G R O U N D F E V E R
  Anamnese 2016
 

Sa. 31.12.2016
Leise schleicht sich das Fußball-Jahr 2016 aus meiner Wahrnehmung… schon ein paar Jahre her, dass ich zwischen Weihnachten und Neujahr keinen Trip mehr veranstaltet habe. Auch ein Grund, warum es dieses Jahr ‚nur‘ 141 Spiele wurden, davon 59 im Ausland. Aber da ich diesbezüglich den Wettbewerbs-Gedanken nicht in mir trage, empfinde ich ja ‚weniger‘ sowieso als ‚mehr‘. Vielfalt ist gegeben, denn 20 Länder durften mich als Gast begrüßen (Frankreich, Spanien, Italien, Luxemburg, Bosnien-Herzegowina, Niederlande, Belgien, Schweden, Österreich, Kroatien, Polen, Serbien, Bulgarien, Jordanien, Palästina, Israel, Russland, Nordirland, Kap Verde, Algerien), die sieben zuletzt genannten erstmalig. Die am meisten beeindruckenden Stadion-Bauten habe ich in Valencia, Saint-Denis und Algier gesehen. Aber viel eher bleiben ja die ganz speziellen Grounds in Erinnerung. Allen voran ist da für 2016 das ‚The Oval‘ in Belfast zu nennen, aber auch die kleineren Stadien wie die ‚Jahnkampfbahn‘ in Solingen hinterlassen bleibende Erinnerung. Für mich üben dann auch noch diese Kessel im sozialistischen Stil, wie ich sie in Gera und im karelischen Petrozavodsk gesehen habe, so einfach diese ja in ihrer Bauart sind, eine gewisse Faszination aus. Die größten Spektakel wurden mir bei Legia und beim Derby in Sarajevo geboten. Es waren vielleicht speziellere Ziele dabei, aber das absolute Highlight war die Reise mit meinem Vater nach Russland. Diese werde ich ganz sicher niemals vergessen! Ja und dann bleibt sicher auch der Kick in Algier in Erinnerung. Man lernt halt nie aus.

So. 18.12.2016 12:30 - US Sassuolo Calcio vs Internazionale Milano 0:1
Über den 'Passo Lagastrello' fuhr ich durch eine traumhafte Berg-Landschaft nach Reggio Emilia. Der Zufall wollte es, dass die Reisegruppe um Tomek - die noch um eine weitere Person gewachsen war - ihr Fahrzeug zeitgleich auf demselben Parkplatz neben meinem Fahrzeug unverabredet abstellte. Bild Muss man bei mehreren tausend Zuschauern erst mal hinbekommen. Im 'Stadio Cittá del Tricolore' ist der AC Reggiana beheimatet. Als ich die Flüge buchte, schielte ich auf dessen Heimspiel gegen den AC Parma in der drittklassigen Serie C, welcher der ärgste Konkurrent von Reggiana ist. 16 Jahre lang waren sich beide Teams nicht in Pflichtspielen begegnet und das Deryby schrie deshalb danach, besucht zu werden. Was folgte, war ein Trauerspiel der Behörden. Natürlich birgt diese Partie ein gewisses Risiko. Weil sich aber beide Clubs lange nicht begegnet sind, konnte es auch keine Vorfälle geben. Diese Tatsache wiederum entzog den Mächtigen die Grundlage von Restriktionen wie z.B. Gästeverbot oder ähnlichem. Also wurde der Kick mal schmerzfrei auf den Montag um 14:30 Uhr gelegt! Bild Der Aufruhr war danach groß, so dass die Anstoßzeit immerhin auf 20:45 Uhr korrigiert wurde. Das half mir aber trotzdem nicht, da ich nicht nur einen neuen Flug sondern auch zwei Tage Urlaub benötigt hätte. Der Ansetzungs-Terror wollte es, dass ich das 'Stadion Cittá del Tricolore' dann trotzdem sehen sollte, denn die US Sassuolo trägt dort als Untermieter ihre Heimspiele aus, da der eigene Ground nicht den Anforderungen der Serie A entspricht. Lieber hätte ich natürlich das Dittliga-Derby gesehen. Bild Das Stadion kann sich sehen lassen. Zwar ist es durch die Integration von Büro-Gebäuden ein wenig verschandelt, aber als reines Fußballstadion mit steilen Rängen, zwei überdachten Tribünen auf den Geraden, sowie ungedeckten hinter den Toren kann es absolut überzeugen. Das Fassungsvermögen beträgt knapp 30tsd. Die Heim-Barra ist keiner Rede wert. Hinter dem Tor versammelten sich ein versprengter Haufen zum aktiven Support ohne dann aber aktiv zu supporten. Bild Man war sich aber nicht zu blöde eine Zettel-Choreo mit grünen Papieren zu veranstalten, die mit den paar Hanseln natürlich in der Ausführung total beschissen aussah. Ich lehne mich aus dem Fenster zu behaupten, dass diesen Verein in den oberen Ligen keine Sau braucht! Der Gäste-Bereich füllte sich sehr gut. Ich schätze, dass locker 3500 Interisti hinter dem Tor Stellung bezogen und gemessen an der überschaubaren Bedeutung der Partie - Inter droht im Liga-Mittelfeld zu versumpfen - auch solide supporteten. Unter den gesamten etwa 12tsd Besuchern dürften mehr als die Hälfte den Nero-Blu die Daumen gedrückt haben, was auch beim Torjubel unmittelbar nach Wiederanpfiff offensichtlich wurde. Optisch wurde leider gar nichts geboten, wenn man von drei mittelgroßen Schwenkern im Dauereinsatz absieht. Inter stellte über neunzig Minuten das bessere Team und kontrollierte die Partie deutlich. Chancen gab es genügend und die Partie hätte so knapp nicht enden müssen. Sassuolo war nur bei zwei drei Kontern und in der Schlussphase gefährlich, die beinahe noch den unverdienten Augleich gebracht hätte. So ging mein letztes Spiel für dieses Jahr mit einem hochverdienten Gäste-Erfolg zu Ende. Ab nach Hause - Winterpause!!!

Sa. 17.12.2016 15:00 - ASD La Spezia Calcio vs AC Perugia Calcio 2:1
Der letzte Trip in diesem Jahr führte in Richtung Stiefel. In einer Angebotsphase von Eurowings konnte ein günstiger Return nach Malpensa geschossen werden. Als ich mich früh morgens am Gate in Düsseldorf verschlafen in einen Stuhl warf, sprach mich mein Sitznachbar an. Tomek hatte ich ja auch ne Zeit lang nicht gesehen. Wir hatten dieselben Flüge und am Sonntag auch dasselbe Spiel geplant. In Malpensa traf Tomek mit Mitfahrer Tino aus Hamburg zusammen. Ich hätte es nicht mehr geschnallt, aber mit Tino hatte ich vor Jahren nach zufälligem Aufeinandertreffen in Saloniki mal den Weg nach Skopje bestritten. Man trifft sich halt immer mal wieder. Bild In Malpensa trennten sich die Wege erst einmal. Mein Ziel hieß La Spezia an der ligurischen Küste. Eigentlich wollte ich das letzte Teilstück die Küstenstraße durch die 'Cinque terre' befahren, aber ein Straßensperrung wegen eines Erdrutsches machte den Plan zunichte. La Spezia Calcio verfügt mit dem 'Stadio Alberto Picco' ein kleines zusammengeschustertes Stadion, dass bei einem Fassungsvermögen von 10tsd Zuschauern regelmäßig um die 7tsd Besucher begrüßt. Daher hatte ich eine halbwegs gute Atmosphäre erwartet. Bild Doch es krankte schon an den Gästen. Leider scheinen die Perugiani keine Tesserati zu sein, also keine Registrierung für die Away-Spiele zu besitzen, so dass sich nur gut 150 Leute im 'Settore Ospiti' befanden. Diese zeigten sich zwar supportwillig und stellten sich eng zusammen, aber von der relativ großen unüberdachten Tribüne kam nicht viel rüber. Zumindest optisch zeigten sie fähnchenwedelnd ein geschlossenes Bild. Wenn ich da an das im Januar gesehene Heimspiel und eine proppenvolle Heimkurve in Perugia denke, war der heutige Auftritt bei einer für italienische Verhältnisse überschaubaren Anfahrt und einer sehr guten Saison der Mannschaft schon traurig. Noch schwächer zeigte sich die 'Curva Ferrovia' der Gastgeber. Bild Bild Da kam in Hälfte eins so gut wie gar nix.Erst als ihre Mannschaft die Führung des AC Perugia aus der ersten Halbzeit ausgleichen konnte und dann auch selbst in Führung ging, kamen ein paar Gesänge. Da ließen die Ragazzi das Potential mal aufblitzen, aber genau so schnell verflachte die Stimmung auch wieder. Das war insgesamt deutlich zu wenig und spiegelte überhaupt nicht wieder, dass es in den Kurven Italiens langsam aber sicher wieder aufwärts geht. Was ich aber auf italienischen Tribünen immer wieder gerne beobachte, sind in die Jahre gekommene Herrschaften, die 'Ultra' offensichtlich immer noch im Blut haben und im Herzen tragen. Ich bin ja kein wirklicher Freund des Ultra-Gedanken. Für Italien gilt da eine klare Ausnahme, denn hier ist 'Ultra' authentisch. Hier wurde 'Ultra' geboren und nur hier gehört es auch wirklich hin!

Fr. 16.12.2016 18:30 - Fortuna Düsseldorf II vs Rot-Weiss Essen 2:1
Auswärtsspiele bei Zweitvertretungen mache ich ja äußerst ungern und auch nur noch sehr selten . Von der aktuellen halbwegs erfolgreichen Phase des glorreichen RWE ließ ich mich blenden und eibelte mit Marcel und Marco an den Flinger Broich. Etwa 550-600 Rot-Weisse hatten sich dort eingefunden und wurden enttäuscht. Statt bei einer Serie von über zehn Spielen ohne Niederlage in Folge mit breiter Brust aufzutreten, lieferten die Roten eine ganz schwache Partie ab. Die kleinen Fortunen waren zwar ebenfalls nicht in der Lage, ein gepflegtes Spiel aufzuziehen, aber da diese alles an Kampfkraft rein schmissen was da war, haben sie sich die Punkte am Ende schon verdient. Dieses Spiel zeigte auch, dass einfach die Konstanz im rot-weissen Auftreten fehlt. Bei einem Abstiegskandidaten die Punkte ohne echte Gegenwehr abzuladen, ist auch ein Hinweis auf fehlende Qualität. Wie schon in vorherigen Statements erwähnt, ist Platz 4 im Tableau in dieser Saison wohl das maximal machbare. Ich gehe ja schon seit drei, vier Jahren ohne Erwartungen in die Saisons, aber von einer unterschwelligen Hoffnung, dass irgendwann doch mal der große Wurf gelingt, kann ich mich letztlich nicht freisprechen. Mit diesem Nachhol-Kick wurde die Chance vertan, dem rot-weissen Anhang das latente Gefühl zu geben, nach der Winterpause mit viel Glück das Führungs-Trio der Liga vielleicht noch mal kitzeln können. Damit ist in den verbleibenden Spielen mal wieder die Ananas Trumpf. Schade, aber unabänderlich.

So. 11.12.2016 15:30 - Rot-Weiss Essen vs Wuppertaler SV 1:0
Derby-Time an der Hafenstraße. Die Rot-Blauen aus dem Tal der Tränen stellten sich vor. Nicht ganz 10tsd Besucher wollten dabei sein, davon gut 1.800 aus dem Bergischen, die wieder von ein paare befreundeten Fener-Leuten unterstützt wurden. Diese Verbindung finde ich ja mehr als bezeichnend. Stimmung insgesamt eigentlich nicht Derby-like. Dass auf Rot-Weisser Seite in dieser Hinsicht nicht die rosigsten Zeiten herrschen, ist kein Geheimnis. Bild Es krankt aber weniger am Einsatzwillen, als vielmehr an der Masse der Aktiven in der Kurve. Die Situation ist halt allgemein fragil. Aufgrund der sportlichen Stagnation ist es einfach schwierig Spannung aufzubauen. Merkt man ja an sich selbst. Die Partie gegen den WSV ist sicher die attraktivste der Spielzeit und natürlich will man den Sieg sehen, aber von echter Anspannung kann keine Rede sein. Bei einer anderen Tabellensituation wäre die Hütte wohl aus allen Nähten geplatzt und es hätte gut auf die Ohren gegeben. Im Tal scheint nach zuletzt schwachen Ergebnissen die große Euphorie auch verflogen zu sein. Da ging auch schon mal mehr. Richtig laut wurde es eigentlich nur bei den Anti-Chants. Ich lass mich ja prinzipiell gern aus dem Away-Bereich beleidigen. Zeigt ja irgendwie, dass man noch lebt. Der glorreiche RWE legte mit einer richtig starken halben Stunde und dem frühen Führungstreffer los. Dann kam der WSV besser in die Partie. Die zweite Halbzeit war relativ offen. Beide Teams neutralisierten sich aber im Mittelfeld. Torraum-Szenen Mangelware. Bei den Konter-Chancen am Ende musste eigentlich das zweite Tor fallen. Unter dem Strich war der RWE wohl den einzigen Treffer des Spiels besser. Derby-Sieg im Sack. Feddich!

So. 04.12.2016 14:00 - Bonner SC vs Rot-Weiss Essen 1:2
Knappe vier Stunden nach der Ankunft zu Hause rief der Herzensclub. Das Spiel selbst hätte ich nicht zwingend sehen müssen, aber da sich die interessanten Auswärtsspiele in ansehnlichen Stadien in dieser Schweineliga ja in Grenzen halten, Bild stufe ich die Partie im 'Sportpark Nord' durchaus als lohnend ein. Zumal der gastgebende BSC ja auch von einer kleinen aktiven Szene unterstützt wird. Die Verkehrslage war ziemlich ätzend. Verkaufsoffene Sonntage sind nichtförderlich für den Verkehrsfluss! Der RWE zeigte sich in der ersten Hälfte überraschend spielbestimmend und stabil und nutzte seine Überlegenheit zu zwei Toren, die bezeichnenderweise durch die beiden Spieler erzielt wurden, die beim torlosen Remis in der Vorwoche gelb-gesperrt waren. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild deutlich. Die Bonner kamen wie verwandelt aus der Kabine und erzielten den schnellen Anschluss. Die Psychologie eines Fußballspiels ist immer wieder faszinierend, denn von der rot-weißen Souveränität war nichts mehr zu sehen. Stattdessen lag der Ausgleich mehrfach in der Luft und erst spät konnten die Roten die Partie wieder unter Kontrolle bringen. Auswärtssieg!

Fr. 02.11. bis Sa. 03.11.2016 - Algerien
Der letzte ausführliche Bericht des Jahres. Die kurze Reise wurde zwischenzeitlich etwas aufregender als erwünscht. Die Story könnt Ihr HIER lesen.

Mi. 30.11.2016 19:30 - SV Schonnebeck vs Rot-Weiss Essen 0:2 n.V.
Ursprünglich wollte ich dieses Spiel gar nicht besuchen. Einerseits hatte ich wenig Bock, mir bei Temperaturen um den Nullpunkt den Arsch abzufrieren. Und auf der anderen Seite erweisen sich Spiele dieser Art oft als nervtötend, zumindest wenn man Anhänger des favorisierten Teams ist, denn die können bei solchen Vergleichen eigentlich nur verlieren. Undankbare Nummer, weil der glorreiche RWE natürlich Favorit in dieser Partie war. Dabei waren die Vorzeichen so klar ja gar nicht, da die Roten sich in den vergangenen Wochen ja oft bieder und durchschnittlich zeigten und die Schonnebecker Schwalben, die sich zur zweiten Kraft der Stadt gemausert haben, dagegen erneut eine blitzsaubere Oberliga-Saison spielen und nur eine Armlänge hinter dem Spitzenreiter aus Uerdingen liegen. Eine knappe Stunde vor dem Anstoß entschied ich mich dann doch hinzufahren. Nur Haupt-und Heimtribüne des Essener Stadions, in das der Kick aus Kapazitätsgründen gelegt wurde, waren geöffnet. Der kleine Ground am 'Schettersbusch' ist dafür schlicht zu klein. Locker ein Drittel der 3.270 Zuschauer hielten der nominellen Heim-Mannschaft die Daumen und hauten dann und wann mal einen Support-Versuch im Handball-Stil raus. Gibt halt keine aktive Fanszene in Schonnebeck. Da die RWE-Kurve die Verbandspokalspiele gegen 'normale' Gegner auch nicht aktiv supportet, verspürte man über weite Teile ein Testkick-Feeling. Die Roten versuchten zu Beginn direkt mal klarzustellen was Sache ist und machten ordentlich Druck. Mit der überraschenden Groß-Chance für die erstmals vor das Tor geflatterten Schwalben war es damit aber vorbei. Zwar hatte der RWE gefühlte 97% Ballbesitz, aber der SVS hatte sich sortiert, stand tief und suchte sein Heil in Kontern. Die Roten waren nicht so recht in der Lage gefährlich vor das Tor zu kommen. Sobald es in den 16er ging war meist Ende. Von zehn Flanken, nach dem man sich über außen gut durchgespielt hatte, waren genau zehn völlig harmlos. Bis auf zwei, drei Situationen und ein Abseitstor, hatte der Schonnebecker Schnappmann keinen Stress. Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild minimal. Der Deutsche Meister von 1955 war weiter feldüberlegen aber unkreativ in der Chancengestaltung. Schonnebeck versuchte nun etwas offensiver aufzutreten, was aber nur mäßig gelang. Drei Minuten vor dem Ende wäre ihnen aber beinahe der Lucky Punch gelungen, aber der RWE-Schlussmann stand am richtigen Fleck. Verlängerung also, worauf ich ja mal gar keine Böcke hatte. Weiter den Arsch abfrieren. Die Geschichte auf dem Platz kippte nun aber langsam zugunsten des glorreichen RWE, denn den Schonnebeckern schwanden die Kräfte, so dass die rot-weissen Bemühungen langsam zwingender wurden. Zehn Minuten vor Ende war es dann soweit. Im Nachschuss landete die Kirsche endlich im Netz. Den Schwalben hingen nun die Flügel schlaff herunter, wie ein paar Fähnchen bei Windstille. Viel hatten sie nicht mehr hinzuzusetzen. Der Zahn war gezogen und mit dem Schlusspfiff fiel noch der zweite Treffer. Unfassbar, was die um mich stehenden Schonnebecker Anhänger nach dem Führungstreffer individuell von sich gaben. Da frage ich mich ob ich auch so ne schwimmbeckengroße Scheiße erzähle, wenn mein Team zurück liegt. Der Oberligist feierte sich nachher als moralischer Sieger. Soll mir recht sein. Der sportliche Sieg ist mir näher und das Halbfinale ist gebucht. Ab ins Warme.

Di. 29.11.2016 20:00 - Füchse Duisburg vs ESC Moskitos Essen 6:2
Ab und an befasse ich mich ja gern mal live mit der mir liebsten Randsportart. Mit Christoph, dem langjährigsten meiner Kumpel - uns trennen nur vier Tage denn wir krähten uns die ersten Worte im Kreissaal des Essener Universitäts-Klinikum entgegen - der mir im Teenie-Alter das Essener Eishockey nahe brachte, damals noch vertreten durch den EHC Essen-West, steuerte ich das Wiederholungsspiel des ESC Moskitos beim ungeliebten Rivalen in Duisburg an. Die Wiederholung war nötig, da das am letzten Sonntag angesetzte Liga-Spiel beim Stand von 2:2 abgebrochen werden musste. Grund dafür war eine unbespielbar gewordene Eisfläche, in der sich Löcher zeigten, die auch durch Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht geflickt werden konnten. Während nach gesundem Menschenverstand der gastgebende Verein, beziehungsweise dessen Hallenbetreiber für den ordnungsgemäßen Zustand der Spielfläche zuständig ist und demnach wohl auch die Folgen in Form einer Negativ-Wertung des Spiels zu tragen hat, sah es der Eishockey-Bund anders, machte höhere Gewalt verantwortlich und setzte neu an. Bild Vermutlich ist die globale Erderwärmung für das fragile Eis in der Halle in Wedau verantwortlich, anders ist die eigenwillige Interpretation des DEB kaum zu erklären. Aus sportlicher Sicht mag die Neuansetzung okay sein. Bei Abbruch stand es Remis, demnach erlitt keiner der Clubs einen wirklichen Nachteil, wenn man der von der höheren Belastung absieht, die ja eh schon immens ist. Knapp 2tsd Leute hatten sich eingefunden, davon höchstens 150 aus Essen, aber die Szene bei den Mücken ist ja eh ziemlich tot. Wenn ich mich da an DEL-Zeiten erinnere, als die Wellblech-Bude am Westbahnhof mit über 5tsd Leuten aus allen Nähten platzte und das Ding vor Lärmdruck fast auseinanderflog….! Auf Seiten der Füchse sieht es auch nicht viel rosiger aus. Ein Stimmungskern von vielleicht 50 Leuten ist aktiv, mal machen ein paar mehr mit, mal ein paar weniger - die triste Oberliga rockt halt nicht sonderlich. Das erste Drittel sah noch recht ausgeglichen aus und die Duisburger führten mit einem Treffer minimal verdient. Aber in den ersten zwei Minuten des Mittelabschnitts befand sich die Defensive der Moskitos im Tiefschlaf, was der EVD, pardon, die Füchse zu zwei weiteren Treffern nutzte. Drei Treffer sind im Eishockey durchaus noch aufzuholen, aber auswärts bei einem stark aufspielenden Gegner ist das alles andere als einfach. Vor allem, weil die wenigen klaren Dinger kläglich verballert und ein ganzer Haufen Überzahlspiele ungenutzt blieben und völlig desolat gespielt wurden. Dann fehlte noch das viel bemühte sogenannte 'Scheibenglück' und es kam wie es kommen musste. Nach dem Hoffnung bringenden Anschlusstreffer, stellten die Gastgeber den alten Abstand schnell wieder her und erhöhte im weiteren Verlauf des Spiels auf ein spannungsarmes 6:1, was die Moskitos nur noch mit dem zweiten Ehrentreffer beantworten konnten. Unter dem Strich siegte der Fuchs in dieser Höhe völlig verdient, weil er über beinahe die komplette Eiszeit das zielstrebigere, cleverere und kampfstärkere Team stellte.

So. 27.11.2016 14:30 - SC Croatia Mülheim vs 1.FC Mülheim-Styrum 3:4
Weit fahren wollte ich heut nicht, daher fiel die Wahl auf das Kreisliga-Derby zwischen dem SC Croatia und dem 1.FC Mülheim-Styrum. Bei den 'Styrumer Löwen' handelt es sich um einen ehemaligen Zweitligisten, was wohl die wenigsten wissen werden. Über eine gute Regionalliga-Platzierung gelangte der Club 1974 in das neu geschaffene Bundesliga-Unterhaus. Dort überstanden die Löwen die erste Saison schadlos. Die Folge-Saison endete dann aber, auch durch finanzielle Probleme, mit dem Abstieg. Da der Club nun hoffnungslos überschuldet war, ging es direkt durch in die Landesliga. Danach führte ein steter Abwärtstrend trotz einigem Auf und Ab bis auf Kreisliga-Ebene. Bild Wich man zu Zweitliga-Spielzeiten ins nahe 'Ruhrstadion' aus, ist die eigentliche Heimat die Anlage an der Moritzstraße, die auf einer Seite über eine mehrstufige Stehtraverse verfügt. Der Platz wurde auch dem 1994 gegründeten SC Croatia zugewiesen. Zum heutigen Derby kam fanden sich knapp 150 Zuschauer ein, die aber mehrheitlich den Kroaten zuzuordnen waren. Positiver Nebeneffekt des Duells war, dass beide Clubräume geöffnet waren. Bild So konnte ich mir auf kroatischer Seite zunächst ein wundervolles Fladenbrot mit Cevapcici gönnen, um später bei den Löwen eine frische Waffel mit Puderzucker zu genießen. Der 1.FC Mülheim ging leicht favorisiert ins Spiel, da die nach einjährigem Bezirksliga-Ausflug in der vergangenen Saison wieder abgestiegenen Kroaten auch in der Kreisliga gegen den Abstieg kämpfen. Das Spiel war aber relativ offen, Styrum mit der besseren Spielanlage, Croatia mit Herz und Einsatz. Effektiver waren die nominellen Gastgeber, die etwas schmeichelhaft mit einer 2:0-Führung in die Pause gingen. Ein ähnliches Bild ergab sich in der zweiten Hälfte und als Croatia nach etwas mehr als 50 Minuten per Foul-Elfer mit 3:0 in Führung ging, war die Wiese eigentlich gemäht. Aber Kreisliga wäre nicht Kreisliga, wenn nicht ein schneller Anschlusstreffer noch mal alles in Frage stellen würde. Und eine Viertelstunde vor dem Ende nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Die Führung schmolz auf einen Treffer und zehn Minuten vor dem Ende ergab ein weiterer Elfer den Ausgleich. Durch eine Rote Karte dezimiert, musste Croatia dann noch den Dolchstoß in der Schlussminute hinnehmen. Gute Entscheidung, dieses Spiel zu besuchen.

Fr. 25.11.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SC Wiedenbrück 0:0
Nach ein paar Wochen traute ich mich mal wieder zum glorreichen RWE. Allerdings war die lange Pause - den mittlerweile einfach ausgelatschten Kick bei RWO mal ausgenommen - nicht zwingend gewollt, sondern ein paar Verpflichtungen und ein paar Hopping-Trips geschuldet. Für wieder häufigere Anwesenheit meinerseits haben sich die Roten aber nur bedingt geworben. Das Spiel war nicht wirklich schlecht anzusehen, aber der finale Pass wollte einfach nicht kommen, so dass Torchancen Mangelware blieben. Dennoch wäre aufgrund der Feldüberlegenheit in der ersten Hälfte ein Führungstreffer nicht unverdient gewesen. Das änderte sich im zweiten Durchgang, weil die Gäste nun mutiger wurden. Der Lieblingsgegner ist der weltberühmte SC Wiedenbrück, der aber mittlerweile zugegebenermaßen als gestandener Regionalligist durchgeht, bei Heimspielen ja eh nicht. Bei sechs Vergleichen gingen die Rot-Weissen nur ein einziges Mal als Sieger vom Platz. Also kann das torlose Remis beinahe nicht überraschen. Damit tritt der RWE weiter auf der Stelle. Viel mehr als der vierte Tabellenplatz, auf den man sich nun mühsam vorgearbeitet hat, ist aber in dieser Spielzeit auch nicht drin.

Do. 24.11.2016 21:05 - KRC Genk vs SK Rapid Wien 1:0
Mehr oder weniger spontan kam es zum Entschluss, zu dieser Partie nach Genk zu fahren. Zwar hatte ich das Spiel mal lose auf den Zettel geschrieben, aber lange fehlte die letzte Überzeugung. Bild Letztlich fuhr ich dann doch. Nicht mal 90 Minuten Fahrzeit für einen vorentscheidenden (letztlich sogar entscheidenden) Europa League-Kick sind aber definitiv zu verkraften und Rapid geht ja eigentlich auch immer. Die Heimkurve eröffnete mit einer einfachen, aber ganz ordentlichen, von etwas Rauch unterlegten Choreo. Bild Ich war dann nur überrascht, wie klein der Racing-Stimmungsblock war. Okay, Belgien ist jetzt nicht grad für brachiale Atmosphäre und tobende Kurven bekannt, aber ich war der Meinung, den Genker Block schon mannstärker gesehen zu haben. Aus Hütteldorf waren etwa 800 Personen angereist, die ihr Team mit viel Fahnen-Einsatz und Dauersupport unterstützten. Der Ground in Genk scheint aber die Akustik nicht grad zu fördern, denn obwohl ich mich recht nah am Away-Sektor befand, kam keine überzeugende Lautstärke an. Das schien auch das Rapid-Team auf dem Rasen so empfunden zu haben, denn die Gastgeber waren in der ersten Hälfte die klar tonangebende Partei, was sie auch zum Treffer des Tages nutzten. In der zweiten Hälfte konnten die Wiener die Partie ausgeglichener gestalten, aber mehr als eine Hand voll wenig zwingender Möglichkeiten sprang dabei nicht heraus, so dass sich Rapid aus der Europa League verabschieden muss. Der KRC vergab in der Schlussphase noch einige Konter-Chancen - ein höherer Sieg hätte dem Spielverlauf aber letztlich nicht entsprochen. Wenn man mal von der mangelnden Akustik absieht, gefällt mir das Stadion Genk ja ganz gut. Mittlerweile war es mein dritter Besuch dort, aber nach 1998 und 2009 konnte man ja durchaus mal wieder dort vorstellig werden.

So. 20.11.2016 15:00 - Lokomotiv Plovdiv vs Botev Plovdiv 2:0
Bild Gegen halb zehn wurden der saarländische Doktor und Philip aka 'Famous Ignatz Iltis' eingesammelt. Zwei Stunden später erreichten wir Plovdiv. Der Plan, noch ein wenig in der Altstadt herumzutrödeln, wurde irgendwie nicht in die Tat umgesetzt. Bild Für mich nicht weiter schlimm, schließlich war ich vor ein paar Jahren bereits dort. Stattdessen landeten wir im 'Happy Grill'. Schon merkwürdig, was die Filialen dieser Kette für eine Anziehungskraft ausüben. Ob das an den ganzen kurzberockten jungen Bedien-Olgas liegt?? Jede männliche Person die behauptet, dass sie wegen des Essens und den günstigen Preisen dort einkehren, lügt sich jedenfalls eins in die Tasche. In jeder Hinsicht satt begaben wir uns zum 'Stadion Lokomotiv', wo heute das Derby gegen den Stadt-Rivalen Botev über die Bühne ging. Der Ground hat sich gegenüber meinem früheren Besuch nur minimal verändert. In der vor einigen Jahren abgetragenen Nordkurve wurde nun eine kleine Stahlrohr-Tribüne errichtet, welche die neue Heimat der Loko-Fans ist. Dieses Spiel war der erste Einsatz der Tribüne, was die Loko-Kurve zu Beginn der zweiten Hälfte mit großen Transparenten mit dem übersetzten Spruch "Die Besser Kurve ist zurück" feierte. Die Besser waren ein thrakisches Volk in der Zeit vor Christi Geburt, dass diese Gegend besiedelte. Bild Bild So war auf dem mittleren Transparent auch ein thrakischer Krieger abgebildet. Das Intro der Kurve zu Spielbeginn bestand aus kleinen Schwenkern in den Vereinsfarben rot-weiß-schwarz und einem großen Spruchband, das übersetzt besagte "Für diese Farben ist es wert zu kämpfen". Botev eröffnete mit einer kleinen Blockfahne, die einen Embryo im gelb-schwarzen Kreis, den Clubfarben, zeigte. Bild Bild Darauf sollte eine zweite Blockfahne folgen, die aber viel zu schnell herunter gelassen wurde und den oben stehenden Leuten aus den Händen glitt. Choreo verkackt. Und das im Derby - bittere Nummer. Hohn und Spott von Heimseite folgten natürlich umgehend. Der Support war von beiden beinahe ausnahmslos in schwarz gekleideten Seiten ohne Pause und nach Kräften auch ganz ordentlich. Die weitläufige Bauweise des Stadions ist nur leider nicht sehr stimmungsfördernd, so dass es manchmal leiser erschien als es vermutlich war. Nach einer Viertelstunde konnte Loko die verdiente Führung erzielen, die auch bis zum Seitenwechsel ohne große Mühe verteidigt wurde. Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten beide Kurven dann ordentlich Farbe ins Spiel. Bild Bild Den Beginn machte Botev, die eine monströse Rauchwolke in gelb, rot und schwarz in die Atmosphäre schickten. Das Opening zur Pyro-Aktion waren knapp zehn Raketen die in die Höhe geschossen wurden und eine violette Spur zogen. Bild Hab ich noch nie gesehen so Teile. Sah absolut stark aus. Die Loko-Lads zogen nur eine Minute später nach und schickten ebenfalls eine abartig fette Wolke in den Himmel. Der dichte Qualm wirkte so dick als ob man ihn hätte durchschneiden können. Hier wurden natürlich die Farben schwarz und weiß bevorzugt. Das ist es doch, was man sehen will. Die Verhältnisse auf dem Spielfeld änderten sich nicht. Die Gastgeber nutzten das zum zweiten Treffer Marke Traumtor aus zwanzig Metern genau in den Knick. Eine Viertelstunde vor Schluss hätte es nochmal spannend werden können, aber einen Elfmeter für die Gäste konnte der Loko-Schnappix um den Pfosten drehen. Die Partie endete also mit einem verdienten Heim-Erfolg. Doktor Daniel ließen wir in Plovdiv zurück, da er noch bis Mittwoch im Land verweilen würde. Daher ging es zu viert nach Sofia zurück, wo wir Iltis an seinem Hostel entsorgten und danach unser Hotel aufsuchten, da am nächsten morgen zu früher Stunde der Rückflug auf der Agenda stand.

Sa. 19.11.2016 17:00 - Napredak Krusevac vs FK Crvena Zvezda 0:1
Als Marco mich im September darauf aufmerksam machte, dass er für 30 Euro für Mitte November Flüge ab Dortmund nach Sofia mit Ziel Plovdiv-Clasico gebucht hatte, tat ich ihm mal gleich, obwohl ich mir noch nicht sicher war, ob ich diese dann wahrnehmen wollen würde. Die Terminierungen in Bulgarien waren dann wenig berauschend, allerdings halten sich die spannenden Events dort ja auch arg in Grenzen. Also mal über selbige gelinst und im Süden Serbiens die Partie zwischen dem gut gestarteten Aufsteiger aus dem südserbischen Krusevac und dem Rekordmeister Crvena Zvezda auserkoren. Bild Daniel aus Essen war auch dabei. Die Fahrerei von Sofia über die E80 ist ne zähe Nummer. Zwar ist ab der Grenze bis zum 'Autoput' hinter Nis eine Autobahn in Bau, aber eben noch nicht fertig. So hingen wir hinter Lkw fest, durchfuhren einige Baustellen und benötigten über vier Stunden für die 240 Kilometer. Bild Bild Nach einer viel zu fettigen Pljeskavica latschten wir zum 15tsd Zuschauer fassenden 'Stadion Mladost', welches der Zwillingsbruder vom 'Gradski Stadion' im mazedonischen Tetovo ist. Bis auf wenige Details absolut baugleich, die beiden Dinger. Reines, enges Fußballstadion, Haupttribüne doppelstöckig und überdacht. Auf seine Art ein richtig schönes Teil. Ein martialisches Bullen-Aufgebot war um das Stadion im Einsatz - der Zvezda-Anhang hat seinen Ruf halt weg. 8.500 Zuschauer sollen im Stadion gewesen sein. Nach meiner Meinung sah es deutlich voller aus. Im Gästebereich fanden sich an die 1.000 Leute ein. Allerdings werden einige Umland-Fans und Abordnungen aus dem südserbischen Raum dabei gewesen sein. Nach 'echten' Zvezda-Gestalten sahen vielleicht 100 oder 150 Mann aus. Der kleine Block der heimischen Anhänger eröffnete mit ein wenig Rauch und Doppelhalter-Einsatz. Bild Über die gesamte Spieldauer konnte sich der Napredak-Anhang aber nicht wirklich in Szene setzen, dafür war die zahlenmäßige Überlegenheit der aktiven Supporter einfach zu eindeutig. Das Team der Gastgeber war in Durchgang eins das leicht überlegene Team und brachte den aktuellen und wohl auch kommenden Meister einige Male in Verlegenheit, ohne aber Zählbares verbuchen zu können. Einen fiesen Moment erbrachte die Verletzung des Zvezda-Kapitäns, der sich eine traumatische Luxation des Ellbogen-Gelenks zuzog, was nichts anderes bedeutet als ein vollständiges Ausrenken von Elle und Speiche aus dem Oberarm. Möchte ich aus der Nähe nicht betrachten müssen. Zwei direkt daneben stehende Mitspieler wendeten sich jeweils geschockt ab. Bild Bild Der Beginn der zweiten Hälfte brachte dann die erhoffte Erleuchtung - zumindest im Away-Sektor. Einige Blinker, Fackeln und Rauchtöpfe öffneten sich dem Publikum und nebelten, unterlegt von hunderten kleinen Schwenkfähnchen, die Hütte ein. Schönes Bild. Man muss ja nicht meinen, dass der Kick für die Nummer auch nur eine Sekunde unterbrochen wurde. Bild Während in Deutschland die Partie vor dem Abbruch gestanden und die Spielbeobachter und das Referee-Gespann bereits mit Schnappatmung auf der Intensiv gelegen hätten, wird auf dem Balkan einfach weiter gekickt, solange man halbwegs was sehen kann. Die auf das Feld fliegenden Fackeln werden halt von den Spielern einfach zur Seite gekickt oder von Feuerwehrleuten vom Platz gefischt. Überhaupt zauberte die Kurve mit durchgehendem Fahneneinsatz, der einen oder anderen zwischendurch gezündeten Fackel und Dauer-Support äußerst ansprechende Stimmung in die Bude. Kleine Abzüge gab es für den wenig spielbezogenen Support. Selbst als sich der Spieler schwer verletzte, wurde der Support einfach fortgesetzt und sogar ein Bengalo angerissen. Mit sowas kann ich mich ja nicht anfreunden. Allerdings war ich halt auch in einer Zeit in der Kurve aktiv, als noch andere Werte verfolgt wurden. Die Pyro-Show schien dann auch die Roten Sterne beflügelt zu haben, denn diese spielten nun viel besser mit und schenkten den Gastgebern zwanzig Minuten vor dem Ende den spielentscheidenden, weil einzigen Treffer ein. Zwar war Napredak nicht chancenlos, aber die Kugel wollte die Linie des Zvezda-Tores einfach nicht überschreiten. Der Rückweg lief dann deutlich flüssiger und nach etwas mehr als drei Stunden waren wir zurück in der bulgarischen Hauptstadt.

