G R O U N D F E V E R
  Anamnese 2014
 

Fr. 26.12. bis Di. 30.12.2014 - Türkei
Jahresabschluss bei den Osmanen. Ein kleiner Bericht dazu ist HIER zu entdecken.

Sa. 20.12.2014 14:00 - Rijnsburgse Boys vs HHC Hardenberg
Sa. 20.12.2014 16:30 - Jong Ajax vs De Graafschap

Dominik, Sascha und Daniel begleiteten mich ins Land von Tulpen und Grachten. Mit dem ‚Sportpark Middelmors‘ hatte ich noch eine etwas ältere Rechnung offen. Vor Jahren war ich schon einmal dort und das Spiel wurde wegen heftigen Regens kurz vor Spielbeginn abgesagt. Bild Dass die heutige Partie ein Nachholspiel war, das zum ursprünglichen Termin ebenfalls wegen schlechten Wetters abgesagt wurde, schloss den Kreis. Das Stadion hebt sich mit der großen überdachten Tribüne deutlich und positiv von anderen niederländischen Amateur-Spielstätten ab. Die Gäste von der deutschen Grenze beeindruckte das aber wenig. Bei orkanartigen Windböen zeigten sie sich äußerst effektiv und hauten den Gastgebern die Hütte voll. Knapp achtzig mitgereiste erfreuten sich daran. Bild Unser Weg führte uns weiter in die unmittelbare Nachbarschaft der ‚Amsterdam Arena‘, wo sich das Ajax-Nachwuchszentrum ‚De Toekomst‘ befindet. Die Reserve des Traditionsvereins knüppelt hier zweitklassig um Punkte in einem schmucken kleinen Stadion mit charakteristischer Haupttribüne. Gäste aus Doetinchem, ebenfalls an der Grenze zu Deutschland gelegen, waren kaum vertreten, da die aktive Szene die Auswärtsspiele gegen die Reserve-Teams bestreikt. Einerseits finde ich jede Aktion gut, die gegen die Beteiligung von Reserve-Mannschaften am höherklassigen Spielbetrieb geht. Auf der anderen Seite sehe ich das gespalten, da man der eigenen Mannschaft damit keinen Gefallen gut. Die Ajax-Bubis zeigten sich frischer und abgezockter und fuhren die Punkte im Amsterdamer Nieselregen relativ locker ein. Ab nach Hause.

Mi. 17.12.2014 20:00 - Borussia Dortmund vs VfL Wolfsburg
Wenn mal wieder eine der Firmen-Dauerkarten für das Westfalenstadion frei ist, kann man die ja mal nutzen. Dortmund geht ja eigentlich immer, egal wie der Gegner heißt. Der BVB begann im Nieselregen stark und konnte das berühmte erhoffte frühe Tor erzielen. Bild Die Wölfe kamen dann besser zurecht und waren vor allem blitzschnell vor dem Tor, wo es eigentlich bei jedem Angriff nach Gefahr roch. Zum Ausgleich musste dann aber ein haltbarer Freistoß herhalten. Die Schwarz-Gelben waren auch nach dem Wechsel kampfstark und mühten sich redlich. Die Gäste hatten das Geschehen trotzdem weitestgehend im Griff und waren verdammt passsicher und mit viel Ballbesitz unterwegs. Es musste schon ein trockener Schuss von der Strafraumgrenze für die erneute Heim-Führung herhalten. Roch dann lange nach Heimsieg, aber der VfL kam nach einem Eckball und Stellungsfehlern in der Dortmunder Deckung noch zum Ausgleich. Aus der VW-Stadt waren sage und schreibe 850 Leute angereist. Dass dein Verein fantechnisch nix kann, weißt Du spätestens, wenn der eigentliche Gästeblock komplett an die Heim-Fans verkauft wird.

So. 14.12.2014 13:30 - Manchester United vs Liverpool FC
Zur diesjährigen Weihnachtsfeier hatte die englische Niederlassung des Arbeitgebers in der Nähe von Chester geladen. Da bot es sich an, die Chance zu ergreifen, sich sonntags von der Truppe zu entfernen, um mit 'Old Trafford' einen Ground abzuhaken, der nach meiner Meinung ein absolutes Muss für die fußballreisende Spezies ist. Dummerweise stellte sich mich den 'Reds' ein Gegner zum 'big game' vor, was die Ticketbeschaffung nicht unbedingt erleichterte. Bild Mit ein bisschen Glück und Wachsamkeit wurde diese Hürde aber souverän und für einen soeben noch vertretbaren monetären Einsatz genommen. Das Stadion ist weniger spektakulär, denn mit seinen 76tsd Sitzplätzen eher groß, und zieht seine Faszination eher aus der Tradition und dem Mythos des in ihm spielenden Clubs. Von den genannten Eigenschaften ist aber aktuell - wie sicher auch schon seit Jahren schon - wenig zu spüren. Bild Zumindest vor dem Stadion verkommt die Sache zwischen Selfie-Asiaten und südeuropäischen Touris mit Kamera-Sticks zum abartigen Event. Von Fußball-Atmosphäre ist da nichts zu spüren. Höhepunkt sind die Fanschals zum Spiel, halb United, halb Liverpool, die an jeder Ecke angeboten werden. Widerlich. Noch schlimmer, dass die Dinger sich auch noch gut verkaufen. Im Stadion war dann in der Anfangs-Viertelstunde richtig gute Heim-Support, obwohl die Gäste auf dem Rasen zunächst tonangebend waren. Absurderweise wurde die Stimmung genau dann schlechter, als United besser ins Spiel kam. Nach einer Riesenchance für die Gäste konnte United mit einem blitzsauberen Konter die schmeichelhafte Führung erzielen und diese bis zum Pausenpfiff noch verdoppeln. In der zweiten Hälfte war das Spiel ausgeglichen. Die 'Reds' hatten weiter gute Chancen, aber auch United kam zu Möglichkeiten und nutze eine davon zur endgültigen Entscheidung. Die ca 3tsd anwesenden 'Scouser' hörte man übrigens nicht einmal, selbst dann n icht, wenn die Heimseite schwieg. Indiskutabler Auftritt. Die United-Fans konnten zumindest ab und an erahnen lassen, was theoretisch möglich ist.

So. 07.12.2014 14:30 - Calcio Lecco 1912 vs USD Olginatese Calcio
Am Vormittag starteten wird unseren Weg zum Fuße der Alpen. Da wir ausreichend Zeit hatten, wollten wir unnötige Mautkosten vermeiden und bewältigten die Strecke über gebührenfreie Strecken. Knapp drei Stunden benötigten wir für die 200 Kilometer an den östlichen der beiden südliche Arme des 'Lago die Como'. Bild Im 'Stadio Rigamonti Ceppi' begrüßte der örtliche Fußballclub die Gäste aus dem nur zehn Kilometer entfernten Olginate in der viertklassigen Serie D. Derby-Charakter hatte das Derby trotzdem nicht. Olginate ist eher so ne graue Liga-Maus und man konnte nur vereinzelt unorganisierte Anhänger unter den eintausend Besuchern ausmachen. In der 'Curva Nord' sammelten sich kurz vor Spielbeginn gut fünfzig aktive Tifosi, die aber optisch nicht einmal durch Zaun- oder Schwenkfahnen in Erscheinung traten. Bild Akkustisch gaben sie aber neunzig Minuten ihr Bestes, was natürlich bei dieser Gruppengröße immer noch überschaubar ist. Obwohl der Dritte gegen den Vorletzten spielte, war das Kräfteverhältnis ausgeglichen. Lediglich vor dem Tor offenbarte sich der Unterschied. Im Strafraum waren die Gastgeber deutlich gefährlicher und erreichten letztlich einen völlig verdienten Sieg, der bei dreißigminütiger Überzahl nach harter Platzverweis-Entscheidung gegen die Gäste auch deutlicher hätte werden können. Insgesamt war der Kick aber eher in die Kategorie Gebolze zu stecken. Da halte ich das deutsche Viertliga-Niveau für wesentlich stärker. Das kleine reine Fußballstadion liegt vor den Bergen natürlich in malerischer Kulisse.

Sa. 06.12.2014 15:00 - FC Pro Vercelli vs Delfino Pescara 1936
Sa. 06.12.2014 20:45 - Torino FC vs US Palermo

Der FC Pro Vercelli wird nur wenigen Fußball-Interessierten ein Begriff sein. Dabei handelt es sich um einen der wichtigsten und erfolgreichsten Vereine Italiens. Dessen ruhmreiche Zeit liegt nur schon ein paar Jährchen zurück. Alle sieben Meistertitel wurden zwischen 1908 und 1922 errungen. Bild Spätestens nach dem zweiten Weltkrieg war es aber endgültig vorbei mit der Herrlichkeit. Bei dem Club handelt es sich also um eine Art 1.FC Nürnberg Italiens. Zumindest zweitklassiges Niveau hat man mittlerweile wieder erklommen. Das 'Stadio Silvio Piola' blickt auf eine über 80jährige Geschichte zurück. Besonders durch die alte Haupttribüne wird der Charme vergangener Zeiten versprüht. Bild Die Gäste aus Pescara stellten sich zu einem Duell im unteren Tabellen-Mittelfeld vor. Da der italienische Verband die Liga aber so organisiert hat, dass man sich quasi nie ausruhen kann - denn man ist nach oben und unten eigentlich immer in der Nähe von den Relegationsplätzen um Auf- oder Abstieg - bot sich auch hier kein Langweiler. Im Gegenteil. Das Team aus Pescara benötigte dringend Zählbares, um sich ein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Das gelang am Ende deutlich. Das Spiel war eigentlich recht ausgeglichen. Zur Halbzeit lagen die Gäste von der Adria mit einem Tor vorne. Vercelli bemühte sich im zweiten Abschnitt redlich und konnte eine Handvoll Einschussmöglichkeiten erarbeiten, allerdings ohne Erfolg. Bild Pescara zeigte sich dann brutal effektiv und nutzte die sich bietenden Konter-Chancen zu drei weiteren Treffern, so dass die etwa vierzig angereisten Fans einen zu hoch ausgefallenen Auswärts-Dreier bejubeln durften. Dass nicht mehr Gäste zugegen waren, dürfte daran liegen, dass es sich beim Pescara-Anhang in der Mehrzahl um 'Non-Tesserati' handeln wird. Ist aber eine blinde Vermutung. Bild Ich hab da keinen Überblick, welche Gruppen diese unselige Registrierung, die man für den Besuch von Auswärtsspielen benötigt, akzeptieren und welche nicht. Weiter ging's nach Turin. Im 'Stadio Olimpico', Schauplatz von Eröffnungs- und Schlussfeier der Winterspiele 2006, empfing der traditionsreiche Torino FC die derzeit einzige in der 'Serie A' vertretene sizilianische Mannschaft, die Unione Sportiva aus Palermo. Auch diese Partie fand im unteren Teil der Tabelle statt. 'Toro' benötigte dringend Punkte gegen den Abstieg und Bild begann zielstrebig und druckvoll. Ein katastrophaler Fehlpass in der eigenen Hälfte ermöglichte den pink-schwarzen Gästen den Führungstreffer. Sehr zur Freude der etwa 150 mitgereisten Anhänger. Bild Noch vor Ende der Halbzeit konnte Turin ausgleichen, nur um kurz vor dem Pausentee nach dem nächsten Fehlpass erneut in Rückstand zu geraten. Nach einer Stunde Spielzeit wurde der Spielstand erneut egalisiert und 'Toro' blieb am Drücker und versuchte den Siegtreffer zu erzwingen. Dieser wollte aber nicht fallen, so dass die glücklichen Gäste einen ebenso glücklichen Punkt mit auf ihre Insel entführen durften. Das 'Olimpico' gefällt ganz gut. Es ist ein Oval ohne Laufbahn, so dass die Distanz zum Spielfeld erträglich ist. Das Stadion ist dreirangig gebaut - der schmale dritte Rang wurde im Zuge der Modernisierung für Olympia aufgesetzt - und rundherum überdacht. Die Voraussetzung für gute Atmosphäre ist also gegeben, aber die weinrote Heimkurve war nur selten bis gar nicht in der Lage, der Bude ordentlich Leben einzuhauchen.

Mo. 01.12.2014 20:00 - FC Emmen vs Almere City FC
Am heutigen Abend schloss ich mich Sascha und Björn aus der verbotenen Stadt an, um gestandenen Zweitliga-Fußball im Nordosten der Niederlande zu bestaunen. Bild Das 'Stadion Meerdijk', das heute - wie leider üblich - auf einen Sponsorennamen hört, ist ein unspektakulärer Vier-Tribünen-Bau, wie man in Hollands zweiter Liga eigentlich überall antrifft. Der FC Emmen ist so eine Art Fortuna Köln Hollands, denn seitdem sich in den 80ern aus einem Emmener Verein eine Profi-Abteilung absplittete, spielt diese in der zweithöchsten Spielklasse das Landes. Nennt man das nun konstant oder stagnierend? Ein Abstieg war ja lange Zeit aufgrund der Statuten gar nicht möglich, aber auch die Einführungen einer betreffende Regelung konnte an der Ligenzugehörigkeit bis dato nichts ändern. Bild Spielt man in der Liga meist eine graue Maus, darf man in dieser Saison mal an den Relegationsplätzen zum Aufstieg in die 'Eredivisie' schnüffeln. Mit dem Almere City FC stellte sich die Fußball-Retorte aus Flevoland vor, eigentlich eine lösbare Aufgabe um oben dran zu bleiben. Schwierig wird ein derartiges Vorhaben natürlich, Bild wenn man sich nach einer halben Stunde durch einen Platzverweis selbst schwächt. Die Gäste hatten erst stark begonnen, kamen aber durch den Roten Karton für die Gastgeber selber aus dem Tritt. Die Folge war die Führung für Emmen nach dem Wechsel. Das Spiel blieb ausgeglichen und als die Heim-Truppe kurz vor dem Ende den zweiten Treffer markierte war die Messe eigentlich gelesen. Eigentlich - denn während die mitgereiste Busladung Fans enttäuscht die Fahnen einrollte, kam ihr Team zum Anschlusstreffer per Elfer und in der Nachspielzeit dann tatsächlich noch zum Ausgleich. Die aktuellen Vereinfarben der Gäste sind übrigens rot und weiß. Die Anhänger bleiben aber den ursprünglichen Farben lila-weiß, als der Club noch FC Omniworld hieß, treu. Bemerkenswert, dass der Verein es in seiner sage und schreibe 17-jährigen Geschichte bereits geschafft hat, Wappen und Clubfarben zu ändern, auch wenn sich der aktuelle Name besser gibt, als der vorherige. Dieser war allerdings kein Sponsorenname, wie man vermuten möge, sondern stand für die Vielfältigkeit des Vereins.

So. 30.11.2014 14:30 - Duisburger FV 08 vs DJK Wanheimerort
Bild Bild Eingeklemmt zwischen hohen Bahndämmen im Duisburger Stadtteil Hochfeld liegt die ‚Grunewald-Kampfbahn‘, Heimat des DFV, einem absoluten Traditionsverein. Die besten Jahre erlebte der Club sicherlich nach dem zweiten Weltkrieg. Aber auch danach spielte man zumindest meist auf Verbandsliga-Niveau mit und konnte in den 60ern und 80ern sogar die Hauptrunde des DFB-Pokal erreichen. Bild In den späten 90ern begann aber der Absturz, der 2009 sogar in der Kreisliga B endete. Aus dieser konnte man sich aber umgehend befreien. Letzte Saison wurde der Aufstieg in die Bezirksliga noch knapp verpasst, aber dieses Jahr sieht es besser aus. Das Topspiel war gleichzeitig ein Derby, denn die Spielstätte der DJK befindet sich nur wenige hundert Meter weiter. Noch, muss man sagen. Denn der Club wird zur nächsten Saison von seiner Anlage vertrieben. Aber das ist eine andere Geschichte. Der DFV war eigentlich über die ganze Spielzeit das überlegene Team. Die Gäste blieben aber mit Kontern und Standards immer gefährlich und konnten einen Eckball zur Halbzeit-Führung nutzen. Für den DFV reichte es trotz viel Aufwand nur zum Ausgleich nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit. Dieser wurde aber wirklich sehenswert heraus gespielt. Nach dem Abpfiff wurde die Mannschaft zurecht von ihrem kleinen Anhang für die gute Leistung gefeiert.

Sa. 29.11.2014 13:30 - 1.FC Köln II vs Rot-Weiss Essen
Bild Knapp 1.500 Rot-Weisse hatten den Weg aus der geilsten Stadt der Welt an den Rhein gefunden um die Herbstmeisterschaft einzusacken. Mit einer Gedenkminute wurde dem in der Woche verstorbenen Spielführer der 55er Meistermannschaft August Gottschalk gedacht. Vielleicht der wichtigste Spieler, der je das rot-weisse Trikot getragen hat. Danach gab es eine kleine Choreo. Eine nüchtern-sachliche Leistung reichte aus, um die kleinen Geißböcke zu bezwingen. Egal – gibt auch drei Punkte. Wenn es nach mir ginge, müssten wir ja nur einmal in dieser Saison an der Tabellenspitze stehen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kommt das nun siebzehn Spieltage zu früh. Mal abwarten, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Ich bin da ja etwas skeptisch, lasse mich aber in der Rückrunde gern von der Mannschaft überzeugen.

Mi. 19.11. bis So. 23.11.2014 - Iran
Und wieder rief der Orient... HIER ist der Bericht dazu zu finden.

So. 16.11.2014 15:00 - VfB Speldorf vs SV Burgaltendorf
Aus logistischen Gründen bekam heute der VfB Speldorf den Zuschlag. Die vor zwei Jahren umgebaute Anlage an der Saarner Straße wollte ich mir schon länger mal anschauen. Vor einigen Jahren hat der Verfasser höchstselbst (neben seiner 'hauptberuflichen Karriere' bei Adler Frintrop) auf dieser, damals noch mit Aschebelag versehenen Anlage für die Betriebsmannschaft des traditionsreichen Mülheimer Unternehmens 'Wissoll' die Schuhe geschnürt. Bild Natürlich ohne jemals bei 'Wissoll' angestellt gewesen zu sein. Der damalige Aschenplatz wurde auf einer Geraden und bis in eine halbe Kurve hinein von hohen Stehrängen umgeben. Diese wurden leider mit der Sanierung der Anlage ziemlich zurückgebaut, so dass heute 'nur noch' über die halbe Gerade erneuterte Stufen vorhanden sind. Dahinter befindet sich ein nagelneues Vereinsheim mit den Umkleiden. Obwohl der Regen aufgehört hatte, plätscherte die Partie so dahin. Irgendwann fiel das 1:0 für den VfB, aber Fehlpässe und ungenaues Langholz behielten die Herrschaft über den Kick. So stellte ich mir zu Beginn der zweiten Hälfte mal wieder die berühmte Frage, warum ich mir den Scheiß eigentlich antue, als das Spiel plötzlich Fahrt aufnahm. Zunächst konnten die Gastgeber bis zur 65.Minute auf vier Tore davonziehen. Dann besannen sich die Gäste aus dem Essener Südosten und kamen Tor um Tor auf 4:3 heran, konnten aber den Ausgleich nicht mehr erzielen. Letztlich war es also doch noch eine kurzweilige und spannende Geschichte.

Sa. 15.11.2014 14:30 - Union La Calamine vs RCS Verviers
Sa. 15.11.2014 20:00 - White Star Bruxelles vs KSV Roeselare

Gegen 13:00 holte ich Dominik in Moers ab und nach unspektakulärer Fahrt erreichten wir einige Minuten vor dem Anpfiff das 'Stade Prince Philippe' in La Calamine. Oder 'Prinz-Philipp-Stadion' in Kelmis. Der Ort liegt nur einen Steinwurf hinter Aachen unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Kelmis gehört zum kleinen deutschsprachigen Teil Ostbelgiens, daher findet man beinahe alles doppelt bezeichnet. Selbst die Uniformen der Ordnungshüter sind mit 'Police' und 'Polizei' zweisprachig beflockt. Auch die Homepage der Gastgeber ist nicht mit sich im Reinen und man findet dort ohne sinnvolle Ordnung Meldungen in französischer und deutscher Sprache durcheinander gemischt. Bild Der Name des Vereins Royal FC Union La Calamine ist aber definitiv französischstämmig. Trotzdem wird im bürgerlichen Sprachgebrauch eher von Union Kelmis gesprochen. Auch das Publikum zieht die deutsche Sprache vor. Wenn sich allerdings mal jemand zur Anfeuerung hinreißen ließe, hieß es "Allez Union!". Die sportliche Ausgangslage war eindeutig. Und auch wieder nicht. Zwar hatten die Gäste aus dem nahen Verviers nur sechs Punkte auf der Habenseite, Union aber auch nur ein Heimspiel in dieser Saison gewonnen. Dass sich das ändern sollte, war früh abzusehen, denn die Gastgeber führten nach acht Minuten mit zwei Toren. Danach blieben sie feldüberlegen. Nach der Halbzeit war die Partie ausgeglichener und die Gäste trauten sich zaghaft nach vorne. Der erste ernsthafte Torschuss per direktem Freistoß führte zum Anschlusstreffer eine Viertelstunde vor dem Ende, die aber von Union unmittelbar mit der Spielentscheidung beantwortet wurde. In Brüssel führte unser Weg nach ausgiebigem Frituur-Geschlemme und kurzem Abstecher zum Atomium ins 'Edmond Machtens Stadion'. Bis zum vergangenen Sommer hat hier der FC Brüssel geknüppelt, der dann am Ende einer schier endlosen Kette von Fusionen und Umbenennungen endgültig aufgelöst wurde. Die Historie ausführlich zu beleuchten würde den Rahmen sprengen. Ich versuche es in stark vereinfachter Form ohne auch noch auf fusionslose Namensänderungen einzugehen. Am Anfang standen zwei Vereine, Racing Club aus Büssel und White Star AC aus Woluwe. Die beiden fusionierten in den 60ern zu Royal Racing White. In den 70er schloss man sich dem tradtionsreichen Daring Molenbeek an und hieß fort an Royal White Daring Molenbeek. Anfang des neuen Jahrtausends kam RWDM finanziell schwer ins Schleudern und wurde nach Lizenzentzug aufgelöst. Bild Einer der Funktionäre des RWDM übernahm nun den KFC Strombeek und benannte diesen in FC Brüssel um. Dieser neue Verein wurde von den Fans als Nachfolger des RWDM erkannt und akzeptiert, bis in diesem Jahr endgültig die Lichter ausgingen. Nachdem in den 60ern White Star aus Woluwe mit Racing fusioniert hatte, witterte der Woluwe FC die Chance, sich ein bisschen bekannter und beliebter zu machen und benannte sich in White Star Woluwe um, ohne allerdings Rechtsnachfolger oder ähnliches zu sein. Man eierte einige Jahre vor sich hin, erreichte aber in den letzten Jahren die zweite Liga. 2013 benannte sich der Club in Royal White Star Bruxelles um und nutze nun in diesem Sommer die Chance aus seinem kleinen Stadion in Woluwe ins 'Edmond Machtens' zu wechseln. Bild Alles verstanden? Nein? Ich auch nicht. Sollte der Verein die Hoffnung gehabt haben, die Anhängerschaft des FC Brüssel zu erben, ging das mal voll in die Buchse. Man kickt regelmäßig vor 300 oder 400 Zuschauern in einem in die Jahre gekommenen aber schönen authentischen 15tausender. Zwei hohe Tribünen auf jede Seite, dazu hinter einem Tor unüberdachte Stufen. Auch zum heutigen Kick waren nur 350 Leute gekommen, davon etwa 30 aus Gäste aus Roeselare. Stimmung machten aber nur zwanzig angetrunkene Waliser, die aufgrund des EM-Quali-Spiels am Folgetag bereits in der Stadt weilten. Die Gastgeber bestimmten die gesamte Partie. Auch wenn der Treffer nicht fallen wollte, entschied sich Dominik, eine Live-Wette auf Heimsieg zu platzieren. Ich sach noch "Lass et". Aber er ließ es nicht und meinte, Roeselare würde "in hundert Jahren" kein Tor schießen. Hätte nicht gedacht, dass hundert Jahre so schnell rumgehen. Durch Nutzung einer der beiden einzigen Chancen erzielten die Gäste den Treffer der Spiels und nahm die Punkte mit. Fünf Euro an den Wettanbieter - kann man verschmerzen. Umleitungsbedingt dauerte der Rückweg etwas länger, aber aus Belgien ins Ruhrgebiet ist es ja egal von wo nicht wirklich weit.

Fr. 14.11.2014 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Fortuna Düsseldorf
Vor dem Kick gegen die Zwote aus der Landeshauptstadt hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl. Da die ersten drei Ligen unseres Landes länderspielbedingte Pause einlegten, befürchtete ich den Einsatz mehrerer Akteure aus der Zweitliga-Mannschaft. Außerdem waren ein paar hundert Fortuna-Fans angekündigt, die angeblich die Düsseldorfer Zweitvertretung zu unterstützen gedachten. Weiter spielt die Mannschaft eh keine schlechte Saison und dann war da noch diese stolze Serie von neun Partien ohne Niederlage - da erwischt es einen ja auch irgendwann wieder einmal. Aber alle Befürchtungen waren überflüssig. Die U23 der Fortuna kam ohne Profis und im Away-Bereich tummelten sich auch nur an die 200 Leute. Eine größere Gruppe wurde gar nicht ins Stadion gelassen, da sie draußen schon Theater machten. Unter denjenigen, die es in den Block schafften, waren auch ein paar Hampelmänner, die unten am Zaun den Affen machten und versuchten, die eher harmlosen Heim-Fans auf der benachbarten Geraden zu provozieren. Eher ne peinliche Performance. Auf dem Rasen begann alles etwas zäh. Der in diesem Moment nicht zu erwartende Führungstreffer lenkte die Partie aber in die richtige Fahrspur und mit dem kurz danach herrlich erkonterten zweiten Treffer war erst mal Ruhe im Karton. Nach einer guten Stunde waren die Roten dann nur noch zu zehnt. Dummerweise traf es Torjäger Platzek, der gerade erst seine kleine Flaute überwunden hatte. Die Überzahl der Gäste machte sich nur in wenigen Situation bemerkbar, so dass der Sieg eigentlich ungefährdet blieb. In der Schlussminute erhöhte der RWE nach feiner Einzelleistung von Mittelfeld-Fummelbuchse Cebio Soukou auf 3:0 und die Euphoriewelle schwappt weiter durch die Hafenstraße. Über 9tsd Zuschauer gegen eine Zweitvertretung sprechen für sich. Weiter so, Jungs!!! Es ist an der Zeit diese Liga zu verlassen!

So. 09.11.2014 14:00 - KFC Uerdingen 05 vs Rot-Weiss Essen
Wer hätte vor sechs Wochen gedacht, dass man die Partie des KFC 05 gegen den glorreichen RWE als Spitzenspiel deklarieren kann? Beide Teams durften fünf Siege aus den letzten sechs Spielen melden, so dass Tuchfühlung zur Tabellenspitze bestand. Die gute, alte Grotenburg durfte sich dann auch endlich mal wieder über eine ordentliche Kulisse freuen. Knapp 6.500 Zuschauer fanden den Weg in Stadion, davon wohl mehr als die Hälfte aus Essen. Uerdingen begann engagiert. Bild RWE kam aber bald in die Partie und nahm das Heft in die Hand. Bis auf wenige Phasen des Spiels hatten die Gäste eigentlich alles unter Kontrolle. Allerdings konnte man viel zu selten wirklich zwingende Situationen vor dem Tor kreieren. So stand nach dem Abpfiff im fünfzehnten Saisonspiel zum ersten Mal vorne die Null. Da diese aber auch hinten Bestand hatte, blieb es beim torlosen Remis. Uerdingen bot neunzig Minuten ehrlichen Kampf und verdiente sich den Punkt trotz leichter Überlegenheit der Roten. Tabellenführung verpasst, aber es bleibt ja alles eng da oben. Die Stimmung war insgesamt okay. Der knapp zweihundert Mann starke Heim-Block tat, was er konnte. Der Stimmungskern auf Gästeseite war nicht viel größer, wenn aber die gut 4tsd Leute mal alle einstimmten, schepperte es schon ordentlich unter dem Dach. Passierte allerdings noch zu selten - da ist noch ordentlich Potential nach oben. Dabei machen die Ultras das mittlerweile gar nicht verkehrt und versuchen die Masse bei großer Zahl an Mitfahrern mit älteren Gassenhauern und gestandenem Liedgut mitzunehmen. Auch die Chemie zwischen Mannschaft und Kurve scheint wieder okay, nachdem jede Seite mal ihre Sicht auf die Dinge präsentiert hat. Bin gespannt, was die Saison noch zu bieten hat. Auf jeden Fall, macht es im Moment echt Bock. War lange genug nicht der Fall.

