G R O U N D F E V E R
  Anamnese 2015
 

Do. 31.12.2015
Und wieder neigt sich das Jahr dem Ende zu. 154 Spiele sind es geworden. Um die 150 bewegt es sich ja irgendwie immer. Der Vorsatz, mal ein wenig kürzer zu treten, wird einfach nicht umgesetzt. Daher gibt es auch keinen Vorsatz für das neue Jahr. Solange es nicht in zwanghaftes Verhalten ausartet und ich Freude an meinen Spielbesuchen empfinde, ist dieser Wert also okay. 65 Spiele davon fanden außerhalb Deutschlands statt. Spiele in 19 Ländern wurden besucht (Deutschland, Belgien, Niederlande, Frankreich, Spanien, Schweiz, Serbien, England, Schweden, Dänemark, Färöer, Tschechien, Estland, Griechenland, Italien, Kolumbien, Costa Rica, Panama, Tansania). 5 Länder (Sansibar kann man noch als Nicht-FIFA-Land ergänzend werten) wurden erstmalig bereist, der niedrigste Wert seit Jahren, aber da Europa so gut wie erledigt ist, wird die Verbesserung dieser Zahl natürlich entsprechend anspruchsvoller und – wie Ihr alle wissen solltet – hält sich mein Wettbewerbs-Eifer in Grenzen. Highlights stellten das Derby in Belgrad und das Länderspiel in Tansania dar. Letzteres, weil es einfach interessant war, zu beobachten, wie sich eine große Masse Menschen einer anderen Kultur bei einem wichtigen Spiel verhält. Am reizvollsten waren natürlich die längeren Reisen durch Mittelamerika und Tansania. Landschaftlich möchte ich aber die Färöer hervorheben. Unglaublich faszinierend wild und rau. Bin gespannt wohin es mich 2016 so verschlägt. An Ideen mangelt es ja nicht.

Mo. 28.12.2015 13:00 - Southend United vs Millwall FC 0:4
Roots Hall. Kling schon irgendwie cool, ist aber eigentlich nur der Name einer kleinen Sackgasse in Southend-on-Sea. Dem Umstand zufolge, dass englische Stadien gerne mal nach der Straße benannt wurden, an der sie liegen, trägt der Ground von Southend United diesen Namen. Der Besuch dieser betagten Bude ist der eigentlich Grund meiner diesmaligen Reise auf die Insel. 'Roots Hall' präsentiert sich im beinahe originalen Charme der britischen Stadien der 60er Jahre. Bild De facto wurden im Laufe der Zeit einige Veränderungen vorgenommen - insbesondere der Umbau der 'Southern Terrace' zu einer kleinen zweistöckigen Sitztribüne, aber der Geruch vergangener Zeiten hängt trotzdem in jeder Ritze und das typische Giebeldach des 'Main Stand' ist mehr als bezeichnend. Leider sind Stadien mit diesem phantastischen Flair mehr und mehr die Ausnahme. Bild Die Gäste aus Millwall ließen sich davon aber nicht beeindrucken, zeigten völlig respektlos und siegten an der Themse-Mündung ebenso überraschend wie deutlich. Aus den Londoner Docklands waren gut 1500 Leute mitgekommen, die den klaren Sieg nicht so gebührend zelebrierten, wie es angemessen gewesen wäre. Womit wir wieder beim Thema mit der Stimmung wären. Auf Heimseite gab es eine unermüdliche Support-Sektion, die aber auch keine Bäume ausriss. Trotzdem kann man, an englischen Verhältnissen gemessen, beinahe von guter Atmosphäre sprechen, wenn ich daran denke, in was für Leichenhallen ich schon gehockt habe. Bemerkenswert war noch, dass eben jene aktiven Home- und beinahe alle Away-Supporter die Partie stehend verfolgten und nicht von übereifrigen Ordnern daran gehindert wurden. Den Capitano brachte ich danach zum Bahnhof, da er einige Tage mehr auf der Insel verbrachte und ich machte mich in aller Ruhe auf den Heimweg in den Pott, wo ich eine halbe Stunde vor der Geisterstunde eintraf.

So. 27.12.2015 12:00 - Worthing FC vs Peacehaven & Telscombe FC 5:0
So. 27.12.2015 16:30 - London Harlequins vs Gloucester RFC 39:39

Groß war die Auswahl an einfach erreichbaren Spielen heute nicht, daher entschieden wir uns für Worthing, wo auf achtklassigem Niveau vor den Ball getreten wird. Bild Da das englische Ligensystem aber nicht so breit streut wie das hiesige (in England geht der Ligenbaum mehr in die Länge als in die Breite), ist das Niveau noch ganz ordentlich. In einem kleinen hübschen Amateur-Ground empfing ein Aufstiegs- einen Abstiegskandidaten. Die Sitztribüne ist beinahe im belgischen Stil gehalten, denn darunter befindet sich ein schmuckes Clubheim und der Kabinentrakt. Auf der Gegenseite und hinter den Toren befinden sich 'Terraces', die Stehplätze', die teilweise überdacht sind. Bild Genau wie es die Tabelle zeichnet, präsentierten sich auch die Teams auf dem nagelneuen Kunstgras-Feld. Die Gäste waren zwar redlich bemüht aber spielerisch deutlich unterlegen. Am Ende hätte das Resultat deutlich höher ausfallen können. Interessant finde ich bei den Amateurspielen auf der Insel ja immer, dass die supportinteressierten Zuschauer in der Halbzeit die Seiten tauschen und sich jeweils hinter dem gegnerischen Tor platzieren. Nach dem Schlusspfiff mussten wir uns zügig gen London, genauer gesagt nach Twickenham, in der westlichen Agglomeration der englischen Hauptstadt, bewegen. Auf der Suche nach einem geeigneten Nachmittags-Event war mein Mitfahrer auf das jährliche 'Big Game' des Rugby-Clubs London Harlequins gestoßen. Einmal im Jahr - zur Weihnachtszeit - verlassen die 'Quins' ihr in umittelbarer Nähe liegendes nur 14tsd Zuschauer fassendes Stadion und tragen ein Heimspiel im Rugby-Nationalstadion aus. Bild Das 'Twickenham Stadium' ist das viertgrößte Stadion Europas und das größte für Rugby errichtete Stadion der Welt. 82tsd Zuschauer finden Platz und über 70tsd waren heute anwesend, die natürlich überwiegend aus 'Eventies' bestanden. Zu Beginn wurde eine organisierte Bühnen-Pyro-Show rausgehauen, wie man es von Rock-Konzerten kennt. Bild Die meisten Leute hatten dann mehr damit zu tun, sich ausreichend Bier in den Kopp zu schütten, als auf das Spiel zu achten. Vermutlich genau dieser Freiheit geschuldet, denn im englischen Profi-Fußball ist Bier-Konsum auf den Tribünen ja nicht erlaubt. Die Rugby-Regeln sind mir einigermaßen geläufig, so dass ich die Partie durchaus mit Interesse verfolgte. War eine ganz nette Geschichte und spannend war das Spiel auch, das mit einem im Rugby seltenen Remis endete. Wenn ich noch mal ein Rugby-Spiel besuchen sollte, muss es aber ein WM-Spiel sein, wo auch mal echte Emotionen ans Licht kommen. Dieses Spiel hier war ja eher ein Jux-Geschichte. Das Stadion ist allerdings beeindruckend groß und der Zugang auf den South Stand, für den wir Tickets erworben hatten, erfolgt spiralenförmig über zwei Türme. Wer schon in 'San Siro' war, weiß, was man sich für einen Kipparsch läuft, bis man endlich im oberen Ring angekommen ist.

Sa. 26.12.2015 15:00 - Ipswich Town vs Queens Park Rangers 2:1
Mit dem 'Captain' konnte ich einen Mitreisenden gewinnen, der maßgeblich an meinem Schicksal mitgewirkt hat. War er es doch, mit dem ich Mitte der 90er die ersten Touren unternommen hatte. Früh ging es los und die Reise verlief ohne Zwischenfälle. Schwer bestaunt habe ich die Verhältnisse in Calais. Unmittelbar neben dem Zubringer zum Fährterminal kann man das im Laufe der Jahre riesige Flüchtlingslager sehen. Bild Zubringer und Terminal sind mit meterhohen doppelten Zäunen gesichert und alle paar hundert Meter stehen Polizei-Streifen. Den Seemann entließ ich in Colchester - das Stadion liegt unmittelbar am Motorway - aus dem Fahrzeug und trollte mich weiter nach Ipswich. Bild Das 'Portman Road Stadium' hat trotz diverser Aus- und Umbauten einen eigenen Charme bewahrt. Schön eng ist das Teil und da es 'nur' einige Ausbauten und Sanierungen erlebte verfügt es eben über einen eigenen Stil im Gegenteil zu den Arena-artigen Neubauten an andern Orten auf der Insel. Könnte ein Hexenkessel sein, aber das Thema 'Stimmung in England' ist ja mittlerweile auch platt geredet. Die Bude war - wie am 'Boxing Day' allgemein üblich - deutlich besser gefüllt als zu normalen Ligaspielen. Belohnt wurden die Besucher mit einem verdienten Last-Minute-Sieg nach 0:1-Rückstand. Zurecht bestraft wurden die, die das Stadion schon ein paar Minuten vor Ende verlassen hatten. Ein Fußballspiel dauert eben neunzig Minuten plus X, das sollte man immer bedenken, wenn man seinen Platz verlässt, nur um sich nicht am Ausgang drängeln zu müssen.

So. 20.12.2015 14:30 - Helson Helchteren vs Eendracht Termien 1:1
BildIn Begleitung von Rot-Weiss-Kamerad Marcel steuerte ich den Ortsteil Helchteren des belgisch-limburgischen Ortes Houthalen an. Auf fünftklassiger Ebene, der höchsten Provinz-Spielklasse, empfing der gastgebende KFC Helchton als souveräner Tabellenführer den Stadtteil-Verein aus Genk. Man könnte meinen, hier hat jemand Geld in die Hand genommen, denn der Sportkomplex 'De Dool' kann mit einer schmucken Tribüne mit integrierter Kantine und Business-Seats glänzen. Möglicherweise fühlt man sich hier zu höherem berufen. Die Gäste waren davon aber wenig beeindruckt und spielten eine sehr ordentliche Partie. Der Favorit kam nicht zur Entfaltung und die Eendracht ging nach der Pause auch hochverdient in Führung. Etwa ein Drittel der anwesenden 350 Zuschauer freute sich. In den letzten zehn Minuten machte Helson dann endlich ordentlich Druck und erzielte den glücklichen Ausgleich. Zu mehr reichte es aber nicht. Erschöpft vom Gesehenen kehrten wir noch in eine Frituur ein, um die erhaltenen Eindrücke zu verarbeiten.

Sa. 19.12.2015 14:00 - ETB Schwarz-Weiß Essen vs Wuppertaler SV 0:3
Da sich im näheren Umkreis das sportliche Angebot in Grenzen hielt, schaute ich zum x-ten Mal am guten alten 'Uhlenkrug' vorbei, wo das witterungsbedingt zwei Mal verschobene Viertelfinale im Niederrheinpokal zwischen dem ETB und dem WSV über die Bühne ging. Der 'Uhlenkrug' hat es ja auch durchaus verdient, mehrfach besucht zu werden, auch wenn das betagte Stadion durch den Rück- bzw Umbau der hohen Gegengeraden schon etwas an Charme und Eindruck verloren hat. Die alte Haupttribüne weiß aber weiterhin zu begeistern, vor allem die kleine Pinte, die sich unter den Rängen am Ende der Tribüne befindet. Das ist einfach Kult und man findet derartiges ja kaum noch in der deutschen Stadion-Landschaft. Die Teams zollten dem traditionsreichen Untergrund aber wenig Respekt und kickten ineffektiv und recht emotionslos vor sich hin. Die bessere Kabinenansprache schien der Gäste-Coach gehalten zu haben, den die Truppe aus dem Tal der fliegenden Messer zeigte sich im zweiten Durchgang deutlich ausgeschlafener als die der Gastgeber und es klingelte dreifach im schwarz-weißen Kasten. Nun fordere ich im Halbfinale ein Heimspiel gegen den WSV!

Di. 15.12.2015 20:00 - SV Excelsior '31 vs FC Den Bosch 1:3
Mit den RWE-Leidensgenossen Staude und Sven fanden sich Mitfahrer zum Achtelfinale im holländischen Pokal in Rijssen. Der Viertligist Excelsior '31 empfing den Zweitligisten aus s'Hertogenbosch. Der 'Sportpark De Koerbelt' war sehr ordentlich gefüllt. Bild Es handelt sich um eine typische holländische Amateur-Sportanlage. Die Tribüne ist allerdings erst ein Jahr alt. Die alte Tribüne wurde durch einen modernen Bau mit Business-Bereich ersetzt. Der Sportpark war gut besucht und die Zuschauer hofften auf die nächste Überraschung, nachdem in der Runde zuvor schon der Eredivisionär und Namensvetter Excelsior aus Rotterdam ausgeschaltet wurde. Von Anfang an hatte Den Bosch die Geschichte aber im Griff und erzielte früh die Führung. Bereits nach einer Viertelstunde musste der Gäste-Schnapper nach einer Notbremse zum Duschen. Obwohl die Gastgeber auch in Überzahl harmlos waren, fiel noch vor der Pause der Ausgleich. Das Gäste-Team ließ sich aber nicht beirren, kompensierte die Unterzahl professionell, erzielte zwei weitere Treffer zum Sieg und ließ sich zurecht von den etwa 50 mitgereisten Fans feiern. Stimmung war erwartungsgemäß quasi nicht vorhanden. Mal hauten ein paar Heim-Fans einen Chant raus und mal gaben die Gäste was zum Besten, insgesamt die übliche Holland-Kost.

So. 13.12.2015 15:00 - Koninklijke Cappellen FC vs KFCO Beerschot Wilrijk 0:2
Kapellen ist eine Kleinstadt, die sich unmittelbar nördlich an Antwerpen anschließt. Der gastgebende Club hält sich seit Jahren beharrlich in der Drittklassigkeit, durfte aber auch schon Zweitliga-Luft schnuppern. Bild Der Gast aus dem Antwerpener Stadtteil Beerschot ist der Nachfolge-Club des finanziell gescheiterten Erstligisten und strebt den dritten Aufstieg in drei Jahren an. Bild Eine dementsprechende Bedeutung hatte das Spiel und das kleine 'Stadion Jos van Wellen' kam mit gut 3tsd Zuschauern an die Grenzen seiner Kapazität. Zwei Drittel der Anwesenden drückten den lila-weißen Gästen die Daumen. Vom Support hatte ich mir aber mehr versprochen. Es wurde zwar ständig irgendwo gesungen, nur gemeinsam tat man das viel zu selten und koordiniert erst in den letzten zehn Minuten, nachdem der zweite Treffer erzielt worden war. Die baulichen Voraussetzungen und das nieselige Wetter waren allerdings auch nicht stimmungsfördernd. Der Stehbereich für die Gäste ist mir drei Stufen äußerst flach und nicht überdacht. Die Haupttribüne ist überdacht und verfügt über mehr Stufen, die sowohl Sitz- als auch Stehplätze bieten. Eigentlich ein typisches belgisches Provinzstadion. Beerschot gewann verdient und darf weiter von der baldigen Rückkehr in die Beletage des belgischen Fußballs träumen.