Fr. 11.11. bis Mo 14.11.2016 - Cabo Verde
Für ein langes Wochenende ging es auf die Inselgruppe vor der Küste West-Afrikas. Die Geschichte dazu findet Ihr HIER.

So. 06.11.2016 14:00 - SV Bad Bentheim vs SV Vorwärts Nordhorn 1:3
Der glorreiche RWE trat heut im Derby bei RWO an und ich verzichtete. Ich fühl mich zur Zeit ganz wohl damit, die Taten meines Herzensclubs mal für ein paar Wochen nur aus der Ferne zu betrachten. Als ich den Rhein-Herne-Kanal überquerte, passierte diese Stelle zwar gerade das Ausflugschiff, Bild mit dem die aktive RWE-Szene die paar Kilometer zum ‚Niederrheinstadion‘ zurücklegte, so dass ich beim Anblick der Fahnen beinahe meine Absicht beinahe noch geändert hätte, aber angesichts der Tatsache, dass die Aussichten auf ein rassiges Derby eher mager waren und es bei RWO gern mal eine Niederlage setzt, blieb ich standhaft. In der Grafschaft Bentheim kam es zum Landesliga-Derby zwischen dem gastgebenden SV, der zu dieser Saison aufgestiegen war, und Vorwärts Nordhorn. Immerhin 280 Zuschauer fanden sich unter grauem Himmel ein. Die mehrere Plätze umfassende Anlage ‚Große Maate‘ ist jetzt nicht hochspektakulär, aber der Hauptplatz mit der kleinen Tribüne sieht schon ganz ansprechend aus. Die Gastgeber legten ordentlich los und hatten direkt zwei gute Szenen. Die leicht favorisierten Nordhörnchen erzielten aber den ersten Treffer und raubten dem SVB damit den Elan. Ein zweiter Treffer für die Gäste fiel vor der Pause und mit Tor Nummer drei kurz nach dem Wechsel war die Geschichte dann erledigt. Es reichte noch zum Ehrentreffer, aber in Gefahr geriet der Sieg nicht mehr.

Mo. 31.10.2016 18:00 - Zaglebie Lubin vs Wisla Kraków 3:1
Der anstrengendste Teil des Trips stand an. 480 Kilometer von Nord nach Süd durch Westpolen. Zunächst ein Stück die mautpflichtige Autobahn Richtung Lodz, dann über Land. Bedingt durch ein ganz zäh zu durchquerendes Bydgoszcz, einige neu gebaute Straßen, die das Navi gar nicht kannte, und durch eine spontan selbst erfundene Umleitung aufgrund einer unfallbedingten Vollsperrung, benötigten wir mit nur zwei kurzen Pausen fast sieben Stunden. Bild Mit dem Stadion in Lubin hatte ich seit letztem Jahr eine Rechnung offen. Seinerzeit wollte ich mit Dominik den Kick gegen Widzew Lódz besuchen. Weil die Gäste aber finanzielle Probleme bekamen, wurde die Partie einen Tag vor dem Spiel abgesagt. Da wir aber schon auf Tour waren, ging das an uns vorbei, weshalb wir vor einem geschlossenen Stadion standen. Dass Zaglebie und ich keine Freunde für’s Leben werden sollten, zeigte sich nach Betreten der Arena. Zwanzig Minuten vor Spielbeginn blickten wir in einen leeren Heim-Sektor. Blocksperre! Wie sich schnell recherchieren ließ, hatten die Zaglebie-Kibice beim vorherigen Heimspiel ein wenig zu ausgiebig gefeiert, was eine Strafe durch den Gouverneur der Region, also nicht einmal durch den Verband(!), zur Folge hatte. Schöner Scheiß! Immerhin versammelte sich ein Teil der Zaglebie-Kurve im benachbarten Eckblock und es wurde teilweise auch schön laut. Bild Laut brüllen können sie ja wirklich gut, die Polen. Aber es gab natürlich keinerlei optische Aktion und es fehlte der Veranstaltung das Salz in der Suppe. Aus Kraków waren knapp 150 Leute angereist. Das ‚Wisla Sharks‘-Banner hing auch, wurde aber bald durch ein Spruchband mit Genesungswünschen - vermutlich für ein Szene-Mitglied - überhängt. Wisla steht weit unten in der Tabelle, während Lubin oben mitmischen darf. Trotzdem spielten die Gäste zunächst den deutlich besseren Ball und gingen auch verdient in Führung. Im Verlaufe des Spiels rückte Zaglebie die Verhältnisse aber gerade und gewann verdient. Nun hatten wir noch ein Stündchen bis ins Nachtquartier nach Zgorzelec, dem polnischen Teil von Görlitz, zu fahren. Als wir dann die A4 erreicht hatten, tackerten wir spaßeshalber mal unsere Heimatstadt ins Navi. 730 Kilometer und weniger als sieben Stunden Fahrzeit wurden angezeigt. Aus einem blöden Spruch raus, entschieden wir, die 20 Euro für das Zimmer sausen zu lassen und nach Hause zu fahren. Die Autobahnen waren unfassbar leer und wir konnten ohne Stress noch Zeit gewinnen. So durfte ich mich um zwanzig nach drei in den eigenen Federn an meine Dame schmiegen.

So. 30.10.2016 18:00 - MZKS Arka Gdynia vs OSP Lechia Gdansk 1:1
Heute stand der ‚main act‘ der Tour an. Das ‚Derby Trójmiasta’ an der Danziger Bucht. ‚Trójmiasto‘ bedeutet ‚Dreistadt‘ und bezieht sich auf die unmittelbar beieinander liegenden Städte Gdynia, Sopot und Gdansk. Beide Teams hatten sich einige Jahre nicht gesehen. Arka war zu dieser Saison erst wieder aufgestiegen und spielt sehr ordentlich mit. Lechia grüßt gar als Tabellenführer von oben, so dass ich mir einiges erhoffte. Zunächst waren aber zähe 350 Kilometer durch Pommern über die S6/E28 zu bewältigen. Davon sind nur die ersten 25 Kilometer als Schnellstraße ausgebaut, danach geht es nur noch über Landstraße. Zum Glück war nicht viel los und Lkw waren am Sonntag auch kaum auf der Straße, dass man gut voran kam. Erst kurz vor Gdynia wurde es voller, so dass wir etwas später als geplant gegen 14 Uhr bei Slawo eintrafen. Slawo ist ein alter Kumpel von mir. Mit mir im Sturm und ihm als Torwart sind wir mit der legendären Drittvertretung von Adler Frintrop von Sieg zu Sieg in den unteren Kreisligen geeilt. Die Älteren werden sich erinnern. Die Gazetten waren voll davon und unser Ruhm reichte einmal um den Planeten. Slawo war vor einigen Jahren in sein Geburtsland Polska zurück gekehrt und lebt nun mit Frau und Kindern in Gdynia. Bild Obligatorisch, dass wir uns trafen und nebenbei war er uns bei der Kartenbeschaffung behilflich, was mit Online-Registrierung und Zusendung von Fotos unserer Ausweise nach ein paar Schwierigkeiten dann ganz gut klappte. Da ein ‚sold out‘ garantiert war, wollte ich unbedingt vorher Tickets sichern, um Probleme beim Einlass zu vermeiden. Natürlich begleitete uns Slawo auch zum Spiel. Vor sechs Jahren wurde das ‚Stadion Miejski w Gdynia‘ neu errichtet. Es handelt sich um eine wenig spektakuläre Arena für etwa 15tsd Besucher, die sich lediglich durch das Zeltdach ein wenig vom Einheitsbrei abhebt. Ich hätte den Kick lieber im alten Stadion erlebt, aber prinzipiell gefällt der kleine Ground trotz seiner Einfachheit gar nicht so schlecht. Bild Bild Die Ränge sind schön steil und die Akustik ist hervorragend, wie sich zeigen sollte. Der Einlass war etwas chaotisch und da zeigte sich, dass der ganze Sicherheits-Apparat, den der polnische Verband aufgebaut hat, in der Hektik wenig wert ist, denn trotz Drehkreuzen mit Scannern gelangte ich ohne mein Ticket nutzen zu müssen ins inneren und konnte auch die Körper-Kontrolle umgehen. Bild Die Arka-Kurve eröffnete mit ein wenig blau-gelbem Rauch und einer großen Blockfahne. Nachdem die Blockfahne entfernt worden war, ging erst einmal ein großes gezogenes Lechia-Banner und eine ganze Batterie Lechia-Schals in Flammen auf. Danach wurden haufenweise Fackeln gezündet. Schönes Bild. Die Gäste hatten 740 Tickets erhalten, was mich sehr erfreute, denn prinzipiell dürfte ein Gäste-Ausschluss bei so einem Brisanz-Kick wenig verwundern. Lechia zündelte zu Beginn ordentlich mit Rauch und Blinkern. Nach kurzer Zeit gingen dann im Gästeblock Fackeln an undmehrere Blockfahnen wurden gezeigt. Bild Leider war der Away-Sektor aus unserer Position nicht gut einzusehen. Schlussendlich wurde als Provokation die Fahne der Lechia-Sektion Gdynia an den Zaun gebracht. Dann ging es auch schon los. Also nicht auf dem Rasen, denn das Spiel lief ja schon. Aus dem Lechia-Sektor wurden die Fackeln auf die Arka-Leute in den benachbarten Bereichen entsorgt. Diese ließen sich nicht lange bitten und feuerten aus allen Rohren zurück. Die eine oder andere Fackel ging auf in den aufmarschierten Polzei- und Ordnerketten nieder, die sich davon erstaunlich wenig beeindrucken ließen. Unfassbarer Weise lief der Kick fröhlich weiter. In Deutschland wären wegen Spielabbruchs schon alle auf dem Heimweg gewesen. So fegten sich die Irren an die zehn Minuten die Fackeln um die Ohren, was sichtbar nicht ohne einige Blessuren abging. Da werde ich nicht Müde, meine Meinung kund zu tun. Pyro immer wieder gerne, gerade bei Flutlicht-Spielen. Aber nicht wenn Fackeln als Waffen benutzt werden. BildDas geht überhaupt nicht und ist Wasser auf die Mühlen derer, die Pyro verteufeln. Lechia nach einer halben Stunde in Führung, was den Gästebereich natürlich zum Toben brachte. In der zweiten Hälfte holte Arka noch mal die Blockfahne raus und Lechia startete noch eine Bengal-Show. Mitte in die Bengal-Aktion fiel dann der Ausgleich, der die Hütte nah an den Einsturz brachte. Die Lechia-Kibole entsorgten die Leuchten gefrustet auf den Rasen. Ansonsten lief der zweite Durchgang etwas ruhiger ab. Allerdings ist das relativ, denn der Fackel-Tausch flammte im wahrsten Sinne des Wortes immer mal wieder auf. BildDie Partie ging dann mit Remis zu Ende, was der Gesundheit aller Anwesenden wohl am dienlichsten war. Erwähnenswert ist noch, dass an der Rückwand des Away-Sektors nach Spiel-Ende ein Lechia-Graffiti mit den Worten „Trojmiasto jest nasze!“ (Dreistadt ist unser!) erstrahlte, das während des Spiels gesprüht würde. Coole Aktion. Wir zogen auf die Kneipen-Meile von Gdynia und kühlten unsere Gemüter mit einer angemessenen Ration Piwo ab. Irgendwann um Mitternacht verabschiedeten wir uns dann von Slawo. Schön, Dich wiedergesehen zu haben und Danke für deine Hilfe! Im Nachgang wurden dann massive Strafen gegen beide Clubs verhängt. Arka muss ein Heimspiel vor leeren Rängen austragen, dazu sind bei den nächsten drei Auswärtsspielen keine Arka-Fans erlaubt. Lechia erhält ebenfalls drei Auswärtsspiele Fan-Sperre und muss 30tsd Zloty, etwa 7tsd Euro, Strafe zahlen. Zusätzlich sind bei den nächsten beiden Derbys in Gdynia und denen in Gdansk keine Gäste-Fans erlaubt. Am Stadion gab es Schäden im Wert von circa 110tsd Zloty, knapp 25tsd Euro. 740 Away-Fans haben beachtliche 542 Sitze beschädigt, außerdem Plexiglas-Scheiben beschädigt und Wände mit Graffiti besprüht. In den übrigen Sektoren gingen weitere 371 Sitze kaputt. Ganz normales Fanverhalten also

Sa. 29.10.2016 14:00 - Einheit Ueckermünde vs Güstrower SC 09 1:6
Sa. 29.10.2016 18:00 - MKS Pogon Szczecin vs KS Ruch Chorzów 2:1

Unser Weg führte uns ans Stettiner Haff. Auf der Suche nach einem gescheiten Kick vor der abendlichen Veranstaltung stolperte ich über eine echte Tribünen-Perle. In der Verbandsliga Meck-Pomm spielt der FC Einheit Ueckermünde auf einer runderneuerten Anlage im 'Waldstadion'. Bild Einzig die alte überdachte Holztribüne blieb erhalten. Leider fiel der Sanierung der Anlage eine ebenfalls ansehnliche ungedeckte Backstein-Tribüne auf der Gegenseite zum Opfer, die man auf älteren Bildern noch bestaunen kann. Aber der weiterhin erhaltene etwas erhöhte komplett hölzerne Bau auf der Hauptseite entschädigt für alles. Die Tribüne ist bestens gepflegt und erstrahlt in frischen Farben. Bild Überhaupt kann man an vielen Details erkennen, dass die Mitglieder ihren Club lieben und leben. Sei es am gesamten Erscheinungsbild des Stadions, am guten und vielfältigen Catering oder den spielbezogen gedruckten Eintrittskarten. Ein solches Ambiente hätte dann grundsätzlich mehr Zuschauer verdient als die anwesenden 150. Aber sportlich präsentierte sich die Einheit auch nicht sehr Euphorie-fördernd und musste sich den klar überlegenen Gästen deutlich geschlagen geben. Wie verabredet trafen wir bei diesem Spiel mit der Effzeh-Combo Tobias, Alex und Martin zusammen, die sich das identische Tagesprogramm auf die Agenda geschrieben hatten. Getrennt in den Farben und den Fahrzeugen, aber vereint in der Mission traf man etwas mehr als eine Stunde nach dem Schlusspfiff in Ueckermünde auf der anderen Seite der nahen Grenze zu Polen im 'Stadion Miejski im. Floriana Kyriega' - hach, die Polen pflegen bei den älteren Stadien so herrlich sperrige Namen - zu Szczecin wieder aufeinander. Pogon Szczecin ist noch einer von zwei verbliebenen Clubs in der höchsten polnischen Spielklasse, die über eine unsanierte Spielstätte verfügen. Der andere alte Ground ist passenderweise der des heutigen Gegners aus Chorzów. Der Pogon-Ground kommt dabei auch absolut unkonventionell daher, es handelt sich nämlich um eine U-Form, so dass hinter einem der Tore also kein Ausbau vorhanden ist. Sieht also ähnlich aus wie ein 'Circus Maximus'. Bild Das Stadion hat beinahe gänzlich keine Überdachung. Lediglich die mittleren Sektoren der Haupttribüne wurden mit einem Dach versehen. Haupttribüne und die Kurve sind zweirangig, die Gegenseite hat nur einen Rang. Hinter dieser wurde vor wenigen Jahren ein moderner Bau errichtet, der einige VIP-Plätze und den Medien-Bereich beinhaltet. Die Bestuhlung des Stadions ist in den Vereinsfarben dunkelblau und bordeauxrot gehalten. Knapp 18tsd Zuschauer finden hier Platz, 8.400 Zuschauer waren zugegen, was für Pogon eine ordentliche Zahl darstellt, denn die Besucherzahlen in Polen sind ja bei den meisten Clubs ausbaufähig. Trotz der geringen Auslastung und der offenen Bauweise konnten die Pogon-Kibice aber eine beachtliche Lautstärke in die Arena zaubern. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie stimmgewaltig sich die polnischen Kurven meistens zeigen. Im Gäste-Sektor verloren sich etwa 200 Anhänger, davon einige befreundete Leute von Widzew Lodz und Elana Torun. Bild Aus Chorzow angereist war aber wohl die doppelte Anzahl an Leuten, von denen jedoch ein großer Teil von der Policja am Betreten des Stadions gehindert wurde, obwohl alle Leute ordnungsgemäß angemeldet waren. Es soll willkürliche Fahrzeug-Durchsuchungen und Verhaftungen gegeben haben. Aus diesem Grunde, aber auch wegen der ungünstigen Lage des Away-Sektor und weil sich die Pogon-Kurve einfach laut präsentierte, war von den Ruch-Kibice wenig zu hören. Bild Die 30minütige Blocksperre nach Spielschluss wurde von den Ruch-Jungs auch freiwillig verlängert bis auch der letzte Verhaftete wieder bei den seinen war. Starke Sache. Die Heimseite überhängte die Zaunfahnen zur zweiten Spielhälfte mich einem großen Banner „Szczecin wita fanatyka“ (Stettin grüßt die Fanatiker) im Schrifttyp von Iron Maiden, wobei sich mir der Sinn dahinter nicht erschließt und ob das eventuell an die Gäste gerichtet war. Mitte der zweiten Halbzeit wurde dann eine Blockfahne hochgezogen, die das Motiv des Iron Maiden-Covers ‚The trooper‘ zeigte. Einziger Unterschied zum Original war, dass Maiden-Maskottchen Eddi keinen ‚Union Jack‘ sondern eine Pogon Fahne trug. Wenig überraschend sprangen dann nach ein paar Minuten ein paar maskierte Gestalten unter der Blockfahne hervor und zündeten eine ganze Batterie Fackeln. Schönes Bild in der Dunkelheit. Ganz sauber ging die Aktion aber wohl nicht über die Bühne, da die Blockfahne in Erwartung weiterer Fackeln in der Mitte des Blocks erst eingeholt und dann doch wieder hochgezogen wurde. Das Spiel selber war auch ganz gut anzusehen. Die Gäste gingen früh in Führung, bekamen aber ebenso früh den Ausgleich. Mitte der zweiten Hälfte erzielte Pogon dann den spielentscheidenden Treffer. Wir trennten und von Fraktion Köln und bezogen unser Quartier im Zentrum von Szczecin. Gerüchten zufolge sollen in verschiedenen Läden dann noch einige Getränke verköstigt worden sein.

Fr. 28.10.2016 19:30 - SC Sperber 1898 vs Eintracht Norderstedt II 4:1
Auftakt zu eine kleinen Tour gen Polska. Mein Kegelkumpel Markus, der ja immer wieder Interesse an meinem Treiben zeigt und schon mehrfach Bereitschaft bekundete, mich mal begleiten zu wollen, schloss sich mir für die nächsten Tage an. Erster Zwischenstopp war Hamburg, gleichzeitig Wahl-Heimat meiner Schwester, die natürlich auch besucht werden wollte. Bild Vorher ging es aber zum guten, alten 'Sperber-Platz' nach Alsterdorf, wo sich die Gastgeber mit der Zweitvertretung des Regionalliga-Clubs aus der Hamburger Peripherie duellierten. Am 'Sperber-Platz' war ich vor einigen Jahren mal vorbei gekommen, hatte einen Blick hinter den Zaun geworfen und mir vorgenommen, dort irgendwann mal ein Spiel mitzunehmen. Heute standen die Sterne günstig auch wenn A261 und A7 auf den letzten Kilometern der Anreise einen Haufen Nerven raubten. Bild Der Platz liegt ein wenig versteckt hinter Gastronomie und Tennishalle in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Alsterdorf. Der Besucher wird mit einer betagten kleinen, mit Graffiti verschandelten Tribüne belohnt, die mit dem Wellblech-Dach aber absolut kultig wirkt. Auf der Gegenseite bietet ein zum Bahndamm ansteigender Graswall eine gute Sicht auf das Geschehen, während hinter den Toren keine wirkliche Möglichkeit zur Spielbeobachtung besteht. Der Kick war unterhaltsam und ganz gut anzusehen und lebte auch von einigen, sagen wir mal sehr innovativen Entscheidungen des Schiri-Gespanns. Die Greifvögel gewannen am Ende recht deutlich und wohl auch ein, zwei Tore zu hoch, aber nicht unverdient. Ein Besucher schaute sich die Partie vom kleinen Parkplatz hinter dem Tor aus seinem Fahrzeug an und betätigte das Signalhorn bei den Treffern der Heim-Mannschaft, was mich schwer an die Spiele auf den Faröer-Inseln erinnerte, wo sich viele Zuschauer die Spiele witterungsbedingt auch aus Ihren Vehikeln ansehen. Insgesamt bei viel Dumm-Gelaber eine kurzweilige Geschichte, wenn ich auch für das Fehlen von Ausschank und Grill einen dicken Minuspunkt verteilen muss.

Exkurs - Campi di Calabria
Bild Bild Bild Während des Urlaubs in Kalabrien hatten wir unsere Unterkunft in der kleinen Berg-Gemeinde Dinami. Auf unseren Fahrten und Ausflügen von dort kamen wir immer wieder an Sportplätzen in kleinen Dörfern und Städten vorbei, die teilweise schon ausgedient hatten und ihrem Schicksal überlassen worden waren. Andere noch in Nutzung befindliche Anlagen strahlten einen unverwechselbaren Charme aus, dem man sich nicht entziehen konnte, wenn man in unserer 'Bewegung' gefangen ist. Teilweise sahen die Spielfelder so unfassbar uneben aus, dass kaum vorstellbar war, dass dort überhaupt ein vernünftiges Spiel zustande kommen kann. Bild Bild Bild Unterhalb der 'Eccelenza', der höchsten regionalen Spielklasse, die fünftklassigem Niveau entspricht, wird überwiegend auf Sandplätzen gespielt, die einen ganz speziellen Charakter haben. Manche Spielfelder sind teilweise mit Grasflecken bewachsen. In Bagnara Calabra durfte ich ja selber Zeuge einer solchen Partie werden. Jedenfalls begann ich irgendwann damit, an jedem kleinen Stadion oder Platz, das/den wir passierten, anzuhalten und ein paar Bilder zu schießen. Diese möchte ich den werten Usern nicht vorenthalten.

Fr. 21.10. bis So 23.10.2016 - Northern Ireland
Kurzer Trip in den Norden der grünen Insel. Der Bericht ist HIER zu finden.

So. 16.10.2016 15:00 - OSV Hannover vs FC Lehrte 4:0
Bild Erfreulicherweise zeigen sich die nächsten Verwandten beim jährlichen Familien-Wochenende dem Besuch eines Fußballspiels ja auch immer aufgeschlossen. Vom diesjährigen Ziel Celle lag das 'Oststadtstadion' in Hannover nahezu perfekt in der Flugschneise der Heimfahrt. Der OSV schaffte es Ende der 70er Jahre sogar mal in die 2.Liga, musste dort aber nach zwei Saisons unwiederbringlich die Segel streichen. Bild Über die Jahre und durch finanzielle Probleme wurde der Club bis auf Kreis-Ebene durchgereicht, konnte sich mittlerweile aber in der Landesliga etablieren. Das 'Oststadtstadion' wurde in den Anfängen der 70er Jahre erbaut. Die sehr schöne hölzerne Tribüne hat eine Vergangenheit im Stadion 'Rote Erde' in Dortmund. Dort fungierte sie als Hilfstribüne. Nach der Errichtung des 'Westfalenstadion' wurde die Tribüne in Einzelteilen nach Hannover verbracht und dort wieder aufgebaut. Interessanterweise wurde das ursprüngliche Dach aber über der Tribüne des 'Rudolf-Kalweit-Stadion' von Arminia Hannover errichtet, so dass das Dach im 'Oststadtstadion' neu erbaut werden musste. Auf der Gegenseite befindet sich eine fünfstufige Stehtraverse, die gleichzeitig der dahinter befindlichen Leichtathletik-Anlage dient. Das Spiel der beiden Tabellennachbarn im Mittelfeld der Rangliste wurde auf bescheidenem Niveau geführt. Der OSV war aber überlegen und fuhr einen deutlichen Sieg ein.

Sa. 08.10.2016 11:00 - Garbarnia Kraków vs Podhale Nowy Targ 3:1
Sa. 08.10.2016 16:00 - Dabksi KS Kraków vs Sportowiec Modlniczka 3:1

Ich führe und pflege ja tatsächlich noch ein Leben und soziale Kontakte neben dem Fußball. Unter anderem bin ich in einem Kegelclub, den wir vor über 23 Jahren gegründet haben. Also nicht, dass ich deshalb nun besondere Fähigkeiten in dieser Sportart erworben habe oder besonders talentiert bin, aber die Geschichte ist eine hervorragende Basis, um Kontakte zu langjährigen Weggefährten zu halten, die ich teilweise schon aus der Grundschule kenne. Wenn die Kegeltour dann nach Krakau führt, verlangt aber der in mir schlummernde Hoppermistvogel nach seinem Recht. Und ganz ehrlich - ein Polen-Trip ohne Kick wäre ja auch verschenkt. Eigentlich hatte ich mir für den heutigen Samstag einen attraktiven Doppler mit Polonia Bytom und Zaglebie Sosnowiec rausgesucht. Allerdings wurde die Anstoßzeit von Zaglebie dann noch soweit vorgezogen, dass beide Partien nicht mehr kompatibel waren. Eine unterklassige Partie um die Mittagszeit sollte dann der Ersatz für den Bytom-Kick sein. Drei meiner Jungs signalisierten Interesse mich zu begleiten. Es liegt aber in der Natur einer Kegeltour, dass während dieser die eine oder andere Tasse Bier verzehrt wird. Der Umstand, dass die Reise nach Polen ging, bedeutete dazu noch einen (gefühlt) endlosen Wodka-Multiplikator, der den Vorabend hochgradig gesellig werden ließ, so dass der stark beanspruchte Körper am nächsten Morgen schlagartig in den Energiespar-Modus schaltete. Bild Meine Einweg-Kibolen provozierte der angesprochene Zustand (wenn es überhaupt einer war) dazu, einige Minuten vor dem Aufbruch zu kneifen und meine Motivation war zugegeben auch nicht sonderlich ausgeprägt. Nachdem ich ein paar hundert Meter in Richtung Busbahnhof gelatscht war, entschied ich mich mangels ausreichender Überzeugung gegen den Ausflug und kehrte um. Fußball ist eben - entgegen der Meinung der überwältigen Mehrheit der Bewegung - nicht alles im Leben. Allerdings war es ein Leichtes, dieses Haltung umgehend zu widerlegen. Man muss ja auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und daher hatte ich für genau diesen Fall einen Vormittags-Event in Krakow notiert, zu dem ich die Gefährten schleppte und dessen Ausrichter Garbarnia Krakow war. Den wenigsten wird bekannt sein, dass es sich bei diesem Verein um einen ehemaligen Erstligisten handelt, der zudem im Jahr 1931 die polnische Meisterschaft gewann. Aktuell gurkt man in der viertklassigen 'III Liga' rum und steht dort an der Tabellenspitze. Das Stadion wurde vor einigen Jahren leider um zwei seiner drei Tribünen erleichtert. Das Hauptspielfeld wurde verlegt, um Platz für weitere Spielfelder zu schaffen, was der Anlage jeglichen Charme raubt. Daher gibt es heute nur noch lieblosen Ausbau auf einer Geraden. Immerhin vier Tore wurden geboten, die in ihrer Verteilung dem Spielverlauf ziemlich gerecht wurden. Garbarnia darf sich sogar auf aktiven Support seiner treuen Anhänger verlassen. Bild Fünf Gestalten mit Schal und Trommel veranstalteten ein beispielloses Support-Feuerwerk! Nach dem Schlusspfiff konzentrierten wir uns bei aufkommendem Nieselregen daher lieber auf die Basis-Beschäftigung dieser Reise. Für mich ging es dann nachmittags noch allein zu einem spontan heraus gesuchten Amateurspiel. Die Wahl fiel aufgrund günstiger Erreichbarkeit auf die Recken des Dabski KS Krakow, die in der siebtklassigen Klasa A zum Tanz gegen einen Vorort-Club baten. Bild Vor Ort überraschte mich ein kultiger Platz mit ein wenig Ausbau auf einer Seite, der aus einem Bereich mit etwa einhundert Stühlen besteht, der von Steh-Traversen flankiert wird. Oberhalb der Sitzplätze befindet sich eine geräumige Überdachung, die auch bitter nötig war, da sich das Wetter weiter verschlechterte. Das sportliche Niveau ist schwer einzugrenzen. Es war auf bescheidener Ebene nicht wirklich gut aber auch nicht völlig schlecht. Besondere Aufmerksamkeit verdiente sowieso eher das Publikum. Einen Verkaufsstand oder ein Vereinsheim gibt es nicht, so dass sich die Anwesenden selbst versorgten. Etwa zwei Drittel der 45 Zuschauer waren im Rentenalter und nach und nach zauberte beinahe jeder eine Buddel Wodka aus der einen und ein Schnapsglas aus der anderen Jackentasche. So wurden die guten Wässerchen hin und her gereicht, die Pullen wurden leerer und die Senior-Kibice immer voller. Traumhaftes Schauspiel. Nach dem Abpfiff kamen einige der älteren Herrschaften die Stufen nur herunter, in dem sie sich gegenseitig stützten. Ritzeratzevoll die Kollegen. Hut ab. Für mich ging es deutlich sicherer auf den Beinen mit der Tramwaj zurück zu meinen Leuten.

Mi. 05.10.2016 19:00 - TSV Steinbach vs TuS Koblenz 1:0
Der Südwest-Regionalligist, der für mich die kürzeste Anfahrt bedeutet, war mein Ziel. im hessischen Haiger tritt der Dorfverein aus Steinbach vor den Ball. Mit einer massiven Finanzspritze wurde der B-Liga-Vertreter nach oben gespült und stieg in sieben Jahren sechs Mal auf. Bild Kann man gut finden, kann mach auch lassen, denn eine Spur Wettbewerbsverzerrung wabert da ja durch die Amateurliga-Luft. Mir ist das 'Endziel' nicht bekannt, aber in der Regio scheint das Ende der Fahnenstange mit einem Platz im unteren Mittelfeld nach der letzten Saison erst einmal erreicht. Mit dem TuS Koblenz stellte sich ein ehemaliger Zweitligist vor, der eine Talfahrt bis in die Oberliga hingelegt hat, diese aber nach der letzten Saison wieder verlassen konnte. Bild Das 'Stadion Haarwasen' ist der ehemalige Spielort des damaligen Oberligisten SV Eintracht Haiger, der Anfang des Jahrtausends aus finanziellen Gründen aufgelöst wurde und im FC Eintracht Haiger einen Nachfolgeverein hat, der nur noch in der Kreisliga A spielt. Für den TSV aus dem benachbarten Steinbach wurde der Haarwasen modernisiert und mit einem ansehnlichen Tribünen-Neubau versehen, der mittlerweile durch ein weniger ansehnliches Stahlrohr-Segment ergänzt wurde. An den übrigen Seiten befinden sich niedrige Stehtraversen. Lediglich die kleine aktive Fan-Gemeinde des TSV hat noch einen etwas privilegierten Stahlrohr-Block hingestellt bekommen. Meine Einstellung beinhaltet ja, dass ich grundsätzlich jede Fan-Gruppe respektiere und sei sie auch noch so klein. Diese Art Fans, wie die des TSV, kann ich aber einfach nur mitleidig belächeln. Leute, lasst es lieber und geht zum Handball oder sonst wo hin. Vom Deutschen Eck hatte ich ein paar mehr Leute erwartet. Knappe 100 Anhänger hatten die 80 Kilometer durch den Westerwald auf sich genommen, davon nur knapp zwanzig ultra-orientierte Aktive, die auch nur selten supporteten und sich mehr mit dem Bepöbeln gegnerischer Spieler beschäftigten. Da hatte ich etwas mehr erwartet, da die TuS ja ordentlich in die Saison gestartet war. Die Partie gewannen die Gastgeber hochverdient mit dem knappsten aller Resultate. Unter dem Strich war der Star des Abends die grobe Bratwurst, die gleich zweifach einverleibt wurde.