Sa. 01.11. bis Mo. 03.11.2014 - Sarajevo
Feuriges Erlebnis in Sarajevo... der Bericht zum Trip nach Bosnien ist HIER zu finden.

Do. 30.10.2014 18:30 - De Treffers vs NEC Nijmegen
Im holländischen Landespokal trafen sich die drittklassigen De Treffers aus Groesbeek und der zweitklassige NEC aus Nijmegen. Zwischen den Stadien der Clubs liegen keine fünfzehn Kilometer, so dass man durchaus von einem Derby sprechen darf, auch wenn der eigentliche lokale Kontrahent das ortsansässige Achilles 29 ist. Mit 4.200 Zuschauern durfte ausverkauft gemeldet werden. Gut die Hälfte der Anwesenden dürfte den Gästen die Daumen gedrückt haben. Auf jeder Seite bildete sich ein kleiner Stimmungskern, von denen der des NEC deutlich öfter und lauter zu vernehmen war. Wirklich erwähnenswert war es aber nicht. Nijmegen nahm von Beginn an das Heft in die Hand und drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Chancen ergaben sich aber nur wenige. Bild Es fehlte der abschließende Geistesblitz, um der Murmel den Weg ins Netz zu weisen. Dagegen wären die Gastgeber bei einem Konter beinahe in Führung gegangen. Kurz vor dem Pausentee erlaubte sich ein heimischer Verteidiger eine Regelwidrigkeit. Da diese dummerweise im eigenen Sechzehner stattfand, war ein Strafstoß die logische Folge. Diesen nutzte der NEC zur Führung. Auch wenn die zweite Hälfte etwas offener aussah, schien der Gästesieg nicht wirklich in Gefahr. Doch ein Tor ist schnell egalisiert und dieses geschah recht überraschend eine Viertelstunde vor Ende. In den letzten fünf Minuten erzielten der NEC aber noch zwei Treffer und erklärte sich damit zum verdienten Sieger. Das kleine Stadion im 'Sportpark Zuid' ist für holländische Verhältnisse ganz nett und bietet etwas mehr als der übliche Amateur-Ground im Nachbarland. Der handelsüblichen kleinen überdachten Sitztribüne gegenüber befindet eine überdachte Stehtribüne, die etwa zwei Drittel der Geraden abdeckt. Hinter einem Tor steht das wirklich feine Sozialgebäude, vor dem noch einige Stufen errichtet wurden. Lediglich die vierte Seite des Feldes kann keinen Ausbau vermelden.

Mi. 29.10.2014 19:30 - SSVg Heiligenhaus vs SC Velbert
Nach längerer Zeit mal wieder was deutlich Unterklassiges. Bild Wobei sich unterklassig eher im Wettbewerb, dem Wuppertaler Kreispokal, ausdrückt, denn es kämpften immerhin ein Bezirksliga-Tabellenführer und ein Landesliga-Zweiter um den Einzug ins Viertelfinale. Nach ausgeglichenem Beginn erarbeitet sich der Landesligist aus dem benachbartem Velbert ein leichtes Übergewicht und Chancenplus. Trotzdem dauerte es bis tief in die zweite Hälfte bevor der klassenhöhere bei der beiden Kontrahenten in Führung ging. Die Gäste blieben auch weiterhin am Drücker und erzielten zehn Minuten vor Ende den zweiten Treffer. Heiligenhaus konnte kurz vor Ende noch den Anschluss herstellen und bekam sogar noch die große Chance zum Ausgleich, die aber zum Glück ungenutzt blieb. Neunzig Minuten reichten für meinen Geschmack hier völlig aus. Schön, dass mit Sascha und Björn aus der unaussprechlichen Stadt zwei Gesprächspartner zugegen waren. Für Abendspiele taugt die Beleuchtungsanlage des Platzes nur bedingt. Aufgrund der Größe der Anlage wären ein paar Lux mehr nicht verkehrt. Die nasskalte Witterung trug ihren Teil zu den mageren Sichtverhältnissen auch noch bei.

So. 26.10.2014 11:00 - FC Schalke 04 A-Jgd vs Borussia Dortmund A-Jgd
So. 26.10.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs SG Wattenscheid 09

Der Sportplatz in Gelsenkirchen-Ückendorf ist eine gemütliche kleine Anlage mit einer überdachten Tribüne und einigen Stehstufen auf der Gegenseite, also durchaus ein Ground, den man mal besuchen kann. Dummerweise knüppelt dort regelmäßig nur die Jugend der blauen Brut. Eigentlich sind Jugend-Spiele für mich ein ziemliches Tabu, aber manchmal, wenn es angebracht ist, schaffe ich es, über diesen Schatten zu springen. Da die A-Jugend des glorreichen RWE momentan eine Ehrenrunde in der zweitklassigen Niederrheinliga dreht, sollte das Derby gegen den BVB der Grund sein, das Teil mal abzuheften. Zudem empfing der Tabellenführer den direkten Verfolger – kann man ja dann auch mal hinfahren, um ein wenig gescheiten Fusek zu schauen. Bild War auch durchaus ansehnlich und es ist schon beachtlich, wie professionell diese ja noch sehr jungen Männer schon vor ordentlicher Kulisse auftraten. Obwohl die Gastgeber beinahe die gesamten neunzig Minuten feldüberlegen waren, gewannen am Ende die Mannen aus der Bierstadt die Partie mit dem minimalsten Sieg-Resultat. War mir durchaus recht. Der Nachwuchs des FC Meineid stellte sich einfach nicht clever genug an. Aber so ist er halt, der durchschnittliche Gelsenkirchener. Nun aber schnell wieder über die Stadtgrenze zur guten Seite der Macht. Der RWE empfing den Bochumer Vorstadtclub zum Lokal-Duell. Bedingt durch den jährlichen ‚Familientag‘, die jüngeren Erfolge und das milde Wetter fanden über 14tsd Zuschauer den Weg ins Stadion. Aber bei allem Verständnis, dass der Verein auf den hierzulande ja mittlerweile obligatorischen Friede-Freude-Eierkuchen-Familientag-Zug aufspringen „muss“ – ich hab dafür nix übrig. An diesem Tag geht jedes Mal das ‚normale‘ Rot-Weiss-Gefühl flöten. Es springen tausende kleine Kinder rum, von denen 99,9% mit der Dargebotenen nix am Hut haben und dementsprechend mit anderen Dingen beschäftigt sind. Wenn es dann besonders gut läuft, hat man irgendwann ne Klatschpappe des Kindes vom unbekannten Sitznachbarn im Gesicht und den Ketchup von den Pommes auf der Hose. RWE ist sicherlich nicht mehr der rotzige Club aus den 90ern, auf den mit gerümpfter Nase gezeigt wurde, aber ich persönlich möchte mir das Bisschen, was davon noch übrig ist gern bewahren. Da kann ich so’n Gemeindefest im Stadion nicht gebrauchen. Ich verschließe mich zwar nicht der Realität und gebe mich keiner Illusion hin, aber gut finden muss ich diese Kommerzialisierung meines geliebten Vereins und die damit einhergehenden Veränderungen ja trotzdem nicht. Mit der SGW stellte sich ein Gegner vor, der durch interne Machtkämpfe angeschlagen war. Folgerichtig hatten auch nur 3-400 Gäste den kurzen Weg nach Essen angetreten. Bild Mit einem (Pflicht-)Sieg konnte man der schwächelnden Kölner Viktoria, die vor wenigen Wochen schön völlig enteilt schien, hart auf die Pelle rücken. Also galt es dieses Spiel irgendwie, zur Not auch völlig dreckig, zu gewinnen. Begünstigt durch einen katastrophalen Ballverlust in der Verteidigung konnten die Roten schon in Minute drei in Führung gehen. Danach hatte man die Gäste weiter voll im Griff, versäumte es aber den zweiten Treffer nachzulegen. Wattenscheid traute sich kurz vor der Halbzeit etwas mehr und kam zu kleineren Chancen. Die Pause kam also zu rechten Zeit und Trainer Fascher hatte wohl eine gute Ansprache gehalten, denn in der zweiten Hälfte sah alles wieder stabiler aus und ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass das hier schief gehen kann. Nach einer Stunde wurde dann der zweite Treffer per Traum-Freistoß nachgelegt. Freistöße klappen gut diese Saison. Im Gegensatz zu Elfmetern, denn man leistete sich im zweiten Heimspiel in Folge den Luxus, einen solchen zu versensen. Im Gegensatz zum Verl-Spiel aber ohne Folgen. Ohne dass die Gäste großartig aufgemacht hätten, brachen in deren Abwehr in den letzten zehn Minuten alle Dämme und innerhalb von sieben Minuten erzielte der RWE vier weitere Treffer zum Endstand von 6:0. Kann von mir aus so weiter gehen. Wenn das Schützenfest überhaupt eine negative Seite hat, dann dass es die SG Wattenscheid getroffen hat. Denn grundsätzlich ist mir dieser kleine Verein, der aus minimalen Möglichkeiten eine ganze Menge macht, sehr sympathisch. Und ich wünsche den Leuten, denen der Club wirklich am Herzen liegt, dass sie diesen egozentrischen Vorsitzenden bald loswerden und in ruhigere Fahrwasser gelangen.

Sa. 25.10.2014 14:00 - MSV Duisburg vs Dynamo Dresden
Die Bedingungen ‚kurzweiliger Fußball-Event‘ und ‚kurze Anfahrt‘ ergaben den Besuch der oben genannten Partie. Dort traf ich mit Dominik, der mich erst auf die Idee des Spielbesuchs – ursprünglich war unterklassiges Holland-Gerümpel angedacht – gebracht hatte, und mit dem ich ja immer mal gern neunzig Minuten und mehr verquatsche. Mit Dynamo stellte sich zudem ein Gegner an der Wedau vor, der im Normalfall von nem ordentlichen Mob begleitet wird. Daher hoffte ich natürlich auf einen guten Sound aus dem Away-Sektor. BildMit Gezündel war nicht zu rechnen, da sich der Haufen ja mal ne ganze Weile benehmen muss, will man nicht fortwährend Sanktionen riskieren. Überraschenderweise hatten sich aber im Gäste-Eck nur etwa 1000 Schwarz-Gelbe eingefunden. Da hatte ich eher mit dem Doppelten gerechnet. Zwar war die Mitmach-Quote gut und es schwappte auch das ein oder andere zum gewählten Sitzplatz auf der Haupttribüne rüber, aber es war natürlich nicht das, was ich mir gewünscht hatte. Positiv überraschte die MSV-Kurve, die sich von neunzigminütiger spielerischer Unterlegenheit ihres Teams nicht entmutigen lies und munter supportete. Einige Male war man in der Lage das gesamte Heim-Publikum mitzunehmen und dann wurde es schon ganz gut laut. Das Dynamo-Team schaffte es trotz vierzig Minuten Überzahl nicht, den siegbringenden Treffer zu erzielen, so dass am Ende das unspektakulärste aller Ergebnisse die Anzeigetafel zierte. Zwar landete die Kirsche einmal im Netz, jedoch fand der Treffer wegen Abseitsstellung keine Anerkennung – eine Fehlentscheidung, wie sich nachher herausstellte. Aber an dieser einen Szene lag es nicht. Die Gäste waren zwar überlegen und kreierten auch Torchancen, aber irgendwie fehlte der letzte Wille, das Dingen mit nach Hause zu nehmen. Der MSV brachte dagegen in neunzig Minuten vor dem gegnerischen Tor keine ernsthaft gefährliche Szene zu Stande.

So. 19.10.2014 12:30 - Wacker Nordhausen vs Carl-Zeiss Jena
Das zweite Topspiel der Regionalliga Nordost an diesem Wochenende führte den Tabellenzweiten Wacker Nordhausen und die Zeiss-Städter aus Jena, aktuell Fünfter des Tableau, im 'Albert-Kuntz-Sportpark' zusammen. Die kleine beschauliche Hütte ist ein reines Fußballstadion für etwa 8tsd Zuschauer. Dann dürfte es aber eng werden, denn selbst bei den knapp 1.800 heute Anwesenden sah es schon recht voll aus. Die Haupttribüne und die südliche Hintertor-Tribüne sind gedeckt. Gegengerade und Nord-Tribüne, der Away-Bereich, sind ungeschützt. Der kleine Anhang der Gastgeber machte mittels Spruchband und Plakat Politik für ein neues Stadion oder zumindest eine Modernisierung. Bild Die Stimmung blieb das Spiel über bescheiden. Der Wacker-Anhang meldete sich selten und wenig lautstark. Wenn dann wurde aber eher gegen die Gäste gepöbelt, anstatt das eigene Team zu unterstützen. Aus Jena waren circa 500 Leute mitgekommen. Die Blau-Gelben waren 75 Minuten still. Allerdings scheint man schon längere Zeit aus mir unbekannten Gründen auf organisierten Support zu verzichten. Bild Erst als es der Mannschaft gelang, das Spiel zu drehen, kristallisierte sich eine kleine Gruppe heraus, die ein wenig Alarm machte. Dass die Gäste das Spiel nach der hochverdienten Wacker-Führung aus der ersten Hälfte noch gewinnen konnten, hatte mehrere Gründe. Einerseits schien der schon zehn Minuten vor der Pause in der Kabine verschwundene Gäste-Coach die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Jenaer legten ihre Lethargie ab und machten die desolate erste Hälfte vergessen. Zudem schien Wacker nicht mehr so zielstrebig wie in Hälfte eins und wollte das Ergebnis wohl am Ende nur noch verwalten, nachdem man mehrere gute Konter ungenutzt gelassen hatte. Ging schief. Mit zwei Kopfball-Treffern konnte Carl-Zeiss die Partie noch überraschend aber nicht unverdient für sich entscheiden.

Sa. 18.10.2014 13:30 - FSV Zwickau vs Berliner FC Dynamo
Topspiel der Regionalliga Nordost zwischen dem Überraschungs-Tabellenführer und dem gut gestarteten Aufsteiger und Ex-Stasi-Club BFC Dynamo. Die Partie konnte aber in keiner Sekunde halten, was sie auf dem Papier versprach. Bild Bild Torchancen waren absolute Mangelware und keines der beiden Teams hatte auch nur im Ansatz mal eine zündende Idee. Stattdessen weitestgehende Neutralisierung, die durch unkoordinierten Spielaufbau und zahlreiche Fehlpässe begünstigt wurde. Bild Folgerichtig konnte der Kick nur mit dem einzig denkbaren Ergebnis enden, was er auch frech tat. Zwickau zu Beginn mit einer kleinen Fähnchen-Choreo und einem Spruchband zur Tabellenführung. Zur zweiten Hälfte präsentierte man eine Blockfahne. Der etwa 500 Mann starke BFC-Anhang trat nur akustisch in Erscheinung, das aber zumindest in Hälfte zwei nicht schlecht, während die Gastgeber immer mehr abbauten. Das Sportforum 'Sojus', vom Stadionsprecher liebevoll "unsere Raumkapsel" genannt, ist natürlich akustisch wie optisch eine Katastrophe. Hierhin, ins ehemalige 'Sportforum Eckersbach', wurden einfach die alten Stahlrohrelemente aus dem baufälligen 'Westsachsenstadion' gebracht und wieder aufgebaut. Dieses aber nur auf der Hauptseite und in die Hälfte der Kurven, da die Gegenseite nicht den nötigen Platz bietet. Wird Zeit, dass der FSV ne neue Bude bekommt. Dahingehend scheint sich aber wohl regionalpolitisch momentan einiges zu bewegen.

Fr. 17.10.2014 19:30 - Sportfreunde Siegen vs Rot-Weiss Essen
Bild Auswärts in Siegen. Eigentlich eines der besseren Away-Ziele, aber irgendwie war man da in letzter Zeit auch schon zu häufig. Eigentlich hatte ich schon befürchtet, dass meine leichtfertige Prognose, dass die Roten die Deppen sein würden, die den Sportfreunden den ersten Heimsieg der Saison zugestehen, in Erfüllung gehen würde. Doch nach dem nicht unverdienten Führungstreffer der Hausherren kurz nach der Pause bäumten sich Gäste auf und es reichten zehn Minuten zwischen der 59. und 69. um dem Spiel die Wende und Entscheidung zu verschaffen. Danach war zu spüren, dass die Gastgeber nicht mehr die Kraft und Möglichkeit haben würden, den Ausgang des eher dürftigen Spiels eine Wende zu geben. Gut 700 Gäste-Fans freute es sehr.

So. 12.10.2014 15:00 - VfR 1910 Bürstadt vs KSG Mitlechtern
Auf dem Heimweg aus dem Urlaub machten wir Station im südhessischen Bürstadt. Den in der jüngsten Vereinsgeschichte besten Zeitpunkt zum Besuch habe ich leider verpasst, doch diese durchaus traditionsreiche Spielstätte lag mir schon einige Zeit am Herzen. Bild 1975 konnte der VfR den Titel des Deutschen Amateurmeisters erringen und spielte in den 70er und 80er Jahren einige Spielzeiten in der Zweiten Liga. Bis zur Jahrtausendwende konnte man stabil in der Oberliga Hessen bestehen. Dann erdrückten die Altlasten langsam den Verein und man musste den Neuanfang wagen. Bild In den letzten Jahren agierte man sehr erfolgreich und erreichte in fünf Jahren den Aufstieg aus der neuntklassigen Kreisliga bis in die Oberliga. Auf die Startberechtigung musste man aber schweren Herzens verzichten, da sich kein Sponsor fand, der die finanziellen Voraussetzungen für den Oberliga-Spielbetrieb sicherstellen konnte. Stattdessen zog man sich in die achtklassige Kreisoberliga zurück. Die erste Mannschaft ging komplett von der Stange, so dass man die Zweite zur Ersten machte. Dieses mit der Folge, dass man aktuell ganz tief im Abstiegs-Schlamassel steckt. Ich kam mit einem älteren Vereinsmitglied ins Gespräch, aus dessen Worten viel Wehmut und Verbitterung über die Entwicklung und die Nicht-Unterstützung der regionalen Wirtschaft klangen. Bild Überhaupt konnte man aus den Äußerungen und Rufen der wenigen Zuschauer Sarkasmus und Frust entnehmen, dass der Aufwärtstrend so jäh gestoppt wurde. Bild Auch als neutralem Beobachter blutet mir das Fußballherz angesichts der Diskrepanz dieser wunderschönen Spielstätte und dem Gestolper auf dem Rasen. Aber da kann man ja deutschlandweit mehr als zwei Dutzend Beispiele nennen. Das Team war auch leider nicht in der Lage, dieses wichtige Kellerduell für sich zu entscheiden und verlor sang-, klang- und talentlos mit 0:3. Das 'Robert-Kölsch-Stadion fasste einst 12tsd Zuschauer. Haupttribüne, den daneben befindlichen Stehbereiche und dem nordöstlichen Kurvenbereich sind das Alter zwar anzusehen, diese Ränge können aber uneingeschränkt genutzt werden. Die Südkurve, die nur zum Teil mit Stufen versehen ist oder war, ist überwuchert und nicht zu nutzen. Eine Gegengerade gab es nie - dort befindet sich ein verwitterter, ungepflegter Hartplatz - und die Lücke zwischen Nordost-Kurve und Hauptseite wird durch die Stadion-Gastronomie geschlossen. Dem Verein kann man nur wünschen, dass er sich fängt und einen neuen Anlauf startet, denn dass der Club den Mitgliedern eine Herzensangelegenheit ist, spürt man in jeder Fuge und Ritze deutlich.

Sa. 11.10.2014 16:30 - FC Emmendingen 03 vs Sportfreunde Oberried
Gemessen an den Ansprüchen der Gastgeber verläuft die Landesliga-Saison mit einem Platz im Mittelfeld der Tabelle bisher enttäuschend. Daher war eine Sieg gegen den Underdog aus Oberried Pflicht. Bild Bild Aber wie das so mit den Pflichtaufgaben ist, lief in der ersten Hälfte nicht viel zusammen. Stattdessen rollten einige gefährliche Konter auf das Tor der Emmendinger zu. Doch da zieht die nächste Weisheit: Mache ich meine Chancen nicht rein, rappelt es irgendwann im eigenen Gebälk. Das bewahrheitete sich kurz nach Wiederanpfiff und binnen einer Viertelstunde schraubte die Heimelf das Ergebnis auf 3:0, auch wenn man die Gültigkeit des einen oder anderen Tores anzweifeln kann. Eine Viertelstunde vor Ende schöpften die Gäste mit ihrem ersten Treffer noch einmal Hoffnung. Diese währte aber nur fünf Minuten, dann war der alte Abstand wieder hergestellt. Das ‚Elzstadion’ ist ein schönes angestaubtes Provinzstadion mit einer überdachten Tribüne, die ihre besten Jahre hinter sich hat. Auf der Gegenseite und hinter einem Tor befinden sich je vier Stufen. Bei Weizenbier und Nachmittagssonne konnte man den Kick ganz gut über sich ergehen lassen.

Fr. 10.10.2014 19:30 - TSG Balingen vs SC Pfullendorf
Mit diesem Spiel der Oberliga Baden-Württemberg hatte ich einen kleinen Glückstreffer erzielt. Die TSG weihte die nagelneue Tribüne des ‚Au-Stadion’ ein und es kamen knapp 1200 Zuschauer zu diesem Spiel, von denen etwa 60-70 den Gästen die Daumen drückten. Etwa ein Dutzend von diesen versuchte sich in fähnchenwedelndem und aktivem Support. Bild Also das Grüppchen, das bei den Linzgauern schon seit Jahren sein Unwesen treibt. Wer auch immer die Tribüne bezahlt hat – Stadt oder Investoren, der Verein wird es in Eigenregie kaum gewesen sein – hat ordentlich Geld in die Hand genommen. Mit viel Holz und moderner Architektur wurde ein kleines Schmuckstück geschaffen. Eine neue Flutlichtanlage gab es obendrein. Die TSG hatte das Spiel achtzig Minuten im Griff und ging Mitte der ersten Hälfte in Führung. Nach dem zweiten Treffer eine Viertelstunde vor Schluss, fiel aber der sofortige Anschluss und die Gastgeber verloren die Herrschaft über das Geschehen. Mehrere Ausgleich-Chancen waren die Folge. Am Ende sollte es aber zum 2:1-Sieg reichen, womit man Tuchfühlung zur Tabellenspitze behält.

So. 05.10.2014 15:00 - TSV Lengenwang vs TSV Bertoldshofen
Nach dem intensiven Touri-Programm auf Neuschwanstein, währenddessen man von gefühlt vierhunderttausend Asiaten umzingelt war, mussten wir unbedingt unter normale Menschen. Diese Gelegenheit bot sich beim Spiel der Kreisklasse Allgäu. Bild Im bayrischen Verband bedeutet Kreisklasse Fußball in der neunten Liga. Nicht unbedingt das, was ich mit Präferenz verfolge, aber die Sportanlage in Lengenwang ist durchaus ein kleines Schmuckstück. Direkt an der Bahnstrecke Kaufbeuren-Füssen gelegen, verfügt sie über eine kleine überdachte Tribüne mit etwa 130 Sitzplätzen. Bild Außerdem kann man von der kleinen Terrasse des hübschen Vereinsheimes das Spielgeschehen verfolgen. Ansonsten gibt es nur ebenerdiges Stankett, aber durch die kuschelige Lage im hügeligen Voralpenland bietet sich hier ein schönes Gesamtbild. Der Kick war natürlich kein Augenschmaus, aber auch bei weitem nicht so schlecht wie befürchtet. Beim 4:3-Heimsieg in diesem Duell im Tabellen-Mittelfeld wurden einige Treffer durch grobe Abwehrschnitzer begünstigt. Auch der Schiri sah sich bemüßigt, die Trefferflut durch zwei zweifelhafte Strafstoß-Entscheidungen zu unterstützen. Highlight war aber, als der Unparteiische einen Angriff der Gäste höchstselbst durch sein überragendes Stellungsspiel unterbrach und der Heimelf zum Ballbesitz verhalf. Der daraus resultierende Konter endete mit einem Torerfolg. Zwei Weißbier für je zwei Euro rundeten das kurzweilige Erlebnis bei bestem Sonnen-Wetter ab.

Fr. 03.10.2014 14:00 - FV Illertissen vs SV Heimstetten
Fr. 03.10.2014 17:00 - 1.FC Sonthofen vs TSV 1860 Rosenheim

Aufgrund der verheerenden Verkehrslage auf den Autobahnen kam ich mit der Herzdame deutlich verspätet beim Regionalliga-Kick in Illertissen an. Bild Als erstes rannte ich mal direkt Fabian über den Haufen. Wie oft hab ich den eigentlich schon zufällig getroffen? Die Gastgeber führten bereits 1:0 und damit ging es vor knapp 380 Zuschauern in die Pause. Im zweiten Durchgang bekamen wird dann noch ein paar Tore zu sehen, so dass die Partie mit 3:1 zu Ende ging. Das ‚Vöhlin-Stadion’ ist eine recht kuschelige Anlage mit einer kleinen überdachten Tribüne auf der einen und einer grasbewachsenen Naturtribüne auf der anderen Seite. Bild Eine gute Stunde später kamen wir pünktlich zum Spielbeginn der Bayernliga-Partie im ‚Illerstadion’ zu Sonthofen an. Während einer kleinen Stadionrunde stand plötzlich mein rot-weisser Genosse Dirk vor mir. Hatte ich ganz vergessen, dass ich ihm vor meiner Abreise nach Zentralasien von meinem Vorhaben erzählt hatte und ihm ein Treffen bei diesem Spiel vorgeschlagen hatte, da er momentan einen Lehrgang in München besucht. Also hatte er die Strecke mit Freundin Romina auf sich genommen. Hab ich mich riesig drüber gefreut. Schöne Überraschung. Bei zwei Halben brachten wir den Kick quatschend rum. Nach Führung der Gastgeber konnten die Chiemgauer die Partie noch drehen und mit dem Treffer in der Schlussminute einen Last Minute-Sieg feiern. Das Stadion ist trotz Laufbahn eine recht nette Spielstätte mit einer überdachten Tribüne, die von Stehrängen flankiert wird. Auf der Gegenseite findet man über die gesamte Gerade auch noch ein paar Stufen vor. Das wunderschöne Panorama rundet den Eindruck ab. Romina und Dirk zog es weiter nach Tirol und uns in unsere nahe Unterkunft.

Do. 18.09. bis Mo. 29.09.2014 - Zentral-Asien
Kleiner Spaziergang über die Seidenstraße... die Wegbeschreibung findet Ihr HIER.