Sa. 12.12.2015 14:30 - Maccabi Brussels B vs RC Melin A 4:1
Sa. 12.12.2015 20:00 - Olympic de Charleroi vs RUS Rebecquoise 1:0
Christian und Christoph fuhren gen Heimat, während ich mir die Nähe zum Frituur-Paradies zu Nutze machen wollte. Die Suche nach einem geeigneten Kick am Nachmittag ergab die Heim-Partie von Maccabi Bruxelles in der Samstags-Reserveliga Brabant, einem Verein, der von überlebenden Juden nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden war. Bild Ohne jede Vorahnung, was mich sportlich erwarten würde, erreichte ich das wunderschöne 'Stade Adrien Bertelson'. Mir ist das Alter dieser herrlich betagten Spielstätte nicht bekannt, aber ich kann mir vorstellen, dass sie in den 20er Jahren errichtet wurde. Um die Leichtathletik-Bahn herum befinden sich hohe Stehränge, die zu einem Großteil von wildem Gras bewachsen sind. Bild Auch das eine oder andere Gestrüpp macht sich hier schon breit. Besonders wirken auch die Beton-Wellenbrecher, auf denen sich Moosbewuchs gebildet hat. Die überdachte Sitztribüne wirkt im Verhältnis zu den Rängen etwas gedrungen, ist aber geräumig genug. Tolles Stadion mit der Atmosphäre der Vergangenheit. Was dann Spielfeld geschah, darf man fast nicht erzählen. Reserverunde auf Provinz-Ebene bedeutet scheinbar Gebolze in Reinkultur. Der Rasen war eigentlich nicht bespielbar, aber ein anderes Geläuf hatten die beiden Gurkentruppen auch nicht verdient. Ich hab ja schon einiges an Mist gesehen, aber dieses Gestolpere war sicherlich das Negativ-Highlight. Der älteste Aktive dürfte stramm auf die Sechzig zugegangen und wiederum andere aus einer Einrichtung für Zurückgebliebene entwichen sein. Bild Der Wert dieser Veranstaltung lässt sich sicherlich auch am wahnsinnigen Zuschauer-Interesse ablesen. Außer mir verfolgten sieben(!) weitere Personen das Gewürge. Wenn nicht diese Tortur nicht in diesem wundervollen Ambiente stattgefunden hätte, wäre ich umgehend nach der Realisierung der unsportlichen Leistung abgehauen. Leck mich fett, war das mies. Zu allem Überfluss wurde ich auch noch als Terrorverdächtiger enttarnt. Der Betreuer der Heim-Mannschaft hatte mich schon die ganze Zeit argwöhnisch gemustert. Als ich dann umher ging, um ein paar Fotos zu schießen, sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich der Betreuer in Richtung zweier Polizisten bewegte, über deren Anwesenheit ich mich erst noch innerlich amüsiert hatte. Kurz danach standen die beiden Ordnungshüter auch schon neben mir und fragten wer ich bin, was ich hier will, warum ich fotografiere. Den beiden die Wahrheit nahezubringen, war gar nicht so einfach. Aus deren Perspektive hätte ich wohl auch Mühe gehabt mir zu glauben, aber es gelang mir dann doch Überzeugung herbeizuführen. Sie erklärten, dass man in Brüssel nach den Terror-Akten und den Spuren, die hierher führten noch sehr nervös und vorsichtig sei. Okay, verstanden, zumal der 'Islamisten'-Stadtteil Molenbeek nicht weit entfernt ist. Der durch meinen Ausweis erbrachte Nachweis, dass ich urdeutscher Staatsbürger und kein verkleideter Gotteskrieger bin, sowie der gewährte Blick in mein ausnahmsweise aufgeräumtes Fahrzeug, stellte die beiden, die aber auch jederzeit freundlich blieben, dann endgültig zufrieden. Dem Paranoia-geplagten Betreuer riefen die beiden dann wohl zu, dass ich nur aus Interesse am Stadion hier bin, worauf dieser neugierig auf mich zu kam, von mir aber mit eindeutiger Handbewegung eine direkte Absage bekam. Bei allem Verständnis, aber bei diesem Kick einen Gewalt-Akt zu befürchten, ist ja dann doch eine Art Selbstüberschätzung. Die beiden Staatsdiener verabschiedeten sich mit dem Hinweis, dass es zwei Kilometer die Straße runter ein weiteres altes Stadion zu bewundern gibt. Danke, aber kenn ich schon - Stade Joseph Marien, Union Saint Gilloise. Stattdessen ging es weiter nach Charleroi, Bild Bild diese etwas versifft wirkende Industriestadt in der Wallonie. Mit dem dortigen 'Stade de la Neuville' stand eine weitere Stadion-Perle auf der Agende. Befürchtungen, dass das Spiel aufgrund der Regenfälle abgesagt würde, waren unnötig. Das mag ich ja an Belgien. Selbst wenn der Rasen eher einer Schmierseife ähnelt, wird hier einfach munter angestoßen. Bild Der Greenkeeper wird es schon irgendwie wieder richten. Der Ground hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Der Haupttribüne mit dem VIP-Bereich steht eine überdachte Stehtribüne gegenüber. Hinter einem Tor befindet sich eine hohe Stehtribüne. Das Pendant auf der Gegenseite musste leider vor einigen Jahren wegen Baufälligkeit weichen, aber trotzdem hat diese Bude echten Wohlfühl-Charakter. Olympic ist sicherer Tabellenführer, aber auf dem Spielfeld wurde das zunächst nicht deutlich. In einem offenen Schlagabtausch, dauerte es bis in die Schlussphase der ersten Hälfte, bis sich die Gastgeber überlegen zeigten. Die Überlegenheit mündete zu Beginn der zweiten Hälfte in den Führungstreffer. Ein weiteres Tor nachzulegen wurde versäumt, aber letztlich zeigten sich die Gäste zu harmlos, um daraus Kapital zu schlagen. Beachtlich fand ich, dass knapp 700 Zuschauer das Spiel verfolgten, zumal nur 600 Meter Luftlinie entfernt zur gleichen Zeit Erstliga-Fußball geboten wurde.

Fr. 11.12.2015 20:00 - Tilburg Trappers vs ESC Moskitos Essen 8:6
Den Eissportclub Moskitos Essen führte es zum Liga-Spiel zu den Tilburg Trappers. Ja, richtig gelesen. Ein holländisches Teamnimmt am Spielbetrieb der drittklassigen deutschen 'Oberliga Nord' teil. Im Eishockey ist halt alles anders. Da die Trappers im nationalen Eishockey hoffnungslos unterfordert sind, wurde dem Antrag stattgegeben, am Oberliga-Spielbetrieb teilzunehmen. Kurioserweise stellen sich die Niederländer durchaus als Bereicherung dar. Sportlich sind sie Zweiter hinter Liga-Krösus Duisburg und auf den Rängen stellen sie mit über 2tsd Zuschauern den zweithöchsten Zuschauerschnitt hinter dem EC Hannover. Da es sich aus diversen individuell bedingten Gründen der traditionelle Wochenend-Trip mit meinen Kumpels Christian, Christoph und Dirk dieses Jahr nicht ergeben hatte, wurde beschlossen einen feuchtfröhlichen Abend mit der alten Eishockey-Liebe ESC Moskitos in Tilburg zu verbringen. Dirk musste leider kurzfristig passen. Bild Das 'Ijssportcentrum' bietet 2500 Personen Platz und war heute mit 2400 Zuschauern annähernd ausverkauft. Aus Essen waren etwa 100 Leute gekommen. Aktiver Support findet aber beinahe nicht statt. Die Ultra-Fraktion befindet sich seit Saison-Beginn im Boykott, da der Verein aus finanziellen Gründen der Verlockung nicht widerstehen konnte, einen Sponsor in den Vereinsnamen aufzunehmen. Das erste Drittel wurde komplett verpennt, so dass es nach der ersten Sirene hochverdient 3:0 für die Gastgeber hieß. Eishockey ist aber schnelllebig und so reichten den Mücken zehn(!) Sekunden um auf 2:3 zu verkürzen. Nach einer Box-Einlage eins gegen eins, schickte der Referee dann den Tilburger mit zwei Minuten auf die Bank, den Essener aber mit deren fünf plus Spieldauer-Disziplinarstrafe in die Kabine. Ein absoluter Scherz, wie so einige Entscheidungen des holländischen Gespanns, z.B. ein klares nicht erkanntes Handtor oder die Tatsache dass die Gastgeber nach dem Ablauf einer eigenen Strafe beinahe eine ganze Minute mit sechs Feldspielern auf dem Eis standen. Die Spieldauer-Strafe war dann der direkte Bruch im Aufbäumen der Moskitos, denn die Trappers erhöhten bis zur zweiten Pause auf 7:2. Aber damit war die Messe noch nicht gelesen, denn die Gäste verkürzten auf 7:5. Ein übler Fehlpass im eigenen Drittel ermöglichte den Gastgebern die Entscheidung, so dass ein Endresultat von 8:6 zu verzeichnen war. Kurzweilig war es, wie auch der darauf folgende Ausflug ins Tilburger Nachtleben.

So. 06.12.2015 14:30 - SC 1912 Hennen vs BC Eslohe 4:0
Bild Mein reizendes Schwesterlein begleitete mich zum auserkorenen Event nach Hennen vor die Tore Iserlohns. Bild Dieses Spiel wurde ausgewählt, weil es mit dem Kunstrasenplatz die Sicherheit bot, dass gekickt würde, weil es nicht so weit zu fahren war und weil es mit der Landesliga-Ebene ein leidlich erträgliches Spiel versprach. War dann auch seichte Unterhaltung. Die Gastgeber stellten die Zeichen gegen den Aufsteiger, der wahrscheinlich auch Absteiger sein wird, früh auf Sieg, so dass wir uns Bratwurst, Kaffee, Lumumba und Apfelkuchen im kleinen, gemütlichen Clubhaus widmen konnten. Der SC Hennen spielt im 'Naturstadion'. Der Platz liegt in einer Kuhle, in der die ansteigenden Seiten auf den Geraden natürliche Tribünen bilden. Eine Seite ist und wird noch ausgebaut. Dort findet man einige Stehtraversen, Parkbänke und eine Überdachung. Ich mag solche kleinen Anlagen in ländlichen Gebieten.

Sa. 05.12.2015 15:30 - Borussia Dortmund II vs Rot-Weiss Essen 1:1
Wat n Stress. Das Wochenende der Firmen-Weihnachtsfeier mit den westeuropäischen Niederlassungen sah für den Samstag-Nachmittag Freizeit vor. Beste Voraussetzung, entgegen der eigentlichen Entscheidung nach Dortmund zu hetzen, um in der 'Roten Erde' den Auftritt des schwächelnden Herzensclubs zu beobachten. Diese altehrwürdige Kampfbahn hat allein die Anreise verdient. Sicht bescheiden, Wetterschutz null. Es fegt und pfeift einem durch den Frack und man kann froh sein wenn es nicht regnet. Und doch sind genau diese die Spielstätten, die man liebt. Bild Leider wird die 'Rote Erde' durch die mächtige Osttribüne des Westfalenstadions quasi erdrückt und verliert dadurch einen großen Teil ihres eigentlichen Charakters. Dort kam ich deutlich verspätet an, aber doch noch früh genug, um den Führungstreffer der Roten zu erleben. In den knapp sechzig Spielminuten meiner Anwesenheit sah ich eine engagiert und konzentriert auftretende Gast-Mannschaft, welche die Partie weitgehend kontrollierte. Die große Chance zum zweiten Treffer blieb leider ungenutzt. Als ich eine Viertelstunde vor Schluss aufbrechen musste, war ich trotzdem zuversichtlich, dass die drei Punkte kurz nach mir nach Essen wandern. Als sich die Spielzeit dem Ende neigte, drückte ich im Auto alle dreißig Sekunden den 'Update'-Button der Smartphone-App, aber das beschissene Endresultat wollte nicht erscheinen. Beschissen war es dann letztlich aber wirklich, denn der glorreiche RWE fing sich in der vierten Minute der Nachspielzeit noch den ungerechten Ausgleich. Scheiß Fußball, hab ich schon immer gehasst.

Mo. 30.11.2015 20:00 - FC Oss vs RKC Waalwijk 0:0
Die Voraussetzungen waren eigentlich das genaue Gegenteil von optimal. Den ganzen Tag schiffte es im Westen und auch in den Niederlanden wie aus Eimern. Macht ja allein die Fahrerei zum Ziel schon zur Tortur. Dummerweise konnte ich Dominik für die Teilnahme begeistern, sonst hätte ich wohl kurzfristig verzichtet. Der Kick selber war aufgrund des Vorhandenseins eines Kunstrasen-Spielfeldes nicht gefährdet. 1700 Zuschauer sind für die Gastgeber eine gute Kulisse. Im Gäste-Sektor fanden sich sechs Busladungen aus dem vierzig Kilometer entfernten Waalwijk ein, also gut 300 Leute. Bild Das ist für holländische Verhältnisse schon beinahe herausragend, aber es gibt einen Deal zwischen diesen beiden Clubs. Das Rückspiel in Waalwijk in der zweiten Saisonhälfte ist ebenfalls auf einem Montag. Und da der Montags-Termin beim Publikum in den Niederlanden generell nicht besonders erwünscht ist, hat man sich darauf verständigt, dass die Gäste jeweils 'free entry' bekommen, damit die Stadien dann zumindest etwas voller sind. Der FC Oss ist so ne Art graue Maus in der zweiten Division, aber da gibt es ja einige von. Ist eher so ne Art 'Graue-Maus-Auffangbecken'. Die Partie wurde von den beiden Kellerkindern auf bescheidenem Niveau geführt. Sollte es den Zauberer von Oz (Oss) wirklich geben, war der jedenfalls heute nicht auf dem Spielfeld . Kalauer, ich weiß. Gemessen am Wetter und den gegebenen Umständen endete die Partie mit dem optimalen Ergebnis. Mehr hatte die gesamte Aktion einfach nicht verdient. Wer sich nun fragt, warum man sich so ne Nummer auf nem Montag-Abend antut, dem kann ich nur ein schallendes "Ich weiß es auch nicht!" entgegenhalten. Es ist halt irgendwie die vermischte Anziehungskraft aus Stadion, Flutlicht, Fußball, die rationelles Handeln im Keim erstickt.