So. 02.10.2016 15:00 - FC Remscheid vs BSC Union Solingen 2:0
Im traditionsreichen 'Röntgen-Stadion' im Remscheider Stadtteil Lennep trafen sich zwei ehemalige Zweitligisten zum Duell auf Bezirks-Ebene. Der FC Remscheid, Anfang der 90er aus einer Fusion des BVL 08 und des VFB Remscheid hervorgegangen, befindet sich seit dem Abstieg aus der 2.Liga in einem kontinuierlichen Niedergang. Über die Jahre hinweg ging es immer mal eine Liga runter, einzig unterbrochen durch eine einjährige Rückkehr in die Oberliga. Im letzten Sommer musste der Verein nach einem skurrilen wie erfolglosen Kapitel mit Kult-Figur Thorsten Legat den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten. Dort scheint der Absturz erst einmal gestoppt zu werden, denn aktuell befindet sich die Mannschaft mit 100%iger Punktausbeute auf Aufstiegskurs. Ein noch härteres Schicksal hat der Union Solingen zu verkraften. Nach dem Abstieg aus der 2.Liga Ende der 90er geriet man unmittelbar in eine erste Insolvenz. In den 90ern legte der Verein eine wahre Fahrstuhl-Karriere hin, die schließlich mit dem Gang in die Landesliga und der zweiten Insolvenz vor der Jahrtausendwende endete. Auch nach diesem Schlag kämpfte die Union weiter, stieg mal auf und mal wieder ab und musste schließlich 2010 zum dritten Mal in die Insolvenz, wovon sich der Club nicht mehr erholte und zwei Jahre später aufgelöst wurde. Zwischenzeitlich waren aber Fäden gezogen worden um eine Erbfolge in die Wege zu leiten. Leider zogen dabei nicht alle Vereinsmitglieder an einem Strang, so dass der eine Teil einen neuen Verein, den Ohligser FC gründete und sich der andere Teil dem BSC Aufderhöhe anschloss, der letztlich auch die Namensrechte der insolventen Union zugesprochen bekam. Beide Vereine ignorieren sich weitestgehend. Der BSC spielt eine Spur erfolgreicher, wenn man das so sagen kann, denn momentan befindet sich das Team auf einem Abstiegsplatz. Auch das kultige 'Hermann-Löns-Stadion' der Union ging in diesen Jahren verloren. Die Stadt hatte kein Geld für die Instandhaltung und ein großes Stadion wurde wegen des mangelnden Erfolges nicht benötigt, so dass das Rund nach und nach von der Natur überwuchert wird und verfällt. Eine wahre Schande!! Vor zwei Jahren stattete ich dem Stadion noch einen Besuch ab. Die Fotos dazu sind HIER zu finden. Dem schönen 'Röntgen-Stadion' droht ein ähnliches Schicksal. Zwar wird es entgegen veröffentlichter Pläne weiterhin genutzt, aber zeitnah sind Schließung und Abriss beschlossen, sobald die künftige Sportanlage des FCR entsprechend umgebaut wurde. Momentan ist allerdings kein wirklicher Termin bekannt, so dass noch an gewohnter Stätte angestoßen werden kann. Bild Eigentlich ist das 'Röntgen-Stadion' eine einfaches und unspektakuläres Rund mit Leichtathletik-Bahn, aber genau das macht es aus, denn derartige Stadien sterben mehr und mehr aus. Eine Gerade ist komplett überdacht und mit Sitzplätzen versehen, die andere bietet diesen Ausbau nur mittig und wird rechts und links von Stehplätzen flankiert. Beide Kurven sind ausgebaut, allerdings wird die südliche wegen Baufälligkeit der Stufen nicht mehr genutzt. Stattdessen arbeitet die Natur daran, sich verlorenes Terrain zurückzuholen. Die sportlichen Vorzeichen waren klar, aber das auf dem Platz Gebotene zeichnete ein anderes Bild. Denn die Union spielte munter mit, auch wenn die Gastgeber mehr Ballbesitz hatten und insgesamt gefährlicher wirkten. Trotzdem hatten die Gäste einige Male die Chance zu Führung, jedoch rückte der Favorit die Sachlage zwanzig Minuten vor dem Ende in die erwartete Richtung und machte kurz darauf mit dem zweiten Treffer alles klar. Offiziell waren fast 1.500 Zuschauer zum bergischen Derby gekommen. Bild Diese Zahl schien beim Blick ins weite Rund etwas hoch. Auf Remscheider Seite hatten sich gut 70-80 Mann im Block zum Support eingefunden, der solide aber leider auch mit einigen Pausen vorgetragen wurde. Insgesamt - vor allem gemessen der Spielklasse - war die Performance jedoch sehr ordentlich. Aus Solingen waren etwa 130 Leute angereist, die einige Fahnen an den Zaun brachten und zu Beginn mit kleinen Schwenkern wedelten. Angefeuert wurde nur sporadisch von einem Kern von circa 30 Personen. Die Union spielt daheim im Bezirksliga-Alltag vor nicht viel mehr als 50 Leuten, so dass beim genauen Betrachten des Gästeblocks der Verdacht aufkam, dass eine stattliche Zahl erlebnisorientierter Personen zugegen war. Früher hatte Union eine Allianz mit der Fortuna aus der Landeshauptstadt, so dass man vermuten darf, dass einige der Anwesenden dem Düsseldorfer Lager zuzurechnen waren. Nach dem Schlusspfiff bewahrheitete sich dann der Anfangsverdacht. Während der Heim-Block von der Polizei am Verlassen des Stadions gehindert wurde - denn auch dort war eindeutige Motivation zu erkennen - dekorierten die Gäste nach und nach ihren Bereich um. Ist ja auch okay - zu Hause stellt man ja auch ab und an die Möbel um, wenn einem die Umgebung nicht mehr gefällt. Bild Der Staatsmacht - die mit Hunde- und Reiterstaffel übertrieben angetischt hatte - wurde es irgendwann zu bunt und die Solinger Meute wurde auf die Straße gedrängt. Der Remscheider Block hatte sich zu diesem Zeitpunkt auch schon ziemlich geleert. Nach einem halbherzigen Versuch, durch die stillgelegte Südkurve an die Gäste heranzukommen, nutzte man die der Polizei überlegene Ortskenntnis, um den Ground auf alternativen Wegen zu verlassen. Dieses schnallten die Ordnungshütern nicht so wirklich, da sie wie so häufig nicht im Bilde darüber waren, was vor ihrer Nase passierte. Als ich dann das Stadion auch mal verließ, um mich draußen zu orientieren, rannte schon eine Gruppe von etwa 20 FCR-Leuten über den Parkplatz vor dem Stadion in Richtung Gästeblock. Allerdings wurde der Tatendrang durch zwei an der Straße zum Block anwesende Moto-Cops gebremst, die fleißig die Funkwellen glühen ließen. Eine am Abend anstehende Party zwang mich dann (leider) zum Aufbruch, so dass ich bei der Abfahrt durch die Nebenstraßen nur noch ein paar nervös rumrennende FCR-Gestalten sah, die versuchten irgendwie an die Gäste zu kommen. Prinzipiell bin ich ein wenig Rahmenprogramm ja immer aufgeschlossen, sofern niemand ernsthaft zu Schaden kommt. Für ein Kurvenkind der 80er und 90er, wie ich es bin, gehört das zum Fusek einfach dazu. Laut Presseberichten ist über ein paar Sachbeschädigungen hinaus nicht viel geschehen. Trotzdem - schönes Oldschool-Ding. Empfehlung für den Besuch des Rückspiels, das nach heutigem Stand im Walder Stadion über die Bühne gehen wird, hiermit ausgesprochen.

Sa. 01.10.2016 19:30 - Thes Sport Tessenderlo vs Berchem Sport 2004 1:0
Da ein ernüchterndes Erlebnis an der Hafenstraße weitsichtig befürchtet worden war, wurde vorab für den gelungenen Abschluss des Fußball-Tages ein kleiner Ausflug ins gelobte Fritten-Land geplant. Dominik sammelte ich am gewohnten Treffpunkt am Moerser Kreuz ein und ich lenkte die Karosse routiniert ins limburgische Tessenderlo, wo wir einige Zeigerumdrehungen vor dem Kick-off eintrafen. Das Stadion verfügt hinter einem Tor über die landestypische Kantine mit Blick auf das Spielfeld und eine recht stattliche Haupttribüne auf einer Geraden. Die verbleibenden Seiten zeigen sich ohne Ausbau. Trotzdem eine ganz ansehnliche Bude, die sich überraschend gut füllte. Bild Etwa 800 Leute dürften letztlich bei diesem Viertliga-Event aufgekreuzt sein. Ich erspare es dem Verfasser und den treuen Lesern auf die neue Struktur im belgischen Fußball einzugehen und verweise bei Interesse - entgegen meiner Art - auf das Internet. Ich habe absolut keine Ahnung was die Leute beim Verband einwerfen, wenn sie sich alle zwei, drei Jahre ein neues abenteuerliches System ausdenken. Vielleicht hätten die Verantwortlichen ihre Medikamente einfach mal bis zum Ende nehmen sollen, statt die Therapie abzubrechen. So ist jedenfalls mal wieder ein unfassbares Durcheinander heraus gekommen, dass eigentlich nur darauf abzielen kann, dass es möglichst keiner versteht. Harter Stoff. Deutlich über 100 Personen waren aus dem Antwerpener Stadtteil Berchem angereist, von denen eine zwanzigköpfige Gruppe sogar supportete. Im unterklassigen belgischen Fußball eine Seltenheit. Genutzt hat es ihrem Traditions-Club nichts. Die Gastgeber gewannen die Partie völlig verdient und mit zu knappem Ergebnis. Selbstverständlich führte uns der Weg noch in eine landestypische Fett-Schmiede, wo wir die verpeilteste Bedienung ganz Belgiens erlebten. Nach Zubereitung der bestellten Produkte, konnten wir eine Treffer-Quote von immerhin 50% registrieren. Drei unserer insgesamt sechs georderten Teile entsprachen nicht der Bestellung. Ehrenamtlich arbeitet die Tante bestimmt beim Fußballverband und organisiert das Ligen-System.

Sa. 01.10.2016 15:30 - Rot-Weiss Essen vs Borussia Dortmund II 1:1
Familientag! Und ich Depp hatte das nicht auf dem Schirm. Irgendwie war die Info an mir vorbeigegangen war, sonst wäre ich der Geschichte ferngeblieben. Die Aktion bringt zwar eine ordentliche Zuschauerzahl, aber wenn zu einem Spiel gegen die U23 des BVB normalerweise maximal 7std Leute kommen, am Familientag aber über 11tsd da sind, kann sich jeder denken, was los war. Nervende, unkontrolliert durch die Gegend rennende, weinende, albernde Kinder überall. Das verleiht einem Spiel absoluten Saisonvorbereitungs-Charakter und das ist keine Fußball-Atmosphäre, sondern schwimmbeckengroße Scheiße! Memo an mich selbst: nächste Saison besser aufpassen und Familientag meiden. Da konnte auch der solide agierende Block in der 'Westkurve' die Sache nicht wirklich retten. Aufgrund der (durch den Verband gewünschten) Termin-Kollision mit dem abendlichen Bundesliga-Auftritts des BVB in Leverkusen war zu allem Überfluss der Gäste-Sektor leider auch nur spärlich gefüllt, dabei hatte ich mich auf einen angemessenen Away-Support gefreut, der einen drögen Regionalliga-Kick ja nur aufwerten kann. Remis gegen den Dortmunder Nachwuchs also. Zum Spiel gibt es gar nichts groß zu sagen. Einer ganz ordentlichen ersten Hälfte folgten gefühlte 75% Ballbesitz der Schwarz-Gelben im zweiten Durchgang. Ergebnis unter dem Strich in Ordnung. Nur nötig war es eigentlich nicht, aber darauf näher einzugehen, ändert das Resultat auch nicht mehr. Eigentlich eine Geschichte zum Ärgern, aber spätestens als ich zehn Minuten nach Spielende im Auto saß, war mir die Nummer schon wieder piepegal. Der Saisonverlauf hatte auch vorher schon wieder klaren Kurs Richtung Ananas aufgenommen. Mit jeder neuen faden Saison in dieser Liga, spielt mich der neue zusammengewürfelte Mannschafts-Haufen immer leerer. Von Emotionslosigkeit geprägt, nimmt man das Geschehen auf dem Rasen hin, freut sich nicht groß über eigene Tore und ärgert sich nur mäßig über Gegentreffer. Regionalliga-Mittelmaß ist wunderbare Hypnose. Man lässt es einfach so über sich ergehen. Es ist und bleibt mein Verein, aber mit Freude gehe ich derzeit nicht zur Hafenstraße. Zum Glück wird mir meine Terminplanung in diesem Jahr nicht mehr viele Spielbesuche mit rot-weißer Beteiligung erlauben.

So. 25.09.2016 14:00 - Alemannia Aachen vs Rot-Weiss Essen 1:0
So richtig Bock hatte ich auf den Kick gar nicht, obwohl es sich um das nominell attraktivste Auswärtsspiel der Saison handelte. Ich hatte mir auch vorgenommen, dass ich mich im Falle einer Niederlage nicht groß ärgern wollte. Verfolgte die Partie auch zunächst emotionslos und gelangweilt. Die an Dämlichkeit grenzende Sorglosigkeit der Roten, gepaart mit fehlenden Ideen und mangelnder Bereitschaft, sich den Arsch aufreißen zu wollen, ließen aber mit zunehmender Dauer der zweiten Hälfte durchaus unterschwelligen Groll aufkommen. Bild Zu diesem Zeitpunkt führten die Kaiserstädter bereits. Und das nicht unverdient, was bezeichnend ist, da die Schwarz-Gelben selber nicht in der Lage waren, der Partie Qualität zu verleihen. In der Schluss-Viertelstunde riss der RWE dann am Gashahn. Zu spät, auch wenn bei zwei Lattentreffern und einer weiteren großen Möglichkeit der Ausgleich drin war. Bild Warum nicht mal früher Stoff geben? So setzte es die mittlerweile übliche Niederlage in Aachen, dabei war ein Sieg wohl nie so einfach zu erreichen wie am heutigen Tage. An der Unterstützung hat es nicht gelegen. Der Away-Sektor legte einen guten Auftritt hin, den die Mannschaft eigentlich hätte belohnen müssen. Die Gegenseite kann ich nicht wirklich bewerten. Die Heim-Kurve war gut gefüllt, aber der aktive Kern unten hinter dem Tor wirkt auf der riesigen Stehtribüne etwas verloren und kam auf unserer Seite nicht besonders laut an. Andersherum wird man es vermutlich ähnlich empfunden haben. Nach diesem Spiel fragt man sich mal wieder, warum man sich diese Scheiße immer wieder antut und ich bin froh, dass ich im Oktober kaum ein RWE-Spiel sehen muss. Aber da fällt mir wieder dieser Satz ein, den Nick Hornby in seinem epischen Fußball-Meisterwerk ‚Fever Pitch‘ so treffend formuliert hat: "Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden."

Fr. 23.09.2016 20:00 - FC Hürth vs FC Wegberg-Beeck 1:1
Bild Seit der FC Hürth sein kultiges Stadion mit der schönen betagten Tribüne verlassen hat, spielt er nun an anderer Stelle der Stadt auf einer sehr modernen Anlage am Schulzentrum Hürth-Mitte. Obwohl alles sehr neu und steril erscheint, wirkt die Anlage nicht uncharmant. Bild Das kleine Clubheim wurde mit Wappen und Vereinsname großformatig bemalt und eine schmucke, überdachte Sitztribüne bietet ein wenig Komfort beim Zusehen. Das Catering bietet neben Bockwurst und Frikko eine gute, leider aber überteuerte Erbsensuppe. Nur Bier gibt es nicht, denn diese dünne Kölsch-Plörre kann man ja nicht als solches bezeichnen. Mit dem Regionalliga-Absteiger aus Wegberg, der direkt wieder an der Tabellenspitze mitmischt, war ein Großkaliber der Liga zu Gast. Der Kick hatte ein enorm hohes Tempo, welches die Beteiligten auch bis zum Ende durchhielten. Zwei gerecht verteilte Treffer gab es zu sehen, welche die Kräfteverhältnisse auch ziemlich exakt widerspiegelten. Zur Auflockerung der Veranstaltung trug ein etwas extrovertierter Gäste-Anhänger älteren Semesters bei, der nicht müde wurde, beinahe jede Entscheidung des Schiedsrichter-Gespanns lautstark zu kommentieren.

Mi. 21.09.2016 19:30 - DJK Schwarz-Weiß Twisteden vs Rot-Weiss Essen 0:5
In der beschaulichen niederrheinischen Kleinstadt Kevelaer, bekannt als katholischer Wallfahrtsort und für einen stattlichen Dom, der jährlich tausende Pilger anzieht, steht ein für Angehörige unserer 'Bewegung' ebenso begehrenswertes Bauwerk, nämlich das 'Hülsparkstadion'. In der zweiten Runde des Verbandspokals wurde nun der Verein meines Herzens zum A-Ligisten DJK Twisteden gelost, einem Ortsteil-Club von Kevelaer. Da dessen Sportanlage für diese Aufgabe als nicht geeignet befunden wurde, verlegte man die Partie ins benannte Stadion. Für mich beinhaltete dieses Los eine gewisse Tragikomik. Bild Das 'Hülsparkstadion' wird üblicherweise nur durch den Kevelaerer SV bespielt. Dieser dümpelt in der Kreisliga B herum, die ja nicht zu den von mir bevorzugten Spielklassen zählt. Da es der Hülspark aber durchaus verdient, mal besucht zu werden, sprang ich im letzten Jahr über meinen Schatten und zog mir dort eine (am Ende gar nicht mal so üble) B-Liga-Partie rein. Kann ja keiner ahnen, dass nur eine Sonnenumrundung später der eigene Verein dort antreten muss. Pascal , von dem ich keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt wohne und mit dem ich absurderweise trotzdem noch nie zusammen ein Spiel besucht habe, begleitete mich und vor Ort traf man auf die üblichen Verdächtigen, so dass einem gepflegten Quätschken auch nix im Wege stand. Das Stadion ist mit einer stattlichen Sitztribüne und einer mehrstufigen Steh-Geraden auf der Gegenseite ein echt gutes Ding. Die DJK hatte mobil gemacht und eine gut 60-70 Personen umfassende aktive Gruppe zusammengetrommelt, die das Team nach Kräften unterstützte. Natürlich reichte es sportlich in keiner Sekunde um dem RWE, der auch bereits nach einer Zeigerumdrehung in Führung lag, gefährlich zu werden, aber mit nur fünf Gegentreffern hielten die Gastgeber das Resultat ja in erträglichen Grenzen.

So. 18.09.2016 14:00 - FC Einheit Wernigerode vs SV 1890 Westerhausen 1:1
Wenn man schon mal an die 400 Kilometer von daheim entfernt ist, muss man die Strecke ja nicht direkt nach den gesehenen Spielen wieder zurück knallen. Das raubt mir ziemlich den Entspannungsfaktor des Erlebten und daher wurde die Entscheidung getroffen sich irgendwo in der Heide einzunisten und den Sonntag ebenfalls für ein Spiel in der Fremde zu nutzen. Irgendetwas Lohnendes findet man ja immer. Meine Wahl fiel auf Wernigerode im Harz. Die Einreise ins Zonenrandgebiet gelang ohne große Probleme. Die Suffis kennen die Kleinstadt natürlich nur wegen den hiesigen Bierbrauern, die ihr Gesöff unter dem Namen 'Hasseröder' auf den Markt werfen. Bild Abgesehen davon ist der Ort aber aufgrund seiner mittelalterlich geprägten Altstadt mit vielen restaurierten Fachwerkhäusern äußerst sehenswert. Außerdem steht auch hier eine wirklich schmucke, kleine Spielstätte, eine richtige kleine Perle sozusagen. Der FC Einheit Wernigerode ist nicht der Nachfolge-Verein der BSG Einheit. Diese ging in den 90ern eine Fusion mit Germania Wernigerode zum 1.FC Wernigerode ein, der Anfang des Jahrtausends infolge finanzieller Schwierigkeiten aufgelöst wurde. Der heutige FC Einheit erfuhr bereits Ende des alten Jahrtausends eine Neugründung durch einige Spieler die sich vom 1.FC abgewendet hatten. Bild Der ‚Sportplatz Mannsbergstraße‘ betreibt mit seinem Namen Understatement, denn es handelt sich durch ein richtiges kleines Fußball-Stadion mit vier ausgebauten Seiten. Das Prunkstück ist die alte hölzerne Tribüne aus den 70ern, die allerdings offiziell wegen Baufälligkeit bereits für Zuschauer gesperrt ist – was einige nicht von der Nutzung des Bauwerks abhielt – und bald abgerissen werden soll. Was danach passiert ist noch völlig offen. Seitlich der Tribüne und auf den anderen Seiten befinden sich mehrstufige Stehränge. Bild Die Kulisse aus dichten Bäumen und hübschen Fachwerkhäusern rundet das Gesamtbild ab. Abzüge gibt es dafür, dass nur Bockwurst angeboten wird. Dafür kann das Catering allerdings mit erstklassigen Mettbrötchen glänzen. Mir war vorher gar bewusst, dass es sich bei dem ausgewählten Kick um ein Derby handelt. Da hätte der Blick auf die Karte geholfen, denn Westerhausen liegt nur 15 Kilometer von Wernigerode entfernt. Bild Die Gäste waren erst zu dieser Saison aufgestiegen, aber dann mal direkt mit drei Siegen gestartet. Und sie versteckten sich auch beim heutigen Auswärtsspiel nicht, hielten gut mit und gingen nach 20 Minuten in Führung, die bis zur Halbzeit durchaus höher hätte ausfallen können. Nach dem Wechsel dann ein ganz anderes Bild, da der FC Einheit massiv um den Ausgleich bemüht war. Die Gäste ließen einige Konter liegen und drei Minuten vor dem Ende konnten die Gastgeber dann den mittlerweile verdienten Ausgleich bejubeln, was die Handvoll Leute, die sich in den ‚Supporters Einheit‘-Shirts auf die Tribüne gepflanzt hatten sogar zu kurzzeitiger Anfeuerung animierte. Warum nicht mehr davon - klang mit dem Dach über dem Kopf nämlich trotz weniger Stimmbänder ganz okay. Die Rückfahrt zog sich dann etwas, da ich mir den Weg über Einbeck und Höxter quer durch das Weserbergland bis Paderborn suchte, wo ich erst wieder die Autobahn nutzte. Zeit hatte ich dadurch eher verloren als gewonnen, aber ich hatte einfach keine Böcke auf das Rumgetrödel zwischen Kassel und dem Kreuz Wünnenberg auf der A44, die mich Sonntags-Nachmittags jedes Mal zur Weißglut treibt.

Sa. 17.09.2016 13:30 - Lüneburger SK Hansa vs VfB Lübeck 0:1
Sa. 17.09.2016 16:00 - MTV Treubund Lüneburg vs Teutonia Uelzen 1:3

In der Hansestadt Lüneburg gibt es neben dem klassenhöchsten Verein LSK Hansa noch zwei weitere Vereine, die einigermaßen ansprechend Fußball anbieten, nämlich die Eintracht und der MTV Treubund. Letzterer verfügt über eine Heimspielstätte mit sehenswertem Ausbau, so dass immer mal wieder auf die Ansetzungen geachtet hatte. Der heutige Tag bot endlich einmal die Chance die Spiele des LSK und des MTV zu verbinden. Die Vorverlegung des RWE-Spiels auf den Freitag machte die Entscheidung perfekt. Ein schwarzer Fleck in meiner Karriere stellt das 'Stadion Wilschenbruch', die alte Spielstätte des LSK, dar. Bild Beim einzigen Auftritt meines Herzensclubs, der auch schon über 15 Jahre zurück liegt, habe ich gekniffen und danach eierte das Vorhaben eines Besuchs so vor sich hin, bis es schließlich zu spät war und die schöne alte Spielstätte mit der kultigen Holztribüne aus finanziellen Gründen veräußert und abgerissen wurde um irgendwelchen beschissenen Nobel-Unterkünften Platz zu machen. Bild Damit endeten an diesem Ort 110 Jahre Fußball-Tradition! Aktuell dient dem LSK der 'Heinrich-Langeloh-Platz' im benachbarten Bardowick als Austragungsort. Dass dieser nicht der Kracher ist, war mir klar, aber irgendwie hatte ich doch mehr erwartet als ein paar Stufen und Sitzgelegenheiten auf der Haupt- und vier bis in die Kurve gezogene Stufen auf der Gegenseite. Highlight des Grounds ist damit ganz klar der aus dem Wilschenbruch gerettete WC-Container, der mit Wappen der Club-Geschichte bemalt wurde. Auch der Anhang des Gegners enttäuschte auf der ganzen Linie. Lübeck kann ja eigentlich auf eine solide Szene bauen. Bild Ich hatte aber doch mehr als die etwa 100 Angereisten erwartet, die akustisch auch nicht gerade vor Motivation glühten. Völlig unverständlich, der ihr Club beim Tabellen-Zweiten ein sehr gutes Spiel machte und alle Zähler nicht unverdient an die Ostsee mitnahm. Das Away-Banner der ultra-orientierten Fraktion ‚Ultra Kollektiv Lübeck‘ hing zwar, allerdings scheinen nicht allzu viele Mitglieder der genannten Gruppierung angereist zu sein, wenn man die schwache Support-Leistung bewertet. Bild Die Erwartungen getroffen hat daher nur der LSK-Anhang, der sich etwa 15-20 Köpfe stark, ab und zu an der Unterstützung des Teams versuchte. Nur wenige Minuten Fahrt waren es zum Sportplatz Uelzener Straße in den Süden von Lüneburg, wo der MTV Treubund der Fußlümmelei nachgeht. Das Feld mit Laufbahn verfügt nur über eine ausgebaute Seite, aber diese hat es in sich. Mittig der Geraden befindet sich das Sozialgebäude mit Kabinen und Clubräumen. Auf dieses Gebäude aufgesetzt ist eine wunderschöne überdachte Sitztribüne. Vor dem Gebäude befinden sich sechs, sieben Stufen, die sich aber rechts und links des Sozialbaus bis auf 14 oder 15 Stufen ausdehnen. Richtig schöne Anlage die eingerahmt wird von Bäumen und Backsteinhäusern. Bild Ein echtes Brett, wie man so schön sagt. Hinter der südlichen Kopfseite findet man einen Biergarten, aus dem man das Geschehen aus einiger Entfernung verfolgen kann. Ich entschied mich aber für die kulinarische Versorgung am Ausschank und Grill unterhalb der Tribüne. Bild Dort traf mich dann mal wieder der Bier-Schlag. Während es beim LSK noch gutes Lübzer gab, wurde hier Krombacher angeboten. Da hat Norddeutschland so schöne herbe Biere und in Lüneburg schenkt man die Bauarbeiter-Miege aus dem Sauerland aus. Unverständlich. Genauso wie die Beigabe von Toastbrot zu den Bratschläuchen. Zu ner ordentlichen Fettpeitsche gehört ein Brötchen und nicht so'n labbriges Weißbrot, das im Wind schlottert wie die 'Biris Norte' aus Sevilla vor den 'Ultras Silesia' aus Wroclaw. Der MTV empfing die Teutonia aus Uelzen. Irgendwie ne Art Derby, so waren etwa ein Viertel der Zuschauer dem Gäste-Lager zuzurechnen. Die sportlich besser stehenden Gastgeber gingen verdient früh in Führung, mussten jedoch beinahe umgehend den überraschenden Ausgleich hinnehmen. Insgesamt war der Treubund zwar die spielbestimmende Mannschaft, aber die Teutonen waren bei ihren Angriffen immer gefährlich und konnten so in der zweiten Hälfte zwei Treffer zum glücklichen Sieg erzielen.

Fr. 16.09.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SC Verl 2:0
Bild Der SC Verl hat mittlerweile Fortuna Köln als gefühlt meist gesehenen Gegner locker abgehängt und stellt nicht unbedingt den Zuschauermagneten dar. Irgendwie hat man den Eindruck, dass man seit zwanzig Jahren in jeder Saison auf diesen kleinen Verein trifft, der trotz geringen Etats ein absoluter Basis-Bestandteil der Regionalliga ist. Bild Trotzdem empfinde ich den Gegner als relativ angenehm. Einerseits lässt er regelmäßig brav die Punkte an der Hafenstraße. Andererseits bringt er immer den üblichen 50-70 Mann starken Oldschool-Pöbel mit, der sich mit entsprechendem Liedgut präsentiert. So war es auch heute. Zwar war der Sieg hart erkämpft und der Sportclub hatte durchaus einige Chancen um dem Verlauf einige andere Richtung zu geben. Unter dem Strich war der Erfolg aber verdient und der bitte benötigte Heimsieg wurde - wenn auch recht spät - eingefahren. Die 'Bauernlümmel' glänzten mit üblichen traditionellen Gesängen und einigem Anti-Liedgut. Mein heutiger Favorit: "Montag geht's zum Arbeitsamt" - herrlich, lange nicht gehört!! Ich meine das durchaus ernst und empfinde es äußerst erfrischend, wenn aus dem Gästeblock statt fünfzehn Strophen langer Ultra-Trällerei einfache und zweifelsfrei verständliche Texte rüber geschallert werden, die eines gewissen Humors nicht entbehren. Danke dafür! Und den Fünfer für das Phrasenschwein riskier ich: Früher war alles besser.

Di. 13.09.2016 19:00 - VfB Börnig vs DSC Wanne-Eickel 0:5
Unter der Woche bei schönem Wetter abends einen lausigen Kreispokal-Kick zu konsumieren, ergänzt durch Pilsken und Curry-Wurst, ist für mich ja reinste Entspannung. Daher führte der Weg heute nach Herne-Börnig. Kumpel Markus konnte auch wieder akquiriert werden, so dass gepflegte bis sinnlose Unterhaltung inklusive Aufwärmen alter Anekdoten vorprogrammiert war. Das 'Stadion an der Schadeburg' ist ein sehr gut gepflegte und richtig hübsche Anlage. Bild Erst im letzten Jahr wurde der Ascheplatz gegen einen Kunstrasen ausgetauscht. Auf der Hauptseite befindet sich eine mehrstufige Stehtraverse über die gesamte Länge des Platzes. Mittig ist dieser Bereich überdacht und bietet einige Sitzgelegenheiten. Zum Eingangsbereich hin liegt der überdachte Catering-Bereich, vor dem weitere Sitzgelegenheiten zu finden sind. Überall findet man den Vereinsnamen und das Clubwappen. Die ganze Anlage ist mit liebevollen Details ausgestattet. Besonders die Abstellmöglichkeiten für Getränke sind individuell. Das frisch Gezapfte und die Pommes mit Curry-Wurst bekommt man im richtigen Glas bzw mit richtigem Geschirr ausgehändigt. Die Atmosphäre vermittelt also klar und deutlich, dass die Mitglieder ihren Verein lieben und leben. Schöne Sache. Auf dem Feld hatten die in der Kreisliga A spielenden Gastgeber natürlich einen schweren Stand gegen den Westfalenligisten, der Ende der 70er Jahre ja sogar in der damals noch geteilten zweiten Liga agierte. An dieser Stelle muss ich die Eingangs-Formulierung relativieren, denn das Spiel war ganz gut anzusehen. Börnig wehrte sich nach Kräften gegen den Favoriten. Eigene Tor-Chancen gab es zwar kaum, aber mit einer couragierten Leistung konnte man die Partie bis weit in die zweite Hälfte offenhalten, eh der DSC auch bedingt durch die schwindenden Kräfte der Gastgeber deutlich durchsetzen konnte.

Sa. 10.09.2016 15:30 - AC Bagnarese vs USD Africo 3:2
Nach meisterlicher wie ermüdender Recherche fand ich die wenigen Samstags-Ansetzungen der bereits aktiven Regionalklassen Kalabriens. Es werden ja unterhalb der Serie C oft erst zwei Tage vorher die genauen Anstoßzeiten festgelegt. Der Regel-Spieltag der Amateure ist in Italien ja grundsätzlich der Sonntag. Bild Ohnehin waren unterhalb der Serie D erst die 'Eccellenza' und die 'Promozione' an diesem Wochenende mit dem ersten Spieltag dabei. Tiefere Ligen steigen erst Ende September in den Spielbetrieb ein. Vier Partien der sechstklassigen 'Promozione' und eine der fünftklassigen 'Eccellenza' standen zur Auswahl. Letztere war unglücklicherweise das Heimspiel von Vigor Lamezia. Zwar hätte mich interessiert, wie sich die Vigor-Szene nach dem Abstieg in die fünfte Liga macht, aber in deren Stadion war ich ja erst letzte Woche. Außerdem wollte ich in Italien immer schon mal einen Amateur-Kick auf einem dieser kultigen Sandplätze mit Ausbau mitnehmen. Sechste Liga in Bagnara also. Bild Das kleine Stadion liegt unmittelbar am 'Tyrrhenischen Meer' und verfügt über eine mehrstufige überdachte Tribüne und eine Stehtraverse auf der Gegenseite. Die eine Halbzeit spielt man idyllisch in Richtung der offenen See, die andere auf eine Häuserwand. Das Spielfeld spottete jeder Beschreibung. Ehrlich - ich habe noch nie einen derart unebenen Platz gesehen. Nicht in Zentralasien und nicht in Afrika. Da gibt es Höhenunterschiede von locker 20 Zentimetern. Die Linien erscheinen dadurch so krumm und schief, als ob der Platzwart völlig besoffen war. Gemessen an diesen Voraussetzungen war das Spiel gar nicht übel. Da sieht man, dass die Jungs alle ganz gut kicken können. Unterhaltsam war die Nummer eh, denn die Zwei-Tore-Führung der Gäste nach zwölf Minuten glichen die Gastgeber vor dem Wechsel innerhalb von drei Minuten aus, was einige der etwa 250 Anwesenden gar zu ein paar Gesängen animierte. Warum nicht mehr davon? Bagnarese war in der zweiten Halbzeit klar besser, bewarb sich aber um den Pokal für das Vergeben bester Chancen und die Gäste um den Cup für das nervigste Zeitspiel, was wiederum für herrliche Pöbeleien zwischen Gäste-Bank und Tribünengästen sorgte. Italy as its best. Der Siegtreffer für die Heim-Mannschaft kurz vor Ende ließ dann alle Dämme brechen und es wurde gefeiert als wär man schon aufgestiegen.

So. 04.09.2016 16:30 - SSD Reggio Calabria vs ACR Messina 2:0
Heute stand das nominelle sportliche Highlight des Urlaubs ziemlich genau zur Mitte der Reise auf dem Plan. Die SSD Reggio Calabria bat die Gäste des ACR Messina zum 'Derby dello stretto', zum 'Derby der Meerenge', womit die Straßen von Messina gemeint ist, der Ort, wo sich Sizilien und das italienische Festland am nächsten sind. Bild Bild Die jeweilige Geschichte der beiden Vereine war ja in den letzten Jahren aus finanziellen Gründen etwas turbulent, wodurch sie ihre traditionellen Namen einbüßten. Zwar trennen bei Städte nur 15 Kilometer Luftlinie, aber halt einige Literchen Wasser. Das kam den Carabinieri sehr gelegen, da so das leider erwartete Anreiseverbot der Messina-Tifosi bequem überwacht werden konnte. 'Settore ospiti' also 'chiuso' - sehr schade, denn der folgende Auftritt der Reggina-Tifosi zeigte, welches Potential in dieser Partie steckt. Die 'Curva Sud', Stammplatz der Regginesi, war zum Anstoß maximal zu einem Drittel gefüllt. das enttäuschte mich dann doch ein wenig, auch wenn es sich hier um nur um eine Drittliga-Partie handelte, der aber eben einiges an Bedeutung beizumessen war. In den ersten Minuten des Spiels drängten dann aber Massen an Menschen in die Curva. Keine Ahnung, ob die alle unter der Tribüne gewartet hatten, denn die Kurve lag voll in der Sonne und diese brutzelte mit über dreißig Grad auf die Hirsen. Die Haupttribüne war auch recht ordentlich gefüllt. Lediglich die Gegentribüne offenbarte große Lücken. Bild Naja, und die Hintertor-Tribüne mit dem Away-Sektor blieb halt komplett verwaist. Gut 6tsd Zuschauer fanden letztlich Einlass. Die Ragazzi in der Kurve legten dann gut los und zauberten eine exzellente Stimmung aufs Parkett. Zwar gab es auch leisere Phasen, aber insgesamt war das ein richtig guter Auftritt mit typisch italienischem Liedgut, aber auch Songs, die ich noch nie vorher gehört hatte. Ab und an konnten sämtliche Zuschauer zum Mitmachen animiert werden. die Akteure auf dem Rasen hatten alle Mühe, denn von Rasen könnte man auch kaum sprechen. Es handelte sich eher um einen ziemlichen Kartoffelacker, der ein gepflegtes Passspiel kaum zuließ. Reggina mit druckvollen Beginn und zwei, drei recht guten Möglichkeiten. Danach könnten die Sizilianer ein Gleichgewicht herstellen, aber die Gastgeber wirkten dem Tor näher, das aber bis zur Pause nicht fallen wollte. Die Gastgeber spielten nun auf ihre Kurve und die erste Aktion nach dem Seitenwechsel brachte die verdiente Führung. Das Stadion explodierte fast. Bild Es folgte eine Jubelwelle Richtung Zaun der Marke Extraklasse und die gesamte Bank der Granat-Roten rannte quer über das Feld, um die Bude mit den anderen Spielern am Zaun zu zelebrieren. Messina dann umgehend mit der Riesen-Chance zum Ausgleich, den der Schnapper aber brilliant vereitelte. Nach etwas mehr als einer Stunde gab es einen berechtigten Hand-Elfer für die Gastgeber. Drin die Murmel und wenig später Rot für die Gäste nach einer Tätlichkeit. Damit war die Pizza gegessen und der Rest war eine Feier in Granat-Rot, da Messina in Unterzahl keine Mittel mehr fand. In der Kurve qualmte es während der Partie immer wieder und hinter der Tribüne wurden drei Mal unfassbar laute Böller gezündet. Letzteres in meinen Augen Mega-Unsinn. Das Stadion ist eine schöne Ranzhütte ohne Laufbahn. Vier einzeln stehende Tribünen, nur die Haupttribüne überdacht. So was lässt mir persönlich ja das Herz aufgehen. Ticketbeschaffung war auch ein Akt für sich. Verkauf nur bis einen Tag vor dem Kick und nur über ein Ticketsystem, dessen Vertrieb über Tabakläden und Café-Bars läuft. Auf dem weg von Bari nach Kalabrien habe ich immer mal versucht und im dritten Laden endlich Erfolg gehabt, zumal erst am Freitag entschieden wurde, ob überhaupt vor Publikum gespielt würde. Vermute mit normalem Verkauf wären auch mehr als Zuschauer gekommen. Auf jeden Fall eines der interessantesten und auch stimmungsvollsten Spiele, die ich bisher auf dem Stiefel gesehen habe. Gutes Ding!