Di. 16.09.2014 19:00 - ESC Rellinghausen vs Rot-Weiss Essen
Das Los führte den glorreichen RWE in der zweiten Runde des Verbandspokals zum Essener Landesligisten ESC Rellinghausen. Im 'Manfred-Scheiff-Stadion' auf der Bezirkssportanlage 'Am Krausen Bäumchen' fand für die Gastgeber das Spiel des Jahres statt. Bild So Spiele sind ja immer eine willkommene Gelegenheit, seine Leute zu treffen, in Ruhe ne Runde zu quatschen und dabei mit einem Auge das Gekicke zu verfolgen, dessen Ausgang vermeintlich vorher schon klar ist. Klappte auch eine Halbzeit ganz gut. Die Roten gingen verdient in Führung und alles schien seinen Lauf zu nehmen. Pokal ist aber nicht erst seit heute Pokal und der ESC kam mit dem ersten ernsthaften Torschuss fünf Minuten zum Ausgleich. Wenige Minuten später gingen die Gastgeber durch einen zumindest fragwürdigen Elfmeter sogar in Führung. RWE war nun wieder völlig aus dem Rhythmus und kam nur durch Kampf und Willen zurück. Durch einen Doppelschlag einige Minuten vor Schluss wurde die Partie wieder gedreht, wobei der erneute Führungstreffer eine wirklich gelungene Kombination war. Mund abputzen! Wenn wir den Niederrheinpokal geholt haben und nach insgesamt zehn weiteren Spielen endlich in den Europa-Pokal eingezogen sind, fragt keiner mehr wie man sich in Runde zwei in Rellinghausen durchgesetzt hat.

Sa. 13.09. bis So. 14.09.2014 - Birmingham & Wales
Kurzer, knackiger Trip auf die Insel... Bericht dazu gibt's HIER.

Fr. 12.09.2014 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach II
Ohne jede Erwartung trat ich den Weg an die Hafenstraße an. Die Nachwuchsfohlen hatten die beeindruckende Bilanz vorzuweisen, die letzten vier Spiele hier teilweise deutlich gewonnen zu haben und auch heute standen die Vorzeichen nicht viel besser. Eine sehr gut in die Saison gestartete Fohlen-Elf traf auf verunsicherte Rot-Weisse. Das Befürchtete trat bereits nach wenigen Minuten ein und die Gäste gingen in Führung. RWE biss sich aber in die Partie und wieder war es ein direkt verwandelter Freistoß von der Strafraumgrenze, der zum Ausgleich führte. Gegen RWO konnten ja schon zwei solche Bananen verwandelt verwandelt werden. Wenige Minute nach Wiederanpfiff ging RWE durch einen berechtigten Elfer in Führung und bot in der Folge keine brilliante, aber eine kämpferische Partie. Zum Sieg reichte es nicht. Dafür gab es zwei Gründe. Einerseits mehrere vergebene gute Chancen. Andererseits ein Kopfballtor der Gäste vom Elfmeterpunkt. Ich möchte nicht pauschal in die Hexenjagd auf unseren neuen Torwart Niclas Heimann einstimmen, aber Strafraumbeherrschung zählt ganz offensichtlich nicht seinen Stärken. Zumindest zeigte sich die umgebaute Verteidigung um den Ex-Hallenser Philipp Zeiger stark verbessert. Am Ende stand das vierte Remis im vierten Heimspiel. Allerdings gegen ein zumindest in Hälfte eins sehr stark auftretendes und ballsicheres Gäste-Team. Angesichts eigener wenig überzeugenden Leistungen und der Souveränität des Kölner Retortenclubs Viktoria darf man an die Saison wohl bereits wieder einen Haken machen. Zumindest vorübergehende Abstiegsgefahr dürfte uns diese Saison erspart bleiben.

Mi. 10.09.2014 20:00 - Hoogstraten VV vs KFC Oosterzonen
Bock auf Fußball hatte ich, aber eigentlich keine Lust, dafür fast zwei Stunden zu fahren. Der Arbeitstag war aber dann derart beschissen, dass ich froh war rauszukommen und den Kopp freizukriegen. Bild Dominik wurde als Mitfahrer gewonnen und mal direkt als Chauffeur verpflichtet. Kurz vor Hoogstraten fanden wir auch noch eine richtig gute Frituur, in der wir uns mit den üblichen Sauereien den Wanst vollschlugen. Bild Herrlich! Das kleine aber feine Stadion in Hoogstraten ist derart mit Werbung zugepflastert, dass man sich unweigerlich an die Mistbude am Lotter Autobahnkreuz erinnert fühlt. Der letztjährige Zweitligist kam nur schwer in Gang. Die Gäste hätten durchaus in Führung gehen können. Passierte dann aber andersrum. Den ersten einigermaßen brauchbaren Angriff schlossen die Platzherren zu Führung ab. Die zweite Hälfte war noch keine sechzig Sekunden alt, da war die Führung dahin und der Spielstand egalisiert. Die Gastgeber konnten den Kick aber nicht unverdient mit zwei weiteren Toren siegreich gestalten. Der 'Sportcomplex Seminarie' ist schon sehr typisch für den belgischen Amateur-Fusek. Nette überdachte Sitztribüne, überdachte Stehgerade, ein paar Stufen hinter dem einen und Kantine mit VIP-Bereich hinter dem anderen Tor. Ab nach Hause.

So. 07.09.2014 15:00 - VfL Rheinbach vs SV Bergheim
Auf dem Rückweg vom Wochenende an der Mosel passte die Bezirksliga-Partie in Rheinbach gut in den Plan. Bild Bild Im 'Stadion im Freizeitpark' wurde mir dann ein ordentliches Schützenfest geboten. Der gastgebende VfL drückt von Anfang an auf die Tube und setze die Gäste von der Sieg-Mündung ordentlich unter Druck. Der gerechte Lohn waren drei Tore in der ersten und vier weitere in der zweiten Spielhälfte. Auch ein zweistelliger Erfolg lag im Bereich des Möglichen. Die 'Voreifel-Fanatics' hätten dieses aber mit ein wenig mehr Anfeuerung belohnen dürfen, beließen es aber bei einer Hand voll Schlachtrufen. Das Stadion verfügt über eine schöne Tribüne mit integriertem Bistro und den Sozialräumen, sowie ein paar Stehstufen neben der Tribüne und auf der Gegenseite und hätte höherklassigen Fußball verdient. Gab es ja schon mal. Mitte der 90er Jahre wurde sogar Oberliga gespielt. Vielleicht wird es ja irgendwann wieder was, wenn die Mannschaft so weiter macht.

Mi. 03.09.2014 19:30 - VfL Kamen vs Hammer Spvg
Im Jahnstadion zu Kamen, einer Mehrzweck-Anlage mit kleiner überdachter Sitztribüne und Stehrängen, trafen sich der gastgebende VfL und die Spielvereinigung aus Hamm. Bild Der ambitionierte A-Ligist machte dem vier Klassen höher angesiedelten Oberligisten das Leben verdammt schwer. Zwar ging der neunzig Minuten überlegen auftretende Gast nach einer halben Stunde endlich in Führung, aber Underdog konnte postwendend ausgleichen und bereitete den Hammern mit konsequenter engagierter Deckungsarbeit und schnellen Kontern weiterhin große Probleme. Kurz vor der Pause fiel dann gar der Führungstreffer für die Gastgeber. In Hälfte zwei das gleiche Bild. Der Oberligist fand kein probates Mittel um den Abwehrriegel zu knacken und wenn sich doch eine Gelegenheit bot, scheiterte man am Keeper oder eigenen Unzulänglichkeiten. Eine Viertelstunde vor Schluss glichen die Gäste dann doch aus und als sich alle innerlich mit der Verlängerung abgefunden hatten, fiel mit der allerletzten Aktion des Spiels der letztlich verdiente Siegtreffer. Sensation verpasst.

So. 31.08.2014 15:00 - SV Zweckel 23 vs Westfalia Herne
BildDa es um die körperliche Konstitution nach der Gestaltung des Vorabends nicht zum Besten stand, entschied ich mich für den kurzen Weg und steuerte in Gladbeck die kultige Kampfbahn des SV Zweckel. Die traditionsreiche aber mittlerweile mittel- und erfolglose Westfalia aus Herne stellte sich zum Oberliga-Duell vor. Vor Ort traf ich dann ohne Vorwarnung auf die LEV-Fraktion Andy und Teddy und einen weiteren Mitfahrer der beiden, so dass für Smalltalk gesorgt war. Das war auch ganz gut so, denn so richtig vom Hocker haute das Geschehen auf dem Rasen nicht, auch wenn ich sicher schon schlechtere Partien gesehen habe. Das Tor des Tages fiel nicht unverdient kurz vor der Pause für die Gastgeber. Die Gäste waren nicht in der Lage, dem Kick den Stempel aufzudrücken. Da kann die Platzanlage schon mehr überzeugen. Zwar bietet diese nur unüberdachte sechs Stufen rund um das Spielfeld herum, aber alles wirkt schön angestaubt und mit den rundherum befindlichem Baumwuchs recht idyllisch.

Sa. 30.08.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Rot-Weiß Oberhausen
Acht Tore sind für den neutralen Beobachte sicherlich ne schöne Sache. Für den geneigten RWE-Fan waren es vier Tore zu viel. Vorne sind wir mit Lebensversicherung Platzek ja ganz gut aufgestellt. Auch die anderen Offensivkräfte lassen die Torgefahr aufblitzen und wenn die beiden sauberen Zirkel von Herrn Baier keine Eintagsfliegen waren, haben wir auch wieder nen fähigen Freistoßschützen in den Reihen. Wenn die Defensiv-Abteilung aber weiterhin solche Schützenhilfe bei den Gegentreffern leistet, dann werden wir nicht das an Punkten holen, was wir brauchen. Meine Meinung nach fünf Saisonspielen: Wir mischen im oberen Drittel, vielleicht auch Viertel mit, aber die Vergabe vom Platz an der Sonne findet ohne uns statt. Bild Zumal auch das künstliche Kölner Geschwür von der 'schäl Sick' seine Aufgaben bisher unangenehm routiniert bis souverän erledigt. Ich werde meine Sicht auf die Dinge nach den nächsten fünf Spielen überprüfen. Dann ist auch der Showdown gegen Viktoria gelaufen und man weiß sicherlich mehr. Der RWO-Pöbel heute mit nem (für Oberhausener Verhältnisse) ganz ordentlichen Zündel-Intro. Die Fackeln auf den Rasen zu entsorgen und die zwei Leuchtspur-Patronen hätte sicher nicht sein müssen, aber so'n bisschen qualmen und leuchten darf es ja für meinen Geschmack ruhig immer. Die Emscher-Truppe fühlte sich davon offenbar beflügelt und legte eine gute Partie mit viel Einsatz und hoher Laufbereitschaft hin. Möglich, dass der RWE auf den meisten Positionen grundsätzlich besser besetzt ist, aber den Punkt haben sich die Gäste mehr als verdient, zumal die Roten am Ende froh sein durften, gegen einen die letzten zwanzig Minuten in Unterzahl spielenden Gegner einen Zwei-Tore-Rückstand noch zu egalisieren.

Do. 28.08.2014 20:45 - Borussia Mönchengladbach vs FK Sarajevo
In der halben Stunde vor der Abfahrt entschied ich mich zwanzig Mal um, ob ich anreisen soll oder nicht. Die Hoffnung auf guten Balkan-Support gab den Ausschlag. Tickets für den Randbereich der Haupttribüne gab es von irgendeinem windigen Typen am Stadion für kleines Geld. Großartig anstrengen musste ich mich beim Feilschen nicht. Der Schwarzmarkt war heute definitiv ein Käufermarkt, aber die Bude war ja auch nicht sold out. Die sportlichen Vorzeichen waren klar. Borussia als großer Favorit. Bild In den ersten Minuten spielten die Bosnier noch einigermaßen mit und nach zwanzig Minuten war nach feiner Einzelleistung sogar die Führung möglich. Beinahe im Gegenzug fiel der Führungstreffer für die Gastgeber und damit schwanden nach der Hinspiel-Niederlage bei den Gästen wohl auch die letzten Hoffnungen. Bis zur Halbzeit baute die Borussia die Führung auf drei Tore aus – einfach weil heute vorne alles zusammen passte. In der Pause gesellte ich mich dann zu Nobbi und konnte so ein wenig über den Fußballgott und die Welt quatschen. Sarajevo zeigte in der zweiten Hälfte kaum noch Gegenwehr und das Schützenfest nahm seinen Lauf. Der Gästeblock war etwa 6-700 Mann stark. Davon waren knapp 150 befreundete Dresdener angereist. Und einige im Away-Sektor werden sicherlich auch in Deutschland lebende Bosnier vor Ort gewesen sein, welche die Chance wahrnahmen ihre Mannschaft mal wieder live zu sehen. Der Support enttäuschte mich dann aber doch. Zwar wurde neunzig Minuten durchgesungen aber bei der Menge an Leuten wäre sicherlich eine höhere Lautstärke möglich gewesen. Gezündelt wurde leider auch nicht. Ergo wurden meine Hoffnungen nicht erfüllt.

So. 24.08.2014 16:00 - KSK Heist vs KFCO Beerschot-Wilrijk
Im belgischen Landespokal empfing der zweitklassige KSK Heist den zwei Klassen tiefer angesiedelten KFCO Beerschot Wilrijk. Bild Eine klare Kiste sollte man meinen. Jedoch sind die Gäste kein normaler Viertligist, handelt es sich doch eigentlich um den ehemaligen Antwerpener Erstliga-Club AC Beerschot, der nach finanziellem Kollaps im KFCO Wilrijk integriert wurde und wieder zum Angriff auf die 'Pro League' bläst. Durch die letztjährige höchste Provinzklasse ist man schon mal souverän durchmarschiert. Der Verein wird immer von einem großen Mob begleitet. Auch in Heist-op-den-Berg waren bestimmt 1500 Away-Supporter vertreten, die ein ordentliches Spektakel veranstalteten. Durchgehender Support und ein paar lila Rauchsäulen wurden geboten - klares Heimspiel auf fremden Terrain. Spielerisch waren die Gäste in einer schnellen, interessanten und abwechslungsreichen Partie mindestens ebenbürtig. Zwar begannen die Gastgeber druckvoller und gingen früh in Führung, aber Beerschot kam dann gut in die Partie und konnte ausgleichen. Bild Bild Auch die erneute Heim-Führung noch vor dem Seitenwechsel konnte Mitte der zweiten Hälfte wieder egalisiert werden. In der Schlussphase waren die Gäste nah am Sieg. Es blieb aber beim Remis und ging in die Extra-Time. Beide Teams mussten nun dem hohen Tempo Tribut zollen. Es ging nichts mehr. Unkonzentriertheiten und damit Ungenauigkeiten hüben wie drüben töteten jeglichen Spielfluss, so dass das Elfer-Kicken die Entscheidung bringen musste. Es versagte nur ein einziger Schütze. Dieser trug leider gelb-blau - heute die Trikot-Farben der Gäste. Überraschung verpasst, aber es sollte mich wundern, wenn Beerschot nicht auch diese Saison ein wichtiges Wort um den Aufstieg mitzureden hätte. Der Ground in Heist ist so eine typische belgische zusammengeschusterte Hütte. Keine Seite sieht aus wie die andere. Dazu kann man auch die Vergangenheit noch betrachten, denn ursprünglich hatte das heute reine Fußballstadion eine Laufbahn und auf der Gegenseite gibt es noch eine Tribüne hinter der Tribüne. Mit Dominik und dem Captain, die mich begleiteten, wurde noch die obligatorische Frituur abgehoppt, bevor es zurück in die Heimat ging.

Sa. 23.08.2014 13:00 - Werder Bremen II vs Hannover 96 II
Sa. 23.08.2014 17:00 - BV Essen 1919 vs SV Bevern

Statt dem Verein meines Herzens zum Away-Kick gegen die U23 des VfL Bochum zu folgen - ich kann das Lohrheidestadion einfach nicht mehr sehen, erst recht nicht gegen Bochum Amas - eibelte ich nach Bremen wo auf Platz 11 am Weserstadion die Zwote von Werder die Gleichgestellten aus der Leine-Stadt empfingen. Die U23 vom Hannoverschen SV kann man momentan eigentlich ganz gut mal anschauen, da die Ultras Hannover ja bekanntermaßen aufgrund der Eskalation in den Streitigkeiten mit der Vereinsführung den Boykott von Spielen der Bundesliga-Mannschaft ausgerufen haben und nun lieber die Zweitvertretung unterstützen. Bild So stellten die Gäste heute gut die Hälfte der etwas über tausend Anwesenden. Ein Block von 300 Personen sorgte für 90minütige lautstarke und sehr abwechslungsreiche Unterstützung, die sehr gut gefiel. Das Spiel war auch nicht so schlecht anzusehen. Der HSV war in der ersten Halbzeit die etwas überlegene Mannschaft, brachte aber das Runde nicht ins Eckige. Das machten die Bremer in der zweiten Hälfte besser, die innerhalb von nicht mal einer Viertelstunde eigentlich aus dem Nichts drei Mal einnetzten. Damit war die Wiese gemäht und die Messe gelesen und es halfen den 96igern auch insgesamt drei Aluminium-Treffer nicht weiter. Bis zum nächsten Spiel im Landkreis Cloppenburg war nun noch ausreichend Zeit um eine Foto-Lücke zu schließen. Bild Im emsländischen Herzlake durfte der glorreiche RWE in der Aufstiegsrunde des Jahres 1993 antreten, wo ich natürlich zugegen war. An diese Aufstiegsrunde erinnere ich mich gern. Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und fünfzehn geschossenen Toren rauschten wir damals durch die Relegation. Besonders den Showdown im letzten Spiel der Runde in Münster, das vor fast 10tsd mitgereisten Essenern eindrucksvoll gewonnen wurde, werde ich wohl nie vergessen. Bild Das Spiel gegen RWE ist übrigens bis heute das bestbesuchte Herzlaker Heimspiel aller Zeiten. Allerdings kam damals die Hälfte der 6500 Zuschauer aus dem Ruhrgebiet. Aus den beiden Begegnungen der Runde entstand damals eine kleine Freundschaft mit dem kleinen Herzlaker Anhang, so dass ich im folgenden Jahr noch einmal in Herzlake war. Jedoch habe ich bei beiden Veranstaltungen keine Fotos gemacht und das Zeitalter der Digital-Kameras war eh noch nicht angebrochen. Das sollte nun endlich nachgeholt werden. Das Hasetal-Stadion empfand ich dann noch genauso schön und kuschelig wie vor zwanzig Jahren. Ein wirklich hübsches reines Fußballstadion. Sehr schade, dass hier nur noch auf Kreis-Ebene gebolzt wird. Schon Ende der 90er musste der Verein finanzielle Einschnitte machen und zog sich schließlich freiwillig einige Ligen zurück. Man muss wohl kein Prophet sein, um festzustellen, dass hier wahrscheinlich nie wieder auf hohem Niveau gekickt werden wird. Weiter ging es nach Essen. Nein - noch nicht nach Hause. Schon länger stand der Plan, ein Spiel in der kleinen norddeutschen Namensvetter-Stadt zu schauen. In der Bezirksliga empfing der BV Essen den SV Bevern. Bild Bild Dass es sich hier um ein Derby mit dem direkten kleinen Nachbarort handelte merkte ich erst, als ich die kleine feine Anlage betreten hatte. Ein paar Bierbuden sorgten für Volksfest-Stimmung und über 500 Zuschauer waren gekommen, von denen die jüngeren Semester schon ordentlich dem Gerstensaft zugesprochen hatten und weiter zusprachen. Wirklich arm können Ort und Verein nicht sein, wenn man sich das Schmuckstück von Sportanlage näher ansieht. Der Naturrasenplatz verfügt über eine schöne Tribüne. Neben in die Schwimmhalle integrierten Sozialräumen und Vereinsheim steht ein nagelneu errichteter (noch ungenutzter) weiterer Kabinentrakt. Die Heimmannschaft war nicht schlechter als das Gäste-Team, letzteres aber deutlich effektiver. Dem Führungstreffer aus der ersten Hälfte ließ man gegen wütend anrennende Essener kurz vor Ende noch das zweite Tor folgen, was die Beverner am Ende unter 'Derby-Sieger'-Rufen ausgelassen feierten.

Di. 19.08.2014 18:30 - FC Büderich 02 vs Wuppertaler SV
Niederrheinpokal till I die! Der Erstrundenkick des Bezirksligisten aus Meerbusch gegen den Oberligisten aus dem Tal der fliegenden Messer war eine willkommene Gelegenheit das 'Stadion Am Eisenbrand' zu besuchen, Bild da die Büdericher in der Liga dort nur selten zu Werke gehen. Drei Zeigerumdrehungen dauerte es, bis der WSV-Angriff seine Präzision offenbarte. Es war sicherlich eine Menge Zielvermögen notwendig, Bild um den Ball aus zwei Metern an die Querlatte des leeren Tores zu köpfen. Respekt! In der Folge waren die rot-blauen dauerhaft die spielbestimmende Mannschaft, brachen sich aber fürchterlich einen ab. Nur ganz selten gelang den Gastgebern durch Konterspiel die Entlastung, hatte dabei aber durchaus die Chance zur Führung. Ein später Doppelschlag zehn Minuten vor dem Ende erklärte die Gäste zu gerechten Siegern. Überzeugender als das gesehene Spiel ist das im Grünen gelegene Stadion. Eine große überdachte Sitztribüne wird von einem weiten Rund eingerahmt. Ebenso wie auf der Gegengeraden befinden sich neben der Tribüne Stehränge, die sich bis in die Kurven ziehen. Umliegender Baumbestand rundet das idyllische Bild ab.

So. 17.08.2014 15:00 - Mülheimer SV 07 vs ESC Rellinghausen
So. 17.08.2014 17:00 - Duisburger FV 08 vs MSV Duisburg

Das 'Stadion am Waldschlösschen' wird seiner Bezeichnung zweifach nicht gerecht. Zum einen sucht man das Waldschlösschen, zum anderen richtigen Ausbau vergeblich. Lediglich zwei gemauerte Podeste auf der einen Längsseite kann man etwas großzügig als Tribünchen durchgehen lassen. Also eigentlich nicht das was mir gefällt, aber in ihrer Schlichtheit, strahlt die Anlage den unverwechselbaren Charme des Amateur-Spielbetriebs aus, so dass ich mich nicht groß zum Besuch überreden musste. Herausragend war das kulinarische Angebot. Bild Bratwurst, Nackensteak, Putensteak und Cevapcici bruzzelten auf dem Holzkohlegrill vor sich hin. Zum Verbandspokal-Duell empfing der Bezirksligist aus Mülheim den Landesligisten ESC aus dem Essener Stadtteil Rellinghausen. In der letzten Saison teilte man noch die Spielklasse, jedoch mussten die Gastgeber im Sommer den Abstieg hinnehmen. Zwölf Minuten sah ich ein ausgeglichenes Spiel. Vier Minuten später stand es 3:0 für die Gäste. Unberechenbar wie der Fußball manchmal ist, ließ er den ESC plötzlich drei blitzsaubere Konter in Serie erfolgreich abschließen. Hervorzuheben ist das technisch anspruchsvolle dritte Tor, als der ESC-Stürmer erst seinen Gegenspieler an der Torauslinie tunnelte und dann die Kirsche vorbei am herausstürzenden Keeper ins kurze Eck schippte. Schönes Ding. Die Mülheimer waren in der Folge eigentlich nie in der Lage Gefahr herauf zu beschwören, trotzdem die Partie ziemlich ausgeglichen war. Nachdem man sich dann kurz nach Wiederbeginn durch eine Tätlichkeit selbst dezimierte, hatten die Gäste in Überzahl leichtes Spiel und ich durfte zwei weitere Treffer beobachten. Die Groundhopping-Polizei möge es mir nachsehen, dass ich zehn Minuten vor Ende aufbrach - verpasst habe ich letztlich nichts. Wäre dann aber gar nicht nötig gewesen, denn die kurze Fahrt und die Parkplatzsuche am Leichtathletikstadion in Duisburg-Wedau waren total unkompliziert, so dass ich bereits zehn Minuten vor dem Anpfiff dort ankam. Der A-Ligist DFV 08 aus dem Stadtteil Hochfeld hatte im Niederrheinpokal den großen MSV zugelost bekommen. Zu diesem Zweck tauschte der Traditions-Verein seine nicht minder traditionsreiche aber etwas heruntergekommene 'Grunewald-Kampfbahn' gegen das moderne Mehrzweck-Stadion. Die 2tsd Zuschauer die letztlich kamen, hätte man auch in Hochfeld unterbringen können. Bild Bild Die 'Kohorte' war sich nicht zu schade, auch bei so einem einseitigen Spiel ihre Ultra-Stimmung zu verbreiten. Kann man positiv finden. Kann man auch selbstdarstellerisch finden. Allerdings wird die klein gewordene Gruppe auch die Chance genutzt haben wollen, sich im schwierigen Duisburger Support-Gerangel zu behaupten und zu zeigen, dass man immer für den Verein da ist. Whatever - irgendwie wirkte die Show bei diesem Verbandspokal-Kick mit Freundschaftsspiel-Charakter etwas überladen. Für den Underdog war die Partie ein absolutes Highlight. Eine halbe Stunde verkaufte man sich ordentlich, dann sorgte der zweite Anzug des MSV mal kurz für klare Verhältnisse und erzielte einen Halbzeitstand von 6:0. Begünstigt von der Tatsache, dass die Profis das Tempo im zweiten Durchgang verlangsamten, konnte man sich am Ende der zweistelligen Pleite erfolgreich erwehren und erreichte so das Minimalziel. Da im Leichtathletikstadion neben der MSV-Arena nur selten ansprechende Spiele über die Bühne gehen, zog die Partie natürlich die einschlägigen Leute an, wie ein Scheißhaufen die Fliegen. Einige bekannte Köpfe wurden gesichtet und einige Plaudereien abgehalten. Anderenfalls wäre die einseitige Nummer aber auch ein wenig langweilig gewesen.

Sa. 16.08.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Alemannia Aachen
Sa. 16.08.2014 17:00 - SV Wanne 11 vs SV Sodingen

Über 12tausend Zuschauer an der Hafenstraße, ein traditionsreicher Gegner, der allein schon 2tsd Leute mitbrachte - Zweitliga-Feeling! Der Gäste-Anhang zu Beginn mit einer einfachen aber schön anzusehenden Fähnchen-Choreo. Die Partie dann von Anfang unter Vollgas. Der RWE legte los wie die Feuerwehr und mein eh recht gutes Gefühl sah sich bestätigt - die Zeichen standen auf Sieg und es hätte in den ersten zehn Minuten auch beinahe zwei Mal im Aachener Gehäuse eingeschlagen. Außerdem hätte es einen Hand-Elfmeter geben müssen. Bild In Minute fünfzehn dann der richtungsändernde Schock. Die bereits gefühlt zwanzigste Rudelbildung hatte einen Platzverweis gegen die Roten zur Folge. Keine Ahnung, was wirklich passiert war - ich war zu weit vom Tatort entfernt. Aufgrund der Aufregung um die Szene vermute ich aber mal, dass weder die betreffende Situation noch die Entscheidung des grauenhaft schwachen Schiri-Gespanns wirklich eindeutig waren. Den Unparteiischen fehlte eh über die gesamte Spielzeit der rechte Durchblick. Aber nicht zu ändern. 75 Minuten Unterzahl standen an. So kippte die Überzeugung vom Sieg in die Furcht vor der Niederlage. Auf dem Platz änderte sich nicht viel. Aachen konnte sich natürlich vom Druck befreien, aber selbst erst einmal keinen aufbauen. Nach einer halben Stunde rutschte dann eine lange Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld an Freund und Feind vorbei ins Gäste-Gehäuse - die überraschende aber nicht unverdiente Führung. Dieses war allerdings die Initialzündung für die Alemannen, die auf einmal mit Mann und Maus anrannten und es irgendwie fertig brachten, keine der vier oder fünf Hochkaräter vor der Halbzeit im rot-weissen Kasten einzulochen. RWE verteidigte mit Glück und Geschick. Nach dem Wechsel ging dann wieder alles etwas ruhiger vonstatten ohne der Partie allerdings die Intensität zu nehmen. Im Fünf-Minuten-Takt gab es irgendwelche Scharmützel und die Aachener offenbarten echte Drecksack-Mentalität. Ging mir zwar auf den Sack, aber das ist es ja was man bei so einem Spiel offenbaren muss um Paroli zu bieten. Die Roten hielten mit Leibeskräften dagegen, konnten aber den letztlich verdienten Ausgleich zwanzig Minuten vor dem Ende nicht mehr verhindern. Dabei blieb es. Puh - eine Partie, die alles hatte. Auch wenn es am Ende nur ein Zähler war - das ist das, was ich an Fußball-Erlebnissen brauche. Strom auf dem Rasen, Strom auf den Rängen, eine Mannschaft, die sich für das Wappen, das sie auf der Brust trägt, zerreißt, ein vernünftiger Gästepöbel, dass einem die Galle hochkommt - das ist es! Mehr davon! Die Alemannen auch mit gutem Support bis zur letzten Sekunde. Auch wenn ich aufgrund meiner Sitz-Position, die näher am Gäste- als am Heimblock ist, oft akustisch getäuscht werde - ein rappelvoller Away-Sektor der neunzig Minuten alles gibt ist mir ja tausend Mal lieber als dreißig mundtote und verängstigte Gestalten aus irgendeinem Dorf. Fazit: Geile Partie, die einen besseren Referee verdient gehabt hätte. Bild Mit Marcel steuerte ich dann eine Landesliga-Partie in Herne an. Genau das Richtige um den Blutdruck wieder runter zu bekommen. Im Stadt-Duell trafen sich Wanne 11 und der traditionsreiche SV Sodingen an. Letzterer ja eine 50er-Jahre-Größe der alten Oberliga West, wo man sich sogar einmal für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte und unter anderem der mit 54er Weltmeistern gespickten Mannschaft des 1.FC Kaiserslautern vor fast 60tsd Zuschauern im Ausweichquartier bei der blauen Brut ein Remis abtrotzen konnte. Bild Mit Einführung der Bundesliga war dann nur noch Amateur-Betrieb angesagt. Zumindest hielt und hält man sich da in den oberen Klassen. Der SVS zeigte im kleinen Derby (der wahre Derby-Gegner heißt Westfalia) die bessere und abgeklärtere Spielanlage und ging früh durch einen direkt verwandelten Freistoß in Führung. Die Gastgeber warfen aber alles rein was sie hatten, weshalb erneut eine intensiv geführte Partie beobachtet werden konnte. Der nimmermüde Einsatz vor der überraschend guten Besucherzahl von etwa 450 wurde zehn Minuten vor dem Ende mit dem verdienten Ausgleich belohnt. Die Sportanlage des SV Wanne liegt authentisch direkt an Güterbahn und A42 und kann auf beiden Längsseiten mit Stehstufen und Sitzschalen glänzen. Abgerundet werden diese durch Vereinsheim, Fress- und Getränke-Stände. Alles etwas eng, aber schnuckelig. Schöne Anlage.