So. 29.11.2015 10:45 - HEBC vs FK Nikola Tesla 0:2
Es gibt da so eine Baustelle in Hamburg. Der von der Wohnung meiner Schwester aus am nächsten erreichbare Verein ist Teutonia 05 Ottensen. Die Erste spielt meistens am Sonntag-Morgen, also nahm ich mir vor, den Plan, ein Spiel des Vereins zu besuchen, endlich mal umzusetzen. Torpediert wurde das Vorhaben von der Info, dass der heimische Platz momentan verkunstrast wird und die Heimspiele daher auf einer anderen Anlage ausgetragen werden. Also war eine Alternative gefordert. Bild Behilflich, diese zu finden, war Christian, mit dem ich mich dann auch direkt am Platz des HEBC verabredete, um eine vormittägliche Tasse Pilsbier zu konsumieren und reichlich Blödsinn zu labern. Für ihn zwar nur eine Ground-Bestätigung, aber eben eine Gute. Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club. Klingt gut und ist auch ein echter Traditionsverein. Beide Kontrahenten waren zu dieser Saison in die Landesliga aufgestiegen. Bild Die Gäste waren lange völlig abgeschlagen, haben die ersten zwölf Spiele alle verloren, die letzten beiden Spiele aber gewonnen. Mit entsprechendem Selbstvertrauen ging man in die Partie und konnte diese nach ausgeglichenen ersten dreißig Minuten auch kontrollieren. Der Führungstreffer durch einen sehenswerten Distanzschuss wurde durch einen Bilderbuch-Konter ergänzt und die Punkte gingen verdient an die Serben. Die Sportanlage ist jetzt nicht sooo spannend. Auf der einen Geraden erstreckt sich eine dreistufige Stehtraverse über die gesamte Länge. Auf der Gegenseite gibt es dieses nur zwischen den Trainerbänken. Die Hintertor-Bereiche sind ausgebaut. Auf der einen Seite befindet sich der Catering-Bereich und auf der anderen, das Vereinsheim, dessen Fassade durch ein sehenswertes Graffiti geschmückt wird. Insgesamt fühlt es sich zwischen Backstein-Wohnblocks ganz kuschelig an. Etwa zehn Prozent des Publikums konnte man übrigens dem Lager des 'Club' zurechnen, der am frühen Nachmittag am Millerntor anzutreten hatte.

Sa. 28.11.2015 15:30 - Werder Bremen vs Hamburger SV 1:3
Nord-Derby. Die meistgespielte Begegnung der Bundesliga-Historie. In Begleitung von Stefan und Daniel, dessen Geburtstagsgeschenk damit eingelöst wurde, ging es in die Hansestadt, um dem Lieblingstermin der Kindheit mal wieder einen Besuch abzustatten. Die Vorzeichen aus Bremer Sicht nicht gut. Bild Der HSV gut drauf, Werder zuletzt ganz schwach. Außerdem wurden in dieser Saison alle Heimspiele bis auf eins verloren. Der HSV hat in Bremen lange nicht gewonnen. Je länger eine Serie hält, desto wahrscheinlicher wird das sie reißt. Die Bude natürlich ausverkauft. Finde ich immer noch beachtlich, dass die Stadt bzw die Region dermaßen hinter dem Club steht, dass beinahe jedes Heimspiel sold out ist, obwohl seit Jahren nur überschaubare Leistungen angeboten werden. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigte die Ostkurve eine ganz brauchbare Fähnchen-Choreo, die unterlegt wurde vom überdimensionalen Vereinswappen und -namen. Prinzipiell war die Partie nach neunzig Sekunden mit dem Treffer zum 0:1 entschieden. Der HSV war in allen Belangen die bessere Mannschaft und nur in den fünf Minuten zwischen Anschluss- und spielentscheidendem Treffer rissen die Hausherren das Zepter mal an sich. Für mich natürlich eine bequeme Situation. Wenn beide Teams, die mir am Herzen liegen, konsequent nur Bruch abliefern, brauche ich mich von Verein zu Verein nicht groß umstellen. Allerdings ist mir der SV Werder auch bei weitem nicht so nah, wie der glorreiche Deutsche Meister von 1955.

Fr. 27.11.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs FC Kray 1:1
FC Kray. Hätte nicht erwartet, dass sich dieser Verein zum Angstgegner des glorreichen RWE entwickelt. In der Regionalliga stehen nun einem Sieg im ersten Aufeinandertreffen auf dieser Ebene überhaupt zwei Remis und eine Niederlage gegenüber. Das Manko wurde auch gegen das Kellerkind deutlich. Gegen eine tief stehende, beinahe ausschließlich auf Defensive ausgerichtete Mannschaft sind die Roten nicht in der Lage das Spiel zu machen. Eine Viertelstunde versuchte man Druck auszuüben, tat das auch einigermaßen, dann war wieder Verunsicherung angesagt. Denn zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste durch einen individuellen Abwehrschnitzer der Marke ‚Oberdämlich‘ mit 1:0. Einer der Außenverteidiger wollte in der Position als hinterster Spieler den gegnerischen Stürmer mit einem Haken aussteigen lassen. Kann man mal machen. Wenn man es drauf hat! In einem Spiel ohne Torchancen mit gefühlten 80% Ballbesitz des RWE fiel noch vor der Pause der Ausgleich aus dem Gewühl. In Hälfte zwei habe ich keine Chance erkannt, einen leider knapp über die Latte rauschenden Pressschlag mal außen vor gelassen. Stattdessen hätte Kray die Partie noch gewinnen können, nachdem ein Spieler nach einem Stellungsfehler des anderen Außenverteidigers frei zum Schuss kam. Warum steht der Gegenspieler bei einem ruhenden Ball eigentlich so blank, wenn ich beinahe eine Minute Zeit habe, mich zu organisieren? So scheint sich die Befürchtung zu bewahrheiten, dass der RWE richtig unten reinrutscht. Was Sorge bereitet ist, dass die sie Spieler offenbar für den Kampf in der unteren Region selbst nicht weh genug tun können. Den Willen möchte ich nicht absprechen, aber Abstiegskampf sieht anders aus. Kray hat es vorgemacht. Immer aggressiv, unbequem, an der Grenze zum erlaubten. Wenn das RWE-Team das nicht schleunigst lernt, kann es am Ende ganz bitter ausgehen.

So. 22.11.2015 12:30 - Heracles Almelo vs Excelsior Rotterdam 0:0
Der Wunsch ein Fußballspiel zu sehen trat in Konkurrenz zum Totensonntag, an dem in den nichtheidnischen Bundesländern erst nach 18 Uhr gespielt werden darf, und dem durch eine familiäre Verpflichtung belegten Nachmittag. Die Holländer zeigten Mitleid und terminierten das Heimspiel von Heracles auf den Mittagstermin. Bild Dort war ich zwar auch schon, aber zu dieser Saison kann der Verein ja mit einer Stadionerweiterung glänzen, so dass man die Kiste ja mal bestätigen konnte. Begleitet wurde ich wie so oft von Dominik. Hatte schon Entzugserscheinungen. Ein kompletter zweiter Rang wurde aufgesetzt, wodurch das Fassungsvermögen von 8.500 auf 13.500 stieg. Der Sinn der Maßnahme bleibt noch verborgen, denn das Stadion war seitdem nicht einmal ausverkauft, obwohl Heracles eine wirklich gute Saison spielt. Ich finde aber, dass ein Doppelrang einen 08/15-Ground direkt ansehnlicher erscheinen lässt und so kommt die Bude nun ganz nett daher. Die graue Maus aus Rotterdam lockte natürlich auch nicht mehr Leute hinter dem Ofen hervor. Excelsior wurde von einer Busladung Fans begleitet, die sich am Ende über ein torloses Remis eigentlich ärgern mussten, denn ihr Team hatte in einer faden Partie die besseren Chancen. Über die Stimmung braucht man kein Wort verlieren, da diese wohl wieder mal Stadionverbot hatte. Holland halt.

So. 15.11.2015 13:15 - Rot-Weiß Oberhausen vs Rot-Weiss Essen 2:1
Es war mehr drin. Über eine Stunde spielte der RWE einen unerwartet gepflegten und sicheren Ball. Wenn man aber erst nach über zwanzig Minuten beginnt und zu diesem Zeitpunkt schon mit zwei Treffern hinten liegt, wird es naturgemäß schwer. Ein sehenswerter Anschlusstreffer reichte nicht aus, um der Partie noch die Wende zu geben, auch wenn es fraglos möglich gewesen wäre. Abgesehen von der verpennten Anfangsphase, brachten die Roten die Gastgeber, die ja bisher eine wirklich gute Saison spielen, mehrfach in Verlegenheit. Wäre schön, wenn diese Leistung konserviert würde, dann könnte es in den nächsten Spielen vielleicht ein paar Plätze nach oben gehen. Bild Es lebe der Konjunktiv. An einen Angriff auf die Spitze braucht man eh nicht mehr glauben - das sollte eigentlich spätestens seit dem fünften Spieltag klar sein. Es ist aber sicherlich nicht unangebracht, mal ein paar mehr Punkte Abstand zu Abstiegszone aufzubauen, denn wenn man erst einmal richtig unten reinrutscht, kann das auch schnell im Desaster enden. Aus Essen waren nur knapp 1tsd Leute mitgekommen, höchstens ein Fünftel der üblichen Menge bei diesem Spiel. Das ist die Quittung für den Verlauf der Saison und die Erfolgsquote auf fremden Plätzen. Bild An der Tatsache, dass aus diesem Grunde auch nur knapp 6tsd Leute im Stadion waren, erkennt man, dass RWO einfach zu wenig Rückhalt in der Stadt genießt. Was will der Oberhausener denn mehr, als eine sehr guten Tabellenplatz und das Derby gegen den einseitig gehassten Nachbarn?! Optisch kam nur von Heimseite etwas. Die große Zaunfahne sah ganz gut aus und drei Fackeln und ein Rauchtopf wurden auch noch entflammt. Der RWO-Anhang blieb auch seiner Linie treu, lieber hauptsächlich gegen den Gegner zu pöbeln, anstatt das eigene Team zu supporten. Für den RWE gibt es in Oberhausen zwar selten was zu holen, aber der Respekt gehört nur der Vereinsführung für die jährlich geleistete Arbeit, aus wenig verdammt viel zu machen. Über die Kurve kann man dann doch eher nur schmunzeln. Hätte es mir ersparen sollen, nur zwei Stunden nach Rückkehr aus Tansania direkt zum Kick durchzustarten, aber letztlich trat ja nur das ein, was ich erwartet habe. Immerhin konnte ich nach Spielschluss noch ein Viertelstündchen mit Kumpel 'Fump' quatschen, der diese Veranstaltung auf dem Rückweg aus den Niederlanden besuchte.

Fr. 30.10. bis So. 15.11.2015 - Tansania & Sansibar
Afrika... Der Bericht zu dieser wunderbaren Reise ist HIER zu finden.

Mi. 28.10.2015 19:30 - Rumelner TV vs SV Sonsbeck 1:7
Eigentlich war Dominiks und mein Ziel das Spiel des Duisburger Kreispokals zwischen Huckingen und Buchholz. Da ein Termin-Check am Spieltag für unnötig befunden wurde, fand man nur eine trainierende Heim-Mannschaft vor. Am Vortag wurde entschieden, den Kick zu verlegen. Anfängerfehler. Spontane Umdisposition führte uns auf die andere Rheinseite zum ungleichen Duell des Kreis- gegen den Landesligisten. Anfangs hielt der Underdog auf seiner ziemlich schmucklosen Sportanlage – eine dreistufige Stehtraverse ziert auf einer Seite den gesichtslosen Kunstrasen – noch ganz gut mit. Das finale Resultat spricht aber eine deutliche Sprache. Beste Unterhaltung bot der ebenfalls anwesende und unweit von uns stehende Trainer der dritten Mannschaft des Vereins, der nach dem vierten oder fünften KöPi einigen Spielern seiner Mannschaft im besten Ruhrpott-Style eine flammende Rede über den bisher wohl wenig zufriedenstellenden Saisonverlauf hielt.

So. 25.10.2015 14:00 - AC Lumezzane vs Pordenone Calcio 2:0
Oberhalb von Brescia, in den ersten Alpen-Ausläufern, liegt Lumezzane, eine kleine nicht allzu schöne Kleinstadt. Also eigentlich kein Grund dort hinzureisen, wenn nicht der nachmittägliche Kick des örtlichen Drittligisten perfekt in den Zeitplan des Rückflugs gepasst hätte. Bild Das 'Nuovo Stadio Comunal' hat mal gar nix von 'nouvo'. Stattdessen nagt auch hier der Zahn der Zeit. Das Stadion verfügt über eine recht fette Haupttribüne und eine kleine unüberdachte Stehtribüne auf der Gegenseite. Die Kurven sind nicht ausgebaut. Da der ganze Ort an einem Hang liegt, hat man von der großen Tribüne einen schönen Blick auf das bewaldete Berg-Panorama, dass leider trotz recht guten Wetters etwas vernebelt war. Nur ein paar hundert Leute interessierten sich für den Bolz im Niemandsland der Liga. Aus dem knapp 300 Kilometer entfernten Pordenone waren sogar gut drei Dutzend Leute angereist. Support blieb aber bei diesen, wie auch bei der Handvoll Lumezzane-Ultras in den Ansätzen stecken. Beim AC Lumezzane hat übrigens Mario Balotelli in der Jugend gekickt und auch seine erste Profi-Saison verbracht. Das Spiel war nicht gut und nicht schlecht. Wahrscheinlich ein ziemlich genaues Spiegelbild des Niveaus dieser Liga. Durch einen Doppelschlag Mitte der zweiten Hälfte konnten die Gastgeber die Punkte verdient verbuchen.