Sa. 03.09.2016 15:30 - AS Sersale vs ASD San Felice Gladiator 1912 1:3
Der zweite Teil des Urlaubs fand - nach dem Übersetzen mit der Fähre von Dubrovnik nach Bari und Weiterreise von dort - in Kalabrien statt. Da diese Region zwar landschaftlich traumhaft, aber sonst nicht nur strukturschwach sondern auch sportlich nicht erstklassig besetzt ist, war mit viel Fußball nicht zu rechnen. Der sensationell in die Serie A aufgestiegene FC Crotone und damit der einzige höherklassige Club der Region darf seine Heimspiele nicht im eigenen Stadion austragen, da es Erstliga-Ansprüchen nicht genügt. Das erste Heimspiel wurde nun im 600 Kilometer entfernten Pescara(!) vor weniger als 1.000 Zuschauern ausgetragen. Eine Farce!! Dann geht es in Kalabrien erst mit vier Serie C-Teilnehmern und in der Serie D weiter. Üblicherweise finden spätestens ab Serie D alle Partien zeitgleich Sonntag-Nachmittag statt, von einigen Ausnahmen abgesehen. Als wir nun aus unserer Unterkunft im Bergedorf Dinami zur Küste runter fuhren und uns die Zivilisation wieder mobilen Empfang offenbarte, bemerkte ich eine Verlegung des Heimspiele des Serie D-Teilnehmers AS Sersale auf den heutigen Samstag. Nach Sersale, nördlich von Catanzaro gelegen, waren es zwar 'nur' etwa 80 Kilometer Luftlinie, aber deutlich mehr über Straße, daher war es mir grundsätzlich zu weit. Bild Der Blick auf die Facebook-Seite des Clubs erklärte aber, dass das eigene Stadion auch bei diesem zu dieser Saison erst aufgestiegene Club offensichtlich nicht für anstehende Aufgaben bereit ist und das Spiel daher in Lamezia Terms stattfinden würde. Perfekt, da die durch den Flughafen bekannte Stadt gerade mal 30 Kilometer von unserem heutigen Strand-Ziel Pizzo entfernt liegt. Jetzt musste noch die Chefin von meiner spontanen Idee überzeugt werden und die beste Herzdame der Welt erteilte mit großzügig die Absolution, mich drei Stündchen verdrücken zu dürfen, während sie im Sand in der fast 30 Grad warmen Sonne brutzelte. das 'Stadio Guido d'Ippolito' ist Heimspiel-Stätte von Vigor Lamezia, das ja in die 'Eccelenza, die höchste Amateurklasse Kalabriens abgestürzt ist. Das reine Fußballstadion hat eine zweitrangige Haupttribüne, deren schmalerer Oberrang überdacht ist. Bild Gegenseite und eine Hintertor-Tribüne verfügen über einige Stufen und hinter dem anderen Tor baut sich eine ein doppelrangige pyramidenartig gebaute Tribüne auf. Schickes Teil. Die Gegengerade, ist normal Heimat der Vigor-Tifosi, heute fungierte sie aber als Away-Sektor. In diesem entdeckten meine Augen 26 Anhänger der Gladiatoren, welche die knapp 400 Kilometer aus Santa Maria Capua Verte, im Großraum Napoli gelegen, auf sich genommen hatten. Ein gutes Dutzend davon supportete aktiv. Die Jungs waren auch schon eher dreißig Jahre alt und älter. Bild Die gute alte italienische ultra-kultur ist halt authentisch und nicht erzwungen, wie vom Großteil der Deutschen Ultra-Gruppierungen. jedenfalls zauberten die Ragazzi einige eingängige Lieder aufs Parkett, die trotz geringer Mannstärke laut und inbrünstig und typisch italienisch im 'Tempo Allegro' vorgetragen wurden. Da wippte das Bein doch direkt mal äußerst angetan mit. Aus dem gut 75 Kilometer entfernen Sersale waren etwa die Hälfte der gut 500 Zuschauer angereist, wie die Fan-Utensilien in giallo-rosso kund taten. Es hingen zwar zwei Banner, aber Anfeuerung kam nur selten und unorganisiert. Der Kick rumpelte erwartungsgemäß auf dem braun-blassgrünen Geläuf vor sich hin, aber die 'Gastgeber' konnten mit dem Pausenpfiff mit einer schönen Einzelaktion die Führung erzielen. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel gab es dann Strafstoß für die Gäste, den diese zum Ausgleich nutzten und kurz darauf verabschiedete sich ein aktiver Angestellter des AS Sersale mit der zweiten gelben Karte aus dem Geschehen. Die Gladiatoren ließen sich nicht lang bitten, nutzten die Überzahl zur Führung und machten zehn Minuten vor dem Ende alles klar. Für mich das Zeichen zum Aufbruch - jaja, ich weiß, die Groundhopping-Polizei wurde das rügen, aber die war hier ja nicht anwesend - um die Dame nicht länger warten zu lassen und noch ausreichend Zeit zu haben, bei sich langsam dem Horizont nähernder Sonne in den Fluten des 'Tyrrhenischen Meeres' zu baden und danach auf dem Handtuch zu faulenzen.

Sa. 27.08.2016 17:30 - NK Imotski vs NK Sesvete 0:2
Jedes Mitglied der Bewegung kennt ja die Kulisse und den extravaganten Ground im dalmatischen Imotski, nahe der Grenze zu Bosnien. Seit ich irgendwann das erste Mal ein Foto davon gesehen hatte, war für mich klar, dass ich hier mal ein Spiel sehen musste. Nun geistern seit einigen Monaten Berichte zu Umbau-Plänen durch die virtuelle Welt. Zwar steht die Umsetzung derer wohl im krassen Gegensatz zur finanziellen Situation von Club und Stadt, aber auf dem Balkan weiß man ja auch nie, ob nicht plötzlich irgendein Mamic aus der Ritze kriecht und das Projekt finanziert um seine illegalen Gelder zu waschen. Der Auftakt in den Urlaub wurde also genutzt, um diese individuell gestaltete Spielstätte in einzigartiger Lage zu besuchen. Bild Oberhalb der Stadt und unterhalb der Festung wurde eine Senke zur Errichtung des örtlichen 'Stadion Gospin Dolac' genutzt. Nur gut ein Drittel der Spielfeld umgebenden Fläche wurde ausgebaut, was den Gesamteindruck aber keinen Furz schmälert. Die am einzigen Eingang gelegene Kurve wurde mit einigen bestuhlten Reihen versehen. Bild Der Hingucker ist aber die ausgebaute Längsseite. Dort verschachteln sich unterschiedlich hoch gebaute Sektoren in- und übereinander. Die Kulisse könnte ja auch nicht atemberaubender sein. Über der Tribüne thront die besagte Festungsruine von Imotski, auf dessen anderer Seite der nicht vom Stadion aus einzusetzende, tief in einem Karst-Krater liegende 'Blaue See' ruht. Hinter dem der ausgebauten Kurve gegenüber liegenden Tor, stellt sich eine beachtliche Felswand auf, die etwas an die Szenerie im portugiesischen Braga erinnert. Oberhalb der unausgebauten Geraden erheben sich einige Häuser. Der Stadion-Ausbau selber hat aber die besseren Zeiten hinter sich, obwohl dieser 'erst' etwas mehr als 25 Jahre alt ist. Bausubstanzauf dem Balkan ist halt anders als Bausubstanz in Deutschland. Die Betonelemente sehen jedenfalls teilweise fragwürdig aus. Wohl aus diesem Grunde, aber auch ,weil die Bude nicht die Vorgaben des kroatischen Verbandes für die erste Liga erfüllt, bestehen Neubau-Pläne. Es bleibt aber schleierhaft, wofür ein neues Stadion gebraucht würde. Für die heute anwesenden 280 nicht-zahlenden Kunden bei freiem Eintritt jedenfalls nicht. Der Club müsste schon sportlich durch die Decke gehen, um eine Investition zu rechtfertigen. Bis dahin scheint es aber ein langer Weg, denn gegen den Gegner aus dem Zagreber Speckgürtel war man weitestgehend chancenlos und verlor in einem äußerst zähen Langholz-Gebolze völlig verdient mit 0:2. Zweitliga-Alltag in Kroatien halt.

Mi. 24.08.2016 19:30 - TuS Grevenbroich vs Rot-Weiss Essen 0:9
BildDie erste Runde im Verbandspokal führte den glorreichen RWE ins schöne 'Schlossstadion' zu Grevenbroich. Vor etwa 800 Zuschauern lösten die Roten die Aufgabe - wie sagt man so schön - standesgemäß. Der Bezirksligist hatte nie wirklichen Zugriff auf die Partie, jedoch die erste Torchance des Spiels, die auch dessen einzige bleiben sollte. Spätestens mit dem Führungstreffer, dem weitere acht folgten, war die Geschichte durch. Schönes Trainingsspiel vor dem wichtigen Kick gegen die Gladbacher U23. Das Grevenbroicher Stadion wäre theoretisch bereit für höhere Aufgaben. Eine große überdachte Haupttribüne sieht sich rechts und links von niedrigeren Stehtraversen flankiert. Auch die Gegenseite hat ein paar Stufen zu bieten, nur die Kurven hab nix in petto. Das namengebende Schloss stellt auch hier eine schöne Kulisse. Das Stadion kann übrigens als erste Anlage in NRW überhaupt mit einem sogenannten Hybrid-Rasen aufwarten.

Di. 23.08.2016 19:30 - SV Borbeck vs SC Phoenix Essen 1:6
Mit dem Fußball in den unteren Kreisklassen tue ich mich ja immer etwas schwer. Trotzdem gibt es da das ein oder andere Schätzchen, dass man sich mal zu Gemüte führen möchte. Der Sportplatz an der Prinzenstraße in Essen-Borbeck fällt in diese Kategorie. Der Platz war mir mehr als bekannt, denn in meiner aktiven Zeit bin ich dort mehrfach aufgelaufen und in der A-Jugend habe ich für den Verein sogar ein halbes Jahr um Punkte gespielt. Allerdings ohne auch nur eine Minute dort angemeldet gewesen zu sein... jaja, der gute alte Pass-Betrug. Als passiver Teilnehmer war ich aber noch nie dort, obwohl der Platz keine zehn Auto-Minuten entfernt von meinem Headquarter liegt. Und selbstbespielte Plätze zählen ja nicht. Kreisliga C wird hier mittlerweile nur noch geboten. BildIch hatte immer gezögert hierhin zu gurken, in der Hoffnung dass sich der gefühlt ewige A-Ligist, der vor ein paar Jahren in die Kreisliga B abgestiegen war, aus dieser wieder entfernt. Hat er nun auch - leider aber in die falsche Richtung. Also half mir das tolle Wetter bei der spontanen Entscheidung, das heutige Kreispokal-Spiel gegen den A-Ligisten aus Essen-Frohnhausen zu besuchen. Der Sportplatz unterhalb des 'Gymnasium Borbeck' ist eigentlich ein ordentliches Brett. Über eine komplette Gerade zieht sich eine zwölfstufige Stehtribüne. Die restlichen Seiten des mit Laufbahn ausgestatteten Asche-Spielfeldes werden von einem begrünten Wall umschlossen, auf dem ziemlicher Wildwuchs herrscht. Wie auch auf dem Stehrang - dieser gammelt nämlich still vor sich hin. BildOft verleiht das den Anlagen einen charmanten Charakter. Hier ist es einfach nur schade. Bis auf einen ganz schmalen Bereich ist die Traverse durch einen windschiefen Bauzaun abgesperrt, worum sich die wenigen Zuschauer aber nicht kümmerten. Es ist traurig zu sehen, wie eine schöne Sportanlage langsam verfällt. Der Kabinen- und Sozialtrakt hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Aber es gibt Hoffnung. Zeitnah werden ein Kunstrasenfeld angelegt und die Kabinen neu gebaut. Die auf nicht mal 500 Meter nahen Sportplätzen beheimateten Clubs Eintracht Borbeck (vielleicht) und TuS 84/10 (bestimmt) werden dann mit auf die Anlage ziehen. Und da nicht abzusehen ist, was mit dem offenbar baufälligen Stehrang passiert, war es mir ein Anliegen, dem Platz vorher noch einen Besuch abzustatten. Das Spiel lief wie Spiele von kleinen gegen große Mannschaften oft liefen. Der C-Ligist hielt eine Stunde ein 1:1 und machte eine ordentliche Partie. Dann schwanden die Kräfte und der hohe Einsatz forderte Tribut, so dass der sicherlich nicht in Bestbesetzung angetretene Bezirksligist das Resultat in die zu erwartende Höhe schraubte.

So. 21.08.2016 15:00 - Westfalia Gemen vs VfL Senden 4:0
Der Sonntag stand im Zeichen der Erholung, so dass ich von umfassenderen Plänen Abstand nahm und mir den Landesliga-Kick im Westmünsterland aussuchte. Das 'Stadion an der Jugendburg' ist eine idyllische kleine Spielstätte am Borkener Stadtrand. BildDie namensgebende Burg bildet im Hintergrund eine historische Kulisse. Eine überdachte Tribüne auf der einen Längsseite, eine dreistufige Sitz/Stehtraverse auf der anderen, das Areal eingerahmt von Bäumen, und schon hat man eine wirklich nette Anlage zusammengeschustert. Das Angebot der Grillbude in der Ecke konnte auch überzeugen. Neben gegrilltem Putenfleisch konnte man zwischen grober und feiner Bratwurst unterscheiden. Ich bin ja der Meinung, ob ein Verein von den Helfern und Mitgliedern gelebt wird, kann man auch an solchen Details erkennen. Jetzt müssten sie nur noch den offenbar auf die achtzig zugehenden Helmut ersetzen, der bei mehr als einem wartenden Kunden schon komplett den Überblick verlor, dann klappt es auch mit dem Getränke-Verkauf. Sportlich war es eine einseitige aber gut anzusehende Geschichte. Die gastgebende Westfalia wusste ihre Überlegenheit zu nutzen und knallte den Münsteraner Vorstädtern vier Eier ins Nest. Damit war der VfL noch ganz gut bedient, da war noch mehr möglich.

Sa. 20.08.2016 15:30 - Rot-Weiss Essen vs Arminia Bielefeld 6:7 n.E.
Prinzipiell haben wir mit den Pokal-Gegnern ja immer Glück. An einen wirklich uninteressanten Gegner kann ich mich gar nicht erinnern. Und einen als 'attraktiv' einzustufenden Zweitligisten finde auch sportlich sehr angenehm, da das eigene Team eigentlich nicht Gefahr läuft, die Bude richtig voll gehauen zu bekommen (wie bei dem einen oder anderen Erstligisten) und stattdessen meist über weite Strecken mithalten kann. Nach Düsseldorf im letzten Jahr also nun die Arminia. Aus Bielefeld waren etwa 3000 Leute angereist. Das bedeutet, dass das Stadion nicht ausverkauft war, denn die Hintertor-Tribüne mit dem Away-Sektor wird ja bei 'Risiko-Spielen' immer komplett an die Gäste vergeben, so dass die freien Plätze diesen Status auch behielten. Weiterhin wurden wieder Pufferblöcke eingerichtet. Das krieg ich nicht in den Kopp! Bild Wir haben ein Stadion mit baulich voneinander getrennten Tribünen und es werden trotzdem noch Plätze verschenkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer mehrere Meter weit springen und dabei noch einen über zwei Meter hohen Zaun überwinden kann. In der Heim-Kurve wurde eine einfache Zettel-Choreo mit Thema DFB-Pokal gezeigt. Wenn man bedenkt, dass die Szene immer noch im Neu-Aufbau ist, war das schon okay. Bielefeld schickte drei dünne Rauchsäulen in den Clubfarben in den Himmel. Die erste Spielhälfte spottete dann jeder Beschreibung. Die Geschichte hatte den Charakter eines Freundschaftsspiels. Kein Mumm, kein Biss, kein Mut. Das Beste daran war, dass es die Gäste nicht besser machten und doch konnten sie die Partie mit minimalem Aufwand zumindest kontrollieren. Es reichte auch noch zum dämlichsten Gegentor seit Jahrzehnten, denn die Arminen konnten sich wie im Training die Kirsche zu passen bis sie endlich drin war. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild dann komplett. Die Roten hauten sich endlich richtig rein und kamen schnell zum Ausgleich. Bielefeld hielt gut dagegen und so entwickelte sich endlich ein richtiger Pokal-Fight. Nach etwas mehr als einer Stunde gab es dann Gelb-Rot gegen RWE. Eine zweite Gelbe Karte ohne jedes Fingerspitzengefühl des Referee. Wie so oft war dann in der Folge aber kein zahlenmäßiger Unterschied zu erkennen. Bild Dennoch erzielten die Gäste den zweiten Treffer nach einer schönen, wenn auch abseitsverdächtigen Kombination. War man der Meinung, das Ding wär nun durch, sah man sich schwer getäuscht. RWE bewies Moral und biss sich weiter rein. Der Spielleiter war dann wohl doch noch der Meinung, etwas gut machen zu müssen, denn zehn Minuten vor dem Ende gab es Elfer nach einer Aktion, die viel zu oft für die Torhüter ausgelegt wird, denn der Arminen-Schnapper sprang unserem Herrn Löning außerhalb des Fünf-Meter-Raumes in den Rücken. Kapitän Baier blieb eiskalt und verwandelte. Die Extra-Time brachte auch kein Übergewicht für hüben oder drüben. Bielefeld fiel in Überzahl zu wenig ein und so ging es nach je eine Riesen-Chance auf jeder Seite ins undankbare Elfer-Kicken. Hier reichte genau ein Fehlschuss um die Entscheidung herbeizuführen und war ich mit dem Gesehenen bisher zufrieden - viel sah ich aber zu diesem gerstensaftgetränkten Zeitpunkt gar nicht mehr - so ging mir die Geschichte nun gewaltig auf den Sack. Kein direkter Vorwurf an unseren Torwart, aber die Taktik sich schon vor dem Schuss des Schützen für eine Ecke zu entscheiden, war einfach zu durchsichtig. Da hätte man nach meiner bescheidenen Meinung mehr pokern müssen. Unter dem Strich bleibt also das zweite Pokal-Aus im Penalty-Schießen gegen eine Zweitligisten in Folge. Und dazu der Ärger, dass sich das Team für eine couragierte Leistung erneut nicht belohnt hat. Die Gäste feierten das Erreichen der zweiten Runde, als hätten Sie den Metall-Becher schon gewonnen - das sagt ja schon alles. Was von den Rängen (verbal) abgefeuert wurde, war schon nicht schlecht. Zwar krankt die Atmosphäre weiterhin an den offenen Ecken, aber das ist baubedingt nicht zu ändern und trotzdem war das von rot-weißer Seite schon nicht schlecht. Mit zunehmender Spielzeit stiegen auch die Geraden immer mehr auf das traditionelle Liedgut ein, so dass es teilweise abartig laut wurde und die Gäste teilweise komplett verstummten und staunend auf die Ränge blickten. Das hatte schon beinahe was von alter Hafenstraße. Aber die Arminen waren auch nicht so übel drauf und machten neunzig Minuten ordentlich Theater. So kann man insgesamt von einer unterhaltsamen Geschichte sprechen, wenn da nicht dieses fiese Resultat stehen würde. Drauf geschissen - dann eben im nächsten Jahr.

Mi. 17.08.2016 18:00 - SpVgg Vreden vs Preußen Münster 1:2
Bild Beinahe-Sensation im Westfalenpokal. Westfalen-Ligist Vreden hatte das attraktivste Los aus dem Topf bekommen und durfte im 'Hamaland-Stadion' - benannt nach der den Ort umgebenden Region - den Top-Favoriten aus der Studentenstadt. Begleitet von meinem langjährigen Kumpel, Kegelbruder und ehemaligen Schulkameraden Markus nutzte ich die Gelegenheit, dem kleinen Ground im Westmünsterland mal einen Besuch abzustatten. Das kleine, stark an die Amateur-Spielstätten in den nahen Niederlanden erinnernde Stadion, ausgestattet mit einer kleinen Tribüne und einigen Stufen auf der Gegenseite mit dahinter liegendem Clubhaus, war mit einer deutlich vierstelligen Zahl an Leuten gut besucht. Bild Der Drittligist durfte sich über die Begleitung von etwa 250 Fans freuen, welche die Tribünenseite zugesprochen bekommen hatten und von denen etwa 50 aktiv supporteten. Die schlecht in die Saison gestarteten Preußen waren von Beginn an sichtlich um Dominanz bemüht, nur klappen wollte das nicht so recht. Die drei Klassen tiefer spielenden Gastgeber machten den Münsteranern das Leben zunächst durch simples Defensiv-Verhalten das Leben schwer, wurden dann mutiger und versuchten sich ziemlich erfolglos in einigen offensiven Vorstößen. Ein wirklicher Klassenunterschied war aber kaum erkennbar. Lediglich offensiv zeigte sich Münster abgezockter und vor allem individuell stärker. Der Führungstreffer für den Favoriten fiel dennoch etwas überraschend. Unmittelbar nach dem Pausentee konnte die Spielvereinigung aber ebenso überraschend ausgleichen. Die Kräfteverhältnisse änderten sich danach kaum - die Preußen waren minimal feldüberlegen ohne Durchschlagkraft im Sturm. Der späte Siegtreffer in der Schlussminute war aufgrund steter Bemühungen vielleicht so grad eben verdient, aber auf jeden Fall glücklich.

Sa. 13.08.2016 14:00 - SG 03 Ludwigslust-Grabow vs SpVgg Cambs-Leezen Traktor 3:0
Der Wochend-Trip zu einer Geburtstags-Feier in Perleberg wurde (natürlich) genutzt, um ein wenig lokales Gebolze unter die Lupe zu nehmen. Mit meinem besten Kumpel Christian und seinem Vater begab ich mich nach Grabow, einer Gemeinde im Südwesten Meck-Pomms, wo die Landesliga-Partie zwischen der SG Ludwigslust-Grabow und der SpVgg Cambs-Leezen über die Bühne ging. Bild Bild Die Geschichte der Clubs der ehemaligen DDR finde ich ja immer äußerst interessant. So stehen in der Tradition der Gastgeber die BSG Einheit Ludwigslust und die BSG Empor Grabow. Der Gastverein entstand aus der BSG Traktor Cambs und dem Leezener SV und trat als amtierender Liga-Meister an, der nach der letzten Saison aber aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg verzichtet hatte. Die Gastgeber waren das deutlich präsentere und gefährlichere Team und gewannen verdient mit 3:0. Vor allem der Mittelstürmer machte den Unterschied aus. Top Mann, der locker eine Liga höher spielen könnte. Das kleine 'Waldstadion' ist genau die Sorte Spielstätte, die mir beim Amateur-Fußball den höchstmöglichen Entspannungsfaktor liefert. Etwas außerhalb von Grabow, am Waldesrand gelegen, verfügt es über eine kleine, ältere Sitztribüne mit integrierter Vereinskneipe. Rechts und links der Tribüne wurde Stehtraversen in Form von breiten, begrünten Stufen angelegt, die sich auf einer Seite bis in die Kurve ziehen. Schön kuschelig und vor allem beim heutigen angenehmen Wetter mit sehr idyllischer Note. Der Bierpreis von einem(!) Euro je 0,3L-Becher hätte zu erhöhtem Konsum anregen können, aber leider war ja noch ein Fahrzeug zu bewegen.

Di. 09.08.2016 19:30 - Wuppertaler SV vs Rot-Weiss Essen 0:0
Derby in Wuppertal. Obwohl es ja eigentlich kein Derby ist. Aber eine hohe Rivalität bestand zu den Irren aus dem Tal der Tränen ja schon immer und für mich persönlich ist es eins der liebsten Duelle. Der WSV war nach dem Wiederaufstieg aus der Oberliga und den bisherigen zwei in der jeweiligen Schlussphase erkämpften Remis euphorisiert und der RWE konnte eh mit breiter Brust antreten. So war eigentlich ein interessantes Spiel zu erwarten. Aber seit 1985 hatte der glorreiche RWE kein Spiel am Zoo gewinnen können und das sollte sich heute auch nicht ändern. Nach gegenseitigem Abtasten kam irgendwie keines der Teams richtig in Fahrt. Die Roten hatten zwar viel Ballbesitz, fanden aber offensiv - auch bedingt durch den kurzfristigen Ausfall von Routinier Löning - kaum statt. Der WSV dagegen war nicht besonders ballsicher, sah im Angriff aber gefälliger aus und konnte sich ein paar Chancen erarbeiten. Die erste Hälfte endete so mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Genauso ging es auch in die zweite Hälfte, aber spätestens nach einer Stunde Spielzeit hatte der RWE die Partie plötzlich komplett im Griff. Bild Die Rot-Blauen kamen gar nicht mehr zum Zuge und die Chancen der Roten wurden nach und nach zwingender. Überwinden konnten Sie den WSV-Schlussmann aber letztlich nicht, auch weil viel zu umständlich gespielt wurde. Da half dann auch das wohl zu Recht verweigerte Abseitstor in der letzten Minute nicht. Wer Riesen-Stimmung erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Zwar waren (angeblich) mehr als die anvisierten 10tsd im 'Stadion am Zoo', aber zu viele Neckermänner können ja auch kontraproduktiv sein. Was eigentlich nicht für die knapp 2tsd Rot-Weißen galt, aber da kam die Stimmung auch nicht in Schwung. Prinzipiell ein superschwacher Away-Auftritt. Aber der harte Kern des WSV umfasst ja auch nur um die 100 Mann und diese konnten die Umstehenden oder die anderen Tribünen auch in kaum einer Situation mitreißen. Das offene Stadion, das ja in der Mischung aus gammeligem Alt und schlichtem Neu eigentlich sehr gut gefällt, trug auch nicht zur Verbesserung bei. Positiv in Erinnerung bleibt da eher die kleine Fahnen-Choreo der Heim-Kurve zu Beginn der Partie. Gefühlt waren es eher verlorene Punkte, als ein gewonnener. Aber die Saison ist noch jung und man befindet sich immer noch in der Standort-Bestimmung. Die nächsten Spiele gegen die Konkurrenten aus Köln und Mönchengladbach, sowie die dazwischen liegende Kür im Pokal, werden langsam zeigen, wo die Reise hingeht.

So. 07.08.2016 16:30 - Austria Wien vs Rapid Wien 1:4
Derby-Tag in Wien. Der Mittag wurde in aller Ruhe verschlurft und frühzeitig machte ich mich auf zum "Ernst-Happel-Stadion". Nachdem Rapid die neue Bude ja feddich hat, baut nun Austria neu oder um und weicht deshalb in den Prater aus. Bild Also mal wieder ne gute Gelegenheit das Happel zu machen, denn das war ja unfassbarer Weise immer noch ein weißer Fleck in meiner Stadion-Landschaft. Zum Stadion brauche ich ja nicht viel zu sagen, das kennt wohl jeder Interessierte aus dem Fernsehen. Das Spiel ist schnell erzählt. Erste Hälfte annähernd ausgeglichen mit Vorteilen für Rapid, die dann auch eine Chance zur Führung nutzten. Zweite Halbzeit Austria etwas druckvoller aber auch nicht sonderlich zwingend. Da musste schon der Rapid-Schnappmann mit ner lupenreinen Beule helfen damit der Ausgleich fiel. Bild Wer Austria nun im Vorteil sah, wurde schnell eines Besseren belehrt. Keine zwei Zeigerumdrehungen später zappelte die Kirsche wieder im Netz der Violetten. Von diesem Schock erholte sich die Austria auch nicht mehr und die Gäste erkonterten einen viel zu hohen Auswärtssieg. Ein wenig negativ überrascht war ich von der Zuschauerzahl von gerade mal etwas über 15tsd. Da hatte ich doch ein paar Mille mehr erwartet. Zum Einlauf der Teams wartete Viola mit einem fetten Zaun-Banner auf, das da lautete "Haut euch rein, heut noch mehr, für unser violettes Fahnenmeer". Bild Bild Dazu gab es etwas Rauch in den Club-Farben. In der Kurve wurden Plastik-Ponchos in den Klubfarben getragen, so dass sich ein lila-weißes Schachbrettmuster ergab. Als sich der Rauch verzogen hatte, wurden hunderte kleine Fähnchen geschwenkt.. Rapid zeigte eine grün-weiß-grüne Zettelchoreo und in der Mitte dieser das Vereinswappen gekränzt von einem 'Ultras Block West'-Schriftzug. Die Stimmungshoheit hatten ganz klar die Hütteldorfer, deren Block im dritten Rang unter dem Dach einfach bessere akustische Voraussetzungen bot. Bild Eigentlich unverständlich, dass der Austria-Anhang den Unterrang gewählt hat, wo man zwar dem Spielgeschehen näher ist, aber jegliche Lautstärke verloren geht. Da Rapid eh die stärkere Kurve ist, war damit alles geklärt. Gezündelt wurde auch immer wieder, allerdings ausschliesslich im Gästesektor, wo öfters Rauchsäulen hoch gingen und Fackeln gezündet wurden. Letztere leider viel zu oft einzeln. Nur zur Rapid-Viertelstunde wurde eine geschlossene Show geboten. Austria zeigte zur zweiten Halbzeit noch eine Choreo zum 20jährigen Bestehen des Fanclubs Alcatraz. Bild Aus dem Rapid-Sektor flogen auch ab und an richtig fette Böller, die durch das weite Rund schepperten. Einer davon detonierte gefährlich nah neben einem Ordner. Ich wiederhole mich da... ich erfreue mich an jedem pyrotechnischen Einsatz - wenn es der Optik dient und niemand in Gefahr gebracht wird!! Böller haben im Stadion absolut nix zu suchen, da sind sie einfach nur gefährlich. Da bin ich echt der Meinung, daß ein lebenslanges Stadionverbot gerechtfertigt ist, wenn so ein Vollidiot geschnappt wird. Der Schlusspfiff war für mich gleichzeitig der Startschuss zum Flughafen zu hetzen. Das Zeitpolster von 30 Minuten um per pedes die 2,5 Kilometer zur S-Bahn-Station St.Marx einigermaßen stressfrei zu bewältigen, war eigentlich ausreichend. Wäre da nicht die sinnlose Bullen-Kette gewesen, die mich zwang einmal um das ganze Stadion zu laufen, wodurch wertvolle Minuten verloren gingen. So mussten die Beine dann doch in die Hand genommen und die spärlich vorhandenen Konditions-Reserven ausgeschöpft werden um die Bahn zu erreichen. Am Ende alles gut. Um 18:27 hatte ich das Stadion verlassen und war um 19:20 Uhr am Gate. Top Zeit. Schneller kaum zu schaffen.

Sa. 06.08.2016 16:00 - SV Mattersburg vs Sturm Graz 0:2
Lange hatte ich hin und her überlegt, ob ich an diesem Wochenende nach Wien reisen sollte. Die Flüge waren eigentlich generell zu teuer, was schon allein daran liegt, dass es kein wirkliches Low-Cost-Ziel ist. Bild Nachdem das RWE-Heimspiel gegen Bonn auf den Freitag gelegt wurde, war aber die erste Voraussetzung erfüllt. Die zweite - nämlich vertretbare Flugpreise - betrachtete ich in der Euphorie des letztwöchigen rot-weißen Auftakt-Sieges etwas großzügiger und drückte mit einigen Schmerzen den 'Verbindlich buchen'-Button. Am heutigen Samstag stand also zunächst die Pflicht an und ich musste mich lediglich zwischen den Spielen in Bratislava und Mattersburg entscheiden. Da es derzeit im Slovan-Umfeld einige Probleme gibt und die Rückkehr aus Bratislava erst am späten Abend gewesen wäre, entschied ich mich für die österreichische Lösung. Die Bahn-Anreise ins Burgenland war dann etwas speziell, da das zweite Teilstück in einem hoffnungslos überfüllten zu kurz geratenen Triebwagen der ungarischen Bahn vonstatten ging. Bild Vom Spiel im 'Pappelstadion' hatte ich nicht viel erwartet. Die heimische 'Fan-Szene' ist eh ein Scherz und fällt klar unter 'Besser ganz sein lassen'. Zehn Männekes um eine Trommel, die mal sporadisch bedient wird. Ab und an mal ein billiger Schlachtruf aus fünf bis acht Hälsen und dann stehen die paar Versprengten nicht einmal zusammen in ihrem Mini-Fanblock. Also ich hab ja Respekt vor jeder bemühten Szene und sei sie auch noch so klein. Dieser Haufen ist aber weder bemüht noch Szene, also kann man diesen schlicht nicht ernst nehmen. BildDie Hoffnung auf einen tobenden Gäste-Mob musste ich auch schnell begraben. Ich mein es in dem Fall gar nicht negativ. Die Steirer Landeshauptstädter waren sichtlich bemüht und der Großteil auch immer in Bewegung, aber zum einen ist ein Sektor aus unüberdachtem Stahlrohr nicht gerade stimmungsförderlich und zum anderen hatten die Jungs und Mädels fiesesten Gegenwind, der die Gesänge aus dem Stadion heraus trug statt hinein. Das 'Pappelstadion' wird mir auch nicht als denkwürdig in Erinnerung bleiben. Eine recht ordentliche gedeckte Haupttribüne sieht sich zur Rechten vom besagten Away-Stahlrohr flankiert. Auf der Gegenseite befindet sich ebenfalls Stahlrohr und ein schwindelerregend hoher Medien-Turm. Kultig ist dagegen das Sozialgebäude mit Balkon für Presse und VIP in einer der Ecken sowie der benachbarte Natur-Rang hinter dem zweiten Tor. Sturm gewann den Kick unspektakulär aber hochverdient mit zwei Toren. Nix wie weg hier, zurück nach Wien.