So. 10.08.2014 15:00 - FC Schüttorf 09 vs TuS Esens
Knapp hinter der Landesgrenze empfing der FC Schüttorf die Gäste von der Nordseeküste, die zu dieser Saison in die Landesliga aufgestiegen waren. Schüttorf nahm das Heft umgehend in die Hand und führte zur Pause klar und deutlich mit drei Toren. Bild Das Bild änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht wirklich, mit dem kleinen Unterschied, dass die Gastgeber das Tempo ein wenig heraus nahmen. Die Tore Nummer vier und fünf fielen trotzdem und am Ende belohnten die zwar spielerisch unterlegenen aber sich immer gegen das Debakel stemmenden Gäste zumindest noch mit dem Ehrentreffer. Der FC Schüttorf verfügt über ein richtig hübsches kleines Stadion die "emslandtypische" überdachte Sitztribüne wird von Stehbereichen flankiert in dessen Rücken sich Imbissstand und Clubhaus befinden. Hinter den Toren und auf der Gegenseite befinden sich Stehbereiche. Baumbestand verleiht eine idyllische Atmosphäre. Der Schoko-Kuchen im Clubhaus war übrigens Spitzenklasse!

Sa. 09.08.2014 14:00 - Astoria Walldorf vs 1.FC Saarbrücken
Sa. 09.08.2014 17:00 - Viktoria Herxheim vs Phoenix Schifferstadt

Mit dem altehrwürdigen Captain wurden die Segel gesetzt und Kurs Süd eingeschlagen. Günstige Winde brachten die gummibereifte Fregatte zügig voran, so dass man zeitig im Walldorfer Hafen festmachen konnte. Bild Bild Die SAP-geschwängerte Reklame auf Banden und Trikots ließen keinen Zweifel zu, dass auch hier der im Fußball wenig beliebte Dietmar einige Penunsen investiert. Scheint, als will er die ganze Region sportlich unter Kontrolle bekommen. Da der traditionsreiche Gast aus dem Saarland die Punkte aber verdient mit in die Grenzregion nahm, siegte hier am heutigen Tage die gute Seite des Sports. Der FCS wurde von gut 6-700 Anhängern begleitet, von denen der ultraorientierte Teil durchweg supportete und auch oftmals den gesamten Stehblock mitziehen konnte. Das der gastgebende Aufsteiger auch nicht wirklich gut angenommen wird, zeigt sich darin, dass das kleine Stadion für das am nächsten Wochenende stattfindende Pokalspiel gegen Hannover noch nicht ausverkauft ist. Bild Bild Wir setzten wieder die Segel und steuerten Südsüdwest ins südpfälzische Herxheim, wo die heimische Viktoria die favorisierten Gäste aus Schifferstadt empfing. Das kleine hübsche Stadion 'Am Krönungsbusch' bot uns in der verdammt warmen Sonne eine angenehme Atmosphäre, die durch Rindswurst und Weissbier verfeinert wurde. Einer ausgeglichen ersten Hälfte folgte nach Wiederbeginn eine Druckphase der Viktoria, die durch den überraschenden Führungstreffer der Gäste nach einem blitzsauberen Konter jäh unterbrochen wurde. Jegliche weiteren Bemühungen der Heim-Elf sowie die guten Kontermöglichkeiten der Schifferstädter blieben ungenutzt, so dass die Punkte aus Herxheim entführt wurden.

So. 03.08.2014 15:00 - Royal Stade Waremme vs RSC Beaufays
So. 03.08.2014 18:00 - Zonhoven VV vs Vlijtingen VV

Bild Bild Hätte ich mal an meinem ursprünglichen Vorhaben festgehalten und wäre nach Friesland gefahren. Das hätte mir den zu erwartenden Hopper-Auflauf erspart, denn die gewählte Konstellation war eine von ganz wenigen, zwei Spiele des belgischen Pokals an diesem Tag zu sehen. Auch wenn ich gern mal ne Runde quatsche, sind diese 'Szene-Treffen' einfach nichts für mich. Ich mag es halt etwas überschaubarer. Das Stadion in Waremme ist schon schön anzusehen. Allerdings wäre es im alten etwas angestaubteren Zustand noch schöner gewesen. Vor zwei Jahren hat ein Kunstrasen Einzug gehalten und es wurde ein ganz neues Sozialgebäude mit aufgesetzter Kantine erbaut. Das Spielfeld wurde an die Haupttribüne herangerückt, so dass die alte Stehtribüne nun etwas abseits ein ziemlich einsames Dasein fristet. BildDa aber die alte Haupttribüne komplett erhalten blieb, ist es immer noch ein schönes Ding. Der frisch gebackene Viertliga-Aufsteiger musste sich dem alten Klassengefährten Bild in einer torreichen aber fußballerisch ganz schwachen Partie überraschend deutlich geschlagen geben. Knapp 45 Kilometer weiter gen Norden kreuzten danach zwei Fünftligisten die Klingen. Die Anlage in Zonhoven nahe Hasselt kann nicht viel und bietet einen kleinen überdachten Bereich mit ein paar Sitzgelegenheiten auf einem osteuropäisch anmutenden Stahlgestell und sonst nur ebenerdiges Stankett. Dafür konnte das Spiel deutlich mehr überzeugen. Obwohl es kein höheres Niveau, sondern lediglich eine andere Provinz war, sah hier alles etwas athletischer aus und konnte durchaus als Fußball bezeichnet werden. Die Gastgeber setzten sich am Ende verdient durch und wir setzten uns verdient ins Auto und strebten - natürlich nicht ohne den obligatorischen Frituur-Stopp - der unwettergetrübten Heimat entgegen.

Fr. 01.08.2014 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Sportfreunde Lotte
Mit der festen Überzeugung von einer klaren Niederlage trat ich meinen Weg zur Hafenstraße an. Zu meiner Überraschung durfte ich eine engagiert auftretende kämpferische rot-weisse Mannschaft beobachten, die verdient in Führung ging. Die Elf vom Lotter Kreuz war zwar nicht unbedingt viel schlechter, schaffte es aber im Gegensatz zu den Roten nicht, sich vor dem Tor in Szene zu setzen. Dass kurz nach der Pause dann mit der ersten Chance der Ausgleich fiel, beeindruckte unsere Elf sichtbar. Erst in der Schlussphase konnte wieder Druck ausgeübt werden. Der Siegtreffer wollte aber leider nicht mehr fallen. Schade, war mehr drin. Die mögliche Enttäuschung über die verpasste Siegchance ertrank im Stauder-Konsum des Abends, so dass ich das Gesehene durchaus positiv bewerten möchte. Nehmen wir den Punkt erst einmal mit und schauen in ein paar Wochen, was er wert ist. Erwähnt sein will noch, dass die Stimmung mal wieder richtig gut war, was ja während dieser zermürbenden - weil sinnlosen - Rückrunde der vergangenen Saison kaum möglich war. Leider wurde den Ultras die geplante und schon Wochen vorher genehmigte Choreo in letzter Sekunde von einem übereifrigen Selbstdarsteller der Feuerwehr verwehrt, worauf diese umgehend einen - man muss es leider so ausdrücken - ultratypischen und von Selbstmitleid geprägten Choreo-Boykott für die gesamte noch so junge Saison ausriefen. Okay, ich habe natürlich einfaches Reden. Und ich sehe ein, dass viel Herzblut und Zeitaufwand in den Choreos stecken. Aber es war der erste Fall eines Choreo-Verbotes in Essen - dieses natürlich unter mehr als diskutablen Umständen - da wäre es nach meiner bescheidenen Meinung ein Zeichen von Größe, die Sache mit entsprechender Motivation anzupacken, um die Wahrscheinlichkeit derartiger Situationen künftig zu minimieren. Zumal sich selbst der Vorstandsvorsitzende wohl (leider erfolglos) noch für die Choreo der Ultras eingesetzt hatte. Aber letztlich gilt es die Entscheidung von UE02 zu respektieren, da sie es ja auch sind, die den Einsatz dafür bringen.

Mi. 30.07.2014 19:30 - BV Cloppenburg vs VfB Oldenburg
Zum Derby in der Qualifikationsrunde des Niedersachsenpokal trafen sich der BV aus Cloppenburg und der VfB aus Oldenburg. Die Resonanz mit ein paar Augenpaaren mehr als die kleinste vierstellige Zahl war doch recht enttäuschend. Bild Etwa 250 Oldenburger waren anwesend. Davon gut fünfzig Aktive, die ihr Bestes gaben. Und dann war da ja noch der einzelne versprengte Gäste-Fan, der sich mitten zwischen die heimischen Zuschauer gepflanzt hatte und optisch wie akustisch keinen Hehl aus seinen Sympathien machte. In den meisten anderen Stadien der Republik hätte das unweigerlich ein paar Ohrlaschen zur Folge gehabt, aber in Cloppenburg kann man es scheinbar bringen, selbst wann man so ne Luftpumpe war wie eben dieser Otto, der ein neunzigminütiges Feuerwerks an sachlich falscherer Klugscheißerei raus haute, mit der er offenbar seiner weiblichen Begleitung imponieren wollte. Bild Und da ich ja manchmal einen unfassbaren Trottel-Magnetismus ausstrahle, saß Otto natürlich beinahe unmittelbar hinter mir, so dass ich selbst als neutraler Beobachter nicht mehr weit davon weg war, Otto einen wohlgemeinten väterlichen Rat zu geben, der da gelautet hätte: "Junge, halt doch einfach mal die Fresse!". Zumindest die auf dem Rasen gezeigten Künste waren ab und an in der Lage mich abzulenken, denn das Spiel war ganz okay - nie hochklassig, aber immer spannend. Die verdiente Oldenburger Pausenführung konnte eine druckvoller auftretende Heim-Elf nach einer Stunde ausgleichen, um dann umgehend den nächsten Gegentreffer zu bekommen. Den späten Ausgleich wollte ich dann eigentlich verfluchen, doch zu meiner Überraschung bat der Referee die Kontrahenten ohne eine Verlängerung in Anspruch zu nehmen zum Elfer-Kicken. Das nenn ich mal faire Rücksichtnahme auf die weit her gereisten. Ein einziger Fehlschuss reichte aus, um die Gäste als Sieger zu bestimmen, was ich ihnen durchaus gönnte. Zumindest allen außer Otto.

So. 27.07.2014 15:00 - 1.FC Germania Egestorf-Langreder vs Arminia Hannover
Bild Das jährliche Familien-Wochenende führte uns in diesem Jahr ans Steinhuder Meer. Was lag da näher, als der Clan-Zusammenkunft mit dem Besuch des Niedersachsenpokal-Spiels im Barsinghauser Ortsteil Egestorf einen würdigen Abschluss zu verschaffen. Die recht gut gefüllte Dorf-Sportanlage vermittelt die erwartete Idylle der Provinz. Die Wettervorhersage stimmte auch mal wieder nicht, so dass statt Regenschauern herrlichster Sonnenschein angesagt war. Entgegen den hitzebedingten Erwartungen, entwickelte sich eine recht schnelle und technisch ansehnliche Partie zwischen den Gastgebern und der Hannoveraner Arminia. Diese wurde von einer relativ stattlichen Anzahl Anhänger begleitet, von denen sich auch einige ab und an zu verbaler Unterstützung durchringen konnten. Das klare Ergebnis von 3:0 für die Germania ist weniger der Beweis für drückende Überlegenheit, eher für individuelle Qualität vor dem gegnerischen Tor. Es hätte auch anders herum ausgehen können.

Mi. 23.07.2014 18:30 - Spvgg Schwarz-Weiß Düren vs Alemannia Lendersdorf
Bild Bild Warum schaut man sich das Vorrunden-Spiel des Kreispokals zwischen zwei Dürener A-Ligisten an? Ganz einfach - weil die Gastgeber über ein absolut geniales Stadion verfügen! Also eilte ich nach der Arbeit zu Nobbi nach Mönchengladbach, von wo er uns mit seinem Boliden sicher ans Ziel brachte. Bild Bild Das 'Jugend-Stadion' versprüht den unverwechselbaren Charme des Vergangenen. Ob nun die alte Tribüne aus dem Jahr 1921 oder die wenig später erbaute, das Spielfeld einrahmende Radrennbahn oder die zugewucherten Stehbereiche - solche Kultstätten des Fußballs haben eine ungeheure Strahlkraft. Und dann ist mir auch ziemlich egal, ob auf dem Rasen Bundesliga oder blutige Amateur-Kunst gebolzt wird. Okay, eine Verlängerung hätte ich nicht unbedingt gebraucht, denn so richtig gut anzusehen war das Gegurke auf dem Grün nicht. Aber es waren ja auch noch ein paar bekannte Gesichter anwesend, so dass der bescheidene Kick bei sinnvollem wie sinnfreiem Gelaber irgendwie vorüber ging. Und es passte dann auch ins Gesamtbild, dass dem betagten Grill- und Getränkemeister trotz überschaubarer Zuschauer-Kulisse das Flaschenbier ausging.

So. 20.07.2014 15:00 - FC Schaffhausen vs FC Wohlen
Das Wetter zeigte sich erneut von seiner besten Seite. Lediglich ein paar Schleierwolken zeigten sich, die mich dann von meinem Vorhaben abbrachten, den Tag bis zum Spiel an irgendeinem Badesee zu verbringen. Bild Stattdessen fuhr ich knapp 25 Kilometer ins Appenzeller Land, genauer gesagt nach Brülisau, von wo eine Kabinenseilbahn auf den 'Hohen Kasten', dessen 1.795 Meter hoch liegt. Umgerechnet über dreißig Euro kosten Berg- und Talfahrt, aber wann hat man als Flachland-Pflaume schon mal die Gelegenheit zum Gipfelbesuch. Leider hatte ich kein ausreichend festes Schuhwerk bei, sonst hätte ich den Abstieg per pedes gewagt. So wanderte ich vom 'Hohen Kasten' zum etwa 700 Meter Luftlinie entfernten 'Kamor' hinüber, wo ich mit völliger Ruhe belohnt und herrlichem Panorama-Blick belohnt wurde. Traumhaft. Bild Ausschließlich über Landstraße (man sieht mehr und spart sich die unverschämte Jahres-Vignette) fuhr ich dann nach Schaffhausen, wo noch ein wenig Zeit blieb, um dem Rheinfall einen Besuch abzustatten. Hier reicht aber auch der Blick von der Seite, denn fünf Franken Eintritt für ein paar gar nicht mal so spannende Stromschnellen waren mal wieder ein Schlag ins Touri-Gesicht. Bild Einige Minuten vor dem Anpfiff betrat ich das 'Stadion Breite'. Rundherum vier Stufen hat das reine Fußballstadion. Dazu eine bereits etwas angejahrte Haupttribüne mit vorgelagerten ungedeckten Stahlrohr-Tribünen. Eine weitere überdachte Stahlrohrtribüne befindet sich seitlich versetzt hinter einem der Tore. Sieht irgendwie alles schrömmelig aber doch authentisch aus. Bild Die kleine Schaffhauser Szene übte sich zu Beginn des Spiels in einer kleinen Choreo und supportete dann neunzig Minuten durch. In der ersten Hälfte war das Dargebotene unter aller Kanone. In der zweiten Hälfte rissen sich die Akteure auf dem Rasen aber am Riemen, was den Gastgebern deutlich besser gelang. Einige Chance konnten erspielt werden, die jedoch am eigenen Unvermögen oder am Können des Wohlener Schnappers endeten. Trainer der Aargauer ist ein bekanntes Gesicht, nämlich kein geringerer als Ciriaco Sforza. Dieser durfte sich am Ende noch ausgiebig freuen. Da der FCS es nicht auf die Reihe bekam, fuhren die Gäste in den letzten Minuten noch zwei Konter. Der erste endete noch an der Querlatte. Der zweite schlug satt im Gehäuse der Gastgeber ein. Direkt im Anschluss an den Kick ging es zurück in die Heimat.

Sa. 19.07.2014 16:00 - Rot-Weiß Rankweil vs FC Dornbirn
Sa. 19.07.2014 20:00 - FC Sankt Gallen vs BSC Young Boys
Prinzipiell waren es entspannte 700 Kilometer. Das relativ kurze zu fahrende Stück A3 von Hanau bis Würzburg und ein Stau bei Aalen, dessen genutzte Umfahrung plötzlich an einer vollgesperrten Straße endete(!), reichten aber aus, um die anvisierte Ankunftszeit im vorarlbergischen Rankweil um zwölf Minuten zu verfehlen. Bild Dieses reichte wiederum aus, um die ersten drei (!) Tore des lebhaften Testspiels gegen Dornbirn zu verpassen. Immerhin durfte die Mehrzahl der im wunderschön an einem bewaldeten Hang gelegenen 'Gastra-Stadion' erzielten Tore beobachtet werden. Diese Partie war aber nur ein willkommenes Vorgeplänkel zum eigentlichen Ziel. Dieses lautete Sankt Gallen, das über den auf knapp über eintausend Meter führenden Ruppen-Pass erreicht wurde. Kurzer Check-in in der örtlichen Jugendherberge und ab zur am westlichen Stadtrand gelegenen 'AFG-Arena', unter der sich ein kleines Einkaufszentrum befindet, und das seit 2008 das alte in der Stadt liegende 'Espenmoos' ersetzt. Bild Sieht von außen sogar aus wie ein Stadion - hätte ich gar nicht erwartet. Also rein in das Ding. Von innen halt das übliche Arena-Teil. Blick in die Heimkurve - gut beflaggt und gefüllt. Blick rüber in den Gästeblock - gähnende Leere, höchstens fünfzig Leute! What the f...? Okay, Bern ist jetzt nicht die größte Gruppe des Landes, aber drei- bis vierhundert hätten schon kommen sollen. Letztlich fanden sich knapp 120-130 Leute im Away-Sektor ein. Den Hintergrund erklärte mir mein Nebenmann. Bild Der YB-Mob wurde in der letzten Saison durch Ordner und Polizei am Betreten des Blocks gehindert, für den man sich Tickets organisiert hatte. Die Folge waren dann Theater und Eskalation, was später einige Stadionverbote nach sich zog. Aus Protest verzichteten die organisierten Gruppen daher auf eine Anreise. Da krieg ich ja wieder Schnappatmung. Völliger Scheiß und bringt gar nix. Man straft eigentlich nur die eigene Mannschaft ab, die mal gar nix dafür kann und der dann der Support fehlt. Bild Im Gegenzug lachen sich die FCSG-Verantwortlichen schlapp, dass sie sich nicht mit härteren Kern des Berner Mobs rumschlagen müssen und die höchstens zweihundert fehlenden Zuschauer tun finanziell nicht weh. Der Glückwunsch geht also dieses Mal in die Schweizer Hauptstadt (die sie ja eigentlich nicht ist, sondern 'nur' Regierungssitz) für die wohl intelligenteste Fan-Aktion des Spieltages. Glückwunsch auch an mich selbst, denn mit wenig Aufwand hätte man von diesem Boykott schon vorher erfahren und sich eine Enttäuschung ersparen können. Aber gut - dann gab's halt nur aus dem 'Espenblock' auf die Ohren und das gar nicht mal so schlecht. Hatte ich aber auch vermutet, das der FCSG-Anhang ja gemessen an Schweizer Verhältnissen quantitativ wie qualitativ einen guten Ruf hat. Optisch war leider nix, aber dafür wusste das Spiel zu unterhalten. Je zwei gerecht auf beide Seiten verteilte Tore, die gerecht auf beide Halbzeiten verteilt wurden, dazu ein recht temporeic hes Spiel mit einigen gelungenen Aktionen. Der zweite Heim-Treffer resultierte aus einem Volley-Eigentor eines Berners aus etwa 20 Metern halblinker Position. So muss man den Ball beim Klärungsversuch auch erst mal treffen, dass er sich im hohen Bogen über den eigenen Torwart in den Giebel senkt. Chapeau! Riecht nach Tor des Jahres. Unermüdliche Berner belohnten sich aber für ihren Aufwand mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit - ebenfalls mit einem Volley-Schuss. Geplättet von viel Fahrerei endete der Abend bei angenehmen Temperaturen mit dem in Österreich gekauften Bier auf der Terrasse der Herberge.

So. 13.07.2014 14:00 - Hessen Kassel vs Rot-Weiss Essen
Im nordhessischen Hofgeismar testeten die beiden Regionalligisten ihre Form. Gute Gelegenheit, sich mal das runderneuerte RWE-Team aus der Nähe anzusehen. Ursprünglich sollte das 'Auestadion' Austragungsort sein. Der dortige Rasen wurde nun aber für das Testspiel der Hessen gegen den BVB geschont. Mit RWE ist man in der Regel halt nur Testspielgegner zweiter Klasse. Aber was soll's - so gab es wenigstens einen neuen Ground. Testspiele mag ich zwar gar nicht, aber dieses passte gut zum Rückweg aus dem Fränkischen. Laut Augenzeugen soll sich die Mannschaft in den bisherigen Spielen ganz ordentlich präsentiert haben. Bild Was ich dann zu sehen bekam, unterschied sich aber nicht ansatzweise von dem, was in der letzten Saison geboten wurde. Ob es am Wappen auf der Brust liegt? Okay der Rasen war spätestens nach der frühen gewitterbedingten Unterbrechung nicht einfach zu spielen und die Beine mögen begründet durch das harte Trainingslager nicht die leichtesten gewesen sein, aber der Gegner hatte ja mit ähnlichen Voraussetzungen zu ämpfen. In Hälfte zwei sah es mit ein bisschen Wohlwollen zumindest gleichwertig aus, was den Anschlusstreffer zur Folge hatte. Insgesamt gewannen die Nordhessen die Partie jedoch absolut verdient mit 2:1. Aber wir wollen mal nicht zu früh meckern - es ist ja noch genug Zeit an den Stellschrauben zu drehen. Tatsache ist aber, dass Trainer Fascher und Sportvorstand Harttgen absolut in der Pflicht sind, nachdem das Spielermaterial grundlegend ausgetauscht wurde. Das kleine 'Angerstadion' ist ganz hübsch. Eine ausgebaute Seite mit teilweise überdachte Steh- und Sitzplätzen, ein kleines Vereinsheim in der Ecke und rundherum ein kleiner Rasenwall erzeugen kuscheliges Amateur-Ambiente.

Sa. 12.07.2014 15:00 - Eintracht Bamberg vs FC Schweinfurt 05
Nach drei Wochen Fußball-Pause sollte das Leder mal wieder live im Stadion für mich rollen. Gut, dass die Bayern im unterklassigen Bereich mittlerweile aus Furcht vor dem Winter so früh beginnen. Ziel sollte Bamberg sein, dass auch relativ problemlos erreicht wurde, wenn man von einer kleinen Stau-Umfahrung auf der A44 in Höhe Marsberg mal absieht, die natürlich wie üblich keinen Vorteil einbrachte. Am Ende blieb noch genügend Zeit, um von der Autobahn abzufahren und ein gutes Stück über Mainfrankens Landstraßen zu cruisen. Schöne Ecke! Schön ist auch das 'Fuchs-Park-Stadion'. Bild Was nach einem hübschen Namen klingt, ist aber tatsächlich ein Sponsorenname. Eine örtliche Bäckerei-Kette hat sich die Namensrechte gesichert. Das ehemalige 'Volksparkstadion' weiß trotz neuer Haupt- und sanierter Gegenseite zu gefallen. Immerhin blieb der Haupteingang der alten Holztribüne erhalten und wurde in den vor einigen Jahren getätigten Neubau integriert. Bild Die Kurven sind im alten unbefestigten Zustand mit ihren grasbewachsenen Stufen verblieben, jedoch für das Publikum offiziell nicht zugängig. Umsäumt wird das Rund von stattlichem Baumbewuchs. Wirklich schöne Anlage. Zum ersten Saisonspiel stellte sich der FC Schweinfurt zum Derby vor. Zwar waren aus der Kugellager-Stadt gut 200 Unterstützer mitgekommen, insgesamt hatte ich mir aber eine etwas höhere Audience als knapp über 1.500 erhofft. Stimmungsmäßig war auch Essig, hatte aber auch nicht den Riesen-Roar erwartet. Die aktiven Gäste waren eben selten aktiv und wenn dann nur sehr schwachbrüstig und die kleine Heimszene wusste es auch nicht besser zu machen. Nach furiosem Beginn mit einer Riesenfackel ans Lattenkreuz dezimierten sich die Gastgeber in Form eines Platzverweises gegen den Schnappmann selbst. Von einer Überzahl war aber in den achtzig verbleibenden Minuten nie etwas zu sehen und die lila-weißen Bamberger behielten einen mehr als verdienten Punkt.

So. 22.06.2014 14:00 - Schwarz-Weiß Breckerfeld vs SSV Hagen
Im Gevelsberger Ortsteil Silschede wurde ein Aufsteiger in die westfälischen Bezirksligen gesucht. Das 'Waldstadion' wird nur dem ersten Teil seines Namens gerecht, denn von 'Stadion' kann nicht die Rede sein. Es handelt sich um einen von einer Laufbahn umgebenen Kunstrasenplatz ohne jeden Ausbau. Eigentlich sind mir derartige Anlagen keinen Besuch wert. Bild Die sportliche Ausgangslage und die daher zu erwartende gute Zuschauerzahl waren es, die mich dennoch anreisen ließ. Die beiden Kreisliga-Meister des hiesigen Fußballkreises mussten den Aufsteiger ermitteln. Warum zwei Spiele dazu nötig sind, wenn diese auf neutralen Plätzen ausgetragen werden, bleibt wohl das Geheimnis der Staffel-Leitung. Den ersten Vergleich hatte Breckerfeld mit 3:2 gewonnen. Hagen musste also auf jeden Fall erstmal siegen, um mindestens den Gleichstand zu erwirken. Der SSV hat ja durchaus eine höherklassige Vergangenheit, stürzte aber vor einigen Jahren völlig ab, was letztlich sogar kurzzeitig in der Abmeldung vom Senioren-Spieltrieb mündete. Mittlerweile befindet man sich wieder auf dem aufsteigenden Ast, war aber heute in einem schwachen und höhepunktarmen Spiel die unterlegene Mannschaft. Irgendwie fehlte der Partie trotz ihrer Bedeutung auch der nötige Biss. Ein direkt verwandelter Freisteiß brachte fünfzehn Minuten vor Ende die gerechte Entscheidung zugunsten der Breckerfelder. So der schwarz-weißen Anteil unter den 1500 Zuschauern den Aufsteig bejubeln.