Sa. 24.10.2015 20:30 - HC Lugano vs HC Ambri-Piotta 6:3
Die Szenen des HC Lugano und des HC Ambri-Piotta sollen die beiden besten der eidgenössischen Eishockey-Nationalliga A sein. Für das 'Tessiner Derby' zwischen diesen beiden Teams hatte ich mich schon lange interessiert, so dass es mal an der Zeit war, dem runden Leder fremdzugehen und die oben getätigte Aussage zu überprüfen. Herr Ryan beförderte mich nach Bergamo, von wo es mit dem Mietwagen in den südlichen Zipfel der Schweiz ging. Bild Erst einen Tag zuvor hatte ich mal die aktuelle Tabelle gecheckt und mir fuhr der Schreck in die alten Knochen. Der Letzte erwartete den Vorletzten! Eine derartige Konstellation hatte es noch nie vor einem Derby gegeben. Aufkeimende Sorge, eine der Seiten könnte boykottieren, erwiesen sich glücklicherweise als unangebracht. Die Eishalle 'Resega' ist ein relativ unspektakulärer Bau. Von außen ist es eher ein hässliches Betonmonster. Innen auch eher zweckmäßig aber mit steilen Rängen, die im zweiten Stock auf den Geraden beinahe Alpine Ausrüstung erfordern. Bild Passend zur Region irgendwie. Das große Plus der Halle ist die Enge, die Hexenkessel-Qualität hat. Eine Stunde vor dem ersten Bully waren Heim- und Gästeblock schon gut gefüllt und die ersten Gesänge schepperten durch die Bude. Letztlich fanden sich aus dem 50 Kilometer entfernten Ambri gut 600 Leute ein. Als die Mannschaften zum Aufwärmen auf das Eis kamen, begrüßte die heimische 'Curva Nord' ihre Helden und zog dann eine große Blockfahne vor die Kurve, damit der Gegner die Choreo-Vorbereitungen nicht sehen konnten. Bild Der große Lappen fiel dann beim Einlaufen der Teams und eine gedrittelte Choreo wurde sichtbar. Außen waren Zettel in den Vereinsfarben zu sehen. Innen wurde mittig ein Transparent mit den Club-Initialen gezeigt, eingerahmt von kleine roten Fahnen mit dem Stadtwappen, die wiederum flankiert wurden von gelben Luftballons. Abgetrennt von den äußeren Zettel-Choreos wurde der innere Teil durch die Zahlen '7' und '5', also die '75', die auf das aktuelle Jubiläumsjahr des Vereins hinwies. Vor dem Block prangte das Spruchband 'Solo per la maglia', was soviel wie 'Nur für dieses Trikot' bedeutet. Bild Das war nichts Atemberaubendes aber doch eine absolut würdige Vorstellung. Der Away-Sektor - die 'Gioventù Biancoblu' - zeigte zwei szenenbezogene Blockfahnen. Unter der zweiten ließ man ein paar Blinker aufleuchten. Die Gäste verdienten sich über die gesamte Spielzeit die Bestnote. Optisch sah es mit drei, vier großen Schwenkern immer gut aus und es wurde über die gesamte Spielzeit und sogar in den Drittelpausen supportet. Die 'Curva Nord' war aber nicht schlechter und die Hoffnungen - nein, dieses Mal waren es ganz klar Erwartungen - gingen in Erfüllung. Spätestens als ich die Halle betreten hatte, verspürte ich auch mal wieder so richtig Bock auf Eishockey. Bild Belohnt wurde ich mit zweieinhalb Stunden hervorragender Unterhaltung, sowohl sportlich als auch akustisch. Ambri ging früh in Führung. Dann folgten aber um die zehnte Spielminute verrückte 120 Sekunden, wie sie fast nur im Eishockey möglich sind. Dem Ausgleich folgte im nächsten Angriff wenige Sekunden später die Führung vor Lugano. Kurz danach glichen die Gäste wieder aus und nur wenig später ging Lugano wieder in Führung! Hier geht's ab, hier geht's rund, die nächste Fahrt ist mit Musik! Leck mit fett, es war ein Lärm in der Hütte, dass ich dachte, es fliegt gleich das Dach weg. Einfach Hammer, einfach nur geil!! Das Mittel-Drittel blieb torlos, was der Atmosphäre keinen Abbruch tat. Die Stimmung ist im italienisch-sprachigen Teil der Schweiz natürlich auch genau so geprägt, was das Tüpfelchen auf dem 'i' war. Anfangs des Schlussdrittels ging beiden Blöcken etwas die Luft aus. Sei verziehen, denn bisher lief man beinahe am Limit. Mit dem vierten Treffer für die Gastgeber nahm die Tor-Maschinerie wieder die Arbeit auf und der Lärmpegel schwoll wieder an. Dem Anschluss-Tor der Gäste folgte in Überzahl das vorentscheidende 5:3. Den Schlusspunkt setzte ein 'Empty Netter' zum Endstand, der das Ergebnis deutlicher ausfallen ließ als es die Verhältnisse auf dem Eis waren, denn beide Mannschaften agierten weitestgehend auf Augenhöhe in einem wahnsinnig umkämpften, intensiven Spiel, das unheimlich viel Kraft gekostet haben muss. Die zum Heimsieg ausschlaggebenden Faktoren waren ein sehr gutes Überzahlspiel und ein beinahe überragender 21jähriger Goalie, der erst im Laufe des ersten Drittels für den verletzt ausscheidenden Start-Torwart gekommen war. Damit übergab der HCL die 'Rote Laterne' an den ärgsten Rivalen, was die Gemüter ob der bisher enttäuschend verlaufenden Saison - man war mit Ambitionen gestartet - erst einmal beruhigen dürfte. Mein Weg führte in mein Quartier am Comer See.

So. 18.10.2015 14:00 - Sportfreunde Lotte vs Rot-Weiss Essen 3:1
Eigentlich hätte mich die Niederlage nicht geärgert, da ich diese erwartet hatte. Tante Lotte bestimmte die Partie recht souverän und netzte früh ein. Doch in der zweiten Hälfte bot sich ein anderes Bild. Die Roten operierten nun auf Augenhöhe und erzielten zwanzig Minuten vor dem Ende den gar nicht mehr unverdienten Ausgleich. Für wenige Minuten schien das Spiel zu kippen, aber dann geschah wieder einer dieser unerklärlichen individuellen Fehler in der Deckung, die sich die Defensiv-Akteure in dieser Spielzeit ja immer wieder mal erlauben, Bild und die Gastgeber gingen wieder in Führung, womit der RWE-Aufschwung gebrochen war. Der dritte Treffer fiel nicht mehr ins Gewicht. Es ist mir unerklärlich, was da manchmal für Eier in der Hintermannschaft passieren. Von außen ist es immer einfach, sich das Maul darüber zu zerreißen, aber für jeden, der selbst Fusek gespielt hat, sieht es in diesen Situationen aus, als ob der betreffende Akteur völlig planlos über das Spielfeld rennt und von plötzlicher Orientierungslosigkeit befallen ist. Bild Damit versinkt die aktuelle Spielzeit in grauer Tristesse, wie eigentlich immer irgendwann in den letzten Jahren. Schielt man allerdings mal nach unten, sieht man, dass es auch nur wenige Punkte bis zur Abstiegszone sind. Nachlässigkeiten kann man sich also nicht erlauben. Da ist die Truppe gefordert ne ordentliche Schüppe draufzulegen, um sich bis zum Winter ein entsprechendes Polster zu verschaffen. Angesichts der aktuellen Lage fällt mir da wieder ein Zitat aus dem RWE-Forum ein, dass ein User vor einigen Wochen gebracht hat, und das ungefähr so lautet: "Ich renn seit 45 Jahren zu RWE und hab alle Dorfvereine in der Umgebung schon gegen uns ertragen müssen. Manchmal frag ich mich, ob ich irgendeinen verfxxxten S/M-Fetisch in mir trage und RWE im Grunde genommen dankbar sein muss... Hier krieg ich das Quälmich-Jahresprogramm für unter 500 Euro! Wenn ich mich von irgendeiner Chantal jede Woche verprügeln lasse, wird das fast unbezahlbar." Passend!

Sa. 17.10.2015 14:00 - Wormatia Worms vs Waldhof 0:1
Im Zuge der Bahn-Aktion, in der haufenweise 19-Euro-Tickets rausgehauen wurden, hatte ich mich von Dominik anstiften lassen, mit dem führenden nationalen Schienenverkehr-Dienstleister nach Ludwigshafen zu fahren, wo die Wormatia einige Spiele aufgrund von Arbeiten im eigenen Ground austragen muss. Daher möchte ich der verehrten Leserschaft, die Story der Anreise nicht verheimlichen. Dass ich nicht, wie gebucht und bezahlt, von Essen starten konnte, da das kürzlich abgefackelte Mülheimer Stellwerk den Schienenstrang zwischen Essen und Duisburg, der meistbefahrene Deutschlands, beinahe komplett lahmgelegt hat, will ich mal ausklammern. Also zunächst mal mit dem Auto nach Duisburg. Daraus resultierte aber das nächste Problem. Aufgrund ungewollter Fehl-Info - aus der Unwissenheit meines Mitfahrers resultierend - konnte der angeratene Parkplatz nicht genutzt werden, da das Gebiet um den Osteingang des Duisburger Hauptbahnhofes weiträumig als Anwohner-Parkzone deklariert ist. Als dann endlich ein legaler Stellplatz gefunden wurde, waren es nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt, die ich fröhlich im straffen Tempo bis zum Bahnsteig joggte. Gut, dass noch eine gewisse Rest-Kondition in meinem ausgemergelten Corpus schlummert, sonst hätte das wohl kaum geklappt. Gut dreißig Sekunden vor der regulären Abfahrtszeit traf ich am Gleis ein und wollte in unseren Zug stürmen, der auch auf der Bahnsteig-Anzeigetafel angekündigt war. Zum Glück fing mich Dominik mit den Worten "So früh hätte ich Dich gar nicht erwartet" ab und wies mich darauf hin, dass unser Zug zwar angezeigt ist, aber ein ganz anderer eingefahren war. Merda Deutsche Bahn! Nun denn - für mich die Chance einen Kaffee zu holen. Und als ich wieder auf dem Bahnsteig eintraf, stand Dominik schon in der Tür des wartendes Zuges, der auf dem gegenüberliegenden Gleis gehalten hatte, was auch schon 'frühzeitig' bei Einfahrt des Zuges durchgesagt wurde. War doch schon mal ein guter Start. Danach lief erst einmal alles reibungslos, wenn man mal davon absieht, dass der planmäßige Zwei-Minuten-Halt in der Landeshauptstadt ohne ersichtlichen Grund auf acht ausgedehnt wurde, so dass selbst mein normalerweise seelenruhiger Mitfahrer kurz davor stand, die Fassung zu verlieren. Schlimm war die Verzögerung aber eigentlich nicht, da die Fahrpläne nach unserer Buchung eh neu ausgeknobelt worden waren und wir bei unserem Umstieg in Köln ausreichend Puffer hatten. Dort - übrigens das erste Mal in meinem Leben, dass mein Zug nicht vor Einfahrt in den Hauptbahnhof sinnlos ein paar Minuten auf der 'Hohenzollernbrücke' rumgestanden hat - mussten wir nur auf die andere Seite des Bahnsteigs wechseln, wo der ICE nach Mannheim schon zum Einsteigen bereit stand. Aber eben nur bereit, denn die Türen waren noch verschlossen, obwohl es nur noch drei Minuten bis zur Abfahrt waren. Nach einigen Minuten wurde ein zweiter Zug-Teil angekuppelt und man durfte einsteigen. Auf die Abfahrt warteten wir dennoch vergeblich. Nach etwa eine Viertelstunde gab es dann mal eine Durchsage, dass sich die Abfahrt "aufgrund technischer Probleme 'etwas' verzögert" und mit exakt 27 Minuten Verspätung setzten wir uns in Bewegung. Am Start-Bahnhof!!! Bild Allerdings nur um bis zum ersten Halt 'Bonn/Siegburg' noch je zwei Mal knapp zehn Minuten sinnlos in der Botanik rumzustehen. Danach lief es aber endlich normal und mit auf den Kopp fünfzig Minuten Verspätung trafen wir in Mannheim ein. Hut ab, auf 2:12 Stunden Fahrzeit glatte fünfzig Minuten Verspätung. Ssänk ju for Deutsche Bahn! Nun verstand ich auch, warum Dominik unbedingt so früh fahren wollte. Sehr weitsichtig, mein Guter. Wir waren jetzt zufällig genau im richtigen Moment angekommen, um mal ein Auge auf den Corteo der Waldhof-Fans über die ‚Konrad-Adenauer-Brücke‘ zu werfen. Bild War nix Umwerfendes - vor allem hätte ich aufgrund der überraschen guten sportlichen Situation mehr Teilnehmer erwartet, aber ich hab auch keinen echten Überblick über die Mannheimer Szene. Zeitig waren wir am und im 'Südweststadion'. Joa! Das ist mal ne Bombe. Der Waldhof kehrte zu einer alten Wirkungsstätte zurück. In den 80ern hatten die Mannheimer in Ermangelung einer eigenen bundesligatauglichen Spielstätte hier die Heimspiele in ihrer siebenjährigen Zugehörigkeit zum Oberhaus ausgetragen. Ein riesiges Oval, in dem nur die Haupttribüne überdacht ist. Da das Stadion nach dem Bundesliga-Abstieg der Waldhöfer so gut wie nie mit voller Auslastung genutzt wurde, wurde auch nichts daran und dafür getan und der Gammel nahm seinen Lauf. Bild Erst Ende des letzten Jahrzehnts, als der Stadtteil-Verein aus Oggersheim in die Regionalliga aufstieg, wurden Haupttribüne und ein (Gäste-)Block auf der Gegenseite renoviert. Der Rest des beinahe sozialistisch anmutenden Kessels ist abgesperrt und verranzt. Anmut und Glanz vergangener Zeiten dampfen hier aus jeder Ritze. Bild Ich wiederhole mich, aber in so einer Bude kann ich meinen Lieblingssport mal richtig genießen, da kann keine Hochglanz-Arena mithalten. Auch der Bereich unter der Haupttribüne sieht noch aus, wie er vor dreißig Jahren ausgesehen haben muss. Der Gäste-Anhang ließ es zum Einlauf der Teams ordentlich qualmen. Ich hatte eigentlich keinen starken Support erwartet, denn so schön die alten Stadien sind, sind sie halt der Akustik meist nicht förderlich, aber die Waldhof-Buben legten - an den Umständen gemessen - über die gesamte Spielzeit einen ordentlichen Auftritt hin. Ihr Team machte es ihnen leicht, denn, auch wenn der Kick recht niveauarm war, bestimmte es die gesamte Partie und setzte den notwendigen Treffer, um die drei Punkte einzusacken und die Tabellenspitze zu halten. Der kleine Wormatia-Anhang war nicht der Rede wert und kam natürlich nicht zur Geltung. Trotzdem beachtlich, dass auch kleinere, nahezu bedeutungslose Vereine oft einige aktive Fans hinter sich wissen. Dass man vor Ort die eine oder andere bekannte Nase traf, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Die Bahn brachte uns erstaunlich komplikationslos mit nur wenigen Minuten Verspätung zurück in den Pott.

