. Als alles nur noch auf den Schlusspfiff wartete, ertönte ein später Elfmeter-Pfiff. Ein Handspiel im Sechzehner der Heim-Mannschaft wollte der Schiri gesehen haben - da war er vermutlich der einzige. Ob da wohl im entfernten Asien noch jemand eine späte Wette platziert hatte? Der fällige Strafstoß wurde verwandelt und das heimische Team bestürmte entrüstet den Schiedsrichter, was auch noch einen Platzverweis zur Folge hatte.

Wir verwiesen uns selber des Platzes und machten uns auf den Weg nach Kotor. Dieses liegt in der gleichnamigen Bucht, einem eher als See anmutenden, fjordähnlichen Einschnitt in das gebirgige Gelände, deren einzelne Becken mit dem Boot nur durch enge Wasserstrecken zu erreichen sind. Bei sonnigem, warmen Wetter muss es hier wunderschön sein, aber Ihr könnte Euch ja denken, was los war. Das kleine Stadion des Zweitligisten FK Bokelj ist nur auf einer Längsseite ausgebaut. Bild Dort befindet sich eine mehrstufige Stehtribüne, die über die eigentliche Länge des Rasen-Spielfeldes hinausgeht und den im rechten Winkel dazu angelegten Kunstrasen-Nebenplatz zum Teil mit bedient. Im einzigen kleinen überdachten Bereich konnten wir ein bisschen Platz ergattern, so dass wir die Nummer zumindest trockenen Fußes erlebten. Ein Augenschmaus war die Partie natürlich nicht. Und da uns auch der Wind in ungeschützter Lage ordentlich erwischte, schauten wir in der Halbzeit mal nach rechts und links. Bild Bild Perfekt, die Groundhopping-Polizei war nicht anwesend - also entschieden wir, dass hier 45 Minuten vollkommen ausreichen würden und machten uns vom Acker. Wir hatten nun die Wahl, entweder die ganze Bucht zu umfahren oder die Engstrecke zwischen Lepetane und Kamenari mit der Auto-Fähre zu passieren. Bootfahren ist ja immer ganz schön, also war die Entscheidung klar. Bild Nach dem Übersetzen entschieden wir uns dann, die zeitlich etwas intensivere aber sicherlich deutlich schönere Strecke entlang der Küste zu fahren. Wir durchquerten die kroatische Exklave und hielten oberhalb von Dubrovnik mal für einige Minuten an, um einen Blick auf die wunderschön in der Adria gelegene Altstadt zu werfen. Knappe zehn Kilometer führten uns dann unvermeidbar durch Bosnien. Dort hielten wir an einem Restaurant, Bild Bild wo wir uns einen herrlich fleischigen Grillteller servieren ließen und weiter ging es. Wieder nach Kroatien rein und nach wenigen Kilometern auf die Autobahn A1, die hier Teil der von Kreta bis in schwedische Malmö führenden E65 ist. Die Grenzübertritte dauerten zum Teil einige Minuten, was aber an vor uns befindlichen Fahrzeugen aus allen möglichen Nationen lag, denn der Bundesadler auf dem Pass bürgt ja in dieser Region für eine zügige Abfertigung. Seb, der bis hierhin gefahren war, übergab das Steuer an AC-Christian und fortan ging es durch die Nacht in Richtung Zagreb. Die Idee war, irgendwo hinter Zagreb ein Motel aufzutreiben, um einige Stunden Schlaf in einem vernünftigen Bett zu bekommen. Das war aber zumindest zu dem von uns angedachten Preis nicht möglich, so dass wir nach einiger Sucherei beschlossen, noch ein Stück weiterzufahren. Seb, der wieder das Amt des Steuermanns übernommen hatte, fuhr noch bis hinter Graz und dort krümmte sich auf einem Rastplatz jeder in seinem Sitz irgendwie in Embryonal-Position und fand für drei oder vier Stunden mehr oder weniger in den Schlaf.

Mo. 21.04. 15:00 - 1.FC Passau vs SV Türk Gücü München 2:0 (Landesliga Bayern Südost), 330 Zuschauer (10 Gäste)

Bild Bild Zwischen 7:00 und 8:00 war es dann vorbei damit. Nachdem wir nun knapp 2.500 Kilometer darin gehaust hatten, stank Sebs Karre mittlerweile als hätten sich Feldhase, Dachs und Iltis ein Nest darin gebaut. Der Sauerstoffgehalt im Fahrzeug kann nur noch bei 3% gelegen haben und es war eigentlich ne Jahres-Produktion 'Wunderbäume' fällig, Bild Bild um dem Innenraum wieder aushaltbare Atmosphäre verleihen zu können. Unfassbar, was vier Menschen in drei Tagen für resistente Ausdünstungen absondern können. Da tat es äußerst gut, dass es mit dem schlechten Wetter vorbei war. Endlich blauer Himmel und Sonnenschein! Dreiviertel der Reisegruppe vergnügte sich (nacheinander!) unter der einzigen Dusche des Rastplatzes. EUR 2,50 kostete die Benutzung - ziemlicher Wucher. Aber das Gefühl der Sauberkeit war es wert. Über die 'Pyhrn-Autobahn' ging es bis zum 'Voralpen-Kreuz' und dann über die 'Innkreis-Autobahn' bis zur deutsch-österreichischen Grenze. Kurz dahinter ist man dann ja auch in Passau, wo wir bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen nach Mittag eintrafen. Dort machten wir einen kleinen Spaziergang um und durch die Altstadt zur Mündung von Ilz und Inn in die Donau Bild und kehrten zu einem typisch bayrischen Mittagessen ein. Danach rief zum letzten Male auf dieser Tour König Fußball zur Ordnung. Im ansehnlichen 'Dreiflüssestadion' bat der stark abstiegsbedrohte ortsansässige 1.FC zum Tanz. Bild Bild Eigentlich ja auch eine Schande, dass in diesem schmucken Ground nur sechstklassiges Gerumpel geboten wird. 20tsd Menschen sollen in das weite Rund passen. Am heutigen Tage war eine Auslastung von 1,65% gegeben. Die Gastgeber traten unerwartet dominant auf und gewannen das Spiel hochverdient. Damit neigte sich die Tour zum Ende. Problemlos konnten wir unseren Hamburger Mitfahrer wieder am Nürnberger 'Luchthaven' abgeben. Wir stauten uns über die A3 in Richtung Westerwald, wo Seb als zweiter aus der Reisegruppe ausschied. Den Aachener Mitbruder entließ ich dann am Heumarer Kreuz und durfte eine halbe Stunde vor Mitternacht die Wohnungstür aufschließen.

4.300 Kilometer in viereinhalb Tagen, davon drei Tage lang überwiegend Regen. Mit Ach und Krach insgesamt 1.000 Zuschauer in allen sechs gesehenen Spielen. Den einzig möglichen und anvisierten Länderpunkt nicht in die Realität umgesetzt. Wenn man diese nackten Fakten sieht, darf man sich grundsätzlich mal hinterfragen, ob man noch alle auf dem Baum hat. Aber es kann halt nicht immer der totale Kracher werden und auf der anderen Seite hatten wir ja auch ne Menge Spaß.

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"Stell Dir vor, Du bist RWE-Fan. Da kannst Du jeden Tag nur noch saufen."
(Manni Breuckmann)