So. 15.06.2014 15:00 - VfL Sassenberg vs SV Oelde 90
Bild Und weiter geht die Bezirksliga-Relegation. Dieses mal wurde ein Aufsteiger aus den Kreisen Münster-Warendorf und Beckum gesucht. Das Hinspiel in Oelde konnte Sassenberg mit 3:2 für sich entscheiden. Bild Eine vierstellige Zuschauerzahl fand sich im kuscheligen 'Waldstadion' ein, um der Entscheidung beizuwohnen. Das Spiel-Niveau war wiederum äußerst dürftig und hatte mit zwei Bezirksliga-Aspiranten nicht viel zu tun. Kaum zu glauben, dass die schwachen Gäste ohne Niederlage durch die reguläre Saison gegangen waren. Die Heim-Elf ging schon mit dem ersten Angriff in Führung, was die Oelder natürlich noch mehr unter Druck setzte. Diesem waren sie nicht gewachsen und hatten es ihrem bestem Mann, dem Torwart, zu verdanken, dass die Partie nicht schon früh entschieden war. In der Schluss-Viertelstunde klingelte es aber dann noch drei Mal im Gäste-Kasten, womit der Sieg dann aber etwas zu hoch ausfiel.

Sa. 14.06.2014 15:00 - SpVgg Erle 19 vs SG Preußen Gladbeck
Lang hat es gedauert, aber nun habe ich es doch mal geschafft über meinen Schatten zu springen und die traditionsreiche Spielstätte in dem ungeliebten Stadtteil der unaussprechlichen Stadt zu einem Spiel mit meiner Anwesenheit zu beehren. Als Anhänger des glorreichen Deutschen Meisters von 1955 gerät man da durchaus in eine Zwickmühle. Bild Aber auf der anderen Seite, hat man sich auch schon mehrfach in diese gesichtslose Turnhalle ein paar Kilometer weiter nördlich begeben, da sollte der Besuch in einem altehrwürdigen Stadion, in dem deutsche Fußballgeschichte stattgefunden hat, auch für erklärte Gegner der Meineidler moralisch erlaubt sein. Das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga war jedenfalls ein willkommener Anlass, um den Schritt auf 'feindliches' Gebiet zu wagen. BildBeide Teams wurden aktiv unterstützt. Während das auf Seiten der Gladbecker nach authentischem Amateur-Support war, unterlagen die Anhänger der Erler definitiv Nordkurven-Einflüssen. Auch die Beflaggung des Blocks dürfte eindeutige Ursprünge gehabt haben. Das Niveau des Spiels war zwei Kreisliga-Meistern nicht würdig. In den Preußen fand die Stolperei aber den verdienten Sieger, auch wenn der Erfolg am Ende ein wenig glücklich über die Zeit gebracht wurde. Ein 'Empty-Net-Goal', nachdem der Erler Torwart bei einer letzten Freistoß-Chance mit nach vorn geeilt war, bekommt man aber auch nicht alle Tage zu sehen. Die Erler Anhänger werden sich vermutlich doppelt geärgert, dass am Ende ein schwarz-gelber Verein auf diesem traditionell blauen Boden die Jubel-Party vollziehen durfte. Für die Verlierer gibt es aber noch eine zweite Chance. Über das Stadion muss wohl nicht viel gesagt werden. Die alte Haupttribüne lässt das Herz jedes Stadionbegeisterten höher schlagen - egal ob man die blaue Brut nun mag oder nicht.

Do. 12.06.2014 19:00 - SpVg Olpe vs Kirchhörder SC
Bild Bild Es gibt ansehnliche Spielstätten, die man nur zu seltener Gelegenheit mit einem Spielbesuch verbinden kann. Das ‚Stadion Nattenberg‘ in Lüdenscheid ist so eines. Das Stadion, dass einmal Platz für an die 20tsd Menschen bot und nach dem Rückbau der Stehränge nun eine offizielle Kapazität von 5tsd hat, Bild ist Heimat von Rot-Weiß Lüdenscheid, dass Ender der 70er Jahre an der damals noch zweigleisigen Zweiten Liga teilnahm, dann der Liga-Reform zum Opfer fiel und abstieg. Mittlerweile spielt der Verein nur noch in der Bezirksliga und trägt seine Heimspiel üblicherweise auf dem pflegeleichteren Kunstrasen aus. Da war der Westfalenliga-Relegationskick ein willkommener Anlass, um dieses Stadion einmal live zu genießen. Der Dortmunder Club Kirchhörder SC hatte zwei Busladungen Fans mitgebracht, von denen einige in etwas angeschickertem Zustand ihrer Mannschaft akustischen Beistand spendeten. Sogar Doppelhalter und eine kleine Blockfahne hatte man mitgebracht. Das beflügelte das Team derart, dass es die etwas favorisierten Olper deutlich in die Schranken wies, und den Aufstieg nach dem Schlusspfiff mit den Fans ausgelassen feiern konnte.

Mi. 11.06.2014 18:30 - SpVg Bönen vs SG Massen
Bild Im ‚Römerbergstadion‘ im Bergkamener Stadtteil Oberaden wurde um den Aufstieg in die Bezirksliga gekämpft. Der Verlierer würde zwar in einer weiteren Runde eine zweite Chance erhalten, aber natürlich war Endspiel-Charakter gegeben. Die von einer kleinen Ultra-Horde unterstützten Unnaer Vorstädter gingen bereits nach zwei Zeigerumdrehungen in Führung. Bild Bild Es entwickelte sich ein wirklich ansehnliches Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Mit einem direkt verwandelten Freistoß der Kategorie ‚unhaltbar‘ stellte Bönen vor der Pause den Ausgleich her und bekam nach dieser dann Oberwasser. Mit blitzsauberen Toren ging man uneinholbar mit 4:1 in Front. Vor allem den Konter zum vierten Bönener Treffer, über drei, vier Stationen überfallartig gespielt, kann man wohl kaum besser durchziehen. Das zweite Massener Tor kam dann zu spät, um noch einmal Spannung zu erzeugen. Den ersten und letzten Treffer eines Spiels zu erzielen bringt halt nix, wenn man sich dazwischen die Bude vollhauen lässt. Kurzweilige Abend-Unterhaltung in einer schmucken Anlage.

Sa. 07.06. bis Mo. 09.06.2014 - Finnland
Kurzbesuch bei Elchen und Rentieren... zum Bericht geht es HIER.

Do. 05.06.2014 19:30 - DJK VfL Tönisberg vs Sc 26 Bocholt
Bild Letztes Spiel der Abstiegsrunde der niederrheinischen Landesligen. Die Vorzeichen waren klar. Gewinnt der Gast mit mindestens zwei Toren Unterschied, würde er die Klasse halten. Bild Alles andere reicht den Tönisbergern um den Ligen-Erhalt zu realisieren. Die Spielstätte der Kategorie 'Dorfsportplatz' hat nichts zu bieten außer ebenerdigen Stehgelegenheiten um das Stankett. Knapp 300 Personen wollten sich das Spektakel ansehen. Der neutrale Beobachter wünschte sich eine frühe Gäste-Führung, damit ordentlich Zunder in die Partie käme. Dieses fiel auch. Allerdings ebenso schnell auch der Ausgleich und die Führung für die Gastgeber. Damit war der Drops so gut wie gelutscht. Mit dem schnellen Ausgleich direkt nach der Pause keimte bei den Gästen zwar noch einmal Hoffnung auf, aber insgesamt waren die Bocholter auch einfach zu schwach und ließen sich dann auch noch ordentlich die Bude vollhauen. Danach war nur noch Frust angesagt, weshalb dann auch noch der rote Karton das Licht des Tages erblickte. Ende, aus, Mickey Maus.

Mi. 04.06.2014 19:00 - TB Rheinhausen vs Viktoria Alpen
Das alte kleine Stadion an der Werthauser Straße im Duisburger Stadtteil Rheinhausen erlebte sein letztes Pflichtspiel, denn das Gelände dieser schrullig-idyllischen Anlage soll künftig gewerblich genutzt werden. Die Stadt hat den Standort bereits veräußert. Diese Gelegenheit wollte genutzt werden und erwartungsgemäß sahen das viele 'Szene-Leute' ähnlich. Beinahe hätte man von einem Jahrestreffen der westdeutschen Hopper-Gilde sprechen können. Bild Ich mag das ja persönlich überhaupt nicht, wenn sich alle gegenseitig über den Haufen rennen. Da ziehe ich ja die Anonymität oder zumindest den Auftritt in einer kleineren Interessengemeinschaft doch vor. Auf der anderen Seite hat man ja auch wenig Recht, sich zu beklagen, denn man hätte ja die Konsequenz daraus ziehen und dem 'Flash-Mob' fernbleiben können. Wie auch immer - letztlich bietet sich in solchen ab und vorkommenden Situation ja dann die eine oder andere Gelegenheit zum netten Gespräch und Meinungsaustausch. Der sportlich-kulturelle Aspekt war nicht uninteressant. Bild Es duellierten sich zwar nur zwei (Noch)-B-Ligisten, aber in entscheidenden Spielen kann ich ja auch den unteren Spielklassen einen gewissen Reiz abgewinnen. Die erste Partie der 3er-Gruppe, in der jedes Team ein Heimspiel hat, wurde intensiv geführt und war - in Relation zur Ligazugehörigkeit gesetzt - auch nicht allzu schlecht. Dass am Ende ein 1:1 zu Buche stand, war weniger dem ausgeglichenen Spiel als eher der mangelhaften Chancenverwertung der Gastgeber geschuldet. Sehr zur Freude der per Fan-Bus mitgereisten Gäste-Anhänger, von denen sich gut ein Dutzend auch in akustischer Unterstützung übte. Abgerundet wurde das Ereignis von eben diesem herrlichen kleinen Ground, der seinem Alter gehörig Tribut zollt. Die sechs- oder siebenstufige Hauptseite ist abseits der wenigen Sitzgelegenheiten schon arg zugewuchert. Das restliche Rund verfügt über vier Stufen, die aber noch weitestgehend von der Natur verschont blieben. Künftig wird der Turnerbund auf der recht unspektakulären Anlage des OSC Rheinhausen der Punktejagd nachgehen.

So. 01.06.2014 15:30 - TSV 05 Ronsdorf vs DJK VfL Tönisberg
Bild Das heutige Ziel war der auch 'Waldkampfbahn' genannte Platz des TSV Ronsdorf im Süden Wuppertals. Hört sich besser an, als es ist. Die Anlage besticht eher durch die kuschelige Atmosphäre mit offener Grillbude und Vereinsheim mit Biergarten sowie die Lage im Grünen. Auf der einen Seite des Kunstrasens findet man vier Stufen, auf der gegenüberliegenden deren drei. Hinter den Toren ist kein Ausbau. Bild Die Gastgeber befinden sich in der Abstiegsrunde der Landesliga Niederrhein. Die Tabellen-Elften der drei Landesligen spielen den letzten Absteiger aus. Jeder der drei Teilnehmer hat ein Heimspiel. Das erste Spiel hatte Ronsdorf beim SC 26 Bocholt deutlich gewonnen, so dass heute sogar eine knappe Niederlage zum Klassenerhalt reichen würde. Das Spiel fing mit 30-minütiger Verspätung, da die Tönisberger im Stau gestanden hatten. Die Gäste vom Niederrhein ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, zeigten sich wach und engagiert und hatten früh zwei hochkarätige Chancen zur Führung. Aber wie das so ist, wenn man diese nicht nutzt... mit einem Sonntagsschuss ging Ronsdorf in Front. Änderte nix an der Optik, denn Tönisberg war weiter überlegen, was dann auch durch zwei späte Tore im verdienten Sieg mündete. Ronsdorf ist trotzdem durch, da sich die beiden übrigen Konkurrenten im letzten Spiel gegenseitig das Leben schwer machen werden und es kein Ergebnis geben kann, dass die Wuppertaler aufgrund ihres guten Torverhältnisses noch ins 'Aus' schießen kann.

Do. 29.05.2014 14:30 - AWC Wijchen vs VV Hoogland
Do. 29.05.2014 17:00 - VV TEC vs RKSV Nuenen
Warum schon wieder Holland? Eigentlich finde ich Spielbesuche dort völlig unspektakulär und je unterklassiger man schaut, desto langweiliger sehen die sich sehr ähnelnden Spielorte aus. Aber gut – es ist aus dem Ruhrpott eine unschlagbar kurze Anreise, das hiesige Sportangebot bot auch nicht viel und Frikandel , Bami und Vleeskroket sind ja auch nicht von der Hand zu weisende Argumente. Ergänzend war die besondere sportliche Konstellation ein Anreiz. Bild Krösus und der ‚Holländer‘ Daniel sahen das ähnlich und begleiteten mich zu zwei entscheidenden Aufstiegsspielen von der fünftklassigen 1e Klasse in die Hoofdklasse. Beides waren Final-Rückspiele. Wer hier also mit dem richtigen Ergebnis rauskam, hatte die Promotion geschafft. Erster Anlaufpunkt war Wijchen, nahe Nijmegen. Bild Der AWC hatte schon das Hinspiel auf fremdem Terrain mit 3:2 für sich entschieden, so dass die Euphorie groß war. Eine gute vierstellige Zuschauerzahl fand sich ein, um den Aufstieg zu feiern. Die Anlage typisch für unterklassigen Holland-Fussi. Eine kleine überdachte Sitztribüne, flankiert von ein paar Stufen, die teilweise noch Sitzbänke zu bieten hatten und sonst rundherum ebenerdiges Stankett. Ein paar Jugendspieler waren damit beauftragt, Stimmung zu verbreiten, was sie bis auf ein bisschen Rumhampelei mit grünen Bengal-Fackeln zu Beginn der Partie aber unterließen. Gut so – wäre bestimmt keine Freude geworden. Den Gästen gelang dann aber nach einem eklatanten Torwart-Fehler der wenig verdiente Führungstreffer, was mangels Auswärtstor-Regel Gleichstand bedeutete. Der AWC ließ sich aber wenig aus der Ruhe bringen, spielte sein Ding und erzielte zwanzig Minuten vor Ende den Ausgleich. Dabei blieb es und die ‚pitch invasion‘ nahm ihren Lauf. Keine Zeit, das groß zu beobachten, denn Kick Nummer zwei rief. Bild Mit einer Punktlandung zum Anstoß waren wir dann bei der Tielse Eendracht Combinatie. Der Ground ‚siehe oben‘. Bild Aber zumindest die Clubfarben orange und weiß gehaltenen Sitzschalen brachten ein wenig Farbe ins triste Stadion-Spiel. Support natürlich nicht existent. Wer niederländische Fankultur kennt, weiß, dass es eh der letzte Grund ist, die Reise ins Nachbarland anzutreten. Der TEC hatte das Hinspiel in Nuenen mit 1:2 verloren, also waren die Vorzeichen eindeutig. Die ‚Oranjes‘ nahmen dann auch das Heft in die Hand und konnten den Führungstreffer erzielen. Für den Aufstieg fehlte aber noch ein Treffer. Dieser wollte aber erst einmal nicht fallen. Da wir hier (wie auch beim ersten Kick) weitere uns bekannte Sinnesgenossen germanischen Ursprungs trafen, wurde die Spielzeit großenteils verlabert. Die Verlängerung sollte dann die Entscheidung bringen. Die Gastgeber erzielten per Handelfmeter den zweiten Treffer und die Gäste aus Nuenen, die ich ja erst vor Wochenfrist beim Finaleinzug beobachten durfte, hatten nichts mehr zuzulegen. Etwa 700 Zuschauer freuten sich ausgiebig darüber. Für uns das Zeichen, den Heimweg anzutreten.

So. 25.05.2014 15:00 - VfL Oythe vs Germania Leer
So. 25.05.2014 18:00 - Blau-Weiß Papenburg vs TuS Lingen
Bild Sascha und Marcel konnte ich für den heutigen Doppler begeistern. Dass das erste Ziel nicht Lohne sondern Vechta-Oythe hieß, wurde erst eine Dreiviertelstunde vor dem Kick-off entschieden. Bild Während das Spiel in Lohne sportlichen Ananas-Wert hatte und nur die dortige Spielstätte zu punkten gewusst hätte, stellte sich in Oythe mit der Germania aus dem ostfriesischen Leer eine Mannschaft in höchster Abstiegsgefahr vor. Das kleine Stadion liegt recht idyllisch und weiß zu gefallen. Nach der Bewältigung des stylisch-hölzernen Portals erblickt man eine kleine Sitztribüne und eine Catering-Hütte, die mit ihrem Reetdach einen ganz eigenen Stil vorweisen kann. Die übrigen Seiten sind lediglich ebenerdig, was aber den Gesamteindruck nicht schmälern kann. Bild Etwa zehn Personen in Gelb und Blau unterstützten unermüdlich die Gastmannschaft mit teilweise durchaus individuellem Liedgut. Hat mir gefallen. Die Partie endete nach zweimaliger Gästeführung leistungsgerecht unentschieden, was für die Germania eindeutig zu wenig ist. Um die Landesliga-Zugehörigkeit zu behalten, wird man sich noch gewaltig strecken müssen. Die Zeit zwischen Spiel eins und zwei reichte ziemlich exakt aus, um die anfallende Wegstrecke zu bewältigen. Bild Zwei Minuten vor dem Anstoß hatten wir das 'Parkstadion Obenende', eine von zwei möglichen Spielstätten der Papenburger, geentert. Eine stattliche überdachte Tribüne sieht sich von drei Seiten ohne Ausbau eingerahmt. Der Ground wirkt deutlich zweckmäßiger als der erstbesuchte des Tages. Für einen Bezirksliga-Spielort ist dieses Teil aber absolut überdurchschnittlich. Der Tabellenzweite empfing den Ersten. Inklusive der heutigen Partie hatte Papenburg noch drei, Lingen noch deren drei zu absolvieren. Bild Bei sieben Punkten Rückstand musste zum einen die heutige Partie und zum andern die Nachholpartie gewonnen werden. Und selbst dann benötigt Blau-Weiß am letzten Spieltag noch Schützenhilfe Bild und einen erneuten eigenen Sieg, um die Gäste aus dem südlichen Emsland noch abzufangen. Gut eintausend Zuschauer wollte sich das Spektakel nicht nehmen lassen, davon auch eine mittlere zweistellige Zahl aus Lingen - für eine Bezirksliga-Partie eine phantastische Zuschauerzahl. Obwohl beide Seiten geflaggt hatten und auch nach akustischem Support aussahen, fand dieser quasi nicht statt. Die Heim-Elf ging früh in Führung und kontrollierte die Partie danach weitestgehend. Lingen fand nie wirklich ins Spiel und konnte den Nachweis des um Längen besten Sturms der Liga nie erbringen. Als der TuS in den letzten Minuten verzweifelt alles nach vorne warf und auch der Schlussmann bei einer Ecke mitging, konnten die Gastgeber den Ball abfangen und mit einem lupenreinen Konter ein 'Empty-Net-Goal' zur vollständigen Klärung der Verhältnisse erzielen.

Sa. 24.05.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Sportfreunde Siegen
Bild Am letzten Spieltag einer enttäuschenden Saison stellten sich wie im letzten Jahr die Sportfreunde aus Siegen vor. Und wie im letzten Jahr reichte es zu einem durchaus verdienten 1:0-Sieg. Und wie im letzten Jahr wurde Siegen von gut 100 Getreuen begleitet, von denen etwa 35-40 Personen um die Turnschuh-Crew herum, aktiv supporteten. Und wie im letzten Jahr gab es eine schöne Choreo auf RWE-Seite zu begutachten. Viele Parallelen. Aber eben nicht wie im letzten Jahr Bild Bild Bild konnte man von einer erfolgreichen Saison, von einem Fortschritt sprechen. Ich bin froh, dass diese Spielzeit rum ist. Mir fehlt am Ende dieser auch absolut die Vorfreude auf die neue Saison. Ich bin skeptisch, ob das nächste Spieljahr viel erfolgreicher ablaufen wird, als das vergangene. UE ließ das Vergangene und nicht immer Harmonische aber vergangen sein und präsentierte eine durchaus aufwändige mehrteilige Choreo mit dem Thema ‚Stolz auf den Verein‘ und ‚Hoffnung für die Zukunft‘. Sehr schöne Sache. Mein Respekt dafür sei hiermit niedergeschrieben. Und damit Deckel drauf auf die Saison 2013/14. Es gab wahrhaft schon erfreulichere.

Fr. 23.05.2014 20:00 - Germania Windeck vs SSV Merten
Den Weg in den Rhein-Sieg-Kreis nutzte ich, um einem alten Bekannten mal einen Besuch abzustatten. Das ‚Hermann-Löns-Stadion‘ in Solingen liegt im Sterben. Die klamme Stadt, will das nach der Insolvenz und Auflösung des 1.FC Union ungenutzten Stadion als Bauland verhökern. Es könnte also schnell vorbei sein mit diesem Schmuckstück. Ich kann mich erinnern, irgendwann Ende der 80er das erste Mal dort gewesen zu sein. Ich muss etwa 15 oder 16 Jahre alt gewesen sein und hatte meinen Vater so lange gelöchert, bis er mit mir zum Spiel der Roten in der Klingenstadt fuhr. Kurz nach der Jahrtausendwende war ich dann noch mal anlässlich eines Verbandspokal-Kicks der Rot-Weissen da. Es ist traurig, was mit der wunderschönen Hütte passiert. Das Spielfeld wird zwar für den Fall der Fälle noch gepflegt, und in der Haupttribüne scheint der Fanclub des in den Kreisliga-Niederungen herumkrebsenden Nachfolgevereins einen Raum zu haben, Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild aber ansonsten ist das Rund den Mächten der Natur überlassen, was diese auch dankbar nutzt. Die Gegengerade und die Stehränge vor der gedeckten Tribüne sind kaum noch zu finden. Eine absolute Schande, dass dieses Stück Fußballgeschichte wohl bald dem Erdboden gleich gemacht wird. Ich liebe diese alten Dinger. Ein paar Minuten auf den Stufen entspannend, kann man mit jedem Atemzug die Tradition der Spielstätte aufsaugen. Und mit ein bisschen Phantasie sieht man auf dem Rasen zwei Mannschaften vor guter Kulisse um Punkte kämpfen. Vor dem Eintreffen am Tagesziel machte ich noch einen kleinen Umweg ins nicht weit entfernte Wissen. Dort trat mein Verein in einer Regionalliga-Saison in den frühen Neunzigern an. Da ich versuche, nach und nach von den besuchten Stadien, von denen mir Fotos fehlen, ebensolche zu machen, bot sich in diesem Fall eine willkommene Gelegenheit eine weitere Lücke zu schließen. Einen Spielbesuch im ‚Dr.Grosse-Sieg-Stadion‘ kann ich wegen der schmucken Tribüne, für deren Bau viel Holz verwendet wurde, nur empfehlen. Der weit abgesackte VfB Wissen steigt auch gerade aus der Kreisliga wieder in die Bezirksliga auf. Dummerweise kommt es dort dann nicht zum Derby gegen den VfL Hamm/Sieg, da dieser zeitgleich den umgekehrten Weg antritt. Schöner Abend bisher… aber nun musste ich ja noch zum Fußball. Bild Der ‚Sportpark Germania‘ kommt nun nicht ganz so begeisternd daher. Ein überdachter Tribünen-Zweckbau auf der einen, ein paar Stufen, Sozialgebäude und Catering auf der anderen Seite. Hier weiß eher die schöne Lage im Siegtal zu punkten. Dafür ging es in diesem Spiel der Mittelrheinliga für beide Teams noch um was, nämlich um Zählbares gegen den Abstieg. Windeck, dass ja vor ein paar Jahren für zwei, drei Spielzeiten für Furore sorgte und im DFB-Pokal gegen Schalke und Bayern antreten durfte, bis sich der Sponsor zur Retorte Viktoria Köln verpisste, ging mit zwei schnellen Toren in Führung. Merten, das sie Punkte deutlich dringender benötigte kämpfte verbissen, kam aber nur noch zjum Anschlusstreffer Marke Sonntagsschuss. Die Gastgeber entledigten sich mit diesem Sieg auch den letzten theoretischen Abstiegssorgen.

Do. 22.05.2014 20:00 - RKSV Nuenen vs TSV Longa
Bild Bild Die Fußball-Lust trieb mich vor die Tore Eindhovens, wo der RKSV Nuenen den TSV Longa aus Tilburg zum Aufstiegswettkampf von der Eersten Klasse in die Hoofdklasse empfing. Nach einer knappen Hinspiel-Niederlage mussten die Gastgeber was tun. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit gelang dies am Ende deutlich und auch verdient. Der ‚Sportpark Oude Lande‘ ist flatschneu und hebt sich schon etwas vom niederländischen Einheitsbrei ab. Ganz nett gemacht. Dem Aufruf des Vereins, die Mannschaft zu unterstützen und dazu freien Eintritt zu gewähren, ging leidlich auf. 450 Zuschauer waren vielleicht ein paar mehr als normal, aber wohl kaum die erhoffte Menge. Die, die den Weg auf sich genommen hatten, bekamen einen irren Sonnenuntergang zu sehen.

Sa. 17.05.2014 14:00 - VfL Bochum II vs Rot-Weiss Essen
Bild Dass der Away-Kick bei der U23 des VfL im guten, alten Ruhrstadion über die Bühne ging, war der einzig vertretbare Aspekt zum Besuch des Spieles. Auswärtsspiele bei Zweitvertretungen versuche ich ja sonst zu meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Ich war auch seit einigen Jahren nicht mehr drin in der Hütte. Obwohl es ja eigentlich ein unspektakulärer Stadion-Bau ist, fühl ich mich immer recht wohl dort. Die Roten spielten dann erstaunlich erfrischend und dem Gegner überlegen. Leider wurde das nur in ein Tor umgemünzt, was aber bekanntlich auch drei Punkte gibt, solange der Gegner nicht trifft. Auch ein nur spärlich besetztes Ruhrstadion weckte durchaus das Verlangen, wieder in höhere Sphären und vernünftige Spielstätten vorzudringen. Sah ich wohl nicht als einziger so, denn die Stimmung im Gästeblock war exzellent, was in letzter Zeit absolut keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Do. 15.05.2014 19:30 - SC 26 Bocholt vs 1.FC Bocholt
Im Viertelfinale des Bocholter Kreispokal trafen sich die beiden örtlichen Landesligisten. Irgendwie ein Derby und irgendwie auch nicht, denn für die Gastgeber ist der wahre Derby-Gegner der TuB und für den traditionsreichen 1.FC ist es Olympia, deren Sportanlagen sich jeweils nur einen Steinwurf von den Heimstätten der heutigen Kontrahenten entfernt befinden. Bild 350 Zuschauer waren dann eine angemessene Kulisse, auch wenn ich insgeheim auf mehr gehofft hatte. Die Gastgeber wurden von einer etwa 15-köpfigen Gruppe akustisch unterstützt, die allerdings aus Jugend- und Reservespielern bestanden haben dürfte. Der so gut wie aufgestiegene FC befand sich in der Favoritenrolle. Der SC - im Winter schon so gut wie abgestiegen, dann aber mit einer furiosen Rückrunde - aber durchaus mit Chancen, zu Beginn aber zu respektvoll, was die Gäste früh zur Führung nutzten. Nach einer halben Stunde wurde dieser Spielstand, mittlerweile verdient, egalisiert. In der zweiten Hälfte war das Spiel dann ausgeglichen. Die Gastgeber hatten aber mit einem vergebenen Elfer und einem Pfostenschuss kurz vor Ende die besseren Chancen. Die Verlängerung brachte keinen neuen Erkenntnisse, so dass ein weiterer Fehlschuss des SC im Elfer-Kicken die Entscheidung brachte. Das kleine enge Stadion des SC ist mit der überdachten Tribüne und ein paar Stehrängen durchaus einen Besuch wert. Die beste Note des Abends hatte aber der das Nackensteak vom Holzkohle-Grill verdient. Köstlich!