So. 11.10.2015 15:00 - KFC Uerdingen 05 vs Rot-Weiss Essen 1:4 n.V.
In der zweiten Runde des Niederrheinpokals führte es meinen Herzensclub nach Uerdingen. Da drohte das frühe Aus bei einem nicht ganz normalen Oberligisten. Allerdings hatte der KFC ja offensichtlich auch noch nicht die Bestform erreicht. Bild Ob das rotbedingte Fehlen von Star-Stürmer Mo Idrissou ein Vor- oder Nachteil sein sollte war auch nicht so sicher, denn so waren die Gastgeber schwerer auszurechnen. Und schlagen muss man sie ja eh alle, wenn man im nächsten Jahr wieder DFB-Pokal spielen möchte. Der RWE löste die Nummer aber in den ersten zwanzig Minuten ganz gut und ging nach einem Komplett-Aussetzer in der Uerdinger Deckung verdient in Führung. Nur wenig später fiel aber der Ausgleich und danach war die Geschichte bis zur Verlängerung eine recht ausgeglichene Partie auf mäßigem Niveau. Nun gingen den Gastgebern auf schlechtem, schwer bespielbarem Boden langsam die Kräfte aus, so dass die Roten in einer vergleichbaren Situation wie beim ersten Treffer erneut in Führung gehen konnten. Jetzt brannte nicht mehr viel an und gegen Ende fielen noch Tore Nummer drei und vier. Auch wenn ich schon gefühlte zwanzig Mal in Uerdingen war, bin ich gern in diesem Stadion. Hier hängt schon der leichte Muff des Vergangenen in den Sitzschalen und Beton-Fugen. Und so oder so ist und bleibt die ‚Grotenburg‘ eine beeindruckende Bude.

Sa. 10.10.2015 15:00 - Sparta Nijkerk vs LRC Leerdam 4:0
Sa. 10.10.2015 20:00 - Baronie Breda vs UDI'19 3:1
Eigentlich sollte es gar nicht nach Nijkerk gehen, aber da die FIFA15-Nacht an der Playsi lang war und ich mich aus diesem Grunde erst nach Mittag aus dem Bett befreien konnte, blieb diese Partie die einzig sinnvolle der Auserkorenen, da sie verhältnismäßig nah stattfand und erst um 15 Uhr angepfiffen wurde - die anderen eine halbe Stunde früher. So legte ich mit Dominik eine ziemliche Punktlandung hin. Der Schiri zeigte sich auch flexibel und pfiff wegen uns ein paar Minuten später an. Der Sportpark 'De Ebbenhorst' weicht minimal von der eigentlichen 08/15-Bauweise der holländischen Amateur-Anlage ab. Bild Zwar gibt es auch hier die typische kleine von Stehrängen flankierte Sitztribüne, doch ist das nicht der einzige Ausbau. Auf der Gegenseite erhebt sich das Sozialgebäude, das im Obergeschoss eine vor der Kantine liegende große Terrasse bietet, von der man das Spielgeschehen beobachten kann. Ebenfalls befinden sich hier die erhöhte und überdachte VIP-Sitztribüne und dem ganzen Bau vorgelagerte Stehtraversen. Bild Die Partie wurde auf erschreckend mäßigem Niveau geführt, das anfangs noch ausgeglichen war, mit zunehmender Spieldauer aber immer mehr zugunsten der Gastgeber kippte. Die erzielten nach und nach auch ein paar Treffer, so dass die Anzeigetafel nach dem Abpfiff ein 4:0 vermelden durfte. Das Nervenkostüm des Gäste-Keepers scheint nicht das Beste zu sein, denn dieser legte sich nach vorausgegangener Provokation noch mit Zuschauern an und war kaum zu bremsen. In aller Ruhe schlichen wir nun nach Breda, konnten dort noch die örtliche Frituur-Szene supporten und begaben uns dann zum 'Stadion De Blauwe Kei'. Dieses stellt eine wahrhafte Ausnahme im unterklassigen Bereich dar, denn es handelt sich wirklich um ein Stadion, mit einer großen Sitztribüne und Rängen an allen vier Seiten. Die ehemals ungedeckten Stehbereiche mussten sich aber einem Rückbau unterziehen, wie ich feststellen musste. Bild Findet man im Netz noch reichlich Bilder, die mehrstufige Stehränge zeigen, befinden sich dort aktuell, ein kleiner Bereich auf der Gegenseite ausgenommen, lediglich noch begrünte Wälle. Schade, denn das nimmt der Bude den eigentlichen Charakter. Aber da der Verein seine Glanzzeiten, die ihn sogar bis in den Profi-Fußball führten, lange hinter sich hat, wird die hohe Kapazität nicht mehr benötigt. Und Tribünen bedeuten auch Instandhaltungspflicht, da macht einfacher Rasen deutlich weniger Arbeit. Der vorhandene Ausbau war für die etwa 200 Anwesenden auch vollkommen ausreichend. Im vorgezogenen Spiel der Gruppe C der zweithöchsten Spielklasse der Sonntags-Amateure empfing der VV Baronie die Gäste aus Uden. Bestimmt die Hälfte war der Zuschauer war diesen zugetan, was ungewöhnlich viele waren, da achtzig Kilometer Anreise in der hiesigen vierten Liga schon eine relativ weite Strecke ist. Nach wenigen Minuten wurden die Mitreisenden für ihre Treue belohnt, den UDI ging per Strafstoß in Führung. In der ersten Halbzeit gab es für die Heim-Elf rein gar nichts zu holen, so dass ich mich mit meiner umfassenden Fußball-Sachkenntnis, festlegte, dass „nur ein Wunder den Gastgebern helfen kann!“. Wenn Wunder so unspektakulär ablaufen, sind sie echt nichts Besonderes, denn in der zweiten Hälfte zeigte Baronie ein ganz anderes Gesicht, erzielte Ausgleich und Führung und konnte mit der letzten Aktion ein ‚Empty Net Goal‘ erzielen, als der Gäste-Schnapper bei eigener Ecke mit nach vorne ging.

Do. 08.10.2015 19:00 - Concordia Wiemelhausen vs Rot-Weiss Ahlen 5:6 n.E.
Fußball unter‘m Förderturm. Zwar sieht dieser nicht so aus, weil er zur spezielleren Spezies 'Malakow-Turm' mit massiven Ziegelwänden gehört, ist aber trotzdem einer. Typischer kann die Kulisse eines Fußballplatzes (viel mehr ist es im Bochumer Stadtteil Wiemelhausen nicht) im Ruhrpott wohl kaum sein. Bild Zum Zweitrunden-Kick im westfälischen Landespokal gegen RW Ahlen kamen - vermutlich wetterbedingt - nur 200 Zuschauer. Aus dem Münsterland reisten grad mal zwei Dutzend Leute an, die auch nur am einen oder anderen Vereinsschal zu identifizieren waren. Landesliga gegen Regionalliga hieß die Paarung und der Favorit ging auch mehr oder weniger verdient mit zwei Toren in Führung. Die Concordia blieb aber ständig gefährlich und kam in der zweiten Hälfte zum Anschlusstreffer. In den letzten zwanzig Minuten wurden die Gastgeber immer stärker, drängten die Ahlener schließlich komplett in deren Hälfte und wurden in der letzten Szene der Nachspielzeit mit dem Ausgleich belohnt. Obwohl die Gäste nach einem roten Karton - in der regulären Spielzeit hatte es schon auf jeder Seite je einen Platzverweis gegeben - beinahe die gesamte Verlängerung in Unterzahl durchlebten, passierte in dieser nicht mehr viel, so dass das Elfer-Blötschen die Entscheidung bringen musste. Hie hatte die klassenhöhere Mannschaft das entscheidende Quäntchen Glück.

So. 04.10.2015 15:00 - SG Finnentrop/Bamenohl vs Westfalia Wickede 2:1
Spät entschied ich mich zwischen mehreren Möglichkeiten zur Reise ins Sauerland. Kurz vor Finnentrop traf ich mich mit Katrin - einer Freundin, wohnhaft am Sorpesee - und Hund Henry. Schön, dass das so kurzfristig geklappt hat. Es lebe die Spontanität. Bild Den zahlreichen Sonntagsfahrern sei Dank, erreichten wir den Sportplatz in Bamenohl so gerade eben zum Anstoß. Eintrittskarten gab es mal wieder keine. Normal aber wohl schon. Begründung: Der Typ, der die Tickets druckt, hat die Email mit der Vorlage angeblich nicht bekommen. Daher wurde ohne Ticket-Ausgabe kassiert. Aha. Die Anlage ist nichts besonderes. Ich kann nicht mal wirklich argumentativ begründen, warum ich hier unbedingt mal ein Spiel sehen wollte. Hauptsächlich wohl, weil ich Sportplätze in halbwegs ländlicher Lage sehr charmant finde. Dieser hier bietet als einzigen Ausbau eine kleinere überdachte Stehtribüne. Außerdem gibt es im Sauerland nicht viele Möglichkeiten, Fußball auf höherem Niveau zu schauen. Da lag ich mit diesem Westfalen-Liga Kick dann mal gar nicht so verkehrt. Die Gastgeber sind erst zu dieser Saison aufgestiegen - hier scheint jemand zu viel Geld zu haben. Die Sauerländer gewannen die Partie auf arg abgenutztem Kunstrasen durch zwei schön herausgespielte Tore verdient. Obwohl - so genau kann ich das gar nicht sagen, da das Spiel gekonnt verquatscht wurde.

Sa. 03.10.2015 16:00 - Crefelder SV Marathon vs Hülser SV II 6:0
Mit Björn hatte ich mich während des mittwöchigen Besuches in Bocholt verabredet, den VfL Benrath zu besuchen, da dieser derzeit wegen Sanierung des Kunstrasenplatzes im Stadion spielt. Angeblich. Allerdings war unklar, ob die Erneuerung des Platzes schon abgeschlossen war oder noch nicht. Kontaktaufnahme zum Verein zwecks Absicherung mal wieder schwierig. Lediglich über das berühmteste aller sozialen Netzwerke, kam Kontakt zustande, der aber ergebnislos versiegte. So wurde entschieden, Benrath anzusteuern und im Falle des Falles nach Krefeld zum CSV Marathon auszuweichen. Bild Danke an David für den Tipp. Letzterer war es dann, der - ebenfalls in der Stadion-Hoffnung - während der Anreise mitteilte, dass sich der VfL Benrath kurzfristig zur Austragung auf dem Kunstrasen entschlossen hatte. Bild Also Blinker gesetzt und ab über den Rhein in den Krefelder Stadtteil mit dem so bezeichnenden Namen 'Stahldorf'. Kollege Dominik stieß dort von Langeweile geplagt auch noch kurzfristig dazu. Direkt unter den wachsamen Augen des Verwaltungsgebäudes der 'Deutsche Edelstahlwerke GmbH', darf der Crefelder SV Marathon in einem wunderschönen, beschaulichen wie betagten Stadion um Punkte in der Kreisliga B kämpfen. Aufmerksame Leser wissen, dass ich mit dieser Liga - nicht zuletzt, weil ich selbst auf diesem Niveau gerumpelt habe - nicht viel anfangen kann. Fußball beginnt halt erst zwei, drei Ligen darüber. Aber hier war bei freiem Eintritt mal wieder das Stadion der Star der Veranstaltung. Rund um die Asche-Laufbahn befinden sich vier grasbewachsene Stufen. Auf der Hauptseite gibt es Sitzbänke und in deren Rücken geschützte Steh-Möglichkeiten unter dem Vordach der dahinter befindlichen kleinen Sporthalle. Das ganze liegt idyllisch eingerahmt von Grünzonen und Bäumen. Weniger idyllisch war das auf dem sehr gepflegten Rasen dargebotene. Aber da kann ich wie gesagt auch mal drüber hinweg sehen.

Fr. 02.10.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Viktoria Köln 1:1
Nach so einem Spiel weiß man nicht so recht, ob man zufrieden sein soll oder nicht. Das Spiel war zu keiner Zeit wirklich gut, aber zumindest die Einstellung stimmte. Neunzig Minuten Kampf brachten die Mannschaft ganz nah an den Dreier, aber die nicht besser auftretende Unsympathen-Truppe aus der Domstadt schmiss auch alles rein und erkämpfte sich einen dreckigen Punkt. Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware und als der RWE zehn Minuten nach der Halbzeit in Führung ging, durfte man durchaus Hoffnung schöpfen. Der Ausgleich ein Viertelstunde später entstand zwar glücklich durch eine abgefälschte Bogenlampe, war aber verdient. Danach war die von gut 60-70 Leuten unterstützte Viktoria tonangebend, so dass die Punkte-Teilung in Ordnung geht. Positiv überrascht wurde ich von der Stimmung, denn die war - berücksichtigt man die unklaren Verhältnissen nach dem Rückzug der Ultras - erstaunlich gut. Euphorie ist sicherlich noch nicht angebracht, aber die Kurve scheint sich recht schnell zu ordnen und man kann erahnen, welche Gruppen künftig Verantwortung übernehmen wollen. Es wurde eine gesunde Mischung aus traditionellen und modernen, aber unkomplizierten Gesängen rausgehauen, mit denen man auch die Masse mitnehmen kann. Auf selbstverliebten und nicht auf das Spielgeschehen bezogenen Ultra-Singsang wurde völlig verzichtet. Und genau das ist nach meiner subjektiven Meinung genau der richtige Weg um die Kurve wieder auf Vordermann zu bringen! Sogar eine kleine, wenn auch bescheidene, Fähnchen-Choreo wurde gezeigt. Ein Lebenszeichen. Ich bleibe gespannt, wie sich die Lage weiter entwickelt.

Mi. 30.09.2015 19:30 - Olympia Bocholt vs SV Spellen 3:0
Wie so viele traditionsreiche Amateur-Clubs blickt der FC Olympia auf eine relativ erfolgreiche Vergangenheit zurück. In den 70er und 80er Jahren war man sogar die Nummer eins in der Stadt, musste diesen Status dann aber an den Rivalen 1.FC abgeben. Im neuen Jahrtausend stieg der Verein dann immer weiter ab, bis er schließlich in der Kreisliga A seinen Tiefpunkt fand. Im letzten Jahr gelang zumindest wieder die Rückkehr in die Bezirksliga. In diese ist man in der nun zweiten Saison eher schlecht gestartet. Bild Da kam der SV Spellen, bisher die Schießbude der Liga, als Aufbau-Gegner gerade recht. Die Gäste zeigten allerdings eine erstaunlich gute Leistung und hatte mehrmals die Führung auf dem Schlappen. Aber es ist ja bekannt. Wenn man unten steht und die Dinger vorne nicht macht, rappelt es irgendwann hinten. So auch heute und das gleich drei Mal, so dass Olympia einen viel zu hohen Sieg in einem eigentlich recht ausgeglichenen Spiel erringen konnte. Star der Partie war eh das 'Olympia-Stadion'. Einmal mehr eine wunderschöne Anlage in der unteren Fußball-Region. Sehr schön liegt das Stadion am Stadtrand nur einen Steinwurf vom Stadion des Rivalen 1.FC. Rundherum wird das Spielfeld von ein paar Stufen gesäumt. Auf der Hauptseite befindet sich eine zwar ungedeckte aber doch stattliche Steh-Tribüne die im oberen Bereich mit dem Club-Heim abschließt. Ich wiederhole mich gerne. In diesem Ambiente ist ein Fußballspiel für mich ein wahrer Genuss, egal wie das Gebolze auf dem Rasen ausfällt. Für diesen Ausflug schloss ich mich Sascha und Björn aus der verbotenen Stadt an. Vor Ort traf ich dann noch auf meinen rot-weissen Nebenmann Marcel. Manchmal würde Kommunikation ja echt helfen, dann hätte man auch gemeinsam anreisen können.