Fr. 05.08.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Bonner SC 2:1
Erstes Heimspiel der Saison und nach dem Auftakt-Sieg in der Ferne konnte man endlich mal wieder richtige Vorfreude auf ein Liga-Spiel verspüren... wie lange ist das eigentlich her? Trotz eines überschaubar attraktiven Gegners fanden sich fast 10tsd Leute an der Hafenstraße ein. Bild Da sieht man mal wieder, welch ein Potential grundsätzlich im rot-weissen Umfeld steckt. Aus Bonn waren etwa 200 Leute angereist, deren aktiver Teil um die 'Bande Bonn' einen gesunden Mix aus modernem und bodenständigem Support bot. Auch die klassischen Pöbel-Songs a la "Arbeitlos und kein Geld im Portmonee - scheiß RWE" und "Rot-Weiss Essen - fi**en und vergessen" waren Teil des Repertoires. BildIn meinen Ohren immer noch die 'schönsten' Beleidigungen, die es gegen uns gibt - ein Oldschool-Traum! Auf Essener Seite gab es eine Jubiläums-Choreo zum Zehnjährigen des Fanclubs 'Red Mambas' zu sehen. Der Home-Support war in Ordnung aber so richtig kam die Bude wieder nicht zum Kochen. Man erkannte zwar an den Armbewegungen, dass viele Leute aktiv beteiligt sind, aber da macht sich dann der bauliche Nachteil vier einzelner Tribünen bemerkbar. Für mich persönlich sind baulich getrennte Tribünen optisch sehr reizvoll, waren sie doch lange - vor allem in England - unverwechselbares Stilmittel für reine Fußballstadion. Aber durch die offene Bauweise geht leider trotz Überdachung eine ganze Menge Akustik verloren. Richtig laut wird es eigentlich nur, wenn die Geraden in die traditionellen Gassenhauer einstimmen. Sportlich präsentierte sich der Aufsteiger als verdammt unbequemer und flinker Gegner. Zwar konnten die Gäste nur selten Torgefahr kreieren, aber irgendwann lag der Knicker halt im Netz und dann guckt man als Favorit natürlich erst einmal blöd aus der Wäsche. Bild Die Roten fingen sich aber schnell und hatten eigentlich Chancen genug, um das Ding noch vor dem Seitenwechsel zu drehen. Es dauerte aber bis zu 64.Minute bis ein großzügiger, aber wohl nicht unberechtigter Elfer für den Ausgleich herhalten musste. Kapitän Baier, der wieder echte Führungsqualitäten zeigte, übernahm die Verantwortung. Danach war auf einmal die Luft raus, wohl weil der enorme Druck erst einmal von den Schultern gefallen war. Nach einigen Minuten des Durchatmens nahm der rot-weisse Express aber noch mal Fahrt auf und da es in Zusammenarbeit nicht recht klappen wollte, musste eine Einzelaktion herhalten. Marcel Platzek wühlte sich fünf Minuten vor dem Ende durch die Abwehr und erwischte den BSC-Schlussmann mit seinem Flachschuss ins kurze Eck auf dem falschen Fuß. Gar nicht gefiel mir, dass sich die Roten danach nur noch auf das Halten des Ergebnisses konzentrierten und sich bis auf die Frontlinie kurz vor dem eigenen Sechzehner zurück zogen. Das kann schnell schief gehen und das hat der RWE - bei allem Respekt vor dem mutigen Aufsteiger - auch gar nicht nötig, dafür ist das Potenzial dann im Vergleich doch zu hoch. Dass sich der Gegner dann in der Schlussminute mit einer Notbremse noch selber schwächte, tat nichts mehr zur Sache. Die Saison ist noch verdammt jung und eine erste Bewertung scheint erst nach zehn Spielen sinnvoll, aber zwei Sieg zum Auftakt können sicher nicht schaden.

So. 31.07.2016 14:00 - SC Wiedenbrück 2000 vs Rot-Weiss Essen 0:2
Der letzte Auftaktsieg des glorreichen Deutschen Meisters von 1955 zum Saisonstart liegt gefühlte zwanzig Jahre zurück. De facto sind es aber nur vier Jahre - damals ein schmeichelhafter 4:2-Erfolg in Oberhausen. Mit berechtigten Hoffnungen reiste man nach Wiedenbrück, da die Vorbereitung sehr ordentlich abgelaufen ist. Das 'Jahnstadion' befindet sich mittlerweile auch in der Kategorie derer, die man schon viel zu oft aufsuchen musste. Grundsätzlich ist die Anlage ganz nett. Nur eben nicht für - und das ganz ohne Arroganz - Gastvereine der Kategorie des RWE. Der nicht ganz 1.000 Zuschauer fassende Away-Sektor war binnen weniger Tage ausverkauft, so dass letztlich die gesamte Stehtraverse der Längsseite zusätzlich in die Farben Rot und Weiss getaucht wurde. Bild Das 'Jahnstadion' ist eines der kleinsten der Liga mit einem Fassungsvermögen von gerade mal 2.500 Zuschauern. Letztlich fanden sich 2.350 Personen ein, von denen ohne Übertreibung 1.700 aus der Ruhr-Metropole angereist waren. Der normale RWE-Fan vergisst gerne. Vor allem die miese letzte Spielzeit, so dass die Euphorie schon wieder grenzenlos erscheint. Es dauerte einige Minuten, dann konnten die Roten die Kontrolle über die Partie gewinnen, obwohl die Gastgeber gefällig mitspielten und immer wieder mal Gefahr aufblitzen ließen. Doch die RWE-Defensive stand beruhigend sicher und die Offensive zeigte sich kreativ und gefährlich, so dass beinahe folgerichtig kurz vor dem Seitenwechsel der Führungstreffer fiel. Die zweite Hälfte begann mit dominanten Wiedenbrückern. In meinen subjektiven Augen völlig unnötig, die Spielkontrolle aus der Hand zu geben. Als sich die Einschläge dann immer mehr dem Essener Gehäuse näherten, erzielte Österreich-Rückkehrer Timo Brauer nach einem gut gespielten Konter nach etwas mehr als einer Stunde mit einem echten Strahl aus mehr als zwanzig Metern den zweiten Gäste-Treffer. Genau der richtige Zeitpunkt möchte man meinen, denn damit wurde den Platzherren der Zahn ziemlich gezogen und die Machtverhältnisse auf dem Grün kippten wieder zu Gunsten des RWE, der dann bei einigen Kontern das Ergebnis hätte höher schrauben können, was aber dem Spielverlauf nicht gerecht geworden wäre. So herrschte nach dem Abpfiff also erst mal rot-weisse Feierstimmung. Mal sehen ob dieser Zustand konserviert werden kann, denn die Atmosphäre in Essen kann ja bekanntermaßen schnell kippen.

Sa. 30.07.2016 18:00 - Esperanza Pelt vs VV Zepperen-Brustem 1:0
Es wurde mal wieder mehr als Zeit für einen gepflegten Frituur-Besuch. Als eigentlicher Grund des Ausflugs ins gelobte Fritten-Land wurde aber der Fußball vorgeschoben. Da die Fahrt möglichst kurz gehalten werden sollte, fiel die Wahl auf Neerpelt, wo sich der junge Fusionsverein Esperanza Pelt, Bild 2014 entstanden aus Esperanza Neerpelt und Overpeltse VV, mit einem anderen Fusionsverein, dem VV Zepperen-Brustem messen sollte, entstanden aus dem KVK Zepperen und dem VV Brustem-Centrum, zwei Sint-Truidener Vorort-Vereinen. So weit, so kompliziert. Noch besser ist aber, dass ich kaum sagen kann, auf welcher Ligen-Ebene die Clubs antreten. Bild Der Belgische Verband beweist Jahr für Jahr unfassbare Kreativität beim Thema 'Ligen-Reform'. Für die neue Saison haben die Verantwortlichen aber definitiv ihr Meisterstück abgeliefert, denn um das nun geltende System zu verstehen, muss man beinahe studiert haben. Irgendwie hat man eine Liga - oder auch nur eine halbe? - dazwischen geschoben, so dass mir erst bei nachträglicher Recherche aufging, dass ein Fünftligist gegen einen Sechstligisten gekickt hat. Gespielt wurde im Stadion 'De Roosen' in Neerpelt, dass kürzlich eine nagelneue Tribüne mit Indoor-Seats bekommen hat. Das Ding ist so neu, dass man es am sterilen Geruch der verwendeten Materialen und des Interieurs noch erkennen kann. Der Unterhaltungswert des sportlichen Teils war gar so nicht schlecht. Ein Klassenunterschied war selten zu erkennen und so blieb die Angelegenheit spannend bis zum Schlusspfiff. Und natürlich belohnte ich mich nachher für meine Bemühungen mit einer angemessenen Portion in einer nahen Frituur.

Fr. 29.07.2016 19:00 - BC 09 Oberbruch vs VfJ Ratheim 6:7 n.E.
Puh, das war dann mal so ne Veranstaltung, bei der ich selbst auf der Anfahrt noch von Zweifeln gepeinigt wurde. Kreispokal zwischen einem B- und einem A-Ligisten – das ist dann doch eher ein Niveau, welches ich mir gern erspare. Bild Aber anders ist es nicht zu schaffen dem ‚Stadion Oberbruch‘ einen Besuch in Verbindung mit einem Spiel abzustatten. Also sprang ich über den Schatten und sattelte auf. Das sportliche Treiben offenbarte sich dann bei Weitem nicht so abschreckend, wie befürchtet. BildIm Gegenteil, es entwickelte sich eine durchaus ansehnliche und spannende Partie, in der zunächst kein Klassenunterschied zu erkennen war. In Hälfte zwei besannen sich die Gäste aus dem Nachbarort dann aber ihrer Favoritenrolle. Das 0:1 entsprang dann aber dem klassischen zu kurzen Rückpass auf den Torwart. Der Gäste-Stürmer erlief sich die Kirschen, umkurvte denn Schnappmann und schob locker ein. Danach hatte Ratheim den Kick so weit im Griff, versäumte es aber eine der sich bietenden Konterchancen zu verwerten. Es kam was kommen musste - der BCO nagelte in der Schlussminute einen direkten Freistoß aus guten 22 Metern in den Giebeln und erzwang die Extra-Time, in der es aufgrund schwindender Kräfte keine Höhepunkte mehr gab. Im Elfer-Kicken hatte der Favorit dann das glückliche Ende für sich. Trotz des interessanten Spielchens war der Top-Star aber das Stadion. Eine große Tribüne mit mittig überdachtem Bereich ist schon ein Hingucker. Auf den Steh-Traversen der Gegenseite sucht sich die Natur ihren Weg, so dass aus den Fugen zwischen den Steinplatten schon einige Gewächse gen Sonne streben.

Mi. 27.07.2016 19:00 - SuS Beckhausen vs SSV/FCA Rotthausen 3:1
Bild Und wieder ringe ich nach Erklärungen, aus welchem Grunde ich dieses Spiel besucht habe. Dabei ist es so einfach... angenehme Temperaturen, Sucuk-Brötchen und eine ordentliche Sportanlage, die sich unterhalb der Rungenberg-Halde in den Grüngürtel neben der A2 schmiegt. Um den Naturrasen herum wurde ein grasbewachsener Wall angelegt, in dem sich auf der einen Geraden begrünte Stufen und auf der anderen Seite ein paar Reihen mit zerlederten Sitzbänken befinden. Bild Prinzipiell also genau das Richtige für eine seichte Feierabend-Entspannung. Auf dem Feld duellierten sich in der 1.Runde des Gelsenkirchener Kreispokals A-Ligist Beckhausen und Bezirksligist Rotthausen. Dieses suggerierte Kräfteverhältnis zugunsten der Gäste spiegelte sich auf dem Platz wenig wieder. Nur in den ersten Minuten übte die Rotthauser ein wenig Druck aus, danach übernahmen die Gastgeber die Regie und konnten bis zum Seitenwechsel eine beruhigende wie verdiente Zwei-Tore-Führung herausschießen. Der Anschlusstreffer direkt nach dem Seitenwechsel täuschte nur oberflächlich Spannung vor, denn wirklich in Gefahr geriet der Sieg der Platzherren nicht, die auch nach einer guten Stunde Spielzeit alles klar machten. Zu erwähnen wäre noch, dass die Partie von einer jungen, hübschen Schiedsrichterin geleitet wurde, die ihre Aufgabe angenehm unauffällig und sehr sachlich-souverän löste.

So. 24.07.2016 15:00 - Hammarby IF vs AIK Solna 0:3
Nach einem entspannten Vormittag starteten wir kurz nach Mittag nach Södermalm, wo wir uns am 'Medborgarplatsen' wieder mit Tobias und Martin zusammenfanden. Zwei Bier später hieß es zum Stadion aufzubrechen, dass ja bereits kurz nach seiner Geburt seinen Namen 'Stockholmsarenan' verlor und auf den Namen eines Telekommunikations-Unternehmens umgetauft wurde. Traurig, aber halt der Trend. Bild Von anderen Bauten seiner Art hebt sich das Ding eigentlich nur durch die Außenfassade ab. Mit etwas Phantasie erinnerte mich die Bude an eine kleinere, silbrig schimmernde Ausgabe der 'Allianz-Arena'. Von dieser unterscheidet sich die 'Tele 2 Arena' - verdammt jetzt hab ich es doch geschrieben - allerdings durch das verschließbare Dach. Im Innenbereich erwartete einen wie erwähnt nichts besonderes. Im Away-Bereich hatten sich bereits etwa 4tsd Anhänger aus dem benachbarten Solna versammelt, die auch schon vor Spielbeginn mit dem Entertainment begonnen. Bild Bild Insgesamt fehlten - bei durch höhere Sicherheits-anforderungen geringerem Fassungsvermögen - nur einige hundert Zuschauer zur Sold out-Meldung. Zum Intro zeigten beiden Seiten sehenswerte Choreografien. Die Hammarby-Kurve ließ eine die komplette zweistöckige Hintertor-Tribüne bedeckende Blockfahne herunter die den aufwändig ausgefüllten Schriftzug 'Södermalm' - Heimat-Stadtteil des Clubs - trug. Unten vor dem Zaun wurden über die ganze Breite der Tribüne Fackeln abgebrannt, die aber aufgrund des Tageslichts nicht gut zur Geltung kamen, obwohl der Innenraum der Arena nicht sehr hell wirkt. Die AIK-Seite präsentierte eine detaillierte Choreo um das Vereinswappen unterlegt von goldglänzenden Folienbahnen und zwei langen großen Spruchbändern am oberen und unteren Rand. Bild Das Spiel erzeugte leider keine allzu hohe Spannung. Die zaghaften Bemühungen der verunsicherten Gastgeber, die eine erneute Zitter-Saison fabrizieren und sich auf dem Relegationsplatz befinden, erstickte der Meisterschafts-Kandidat mit dem frühen Führungstreffer nach zehn Minuten im Keim. Nicht ganz so lange benötigte AIK um den beruhigenden zweiten Treffer zu erzielen. Danach nahmen sich die Gäste etwas zurück. Bajen konnte durchatmen und versuchte Druck aufzubauen. Nachdem man dem Anschlusstor mit einem Lattentreffer verdammt nah gekommen war, fing man sich mit dem Konter im direkten Gegenzug das dritte Gegentor und den psychischen K.O.! Bei allen drei Treffern sah die Verteidigung alles andere als gut aus. Hier liegt auch das generelle Problem, was das Torverhältnis schonungslos aufdeckt. Bild Die Heim-Kurve bemühte sich die Stimmung aufrecht zu halten, aber die Pfiffe zur Halbzeit waren nicht zu überhören. Auf Gäste-Seite war in Hälfte eins mehrfach von Bengalen unterlegter schwarzer Rauch gezündet worden, was aber aufgrund der desolaten Lichtverhältnisse in der Arena nicht sehr fett rüber kam. Der AIK-Anhang feierte die Halbzeit durch und verlegte sich im Laufe der zweiten Hälfte immer mehr auf die Verhöhnung der Gastgeber. Ich hatte erwartet, dass sich die Hammarby-Elf noch einmal aufbäumen würde, aber nichts dergleichen geschah. Bild Dem Team war der Schock des hohen Halbzeit-Rückstandes deutlich anzumerken und es ergab sich in sein Schicksal. Damit ging auch der Kurve die Luft aus, die bisher auf gutem Niveau agiert hatte. AIK musste auf dem Feld und in der Kurve keine große Mühe mehr aufbringen. Eine solide zweite Hälfte reichte aus, um Bajen in Schach zu halten. Ich habe unabhängig von meiner Bekanntschaft zu Romina und Daniel - beide Dauerkarten-Besitzer - echte Sympathie für Hammarby IF, aber diese Niederlage war in der Höhe absolut verdient. Ich kann mir nicht anmaßen die Situation sachlich zu bewerten, aber gemessen an der Leistung dieses Spiels wird es ganz hartes Brot, den Regelationsplatz in die richtige Richtung zu verlassen. Nach dem Spiel entwickelte sich unsere Gruppe zu einem kleinen Szene-Treff. Sebastian aus dem Westerwald stieß zu uns und außerdem noch mein langjähriger niederländischer Bekannter Sjoerd mit zwei Kumpels. In dieser Besetzung plus Platz-Nachbarn meiner Gastgeber zogen wir in eine Bar mit Outdoor-Bereich, wo es halbwegs erschwingliches Zapfbier gab und der Abend entwickelte sich zu einer geselligen Geschichte. Etwas sehr gesellig sogar, denn am nächsten Morgen friemelte ich mich ein wenig vermatscht aus der Kiste, um am Flughafen festzustellen zu dürfen, dass sich der Return massiv verzögerte. Irgendwat is ja immer.

Sa. 23.07.2016 16:00 - IFK Norrköping vs Gefle IF 2:0
An diesem Wochenende stand der Gegenbesuch bei Romina und Daniel in Stockholm an. Im Flieger traf zunächst mal wie geplant Tobias samt seinem Mitreisenden Martin. In Arlanda angekommen trennten sich die Wege zunächst wieder. Mit dem 'Flygbuss' fuhr ich bis zur Endstation 'Liljeholmen', wo ich Daniel traf. Nach einem entspannten Frühstück sattelten wir den Mietwagen und holten Tobias und Martin an Ihrem Hotel ab. Neunzig Minuten später schlugen wir in Norrköping auf, wo noch ein kurzer Rundgang durch die nicht wirklich viel bietende Stadt möglich war, bevor wir das Stadion 'Nya Parken' - leider mittlerweile auch auf einen Sponsorennamen hörend - enterten. Bild Der schwedische Überraschungsmeister der letzten Saison hatte den Tabellenletzten aus Gefle zu Gast. Ich erwartete eine klare Nummer und die Gastgeber nahmen auch die Zügel in die Hand und erzielten nach einer halben Stunde den Führungstreffer. Die Gäste aus Norrland setzten aber immer wieder einige Konter und waren nicht ganz ungefährlich dabei. Kurz nach der Halbzeit traf der IFK zum zweiten Male und als wenige Minuten später ein Verteidiger des Tabellen-Schlusslichts vom Platz musste, war die Sache dann durch. Entgegen meiner Hoffnung, dass die Heim-Mannschaft nun noch mal ein wenig in der Offensive glänzte, verlor die Geschichte aber immer mehr an Schwung. Bild Insgesamt war die ganze Sache ne wunderbare K.O.-Pille und da ich ja recht früh aus den Federn gehüpft war, drohten mir gegen Ende der Partie in der Sonne sitzend ernsthaft die Augen zuzufallen. Das Stadion weckte die Sinne auch nicht sonderlich. Von außen nur schwer als Spielstätte zu erkennen, zeigte sich innen einer der üblichen kleineren einrangigen Arena-Neubauten der jüngeren Stadion-Geschichte. Es fehlt allerdings noch der Aus- oder Umbau der Gäste-Tribüne, die noch ohne Dach daher kommt. Auch die Stimmung konnte die ermüdenden Sinne nicht zu neuem Leben erwecken. Während der Urlaubszeit gehen den skandinavischen Vereinen immer etwas die Zuschauer aus, da viele Anhänger schlicht verreist sind. In kleineren Szenen, wie der des IFK, macht sich das dann absolut bemerkbar, so dass nur ein kleiner Stimmungskern auszumachen war, der aber die Umstehenden zumindest in einigen Situationen animieren konnte. Der Tabellenletzte wurde von 24 Personen begleitet, die akustisch aber nicht stattfanden. Zurück in Stockholm lieferten wir Fraktion Köln wieder am Hotel ab und ließen den Abend mit Grillgut und ein paar standesgemäßen Getränken ausklingen.

So. 17.07.2016 15:00 - 1.FC Fuchsstadt vs SpVgg Jahn Forchheim 3:4
BildAuf dem Heimweg wurde im unterfränkischen Fuchsstadt Halt gemacht, wo die Landesliga-Partie der zu dieser Saison frisch aufgestiegenen Gastgeber gegen den Oberlige-Absteiger aus Forchheim über die Bühne ging. Fast 500 Besucher fanden sich zum ersten Spiel in der neuen Liga ein. Die 'Kohlenberg-Arena' ist ein herrliches Naturstadion, dass am Hang des namensgebenden Berges liegt und von dem aus man einen traumhaften Blick über das Tal der fränkischen Saale hat. BildDie Naturtribüne ist ein echter Hingucker und verleiht der Anlage einen absolut individuellen Status. Die Fuchsstädter spielten eine richtig gute erste Halbzeit und waren dem Favoriten mehr als ebenbürtig. Trotzdem ging es torlos in die Pause. Nach dem Seitenwechsel kippte das Verhältnis und der routinierter wirkende Jahn nahm die Zügel in die Hand. Die Folge waren die Treffer zur 2:0-Führung und damit war die Nummer nach 65 Spielminuten eigentlich durch. Eigentlich. Denn dann folgten völlig verrückte fünfzehn Spielminuten. Zunächst drehte der 1.FC die Partie binnen sieben Minuten komplett, kassierte dann aber wiederum den Ausgleich. Danach machten die Gäste noch einmal Druck und als sich alle Anwesenden mit Remis arrangiert hatten, kamen die Forchheimer in der fünften Minute der Nachspielzeit nach einem unnötigen Ballverlust des Heim-Teams noch zu einer Konterchance. Diese konnte der Füchse-Schnappmann noch entschärfen, aber unkontrolliert herein grätschende Verteidiger ermöglichten dem Stürmer den Nachschuss, den dieser dankbar versenkte, worauf der Referee sofort abpfiff. Für die Gastgeber eine bittere Erfahrung aber für den neutralen Beobachter ein ungeheuer spannende Partie.

Sa. 16.07.2016 14:00 - FC Augsburg II vs 1.FC Nürnberg II 1:1
Sa. 16.07.2016 17:00 - TSV 1896 Rain vs FC Gundelfingen 2:2
Die Bayern hatten ein Einsehen und beendeten die Sommerpause. Witterungsbedingt beginnen die Bazis ja immer als Erste mit den Punktspielen, da sie eine längere Winterpause planen. Die Wahl fiel auf das immer noch unbesuchte 'Rosenaustadion', in dem die U23 des FC Augsburg ihr Unwesen treibt. BildDer Blick auf die Spielpaarung ließ mir erst einmal die Haare zu Berge stehen, aber auf der anderen Seite galt dann auch, wenn man so einen traditionsreichen Ground schon mit ner scheiß U23 als Gastgeber besuchen muss, dann auch bitte komplett scheiße. Das letzte Drittel der Anreise zehrte dann nicht nur gewaltig am Zeitpolster, sondern auch am Nervenkostüm. Als ich kurz davor war, zu glauben, dass ich den Kick abhaken kann, schoss ein fetter Q5 an mir vorbei, an den mich dran hängte und der alles vor mir aus dem Weg scheuchte, so dass ich mit nur wenigen Minuten Verspätung die Bude betreten konnte. Echt ey - dass das Befahren deutscher Autobahnen Spaß machte, liegt auch schon gefühlte Dekaden zurück. Immerhin 540 Zuseher hatten sich für diesen legendären Vergleich eingefunden. BildDas aber sicher auch nur, weil die Profi-Ligen noch pausieren und das könnte auch schon der Rekordbesuch des Augsburger Nachwuchses für diese Saison gewesen sein. Spielerisch war es dann ganz okay. Die Gäste aus Franken waren das klar spielbestimmende Team, trafen aber das Tor nicht, was mit dem Pausenpfiff mit dem Führungstor für die Gastgeber ‚belohnt‘ wurde. Unmittelbar nach Wiederanpfiff fiel aber der gerechte Ausgleich. Die Partie blieb interessant, weitere Treffer gab es aber nicht zu sehen. Zum Stadion brauche ich ja nicht viel sagen. Ich wusste allerdings bisher nicht, dass die Stehränge der Rosenau - ähnlich dem alten Parkstadion in der verbotenen Stadt - quasi in den Boden gebuddelt wurden, man das weite Rund also quasi ebenerdig mit der obersten Stufe betritt. BildDeutlich entspannter als die Anreise in die Puppenstadt war der Transit zum zweiten Spiel nach Rain am Lech. Dort empfing der Regionalliga-Absteiger den Oberliga-Aufsteiger aus Gundelfingen. Das 'Georg-Weber-Stadion ist ne ganz schnuckelige Anlage mit einer überdachten Sitztribüne und Stehplätzen auf der gegenüberliegenden Seite. Die Sitztribüne wird zu einer Seite noch von einem kleinen begrünten Wall mit Bänken flankiert und die ganze Anlage ist von Bäumen eingerahmt. Richtig schöner Provinz-Ground also. Das sonnige Wetter gab das Übrige dazu und so konnte der Kick mit Sascha, der auf anderen Pfaden eingetrudelt war, entspannt verfolgt werden. Der Schiri glänzte mit ein paar fragwürdigen Entscheidungen. Unter anderem nahm er die Aufnahmen eines Fotografen zu Hilfe, um sich von einer vermeintlichen Elfmeter-Entscheidung zu überzeugen. Video-Beweis auf Amateur-Ebene sozusagen. Die Gäste glichen die spielerische Unterlegenheit mit hoher Laufbereitschaft aus und nahmen einen hart erkämpften Punkt mit.

Sa. 09.07.2016 13:00 - FC Bitburg vs Rot-Weiss Essen 0:14
Sommer, Sonne, Sonnenschein. Bei so wunderbarem Wetter kann man schon mal nen kleinen Ausflug in die schöne Eifel wagen, auch wenn die angestrebte Veranstaltung - abgesehen davon, dass die eigenen Farben vertreten waren - natürlich ein völliger Sinnlos-Kick war. Zum Ausklang des Trainingslagers bolzte der glorreiche RWE gegen den hiesigen Bezirksligisten. Außer mir hatten etwa 25 weitere Rot-Weisse die Anreise auf sich genommen, von denen mehr als die Hälfte bekannte Gesichter waren. Bei solchen Events ist man dann halt irgendwie ja 'unter sich'. Bild Als Zuschauer war auch die ebenfalls in der Sportschule Bitburg trainierende U17-Nationalelf Indiens anwesend. Also wenn man sich die Jungs - einheitlich in gesponsorten Shirts von Onkel Dietmars unsympathischem Verein aus Sinsheim - so anschaute, konnte man auch erahnen, warum die A-Nationalelf dieses mit 1,3 Mrd Menschen zweitbevölkerungsreichsten Staates international mal sowas von keine Rolle spielt. Körperlich wäre jede D-Jugend eines westeuropäischen Vereins diesen Hungerhaken überlegen. Konnte es noch nie verstehen, dass man aus dieser unfassbaren Masse an Menschen (analog zur chinesischen Volksrepublik) nicht mal elf Leute zusammen bekommt, Bild die einigermaßen würdevoll gegen den Ball treten können. Vielleicht sollten die Ranjids einfach mal öfter den Cricket-Schläger an die Seite legen und ein paar gepflegte Flachpässe spielen. Der Deutsche Meister von 1955 machte auf dem angeschlagenen Grün kurzen Prozess und schenkte den Bierstädtern ne ordentliche Portion ein. Das fiel mal noch deutlicher aus, als ich es erwartet hatte. Ableiten kann man aus so einer Vorstellung natürlich nicht sehr viel. Der Nährwert eines solch ungleichen Vergleichs hält sich ja in Grenzen. Gegner auf Augenhöhe brächten mehr, aber zum Abschluss einer anstrengenden Trainingswoche ist so ein Schlachtfest sicher okay. Die Anlage auf dem Gelände der Sportschule ist übrigens recht fein. Die sechsteilige Stahlrohr-Tribüne auf der einen Seite zwar ist sicherheitstechnisch bedenklich und nichts für Leute mit Höhenangst. Aber die zugewucherte alte Tribüne auf der anderen Seite bot schon ein wenig Ranz-Flair. War ja beinahe wie in Südosteuropa.

Mo. 27.06.2016 18:00 - Italien vs Spanien 2:0
Länderspiele sind ja normalerweise nur selten ein Thema für mich. Meist interessiere ich mich auch nur im Rahmen von Turnieren dafür, allerdings reicht es mir da vollkommen, die Spiele der deutschen Elf und ausgewählte andere in der Glotze zu verfolgen. Generell hält sich meine Begeisterung für EM- und WM-Spiele aber in Grenzen - egal ob nun mit oder ohne deutsche Beteiligung. Die Seil- und Machenschaften der kontinentalen Verbände und des Weltverbandes mal außen vor gelassen, kann ich da mit der Atmosphäre einfach zu wenig anfangen. Irgendwie ist das ja eher ein Aufeinandertreffen von Ahnungslosen und das Drumherum erinnert eher an Karneval oder den Familienausflug in den Vergnügungspark. Da aber in einigen Teilen unseres Erdballs Länderspiele leidliche Planungssicherheit gewähren, was man von Liga-Spielplänen ja nicht behaupten kann, finde ich mich dann doch ab und an bei Auswahl-Spielen wieder. Bei den großen Turnieren schrecken aber auch noch die horrenden mit einem Spielbesuch verbundenen Kosten ab. BildWenn dann jedoch plötzlich der Chef im Büro steht, mit zwei Tickets wedelt und irgendwas von "Achtelfinale in Paris" murmelt, ist es grundsätzlich angeraten, diese Einstellung zu überdenken und zumindest kurzzeitig außer Kraft zu setzen. Unser Haupt-Lieferant mit Verwaltungssitz vis-a-vis zum 'Stade de France' hatte für ein paar Spiele Tickets gesendet und für den benannten Kick war ich in der Verlosung. Da auch Anreise, Kost und Logis for free waren, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Angenehmer Begleitumstand der Nummer war, dass ich ja eh gerne mal ins 'Stade de France' wollte, dieses aber eben nur mit Ländervergleichen oder dem Pokal-Finale möglich ist. BildEine gute Woche vor dem Spiel-Datum wurde ich dann noch Verehrer von Ivan Perisic, der mir diesen namhaften Vergleich durch seinen Last-Minute-Treffer gegen die Iberer zusammen schoss. So ging es am Morgen des Spieltages mit Cheffe per Flieger nach Paris. Der Mittag wurde mit gutem Essen verbracht und zu gegebener Zeit waren wir dann in Saint-Denis. Dort vermieden wir die überteuerten Bars in Stadionnähe und schlugen uns noch ein wenig in die Nebenstraßen. Auch nicht gerade bevorzugte Wohngegend würde ich sagen. Wenn in der Pinte am Nebentisch mit mobilem Tattoo-Studio Malereien unter die Haut gebracht werden, weiß man ja auch irgendwie Bescheid. Eine gute Stunde vor dem Spiel enterten wir dann das Stadion. Natürlich schon ein fetter Kessel mit drei Rängen, aber irgendwie fehlt mir der individuelle Charakter, der einen herausragenden Status herstellen würde. So besticht die Bude hauptsächlich durch ihre Dimension. Etwa 3-4.000 aktive Supporter - wenn man sie denn so nennen kann - hatten sich auf jeder Seite eingefunden. Die Stimmung war aber natürlich die erwartete Gurke. Länderspiel-Publikum halt. Nach meiner Meinung weltweit austauschbar. Dafür konnte das Spiel aber überzeugen und für meine Sympathie fand dieses auch den richtigen Sieger. Am Folgetag wurde die Zeit bis zum Abflug mit dem Revisit von 'Arc de Triomphe' und 'Tour Eiffel' verbracht und am Ende der kleinen Reise standen für mich Bruttokosten von 27 Euro für ein paar Getränke im Raum. So können die Touren meinetwegen immer laufen.

Mi. 22.06.2016 19:30 - SV Schwefingen vs SV DJK Geeste 1:0
Ja, ich gebe es zu, ich hab nen ziemlichen Lattenschuss. Anders ist wohl kaum zu erklären, warum man an einem normalen Arbeitstag weit über 100 Kilometer fährt, um ein Relegationsspiel auf Bezirksebene zu sehen. Ich sollte mir vielleicht mal langsam angewöhnen, weniger Mist zu schauen. Bild Auf der anderen Seite fand der Kick auf einer wirklich netten kleinen Anlage im Grünen statt und eine Entscheidung über den Aufstieg musste heute definitiv fallen, so dass die Geschichte bei bestem Wetter ja durchaus Spaß bereitete. Weniger Spaß bereitete die Fahrerei, obwohl sich die A31 außerhalb des Berufsverkehrs ja immer gut fahren lässt. Womit wir wieder bei meiner wiederholt aufkeimenden Idee wären, einen Hubschrauber anzuschaffen. BildDas würde mir auch im Berufsverkehr helfen, so dass ich meine morgendliche Verspätung am Arbeitsplatz von chronischen fünf bis zehn Minuten endlich mal in pünktliches Eintreffen konvertieren könnte. Meinem Chef habe ich diese Idee eines 'Firmen-Hubschraubers' - quasi als Äquivalent zu einem Firmenwagen - auch schon mal präsentiert, allerdings traf ich eher nicht auf Verständnis für mein Ansinnen. So blieb dann doch nur das herkömmliche Kraftfahrzeug, um die Strecke ins Emsland zu bewältigen. Im letzten Kick der Dreier-Runde begrüßten die Sportfreunde die Nachbarn aus dem nur sechs Kilometer entfernten Geeste. Letzteren hätte ein Punkt für den Sprung in die Bezirksliga gereicht, während die Gastgeber aufgrund des Ergebnisses ihres ersten Spiels der Runde einen Sieg mit sechs Toren Unterschied benötigten, was natürlich unerreichbar schien. Trotzdem zeigten Sie Moral und konnten Geeste am Ende verdient mit 1:0 bezwingen. Das wiederum versetzte die lachenden und untätig zuschauenden Dritten aus Wietmarschen in Extase, die damit den Sprung nach oben schafften. Vor fast 1.000 Zuschauern fielen die Wietmarscher nach dem Abpfiff den Schwefingern um den Hals, die gar nicht wussten, wie Ihnen geschah, da sie ja selbst mit leeren Händen da standen.