So. 11.05.2014 15:00 - Oud-Heverlee Leuven vs Sint-Truidense VV
Dritter Spieltag der Aufstiegsrunde zur ersten Liga in Leuven. Dominik begleitete mich in die Provinz Vlaams-Brabant. Bild Bisher waren noch alle vier teilnehmenden Mannschaften im Rennen. Die Gäste aus dem Limburgischen benötigten aber zwingend einen Sieg, um noch eine reelle Chance auf die Erstliga-Quali zu haben. Nach wenigen Minuten war auch die Möglichkeit zur Führung da, doch wurde diese leichtfertig vergeben. Die Gastgeber dann eigentlich spielbestimmend, bis es früh in Hälfte zwei einen Platzverweis gegen diese gab. Danach war der STVV am Drücker und konnte eine Viertelstunde vor Schluss den goldenen und haltbar wirkenden Treffer aus circa 25 Metern setzen. Bei besten (kläglich vergebenen) Konter-Chancen und zwei Pfostentreffern war der Sieg dann am Ende verdient. Bild Das knapp 10tsd Menschen fassende 'Stadion Den Dreef' war ursprünglich ein Stadion mit Laufbahn. Vor einigen Jahren wurde dann ein umfassender Umbau durchgeführt. Vom alten Rund steht nur noch die Gegengerade. Es wurde eine neue Haupttribüne gebaut und das Spielfeld näher an die Gegenseite herangerückt. Dann wurden direkt hinter die Tore Stahl-Tribünen auf die alte Laufbahn gesetzt; ähnlich wie es im alten Mainzer 'Bruchweg-Stadion' praktiziert wurde. Die alten Steh-Kurve existieren sogar noch, so dass es zwei 'Tribünen hinter den Tribünen' gibt. Der eigentliche Star des Grounds ist aber eh das schmucke Hochhaus hinter der Gegengeraden. Auch wenn in Belgien ja selten ordentlich was los ist, hatte ich bei gut gefülltem Stadion und dem wichtigen Spiel mit etwas mehr Support gerechnet. Aus dem nicht mal 50 Kilometer entfernten Sint Truiden waren auch gerade mal 200 Leute mitgekommen. Der Tag wurde dann mit dem obligatorischen Frituur-Massaker abgerundet.

Sa. 10.05.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach II
Welch eine traurige Veranstaltung im passenden Nieselregen. Ein sportlich für beide Seiten völlig unbedeutender Kick, der dementsprechend ohne wirklichen Druck über die Bühne ging. Überwiegend planloses Gebolze mit Chancen-Plus für die Gäste. Zunächst (hätte beinahe geschrieben ‚wie üblich‘) miese Stimmung und dann gar keine mehr, weil die Ultras wieder gegen irgendwen oder irgendwas protestierten und den Block verließen – mir auch eigentlich völlig egal, ‚Ultra‘ ist nicht mein Ding und wird es auch nie werden. Zwischendurch brandeten dann doch einige Gassenhauer auf, die definitiv lauter vorgetragen wurden, als der übliche Ultra-Singsang. Schade, dass die Partie absoluten Ananas-Status hatte. Bin der Meinung, dass sonst durchaus ne Oldschool-Nummer möglich gewesen wäre. Finde grundsätzlich die Frage interessant, ob die Kurve in der Lage wäre sich zu ‚rekultivieren‘. Die zu hörenden Ansätze lassen das vermuten. Aber das ist alles graue Theorie und entspricht nicht der Kurven-Realität. Nicht nur in Essen. Zu allem Überfluss war heut auch noch ‚Familien-Tag‘, was bedeutete, dass hunderte Kinder anwesend waren, von denen 99% das Spiel einen Scheiß interessierte, was wiederum zur Folge hatte, dass die Blagen einfach nur ständig durch die Gegend sprangen und nervten. Antiautoritäre Erziehung rules! Dass die kleinen Fohlen die Partie durch einen Sonntagsschuss in der letzten Minute gewannen, war vielleicht aufgrund der größeren Chancen nur konsequent, passte aber auch einfach ins Gesamtbild. Nix wie weg hier, ab nach Hause! Noch zwei Spiele, dann ist diese auf eine gewisse Weise atemberaubende Saison endlich vorbei.

So. 04.05.2014 15:00 - Malmö FF vs BK Häcken
So. 04.05.2014 19:00 - FC København vs Brøndby IF
Der Tages-Ausflug nach Kopenhagen wurde zumindest für mich zum reinen Fußball-Erlebnis. Nach der mittäglichen Ankunft, wies ich den Damen noch den Weg und fuhr dann mit der Regionalbahn über den 'Öresund' ins schwedische Malmö. Mit dem Auto müsste man für die doppelte Querung knapp 85 Euro Brückenmaut hinlegen. Das Return-Ticket mit dem Zug, kostet grad mal 25 Euro. allerdings immer noch genug für je eine halbe Stunde Fahrt. Im Prinzip schaue ich schon seit Jahren auf die Möglichkeit dieses 'Zwei-Staaten-Dopplers'. Als ich mich vor einigen Wochen entschied, das Kopenhagen-Derby im Mai zu besuchen, Bild hatte ich darauf aber gar nicht mehr geachtet und wurde erst vor wenigen Tagen auf diese Chance hingewiesen. Relativ knapp kam ich an der Triangeln-Station an und eilte zum 'Swedbank Stadion', wo ich zwanzig Minuten vor dem Kick-off eintraf. In diesem Ground, der sich von anderen arena-artigen Neubauten nicht sonderlich abhebt, spielt der MFF nun seit fünf Jahren. Bild Bis dahin wurde im benachbarten 'Malmö-Stadion', einem Multifunktions-Stadion gekickt, der deutlich mehr Individualität liefert. Der ungeschlagen Tabellenführer empfing die von 31 Getreuen begleitete dritte Kraft aus Göteborg. Die übrigen 10.595 Besucher rieben sich nach sechs Zeigerumdrehungen erst einmal verwundert die Äuglein, denn zu diesem frühen Zeitpunkt lag der Gast mit zwei Toren in Führung. Bild Die Gastgeber mühten sich nun redlich, agierten aber zu umständlich und blieben in der gut organisierten Gäste-Deckung hängen. Auch eine höhere Führung wäre bei guten Konter-Chancen möglich gewesen. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff dezimierten sich die Gastgeber selbst. Wer nun gedacht hatte, die Messe ist gelesen, sah sich im Irrtum. Ein Platzverweis gegen die Gäste brachte numerischen Gleichstand und wenig später fiel der Anschlusstreffer. Ein wütender zwanzigminütiger Sturmlauf brachte aber nichts mehr ein. Ich eilte zurück zum Bahnhof und begab mich zurück nach Dänemark, fuhr mit dem Zug durch bis Österport, von dort noch zwei Stationen mit dem Bus und war pünktlich eine gute Stunde vor dem Derby am Treffpunkt mit Herzdame und Mutter, Bild denn den wichtigsten Kick Dänemarks wollten die Beiden sich auch nicht entgehen lassen. Das Stadion 'Parken' ist das Nationalstadion des Landes und eben Heimstatt des FCK und wirkt deutlich größer als es mit seinen 38tsd Plätzen Fassungsvermögen eigentlich ist. Vor allem von außen ist das Dingen ein ganz schöner Klotz. Es handelt sich um ein reines Fußballstadion, dass über ein verschließbares Dach verfügt und auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird. Die Tribünen sind doppelstöckig angelegt mit Ausnahme der nördlichen Hintertor-Tribüne, die ursprünglich dreirangig war und vor einigen Jahren zur Business-Tribüne umgebaut wurde. Statt diesem genialen Tribünenmonster sieht man dort nun im unteren Bereich die den Gästen vorbehaltene einrangige Tribüne hinter der sich fünf Stockwerke Business-Logen auftürmen. Nicht schön. Zum Einlauf der hieß es dann "MAZ ab!" Bild Bild Bild und die Heimkurve präsentierte eine megamäßig detailverliebte Choreo, die aber auch perfekt umgesetzt wurde. Eine vor dem heimischen 'Parken' platzierte Kanone ballert in Richtung des 'Bröndby Stadion'. Sogar die nötige Kanonenkugel wurde an eine manuellen Führung vom Geschütz zum gegnerischen Stadion bewegt. Hammer! Nach einiger Zeit fiel die Plane mit dem 'Bröndby Stadion' und es kam das brennende Stadion zum Vorschein. Dazu wurde passend ein schwarzer Rauchtopf gezündet, der den Qualm der Feuersbrunst simulieren sollte. Das Spruchband besagte ungefähr: "Der Auftrag lautet - den Feind vernichten!" Schließlich fiel der ganze gemalte Kram und es kam ein riesiges Spruchband "Kopenhagen ist unser!" zum Vorschein. Dazu wedelte der ganze Unterrang mit blau-weißen Fähnchen. Top!! Bild Bild Die Bröndby-Kurve feierte sich erstmal selbst, verwies mittels Zettelchoreo auf das 50jährige Vereinsjubiläum und erinnerte mit dem darunter hängenden Spruchband auch den verhassten Rivalen daran. Als die Zettel runtergenommen wurden, gab es ne ordentliche Bengal-Show. Da brannten locker 50-60 Fackeln. Pyro ist immer schön, aber das Opening ging klar an die Heimseite. Bröndby konnte zu Beginn der zweiten Hälfte Boden gut machen, als der FCK die Finger still hielt und man noch einmal eine ordentliche Fackelshow nachlegte und das Wappen sowie eine Zaunfahne über die gesamte Tribünenbreite "50 Jahre Bröndby IF" zeigte. Bild Die optische Aspekte auf den Rängen also ganz hart an ner klaren '1'. Der akustische Alarm auf den Rängen hätte für die Masse an aktiven, supportwilligen Leuten aber sicherlich lauter ausfallen dürfen. Es gab zwar ein sehr einheitliches Kurvenbild in den jeweiligen Clubfarben und die ganze Szenerie erinnerte - auch durch die im FCK-Block hochgeregelte Lautsprecheranlage und die auf beiden Seiten sehr aktiven Capos - fast an Polen, aber die dänische Sangeskraft kam an die brachiale Art der Osteuropäer nicht ran. Das auf dem Grün gebotene war auch eher zäh, was aber daran lag, dass sich beide Teams im Mittelfeld ziemlich neutralisierten. Aber wenn man hohe Fußballkunst erleben will, dann ist Dänemark auch sicherlich das falsche Ziel. Immerhin ließen zwei späte Tore die Emotionen noch hochkochen. Der Ausgleich für die Gastgeber fiel gar erst in der Nachspielzeit. Direkt nach Spielende hetzte ich zum Auto (als Tribut an das höhere Alter von Saskias Mutter hatten die beiden Damen die Hütte schon eine Viertelstunde früher verlassen), da wir unbedingt die letzte Fähre des Tages von Rödbyhavn nach Puttgarden bekommen mussten, um den vergünstigten 24-Stunden-Tarif wahren zu können.

Sa. 03.05.2014 13:30 - Holstein Kiel vs Borussia Dortmund II
Bild Abstiegskampf pur an der Kieler Förde. Mit einem Sieg wäre man wohl aller Sorgen ledig gewesen. Auch ein Unentschieden würde bei passenden Ergebnissen der Konkurrenz den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten. Bild Die BVB-Youngsters wurden von knapp 250 Leuten unterstützt - sehr ordentlich für eine Zweitvertretung, zumal die 'Großen' am selben Tage spielten - die zu Beginn eine kleine gelbe Rauchsäule steigen ließen. Dortmund mit starkem Beginn und zwei guten Möglichkeiten zum Einnetzen. Danach fingen sich die 'Störche' und übten sich ihrerseits in ersten Angriffsbemühungen ohne aber Zählbares zu erreichen. In der zweiten Halbzeit erarbeiteten sich die Gastgeber ein kleines Übergewicht, zeigten sich aber vor dem Tor zu ängstlich. Mehrfach bot sich die Gelegenheit, einfach mal satt abzuzimmern, aber stattdessen wurde lieber nochmal quer gelegt oder vertändelt. Bild Dass die Partie am Ende torlos blieb, nützte den Gästen sicherlich mehr als den Nordlichtern. Angesichts eines sehr schweren Auswärtsspiels werden die Kieler wohl auf fremde Hilfe angewiesen sein. Den aktiven Block in der Holstein-Kurve empfand ich übrigens erschreckend klein, farblos und leise. Da muss in der eigenen Hütte mehr kommen, vor allem bei so einer wichtigen Begegnung. Das 'Holstein-Stadion' weiß eigentlich nur noch durch die Haupttribünenseite wirklich zu gefallen. Der Rest der Bude - die Gäste-Kurve ausgenommen - wurde, bedingt durch DFB-Auflagen einhergehend mit fehlenden Mitteln, lieblos mit Stahlrohr ausgebaut und mit Wellstahl überdacht. Schade, dass eine traditionelle und kultige Sportstätte dadurch so verschandelt wurde.

Do. 01.05.2014 15:00 - Büdelsdorfer TSV vs Rendsburger TSV
Bild Auf dem Weg nach Fehmarn, in den Kurzurlaub mit Herzdame und deren Mutter über das ganz lange Wochenende, bot sich noch ein Spielbesuch an. Vom Derby am Nord-Ostsee-Kanal versprach ich mir nicht allzu viel, aber zumindest hoffte ich, dass sich der Kick von 'normalen' Verbandsliga-Spielen ein wenig abheben würde. Tat er dann auch. Bild Bild Gut 350 Zuschauer versammelten sich im schicken 'Eiderstadion', das 8tsd Leuten Platz bieten soll. Die Sitztribüne fasst gut 1500 Menschen. Die Anzahl der Stehplätze würde ich als variabel bezeichnen. Das Stadion ist quasi 'in den Boden hinein gebaut' (etwa wie das Münchener Olympiastadion), so dass das Spielfeld von hohen grasbewachsenen Rängen umgeben ist. Zur südlichen Kurve hin fallen die Ränge ab, da dort angrenzend das Sozialgebäude errichtet wurde. Die Gastgeber befanden sich dick und fett in beinahe hoffnungsloser Position im Abstiegskampf. Zum Derby wurden aber alle Reserven ausgepackt. Die Führung kam noch äußerst glücklich zu Stande, doch danach konnte man sich tatsächlich ein Übergewicht erarbeiten und noch vor der Pause den Endstand herstellen.

Di. 29.04.2014 18:15 - Jahn Hiesfeld vs KFC Uerdingen 05
Tja, war das nun eine der viel bemühten Pokal-Überraschungen oder doch nicht? Auf der einen Seite eine Uerdinger Mannschaft, die in sich zusammen zu fallen scheint und die seit zehn Regionalliga-Spielen nicht mehr gewonnen hat. Auf der anderen Seite ein Dinslakener Team, dass eine sehr ordentliche Oberliga-Saison spielt und am letzten Wochenende mit einem Sieg gegen den WSV noch mehr Selbstvertrauen tanken konnte. Bild Dementsprechend war auch kein Klassenerhalt zu erkennen. Der KFC war in diesem Halbfinale um den Verbandspokal um Kontrolle und sauberen Spielaufbau bemüht, während die Gastgeber auf zielstrebig und konsequent vorgetragene Angriffe setzten. Einer dieser Angriffe führte nach zwanzig Minuten zum einzigen Treffer der mit 1815 Zuschauern gut besuchten Partie. Bild Eigentlich war die Torchance für den auf seifigem Boden wegrutschenden Stürmer schon vorbei, aber im Aufstehen konnte der KFC-Schnapper noch überwunden werden. So ne Kirsche bekommt man auch nur, wenn eh schon nix läuft. Brenzlige Situationen hatte der TV Jahn bis zum grenzenlos umjubelten Abpfiff kaum zu überstehen, derart harmlos agierten die verunsicherten Gäste. Exakt die gleiche Paarung hatte ich vor einigen Jahren schon einmal beobachtet. Damals stolperte noch ein wirkungsloser Ailton für die Krefelder über den Platz. Nun wird man in Dinslaken dem Meidericher SV die Daumen drücken, dass dieser die Drittliga-Saison als Vierter abschließt, denn dann hätte man die DFB-Pokal-Teilnahme selbst bei einer wahrscheinlichen Final-Niederlage gesichert. Während die Gastgeber den Finaleinzug mit ein wenig Pyro feierten, bauten die Gäste-Anhänger ihren Frust in kleinen Scharmützeln mit Ordnungskräften und Polizei ab.

So. 27.04.2014 15:00 - CSV SF Bochum-Linden vs SV Brackel 06
In der spannendsten Landesliga Deutschlands, der Gruppe 3 in Westfalen, kämpfen noch sage und schreibe zehn Teams um den Aufstieg. Der Tabellenführer hat gerade mal sechs Punkte mehr auf der Habenseite als der Zehnte des Tableaus. Bild Grund genug sich mal in dieser Liga umzuschauen. Da ich heute wenig Lust verspürte weit zu fahren, kam mir die Partie im südwestlichen Bochumer Stadtteil Linden gerade recht. Die Sportanlage 'In der Hei' liegt beinahe idyllisch im Grünen. Bild Der Hauptplatz verfügt über eine verhältnismäßig große überdachte Stehtribüne. In den übrigen Bereichen wird der von einer Laufbahn umgebene Platz von einem Graswall eingerahmt. Es entwickelte sich eine muntere Partie. Der Verlierer würde sich langsam von Aufstiegshoffnungen verabschieden müssen. Doch trotz bester Torchancen landete das Runde nicht im Eckigen. Hundertprozentige wurden in Serie verballert. Früh ließ sich erahnen, dass sich das Netz am heutigen Tage hier nicht beulen würde. In der Schlussphase kam bedingt durch einen Platzverweis und einen nicht immer glücklich und korrekt agierenden Unparteiischen noch ein wenig Hektik auf, aber das änderte nichts mehr am Spielausgang. So richtig bringt das torlose Remis keinen weiter. Bedingt durch eine unerwartete Niederlage des Tabellenführers bleibt die Lage in der Liga aber weiterhin offen.

Sa. 26.04.2014 16:00 - FC 27 Schapen vs Vorwärts Nordhorn
Sa. 26.04.2014 18:00 - SC Spelle-Venhaus vs Türkischer SV Oldenburg
Bild Im beschaulichen emsländischen Ort Schapen trafen sich der ansässige Fußballclub und dessen Kontrahent aus Nordhorn zum Bezirksliga-Vergleich. Während es für die im Tabellen-Niemandsland dümpelnden Gäste um nichts mehr ging, benötigen die Hausherren noch ein paar Punkte um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Bild Entsprechend engagiert ging man zu Werke und führte nach einer halben Stunde mit zwei Toren. Sollte eigentlich Sicherheit geben, aber plötzlich sahen sich die Nordhorner bei der Ehre gepackt und kamen vor der Pause zum Anschluss. Nach dem Wechsel war der Ausgleich mehrmals möglich, die Tore schossen aber wieder die Platzherren, die auf 4:1 erhöhten und nur noch die späte Ergebniskosmetik zuließen. Der Hauptplatz das Sportzentrums verfügt über eine schmucke Tribüne, ansonsten bleibt nur die ebenerdige Beobachterposition am Metall-Umlauf. Dass man auf dem Land ist, merkt man spätestens, wenn zwanzig Meter hinter dem Tor der Bauer mit seinem Trägger über das Feld gurkt. Bild Knappe acht Kilometer waren es bis nach Spelle, so dass ich Dank entsprechender Eile rechtzeitig dort war, um den Einlauf der Mannschaften zu sehen. Das 'Stadion Venhauser Straße' ist eine hübsche Anlage mit einer überdachten Sitztribüne und unüberdachten Stufen gegenüber. BildDie halbrunden Kurven sind beinahe ebenerdig angelegt. Der souveräne Tabellenführer empfing den Dritten, der allerdings schon satte vierzehn Punkte hinterher hinkte. Doch statt einer dominant auftretenden Heim-Elf, sah ich eine mutig und offensiv spielende Gastmannschaft. Nach einem Missverständnis in der Deckung konnte das türkische Team, dass aber nur mit wenigen Spielern türkischer Abstammung antrat, verdient in Führung gehen. Bild Die Speller fanden kein wirkliches Mittel um dem Spielstand angemessen zu begegnen. Entweder verzettelten sie sich auf zu engem Raum oder spielten leicht zu berechnende lange Bälle. In echte Verlegenheit brachten sie die sicher stehende Gäste-Abwehr damit nicht. Lange sah es so aus, als ob die Partie mit diesem Spielstand zu Ende gehen würde, aber zehn Minuten vor Schluss fiel doch noch der Ausgleich. Der überwiegende Teil der Zuschauer bei dieser recht gut besuchten Landesliga-Partie erwartete nun die Schluss-Offensive. Die gab es auch, aber von Seiten der Oldenburger. Diese gingen wenig später erneut in Führung machten mit einem Konter in der Schlussminute den Deckel drauf. Wirklich jucken wird das keinen, denn auch wenn der TSV noch ein Spiel weniger hat, sind elf Punkte Vorsprung ein dickes Brett. Der Tabellenzweite spielt keine Rolle, da nur die beiden heute beobachteten Vereine die Unterlagen für die Niedersachsenliga eingereicht haben.

Do. 17.04. bis Mo. 21.04.2014 - Südlicher Balkan
Oster-Tour zu den Skipetaren ... KLICK.

Mi. 16.04.2014 18:00 - SuS Stadtlohn vs Preußen Münster
Das 'Losbergstadion' im westmünsterländischen Stadtlohn, das heutzutage vom Stadion zum Sportpark aufgestiegen ist und auf den Namen eines ortsansässigen Möbelherstellers hört, bot mit dem Semi-Finale im westfälischen Verbandspokal eine willkommene Gelegenheit zum Spielbesuch. Der Sieger der Partie war schließlich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokal qualifiziert. Bild Vom gastgebenden SuS, wurde die Partie als 'Spiel des Jahrzehnts' beworben und das hübsche kleine Stadion meldete mit 4.500 Besuchern ausverkauft. Aus der Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks waren etwa 4-500 Anhänger angereist. Im Gegensatz zu den sonstigen Spielen der Preußen bildeten sich aber nicht zwei verschiedene Blöcke der rivalisierenden Ultra-Gruppierungen, was schlicht dran lag, dass nur eine der beiden personell vertreten war. Bild Die Kicker des SuS gingen mit zu viel Respekt in das Spiel, dabei hätte man selbst bei drei Ligen Unterschied als Tabellenführer der betreffenden Westfalenliga-Gruppe durchaus Grund zu selbstbewusstem Auftreten gehabt.Dementsprechend kontrollierte der Gast die Partie ohne sich groß anstrengen zu müssen, auch wenn die Gastgeber das eine oder andere mal vor dem Münsteraner Kasten auftauchten ohne aber gefährlich werden zu können. Bild Dem Regionalligisten gelang nach einem Stellungsfehler das verdiente Tor zur Halbzeitführung. Der Support der grün-weiß-schwarzen eierte so vor sich hin. Man nutze die Partie wohl um neues Liedgut einzustudieren. Langweilig! Wenige Minuten nach Wiederanpfiff gelang dem SuS der überraschende Ausgleich un plötzlich war Feuer in der Partie. Es wurde um jeden Meter gekämpft aber letztlich hatte der klassenhöhere Club nicht unverdient das bessere Ende für sich. Eine Viertelstunde vor Ende wurde die erneute Führung erzielt und mit dem Schlusspfiff noch der Deckel drauf gemacht. Zweimal musste der Kick unterbrochen werden. Einmal ließen sich die Preußen-Anhänger von einem Stadtlohner Spieler provozieren und enterten die Aschebahn und ein anderes Mal wurden ein paar Artikel aus dem Pyro-Vorrat geopfert. So gab es wenigstens noch was fürs Auge.

Mo. 14.04.2014 19:00 - SV Lippstadt 08 vs Rot-Weiss Essen
Schmuckloser Auswärtssieg in Ostwestfalen. Immerhin stand die Deckung mal richtig gut. Zumindest drei Minuten lang, dann gelang dem Lippstädter Torjäger Maier nach einem wunderbaren Stellungsfehler in der rot-weissen Abwehr der Führungstreffer für den Abstiegskandidaten. Mit dem schnellen Ausgleich nach zehn Minuten bekam der glorreiche RWE die Partie dann aber in den Griff. Mit dem 2:1 nach etwa einer Stunde Spielzeit, eingeleitet mit einen wirklich schönen Spielzug, stellten die Roten dann die Weichen auf Sieg, der mit einem Konter in der Schlussminute abgerundet wurde. Keine Glanzleistung aber doch ne ganz solide Geschichte und damit ist die Saison nun im Prinzip auch vorbei. Denn mit diesem Auswärts-Dreier sollten alle latenten Abstiegssorgen erledigt sein. Jetzt geht es also nur noch darum, welcher Ananas-Tabellenplatz am Saisonende belegt wird. Trotz des undankbaren Spieltermins, mit dem nichts anderes beabsichtigt wurde, als möglichst viele Essener vom Spielbesuch abzuhalten, fanden gut 250 Leute den Weg an die Lippe, was nach den mageren Liga-Leistungen der letzten Wochen überraschend viele waren.

So. 13.04.2014 15:00 - BSV Schwarz-Weiß Rehden vs SV Meppen
Marcel und Sascha begleiteten mich nach Niedersachsen in den 2tsd -Einwohner-Ort Rehden. Kein normaler Mensch hätte je von diesem Kaff Notiz genommen, wenn nicht dessen gesichtsloser Sportverein nach Erreichen der DFB-Pokal-Hauptrunde der aktuellen Saison den FC Bayern zugelost bekommen hätte. Bild Ohne große Recherche sicherlich das größte Ding der Vereinshistorie. Warum ich mir diesen Spielbesuch vorgenommen hatte, weiß ich mal wieder selber nicht. Die Komplettierung von einzelnen Ligen steht bei mir ja nicht grad im Vordergrund oder ist mir besser gesagt absolut scheißegal. Warum also für nur ein Spiel diese Strecke? Habe mich dann für den Ausritt auch schon wieder gehasst. Da haut man sich mehr als den halben Sonntag und knallt 400 Kilometer weg, nur um ein unbedeutendes Regionalliga-Spiel zu schauen. Aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass Dorf-Fußball in einer recht hohen Spielklasse schon irgendwie meinen Nerv trifft. Bild Bild Da steht einfach mal ein kleines Stadion vor den Toren des Ortes mitten auf dem Feld. Auch wenn die Bude jetzt nicht hochspektakulär ist - ich find es irgendwie gut. Mit dem SV Meppen stellte sich zumindest ein Gegner vor, der immer ein paar aktive Supportbrüder am Start hat und uns diesbezüglich nicht enttäuschte. Mal ließ sich sogar zu einer kleinen Pyro-Aktion hinreißen. Auch der heimische BSV wurde akustisch unterstützt. Und zwar von genau einer fahnenschwingenden männlichen Person. Der Typ allein war eigentlich schon die Anreise wert, wobei ich allerdings nicht zu beurteilen vermag, ob dieser Freak von seinem vermutlich regelmäßigen Handeln ehrlich überzeugt ist oder einfach nur riesig einen an der Waffel hat. Sportlich war die Geschichte auch recht unterhaltsam, so dass ich mich insgesamt auch noch mit dem Ausflug versöhnen konnte.