Di. 29.09.2015 19:30 - Rhenania Bottrop vs Blau-Weiß Oberhausen-Lirich 0:2
Im ersehnten Kreispokal begrüßte die Bezirksliga-Truppe der Rhenania den Landesligisten aus Oberhausen-Lirich, bekannt für seinen streitbaren Übungsleiter Thorsten Möllmann, der es ja schon zu überregionalem Ruhm in Zeiglers TV-Sendung gebracht hat. Obwohl der klassentiefere Verein den Kick über weite Strecken bestimmte, blieb der Gäste-Coach aber ruhig. Kurz vor der Halbzeit ging der Favorit durch ein lupenreines Abseitstor in Führung. Bild Mal ehrlich - wenn man drei Meter Abseits nicht sieht, dann kann ich mir auch die Ansetzung eines kompletten Schiri-Gespanns schenken. Rhenania hatte in Hälfte zwei mehrfach die Chance zum Ausgleich, fing sich aber stattdessen durch einen Konter zehn Minuten vor dem Ende den Knock-out. Die 'Sportanlage Arenberg/Fortsetzung' ist beinahe Nobel zu nennen. Bild Hierhin zog die Rhenania vom dioxin-belasteten nur dreihundert Meter entfernten Platz an der Horster Straße und verfügt nun über ein nobles Vereinsheim und ein nicht weniger nobles Sozialgebäude. Die Anlage macht wirklich gut was her, wirkt nur etwas steril. Auf der Hauptseite befinden sich drei Stufen, die teilweise Sitzplätze bieten und durch Pavillons vor schlechtem Wetter geschützt sind. Auf der Gegenseite bieten sich lediglich Steh-Möglichkeiten. Die Flächen hinter den Toren sind begehbar, aber nicht für den Aufenthalt vorgesehen. Aufgewertet wird der Hauptplatz - es gibt noch einen Ascheplatz - durch an drei Seiten künstlich aufgeschüttete hohe Wälle, die wohl dem Lärmschutz dienen sollen, auch wenn die Anlage in einem Gewerbegebiet mit nur wenig Misch-Anteilen liegt. Der merkwürdige Name der Sportanlage rührt von der hier ehemals befindlichen Zeche 'Arenberg/Fortsetzung', die mittlerweile vollständig zurückgebaut ist. Eine schöne Kulisse bietet der auf der benachbarten Abraum-Halde befindliche Tetraeder, ein futuristisches Stahl-Gerüst für Aussichtszwecke.

So. 27.09.2015 13:00 - Brøndby IF vs FC København 1:0
So. 27.09.2015 18:00 - FC Nordsjælland vs Aarhus GF 2:0
Früh um halb sieben ging es im Quartier in Hamburg aus den Federn. Also ich finde mein Hobby ja echt super! Macht (meistens) absolut Laune. Aber dieses ständige frühe Aufstehen macht mich echt madig. Aber hilft ja nix. Bild Is ja kein Kindergeburtstag. Um halb acht waren wir bei Christian, der den Fahrdienst übernahm und via Fehmarn und Rødby erreichten wir um halb zwölf den Kopenhagener Vorort Brøndby. Zum dänischen High-end-Derby war der Vorzeigeclub aus der Hauptstadt zu Gast. Der FC København ist ein Fusionsclub aus den Traditionsvereinen KB und B1903, die sich Anfang der 90er Jahre zusammenschlossen, um den Negativtrend aufzuhalten. Auch Brøndby entsprang einer Fusion. Diese liegt aber über 50 Jahre zurück. Brøndby war eher durchschnittlich in die Saison gestartet, während der FCK punktgleich mit dem Tabellenführer war. Das 'Brøndby Stadion' hat gut 29tsd Plätze, von denen heute knapp drei Viertel besetzt wurden. Dieses Spiel schürt optisch wie akustisch natürlich immer große Erwartungen, die in der Regel auch erfüllt werden. So gab es auch heute einiges zu sehen. Die 'Sydsiden Brøndby' arrangierte eine höchste aufwändige Choreo. Bild Bild Über die eigene Hintertor-Tribüne und je zwei Drittel der Geraden wurden riesige bemalte Stoffbahnen hochgezogen, welche die Kulisse einer römischen Gladiatoren-Arena ergaben. Der mittlere Choreo-Teil der Hintertor-Tribüne war durch ein weiteres Element überlagert, das einen Gladiator zeigt auf den ein Löwe zuspringt. Dieser Teil fiel dann und es war der Löwen-Torso ohne den offensichtlich abgetrennten Kopf zu sehen. Dann wurde ein weiteres Element vom Rasen bis unter das Dach gezogen, das den siegreichen Gladiator mit blutverschmiertem Schwert zeigt, der den Löwenkopf triumphierend in die Höhe hält. Untermalt wurde das mit einigen Bengal-Fackeln. Das war - genau wie die Choreo des FCK beim letztjährigen von mir besuchten Heimspiel - eine absolute Wahnsinns-Nummer. Ganz großes Kino und annähernd perfekt inszeniert. Die Geschichte stellte natürlich eine Anspielung auf das Wappen der Gäste dar, das einen stilisierten Löwenkopf zeigt. Außerdem enthält das Kopenhagener Stadtwappen zwei Löwen. Dazu fiel ausgeklügelte Detail-Verliebtheit auf. Der Unterleibs-Schild des Gladiatoren zeigte die römische Zahl 1964, das Entstehungsjahr von Brøndby IF. Und der Choreo-Teil der Haupt-Tribüne zeigte den Eingang zu den Arena-Katakomben genau über dem Spielertunnel. Absolute Klasse! Unglaublich, was für einen Aufwand die Kurven betreiben. Keine Ahnung wo dieses 'Wettrüsten' noch hinführen wird. Es scheint, als wäre das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Als besonderer Clou wurde die kleine Einlauf-Show der Gäste noch gestört, in dem von der Gegen-Tribüne einige gelbe Rauchfackeln vor den Away-Sektor geworfen wurden, die die Sicht in Sekunden vernebelten. Bild Bild Bild Der Gäste-Anhang reagierte aber souverän und geduldete sich mit der Vorstellung bis der Rauch abgezogen war. Dann wurde zunächst eine Zettel-Choreo gezeigt, die ansatzlos von einer Fähnchen-Choreo abgelöst wurde. Das war für einen Away-Kick absolut okay. Viel mehr ist ja auswärts selten möglich und erst recht nicht bei sogenannten Risiko-Spielen. Die sportliche Vorstellung konnte dann nicht im Ansatz mit dem Geschehen auf den Rängen mithalten. Es entwickelte sich eine wohl der Bedeutung der Partie geschuldete Gurkerei erster Güte. Hüben wie drüben gelang kaum eine gute Aktion und das Spiel litt unter vielen Unterbrechungen. Bei diesem Spiel wurde den Gäste-Fans erstmals ein kleinerer Bereich angeboten. Für diesen wurden nur 1.400 Tickets verkauft, so dass der Gäste-Anhang nicht so zahlreich erscheinen konnte, wie es wohl in der Vergangenheit der Fall war. Trotzdem konnten sich die FCK-Supporter akustisch sehr gut, wenn nicht gar besser in Szene setzen, weil die Mitmach-Quote dauerhaft bei 80 bis 90 Prozent lag. Subjektiv begünstigt wurde der gute Eindruck, dass der Gäste-Bereich etwas näher zu mir lag als der die Heim-Kurve. Trotzdem holte Brøndby bei Weitem nicht das heraus, was die zahlenmäßige Überlegenheit hergegeben hätte. Vielleicht war man noch zu geflasht von der eigenen Show. Zu Beginn der zweiten Halbzeit brannte der Gäste-Anhang einen Haufen Bengalen ab. In der Heim-Kurve brannte es eigentlich das ganze Spiel über. Immer wieder wurde mal eine Fackel oder ein Blinker angerissen. Diese 'Ein-Fackel-Politik' stößt bei mir ja auf Unverständnis. Wenn man den ganzen Krempel stattdessen auf einmal zünden würde, wäre das ein beeindruckendes Bild. Nach etwa einer Stunde nahm der Kick dann ordentlich Fahrt auf und es war zu spüren, dass die Messe noch nicht gelesen war. Die Gastgeber nahmen das Heft in die Hand und erspielten sich Chancen. Aber auch der FCK war mit Kontern nun gefährlich. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende wurde Brøndby dann für den Einsatz belohnt und würgte den Ball irgendwie über die Linie. Fünfzehn Minuten war es nun eine richtig intensive Geschichte. Der Hauptstadt-Club vergab noch eine irre Dreifach-Chance und der Rest war Jubel in blau und gelb. Brøndby rettet damit die Ehre, den Fans die nächsten Tage und sich selbst die Chance doch noch oben mitzuspielen. Absolut geniale Nummer. Wenn man solche Events erleben darf, fühlt man sich in seiner Leidenschaft bestätigt. Bemerkenswert fand ich noch, dass das zwischen Rängen und Spielfeld lediglich ein hüfthöher Stabgitterzaun installiert ist. Es geht also auch ohne Gäste- oder Heim-Käfige. Wir hatten nun ausreichend Zeit, uns 25 Kilometer nach Norden zu bewegen. Im 'Farum Park', einer kleinen gesichtslosen Fußball-Arena in der gleichnamigen Kleinstadt empfing der FC Nordsjælland den Traditionsclub Aarhus GF. Bild Der FCN ist ein Projekt, in dem sich acht kleinere Vereine zusammen geschlossen haben, die aber alle unabhängig weiter bestehen und 'nur' ein Profi-Team mit dem Ziel betreiben, Nachwuchsspielern eine bessere Perspektive zu bieten und sich gemeinsam besser zu vermarkten. Verdammte Axt, das ist ja wohl mal Kommerz-Scheiß par excellence. Zu allem Überfluss konnte dieser 'Club'(?) vor drei Jahren tatsächlich den Meistertitel erringen. Zu normalen Spielen finden sich um die 3tsd Zuschauer ein. Heute soll es fast das doppelte gewesen sein, was ich angesichts spärlich gefüllter Ränge in Frage stellen möchte. Diese Veranstaltung war dann auch der krasse Gegensatz zum vorher Erlebten. Im Heim-Bereich versuchte eine Hand von Hanseln Stimmung zu erzeugen und mit ein paar Doppelhaltern und Trommeln einen auf 'Kurve' zu machen. Ähm nee... war nix. 'Kurve' geht dann doch anders. Der Rest war Popcorn fressendes Klatschpappen-Publikum. Im Gästebereich fanden sich gut 200 AGF-Supporter ein - deutlich mehr als ich erwartet hatte. Dabei handelte es sich aber auch zu einem Teil aus Umland-Fans, wie eine Zaunfahne verriet. Aktiv betätigten sich aber leider nur gut 50 Leute, denen mit zwei schnellen Heim-Toren nach katastrophalen Abwehr-Schnitzern der Zahn gezogen wurde. Uns übrigens auch. Wenn ich nicht eh zur Halbzeit abgehauen wäre, wäre ich ganz sicher zur Halbzeit abgehauen. Ehrlich - ich schaue mir normalerweise auch solchen Hafer immer über neunzig Minuten an. Das kann mit 'Berufs-Ehre' begründen oder mit dem Ansporn sich ein objektives Bild über die gesamte Spielzeit verschaffen zu wollen. Oder damit, dass ein Fußballspiel eben 90 Minuten plus X dauert oder dass man ja was verpassen könnte. Bei dieser Offenbarung empfand ich es - wie die beiden Gefährten auch - aber als völlig legitim, nach 45 Minuten abzuhauen. Das war einfach nur Grütze. Da freue ich mich doch schon auf Kreispokal vor 50 Zuschauern unter der Woche. Das ist 1000 Mal wertvoller als diese Folter hier. Lediglich die Gäste-Anhänger hätten den Respekt verdient gehabt zu bleiben, da es sich dabei augenscheinlich um echte Fans handelte, aber auch darüber konnte man hinweg sehen. Also Abmarsch und verpasst haben wir eh nix mehr. Ein weiteres Positiv-Argument war, dass Dominik und ich ja noch bis in den Pott mussten. Wir erreichten die Fähre um viertel vor neun und trennten uns von Christian um kurz nach elf in Hamburg. Um halb drei durfte ich dann meine Wohnungstür aufschließen und mich über noch fünf Stunden Schlaf freuen - Dominik noch weniger. Damit beginnt man die neue Woche doch direkt richtig erfrischt. Aber - die Schluss-Veranstaltung ausgeblendet - war das mal wieder eine super Tour mit viel Spaß und einem absoluten Kracher-Derby, dass jeden Minute des Aufwandes rechtfertigte!!!

Sa. 26.09.2015 15:00 - Blumenthaler SV vs ESC Geestemünde 1:0
Der Weg nach Hamburg führt für Dominik und mich auf einen Abstecher in den Bremer Norden, genauer gesagt in den Stadtteil Blumenthal. Dort befindet sich das Burgwall-Stadion, eine beschaulich im Grünen liegende Anlage. Auf einer Seite wurde über die gesamte Lange des Spielfeldes eine überdachte Tribüne errichtet, die allerdings beinahe ausschließlich stehend genutzt werden kann. Bild Bild Die Rückwand der Tribüne wurde von (vermutlich lokalen) Künstlern gestaltet, was ein etwas abstraktes Bild ergibt, denn normalerweise würde man dort Graffitis oder Schmierereien erwarten. Während sich die eine Kurve zum Eingangs-, Catering- und Kabinenbereich öffnet, ist die andere Kurve nur schwer zugänglich, weil dort einfach wächst was so wächst. Die Gegenseite bietet eine geräumige Naturtribüne, die im unteren Bereich mit unbefestigten Stufen befestigt wurde. Schöner Widerspruch in sich - passt aber. Etwa 130 Personen wollten sich diese Oberliga-Partie ansehen. Das Niveau war überraschenderweise nicht so mäßig, wie ich es erwartet hatte. Die Heim-Mannschaft spielte gegen das Bremerhavener Gäste-Team deutlich überlegen und vergaß nur das Tore-Schießen ein wenig. Aber auch ein einziger Treffer bringt drei Punkte, wenn man hinten die Null hält. Damit bleibt die noch junge Saison-Weste sauber. Mit vier Siegen aus vier Spielen sind die Blumenthaler erst einmal oben dabei.