So. 12.06.2016 15:00 - Rot-Weiß Deuten vs TuS Eichlinghofen 3:1
In einer echten Relegationsmühle wurde im Verband Westfalen aus den zwölf(!) Bezirksliga-Zweiten ein(!) weiterer Aufsteiger in die Landesligen gesucht. Für das Finale übrig geblieben waren die Teams aus Deuten, einem Dorstener Ortsteil, und Dortmund-Eichlinghofen, die nun auf der Anlage des SV Vestia Disteln die Entscheidung suchen durften. Trotz widriger Bedingungen - zu Beginn und zum Ende der Partie regnete es in Strömen - fanden sich über 1.000 Zuschauer ein. Bild Die 'Sportanalage an der Gesamtschule' bietet auf einer Geraden vier Stufen und zwei kleine Überdachungen, so dass 98% der Besucher dem Regen mittels Schirmen trotzen oder sich diesem ergeben mussten. Den Akteuren auf dem Platz machte das Wetter wenig aus. Nach kurzer Eichlinghofer Überlegenheit zu Beginn, rissen die Deutener das Geschehen an sich und schossen sich mit zwei schnellen Toren eine beruhigende Führung heraus. Nach dem Seitenwechsel waren die Dortmunder präsenter, konnten die Rot-Weißen aber nur selten in Verlegenheit bringen. Mit zunehmender Spieldauer und erhöhter Risiko-Bereitschaft der zurückliegenden Elf, mehrten sich die Konter-Chancen, von denen dann auch eine zum scheinbar entscheidenden dritten Treffer genutzt wurde. Kurz darauf gelang aber die Ergebnis-Kosmetik und es sollten noch zehn hektische Minuten gespielt werden. Eichlinghofen erzielte auch einen weiteren Treffer, der wegen Abseits keine Anerkennung fand. Die TuS-Angehörigen monierten, dass das Zuspiel vom Gegner gekommen sei, was ich aus meiner Position nicht beurteilen konnte. So oder so gewannen die Deutener hochverdient und dürfen sich nun auf die Landesliga freuen.

Sa. 11.06.2016 17:00 - 1.FC Schwalmstadt vs FC Ederbergland 1:1
Irgendwie hatte ich Bock auf einen kleinen Ausflug in die Provinz und so trieb es mich in den Kreis Schwalm-Eder nach Nordhessen, Bildwo der 1.FC Schwalmstadt im heimischen 'Herbert-Battenfeld-Stadion' seine kleine Chance auf den Aufstieg in die Oberliga wahren wollte. Die bessere Karten hatten vor Anpfiff aber die Gäste aus Battenberg, da diese sich eine Niederlage mit bis zu zwei Toren Unterschied leisten konnten und damit dennoch den Sprung nach oben schaffen würden. Die Gastgeber spielten frisch nach vorne und wurden Mitte der ersten Halbzeit mit dem verdienten Führungstreffer belohnt. Mit dem Pausenpfiff ließen die Schwälmer die Riesenmöglichkeit zum zweiten Treffer liegen. Der zweite Durchgang fand dann deutlich ausgeglichener statt. Die Gastgeber hatten nicht mehr den Zugriff auf die Partie wie in Hälfte eins. Eine Viertelstunde vor dem Ende beseitigten die Gäste mit einem direkt verwandelten Freistoß die letzten Zweifel und konnten nach dem Abpfiff den Aufstieg feiern. Unterstützt wurden diese übrigens von der Mannschaft des VfB Wetter/Hessen, der den frei gewordenen Platz des FC Ederbergland in der Verbandsliga nun einnehmen darf.

Mi. 08.06.2016 19:00 - ASV Einigkeit Süchteln vs FC Remscheid 2:0
Der FC Remscheid, den man, wenn auch 'nur' Nachfolgeclub des BV Lüttringhausen, durchaus als Traditionsclub bezeichnen kann, taumelte wie ein angeknockter Boxer dem drohenden Abstieg entgegen. Letzter Strohhalm, um diesen zu vermeiden, war die Mühle der Relegation mit den Bezirksliga-Zweiten. Bild Eine Busladung Anhänger, davon etwa 25 aktiv supportende, die erst einmal durch Böller-Würfe auf sich aufmerksam machten, war aus der Röntgen-Stadt mitgekommen. Diese mussten sich eine auf äußerst bescheidenem Niveau geführte Partie ansehen. In der ersten Halbzeit passierte schlicht gar nix, der FCR hatte aber zumindest die Kontrolle über das Nicht-Geschehen. Nach gut einer Stunde Spielzeit, fiel dann aus dem Nichts der Führungstreffer für die Gastgeber. Bezeichnenderweise war es ein Eigentor. Nur fünf Minuten später segelte eine verunglückte Flanke auf das Tor der Bergischen, die lang und länger wurde und über den Innenpfosten den Weg ins Netz fand. Damit waren die Gäste stehend k.o. und schafften es nicht der Partie noch eine Wende zu geben. Im Gegenteil - man blieb harmlos wie zuvor und kam bis zum Schluss-Gong nicht ein einziges Mal gefährlich vor das Viersener Tor. Der ASV kommt damit eine Runde weiter und der ehemalige Zweitligist erreicht den Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Nach Spielende gab es noch eine 'extrovertiert' geführte Diskussion zwischen den Anhängern beider Lager. Die unvorbereitete Staatsmacht benötigte ein wenig Zeit, um heranzueilen, so dass einige handfeste Argumente ausgetauscht wurden.

So. 05.06.2016 15:00 - FSV Vohwinkel vs ASV Mettmann 1:2
BildDa hatte der Staffelleiter bei der Gestaltung des Spielplans ein glückliches Händchen. Am letzten Spieltag traf der Zweite auf den Ersten der Bezirksliga-Gruppe 2. Bild Mettmann reichte ein Punkt, während die Gastgeber, die bisher zu Hause nur zwei Remis zugelassen und sonst alles gewonnen hatten, siegen mussten, um aufzusteigen. Der Kick hätte nen besseren Ground verdient gehabt. Um den erst ein Jahr alten Kunstrasen gibt es keinerlei Ausbau. 1.500 Zuschauer kamen zu diesem Foto-Finish zusammen, davon ein gutes Drittel aus dem nahen Mettmann. Die Anhänger des Gastvereins, dessen türkischen Wurzeln offensichtlich sind, boten auch Support und glänzten u.a. mit dem beliebten "Wuppertal - asozial!". Der ASV kam gut in die Partie und ging in Führung. Danach war Vohwinkel am Drücker und glich kurz vor der Pause aus. In Hälfte zwei entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Kurz vor dem Ende machte Mettmann dem Sack nach einem gut gespielten Konter zu.

Sa. 04.06.2016 17:00 - 1.FC Monheim vs BV Burscheid 3:0
Das 'Rheinstadion' in Monheim am Rhein verdient seinen Namen zu recht, denn lediglich der Hochwasser-Schutzdeich trennt die Anlage vom bekannten Strom. Bild Üblicherweise bolzt der 1.FC Monheim auf seiner Kunstwiese. Das letzte Saisonspiel der Gruppe 1 der Bezirksliga wurde aber auf dem selten bespielten Rasen absolviert. Von eine Stadion zu sprechen, ist hier etwas optimistisch. Zumindest gibt es dort eine kleine Sitztribüne und auf der Gegenseite eine dreistufige Traverse mit ein paar versprengten Sitzschalen. Es war eher der Spieltermin, der zum Besuch einlud. Die Gastgeber standen schon lange als Aufsteiger fest. Lediglich fünf Unentschieden ließ man im Laufe der Saison zu und erzielte über hundert Tore. Da musste einem um den heutigen Gegner aus Burscheid, der abgeschlagen das Tabellenende ziert, Angst und Bange werden. Der 1.FCM ließ es aber gemächlich angehen und ersparte den Gästen nicht nur eine deftige Klatsche, sondern auch das einhundertste Gegentor der Spielzeit.

Mi. 01.06.2016 18:30 - VfL Mark vs Holzwickeder SV II 5:6 n.E.
BildNach dem Ende der regulären Spielzeit folgt auf Landesebene ja der übliche Relegationsterror. Im 'Nordbergstadion' zu Bergkamen trafen die Meister der beiden A-Ligen aus dem Kreis Unna/Hamm aufeinander um den ersten Aufsteiger zu ermitteln. BildDort traf ich auf David, Daniel und Sascha. Außer uns hatten sich gut 900 weitere Zuschauer bei nassfeuchter Witterung eingefunden. Die Zwote des HSC wurde sogar von einer etwa fünzehnköpfigen Gruppe aktiv supportet, die hauptberuflich vermutlich eher dem Umfeld der hiesigen Bundesligisten zuzuordnen sind. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde gar eine von Fackeln untermalte stattliche Rauchsäule hochgejagt. Auch auf Seiten des VfL wurde ein wenig Pyrotechnik eingesetzt. Die Partie kam nur schwer in Gang und nahm erst mit dem Führungstreffer für die Marker Fahrt auf. Mit 1:1 nach regulärer Spielzeit ging es in die Verlängerung, in der sich dann beinahe jeder Akteur mit Krämpfen herumplagte. Offenbar war der Boden durch den Regen der letzten Tage tief genug, um den Spielern alles abzuverlangen. Mit 2:2 nach der Extra-Time musste die Elfer-Lotterie den Sieger bestimmen, in der die Reserve des Westfalenligisten die glücklicheren Füßchen bewies.

So. 29.05.2016 15:00 - SV Mesum vs TuS Haltern am See 1:1
Bild Der letzte Spieltag der Landesliga Westfalen sollte im Fernduell die Entscheidung bringen, ob der TuS Haltern den Aufstieg in die Westfalenliga packt. Aus diesem Grunde wurde die Mannschaft von zwei Busladungen Fans begleitet, so dass inklusive Individualfahrern gut 200 Gäste unter den 400 Zuschauern anwesend waren. Eine leichte Aufgabe war es für den TuS nicht, da Mesum immerhin Dritter der Tabelle war. Haltern bot eine konzentrierte Partie und ging kurz vor dem Wechsel in Führung. Mesum konnte mit der ersten Aktion nach Wiederanpfiff ausgleichen. Danach war der Kick offen mit leichten Vorteilen für die Gäste, die gegen Ende des Spiels einige gute Chancen ungenutzt ließen, aber natürlich auch nicht zu viel Risiko gehen wollten. Denn ein Remis würde je nach Ergebnis im Spiel des Verfolgers aus Roxel reichen. Tat es dann auch, da Roxel zwar gewann, aber zu niedrig, um bei nun bestehender Punktgleichheit über das Torverhältnis an Haltern vorbei zu ziehen.

Sa. 28.05.2016 12:30 - Rot-Weiss Ahlen vs SG Wattenscheid 09 0:3
Sa. 28.05.2016 17:00 - Rot-Weiss Essen vs Wuppertaler SV 3:0
Über das Wochenende hatte ich Romina und Daniel aus Stockholm zu Besuch, daher wurde der Finaltag mit dem Endspiel um den Westfalenpokal in Ahlen gestartet. Allein wär ich kaum auf die Idee gekommen, da ich ja mit dem eigenen Club schon mehrfach dort zu Besuch war. Aber gibt ja auch Schlimmeres als ein Warm-up bei frühsommerlichem Wetter mit nem Kick, den man emotionsfrei verfolgen darf. Die SGW hatte gut 1000 Leute für dieses Spiel mobilisieren können. Betrachtet man die Zuschauerzahlen bei Heimspielen in der 'Lohrheide' ist das natürlich mehr als beachtlich. Auf Ahlener Seite versammelte sich der üblich Pöbel, wohl verstärkt durch ein paar befreundete Gesichter aus Lippstadt, Heidenheim und Zwolle. Bild Bild Auf Heimseite stieg zu Spielbeginn eine ordentliche Rauchsäule auf. Die Gäste empfingen ihr Team mit einer Fähnchen-Choreo und einem großen Banner. Sportlich war die Geschichte die erwartet eindeutige Sache. Wattenscheid hatte das Geschehen zu fast jeder Minute im Griff. Früh führten die 09er mit zwei Toren und hätten die Sack in der zweiten Hälfte mehrfach zumachen müssen, aber es dauerte bis in die Schlussminute bis der dritte Treffer fiel. Zügig ging es zurück nach Essen, denn vermeintlich großzügige Zeitpolster können sich bei sogenannten Risiko-Spielen mit hohem Zuschaueraufkommen schnell als trügerisch erweisen. Was unser Innenministerium dann für ein Polizeiaufgebot geschickt hatte, verschlug einem fast die Sprache. Einen Hubschrauber konnte man bei entsprechenden Spielen ja immer mal sichten, aber einen Wasserwerfer habe ich in Essen noch nie gesehen oder es ist so lange her, dass ich mich nicht erinnern kann. Man darf auch durchaus die Frage stellen, was das sollte. Eine so große Abordnung der Staatsmacht mit derart schwerem Gerät wirkt nach meiner bescheidenen Ansicht eher provokativ als dass sie zur präventiven Deeskalation beträgt. Zwar mag es Beim WSV ein gewisses Gefahrenpotential geben, aber eine organisierte Krawallszene gibt es beim RWE schon jahrelang nicht mehr. So blieb es auch bei branchenüblichen kleineren Zwischenfällen. Viel Wind um nichts also wieder. Wind machten dann völlig überraschend die Roten. Ich hatte einen selbstbewussten WSV und ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. Stattdessen präsentierten sich der glorreiche RWE von der ersten Sekunde hellwach und baute hohen Druck auf ängstliche Wuppertaler auf. Bis auf zwei Minuten in der Mitte der ersten Hälfte hatte ich nicht das Gefühl, dass die Gäste ein Tor schießen könnten oder würden. Tore für den RWE waren da fast zwangsläufig. Spätestens mit dem zweiten Treffer nach einer knappen Stunde, konnte man an einem Sieg nicht mehr zweifeln. Auch auf den Rängen stellte sich die Situation anderes dar, als ich es vorher dachte. Der WSV zeigte sich zwar lautstark wie erwartet. Aber auch die Heimseite war gut aufgelegt. Da sich die rot-weisse Szene immer noch im Neuaufbau befindet, wäre hier ein akustischer Gästesieg normal gewesen. Aber es zeigte sich wieder ein mal, was mit einem vollen Stadion und einem euphorischen Publikum möglich ist. Da war er wieder, der viel bemühte schlafende Riese. Der Funke Hoffnung, dass es vielleicht doch mittelfristig mal nach oben geht, glimmt weiter und dann sollte auch endlich wieder regelmäßig Krach in der Bude sein. Aber erst einmal abwarten, wen wir in der ersten Runde des DFB-Pokal aus dem Stadion schießen!

Do. 26.05.2016 15:30 - Post SV Solingen vs Sportfreunde Baumberg 1:10
Tja, die Walder Jahn-Kampfbahn in Solingen. Ein richtig schickes Teil. Dummerweise finden dort äußerst selten Fußballspiele statt, was natürlich im Falle des Falles begünstigt, dass eine stattliche Abordnung unserer Bewegung dort aufschlägt. Das Finale des Solinger Kreispokals ging wieder bei Turnvater Jahn über die Bühne. In den letzten beiden Jahren habe ich diese Veranstaltung noch gemieden, aber dieses Jahr war es dann so weit. BildIch hab ja lieber meine Ruhe. Deshalb mogelte ich mich an allen bekannten und unbekannten - man erkennt diese Spezies einfach am Artverhalten - Gesichtern vorbei in die dem Eingang gegenüber gelegene Kurve und platzierte mich auf einem Mäuerchen unter einen Baum. Später gesellte sich noch der Westerwälder Seb mit seinem Reisegefährten zu mir. Spätestens mit dem dritten Treffer für die Baumberger nach gut zwanzig Minuten war die Nummer durch. BildGegen den Aufsteiger in die Oberliga war die Kreisliga-Truppe der Sportabteilung des örtlichen Briefzustell-Dienstleisters in allen Belangen überfordert. So kam das, was kommen musste und man holte sich - wenn auch erst mit der allerletzten Aktion der Partie - die Höchststrafe in Form einer zweistelligen Niederlage ab. Auf beiden Seiten wurde aktiver Support geboten. Auf der einen Seite die bekannte kleine Gruppierung 'Baumberger Jungs', auf der anderen die vermutlich hektisch für diese Partie zusammengeschusterten 'Ultras Post'. Beiderlei Unterstützung war eher nervtötend. Der Baumburger Support, weil das erste Pils des Tages wohl nicht erst im Stadion geflossen war. Und die Briefträger, weil sich die Gruppe Halbwüchsiger mit Megafon immer mehr im Sinnlos-Support verlor. Das Stadion ist schon was Besonderes. Auf den Geraden befinden sich betagte Traversen, die auf einer Seite im Zuge der Sanierung in den 90ern mittels Sitzbänken und Überdachung zur Haupttribüne befördert wurden.
Update: Es erreichte mich ein Gästebuch-Beitrag eines Mitglieds der 'Ultras Post', in dem darauf hingewiesen wurde, dass die Gruppe nicht spontan zum Finale aus der Taufe gehoben wurde, sondern bei fast jedem Spiel des Post SV aktiv auftritt. Excusez-moi!

Di. 24.05.2016 19:10 - MSV Duisburg vs Würzburger Kickers 1:2
Ja ich geb es zu - es war Katastrophen-Tourismus! Ich wollte es mir nicht entgehen lassen, Meiderich absteigen zu sehen, daher der Ausflug in die Reisebüro-Arena. Grundsätzlich sehe ich den MSV gar nicht als besonderen Kontrahenten. Da gibt es ganz andere. Aber die aus diesem Lager verbreitete Häme, als dem glorreichen RWE vor einigen Jahren die Lizenz entzogen wurde, ist nicht vergessen. Im Gegenzug dazu heischte man bei eigenem finanziellem Kollaps vor drei Jahren mit einer beispiellosen Mimimi-Akrobatik um Zuspruch und Unterstützung. Bild Diese Fakten bewegen mich nicht unbedingt dazu, diesem Verein in irgendeiner Form Erfolg zu gönnen. Also weg damit! Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel waren die Vorzeichen für die Zebras auch alles andere als günstig. Da also zwei Tore aufgeholt werden mussten, starteten die Gastgeber entsprechend offensiv und rissen die Partie, zwar nicht überzeugend aber mit viel Herzblut, an sich. Für den folgerichtigen Führungstreffer waren trotzdem die Gäste zuständig, die nach etwas mehr als einer halben Stunde ein Eigentor fabrizierten. Der MSV zeigte sich nun kompakt und wäre Fußball logisch, hätten die Duisburger die kleine Sensation wohl geschafft. Ist er aber zum Glück nicht und so reichte den Kickers eine Situation und eine kleine individuelle Unaufmerksamkeit in der MSV-Hintermannschaft zum Ausgleich nur wenige Minuten danach. Damit war den Zebras der Zahn gezogen. Bild Der Schock-Zustand war deutlich zu erkennen. Der Druck auf die Gäste, den man mühsam aufgebaut hatte, war mit einem Schlag weggewischt, da man ja nun aufgrund der Auswärtstor-Regelung weitere drei Treffer benötigte. Auch das erwartete Aufbäumen nach dem Seitenwechsel blieb aus, der MSV zeigte sich klinisch tot. Die Kickers spielten die Partie souverän und solide runter, gerieten nicht mehr in Gefahr und erzielten in der Nachspielzeit in Überzahl den Siegtreffer. Aus die Maus. Hatte ich nun hängende Köpfe und Tränen auf Heimseite erwartet, sah ich mich schwer getäuscht. Die Abstiege sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Sicher - einige waren sauer, viele übten sich Sarkasmus und die Kurve bedankte sich bei der Mannschaft noch dafür, dass man es nach einer katastrophalen Saison überhaupt in die Relegation geschafft hatte. Einem Großteil der fast 30tsd Anwesenden schien es aber einfach scheißegal zu sein. Wohl auch eine Folge dessen, dass der Fußball immer mehr zum Event verkommt. Emotionale Vereinsliebe bleibt da die Ausnahme. Eine Bereicherung für die Zweite Liga werden die Würzburger auch nicht sein. Wenn zum alles entscheidenden Spiel gerade einmal 800 Leute mitreisen, Wochentag hin oder her, empfinde ich das einfach als Armutszeugnis. Aber man kann sich die Ligen-Zusammensetzungen ja leider nicht aussuchen.

So. 22.05.2016 15:00 - Blau-Weiß Dörpen vs SV Bad Bentheim 0:3
So. 22.05.2016 18:00 - Concordia Ihrhove vs TuRa 07 Westrhauderfehn 1:3
Am Sonntag war ein Ausflug in den Fußballbezirk Weser-Ems geplant und Sascha konnte als Mitfahrer gewonnen werden. Teil eins ging in Dörpen über die Bühne. Der SV Bad Bentheim konnte bei einem günstigen Ergebnis des Konkurrenten aus Wietmarschen-Lohne den Aufstieg in die Landesliga feiern. Die Gastgeber stellten eine erstaunlich leicht zu nehmende Hürde dar. BildDörpen konnte sogar die Herbstmeisterschaft feiern, ging dann aber auf Talfahrt und steht nun mit einigen Punkten Rückstand auf das Spitzen-Duo auf Platz drei. Mit zwei Bussen und etlichen individuell angereisten Fans, stellten die Gäste locker 200 der etwa 280 anwesenden Zuschauer im ganz netten Stadion des ‚Sportzentrum Dörpen‘. Früh ging der SVB in Führung, die ab dann auch in keiner Sekunde in Gefahr war. Am Ende stand ein deutlicher und hochverdienter Sieg zu Buche und da die Konkurrenz eine halbe Stunde früher angestoßen hatte und das erzielte Remis natürlich bei Mannschaft und Zuschauern bekannt geworden war, brachen mit dem Schlusspfiff alle emotional und aktiv Beteiligten in großen Jubel aus. Wir schauten und das Schauspiel ein Viertelstündchen an und fuhren dann die knapp dreißig Kilometer zum nächsten Ziel, nämlich nach Ihrhove. Die dortige Concordia erwartete die Nachbarn aus Westrhauderfehn zum Derby. Immerhin 250 Zuschauer waren dem Aufruf gefolgt, davon ein gutes Drittel aus dem Nachbarort. BildNachdem sich der pünktlich zum Spielbeginn einsetzende Platzregen in ostfriesischen Schnürregen verwandelt hatte, kam die Partie nur schwer in Tritt. Die Gäste konnten sich nach und nach ein leichtes Übergewicht erarbeiten, das mit der Halbzeit-Führung belohnt wurde. Mitte der zweiten Hälfte gelang der Concordia der Ausgleich. Die Gäste blieben aber spielbestimmend und ernteten den verdienten Lohn mit zwei späten Treffern. Das ‚Hindenburgstadion‘ ist ein richtig schnuckeliges Teil. Ich find es ja immer kultig, wenn ein totales Kaff über ein hübsches kleines Stadion verfügt. Es gibt auf der Hauptseite eine Sitztribüne für gut 250 Leute. Die Stehtraversen gegenüber bieten in der Mitte eine kleine Überdachung. Dieser Bereich wird von acht ungedeckten Stufen über die gesamte Länge des Spielfeldes flankiert. Der Club spielte um die Jahrtausendwende acht Jahre in der damals viertklassigen Oberliga. Als Höhepunkt konnte 2002 der BVB in der ersten Runde des DFB-Pokal begrüßt werden. Nachlassende Finanzkraft zwang den Verein zum Rückzug auf Bezirksebene, wo er seit Jahren eine solide Größe stellt, im letzten Jahr sogar die Meisterschaft errang, auf den Aufstieg aber aus genannten Gründen verzichtete.

Sa. 21.05.2016 13:00 - Rot-Weiss Essen vs Borussia Dortmund II 2:1
Über 6tsd Leute kamen wieder an die Hafenstraße, obwohl eine Katastrophen-Saison zu Ende ging und der Kick völlig bedeutungslos war. Sind wir nun alle bescheuert, sind wir fußballgeil oder ist uns einfach alles scheißegal? Ich weiß es auch nicht - vermutlich von allem ein bisschen. Im letzten Spiel zeigten die Roten noch einmal eine ganz ordentliche Leistung, was im Hinblick auf das kommende Niederrheinpokal-Finale ja nur hilfreich sein kann. Der Siegtreffer in der Schlussminute war vielleicht etwas glücklich, aber sicher nicht unverdient. So beendet der glorreiche RWE die Saison mit 12 Siegen und ebenso vielen Remis und Niederlagen, sowie einem Torverhältnis von 48:49. Ausgeglichener geht es kaum und es ist angesichts dieser Bilanz kaum zu glauben, dass man so lange in Abstiegsgefahr schwebte. Was soll’s?! Mund abwischen – Sammeln – Durchstarten!

Fr. 20.05.2016 19:30 - TuS Heven vs BSV Schüren 6:5
Ein Spielchen sollte es zum Start ins Wochenende sein. Die Auswahl war nicht groß, so fiel die Entscheidung auf Witten-Heven. BildZu Beginn des Jahrzehnts startete der TuS Heven einen Durchmarsch über drei Ebenen von der Bezirksliga bis in die Oberliga Westfalen. Zwei Saisons kickte man fünftklassig, bevor man ebenfalls im Eiltempo den Rückwärtsgang einlegte und in der kommenden Saison wieder auf Bezirksliga-Niveau agieren wird. Vor diesem Spiel zierte man mit traurigen neun Punkten das Tabellenende. Der Tabellenvierte aus Dortmund-Schüren schien nun auch nicht der richtige Gegner für einen versöhnlichen Abschluss im letzten Heimspiel. Doch kurz vor Saisonende kommen in unbedeutenden Spielen ja manchmal kuriose Ergebnisse zu Stande. Schnell führten die Gastgeber mit 2:0. Durch einen Elfmeter, einhergehend mit einem Platzverweis für die Gastgeber, kam Schüren zum Anschluss, aber der TuS erhöhte bis zur Pause völlig überraschend auf 4:1. Ganze acht Minuten benötigten die Gäste dann zum Ausgleich und nun war es nur noch eine Frage der Höhe des Gäste-Sieges. Klarer Fall von ‚Denkste‘. Heven kam zurück und ging wieder mit zwei Toren in Führung. Der erneute Anschlusstreffer in der Schlussminute - wiederum per Elfer - kam zu spät.

Fr. 13.05. bis Mi 18.05.2016 - Mütterchen Russland
Eine Reise mit meinem geschätzten Vater hinter den eisernen Vorhang. HIER ist der Bericht zu finden.

Mi. 11.05.2016 19:30 - SuS Legden vs Sportfreunde Ammeloe 0:0
BildWenn einem über die gesamte Spielzeit eine dezente Note von Kuhscheiße in der Nase hängt, weiß man, dass man Fußball auf dem Land sieht. Im 49.Spiel nach dem letzten live erlebten torlosen Remis erwischte es mich dann mal wieder. Dabei war das Spiel grundsätzlich gar nicht so übel. Was beim Torabschluss zum Besten gegeben wurde, stand allerdings im Widerspruch dazu. Die Kühe auf der benachbarten Weide sahen sich jedenfalls einem fiesen Sperrfeuer ausgesetzt. Überrascht hat die recht ordentliche Zuschauerzahl von 150 Augenpaaren, wenn man sich vor Augen führt, dass Kreisliga-Partien im Pott manchmal nur von 20 Leuten verfolgt werden. Ansonsten wurde wieder bewiesen, dass der westmünsterländische Amateurfußball seine Nähe zu den Niederlanden nicht verbergen kann, hat doch hier beinahe jede Anlage einen Rasenplatz mit Tribüne und schickem Vereinshaus zu bieten.

So. 08.05.2016 14:00 - BSG Wismut Gera vs VFC Plauen 0:1
So. 08.05.2016 17:00 - FC Eisenach vs 1.FC Lokomotive Leipzig 0:2
Da die eigentliche Heimspielstätte der BSG Wismut Gera (ich liebe diese DDR-Ostalgie-Clubnamen!) noch mit den Schäden des letzten Hochwassers zu kämpfen hat, trägt die BSG ihre Heim-Partien bis auf weiteres im großen 'Stadion der Freundschaft' aus. BildKam mir ganz entgegen, denn ich mag diese weitläufigen Schüsseln mit dem Charme vergangener Tage ja. Das weite Rund in Gera hat inzwischen allerdings eine umfassende Sanierung genossen, weshalb auch das Fassungsvermögen von 35tsd auf 16tsd gesunken ist. Aber die verringerte Kapazität wird in absehbarer Zeit kaum ausgereizt werden, denn die Heimspiele der BSG sind dann doch eher spärlich besucht. Gerade mal knapp 300 Zuschauer waren es am heutigen Tage und davon waren etwa 100 aus dem Vogtland angereist. BildDie aktive Szene der Gastgeber ist allerdings auch für den Rest der Saison aus dem Stadion verbannt, da der Verein den Ultras nach einer Pyro-Aktion beim Nachholspiel gegen Lok Leipzig für die letzten Heimspiele der Saison ein Betretungsverbot ausgesprochen hat. Bei Rückkehr wird es dann nur noch Verbandsliga-Fusek zu sehen geben, denn die BSG befinde sich mit hoffnungslosem Rückstand auf das rettende Ufer auf dem vorletzten Platz. Selbst dem Viertletzten aus Plauen konnte man heute nicht annähernd gefährlich werden. Ein paar Minuten vor dem Ende (ich scheiß auf die Groundhopping-Polizei!) wurde das schöne Rund verlassen und das zweite Tagesziel dank freier A4 überpünktlich erreicht. BildIm hübschen 'Wartburg-Stadion' trafen zwei Clubs aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite der beschauliche FC Eisenach, als Tabellen-Schlusslicht abgeschlagen mit acht traurigen Pünktchen. Und auf der anderen Seite der souveräne Tabellenführer aus der Metropole Leipzig, der 1.FC Lokomotive, verrufen wegen seines Anhangs, Bildvor weniger als 30 Jahren Finalgegner von Ajax Amsterdam im Europapokal der Pokalsieger. Ein Debakel für die Gastgeber stand zu befürchten. Dass es dazu nicht kam, lag an der Inkonsequenz des Liga-Primus und daran, dass ein Auftritt mit angezogener Handbremse vollkommen ausreichte, um die Eisenacher zu bezwingen. Das Pferd sprang heute nicht höher als es nötig war. Aus Leipzig waren circa 500 Anhänger angereist. Die aktiven Supporter teilten sich sinnloser Weise in zwei Gruppen - einmal die Ultra-Orientierten und einmal die Oldschool-Anhänger. Differenzen scheint es aber nicht zu geben, denn man kooperierte bei Wechselgesängen miteinander. Der Fanblock der Gastgeber bestand aus einem Mann. Ein Typ, der blau-weiß gekleidet, mit blau-weiß bemaltem Gesicht und blauer Schlabbermütze eher an einen Bewohner Schlumpfhausens erinnerte und eher nervig mit Trommeln und Glocken versuchte, seiner Mannschaft Leben einzuhauchen. Mit 'Eintracht-Legende' Thorsten Mankel konnte bei diesem Kick auch ein bekanntes Gesicht begrüßt werden.

Sa. 07.05.2016 15:00 - SC 1903 Weimar vs SpVgg Geratal 4:0
BildEigentlich sollte es über das lange Wochenende ne ausgedehnte Tour in die Klobasa-Republik geben. Die Erkrankung der Herzdame vereitelte dieses. Daher wurde der Trip verknappt und am heutigen Tage mit der Partie in der Goethe-Stadt gestartet. Der 'Sportplatz Lindenberg' betreibt mit seinem unscheinbaren Namen klares Understatement, denn dem Besucher offenbart sich ein hübsches kleines Fußballstadion. Direkt an das Sozialgebäude angebaut ist eine kleine überdachte Sitztribüne, die seitlich sowie um das ganze Spielfeld herum von sechs unbefestigten Stufen gesäumt wird. Die Lage am Rande der Stadt im Grünen machen die Idylle komplett. Begeistern kann einen auch die Stadionkneipe, die einen beinahe in die Zeit des Arbeiter- und Bauernstaates zurück versetzt. In einer unbedeutenden Partie des oberen Tabellen-Drittels der Thüringen-Liga gewann die Gastgeber deutlich und verdient mit vier Toren Unterschied.

Fr. 06.05.2016 18:45 - TuS Hannibal vs SC Dorstfeld 09 1:1
Die altehrwürdige Kampfbahn im Hoesch-Park zu Dortmund sollte eigentlich schon gar kein Fußballspiel mehr sehen. Da jedoch an der neuen Sportanlage des TuS Hannibal noch ein wenig Feinschliff fehlt, bekam der Hoesch-Park für die letzten drei Saisonspiele noch einmal den Zuschlag. Unverhofft kommt oft, sagt man ja so schön. BildAlso schloss ich mich mit Dominik zusammen, um dieser so einfachen wie wunderschönen Spielstätte einen Besuch abzustatten. Um das Spielfeld mit Laufbahn ist als Abgrenzung eine Hecke im Schrebergarten-Style gezogen. Siebzehn schotterbedeckte Stufen umschließen das Oval komplett ohne jeden Wetterschutz. Das ganze versprüht irgendwie den Charme der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Da der Countdown für dieses Stadion also läuft, bzw es künftig nur noch für American Football genutzt werden soll, zog dieses Spiel noch eine ganze Reihe mehr Leute unserer Bewegung an. Aus diesem Grunde halte ich mich von derartigen Versammlungen auch gerne fern. Es treibt ja manchmal fragwürdige Blüten, wenn sich mehrere Leute mit dieser Gesinnung zusammen rotten. Aber das musste man leider in Kauf nehmen, um dieser herrlichen Anlage noch einen Besuch abstatten zu können. Nach Bezirksliga sah das auf dem satten Grün Gebotene übrigens selten aus, aber darum ging es ja heute nicht.

Do. 05.05.2016 15:00 - Hedefspor Hattingen vs Holwickeder SC 1:0
Man frage mich nicht warum, denn eine fundierte Antwort könnte ich nicht geben, aber irgendwie war ich der Meinung, unbedingt mal ein Spiel von Hedefspor sehen zu müssen. BildDer Platz kann allerdings nicht viel. Ein paar bröckelige Stufen befinden sich auf der einzigen offiziell zugänglichen Seite und das war es. Vielleicht reizt es, weil es die eher seltsame Konstellation eines Ascheplatzes mit relativ hochklassigem Fußball ist. Aber es ist wohl eher, dass ich auf die Verköstigung bei türkisch-stämmigen Vereinen stehe. Köfte im Brötchen durfte ich mir heute einverleiben. Das frühsommerliche Wetter tat das übrige dazu und so machte ich mich mit Marcel nach Hattingen auf. Dort trafen wir noch Krösus mit Frau und Tochter und auch der BVB-Fan Daniel tauchte mit weiblichem Nachwuchs dort auf, so dass die Nummer fast was von einem Familien-Ausflug in den Essener Gruga-Park hatte. Die Gastgeber erhielten sich mit einem sehr späten aber hochverdienten Minimal-Sieg die kleine Chance auf den Klassenerhalt.

So. 01.05.2016 14:00 - AVC Heracles vs SC Overdinkel 4:2
BildIm blutigen Amateurbereich der Niederlande, wo sich alle Sportparks irgendwie ähneln, gibt es doch noch das eine oder andere Schätzchen zu entdecken. Mit dem rot-weissen Genossen Marcel und Dominik ging es auf Entdeckungstour an die Bornsestraat in Almelo. Dort findet man eine nahezu antike Holztribüne von 1924 vor, die sich ursprünglich unweit des heutigen Standortes im alten Stadion des heutigen Eredivisionärs Heracles befand. Bild Dieser wiederum entstammt dem heutigen Gastgeber AVC Heracles und wurde in den 70er Jahren in den Profibereich ausgegliedert. Als der Club 1999 sein neues Stadion bezog, wurde die alte Spielstätte abgerissen. Um die Tribüne vor der Zerstörung zu retten, wurde diese an die Platzanlage des Stammvereins versetzt. Seit 1911 trägt das Teil den Titel 'Rijksmonument', was so viel wie Denkmalschutz bedeutet. Sportlich war die Angelegenheit natürlich ne ziemliche Nuss. Achte Liga und eher so die Kategorie 'Hätte man selber mitspielen können'. Der AVC befindet sich in schweren Abstiegsnöten, konnte aber mit einem Sieg gegen die auswärts schwachen Gäste die Hoffnung auf den Klassenerhalt wahren. Aber um sportliche Höchstleistungen ging es ja auch hier nicht. Bei bestem Wetter wurde der Trip dann noch mit einem fiesen Frituur-Besuch abgerundet.