Di. 08.04.2014 18:35 - Rot-Weiss Essen vs MSV Duisburg
Wo fang ich an, wo hör ich auf? Monatelang habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Endlich mal wieder richtige Atmosphäre, ein Spiel in dem es mal wieder wirklich um was geht, das sich abhebt vom grauen Regio-Alltag, ein echtes Derby, ein Pokalspiel, wer verliert ist weg vom Fenster. Oder wie es 'Kaiser' Franz Beckenbauer schon legendär sagte: "Es gibt nur 'eine' Möglichkeit - Sieg, Unentschieden oder Niederlage." Nun ja, unentschieden war natürlich nicht möglich und am Ende ja irgendwie doch. Wochenlang vor dem Spiel wurde zwischen beiden Fanlagern in den Internet-Foren gepöbelt und ein Schwanzvergleich jagte den anderen. In den letzten Wochen litt die Vorfreude, bedingt durch blutleere RWE-Auftritte, dann gewaltig. Aber am Spieltag war sie dann da. Diese Anspannung, die ich lange nicht mehr in dem Maße verspürt habe. Genau das ist es, was man an Spieltagen braucht. Eine gute Portion Adrenalin macht das anstehende Ereignis doch gleich noch wertvoller. Direkt von der Arbeit ging es zum Stadion. Bild Es kam mir alles etwas unwirklich vor. Egal wo man vorbei kam, selbst an Orten, wo man an normalen Spieltagen mit seiner Leidenschaft alleine ist, sah man Leute in RWE-Klamotten. Ich will nicht übertreiben, aber es lag ein Hauch Bundesliga-Luft über Essen. Die Hütte war ja auch in Nullkommanix ausverkauft. Die Gäste benötigten nur ein paar Stunden, um Ihr Ticketkontingent an den Fan zu bringen, und in Essen brauchte es nicht mal einen Tag. Rund um das Stadion dann ein Wahnsinnsaufgebot an Polizei. Die Straße zum Gäste-Eingang war abgeriegelt wie die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Das Spiel hatte dann alles, was so ein Derby braucht. Bild Eine solide, gut anzusehende Choreo, die auch selten ins Stadion pilgernde Besucher umsetzen konnten, Pyro auf beiden Seiten und über weite Strecken richtig, richtig gute Stimmung, bei der es letztlich keinen Sieger gab. Beide Seiten schmissen alles rein, was sie hatten. Was es nicht brauchte, war das durch ein paar Idioten mutwillig geöffnete Fluchttor zum Spielfeld und den dadurch folgenden sinnlosen Einmarsch einer mehrere hundert Köpfe (oder Helme) starken Polizei-Armee. Was hat sich der Einsatzleiter nur dabei gedacht? Keiner der vermummten Schwachmaten hat letztlich das Feld betreten, auch wenn die Aktion sicherlich als völliger Bullshit zu verurteilen ist. Eine völlig übertriebene Polizei-Präsenz aber ebenso. Bild Polit-Populismus as its best! Schließlich war ja der feine Herr Innenminister im Stadion, da muss man ja mal zeigen, was man hat. Eine halbe Stunde Spielunterbrechung folgte, was ebenso völlig überzogen war. Meine Fresse, wenn ich da an Spiele auf dem Balkan oder in Griechenland und selbst in Italien denke, wo während solcher Nebensächlichkeiten einfach weitergespielt und den Bekloppten erst gar keine Bühne geboten wird. Zuschauer und Spieler ließen sich glücklicherweise von keiner der beteiligten Fraktionen beeindrucken und machten nach der Fortführung des Spiels dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Torlos ging es in die Extra-Time und dann hatte ein gewisser Herr Langlitz, der vor dieser Saison von der U23 der ungeliebten blauen Brut zur Hafenstraße gewechselt war, seinen großen Auftritt. Erst zur Verlängerung eingewechselt, schnappte er sich die Murmel und jagte sie aus 18-20 Metern in die Zebrabude. Tollhaus!! Bild Lange nicht mehr so einen emotionalen Torjubel mitgemacht. Leider konnten die Gestreiften noch durch einen direkt verwandelten Freistoß ausgleichen und das Spiel, das insgesamt ziemlich ausgeglichen war, ging ins Elfmeterschießen. Der Referee entschied, dass vor der Gästekurve geschossen wurde. Dieses war sicherlich ein Nachteil, aber wenn man es nicht schafft, auch nur einen einzigen Elfer reinzuhauen, ist ein das Bolzen nun mal nicht zu gewinnen. Trotzdem hat die Mannschaft Respekt und Anerkennung verdient und den in den letzten Wochen verspielten Kredit wieder ein wenig zurück gewonnen. Hut ab für diese Leistung mit der man den Klassenunterschied zu den Gästen mehr als egalisierte. Unter dem Strich fehlt leider der Ertrag für den erbrachten Aufwand und übrig bleibt das Ausscheiden und damit eine weitere Saison ohne DFB-Pokal-Teilnahme. Nun gilt es die Saison mit Anstand zu Ende zubringen und im Sommer sollten alle Rot-Weissen, Mannschaft, Verantwortliche und Fans, mal ordentlich durchschnaufen und mit frischem Mut in die nächste Spielzeit starten. 'Danke' für diesen Abend. NUR DER RWE!

Sa. 05.04. bis So. 06.04.2014 - Polen
Wochenend-Trip ins oberschlesische Kohlenrevier... KLICK.

Fr. 04.04.2014 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Sc Verl
Wer hätte gedacht, dass der Kick gegen Verl noch diesen Stellwert bekäme. Ein Sieg war nach den Pleiten der letzten Wochen bitter nötig, um den Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht zu knapp werden zu lassen. Offenbar hatte das auch die Mannschaft kapiert, die geduldig und konzentriert spielte und sich für Ihre Arbeit am Ende dann belohnte. Holger Lemke-Fußballgott und Goalgetter Platzek besiegelten die Pleite für die Ostwestfalen. Diese wurden von gut zwanzig aktiven Fans unterstützt. So viel haben die ja nicht mal bei Heimspielen. Auf jeden Fall legte die Gruppe einen ordentlichen Oldschool-Support hin. "Essen, ihr Zigeuner!" und "Montag geht's zum Arbeitsamt" hab ich jedenfalls lange nicht mehr aus dem Gästebereich gehört. Einfach herrlich.

Sa. 29.03.2014 10:15 - Loko Vltavin vs FK Pardubice
Statt Frühstück gab es heute Fußball. Auch beim Kick im Stadtteil Holesovice war die Gruppe nicht vollständig vertreten, heute allerdings eher müdigkeitsbedingt. Immerhin konnte die Anwesenheitsquote auf 75% gesteigert werden. Nach Klobasa-Frühstück und den ersten Pivo lief auch das körpereigene Aggregat langsam wieder an. Bild Die Klobasa-Preise scheinen übrigens um 25% gestiegen zu sein. 50 Kronen kostet der Prügel mittlerweile, also knapp zwei Euro. Während es für Loko noch schwer gegen den Abstieg geht, befinden sich die Gäste im absoluten Niemannsland. Erquickenderweise wurden diese aber von einer etwa 20köpfigen Gruppe unterstützt, die 90 Minuten Dauersupport hinlegten und sogar eine kleine Pyro-Einlage zu bieten hatten. Bild Auch diese Partie endete torlos, wodurch meine 0:0-Quote in 2014 auf erschreckende knappe 30% steigt. Wo soll das noch hinführen?! Das kleine Stadion hat nicht viel zu bieten. Dem Sozialgebäude sind einige bestuhlte Stufen vorgelagert, die von einem Mini-Vordach geschützt werden. Bild Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein kleiner Gästeblock und hinter den Toren herrscht gähnende Leere. Punkten kann da schon eher die umliegende Wohnbebauung, die aus einer Bilderbuch-Plattenbau-Landschaft besteht. Der eigentliche Star ist aber das etwas versteckt liegende Outdoor-Volleyballstadion (vielleicht auch Basketball), dass langsam zuwachsend und verfallend vor sich hingammelt. Wieder mal so ein Ort in dem man die Historie quasi riechen kann. Solche stillen Zeitzeugen lassen mein Herz ja immer höher schlagen. Bei herrlichstem Wetter wurde im Biergarten der angrenzenden Gaststätte noch gespeist und ein paar Pivo genascht, bevor wir uns zwecks Gruppen-Komplettierung in Richtung der Prager Burg davon machten.

Fr. 28.03.2014 20:15 - Bohemians 1905 vs FC Banik Ostrava
Die Tour mit den Kumpels in die tschechische Hauptstadt wurde natürlich dazu genutzt, ein wenig Fusek zu schauen. So bot sich an, Bohemians 1905 im guten alten 'Dolicek' mal wieder einen Besuch abzustatten. Als Gegner stellte sich Banik Ostrava zum Keller-Duell vor, die von einigen Leuten vom befreundeten GKS Katowice unterstützt wurden. Bild Den Erwerb der Einlassermächtigung hatte ich allerdings völlig unterschätzt. Verkauf am Spieltag gab es nämlich nicht, da die Partie mit personalisierten Tickets über die Bühne ging. Daher war natürlich auch kein Schwarzmarkt vorhanden. Weil ich aber nicht der einzige Deutsche war, der vorm Ground rumlungerte, hieß es mal Augen und Ohren auf scharf zu stellen. Irgendwann tauchte ein Typ auf, sammelte die Persos ein, verschwand mit diesen und kam eine Viertelstunde später mit Tickets wieder. Bild Geht doch. Mehr Kohle als den Originalpreis von 150 Kronskis wollte er nicht haben, deshalb vermute ich, dass er im Auftrage des Vereins handelte. Weil sich die Wege unserer kleinen Reisegruppe vor dem Spiel getrennt hatten, bekamen nur zwei von vier Teilnehmern Einlass gewährt. Die anderen fanden den rechten Weg nicht. Aber bisken Schwund ist ja immer. Der Kick war eher schwere Kost, was aufgrund der sportlichen Ausgangslage allerdings nicht überraschte. Sowohl die Bohemians-Kurve als auch die Gäste waren über die gesamte Spieldauer aktiv. So richtig überzeugen konnte mich das allerdings nicht. Im Gegensatz zur 'Klobasa pikant', die schön würzig und nicht zu grob daher kam. Dem planlosen Gekicke angemessen, endete die Partie mit dem undankbarsten Ergebnis. Schnell zurück in die Stadt. Dort warteten ja schließlich noch einige Pivo auf den Verzehr.

Di. 25.03.2014 19:00 - Rot-Weiss Essen vs FC Schalke 04 II
Langsam entwickelt sich die Dauerkarte zum Dauerkater. Ich weiß auch gar nicht mehr, was ich noch schreiben soll. Tatsache ist, dass ich mittlerweile hinsichtlich des Pokal-Spiels gegen den MSV keine Vorfreude mehr empfinde, sondern Angst. Das kann ne ganz böse Nummer werden. Mich stört gar nicht mal so sehr, dass wir verdient gegen die Zwote der blauen Brut verloren haben. Wir schlittern gemächlich Richtung Abstiegszone, sodass aktuell jede Niederlage schwer wiegt. Egal gegen wen. Das Publikum hat das begriffen. Bild Ich bin mir nur nicht sicher, ob auch die Mannschaft das realisiert hat. Diese blutleeren Auftritte machen schlicht und ergreifend Sorgen. Wenn es früher nicht lief, dann wurde wenigsten mit offenem Visier der Rasen umgepflügt. Bisher hat es jedenfalls noch keine Mannschaft in den rot-weissen Trikots geschafft, dass das Publikum komplett ruhig war. Man hätte zwischenzeitlich die berühmte Stecknadel fallen hören können und wenn das so weiter geht, spielt der Hühnerhaufen noch das ganze Stadion leer. So gesehen bot der schöne Sonnenuntergang vor Spielbeginn ein schönes Gleichnis - die Lichter gehen langsam aus und ich meine beim Verlassen des Stadions gesehen zu haben, dass auch das Abstiegsgespenst schon schüchtern in die Hafenstraße gelünkert hat. Man kann nur hoffen, dass die Truppe langsam mal den Schalter umlegt und den Kampf annimmt. Und zwar den Abstiegskampf. Anderenfalls kann man Herrn Fascher nur wünschen, dass er eine Reiserücktrittsversicherung in seinem Vertrag eingebaut hat.

So. 23.03.2014 15:00 - Lyra TSV vs KSK Bree
Auf dem Hinweg hab ich mich schon wieder für diese Aktion gehasst. Nach der langen Party-Nacht wäre es deutlich vernünftiger und erholsamer gewesen, den Sonntag mal auf der Couch zu verbringen. Bild Verdammter Fußball! Aber da wartete ja noch eine Tribünenperle im westflandrischen Lier, denn das Stadion des Lyra TSV wird am Ende der Saison dem Erdboden gleich gemacht und es stehen bis dahin nur noch wenige Partien vor diesem ehrwürdigen Ambiente an. Die überdachte Tribüne, mit ihren alten Holzbänken und den Stehrängen im unteren Bereich, stammt aus dem Jahre 1922 und wurde seitdem so gut wie gar nicht verändert. Das alte, ziemlich zerschossene Giebeldach erinnert an alte englische Stadien. Bild Bild Ist irgendwie schon was besonderes, dieses alte Gerippe. Eine Schande, dass das Teil dem Exitus geweiht ist, obwohl ich den wirtschaftlichen Aspekt nachvollziehen kann. Denn einerseits ist der citynahe Baugrund sicherlich ein Vermögen wert und auf der anderen Seite müssten wohl Unmengen Geld in die Hand genommen werden um den Tribünen-Methusalem nach gültigen Sicherheitsaspekten zu sanieren. Die ungedeckte Stehtribüne hinter dem südlichen Tor ist auch nur zehn Jahre jünger, so dass der typisch belgische kombinierte Kantinen-Business-Bereich hinter dem anderen Tor der jüngste Teil des Grounds ist. Die verbleibende Längsseite bietet keinen Ausbau, da unmittelbar dahinter eine Straße verläuft. Die Mannschaft machte der historischen Kulisse wenige Ehre und verlor die Heimpartie gegen die Gäste aus Limburg mit 0:2. Ein mit allen frittierten Gemeinheiten geschmückter Frituur-Besuch rundete den Ausflug ab.

Sa. 22.03.2014 14:00 - SG Wattenscheid 09 vs Rot-Weiss Essen
Sa. 22.03.2014 16:30 - Blau-Weiss Lirich 09/12 vs Sportfreunde Königshardt
Meine Fresse - was sich die Roten da wieder zusammen spielten, geht auf keine Kuhhaut. Okay, der in der Vorwoche vollzogene Tausch auf dem Trainerstuhl zielt natürlich auf den mittelfristigen Aufbau ab. Aber es wäre sicherlich legitim gewesen, wenn man den in der Überzahl anwesenden RWE-Anhang mal mit einer engagierten, soliden bis guten Leistung erfreut hätte. Zwar war man gegen die abstiegsgefährdeten Gastgeber das bessere Team - aber eben nur das bessere von zwei unterirdisch aufspielenden. Mit der eigentlich einzigen eigenen Torchance entschieden die Bochumer Vorstädter den Kick durch einen direkten Freistoß. Bild Anders als aus ruhender Position hätte auch kein Tor für die SGW fallen können, denn ein Angriffsspiel fand allein wegen mangelnder Begabung nicht statt. Aber der vermeintliche Favorit machte es nicht wirklich besser. Zwei, drei guten aber vergebenen Chancen standen etliche verzogene, verstolperte, verkackte Bälle gegenüber. Zwar war natürlich von vornherein kein fußballerisches Feuerwerk zu erwarten, aber bei längerem Hinsehen drohte einem gar die Erblindung. Bleibt einzig positiv die kleine, das eigene Team aufmunternde Choreo der Heimseite in Erinnerung. Bild Eigentlich wollte ich dann nur noch heim, aber dieser kleine Fußballteufel in meinem Kopf entfachte das bereits ad acta gelegte Vorhaben neu, das Bezirksliga-Topspiel in Oberhausen zu besuchen, das ja aufgrund der gegenseitigen Abneigung der Übungsleiter und der sportlichen Situation einige Brisanz besaß. Zwar war wetterbedingt nicht die erwartete vierstellige Zahl an Zuschauern gekommen, aber knapp 800 Leute dürften die schmucke Anlage an der Tulpenstraße bevölkert haben. Mit dem Führungstreffer für die Gäste, der bereits in der ersten Minute fiel, war die Richtung klar. Verfolger Lirich, dass den Mund vor der Partie ganz schön vollgenommen hatte, konnte den Spitzenreiter nicht ernsthaft gefährden, sieht man von einer kurzen Phase nach dem Seitenwechsel ab, in der auch der Anschlusstreffer fiel. Leider hielten sich beide Trainer sehr zurück, so dass der Kick handzahm und sportlich fair über die Bühne ging. Ab nach Hause.

Fr. 21.03.2014 19:30 - Krefelder EV vs ERC Ingolstadt
Exkursion in den Sport, der für mich neben dem Fusek am meisten von Interesse ist. Mein jährliches Quoten-Eishockeyspiel ging im ‚Königspalast‘ zu Krefeld über die Bühne. Hatte ja bereits im letzten Jahr vor, Dominik mal zu einem Playoff-Spiel seines Herzensclubs zu begleiten, was terminlich einfach nicht geklappt hatte. Bild Also neuer Versuch in diesem Jahr und das dritte Spiel der ersten Runde gegen den ERC Ingolstadt passte gut. Pinguine gegen Panther - diese an die NHL angepasste Namensgebung finde ich in Deutschland sowas von absurd. Das passt hier einfach nicht. Die Halle meldete mit über 8tsd Leuten sold out. Aus Ingolstadt hatten es 50-60 Leute an den Niederrhein geschafft. Bild Obwohl der KEV als deutlich favorisiert galt, begann der ERC stark und konnte in Führung gehen. Krefeld bekam die Partie aber in den Griff und drehte das Ergebnis. Im Mitteldrittel konnten die stark kämpfenden Oberbayern aber mit einem Shorthanded Goal ausgleichen. Überhaupt lieferten die Gäste ein verdammt starkes Unterzahlspiel ab. Bis zum Schlussdrittel war die Partie technisch schwach. Viele Abspiel- und Stockfehler. Im letzten Drittel gab der KEV aber nochmal ordentlich Gas. Auch die Stimmung war nun endlich playoff-würdig und die ganze Halle ging mit. Das Tor wollte aber einfach nicht fallen. Also Overtime. Im Zweifelsfalle bis zum Erbrechen. Dazu kam es aber nicht, weil Ingolstadt in den fortgeführten Angriffsbemühungen einen der zahlreichen Defensivfehler der Gastgeber zum Sudden Death in der vierten Spielminute der Overtime nutzen konnte. Gebrauchter Tag für die Antarktis-Bewohner, aber noch ist die Kirsche ja nicht gegessen.

Mi. 19.03.2014 20:45 - Borussia Dortmund vs Zenit Sankt Petersburg
Wenn die Dauerkarten des Arbeitgebers frei sind und der Chef den gemeinsamen Spielbesuch vorschlägt, kann man ja so oder so nicht ‚Nein‘ sagen. Spiele in Dortmund kann man ja auch eigentlich immer mitnehmen. Bild Es gibt jedenfalls definitiv schlechtere Alternativen für die innerwöchentliche Abendgestaltung. Leider fehlte der Partie dieses Mal die Qualität. Mangelnde Laufbereitschaft und Verwaltung des Hinspiel-Ergebnisses hemmten den Spielfluss. Aus Russland war eine überaschende Anzahl Kanisterköppe mitgereist, auch wenn sicherlich einige Exil-Russen darunter waren. Bild Gut dreitausend werden es gewesen sein, die auch ab und mal nen Bengalo anrissen. Finde es ja immer verschenkt, wenn fünf oder sechs Mal eine oder zwei Fackeln gezündet werden, statt auf ein Mal zehn oder zwölf, was ja das wesentlich beeindruckendere Bild ergäbe. Die Südtribüne war auch nicht so stark wie sonst. Dafür dürfte aber mitverantwortlich sein, dass bei internationalen Spielen durch die Sitzplatzreglementierung bestehende Strukturen aufgebrochen werden und der Support wohl schwieriger zu organisieren ist. Das Erreichen des Viertelfinals trotz Heim-Niederlage wurde von einigen fehlgeleiteten Event-Heinis mit Pfiffen belohnt. Die Schattenseite des Erfolgs der letzten Jahre - wenn es mal nicht läuft, gibt’s direkt auf die Fresse und das ungeachtet der Gründe für die mageren Ergebnisse der letzten Wochen. Kann mir aber auch egal sein.

So. 16.03.2014 12:00 - CE L'Hospitalet vs Huracán Valencia CF
So. 16.03.2014 17:00 - FC Barcelona vs CA Osasuna
Zum High Noon fanden wir uns in L'Hospitalet de Llobregat ein. Das Navi hätte uns beinahe den Anstoß gekostet, führte es uns doch zielsicher in ein Industriegebiet. Der Opa an der Bushaltestelle wusste aber zu helfen. Bild Nicht dass wir ihn verstanden hätten, aber mit wachsender Begeisterung erklärte er uns mit Händen und Füßen die Richtung, so dass wir gerade noch rechtzeitig aufschlugen. Das Stadion sieht äußerst speziell aus und ich wage zu bezweifeln, dass es ähnliches noch häufig auf dem Erdball zu finden gibt. Reines Fußballstadion mit rundherum sieben Sitzreihen. Bild In einer Ecke baut sich aber ein ansehnlicher zweiter Rang auf, der von der Mitte der Hintertorseite bis etwa zur Mitte der Geraden reicht. Keine Ahnung, was der Grund für diese merkwürdige Bauweise war. Es sieht nicht so aus, als hätte man den Bau warum auch immer abbrechen müssen. Auf jeden Fall ist es irgendwie einzigartig. Der Kick der 'Segunda B' war nicht ganz so einzigartig. Bild Zwar auf recht hohem Tempo und hitzig geführt, aber es fehlten die Torraum-Szenen, die einfach die zwingende Würze für eine Fußballspiel sind. Als ich mich bereits mit dem Ausbau meiner erschreckenden diesjährigen 0:0-Quote abgefunden hatte, gab es kurz vor dem Ende noch einen berechtigten Elfer für die Hausherren. Der war auch drin, wurde aber aus mir nicht ersichtlichem Grund zurück gepfiffen. Der Schütze war aber kaltschnäuzig genug, das Leder auch ein zweites Mal zu versenken. Überraschenderweise gab es sogar Support. Nach einer entspannten Überbrückungsstunde am Strand machten wir uns zum 'Camp Nou' auf. Bild Den Wagen konnte wir überraschend günstig parken und dann stürzten wir uns in den Touri-Trubel. Ich habe mich wirklich selten in einem Fußballstadion so fehl am Platz gefühlt wie hier. Im von uns gewählten Block sprachen jedenfalls die wenigsten spanisch und das wird sich in anderen Bereichen des weiten Rundes nicht großartig unterschieden haben. Bild Dafür bevölkerten Völker aller Herren Länder im frisch gekauften Barca-Trikot die Sitze. Die ganze Veranstaltung ist einfach nur fürchterlicher Touri-Dreck. Da weiß man erst einmal zu schätzen, dass man sein Fußballherz an einen erfolglosen Verein mit verblichener Tradition verschenkt hat. Aber da ich das größte Fußballstadion Europas mal erlebt haben wollte, musste ich die Nummer hier ja mal auf mich nehmen. Bild Zugegeben - es ist schon ein imposant großer Bau und was Messi und Co unten auf dem Grün in kaum zu erkennender Ferne ablieferten, hatte schon hohen sportlichen Unterhaltungswert. Aber von einem Stadion-Erlebnis habe ich einfach eine andere Vorstellung, auch wenn ich das alles nicht überraschend fand, sondern ziemlich genau so erwartet hatte. Spanien ist ja eh nicht gerade als Support-Paradies bekannt, aber dass sich unter über 70tsd Leuten so eben knapp fünfzig finden, die ihre Mannschaft verbal unterstützen wollen, ist schon traurig. Die einzigen fünfzig vor denen ich Respekt hatte, waren die aus Osasuna, die ihr Team trotz dem 0:7-Debakel während des ganzen Spieles unermüdlich anfeuerten. Meinem Mädel brachte das Wochenende den siebzehnten und achtzehnten Länderpunkt - jetzt holt die auch noch auf.

Sa. 15.03.2014 16:00 - FC Andorra vs UA Horta
Das lange Wochenende mit der Herzdame in Katalonien sollte mit dem Länderpunkt Andorra verbunden werden. Oder war es umgekehrt? Man weiß es nicht. Von Girona führte der mautfreie Weg bei herrlichem Wetter durch die östlichen Pyrenäen bis auf Schneehöhe von über 1800 Meter bevor es wieder auf 'nur' noch knapp 1000 Meter herab ging. Länderpunkt Andorra mal anders... lange war die Idee am Sonntag einen Kick der andorranischen 'Primera Divisio' mitzunehmen. Das hätte aber extremen Zeitdruck bedeutet, da ebenfalls für Sonntag das Barca-Heimspiel eingeplant war. Kurz vor der Abreise stolperte ich dann über den mir bisher unbekannten FC Andorra, den einzigen Club des Zwergstaates, der nicht in der heimischen Liga sondern im spanischen Spielbetrieb mitmischt. Das hatte eine kurzfristige Änderung des Plans zur Folge. In den 80ern und 90ern schaffte es der Verein gar in die drittklassige 'Segunda B' - mittlerweile gurkt man aber sehr mittelmäßig in der fünftklassigen 'Primera Catalana', der höchsten regionalen Klasse Kataloniens. Dieses könnte natürlich die Groundhopping-Polizei auf den Plan rufen, da ich also kein Spiel unter Regie des Landesverbandes gesehen habe. Aber hat man den Länderpunkt Liechtenstein, wenn man den FC Vaduz bei einem Schweizer Ligaspiel gesehen hat? Zählt Wales, wenn man Cardiff City in der 'Premier League' besucht hat? Was ist mit San Marino Calcio in der italienischen 'Serie C'? Und macht man mit Derry City eigentlich den Länderpunkt Irland oder doch Nordirland? Bild Leidige Diskussion, der ich mich auch völlig enthalte, da ich mein Hobby keinem festen Regelwerk unterstelle. Denn die ganze Geschichte ist Spaß und Freude und soll es auch bleiben. Jeder soll die Sache so handhaben, wie er es meint. Im Zweifelsfall bescheißt man sich eh nur selbst. Ich sehe es so, dass es darauf ankommt, wo sich das bespielte Stadion befindet, Bild ganz gleich ob der gastgebende Verein nun im einheimischen oder einem benachbartem Verband mitmischt. Und der 'Camp d'Esports d'Aixovall' liegt definitiv auf andorranischem Staatsgrund. Ein Pflichtspiel, also kein Vergleich in Freundschaft oder zum Test, sollte es aber schon sein und diese Voraussetzung wurde mit dem Spiel der 'Primera Catalana' erfüllt. Das kleine Stadion vor traumhafter Gebirgskulisse besteht nur aus einer Sitztribüne. Die anderen Bereiche um den Platz sind für das Publikum nicht zugänglich. Allerdings nutzten einige Personen die zur Straße gelegene Hintertorseite, um die Veranstaltung durch den Zaun blickend zu verfolgen. Es fällt mir schwer, das Dargebotene sportlich einzuordnen. Auf gelungene Kombinationen folgten haarsträubende Fehlpässe und nach technisch schönen Einlagen gab es direkt den Stolperer. Insgesamt war es so übel aber nicht anzuschauen und ein Spiel der andorranischen Liga hätte sich wahrscheinlich weder positiv noch negativ abgehoben.

Sa. 08.03. bis Mo. 10.03.2014 - Bari & Napoli
Ausflug ins südliche Italien. Wer mehr erfahren will, klickt bitte HIER.