Di. 22.09.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs Fortuna Düsseldorf II 3:2
Heute bin ich in 45 Minuten drei Jahre gealtert. Zugegeben, ich fiebere bei den Spielen meines Herzensclubs zur Zeit nur selten richtig mit. Auch gestern nicht und bei den Toren, auch nicht beim relativ späten und wichtigen Siegtreffer, hat es mich nicht aus meinem Sitz gerissen. Aber vergebene Torchancen in einem engen Spiel, wenn es denn die berühmten 'Tausendprozenter' sind, nehmen meine Nerven dann doch massiv in Anspruch. Dabei hat die Mannschaft nach dem Rückstand zu Halbzeit in der zweiten Hälfte endlich mal eine Trotzreaktion gezeigt und ein ansprechendes Angriffsspiel aufgebaut. Aber drei glasklare Dinger - inklusive eines Elfmeters - wurden verballert bis Sommer-Neuzugang Behrens endlich mal seinen ersten Treffer im rot-weißen Trikot erzielte und den Roten einen verdienten Sieg bescherte. Kann man nur hoffen, dass auf dieser Leistung aufgebaut wird, dann kann es langfristig vielleicht was werden. Auf der 'Alten West' regt sich auch was. Es scheint sich nach der Auflösung der Ultras eine Gruppe das Ziel gesetzt zu haben, sich um das Thema Stimmung zu kümmern. Hat in der zweiten Hälfte - natürlich noch auf bescheidenem Niveau - schon mal ganz gut geklappt. Wird spannend sein, diese Entwicklung zu beobachten.

Sa. 19.09. bis Mo. 21.09.2015 - Luton & Göteborg
Kurzer Trip über England nach Göteborg. Einen kleinen Bericht findet Ihr HIER.

Mi. 16.09.2015 19:00 - FC Kray vs Viktoria Köln 2:2
Die Roten spielten bei der U23 des 1.FC Köln. Aber hinsichtlich des wieder einmal so oder so atemberaubenden Saisonstarts und der hochattraktiven Spielweise konnte ich mich nicht aufraffen. Selten, dass ich ein RWE-Spiel nicht wahrnehme, wenn ich die Gelegenheit dazu habe. Bild Aber die aktuelle Situation ist auch (mal wieder) nicht sehr geeignet einem wahre Freude am Spielbesuch zu vermitteln. Dazu das zu erwartende Verkehrs-Chaos im Berufsverkehr rund um Köln. Nee echt nicht. Stattdessen eibelte ich mal die paar Kilometer quer durch die Stadt an die Buderusstraße, wo die zweite Essener Kraft die Unsympathen-Truppe von der falschen Rhein-Seite empfing. Den kleinen Krayer Ground kannte ich mit der Tribüne noch nicht. Während der ersten Hälfte ging dann regentechnisch die Welt unter. Kann ja dem Kunstrasen auch nicht viel anhaben. Das in nicht zu weiter Entfernung vorbeiziehende Gewitter übersah der Referee geflissentlich. Auf Heim- wie Gästeseite versammelten sich die üblichen kleinen Support-Gruppen, die sich im Pöbeln gegenseitig in nix nachstanden. Schön asi. Die Domstädter hatten zunächst ein wenig Mühe mit dem ungewohnten Geläuf, bekamen die Partie dann aber in den Griff und gingen in Führung. In Hälfte zwei dasselbe Bild. Aber wie das so ist, wenn man die zweite Bude macht, kamen die kämpfenden Krayer zwanzig Minuten vor dem Ende zum Ausgleich und gingen drei Minuten später gar in Führung. Die Viktoria konnte noch egalisieren, aber die Krayer behielten einen unerwarteten und kämpferisch verdienten Punkt. Konnte der RWE nur von träumen, der offenbar ohne allzu große Gegenwehr in der Rhein-Metropole verlor.

Sa. 12.09.2015 14:00 - SSVg Velbert 02 vs Rot-Weiss Essen 0:1
Sa. 12.09.2015 20:00 - KFC Oosterzonen vs RFC Liége 1:1
An der Sonnenblume in Velbert war ich vor einigen Jahren das letzte Mal. Dann kann man auch mal dem überschaubar erfolgreichen Herzensclub hinterher fahren. Sind ja eh nur dreißig Kilometer. Obwohl die Sonnenblume nicht gerade eine spektakuläre Anlage ist, gehört sie definitiv zu den besseren Regionalliga-Spielstätten. Bei ansprechendem Wetter wie heute macht das Fußball schauen hier Spaß, sogar wenn das eigene Team beteiligt ist. Bild Auch wenn die Leistung der Roten am heutigen auch noch nicht das Gelbe vom Ei war, habe ich durchaus ein paar Fortschritte gesehen. Luft nach oben ist aber noch reichlich. Vor dem Hintergrund, dass die Gastgeber einen sehr guten Saisonstart hingelegt und heute erst die zweite Niederlage kassiert haben, war der Erfolg sicher nicht selbstverständlich und wurde mit der nötigen Prise Glück hart erarbeitet. Es folgen nun zwei weitere Auswärtspartien bei den U23-Teams der rheinischen Rivalen aus Köln und Mönchengladbach, die allerdings ohne mich stattfinden werden. Danach wird man wohl halbwegs wissen, ob man diese Saison noch vorsichtig nach oben schielen oder sich (un)entspannt zurücklehnen darf. Zur Abendgestaltung sammelte ich Dominik am altbekannten Treffpunkt ein und dann ging die Reise nach Oosterwijk, einem Ortsteil von Westerlo im Süden der Provinz Antwerpen. Der Dorfclub KFC Oosterzonen hatte den RFC Liége zu Gast, fünfmaliger belgische Meister und bis zur Insolvenz Anfang der 90er Jahre recht erfolgreich. Internationale Bedeutung erlangte der Club aber dadurch den ablösefreien Wechsel des Spielers Jean-Marc Bosman nach Auslauf dessen Vertrags abgelehnt zu haben, worauf der Spieler klagte und vor dem Europäischen Gerichtshof Recht bekam. Bild Die als 'Bosman-Urteil' bekannte Entscheidung besagt, dass Spieler nach Ablauf ihres Vertrags ablösefrei zum Vereinswechsel berechtigt sind und ein Recht auf freie Arbeitsplatzwahl haben. Dieses Urteil hatte weitreichende Folgen für Wechsel-Reglements in allen Sportarten. Nur Herr Bosman hatte nicht mehr viel davon, da er kurz nach Rechtsgültigkeit des Urteils als Folge der Streitigkeiten seine Karriere beenden musste. Tragische Ironie. Der RFC Liége krebste danach lange in den höheren Amateurklassen rum und konnte erst vor einigen Jahren einen kleinen Höhenflug hinlegen, der aber nach zwei Jahren in der zweiten Liga endete und den Club wieder in die vierte Liga spülte. Nach dem Aufstieg in diesem Jahr befindet man sich wieder auf drittklassiger Ebene und scheint solide aufbauen zu wollen. Natürlich erfreut sich der RFC - wenn auch im langen Schatten von Standard Liége stehend - immer noch großer Beliebtheit und bringt zu den Auswärtsspielen immer eine größere Zahl Fans mit. Dass die 100 Kilometer nach Oosterwijk 'nur' etwa 250 Fans mitmachten, war fast eine Enttäuschung, ist aber für Belgien immer noch eine sehr gute Zahl. Die Jungs machten auch ganz ordentliche Stimmung und ihr Team ein ganz ordentliches Spiel, vor allem in Hälfte eins. Weil aber auch die Gastgeber nicht schlecht unterwegs waren, reichte es im kleinen Dorf-Stadion nur zum leistungsgerechten Unentschieden.

Do. 10.09.2015 19:30 - SuS Niederbonsfeld vs Heisinger SV 2:1
Spätsommerliches Wetter unter der Woche drängt mich ja doch immer auf die Provinz-Plätze dieser Region. Der im westlichsten Hattinger Stadtteil Niederbonsfeld ist allerdings ein ganz beschaulicher. Liegt ja auch schon in den Ausläufern des Bergischen Lands. Bild Die Anlage ist für Zuschauer allerdings nur auf einer Seite begehbar. Dort findet man eine mehrstufige Stehtraverse vor. Hinter den Toren hat man auf Zugänge verzichtet und auf der Gegenseite begrenzt die Bahnlinie nach Wuppertal das Areal. Der hier beheimatete SuS ist (neben den Sportfreunden aus Niederwenigern) einer von zwei Hattinger Clubs, die im Essener Fußballkreis Südost mitkicken. Ist geographisch auch sinnvoller und die Fahrten sind kürzer als in den betreffenden Bochumer Kreis. Nach ein paar Bezirksliga-Abstechern spielen die Gastgeber wieder in der höchsten Kreisliga. Mit den Gästen stellte sich ein Liga-Kontrahent vor. Die Heisinger waren eigentlich siebzig Minuten das etwas bessere Team. Aber Fußballspiele werden durch Tore entschieden und da wer der SuS einfach effektiver. In der Schlussphase hätte die Geschichte deutlicher werden können, als die Gäste konditionell abbauten, aber mit der Chancenverwertung ist das ja oft so ne Sache.

So. 06.09.2015 15:00 - TuS Schmidt vs Germania Lich-Steinstraß 1:4
Der Wunsch nach einem beschaulichen Kick auf einer nicht minder beschaulichen Anlage verschlug mich nach Schmidt. Bild Das ist nicht etwa der Nachbar schräg gegenüber, sondern ein Ortsteil der Stadt Nideggen am Rande der Nordeifel. Der dort ansässige TuS schaffte es immerhin, sich um die Jahrtausendwende ein paar Spielzeiten in der Verbandsliga zu halten. Nach einem finanziell bedingten Total-Absturz ist man mittlerweile auf Bezirksliga-Niveau angekommen. Der Landesliga-Absteiger aus Jülich erwies sich allerdings als eine Nummer zu groß. Obwohl die Spielanteile eigentlich ausgeglichen waren, zeigten sich die Gäste einfach abgeklärter, frischer, zielstrebiger. Eigentlicher Grund des Besuchs war natürlich das nette kleine Stadion, dass vorrangig durch seine hohe Natur-Tribüne besticht. Auf dem Damm dieser Tribüne findet man einen kleinen Unterstand, während im Eck zur nördlichen Hintertorseite eine befestigte und überdachte Tribüne errichtet wurde, in die auch Einrichtungen zur kulinarischen Versorgung integriert wurden, die aber derzeit ungenutzt bleiben. Diese Aufgabe wird durch das Clubheim des wuchtigen Warmgebäudes auf der Hauptseite übernommen. Auf der Gegenseite findet man einen kleinen Erdwall. Die südliche Kopfseite ist nicht begehbar. In dieser Art wird man in Deutschland nicht viele Sportplätze finden. Schickes Ding.

Fr. 04.09.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs FC Wegberg-Beeck 1:0
Bild Völlig verunsichert und ideenlos spielte sich die Truppe einen ziemlichen Senf zusammen. Das Bemühen war den Roten nicht abzusprechen, aber ebenso wenig war zu übersehen, dass die Niederlage in Wattenscheid ihre Spuren hinterlassen hatte. Jeder andere Gegner hätte daraus wohl Kapital geschlagen, aber die Gäste präsentierten eindrucksvoll ihre Liga-Untauglichkeit und warum sie bisher nur deutliche Niederlagen einstecken mussten. Ein Punkt in Essen wäre trotz der dürftigen rot-weissen Performance auch nicht verdient gewesen und so fiel zwei Minuten vor Ende, als sich eigentlich schon alle mit der Blamage abgefunden hatten, doch noch der Siegtreffer. Dieser war auch irgendwie durchaus verdient, da die Wegberger im gesamten Spiel nicht eine gefährliche Offensiv-Aktion zustande brachten. Für die tapferen Horden aus Wegberg wurde sogar der Gästeblock geöffnet.

Mi. 02.09.2015 19:30 - SC Südlohn 28 vs TuS Wüllen 3:1
Bild Im westlichen Münsterland hat beinahe jeder Verein an seinem Hauptplatz ein kleines Tribünchen stehen. Der SC Südlohn von 1928 bildet da keine Ausnahme. Leider gab es mal wieder keine Eintrittskarte. Zum Nachholspiel der Kreisliga A empfing man den TuS aus Wüllen, einem Ortsteil von Ahaus. Die Gastgeber zeigten sich deutlich überlegen und ließen nix anbrennen. Ebenso wie der Mann am Grill, der seine Aufgabe souverän erledigte. Genauso köstlich wie das Wurstbrätprodukt im Kunstdarm waren die Kommentare der älteren Zuschauer-Generation. Geht manchmal schon schwer Richtung Comedy, was da so auf's Feld gerufen wird. Schon nach 25 Minuten stand es 2:0 und nur aufgrund mangelnder Chancenverwertung des SC 28 waren die Gäste überhaupt noch im Spiel. Nach dem schnellen 3:0 in Hälfte zwei musste die Führung nur noch verwaltet werden. Zumindest Ergebniskosmetik konnte der TuS noch betreiben.

Di. 01.09.2015 20:15 - SG Wattenscheid 09 vs Rot-Weiss Essen 3:0
Dass das Ergebnis gegen die Feierabend-Truppe aus Erndtebrück eine Ausnahme war und es nicht in ähnlichem Rhythmus weitergehen würde, war klar. Trotzdem schien es, als ob die Mannschaft das gewünschte Selbstvertrauen aus dieser Partie gezogen hat, denn die ersten zwanzig Minuten sah es gut aus und der Gegner wurde unter Druck gesetzt. Ziemlich aus dem Nichts fiel dann der Führungstreffer für die SGW und schon in dieser Szene war ersichtlich, dass die bis dato wenig beschäftigte Essener Abwehr bei schnellem Spiel der gegnerischen Offensive - wie auch in den bisher gesehenen Spielen - Probleme bekommen würde. Das merkten leider auch die Bochumer Vorstädter und verwandelten die rot-weisse Hintermannschaft nach und nach in einen panischen Hühnerhaufen. Das 2:0 zur Halbzeit schmeichelte den Gastgebern trotzdem noch, aber da sich bis auf dreiminütiges Aufbäumen nach der Pause nicht viel änderte, fuhren die Schwarz-Weißen einen verdienten Sieg ein. Vermute ich zumindest. Denn nach 55 Minuten war dann mal Schluss für mich. Sollte ich viel öfter machen - abhauen, wenn ein positiver Spielausgang unmöglich erscheint. Schont die Nerven. Dummerweise harre ich normalerweise bis zum Abpfiff aus und die Spiele, von denen ich in dreißig Jahren RWE früher abgehauen bin, kann man sicherlich an zwei Händen abzählen. Schuld an der Niederlage ist eh die mich begleitende Herzdame. Die Roten tun sich in ihrer Anwesenheit immer wieder erstaunlich schwer Das Erhoffte blieb also aus und das Befürchtete trat ein. Mit Wegberg und Velbert warten nun zwei Gegner aus der Kategorie 'machbar' - wenn es diese Kategorie aus rot-weisser Sicht denn momentan gibt. Sollte sich in diesen Partien keine positive Entwicklung in Form von Treffsicherheit der Offensive und Stabilisierung der Abwehr zeigen, wird mir vor den dann folgenden Gegnern aus dem oberen Tabellen-Drittel Angst und Bange.