Mi. 27.04.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SSVg Velbert 3:2
Bild Ein Meilenstein zum Klassenerhalt. Eine schwer umkämpfte Partie, die mit einem etwas glücklichen aber nicht unverdienten Sieg für die Guten endete. Da nach wie vor die Konstante im Spiel der Roten fehlt, hing der Dreier zwischendurch am seidenen Faden, der auch erst in der Schlussphase sicher gestellt wurde. Die Gäste boten zwar eine couragierte Vorstellung, hatten aber dann auch nicht die Mittel um die Schwächephasen der Roten konsequent auszunutzen. Völlig überrascht war ich von einem vierzig Mann starken Gäste-Pöbel im Away-Sektor, da in den letzten Jahren in Velbert eigentlich nur selten mal jemand aktiv supportet hat. Da der direkte Mitbewerber aus der Metropole Rödinghausen verlor, sieht die Lage nun ganz ordentlich aus. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und proklamiere den Klassenerhalt. Das eine oder andere Pünktchen wird man in den letzten drei Spielen eh noch holen.

Fr. 22.04. bis Mo 25.04.2016 - Dalmatien & Sarajevo
Den Bericht findet Ihr HIER.

Do. 21.04.2016 18:45 - Spvgg Recklinghausen 95/08 vs TuS Henrichenburg 0:4
Bild Bild Frühsommerliches Wetter im Pott. Da kann man ja mal ein wenig Feierabend-Fußball schauen. Der Blick auf die Ansetzungen mündete in der Fahrt zum Sportplatz 'Schimmelsheider Park' in Recklinghausen. Kreisliga A. Abstiegskampf. Die Anlage liegt idyllisch im Grünen. Durch die Asche-Laufbahn zwar etwas weitläufig, aber mit einer stattlichen Stehtribüne und kultigem Clubheim, in dem man sich glatt vierzig Jahre zurück versetzt fühlt. Sportlich war es nicht gerade eine Offenbarung, aber das hatte ich auch nicht erwartet und darum ging es ja auch nicht. Schade, dass nur Brühwurst gereicht wurde - ein rauchender Grill hätte das Erlebnis noch aufgewertet. Die Gastgeber schlitterten mit der etwas zu hoch ausgefallenen Niederlage weiter Richtung Abstiegsplätze. Bei zwei, drei guten Freistoß-Situationen war mehr drin. Vielleicht sollte den Recklinghäusern mal jemand erklären, dass man einen zwei Meter großen Schnappmann besser knapp über der Grasnarbe beschäftigt, statt ihm die Murmel ständig hoch in die Arme zu schießen.

So. 17.04.2016 14:45 - Rot-Weiss Essen vs Alemannia Aachen 3:2
Vor der Saison war zu erahnen, dass das Spiel gegen Aachen eine besondere Bedeutung haben kann. Allerdings dachte man da eher daran, dass es um den Platz an der Sonne gehen würde. Dass es ein richtungsweisendes Spiel im Kampf gegen Abstieg würde, hat sich wohl kaum einer ausgemalt. Für die Alemannia ging es um nix mehr, steht sie doch satt im Niemandsland des Tableaus. Bild Der RWE konnte aber einen wichtigen Schritt machen, da die direkte Konkurrenz ja momentan auch nix einsammelt. Etwa 1000 Leute waren aus der Kaiserstadt angereist. Die Ultras fabrizierten eine kleine Choreo zu irgendeinem Jubiläum oder einer Freundschaft - keinen Plan, um was es genau ging, so'n selbstverliebter Scheiß interessiert mich auch nicht, sah aber mit den kleinen Fähnchen ganz nett aus und brachte aber etwas Farbe in den Beginn der Partie. Jedenfalls konnte man endlich mal wieder Richtung Gästeblock pöbeln, der ja sonst immer schwer verwaist ist. Das kann sich nächste Saison ändern, da in den Oberligen Clubs an der Spitze stehen, die über mehr order weniger große Szenen verfügen - vorausgesetzt die Roten halten selber die Klasse. Bild Ich musste mir dann erst einmal die Augen reiben, aber mein Herzensclub führte nach acht Minuten doch glatt mit zwei Toren. Danach wurde aber zu wenig investiert und vor allem die rechte Abwehrseite einige Male überlaufen. Über diese wurde dann auch der Anschlusstreffer Mitte der ersten Hälfte eingeleitet. Die Partie war dann weitestgehend ausgeglichen. Der glorreiche RWE zeigte sich bei Standards ungewohnt gefährlich (oder war die Alemannia dabei sei schwach?) und aus einem solchen entstand auch der dritte Heim-Treffer nach etwa einer Stunde. Große Gefahr strahlten die Gäste danach nicht aus, also musste die Essen Hintermannschaft selber für etwas Spannung sorgen. Nach einem unfassbar unnötigen Freistoß aus dem Halbfeld war die Verteidigung samt Schnappmann komplett nicht im Bilde und die Gäste kamen zehn Minuten vor dem Ende noch einmal zum Anschluss. Auch danach wurde es eigentlich selten brenzlig. Aber da eigene Konterchancen nicht konsequent gespielt wurden, kam der Sieg doch noch einmal in Gefahr. Als Höhepunkt kratzte Leon Binder den Ball in der Nachspielzeit von der Linie. Danach war es dann aber vollbracht und man kann wieder etwas optimistischer auf die nächsten Wochen blicken.

Mi. 13.04.2016 19:30 - Vogelheimer SV vs VfB Frohnhausen 1:2
Der 'Sportplatz Lichtenhorst' in Essen-Vogelheim - nur wenige hundert Meter vom Fußball-Tempel an der Hafenstraße entfernt - ist eine Anlage mit der absoluten Grundausstattung. Bedeutet: Platz mit Stankett. Diese Anlagen hauen mich in etwa so vom Stuhl, wie wenn in Indien ein Fahrrad umfällt. Trotzdem wurde dem Vogelheimer SV heute die Ehre meines Besuches zu Teil, empfing er doch nur wenige Punkte hinter dem Tabellenführer VfB Frohnhausen liegend, genau diesen zum Bezirksliga-Topspiel. Bild Etwa 350 weitere Interessierte waren zugegen und sahen genau das, was ich mir erhofft hatte. Nämlich ein schnelles und intensives, gut anzusehendes Spitzenspiel mit dem nötigen Schuss Aggressivität. Mitte der ersten Hälfte ging der Liga-Primus verdient in Führung, aber der VSV kämpfte sich in die Partie und glich noch vor der Halbzeit aus. Nach dem Wechsel erarbeiteten sich die Gastgeber dann nach und nach ein Übergewicht und der Siegtreffer schien und war möglich. Zehn Minuten vor Schluss dezimierte sich der VSV aber selbst. Durch den fälligen Freistoß fiel der nun etwas schmeichelhafte Führungstreffer für den VfB. Vogelheim reagierte wütend und versuchte trotz Unterzahl alles. Erfolglos - auch weil der Ausgleich wegen vermeintlichen Fouls am Gäste-Schnapper (ich als neutraler Beobachter habe keins gesehen) keine Anerkennung fand. Hier muss sich der VSV aber auch ein wenig an die eigene Nase fassen, denn für ein Spiel von derartiger Bedeutung hätte man einfach mal ein Gespann bestellen müssen, anstatt nur einen Hauptschiedsrichter entscheiden zu lassen. Der Junge machte das ganz ordentlich, aber die Funktion von Linienrichtern kann er nun mal nicht mit übernehmen und deren Unterstützung fehlte in einigen Situationen. Am falschen Ende gespart, heißt das wohl. Nach dem Abpfiff gab es auf dem Feld noch ein paar Scharmützel, bei denen es aber wohl bei verbaler Konfrontation blieb. Nicht schön, aber das muss so ein Kick abkönnen.

So. 10.04.2016 15:00 - SC 1911 Kapellen-Erft vs Wuppertaler SV 0:2
BildAuf der Suche nach dem geeigneten Sonntags-Amusement blieb ich bei der genannten Partie hängen. Das betreffende Kapellen ist ein Ortsteil von Grevenbroich, das ja durch HaPe Horst Schlemmer zu überregionaler Bekanntheit gelangt ist. Bild In Kapellen gibt es aber auch noch einen ganz passablen Fußball-Club, der sich seit ein paar Jahren in der Oberliga hält und aktuell den fünften Platz belegt. Zu Gast war heute der Tabellenführer aus Wuppertal. Man kann also durchaus von einem Spitzenspiel sprechen. Über 1300 Zuschauer fanden sich im ‚Erftstadion‘ ein, dass sich eigentlich kaum so nennen darf, da es außer einer dreistufigen Stehtraverse auf der einen und einer vierstufigen auf der anderen Längsseite nichts zu bieten hat. Über die Hälfte der Leute waren aus dem Bergischen angereist und durfte einen verdienten Auswärtssieg bejubeln. Die Stimmung bei den Rot-Blauen war natürlich prächtig, zumal der einzig verbliebene Verfolger aus Krefeld-Uerdingen nur Remis spielte und sich damit wohl endgültig aus dem Rennen nahm

Fr. 08.04.2016 19:30 - Rot-Weiss Ahlen vs Rot-Weiss Essen 1:2
Auswärtssieg! Und ein ganz wichtiger! Es zeigte sich mal wieder, dass Trainerwechsel psychologisch oft Wunder bewirken. Sven Demandt heißt der neue Mann am Ruder und offenbar schaffte dieser es zumindest, den Spielern neues Selbstvertrauen zu vermitteln. Bild Es entwickelte sich ein echtes Kampfspiel, in dem der glorreiche RWE das etwas bessere Team war und diese leichte Überlegenheit in zwei Tore ummünzen konnte. Der Anschlusstreffer der Gastgeber kam zu spät, um es noch mal wirklich gefährlich werden zu lassen. Nach längerer Zeit brannte es mal wieder im Essener Block. Bengal-Fackeln bei Dunkelheit sehen ja immer wieder phantastisch aus. Womit wir beim Thema „Pyro ja oder nein“ wären. Bild Ich bin ein absoluter Befürworter des Einsatzes von Pyrotechnik! Wenn man damit verantwortungsvoll umgeht!! Das war aber hier nicht der Fall, denn einige Vollidioten hatten nichts Besseres zu tun, als den Krempel garniert mit ein paar Böllern auf das Spielfeld zu entsorgen, was den Referee veranlasste, die Partie zu unterbrechen und die Teams in die Kabine zu schicken. Was soll so eine Scheiße?? Neben der Gefährdung der Spieler riskiert man den Abbruch der Geschichte, was sicherlich zu Lasten von RWE gegangen wäre. Und das bei eigener Führung in diesem eminent wichtigen Spiel. Ich vermute wenn man den Tätern in die Augen sieht, kann man die Innenwand des Hinterkopfes sehen, denn Hirn kann in den Birnen ja nicht drin sein. Noch vor Wochenfrist in Polen brannten die Kurven auch lichterloh und diese Kurven, denen man durchaus eine gewisse Geisteskrankheit bescheinigen darf, waren in der Lage das Material vernünftig ausbrennen und auf den Boden fallen zu lassen. Das sollte auch unseren Mitbrüdern möglich sein und seien sie auch noch so einfach strukturiert. Glücklicherweise piepte der Schiri den Kick wieder an und die Punkte waren dann irgendwann im Sack.

Do. 07.04.2016 21:05 - Borussia Dortmund vs Liverpool FC 1:1
Bild Der Liverpool Football Club stellte sich in der Bierstadt vor. Grund genug, mal wieder eine der Firmen-Dauerkarten an sich zu reißen. Die besondere Situation hinsichtlich der LFC-Übungsleiters war mir persönlich ziemlich Latte – ich sehe die BVB-Spiele ja sowieso meist aus neutraler Perspektive - und ich kann auch nicht sagen, Bild dass ich beim Publikum spezielle Emotionen bemerkt hätte. Unter dem Strich zählt auch nur wer gerade die Farben seines Vereins vertritt und nicht wer sie mal vertreten hat. Ich hatte auch eine ansehnliche Partie gehofft und eine dominante Borussia erwartet, aber bekommen hab ich beides nicht. Der Kick war sicherlich nicht schlecht, aber vom Hocker gehauen haben mich beide Teams nicht. Der BVB bekam seine PS einfach nicht auf die Straße und bei den Scousers fehlte einfach das Potential um die Geschichte an sich zu reißen. Das Resultat geht nach meinem Erachten auch in Ordnung. Die besseren Chancen hatten sogar die Gäste aber Weidenfeller hatte einen richtig guten Tag erwischt. Der Gästeblock natürlich sold out und mehr, aber Stimmung dort wie üblich bei britischen Mobs beinahe Fehlanzeige.

So. 03.04.2016 12:45 - GKS Katowice vs GKS Belchatow 1:0
So. 03.04.2016 18:00 - Ruch Chorzów vs Wisla Krakow 2:3
Alles anderes als ausgeschlafen saßen wir um kurz vor neun im IC nach Katowice. Nur zweieinviertel Stunden benötigt der Schnellzug für diese Strecke. Nach Ankunft verabschiedeten wir Jan, der aufgrund beruflicher Verpflichtungen die Heimreise antreten musste. Thomas und ich begaben uns zum Stadion von GKS Katowice. Für mich war dieses ein Zweitbesuch. Zwar wären unterklassig auch Alternativen möglich gewesen, aber das hätte höheren Aufwand bedeutet und wäre entweder mit Stress oder mit weniger Schlaf verbunden gewesen. Bild Auf das alles hatte ich keinen Nerv und es gibt schlechtere Schicksale als ein erneuter Besuch im 'Stadion Miejski GKS'. Die Bude hatte nichts von ihrem Ranz-Charme verloren und die Kielbasa schmeckte nach wie vor großartig. Bild Der GKS-Mob war nach meiner Meinung vor zwei Jahren größer, hatte vielleicht mit der frühen Anstoßzeit zu tun. Aus Belchatow waren etwa 150 Leute angereist. Der sportliche Part dieser Veranstaltung war insgesamt grausam. Ganz fürchterliches Konglomerat aus Fehlpässen, Missverständnissen und Unvermögen. Die Gäste aus Belchatow schafften es tatsächlich noch harmloser und konfuser aufzutreten, als die Heim-Mannschaft. Diese erzielte zumindest ein Tor und gewann dieses Spiel, dass man nur mit Wohlwollen so bezeichnen durfte, dadurch auch noch verdient. Beinahe absurd mutete es an, dass man das Catering nur mit elektronischer Karte bezahlen konnte. Wenn das Geschehen auf dem Rasen auch mal so professionell gewesen wäre. Bild Also nix wie weg hier und ab nach Chorzów, dass früher den hübschen deutschen Namen 'Königshütte' trug. Dort kamen wir beinahe zeitgleich mit dem Sonderzug aus Krakau an und die Wisla-Horde zog unter Zünden von Rauch- und Knallmaterial gen Stadion, dass keine 300 Meter vom Bahnhof 'Chorzow Batory' entfernt liegt. Das aktuelle Fassungsvermögen liegt nur noch bei 9.300 Zuschauern und jeder Platz sollte heute benötigt werden. Auch hier wurde sold out wurde gemeldet, da es sich um ein wichtiges Spiel handelte. Die Liga teilt sich in Meister- und Abstiegsrunde und zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde kämpfen beide Teams um den Einzug in die obere Hälfte. Das Stadion ist neben der Bude in Szczecin der letzte sozialistische Oldschool-Ground in der 'Ekstraklasa'. Bild Bild Recht flache Ränge um geben die Laufbahn, aber die Haupttribüne mit dem in gusseisernen Lettern auf dem Dach prangenden Vereinsnamen ist eine echte Augenweide. Beide Kurven gingen engagiert zur Sache. Nachteil des Stadions ist natürlich die miese Akustik. Optische Stilmittel kamen leider nicht zu Einsatz. Dafür wusste das Spiel zu unterhalten. Wisla ging früh in Führung, aber Ruch war das bessere Team und konnte egalisieren. Nach dem Seitenwechsel die erneute Gäste-Führung, die auch noch ausgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der neben uns befindliche Away-Sektor aber schon ganz andere Sorgen. Kurz nach Wiederanpfiff tauchten drei Ruch-Gestalten hinter dem Gästeblock auf und der Gäste-Pöbel ließ sich umgehend provozieren und stürmte Richtung Trennzaun. Bild Die Staatsmacht fackelte darauf hin nicht lange und hiel sofort mit dem Wasserwerfer in den Mob. Und das nicht gerade sparsam. Sogar gefärbtes Wasser kam zum Einsatz. Nach meinem Erachten eine völlig überzogene Maßnahme, die den Mob nur noch wütender machte. Die Abkühlung schien dann aber zu wirken, denn die Lage beruhigte sich langsam wieder. Sportlich hatten die Gäste alles im Griff, aber zehn Minuten vor dem Ende kam Ruch zum Anschluss und eine wütende Schlussoffensive folgte, die in einem Elfmeter in der Nachspielzeit gipfelte. Chance zum eminent wichtigen Ausgleich, der die Quali für die Meisterrunde bedeutet hätte. 'Hätte'! Denn der Schnappmann fischte sich das Ding und Wisla nahm alle verfügbaren Punkte mit. Dadurch gibt es am letzten Hauptrunden-Spieltag die interessante Konstellation, dass sich noch sieben Teams um zwei verbleibende Plätze in der Meisterrunde balgen. Der Schlusspfiff war der Zeitpunkt des Abschieds von Thomas, da er erst am kommenden Nachmittag zurück flog, ich aber schon am frühen morgen und mir eine Unterkunft unmittelbar am Flughafen Katowice, der ja über dreißig Kilometer von Katowice entfernt liegt, gebucht hatte.

Sa. 02.04.2016 20:30 - Legia Warszawa vs Lechia Gdansk 1:1
Vor etwas mehr als zwei Wochen informierte mich Thomas aus Kassel darüber, dass die Kibice von Legia Warszawa, dem früheren Club der polnischen Armee, mit diesem Spiel den 100. Geburtstag ihres Vereins feiern will. Bild Das versprach eine ordentliche Kurvenshow, also hin da. Tickets konnten erstaunlicherweise äußerst unproblematisch ohne den ganzen Fankarten-Quatsch online erworben werden. Für überraschend wenig Geld konnten Flüge ab Dortmund nach Warschau und zurück von Kattowitz gebucht werden. Mit von der Partie war noch Jan, ein Kumpel von Thomas. Am Nachmittag vor dem Spiel schwebten wir in der polnischen Hauptstadt ein. Kurzer Check-in im Hostel, noch ein entspanntes Bier und schon standen wir vor dem 'Stadion Wojska Polskiego im. Marszałka Józefa Piłsudskiego', das vor ein paar Jahren am Standort des alten Stadions neu errichtet wurde, und heute auf den Namen eines Konkurrenten des größten Cola-Getränk-Produzenten der Welt lautet. Bild Bild Bild Das Ding Sieht mit dem zeltartigen Dach gar nicht so verkehrt aus. Von innen wirkt es dann allerdings eher wie die typische moderne doppelstöckige Arena von der Stange. Wie sich dann herausstellen sollte bietet der Bau allerdings eine exzellente Akustik. Teilweise war es ohrenbetäubend laut. Ausverkauft wurde gemeldet. Zum Beginn der Partie zeigte die Kurve eine Choreo, die von einem grüßenden Legionär flankiert von seiner Garnison dominiert wurde. Dahinter waren Glitzerfolien in den Klubfarben rot und grün zusehen. Darin wiederum wurde in weißen römischen Ziffern das Gründungsjahr gezeigt, was recht scher zu erkennen war. Abgerundet wurde das Ganze von mehreren Blinkern, die in der oberen Reihe gezündet wurden. Der Support war dann, wie man es von den polnischen Kurven gewohnt ist, durchgängig und laut. Vor der Halbzeit wurden dann noch einige Bengal-Fackeln gezündet. Vielleicht das einfachste pyrotechnische Stil-Element, dass es gibt, aber ich kann mich nicht daran satt sehen. Bild Bild Bild Zu diesem Zeitpunkt führte Legia verdient mit 1:0. Direkt nach der Pause erwiesen sich die Gäste dann als Spielverderber und glichen aus. Damit begann auch die große Zeit der etwa 1.200 angereisten Gäste, die eine Fähnchen-Choreo und eine Block-Fahne zeigten und eine Pyro-Show zum besten gaben. Die Gäste waren ebenfalls 90 Minuten aktiv aber der Heim-Kurve natürlich meist akustisch deutlich unterlegen. Die letzte halbe Stunde musste Legia in Unterzahl verbringen. Scheinbar wirkte sich das auch auf die Kurve aus, die ein wenig an Stimmkraft verlor und in den letzten zwanzig Minuten ein und dasselbe Lied in Endlosschleife zum besten gab. Insgesamt war es eine gelungene, kurzweilige und unterhaltsame Vorstellung. Ich habe mir zwar abgewöhnt, auch an wichtige Spiele zu hohe Erwartungen zu haben, aber ein wenig mehr hatte ich mir doch erhofft. Fünf große Pivo später fiel ich ermattet ins Bett.

Do. 31.03.2016 19:30 - FC Oeding vs Grün-Weiß Lünten 2:3
Schon kurz nach dem Losfahren musste man sich eigentlich schon wieder fragen, warum man es tut. Ganz einfach: Der Grund ist Fußball! Langsam kommt wieder die Zeit, in der man sich auch mal wieder unterklassigen Fußball auf kuscheligen Anlagen unter der Woche ansehen kann. Wenn man sich nicht mehr komplett den Arsch abfriert und nur noch auf die Uhr schaut, wann es endlich vorbei ist. Bild Das 'Grenzstadion' erfüllt voll und ganz die Ansprüche um mal ein wenig dem Hobby nachzugehen. Nur 100 Meter von der Grenze zu den Niederlanden nett am Ortsrand gelegen, Naturrasen, kleine Tribüne, Vereinsheim und - ganz wichtig - Grillbude! Da kann ich auch mal wieder meinen selbst auferlegten Mindestanspruch außer Acht lassen und ein wenig Kreisliga-Fussi schauen. Abstiegskampf pur Im Nachholspiel. Die Gäste stehen schon ein wenig mit dem Rücken zur Wand und kämpften sich nach schlechtem Beginn in die überraschenderweise gar nicht mal so schlechte Partie. Die Gastgeber erzielten dann zwar das erste und das letzte Tor, aber die Gäste aus dem Vredener Ortsteil Lünten dazwischen deren drei, so dass ein wichtiger Auswärts-Dreier eingefahren wurde. Sehenswert war der Ausgleichstreffer, als der Torwart der Gastgeber zu weit vor der Bude stand und eine Bogenlampe aus vierzig Metern über sich hinweg ins Netz segeln sah.

Mo. 28.03.2016 15:15 - VfL Benrath vs TuS Essen-West 1881 1:2
Für den Ostermontag hatte ich mich eigentlich mit einem Couch-Tag arrangiert. Bis zu dem Zeitpunkt, als der rot-weiße Mitbruder Marcel anrief. Aus Personalnot aus der dritten Kreisliga auf die Bank in der Landesliga beordert, stellte der Gute nach Ankunft in Benrath fest, dass die Partie im Stadion, statt wie üblich auf dem nagelneuen Kunstrasen, gespielt werden würde. An dieser Stelle noch einmal Danke für die umgehende Info. Es blieb noch gerade eben genug Zeit, Dominik in Kenntnis zu setzen und diesen damit ebenfalls von der Couch zu reißen, und den Treffpunkt am Kreuz Kaiserberg zu vereinbaren. Da der Anstoß nicht wir angenommen für 15:00 Uhr sondern für 15:15 Uhr vorgesehen war, erschienen wir trotz dichtem Verkehr pünktlich im Stadion an der Karl-Hohmann-Straße. Bild Es blieb noch gerade eben genug Zeit, Dominik in Kenntnis zu setzen und diesen damit ebenfalls von der Couch zu reißen, und den Treffpunkt am Kreuz Kaiserberg zu vereinbaren. Da der Anstoß nicht wir angenommen für 15:00 Uhr sondern für 15:15 Uhr vorgesehen war, erschienen wir trotz dichtem Verkehr pünktlich im Stadion an der Karl-Hohmann-Straße. Bild Warum bei diesem Sauwetter auf Naturrasen gespielt wurde, erschloss sich uns nicht so recht, wenn bei deutlich besseren Voraussetzungen der Plastikwiese der Vorzug gegeben wird. Kann aber auch damit zusammenhängen, dass das Stadion auch vom Footballclub Düsseldorf Panther genutzt wird. Abstiegskampf pur stand an. Die Gäste belegten den ersten Abstiegsplatz und die Gastgeber - im Jahre 1957 war der VfL übrigens Deutscher Amateurmeister - rangierten drei Punkte davor. Mit im Abstiegsgetümmel befindet sich ein halbes Dutzend weitere Teams. Enge Geschichte. Die 81er traten selbstbewusst auf und gingen in Hälfte eins auch verdient in Führung. Weitere Chancen blieben ungenutzt, so dass die in der Schlussviertelstunde stärker werdenden Gastgeber fünf Minuten vor dem Ende ausgleichen konnten. Die Gäste trauerten nun vermeintlich verschenkten Punkten hinterher. Doch in der Nachspielzeit ergab sich noch eine gute Chance, die mit einem Bilderbuch-Schlenzer in den Giebel erfolgreich genutzt wurde.

Sa. 26.03.2016 14:00 - FCM Schwerin vs FC Hansa Rostock 0:2
Von Essen aus ist es nach Schwerin ja ein ziemlicher Ritt. Von Hamburg aus aber beinahe ein Katzensprung. Der Besuch des Halbfinales des Landespokals in Mecklenburg-Vorpommern bot sich daher mehr als an. Die Geschichte des gastgebenden FC Mecklenburg Schwerin zu beleuchten, würde den Rahmen sprengen. Ein schier undursichtiges Konglomerat aus Fusionen und Neugründungen führte zum heutigen Gebilde. Bild Bild Die Partie gegen den renommiertesten Verein des Verbandes wurde ins 'Stadion Lambrechtsgrund' verlegt, das die Heimstätte des ortansässigen Frauen-Fußballclubs ist. Die übliche Spielstätte bot nicht die notwendigen Voraussetzungen für dieses Spiel des Jahres. Der 'Lambrechtsgrund' ist ein Mehrzweck-Stadion mit Laufbahn, umgeben von ungedeckten Stehrängen und Sitzplätzen, mit einem Fassungsvermögen für 10tsd Personen. Knapp die Hälfte der Plätze wurden heute gebraucht. Da der FC Hansa in Meck-Pomm ja breite Rückendeckung genießt, erinnerte die Atmosphäre eher an einen freundschaftlichen Sommer-Testkick als an ein Pokal-Halbfinale. Der zahlreich erschienene Gäste-Anhang trat nicht organisiert auf und übte sich nur sporadisch in Anfeuerung. Die Hansestädter hatten die Angelegenheit sportlich über die gesamte Spielzeit im Griff und hielten das Ergebnis gewollt oder ungewollt im Rahmen.

Fr. 25.03.2016 10:45 - Harburger SC vs FC Neuenfelde 3:3
Fr. 25.03.2016 14:00 - SC Alstertal-Langenhorn vs Wedeler TSV 0:4
Nach diversen Überlegungen, was man aus dem Oster-Wochenende so machen könnte, scheiterte ich am eigenen Zögern, an mangelndem Willen zu lange Strecken mit dem Fahrzeug zurückzulegen und an der Tatsache, dass die ersten und oft auch zweiten Ligen in den meisten Ländern aufgrund der angesetzten Länderspiele pausierten. Bild Wie kann man auch das Oster-Wochenende für Länderspiele missbrauchen?! FIFA-MAFIA! Also sollten die Oster-Tage mal einigermaßen entspannt verbracht werden. 'Entspannt' hieß aber zunächst mal, sich am Karfreitag um kurz nach sieben in die Mühle zu setzen und los zu eibeln. Nur wenig mehr als drei Stunden später, stand ich am 'Sportplatz Rabenstein', der Heimat des Harburger SC. Bild Meine Sorge, dass aufgrund des unbeständigen Wetters der Naturrasenplatz geschont würde, erwies sich als unbegründet. Der 'Rabenstein' ist ne richtig schöne schrumpelige Anlage. Ein paar grasbewachsene Stufen umsäumen den Platz. Mitte auf einer Geraden findet man ein paar Schalensitze. Die ganze Geschichte befindet sich passend dazu idyllisch im Grünen. Zum Kreisliga-Gebolze empfing der HSC eine komplett aus türkischstämmigen Spielern bestehende Mannschaft mit dem typisch osmanischen Namen FC Neuenfelde. Diesen Zusammenhang darf man aber durchaus positiv und etwas großzügig als Zeichen gelungener Integration betrachten. Zudem sprachen die Gäste beinahe ausschließlich in deutscher Sprache miteinander. Bild Wobei ich die Kommunikation untereinander in der Muttersprache als wenig verwerflich betrachte. Würde ich in vergleichbarer Situation wohl ebenso handhaben. Wie auch immer - der nicht ganz so gute Kick des Drittletzten gegen den Dritten erlangte durch sechs gerecht verteilte Treffer ein wenig Attraktivität. Lediglich in der hektischen Schlussphase ging die südländische Mentalität mit den Gästen durch. Aus meiner Sicht ziemlich grundlos fühlte man sich vom Schiri-Gespann benachteiligt und machte seinem Unmut wiederholt verbal Luft, was schließlich im Platzverweis für den Torwart mündete. Da muss ich dann aber die trocken-herzliche norddeutsche Mentalität loben. Der Schlussmann und andere lamentierende Spieler wurden von ein paar älteren Herrschaften des Heimvereins mit Hamburger Gelassenheit aufgefangen und mit ein paar lockeren Sprüchen beruhigt. Gute Sache. Wäre in anderen Teilen der Republik möglicherweise anders ausgegangen. Bild Für mich ging es einmal quer durch die Stadt durch den Elbtunnel nach Norden. Direkt in der Einflugschneise des Hamburger Flughafens liegt die 'Siemershöh', Heimat des Fusions-Clubs SC Alstertal-Langenhorn, oder kurz SCALA. Schon beeindruckend, wenn alle paar Minuten eine Maschine in weniger als 100 Metern Höhe über den Platz donnert. Bei diesem Kick war natürlich wieder einiges an Hoppermistvögeln anwesend. Hamburg ja in Deutschland die Fußball-Lichtung im Karfreitags-Dickicht. Aber man ist ja selbst Teil der Bewegung, auch wenn ich es nur ungern zugebe. Bild Mit dem doppelten Marcel - einmal der geschätzte RWE-Gefährte und einmal der Exil-Zebra-Anhänger aus Marl - traf man wie geplant zwei bekannte Gesichter, so dass auch für mehr oder weniger geistreichen Smalltalk gesorgt war. Auch das Catering wusste zu überzeugen. Hier sei künftigen Besuchern die würzige Krakauer empfohlen. Gutes Teil. Ein gutes Teil ist auch der Ground, der auf einer Seite einige grasbedeckte Stufen und daneben eine überdachte Terrasse vor dem Clubheim vorzuweisen hat. Die Gäste aus Wedel als Tabellenzweiter klar auf Aufstiegskurs und das nicht zufällig, sondern gewollt. SCALA hielt aber gut dagegen und hatte auch einige gute Möglichkeiten. Nach torloser erster Hälfte zeigte sich der Favorit aber mega-abgezockt und erzielte gegen den eigentlich guten SCALA-Schnappmann vier Treffer. Das waren mal mindestens zwei zu viel, aber Fußball ist ja auch nur selten gerecht. Eigentlich wollte ich mir am Abend ja noch ein weiteres Spiel geben, aber nach dem Bezug des Nachtquartiers bei der geliebten Schwester, war die Bequemlichkeit doch näher als das Groundfever und so wurde der Verwandten klar der Vorzug gegeben.

Do. 24.03.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SC Verl 1:0
Da isser. Der erste Sieg nach neun Spielen. Überlebenswichtig, wie man so gern sagt. Und verdient war er auch noch. Gegen harmlose Ostwestfalen reichte eine solide Leistung, um endlich mal wieder einen Dreier zu landen. Dass dieser ergebnisbedingt trotzdem an einem dünnen Faden hing, war der mangelnden Konsequenz geschuldet, entschieden auf ein zweites Tor zu drängen. Trotzdem macht diese Leistung Mut, in den bald kommenden Spielen gegen die direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg (wer hätte gedacht, dass ich das mal so formulieren muss) entsprechend engagiert und bissig auftreten zu können. Bis es damit losgeht heißen die Gegner noch Viktoria Köln und Sportfreunde Lotte. Bild Da wird es wohl wenig zu holen geben, so dass man nur hoffen kann, in diesen Partien nicht zu viel Boden zu verlieren. Auf Initiative einer führenden Gruppe in der Kurve, blieb der Mittelblock heute leer. Stattdessen wurden dort Protestplakate aufgehängt, die den ganzen Unmut der Kurve ausdrückten. Dieser Unmut wurde auch den Erfolg gegen den gefühlt tausendjährigen Regionalligisten aus Verl nicht gedämpft. Die Verantwortlichen im Club zieren sich, die eine wichtige Entscheidung zu treffen. Man hat ja vor der Saison einem jungen (unerfahrenen!) Trainer einen Drei-Jahres-Vertrag zugestanden, einen Plan aufgestellt und will mit Blick auf diesen nicht nach wenigen Monaten schon wieder alles in Frage stellen. Prinzipiell löblich. Dass man vom eingeschlagenen Weg aber bereits um einige Breitengrade abgekommen ist, wird dabei außer Acht gelassen. Und aus falscher Eitelkeit den wohl schon bald letztmöglichen Zeitpunkt zu verpassen, das Ruder rumzureißen, kann fatale Folgen haben. Und auch wenn ich versuche eine gemäßigte Meinung zu vertreten, sehe ich einen Wechsel auf der Trainerposition mittlerweile leider als notwendig an. Trotz des Sieges. Das ist ja die berühmte letzte Maßnahme, mit welcher abstiegsbedrohte Vereine den Super-GAU noch zu vermeiden versuchen. Und es geht ja in dieser späten Phase der Saison auch nur noch um frisches Blut und neue Motivation, als um geänderte Trainingsinhalte. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Zu verlieren gibt es aber nichts, daher muss der Versuch nach meinem Erachten gewagt werden. In diesem Sinne - SIEWERT RAUS!

So. 20.03.2016 16:00 - AS Jeunesse Esch vs CS Fola Esch 1:1
Nachdem ich mittags viel zu viel gegessen und mich von Daniel verabschiedet hatte, fuhr ich beinahe den identischen Weg vom Vorabend erneut. Dieses Mal führte er mich nach Esch-sur-Alzette, unmittelbar an der Grenze zwischen Luxemburg und Frankreich gelegen. Bild Ortsgetreu heißt die Bude dann auch 'Stade de la Frontiere' oder 'Stade Op der Grenz', je nachdem ob man die Bezeichnung in französischer oder die letzeburgischer Sprache bevorzugt. Hier stand heuer der letzeburgische 'Super-Clasico' zwischen den Ortsrivalen Jeunesse und Fola an. Jeunesse ist der Rekordemeister, Fola dagegen der älteste Verein des Landes und aktuell auch der erfolgreichere. Bild So spiegelte sich das in der ersten Hälfte auch auf dem Spielfeld wieder, denn Fola war überlegen und erzielte - wenn auch etwas glücklich - den Führungstreffer. Das änderte sich im zweiten Durchgang. Jeunesse war nun deutlich präsenter und erkämpfte sich Vorteile, die zwanzig Minuten vor dem Ende im Ausgleich mündeten. Danach war noch mehrfach der Siegtreffer für die Gastgeber möglich, aber da machte das begrenzte Talent einen Strich durch die Rechnung. Das Stadion ist ne schöne kleine Ranzbude mitten im Arbeiter-Wohngebiet. So entsteht beinahe die Atmosphäre englischer Amateur-Stadien. Während bei Fola nur ein paar Schalträger unterwegs waren, verfügt Jeunesse über eine kleine aktive Szene, die einige Chants anstimmte und auch 'angenehm' durch Gepöbel gegen den Gegner auffiel. Der Torschütze für die Gäste bekam seinen Jubel unmittelbar vor dem Block jedenfalls mit einer ausgiebigen Bierdusche versüßt.