So. 02.03.2014 15:00 - VC Herentals vs KFCO Beerchot Wilrijk
Beerschot - da war doch was! Dem Beerschot AC, vormals Germinal Beerschot, vormals Germinal Ekeren, wurde nach der dem Ende der letzten Saison der ersten Liga aufgrund finanzieller Probleme die Lizenz verweigert, worauf der Verein aufgelöst und in den FC Wilrijk (einhergehend mit der Namensanpassung) integriert wurde. Bild Nun rauscht die Mannschaft also grad durch die regionalen Liga der Provinz Antwerpen, steht recht unbehelligt auf dem Aufstiegsplatz und reitet auf einer Welle der Sympathie. Heimspiele werden von mehr als 7tsd Leuten verfolgt und auswärts wird die Mannschaft auch immer von bis zu 2tsd Anhängern begleitet. Bild Ungefähr so viele dürften auch nach Herentals gefunden haben, wo ein nettes kleines Stadion mit zwei überdachten Tribünen zu finden ist. War jedenfalls schon alles ziemlich lila-weiß dort. Den besseren Intro-Auftritt legten trotzdem die zwei Dutzend aktiven Heim-Supporter hin. Auf eine kleine Blockfahne folgte ein bisken roter Rauch. Auch auf dem Rasen hatten die Gastgeber nach offensiven Anfangsbemühungen der Gäste zunächst die Nase vorn - kurz nach dem Pausentee ging Herentals in Führung. Mit zunehmender SpieldauerBild Bild gewann man den Eindruck, dass Beerschot die Bude heut nicht treffen würde. Aber Fusek wär nicht Fusek, wenn nicht immer wieder alles anders käme. Der beinahe die gesamte Spielzeit untauglich wirkende etwa 4,50 Meter große dunkelhäutige Gäste-Stürmer stand zweimal dort wo ein Stürmer stehen muss und drehte die Partie per Doppelschlag zehn Minuten vor dem Ende. Kurz vor Schluss musste die Partie dann unterbrochen werden, da sich ein paar motivierte Away-Supporter dem Rahmenprogramm hingeben wollten und halbherzig versuchten, den Bauzaun zwischen Heim- und Gastbereich zu beseitigen. Dass dieses auch einfacher geht, zeigte dann eine Handvoll tatkräftiger Einheimischer, die kurzentschlossen über den Rasen zu den Gästen stießen und ein paar ordentliche Backpfeifen verteilten. Zumindest in dieser Disziplin blieben die Punkte in Herentals.

Sa. 01.03.2014 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Rot-Weiß Oberhausen
Derby gegen RWO... zwar kamen über 10tsd Leute zum Spiel, aber irgendwie reißt einen die Paarung ja nicht mehr vom Stuhl. Dem Gästeanhang mag die Partie ja noch wichtig sein, aber in Essen macht sich zunehmend Langeweile breit. Die Anzahl der Gästefans war dann gemessen am relativen schwachen Heimzuschauerschnitt von RWO auch noch ganz okay. Etwas mehr als eineinhalbtausend mögen es gewesen sein. Das traurige Häuflein von etwa 70-80 Personen, dass sich im unteren Bereich des Gästeblocks um Atmosphäre bemühte, war zwar stetig im Einsatz aber halt doch etwas schwach auf der Brust. Aber nicht, dass die Stimmung auf der Heimtribüne besser gewesen wäre. Es eiert halt alles so vor sich hin. Keiner hat mehr Bock auf die meist blutleeren Vorstellungen in einer abgehakten Ananas-Saison. Es fehlt einfach die Brisanz. Das Ultra-Singsang in der Kurve animiert dazu auch noch die wenigsten zum Mitmachen. Der Kick endete dann mit leichtem Chancenplus für RWE mit einem letztlich gerechten Unentschieden.

So. 23.02.2014 16:00 - RFCU Lëtzebuerg vs Swift Hesperange
Bild Frage: Wie bescheuert muss man sein, um für ein einziges popeliges Spiel , dazu noch zwischen dem Letzten und dem Vorletzten, für einen Tag nach Luxembourg zu fahren? Antwort: Ziemlich bescheuert! Da ich diesen Zustand jedoch bedenkenlos für mich in Anspruch nehmen kann, ergriff ich spontan Nobbis Mitfahr-Angebot. Marius war auch mit von der Partie - konnte also nur heiter werden. Als ich dann gegen Mittag zum Treffpunkt Richtung Mönchengladbach startete, hasste ich mich schon wieder für meine Zusage. Aber die Aussicht auf eine kurzweilige Fahrt mit dem Chaos-Geschwader ließ die Zweifel wieder schwinden. Bild So wurde dann auch nicht zu wenig gelacht. Gar nicht zum Lachen war dagegen das, was die eingeschränkt talentierten Akteure auf dem Rasen darboten. Bild Die Leistung wurde dem Aussehen des Geläufs angepasst und es entwickelte sich ein recht unterirdisches Gebolze, zu dem ich kaum in der Lage bin einen Vergleich zu einer deutschen Spielklasse zu ziehen. Bezirksliga-Niveau ist schon beinahe geschmeichelt. Meine Erfahrungen mit dem letzeburgischen Fusek ist zwar nicht sehr ausgeprägt und es wurde auch nicht viel erwartet, aber der Status Quo erschreckte mich dann beinahe. Sei es drum. Letztlich gesellte sich dieser Kick zu den unzähligen anderen miesen, die man schon sehen durfte, und das Spiel ist ja irgendwie auch eher Nebensache. Überrascht hat mich noch, dass die Gast-Mannschaft von einer etwa 15-20köpfigen organisierten Support-Gruppe begleitet wurde, die aber auch nur selten den Mund aufmachte. Wer mag es ihnen verdenken. Nobbi brachte uns dann mit seinem Fernost-Boliden sicher wieder in die Heimat zurück.

Sa. 22.02.2014 14:00 - Alemannia Aachen vs Rot-Weiss Essen
Zum wohl attraktivsten Away-Kick der Spielzeit startete man halbwegs erwartungsfroh, da sich die Alemannia in ihren Leistungen ja auch nicht gerade überschlägt. Bild Bei gefühlten 75% Ballbesitz brachte es der Verein des Herzens aber fertig, die Partie komplett den Bach runtergehen zu lassen. Bild Kein Wunder, wenn von zwanzig in den Sechzehner gesemmelten Flanken auch ziemlich genau zwanzig ziemlicher Rotz sind und der gegnerischen Verteidigung nicht mal ein müdes Lächeln abringen können. Ein weitere gute Voraussetzung, ein Tor zu erzielen, wäre, auch mal den Ball in Richtung des Gehäuses zu treten. Machten aber eigentlich nur die Gastgeber und hatten dreimal Erfolg damit. Das heißt, eigentlich nur zweimal, denn das letzte Tor war eine Slapstick-Einlage der rot-weißen Defensive. Die etwa 1500 Mitgereisten schalteten irgendwann in den klassischen 'Scheißegal'-Modus um und feierten einfach weiter - auch nach dem Schlusspfiff. Die in die Kurve gekommene Mannschaft brauchte dann eine Minute um zu merken, dass sich heut keiner mehr für sie interessieren will aber dann wackelten die Strategen bedröppelt in die Kabine. Danke für nichts.

So. 16.02.2014 15:00 - Westfalia Rhynern vs Spvgg Erkenschwick
Bild Bild Hamm-Rhynern. Kann man machen, muss man nicht. Da das Alternativ-Programm aber begrenzt war und ich keine Lust hatte, weit zu fahren, schien die Partie gegen die Schwicker eine gute Idee. Die Gäste wurden vom üblichen 100 Mann-Anhang begleitet, von denen in der zweiten Halbzeit einige mit zunehmender Wirkung des Pils-Konsums auch mal den Mund aufbekamen und einige Anfeuerungen über die nette kleine Anlage schallen ließen. Unangefochten an Nummer Eins: "Wenn wir verlieren, könnt ihr renovieren!" Dazu kam es aber nicht, da beide Mannschaften auf wirklich üblem Geläuf alle Mühe hatten, ein paar Torraumszenen zu arrangieren. Folgerichtig ging die Gurke torlos zu Ende. Der 'Sportplatz Papenloh' besticht nicht durch krassen Ausbau. Ein paar Stufen auf der einen Seite sehen sich einer kleinen Sitztribüne gegenüber. Im Sommer, wenn die an drei Seiten befindlichen Bäume in voller Blätterpracht stehen, dürfte aber eine ganz idyllische Atmosphäre herrschen.

Sa. 15.02.2014 13:00 - FSV Frankfurt vs Dynamo Dresden
Nein, ich werde nicht zum Dynamo-Allesfahrer! Aber wenn man sich vornimmt, ein bisher nicht besuchtes Stadion der zweiten Liga anzusteuern, ist der Pöbel aus Sachsen als Gegner der gastgebenden Mannschaft sicherlich ein gute Wahl. Besagter Pöbel enttäuschte nicht. Zwar wurde der Support nicht neu erfunden, aber der mit gut 800 Leuten (insgesamt dürften knapp 1500 im Stadion den Gästen die Daumen gedrückt haben) Gästeblock feuerte die eigene Mannschaft bei hoher Mitmach-Quote konstant an. Bild Bild Zu Beginn boten beide Seiten eine kleine Choreo, wobei die Schwarz-Gelben eindeutig als Sieger hervor gingen. Andersherum lief es auf dem Spielfeld. Dabei fing es für Dynamo vielversprechend an. Die Notbremse eines FSV-Verteidigers wurde zurecht mit rot belohnt und der fällige Freistoß aus etwa 18 Metern zur Führung in den Giebel gezaubert. Im Laufe der ersten Halbzeit ließen sich aber elf Dresdener von zehn Frankfurtern immer mehr den Schneid abkaufen, was zu Beginn der zweiten Halbzeit im verdienten Ausgleich mündete. Zehn Minuten vor Ende erzielten die Gastgeber mit einem fragwürdigen Elfer die Führung, was dem Pöbel auch endlich Grund gab ordentlich zu pöbeln. Der dritte FSV-Treffer besiegelte den Heim-Erfolg, denn der Anschluss der Gäste kam zu spät. Wenn man solche Gelegenheiten, auswärts bei einem direkten Konkurrenten zu punkten, liegen lässt, wird man es im Abstiegskampf ganz schwer haben.

Fr. 14.02.2014 19:00 - Rot-Weiss Essen vs Fortuna Düsseldorf II
Bild Der glorreiche RWE, der aus den vier Spielen nach der Winterpause gerade Mal einen Punkt eingefahren hatte, gegen die Zwote von der Fortuna aus der Landeshauptstadt, die seit fünfzehn Spielen ungeschlagen war - was will man da erwarten?! Vorsichtshalber packte ich mich ein kleines Stauder-Polster, damit es im Falle der erneuten Demütigung nicht ganz so weh tut. Auch Szene-Größe Ulf war wohl arg im Zweifel, ob das heute gute gehen würde, und verzog sich zum Schutze schon mal in einen Karton des Erzeugnisses vom Jakob. Aber Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht mal wieder ganz anders gekommen wäre. Zwar war es bis zum Führungstreffer auch nicht grad dolle anzusehen, aber dann lief es. Und wie! Deren weitere vier Treffer wurden den Gästen eingeschenkt und wenn ich behaupte. es hätten auch nochmal weiter drei sein können, untertreibe ich nicht. Ob die Nummer ne Eintagsfliege war oder ob sich die Elf nun gefangen hat, wird das nächste Spiel bei der Aachener Alemannia zeigen.

Sa. 08.02.2014 13:00 - 1.FC Union Berlin vs Dynamo Dresden
Es flog noch ein Hotel-Gutschein für Berlin rum, der mit der Herzdame verkloppt werden wollte. Und gaaanz zufällig fand am auserwählten Wochenende das Spiel der Eisernen gegen das Team aus Elb-Florenz statt. Auf abenteurlichen Wegen konnten zwei Tickets für den Kick, für den es gar keinen freien Verkauf gab - alle Tickets würden über Dauerkarten-Inhaber und Mitglieder verscherbelt - organisiert werden. Ticket eins bekam ich über eine einschlägige Gruppe in einem bekannten sozialen Netzwerk von einem Gladbach-Supporter, gebürtiger Essener, derzeit wohnhaft im Freistaat Bayern. Für die zweite Karte trafen wir vor dem Spiel unseren 'Dealer' Calle, an den ich über meinen 'schwedischen' Exil-V-Mann Daniel, der Calle kurz vorher beim Unioner Skandal-Testspiel in Stockholm kennengelernt hatte, rangekommen war und der noch ein Ticket übrig hatte. Bild Nachdem wir mit Calle noch in Ruhe ein Bier in Köpenick geschlürft hatten, begaben wir uns zum Kult-Ground in die Wuhlheide, der mittlerweile zu einem modernen Fußballstadion ausgebaut worden ist. Erst im letzten Jahr wurde mit Fertigstellung der neuen Haupttribüne, deren Außenfassade äußerst gelungen ist, der Umbau vollendet. Bild Trotzdem verfügt die Bude über unverwechselbaren Charme, der nicht zuletzt dadurch bestimmt wird, dass die übrigen drei Tribünen ausschließlich über Stehplätze verfügen. Volles Haus also im Ost-Duell gegen Dynamo. Aufgrund der Tabellensituation war eigentlich alles andere als ein Heimsieg eine Überraschung. Dynamo präsentierte sich aber in der Defensive äußerst konzentriert und Union fiel nichts Entscheidendes ein. Ab Mitte der ersten Halbzeit wurde Dynamo dann mutiger und hatte durchaus Chancen einen Treffer zu landen, während für die Heimmannschaft nicht mehr als zwei oder drei gute Möglichkeiten notiert werden konnten. Bild Am Ende konnten die Köpenicker froh sein, die Partie nicht sogar verloren zu haben, da Dresden die besseren Möglichkeiten herausspielen konnte. Die Stimmung war trotzdem überdurchschnittlich und von angenehm wenig Ultra-Stil-Elementen bestimmt. Offenbar bekommt es die eiserne Ultra-Fraktion hin, den Support-Stil auf die Oldschool-Ansprüche des Köpenicker Publikums abzustimmen. Erfreulich viele ältere Gassenhauer wurden durchs Rund geschmettert, die dann vom gesamten Heim-Publikum oft auch weitergetragen wurden. Bild Meine Meinung zum Thema 'Ultra-Support' ist den meisten Lesern ja mittlerweile bekannt. So fühlte ich mich äußerst wohl in der Wuhlheide und die durch die mutige und kritische Haltung des FC Union zu abstrusen DFB-Beschlüssen eh schon vorhandene Sympathie für den Verein, wurde definitiv vertieft. Dresden bot keinen überragenden, aber zumindest den gewohnt bodenständigen Support. Leider kamen die Gäste meiner Forderung nach massivem Einsatz pyrotechnischer Gegenstände nicht nach. Wir blieben mit Calle und seinen Leuten nach dem Spiel noch ein paar Biere lang am Stadion hängen, bevor wir uns wieder ins Stadtzentrum begaben. Der für Sonntag anvisierte Berlin-Pokal-Kick im alten Poststadion wurde mir leider durch den örtlichen Fußballverband entrissen, der den Rasen für unbespielbar erklärte.

Fr. 31.01.2014 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SC Wiedenbrück
Mit den Kumpels geplaudert und viel gelacht, Bratwurst gegessen und zwei Bier vom Jakob geschlürft. Und der direkte Weg von der Hafenstraße zur Rahn-Tribüne ist auch endlich fertig, Bild so dass die Strecke von der ‚Melches-Hütte‘ zu unseren Plätzen nun deutlich verkürzt ist. War ein schöner Abend, kann man meinen. Wenn nicht noch Fußball gespielt worden wäre. Zunächst schien alles im Lot. Durch einen Sonntagsschuss und einen berechtigten Foulelfmeter führten die Roten nach einer Viertelstunde früh mit zwei Toren. Was danach ablief, schien mehr wie eine Sequenz aus ‚Verstehen Sie Spaß‘, nur dass der Spaß irgendwie auf der Strecke blieb. RWE gab das Spiel aus der Hand und verlor völlig den Faden. In der zweiten Hälfte wurde die behäbige Innenverteidigung von den schnellen Gästestürmern fast vorgeführt. Negativ-Höhepunkt war das irrwitzige Dribbling vom Ex-Blauen Langlitz (haben die den bei uns eingeschleust, damit er noch mehr Schaden anrichtet?) gegen drei Gegner vor dem eigenen Sechzehner, das letztlich im entscheidenden Treffer mündete. In Erinnerung bleibt als wahres Highlight Helene Fischers ‚Atemlos durch die Nacht‘, das in der Halbzeit gespielt wurde.

So. 26.01.2014 14:30 - SV Venray vs VV Gemert
Bild Auf weite Fahrerei hatte ich keinen Nerv und auf deutschem Fußballboden passiert noch nicht viel. Daher führte mich der Weg heute nur einen Steinwurf hinter die holländische Grenze nach Venray. Das kleine Stadion im Sportpark 'De Wieën' sieht so aus, wie die Anlagen im niederländischen Amateuer-Bereich halt überwiegend aussehen. Bild Eine hübsche kleine Sitztribüne wird von einigen teilweise überdachten Stehstufen flankiert. Die übrigen drei Seiten bieten lediglich kleine Graswälle. Der Fünfte der Sonntags-Gruppe B der viertklassigen Hoofdklasse empfing den Führenden und hatte sicherlich die Absicht, sich bei neun Punkten Rückstand mit einem Sieg die theoretische Chance auf den Platz an der Sonne zu erhalten. Der Kick war im Grunde gar nicht mal so übel und wurde auf Augenhöhe geführt. Natürlich war auch der eine oder andere Fehlpass drin, aber Tempo und Engagement stimmten auf jeden Fall. Nach neunzig ausgeglichenen Minuten hatte die Partie trotzdem einen Sieger, weil der Tabellenführer eine seiner Chancen zehn Minuten vor Spielende verwertete, während das Heim-Team einige gute Möglichkeiten fahrlässig liegen ließ.

Sa. 25.01.2014 14:00 - Viktoria Köln vs Rot-Weiss Essen
Zum verspäteten Rückrundenauftakt - im Dezember war die Partie der Witterung zum Opfer gefallen - war der glorreiche RWE zu Gast bei der künstliche Geldblase von der 'Schäl Sick'. Von den über zweitausend Besuchern drückten sicherlich über die Hälfte den Guten die Daumen. Der RWE legte los wie der RWE - nämlich irgendwie gar nicht. Bild Als die Viktoria Mitte der ersten Halbzeit durch einen diskutablen Hand-Elfmeter in Führung ging, hätte dieses auch schon der dritte Treffer sein können. Das Gegentor tat den Roten dann ganz gut, denn dadurch offenbar aufgeweckt, bot man dem Kölner Millionen-Kader dann die Stirn und spielte endlich mit. Trotzdem erzielten die Gastgeber nicht ganz unverdient kurz nach Wiederanpfiff den zweiten Treffer. Für beide Kölner Tore zeichnete Mike Wunderlich verantwortlich, den ich zu seiner kurzen Essener Zeit gern gesehen und als sympathisch empfunden habe, der aber nun in Diensten seines aktuellen Arbeitgebers einfach nur noch unerträglich wirkt. Bild Trotzdem ein Klasse-Spieler, der ja nach der rot-weissen Episode beim FSV Frankfurt auf einem guten Karriereweg war, bis ihn psychische Probleme zum Verein seines Vaters in die Domstadt trieben. Nun ja - ein gut dotierter Vertrag heilt wohl auch die fieseste Depression...! Mit dem 2:0 schien die Kirsche eigentlich gegessen, aber durch einen 'gewollten' Foul-Elfmeter kamen die Roten eine Viertelstunde vor dem Ende zum Anschlusstreffer und trotz kurz darauf folgender Unterzahl nach Platzverweis spielten plötzlich nur noch die Gäste. Fusek ist halt zu nem großen Teil Psychologie. Es wurde alles nach vorn geworfen und mit der allerletzten Aktion - der unterdurchschnittliche Referee pfiff direkt danach ab - fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich! Die Folge waren Jubelszenen auf den Rängen und dem Rasen wie nach einem Pokalsieg. Scheiß auf den Punkt, aber diesem Verein von Unsympathen damit wahrscheinlich die letzte kleine Aufstiegschance entrissen und Ekel-Trainerpaket Pele Wollitz das Wochenende versaut zu haben, machte jedenfalls ordentlich Spaß.

Sa. 18.01. bis Mo. 20.01.2014 - Gibraltar & Andalusien
Kleiner Tour-Bericht anlässlich der Reise zum jüngsten UEFA-Mitglied... KLICK.

So. 12.01.2014 14:30 - RFC Malmundaria vs RFC Tilleur Saint-Gilles
Bild Bild Da ich aufgrund der Aktivitäten am Samstag-Abend mit meiner Herzdame eh in Köln nächtigte, lag es ja nah, am Sonntag mal eben über die Grenze zu 'hüpfen'. Viel Auswahl war nicht, also entschieden wir uns für eine entspannte Fahrt durch die schöne Nordeifel ins ostbelgische Malmedy. Dort forderte der gastgebende klangvolle RFC Malmundaria die Gäste aus der Liéger Vorstadt zum Abstiegsduell in der ersten Privincial. Das 'Stade Jacques Lechat' gefällt mit seinem recht schmucken Eingang und der überdachten Sitztribüne - in der natürlich die unvermeidliche Kantine auch nicht fehlt - schon recht gut. Die Hintertorseiten lassen jeden Ausbau missen. Bild Die Gegenseite verfügt über ein angejahrtes Betonstufenwerk über etwa 20 Meter Länge. Fünfte Liga Belgien - was will man da erwarten... das Dargebotene war zwar wiederum nicht ganz so übel, wie es vorher meine Sorge war. Bild Mit geordnetem, athletischem Fußball hatte die Geschichte aber trotzdem wenig zu tun. Nachsichtig sei noch anzumerken, dass der unebene, tiefe Boden und der nicht gemähte und daher zu hohe Rasen die Spieler in ihrem verzweifelten Bemühen nicht sonderlich unterstützte. Torraum-Szenen waren Mangelware und so endete der Kick mit dem uninteressantesten aller Ergebnisse. Die Heimfahrt durch das dämmerungsgeflutete Hohe Venn war ein Erlebnis für Naturbegeisterte. Abgerundet wurde der Tag durch einen zünftigen Frituur-Besuch in Eupen. Dort versuchte ich mich neben den üblichen Gemeinheiten wie Frikandel, Mexicano und Kollegen mal wieder an was Neuem. Die 'Gulaschkroket' konnte dann auch deutlich mehr überzeugen als der sportliche Teil des Nachmittages.

So. 05.01.2014 14:15 - AC Amiens vs Lille OSC
Gut ausgeruht steuerten wir Maut vermeidend über Land nach Amiens. Im Vorbeifahren warfen wir einen Blick auf die megafette gotische Kathedrale der Stadt. Schon Wahnsinn was in Frankreich teilweise für Hammer-Gotteshäuser stehen!Bild Wenn ich denn sowas wie eine imaginäre 'Stadion-To-Do-List habe', dann stand das 'Stade de la Licorne', also 'Einhorn-Stadion', ganz sicher darauf. Allein die interessante Dachkonstruktion, die eher architektonischer Schnick-Schnack als wahrer Schlechtwetterschutz ist, rechtfertigt den Besuch der 12tausender-Bude. Ansonsten ist das Ding eher einfach. Vier einrangige Tribünen, lediglich die Hauptseite bekam einen kleinen zweiten Rang. Trotzdem ist der Ground ein echter Hingucker. Bild Bild Seinen Namen bekam die Hütte durch die in Stadt- und Vereinswappen befindlichen Einhörner. Warum ein Drittligist ein neues und eigentlich viel zu großes Stadion bekam, ist diskutabel. Ausverkauft war das Stadion noch nie. Heute wurde es nicht vom Heimverein genutzt, sondern vom anderen Club der Stadt, dem Viertligisten Amiens AC. Die erste Riesenchance nach drei Spielminuten blieb noch liegen, aber nach drei weiteren Zeigerumdrehungen konnte der Underdog wie am Vortage in Führung gehen - Bild Bild allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position. Der Erstligist, der von überraschenden, äußerst stimmungswilligen 400 Leuten begleitet wurde, nahm die Geschichte wohl auf die leichte Schulter - Überraschungen sind im Coupe de France ja eh eher die Regel als die Ausnahme - und gewährte den Gastgebern weitere gute Einschussmöglichkeiten, bis man mal selbst etwas tat. Mit einem der ersten ernsthaften Angriffe wurde der Spielstand egalisiert. Nach erfrischendem Halbzeitprogramm, in dem sich der Gäste-Anhang von ein paar Leuten mit Schals des ärgsten Rivalen RC Lens provozieren lies und gleich mal den Zaun einriss, konnte der Lille Olympique Sport Club Métropole die Partie dann unspektakulär aber verdient nach Hause bringen. Die Rückfahrt verlief unspektakulär aber mit umso spektakulärerem Stopp in der weltbesten Frituur in Turnhout. Netter kleiner Ausflug.

Sa. 04.01.2014 18:00 - US Boulogne-sur-Mer vs AS Beauvais
Die neunte Runde des Coupe de France lockte wie alljährlich am ersten Januar-Wochenende. Anders als im deutschen Pokalbetrieb, werden nicht vorab Pokal-Wettbewerbe auf regionaler Ebene durchgeführt, um die illustre Gesellschaft der Hauptrunden-Teilnehmer zu ermitteln. In Frankreich geht es ab Runde eins in die Vollen. Die 'gestressten' Profi-Clubs genießen allerdings das Privileg, erst im Laufe des Wettbewerbs einzusteigen. Bild Der Zeitpunkt ist eben diese neunte Runde, die damit ein willkommener Anlass zu einer kleinen Tour ist, während in den meisten europäischen Ländern und in Deutschland sowieso noch fröhlich Angst vor dem nicht vorhandenen Winter herrscht. Mit Sascha wurde das Programm abgestimmt und mit Sebastian aus Oberhausen bald der erste Mitfahrer gefunden. Dirk aus Hessen sprang auch noch auf und Samstag-Mittag eibelten wir in aller Ruhe an die Ärmelkanal-Küste nach Boulogne-sur-Mer, wo am frühen Abend die heimische Union Sportive de Boulogne Cote d'Opale, Heimatverein von Franck Ribéry, den klassentieferen Gast aus Beauvais empfing. Im französischen Pokal wird gespielt wie gelost, der klassentiefere Club bekommt also nicht zwingend das Heimrecht. Das 'Stade de la Liberation' ist ein völlig zusammengepuzzeltes Teil. Bild Die beiden gemauerten Tribünen auf den Geraden werden durch sage und schreibe sieben Stahlrohr-Konstrukte ergänzt. Das ganze auf Kosten der Laufbahn, denn ursprünglich handelte es sich um ein Wettkampfstätte für Leichtathletik. Bild Die Stahlrohr-Vergewaltigung des Grounds stammt vom letzten Erstliga-Abenteuer, das der Verein vor vier Jahren erlebte. Nach nur einem Jahr stieg die USBCO wieder ab und findet sich mittlerweile nur noch auf drittklassigem Niveau wieder. Die von etwa 100 Fans begleiteten Gäste konnten mit einem sehenswerten Fernschuss in Führung gehen. Dieses Erlebnis wäre nach dem Ausgleich bei einer Riesenchance ein weiteres Mal möglich gewesen. In Hälfte Zwei dezimierte man sich zweifach selbst. Danach hatten die wenig überzeugenden Gastgeber leichtes Spiel und gewannen die Partie zu deutlich. Unmittelbar vor dem spielentscheidenden dritten Treffer, gab es für Beauvais noch die Ausgleich-Chance in zweifacher Unterzahl. Insgesamt recht unterhaltsame Angelegenheit - allerdings eher aus der Limitiertheit der Akteure resultierend. Nach einem kurzen Stopp in einer Filiale der weltweit meist frequentierten Fastfood-Kette verzogen wir uns in die gebuchte Luxus-Auberge 'F1-Saint-Martin-Boulogne'.
 
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(Manni Breuckmann)