Sa. 19.03.2016 14:00 - 1.FC Saarbrücken vs SV 07 Elversberg 2:0
Sa. 19.03.2016 18:00 - Progrès Niederkorn vs F91 Dudelange 0:3
Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr führte mich der Weg zum Doktor ins Saarland. Wenn das so weiter geht, ist der Mann auf dem besten Wege mein Hausarzt zu werden. Mit Doktor Daniel und seinem Kumpel Robin, nebst anderen Leuten, die wir vor Ort noch trafen, steuerte ich das 'Hermann-Neuberger-Stadion' in Völklingen an. Die Stadt werden die meisten mit der Stahl-Produktion in Verbindung bringen. Die Völklinger Hütte wurde in den 80ern aber stillgelegt und zählt heute als Industrie-Denkmal zum Weltkulturerbe. Bild Viele werden nicht wissen, dass es sich beim Stadion um einen alten Zweitliga-Spielort handelt. In den 70ern bolzte hier der SV Röchling ein paar Jahre zweitklassig. Dort darf nun der 1.FC Saarbrücken nach langem Hin und Her vorerst seine Heimspiele austragen, bis 2017 der umgebaute 'Ludwigspark' fertig ist. Der Tabellenführer aus dem nahen Elversberg stellte sich vor - ein Derby ist das aber noch lange nicht. Für den FCS die allerletzte Chance noch mal ein kleines Fünkchen Hoffnung in Sachen Aufstiegs-Relegation zu entfachen. Klappte dann aber ganz gut gegen harmlose Elversberger. Dass die verdiente Halbzeit-Führung standhielt, war zwar aufgrund eines nicht gegebenen Hand-Elfers etwas glücklich, aber da kräht ja nachher kein Hahn mehr nach. Da Robin - woher auch immer - plötzlich ein paar VIP-Bänder übrig hatte, wurde die zweite Halbzeit der Partie bei Pils-Bier hinter Glas verfolgt. In der Nachspielzeit ließ der FCS den entscheidenden Treffer folgen. Bild Torschütze war Kevin Behrends, in der Hinrunde noch für den glorreichen Deutschen Meister von 1955 aktiv und aufgrund mangelnder Teamfähigkeit von der Hafenstraße gejagt. Mit dem Mannschaftsgefüge scheint Kollege Behrends auch im Saarland noch Probleme haben, setzte er sich doch beim gemeinsamen Essen nach dem Spiel allein an einen Tisch und verfolgte die Bundesliga im TV. Aber das wird schon noch, Kevin. War uns aber auch scheißegal, denn wir brachen auf gen Luxemburg. Genauer gesagt nach Niederkorn, wo das Topspiel gegen den Tabellenführer aus Dudelange angestoßen wurde. Was soll ich sagen - Luxemburg halt. Stadion mit einer überdachten Sitztribüne und drei Stufen auf der Gegenseite. Das Ambiente mit hohem Nadelbaumwuchs um das Spielfeld ist ganz kuschelig, kommt aber bei Dunkelheit nicht so zur Geltung. Nicht ganz 1.000 Zuschauer sahen die Partie, die vielleicht mit Ach und Krach und viel Wohlwollen deutschem Regionalliga-Niveau entsprach. Egal - GROUNDS!!

Di. 15.03.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs FC Kray 4:1
Bild Bild Gut, dass es 'nur' das Niederrheinpokal-Halbfinale war!! Sonst wäre die Remis-Serie in Punktspielen ja gerissen. Bei weitem nicht so stark wie im letzten Liga-Spiel traten die Roten auf. Für den designierten Absteiger reichte es aber trotzdem. Unnötigerweise gab man trotz einer sicheren Zwei-Tore-Führung nach dem Anschlusstreffer die spielerische Hoheit aus der Hand und der Stadtteil-Verein hatte auch eine Riesenchance zum Ausgleich. Das schien aber der Weckruf zu sein, wieder eine Schüppe drauf zu legen. So erledigte der RWE die Aufgabe eher routiniert als souverän, aber letztlich auf jeden Fall verdient und die Partie endete mit einem eine Tor zu hohen Sieg. Die Zuschauerzahl von knapp 5.500 war enttäuschend, ist aber sicherlich den schwachen Leistungen beider Teams in der Liga geschuldet.

So. 13.03.2016 15:15 - FV Wiehl 2000 vs VfL Rheinbach 2:1
Ein kleiner nicht zu weiter Ausflug ins Oberbergische führte mich zusammen mit der Herzdame nach Wiehl. Der FV Wiehl 2000 ist prinzipiell nicht so jung wie es sich liest, denn es handelt sich um die ehemalige Fußballsparte des TuS Wiehl, der ja eher für den Eissport bekannt ist. Die Wiehler haben sich eine schöne Anlage gebaut. Bild Schmuckstück ist die überdachte Sitztribüne mit integriertem Kabinentrakt. Aber auch das Clubheim und die Grillecke können sich sehen lassen. Hier sind die selbstgemachten Waffeln und die Cevapcici-Brötchen zu empfehlen. Abgerundet wird der Gesamteindruck durch die Lage, denn hinter dem nördlichen Tor baut sich eine respektable Felswand auf. Die Gäste aus Rheinbach befinden sich auf dem aufsteigenden Ast. Ende des vergangenen Jahrtausends spielte der Verein in der damals viertklassigen Oberliga, stieg dann aber bis in die Bezirksliga ab. Aus dieser stieg man in der letzten Saison wieder auf und streckt nun als aktueller Tabellenzweiter erneut die Hand nach der mittlerweile ja fünftklassigen Oberliga aus. Unterstützt von der etwa zehnköpfigen Gruppe 'Voreifel-Fanatics' ging der VfL früh in Führung und spielte bis zum Seitenwechsel überlegen. Dann wendete sich das Blatt, denn die Gastgeber fanden die richtigen Mittel um den Favoriten in Verlegenheit zu bringen. Zwei verdiente Treffer waren die Folge. Auch eine zarte Schlussoffensive der Gäste brachte keine Veränderung mehr, so dass die Aufstiegshoffnungen einen Dämpfer verpasst bekamen.

Fr. 11.03.2016 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach U23 3:3
Auch das achte Spiel in Folge spielte mein Herzensclub remis. Hätte man mir vor dem Kick gegen den Fohlen-Nachwuchs einen Punkt angeboten, hätte ich vielleicht zugeschlagen. Im Nachhinein war es aber zu wenig. Die Roten spielten eine sehr ordentliche Partie, waren vor allem in der ersten halben Stunde deutlich überlegen und brachten sich durch zögerliches Defensiv-Verhalten doch um den verdienten Lohn. Bitter, wenn man drei Mal nicht ganz aufmerksam ist und dann auch direkt drei Treffer kassiert. Aber ein Spitzen-Team nutzt sowas halt eiskalt aus. Ich finde leider nur eine entsprechende Statistik zur Bundesliga. Der SV Waldhof hat 1985 ebenfalls acht Partien in Serie unentschieden gespielt. Es fehlt also nur noch eine Punkteteilung zum ewigen (dokumentierten) Rekord. Auswärts bei der U23 der Fortuna halte ich das für möglich. Ich hätte aber auch nichts dagegen, den Rekord zu vermeiden. In die positive Richtung natürlich.

Do. 10.03.2016 19:00 - Borussia Dortmund vs Tottenham Hotspur 3:0
BVB-Spiele kann man ja eigentlich immer blind besuchen. Das 'Westfalenstadion' ist für mich persönlich ja eins der am meisten beeindruckenden Stadien, die es gibt. Wenn dann halt mal wieder eine Dauerkarte meines Arbeitgebers frei ist und der Kick taugt, fällt die Entscheidung nicht schwer. Bild Die Dortmunder bemühten sich dann sehr, mich gut zu unterhalten und machten ein sehr ordentliches Spiel. Die 'Spurs' hätten sich auch über eine höhere Niederlage nicht beklagen können. Die Stimmung in Dortmund habe ich aber schon deutlich besser erlebt. Lag vermutlich daran, dass die gewohnten Strukturen bei Europapokal-Spielen auseinander gerissen werden. Manche Dauerkarten-Inhaber nehmen die Europapokal-Option nicht wahr. Dazu darf die Südtribüne nur als Sitztribüne verkauft werden. Aus London waren gut 4tsd Leute angereist, die, wie für englische Fan-Gruppen üblich, offenbar ein Schweige-Gelübde abgelegt hatten. Da kam nix, aber auch rein gar nix. Sie können es halt einfach nicht mehr, nachdem in den frühen 90ern, die Strukturreform und Sanktionen die englischen Szenen zerstört haben. Aber das Thema ist ja mittlerweile auch ausgelatscht. So langsam regt sich ja auf der Insel zumindest wieder was. Wäre den Tommies zu wünschen, dass sie langsam wieder begreifen, wie man Atmosphäre herbeizaubert. Mit diesem Hinspiel-Resultat dürfte dem BVB der Viertelfinal-Einzug kaum zu nehmen sein.

So. 06.03.2016 14:00 - Quick '20 Oldenzaal vs VV Alverna 3:0
Bild Wenn es tagelang meistens geregnet hat, ist die Spielauswahl immer eine Herausforderung. Wenn die Spiele nicht eh ausfällen, verlegen viele Vereine diese vom Naturrasen-Hauptplatz auf die Kunstrasen-Nebenwiese. Unsere holländischen Nachbarn sind da etwas unproblematischer. Bild Wenn dort nach einer Schlechtwetter-Phase ein Spiel angepfiffen wird, dann auch auf dem Haupt-Spielfeld. Das war also die Gelegenheit, das nette Stadion im 'Sportpark De Vondersweijde' mal unter die Lupe zu nehmen. Damit die Erste Mannschaft am Sonntag im Stadion spielen kann, wurde der Platz für alle andere Teams des Vereins gesperrt. Von den typischen Amateur-Stadien in Holland hebt sich die 'Vondersweijde' deutlich nach oben ab. Neben der relativ großen überdachten Sitztribüne befindet sich auf der Gegenseite beinahe über die ganze Spielfeldlänge ein gedeckter Stehbereich. Auch die restlichen Bereiche um den Pitch sind mit Stehtraversen versehen. Zweitliga-Fußball wäre hier sicherlich möglich. Momentan ackert man aber in der vierklassigen Hoofdklasse. Mit dem heutigen klaren, aber noch zu niedrig ausgefallenen Sieg überholte man aber den stolpernden Spitzenreiter und schmückt nun den Platz an der Sonne.

Di. 01.03.2016 19:30 - FC Wegberg-Beeck vs Rot-Weiss Essen 0:0
Sieben Spiele ungeschlagen! Sieben Spiele sieglos!!! Quo vadis, RWE? Trotz lange währender Führung hätten die Roten einen Sieg im Dauerregen auch in keiner einzigen Sekunde der Partie verdient gehabt. Das abgeschlagene Tabellenschlusslicht warf halt alles rein was er zu bieten hatte und das reichte halt locker aus, Bild um einer verunsicherten, konzeptlosen Gast-Mannschaft einen Punkt abzutrotzen. Torchancen gab es eigentlich kaum, nicht einmal Torgefahr. Mit dem Schiri-Gespann war man wieder nicht zufrieden, da der vermeintliche Siegtreffer kurz vor dem Ende wegen angeblichem Abseits nicht gegeben wurde. Zweifelhafte Entscheidungen gegen die Roten gab es ja auch in den Partien davor bereits, aber es verbessert die Situation auch nicht, gebetsmühlenartig das Schicksal daran festzumachen. Dazu wurde in den letzten sieben Partien drei Mal eine Führung mit dem Schlusspfiff abgeschenkt. Über beide Tatsachen sagt man, es gleicht sich alles aus. Gefühlt gibt es aber definitiv ein Ungleichgewicht. Grundsätzlich wird es spannend sein, zu sehen wie sich die für höher Ziele zusammengestellte Mannschaft aus der prekären Situation befreien wird oder auch nicht. Ein derartiges Fallbeispiel würde ich allerdings lieber an einem Team beobachten, dass meinem Fußballherzen nicht so nahe ist.

Fr. 19.02. bis Mo. 29.02.2016 - Naher Osten
Eine Reise von Jordanien nach Palästina und Israel. Den Bericht dazu findet Ihr HIER.

So. 14.02.2016 14:00 - OJC Rosmalen vs HSC '21 Haaksbergen 1:3
Ein Spiel in Holland am Wochenende ist natürlich nicht genug, also fuhr ich Sonntag gleich wieder rüber. Zu meiner Entschuldigung sei angeführt, dass ich am Vormittag mal den Weg nach Kevelaer auf mich nahm, wo Herzdame und Pferd ein Trainings-Wochenende verbrachten. Von dort sind es ja nur noch wenige Kilometer bis zur Grenze. Ich hätte es dann einfacher haben können, fuhr aber doch bis in die Peripherie von s'Hertogenbosch, um mit einem Topklasse-Spiel eine einigermaßen ansehnliche Partie geboten zu bekommen. Bild Aber so ist das ja manchmal. Man sieht ein Drittliga-Spiel in einem Land, in dem so schlecht generell nicht gekickt wird, und hat dann doch den Eindruck, dass man mit seinem verblichenen Kreisliga-Talent problemlos mithalten könnte. Puh, das war teilweise recht gruselig. Genauso wie das Wetter, dass mich seit dem Grenzübertritt mit Schneeregen ärgerte. Die Gastgeber kamen als Tabellen-Schlusslicht zwar zum Führungstreffer. Bild Die Freude währte aber nur zwei Minuten, dann glichen die Gäste aus und erspielten sich auf äußerst bescheidenem Niveau alle drei Punkte. Baulich hat der Verein ordentlich einen rausgehauen, denn das Warmgebäude mit integrierter Kantine und Haupttribüne ist recht ansehnlich. Die übrigen drei Seiten des Hauptplatzes kommen dagegen ziemlich verwaist daher, wenn man mal von drei heute sehr einsamen Stufen auf der gegenüberliegenden Geraden absieht. Wie zugelaufen wirken zwei kleine überdachte Stehbereiche rechts und links der Haupttribüne. Beim Halbzeit-Aufenthalt in der Kantine konnte man sich ob der Beschallung mal wieder nur schütteln. Da ist bei unseren Nachbarn echt was schief gelaufen. Es hielten sich Leute jeden Alters an einem frühen Nachmittag dort auf und aus der Box dröhnte in hoher Lautstärke übelster Hardcore-Techno. Unfassbar.

Fr. 12.02.2016 20:00 - Almere City FC vs FC Eindhoven 1:2
Holland - das leidige Thema. Irgendwie absolut nicht erste Wahl für den Besuch von Fußballspielen und doch landet man regelmäßig dort. Die räumliche Nähe macht's. In diesem Fall machte es aber auch die Autobesatzung. Seb als Fahrer, Christian, Alex und Sven waren dabei. Außerdem stiegen noch ein paar 'szeneübliche' und fahrtverkürzende Getränke zu. Bild Begleitet von den gewohnten Feierabendverkehr-Schmerzen des Ruhrpotts verließen wir den selbigen und kamen eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Ziel auf dem künstlich gewonnenen Stück Land im Ijsselmeer an. War ja zum Glück stockdunkel, so dass wir von der Umgebung nichts sehen konnten. Denn sonderlich schön kann ich mir eine 200tsd-Einwohner-Stadt, die erst Ende der 60er Jahre entstanden ist, nicht vorstellen. Das Stadion ist dann auch eher Schrott. Von den Spielstätten des Nachwuchses von Ajax und PSV abgesehen, ist es das kleinste der Liga und mit ein bisschen Stahlrohr und Beton an den Stadtrand gepflastert worden. Dazu gibt es eine im Vergleich zum übrigen Ausbau wuchtige VIP-Tribüne und das Schmuckstück der Anlage, nämlich das schicke Vereinsheim. Sportlich war die Nummer auch überschaubar. In einem unspektakulären Kick konnten die um den Aufstieg mitspielenden Gäste etwas glücklich alle zu vergebenden Punkte beim Vorletzten ergattern. Nix wie weg hier.

Di. 09.02.2016 19:00 - Bayer 04 Leverkusen vs Werder Bremen 1:3
Der SV Werder wurde im Pokal-Viertelfinale zur Betriebssport-Mannschaft nach Leverkusen gelost. Grund genug, die Jugendliebe dort zusammen mit meinen alten Kumpels Daniel und Stefan zu unterstützen. Im strömenden Regen fuhren wir über die A3 nach Leverkusen. Im Away-Bereich der 'BayArena' angekommen, traute ich meinen Augen kaum. An die 5-6tsd Werder-Fans hatten mitten in der Woche den Weg nach Leverkusen gefunden. Dass der SVW in Westdeutschland eine recht gute Fan-Basis hat, ist ja kein Geheimnis, aber mit einer derartigen Zahl hatte ich doch nicht gerechnet. Auch Dank des erfreulichen Spielverlaufs war die Stimmung ausgezeichnet. Die Vorzeichen waren eigentlich klar. Bild Die Chance auf ein Weiterkommen standen für die Gäste irgendwo im Bereich 1:99. Überraschenderweise kamen die Grün-Weißen gut in die Partie und auch zu Chancen. Diese Phase endete aber abrupt nach zwanzig Minuten, als es einen Elfmeter für Bayer nach Foul an Kießling gab, der in der Führung für die Gastgeber mündete. Der Elfer mag berechtigt gewesen sein - was mich nervt, ist dann immer diese theatralische Untermalung mit einer traumhaften Flugeinlage. Unnötig. Soll er doch bei Lufthansa anfangen, der Vogel. Mit dem ausgeglichenen Spiel war es nun vorbei. Bayer drängte mit Macht auf den zweiten Treffer, aber dann kam Werder plötzlich nach einem Eckball zum Ausgleich und wie das Ergebnis kam die Partie wieder ins Gleichgewicht. Kurz vor der Halbzeit, gab es dann nach einem schön gespielten Konter Elfmeter für die Gäste. Dazu die Rote Karte für den Übeltäter. Hart, aber vertretbar. 'Pizza' verwandelte gewohnt souverän und mit der Führung ging es in die Kabine. Hälfte zwei kann man beinahe einen offenen Schlagabtausch nennen. Die Werks-Elf hatte trotz Unterzahl durchaus Chancen und auf der anderen Seite versiebten die Norddeutschen eine Kontergelegenheit nach der anderen oft schon im Ansatz. So dauerte es bis wenige Minuten vor dem Abpfiff bis die Gäste aus stark abseitsverdächtiger Position den dritten und spielentscheidenden Stich setzten. Der Rest war Party in Grün und Weiß. Tut der geschundenen Werder-Seele ja auch mal ganz gut.

So. 07.02.2016 15:00 - AFC Tubize vs Royal Antwerp FC 2:1
Bild Mit Dominik und Sascha strebte ich ins Mutterland der fritierten Kartoffelstäbchen. Nach einem Besuch auf dem geschichtsträchtigen Schlachtfeld nahe Waterloo, mitsamt der Besichtigung des dortigen sehr interessanten Museums und der Besteigung des 'Butte du Lion', des 'Löwenhügel', fuhren wir einige Kilometer weiter nach Tubize, etwas südlich von Brüssel. Der Royal Antwerp Football Club ist der älteste Verein Belgiens und unbestritten einer der beliebtesten des Landes. Noch vor knapp zwanzig Jahren stand der Club im Finale um den Europapokal der Pokalsieger, eiert aber seit über zehn Jahren recht erfolglos durch die zweite Liga. Diese Saison schein alles anders. Der RAFC steht mit einigen Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz und streckt die Hand schon ganz weit nach dem Fußball-Oberhaus aus. Bild Der heutige Spieltag führte den Tabellenführer zum direkten Verfolger aus Tubize. Ihrem Verein die Treue hielten die Royal-Supporter schon immer, aber in der aktuellen Situation, geht die Szene natürlich durch die Decke. Die Heimspiele sind annähernd ausverkauft und auch auswärts ist eine vierstellige Supporter-Zahl dabei. Heute bevölkerten etwa 1200 Gäste den Away-Sektor und machten ordentlich Stimmung, die mit ein paar pyrotechnischen Erzeugnissen untermalt wurde. Bild Nach zwanzig Minuten hätte die Anzeigetafel eigentlich eine Drei-Tore-Führung für die Gäste mitteilen müssen, aber die ganz starke Phase zu Beginn, mit mehreren guten Einschuss-Möglichkeiten blieb ungenutzt. Danach fingen sich die Gastgeber und konnten ihrerseits gefährlich werden, aber es ging torlos in die Pause. Kurz nach Wiederbeginn bekam Royal einen Handelfmeter zugesprochen, der zur Führung genutzt wurde. Sicherheit gab das nicht. Schon wenig später fiel der Ausgleich und die Gastgeber blieben dran, erzielten den Führungstreffer, gewannen die Partie letztlich verdient und wurden zurecht vom kleinen, bemühten Anhang gefeiert. Der Gäste-Anhang feierte sein Team ebenfalls trotz der Pleite und der RAFC bleibt noch mit Vorsprung an der Tabellenspitze. Wäre schön, wenn die Niederlage den Lauf nicht bremst, den der Club mit seines begeisterungsfähigen Fans wäre definitiv eine Bereicherung für die durchschnittlich interessante erste Liga. Das 'Stade Leburton' sieht aus wie ausgebaut und nicht fertig geworden. Eine große Haupttribüne und eine große Hintertor-Tribüne sehen sich einer älteren, kleinen Tribüne und einer Seite mit Kantine und ungenutzter Stahlrohr-Tribüne gegenüber.

Sa. 06.02.2016 14:00 - SV Rödinghausen vs Rot-Weiss Essen 0:0
SV Rödinghausen. Ein Gegner über den man vor Jahren ein wenig geschmunzelt hätte, nur um ihm kurz danach vier Dinger einzuschenken und mit drei Punkten im Sack nach Hause zu fahren. Bild Ja selbst bei meinem Gurkenclub gab es solche Zeiten. Vorbei. Die Realität spricht eine deutliche Sprache. Am Saisonziel schon zum jetzigen Zeitpunkt deutlich vorbei gesegelt, befindet man sich mitten im Abstiegskampf. Für einen Sieg reichte es auch heute nicht, allerdings ist ein Aufwärtstrend - vor allem in der Defensive - unverkennbar. Bild Panik ist also (noch) unangebracht, allerdings sollte sich die Mannschaft für den betriebenen Aufwand auch mal mit ein zwei Treffern belohnen, damit man da unten rauskommt. Das sie die Lage realisiert hat ist offensichtlich. Auch der Einsatz stimmt, nur will die Kugel momentan nicht ins Netz. Der Retortenclub aus dem nordwestfälischen Rödinghausen wurde in den letzten Jahren mit viel Geld durch fünf Aufstiege in fünf Jahren aus der Kreis- in die Regionalliga befördert, wo man nun aber erst einmal seine Grenzen aufgezeigt bekommt. Trotzdem ist nicht zu leugnen, dass man sportlich aktuell gerade mal auf Augenhöhe agiert, auch wenn der RWE heute das bessere von zwei durchschnittlichen Teams war. Sympathischer macht es diese Art Mini-Hoffenheim trotzdem nicht. Dass hier noch nicht alles auf Regionalliga-Niveau abläuft, zeigte auch, dass die supportorientierte Fraktion des Essener Anhangs zwar online und im Vorverkauf Tickets für die Haupttribüne erwerben konnte, den Zugang zu dieser dann aber von Polizei und Ordnern verweigert bekam. Dorfclub halt. Bleibt zu wünschen, dass sich die Roten wirklich fangen und in der Tabelle langsam von derartigen Clubs nach oben entfernen.

So. 31.01.2016 14:00 - Rot-Weiss Essen vs 1.FC Köln II 0:0
Mit gemischten Gefühlen ging es zur Hafenstraße. Bock auf das Spiel hatte ich ja nicht wirklich, zudem noch eine meist unbequeme U21-Mannschaft und die Situation, dringend ein paar Punkte einfahren zu müssen, um mal aus dem unteren Tabellendrittel wegzukommen. Das fiese miese Wetter tat sein übriges dazu. Die erste Halbzeit war keine Augenweide, aber auch keine totale Katastrophe. Zwei, drei mehr oder weniger klare Chancen auf beiden Seiten. Neuzugang Löning hatte eigentlich zwei Dinger machen müssen , aber das ist ja eh so ne rot-weisse Krankheit. Äußerst frisch und engagiert kam der RWE aus der Kabine und spielte erstaunlich druckvoll auf. Und zwar exakt bis zur 60.Minute, als sich Außenverteidiger Binder zu einer aus zehn Metern angesetzten Fluggrätsche bei einem völlig ungefährlichen Ball an der Eckfahne genötigt sah, was die zweite gelbe Pappe und damit nachfolgende dreißigminütige Unterzahl bedeutete. Da muss man sich bei so einer Aktion fragen, was in der hohlen Spielerbirne so vor sich gut. Die Roten lieferten nun einen leidenschaftlichen Kampf gegen individuell technisch sehr versierte Gäste ab. Drei Mal konnte der Essener Schlussmann die Gäste-Führung verhindern, aber genauso hatte es auf der anderen Seite drei Mal klingeln können. Die Partie endete mit einem insgesamt gerechten Unentschieden. Man tritt auf der Stelle, aber der kämpferische Einsatz macht Mut. Da war Herzblut dabei. Stimmung insgesamt wieder mau, aber es wird wohl noch Zeit in Anspruch nehmen, bis sich die Kurve neu sortiert und gefunden hat. Lediglich in der heißen Schlussphase stieg der Lärmpegel. Aber ohne Gegner auf der anderen Seite, schläft die ganze Sache ja auch oft genug ein. Da die 'großen' Kölner zeitgleich kickten, war der Gästeblock natürlich komplett leer.

Sa. 23.01. bis Mo. 25.01.2016 - Mittel-Italien
Und direkt der nächste kleine Trip. Der Bericht dazu ist HIER zu finden.

Sa. 16.01. bis So. 17.01.2016 - Valencia
Einen kleinen Bericht zur ersten Tour des Jahres findet ihr HIER.

Fr. 15.01.2016 20:00 - ESC Moskitos Essen vs Herner EV 1:3
Früher, schon zu Zweitliga- und DEL-Zeiten, und auch schon zum Vorgängerclub EHC Essen-West, bin ich ja regelmäßig hierhin gegangen und ab und an auch auswärts gefahren. Meine erste Wohnung hatte ich fünf Minuten Fußweg von der Eishalle entfernt, das passte auch gut. Vor allem bei Freitags-Spielen war meine Bude manchmal ein schöner Vorglüh-Treffpunkt. Mit der ersten Insolvenz der ‚Mücken‘ und dem damit verbundenen Abschied aus der Elite-Liga, ließ das aktive Interesse dann stark nach und ich brachte mein Geld fast nur noch zum Fußball. Bild Das hat sich bis heute auch nicht geändert, aber zum Derby gegen den Herner EV, kann man ja mal wieder „Hallo“ sagen. Mit Stefan, den ich schon seit Schulzeiten kenne, steuerte ich die Wellblechbude am Westbahnhof an und traf dort auch einige altbekannte Gesichter. Das Spiel war vom Verein geschickt beworben und so kamen statt der für ein Oberliga-Derby in Essen üblichen 1.000 Leute über 2.200. Herne Hatte einen guten Lauf und war seit 18 Spielen unbesiegt, während die Moskitos, vor allem aufgrund der starken West-Konkurrenz in der Nord-Gruppe arge Mühe haben (werden), sich für die Play-Offs zu qualifizieren. Allerdings hat der Verein auch nach wie vor nur geringe finanzielle Möglichkeiten, die Mannschaft ist jung und es sind alles Amateure. Daher zeigte sich der HEV, der von 500 Anhängern begleitet wurde, auch technisch deutlich stärker und vor allem abgeklärter. Die Mücken kämpften aber wie Löwen und hauten alles raus, was möglich ist. Bild Tolles, spannendes Kampfspiel. Gut anzusehen. Ein starker Goalie hielt die Gastgeber im Spiel und vorne hatte man durchaus Möglichkeiten. 39 Minuten war das Spiel ausgeglichen, bei leichten Vorteilen für Herne. Dann, gerade als man eine zweifache Unterzahl überstanden hatte, konnte der ESC bei eigener Überzahl in der letzten Minute des zweiten Drittels die Führung erzielen. Der Ausgleich fiel kurz nach Wiederbeginn leider zu schnell. Ein Scheibenverlust im eigenen Drittel wurde eiskalt bestraft und genauso war es beim Führungstreffer für den HEV wenige Minuten danach. Das dritte Gäste-Tor ein paar Minuten vor Schluss, war das erste selbst herausgespielte und auch die Entscheidung. So ging das Spiel schon verdient an Herne, allein das Zustandekommen durch individuelle Fehler ist ärgerlich. Die Stimmung hätte besser sein können. Mal wurde es laut, aber meistens eher nicht. Der HEV-Anhang hatte teilweise ganz ordentliche Gesänge drauf, aber die Mitmachquote war letztlich zu gering. Auf Essener Seite hat die kleine Szene eh ein Problem, da sich Gruppierungen im letzten Sommer zurück gezogen hatten, weil der Club – aus finanziellen Gründen gezwungen – den Sponsoren- in den Vereinsnamen inkludieren musste. Manchmal wäre mehr Verständnis von Fans für den eigenen Verein angebracht. Die Alternative wäre gewesen, den Verein abzumelden oder eine völlig konkurrenzunfähige Mannschaft in die Saison zu schicken. So what. Das war heute Werbung für das Essener Eishockey. Möglich, dass ich mich mal wieder öfter sehen lasse, wenn es der Fußball zulässt In diesem Sinne… Sonne, Mond und Sterne – Scheiße über Herne!

So. 10.01.2016 14:30 - KFC Verboedering Arendonk vs KFC Mol 2:3
Dritte Spielklasse auf Provinz-Ebene. Bedeutet nix anderes als siebte Liga. Gemessen an belgischem Fußball-Niveau darf man da nicht mehr viel erwarten. Da aber die Ligen-Struktur nicht so sehr in die Breite geht, wie es in Deutschland der Fall ist, wird man manchmal überrascht, und so was das Niveau der Partie nicht so schlimm wie befürchtet. Bild Trotzdem wirft die Aktion sicherlich die Frage auf, wie verzweifelt man sein muss, um gute 140 Kilometer zu so ner Gurke zu eiern. Die Antwort lautet: gar nicht! Bild Denn es ging ja wie so oft gar nicht um das Gemurmel auf dem vom Regen der letzten Tage aufgeweichten Grün, sondern um die Spielstätte. Vor dem Kick wurde noch landestypisch in einer örtlichen Fritier-Werkstatt gespeist, was zweifelsohne ein durchaus grundlegender Bestandteileines Belgien-Ausritts ist. Vielleicht ist es auch mittlerweile eher der Frituur-Besuch mit ergänzendem Fußballspiel als umgekehrt. Vollgestopft mit ungesundem Kram enterten Dominik, Marcel und ich das 'Gemeentelijk Stadion' an der 'Kerkstraat'. Der unumstrittene Star ist die alte Haupttribüne, die irgendwie total fertig wirkt und doch noch vollkommen intakt ist. Schönes Teil. Auf der Gegenseite findet man einen kleinen dreistufigen, überdachten Bereich, ansonsten ist ebenerdiges Stehen hinter einem Beton-Mäuerchen angesagt, welches auch schon wie aus der Steinzeit wirkt. Hinter dem Tor schließt sich unmittelbar neben dem Eingangsbereich die unvermeidbare Kantine an. Bild Bild Insgesamt mal wieder ein richtig schöner belgische Ranz-Ground. Der Tabellenzweite empfing zum Derby ein Team aus dem Mittelfeld des Tableaus. Doch in den ersten 30 Minuten musste man sich öfter fragen, wer denn der Favorit war. Die Gäste standen defensiv sicher und spielten einen blitzsauberen Konter-Fußball, der nach 25 Minuten das Ergebnis von 0:3 auf der kleinen digitalen Anzeigetafel erleuchten ließ. Zur zweiten Hälfte kam wie erwartet eine wütende Heim-Mannschaft aus der Kabine, um die Aufholjagd zu starten. Zügig wurden zwei Treffer zum Anschluss erzielt und die vollständige Drehung der Partie schien nur eine Frage der Zeit. Nach dem zweiten Treffer fingen sich die Gäste aber wieder und der Sieg geriet nicht mehr wirklich in Gefahr. Stattdessen hätte man bei richtig fetten Konterchancen das Ergebnis deutlich höher schrauben können, aber wenn man selbst aus zwei Metern das leere Tor verfehlt, hab ich auch keine Fragen mehr.

So. 03.01.2016 14:30 - Sarreguemines FC vs Valenciennes FC 1:0
Mittlerweile ist es ja beinahe zur Regel geworden, das neue Jahr mit einem Besuch im Land der Froschschenkel zu beginnen, denn dort geht alljährlich am ersten Wochenende die neunte Pokalrunde über die Bühne, in der die Profi-Teams in den Wettbewerb einsteigen. Nach einigen Überlegungen zum was und wie, entschied ich den Plan zu entzerren und nur das Spiel in Sarreguemines zu besuchen und dieses mit einem Besuch beim mehrfachen Tourgefährten Dottore Daniele zu verbinden, in dessen Begleitung es dann auch zum Kick ging. Bild So begann das neue Jahr mit einer Überraschung. Also nicht für mich, aber für die Jungs des Zweitliga-Teams aus dem nordfranzösischen Valenciennes. Die durften sich nämlich mit dem Minimal-Ergebnis beim Fünftligisten aus Saargemünd geschlagen geben. Und das völlig zurecht. Bild Der Favoriten-Rolle konnte die offensichtlich sehr junge Mannschaft nur in der letzten Viertelstunde gerecht werden, als bei den Gastgebern die Kräfte schwanden, und man mächtige Druck machte, allerdings ohne wirkliche Torgefahr zu erzeugen. So konnte der Underdog schon das zweite höherklassige Team in Folge ausschalten. Das 'Stade de la Blies' ist nach dem daran vorbei fließenden Grenzgewässer benannt und liegt dementsprechend nur ein paar Meter vom deutschen Staatsgebiet entfernt. Neben einer recht ansehnlichen Haupttribüne gibt es keinen Ausbau. Die Bude war ganz ordentlich gefüllt. Stimmung natürlich mangels aktiver Szene trotzdem Fehlanzeige. Lediglich in der Schlussphase, als das Spiel immer intensiver wurde, fühlten sich die Zuschauer zu einigen gängigen Anfeuerungen hinreißen. Der Jubel war nach dem Schlusspfiff natürlich groß. Die während des Spiels einige von Silvester übrig gebliebene Böller schmeißende Gästegruppe von knapp sechzig Leuten rollte einfach nur die Fahnen ein und ging ihres Weges.

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"Stell Dir vor, Du bist RWE-Fan. Da kannst Du jeden Tag nur noch saufen."
(Manni Breuckmann)