Sa. 29.08.2015 18:30 - VfL Fosite Helgoland vs SSC Hagen Ahrensburg 5:5
In meinem Fußballkopf setzen sich hin und wieder merkwürdige Ideen fest. Eine davon war schon länger, ein Spiel auf Helgoland, der - wenn auch geographisch nicht ganz korrekt, da die beiden zu Helgoland zählenden Inseln zum Bereich des Festlandsockels gehören - einzigen deutschen Hochseeinsel zu sehen. Das ist leider nur im Rahmen eines Freundschaftsspiel möglich, was die Groundhopping-Polizei nun natürlich auf den Plan rufen wird. Bild Aber wie die meisten Besucher dieser Plattform ja wissen dürften, sehe ich mein Hobby eben als solches an und unterwerfe es nicht irgendwelchen ungeschriebenen Regeln. Zeitlicher wie monetärer Aufwand für diesen Spielbesuch rechtfertigen schon allein, diesen Ground 'zählen zu dürfen'. Am Ende bescheißt sich ja auch jeder eh nur selbst. Die Herzdame begleitete mich auf diesem Trip, den wir zu einem kleinen Wochenend-Urlaub ausbauten. Da die Spieler der Insel-Hobby-Truppe des VfL Fosite bedingt durch den Tourismus auch am Wochenende einer Tätigkeit nachgehen, kann erst nach Abreise der vielen Tagesbesucher angestoßen werden. Die Folge ist, dass man um eine Übernachtung nicht herum kommt, denn die Schiffe fahren zwischen 16.00 Uhr und 16.30 Uhr zurück zum Festland und die letzte Propellermaschine verlässt Helgoland um 18.20 Uhr. Bild Helgoland selbst hat vor allem durch die beiden Weltkriege eine bewegte Geschichte, denn durch die perfekte Lage inmitten der Deutschen Bucht, bekamen die Inseln natürlich herausragende strategische Bedeutung. Der durchgeknallte Onkel Addi wollte hier sogar einen riesigen Marine-Stützpunkt, eine Art deutsches Pearl Harbour errichten. Gut, dass es bedingt durch die Kriegs-Niederlage dazu nicht kam. Allerdings zerbombten die Engländer in ihrer Paranoia den Archipel nur wenige Tage vor Kriegsende völlig, besetzten diesen, und versuchten die militärische Infrastruktur, insbesondere das weitläufige Bunkersystem zwei Jahre nach Kriegsende mittels einer der größten jemals statt gefundenen Sprengungen total zu zerstören. Gelang aber nur so halbwegs. Danach wurde das Eiland als militärisches Testgebiet genutzt. 1952 bekamen die Helgoländer ihre Inseln dann endlich zurück und bauten alles neu auf. Bild Im Rahmen einer Führung durch den Zivilschutz-Bunker bekommt man die spannende, hochinteressante Insel-Geschichte detailliert erläutert. Der namenlose Sportplatz der Insel liegt beeindruckend unterhalb der Klippen. Zur Klippenseite wurde eine mehrstufige Stein-Traverse errichtet, die man sowohl stehend als auch sitzend nutzen kann. Der Platz befindet sich auf dem in den zwanziger Jahren künstlich gewonnenen Inselteil im Nordosten. Da man ja mit seinen 'Sorgen' beinahe nirgendwo auf der Welt alleine ist, traf ich unter den vierzehn interessierten Zuschauern einen Gleichgesinnten. Manchmal ist es unglaublich. Christian aus Bückeburg brauchte allerdings den dritten Versuch, um hier einen Kick zu sehen. Da hatte ich ausnahmsweise mal mehr Glück. Da man aber die Anstoßzeit nur mit äußerster Mühe heraus bekommen kann und diese dann auch recht großzügig gehandhabt wird, glaubte ich auch erst an die Austragung, als ich die Akteure auf dem Platz entdeckte. Bei bestem Wetter endete die Partie bedingt durch eingeschränkte Fähigkeiten, mangelnde Ordnung und von jeglicher Taktik befreiter Spielweise gerecht oder ungerecht mit 5:5. Unabhängig von der Qualität der Darbietung wird dieser Kick ein besonderer in meiner Spiel-Historie bleiben.

Fr. 28.08.2015 19:30 - Rot-Weiss Cuxhaven vs VfL Stade 1:0
BildDer Sportplatz "Kampfbahn" in Cuxhaven verfügt über eine betagte schöne Holztribüne. Errichtet wurde die Anlage 1950. So alt ist der gastgebende Verein allerdings noch lange nicht, da dieser 1990 aus der Fusion dreier Cuxhavener Clubs entstand. Bild RWC kickte eine kurze Zeit lang auf Oberliga-Niveau, entpuppte sich dort aber als Fahrstuhl-Mannschaft, bis man vor drei Jahren in der Bezirksliga strandete. Als Gegner stellte sich der VfL Stade vor, der auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Das niveau-arme Spiel hätten die Gäste eigentlich gewinnen müssen, aber beste Möglichkeiten blieben ungenutzt. Als Krönung wurde ein Elfer verschossen. "Wenn nicht die, dann wir" dachte sich dann wohl die Heim-Elf und schloss einen Konter zum glücklichen Sieg ab. Neben der Holztribüne findet man Steh-Traversen, wie auch auf der Gegenseite. Die Kurven bieten keinen Ausbau, was aber dem gemütlichen Charakter der Anlage nicht entgegen steht. Zusammen mit der Herzdame wurde dem Bolz entspannt zugeschaut und mit Pils-Bier und einem wirklich leckeren Nackensteak abgerundet.

Mi. 26.08.2015 19:30 - Cronenberger SC vs SC Velbert 2:0
BildZum Derby (so bezeichnete der gastgebende Verein diese Partie selber) empfing der Wuppertaler Traditionsclub Cronenberger SC die Gäste vom Sportclub Velbert. Nach meiner Meinung sollte eher der Vergleich mit dem Liga-Gefährten aus der selben Stadt, dem TSV Ronsdorf, Derby-Charakter haben - aber gut. Es entwickelte sich eine sehr intensives und schnelles Spiel, das sehr gut anzusehen war. Der CSC hatte leichte Vorteile, die besseren Chancen und ging nach einer halben Stunde verdient in Führung. Das Bild änderte sich in der zweiten Hälfte nicht großartig, auch wenn die Gäste in der Schluss-Viertelstunde noch einmal alles reinwarfen. Die Wuppertaler vergaben aber beste Konterchancen und erzielten erst mit der letzten Aktion des Spiels den entscheidenden zweiten Treffer. Der 'Horst-Neuhoff-Sportplatz' liegt recht kuschelig in einer kleinen Talmulde im Grünen. Auf jeder Längsseite findet man vier Stufen Stehrang, hinter denen sich auf der Hauptseite Kabinentrakt und Clubheim befinden. Insgesamt eine sehr schöne Sportanlage.

Di. 25.08.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs TuS Erndtebrück 9:1
Im Herbst des Jahres 1991 fegten die Roten den Kölner Verein SC Brück - einer der Vorgänger des heutigen nicht sehr beliebten künstlich belebten FC Viktoria Köln - im Flughafenstadion mit 9:1 vom Platz. Dieses war der höchste RWE-Sieg in einem Liga-Spiel, den ich bisher erleben durfte. Seit gestern hat dieses 24 Jahre zurück liegende Schützenfest Gesellschaft. Wenn der Club deines Herzens gegen den TuS Erndtebrück antreten 'darf', weißt Du wie es um ihn steht. Mehr Provinz geht wohl nicht. Sicher, man muss anerkennen, was der kleine Club aus dem 7tsd-Einwohner-Ort erreicht hat, aber als Gegner möchte man diesen ja doch nicht haben. Bild Zumal solche Spiele ja undankbar sind und gerne in die Hose gehen. Die Erndtebrücker schienen auch bemüht und gewillt, die Partie aktiv mitzugestalten, zeigten sich aber offensiv viel zu harmlos. Im Gegensatz zum glorreichen RWE, der die Geschichte spätestens Mitte der ersten Hälfte im Griff hatte. Neben dem merkwürdigsten Eigentor, das ich je gesehen habe, trafen die Rot-Weissen drei weitere Male - aber ins richtige Netz. Knackpunkt für das Scheibenscheißen war dann der Elfer in Minute fünfzig, nebst harter aber regelgerechter roter Karte. Mit dem verwandelten Strafstoß zum 4:1 brachen bei den Gästen alle Dämme, so dass diese einem nachher wirklich leid tun konnten. Sah wohl auch der Schiri so, der pünktlichst abpfiff und dem damit dem deutlich sichtbaren Bemühen der Roten, auch noch den zehnten Treffer zu markieren, einen Riegel vorschob. Schöner Abend, aber eben doch nur eine Momentaufnahme ohne Maßstab. Es bleibt dabei - um den Aufstieg wird der RWE wohl nicht mitreden können. Wäre schön, wenn ich diese Aussage in einigen Wochen revidieren muss.

So. 23.08.2015 15:00 - Kevelaerer SV vs Viktoria Winnekendonk II 3:1
Betreffend des niederrheinischen Ortes Kevelaer denkt der deutsche Normal-Otto wohl zunächst an Wallfahrten. Trotzdem ich mich als gläubigen Menschen bezeichnen möchte, war aber weder die große Basilika noch die Gnadenkapelle mein Ziel, sondern in Begleitung meiner Herzdame das ganz ansehnliche 'Hülsparkstadion'. Bild Dieses verfügt über eine mehrstufige Steh- und eine ebensolche Sitztribüne. Letztere wird durch ein aus mehreren Bögen bestehendes Kunststoffdach vor der Witterung geschützt. Leider gurkt der gastgebende KSV nur in der Kreisliga B, was ja jetzt nicht so mein Jagdgebiet ist. Da ich aber der Herzdame versprochen hatte, mit ihr mittags ein Western-Reitturnier in Kamp-Lintfort zu besuchen, passte der Ausflug ganz gut dazu. Hinzu kommt, dass der KSV gar nicht so oft im Stadion spielt, sondern mittlerweile überwiegend auf einer reizlosen funktionellen Sportanlage. Die Aktiven gaben sich erfreulicherweise trotz der hohen Temperaturen große Mühe und legten eine ansprechende Partie hin. Möglicherweise weil es sich durchaus um ein Derby handelte (Anm. von mir selbst: Ist in der Kreisliga B nicht irgendwie alles ein Derby?). Zwar war der Halbzeit- auch schon der Endstand, aber der Kick blieb bis zum Abpfiff unterhaltsam.

Do. 20.08.2015 20:50 - FC Viktoria Pilsen vs Vojvodina Novi Sad 3:0
Der nach der Siegesgöttin benannte Club aus der Stadt, die dem weltweit wohl beliebtesten alkoholhaltigen Getränk seinen Namen gab, empfing in der letzten K.O-Runde vor der Gruppenphase der 'Europa League' den nordserbischen Vertreter aus Novi Sad. Die Gäste wurden von circa 400 Anhängern begleitet, die ihren chancenlosen Club mit den typischen kehlig-rauchigen Stimmen neunzig Minuten eisern unterstützten. Bild Von böhmischer Seite war die Stimmung gemessen am üblich-traurigen tschechischen Niveau erstaunlich gut und wurde von einer kleinen Choreo zum Einlauf der Teams gekrönt. Das hatte ich insgesamt magerer erwartet. Bild Ebenso die Kulisse, die beinahe ausverkauft meldete. Vom alten Stadion im typischen sozialistischen Stil sind nach dem Umbau vor wenigen Jahren leider nur noch die respektable doppelstöckige Haupttribüne und das große Marathontor auf der Gegenseite übrig geblieben. Letzteres verbirgt sich aber hinter der neuen Gegentribüne die zusammen mit den neuen Hintertor-Tribünen ein nichtssagendes 'U' bildet. Im Gesamtbild ist die Bude trotzdem recht nett. Besonderheit des alten Stadions war, dass es nur zwei sehr hohe Flutlichtmasten hatte, jedoch trotzdem über vier Lichtgruppen verfügte. Neben den üblicherweise an der Spitze der Masten befestigten Flutlichtern, befanden sich weitere etwa in der Mitte des Mastes. Schade, dass ich es nicht geschafft habe, das alte Stadion noch zu erleben. Nach dem deutlichen Hinspiel-Resultat benötigen die Gäste nun ein kleines Wunder, um in die Gruppenphase einzuziehen.

Mi. 19.08.2015 17:00 - TJ Jiskra Domazlice vs FK Banik Most 1:0
In Domazlice, nahe der Grenze zur deutschen Oberpfalz, begrüßte der heimische TJ Jiskra den abgestürzten ehemaligen Erstligisten aus dem tschechischen Nordwesten. Bild Die leicht favorisierten Gastgeber ließen nie einen Zweifel daran aufkommen, wer die Partie gewinnen wird, so überlegen gestalteten sich die Verhältnisse auf dem Rasen. Nur an der Verwertung der Torchancen sollte man ein wenig feilen, denn am Ende stand ein dünnes 1:0 an der mickrigen Anzeigetafel. Obwohl sie nicht den Hauch einer Chance hatten, bestürmten die Gäste-Spieler den Referee nach dem Abpfiff, als wären sie nach allen Regeln der Pfeifkunst betrogen worden. Vier erkennbare Away-Fans nahmen das gesamte Geschehen wort- und regungslos hin. Die um 25% stärkere Fraktion des Heim-Support feierte Sieg und Mannschaft gebührend. Das 'Stadion Strelnice' ist nicht hochspektakulär, hat aber doch gewissen Charme. Es handelt sich um ein großes, von einem natürlichen zu einer Seite abfallenden Rasenwall umgebenes Oval mit einer recht geräumigen überdachten Tribüne mit integrierten Kabinen und Vereinslokal. Tipp an die ältere Dame am Klobasa-Grill: üben! Hat ewig gedauert.

Di. 18.08.2015 19:00 - SpVgg SV Weiden vs FC Amberg 0:2
BildNoch 2009 spielte die SpVgg Weiden gegen den BVB im DFB-Pokal und schied mit einem achtbaren Ergebnis aus. Nur ein Jahr später musste der Verein Insolvenz anmelden. Mittlerweile ist der Nachfolge-Verein nach ein paar Saisons in unteren Ligen und einer Fusion wieder in der Oberliga angekommen. Bild Zum Oberpfalz-Derby in der zweiten Runde des bayerischen Landespokals wurde der Regionalligist FC Amberg vorstellig. Dieser wurde seiner Favoritenstellung gerecht und entschied den Vergleich durchaus verdient für sich, wenngleich die Gastgeber auch ihre Chancen hatten. Unter den etwa 1.400 Zuschauern versammelten sich für beide Clubs je circa 15 aktive Anhänger im fortgeschrittenen Alter, die nicht nur oldschool supporteten, sondern auch entsprechend aussahen. Lediglich der Weidener Trommler war erst ungefähr 14 Jahre alt und gab alles. Das Stadion am Wasserwerk ist nach Modernisierungsmaßnahmen ein schnuckeliger reiner Fußball-Ground. Eine überdachte Sitztribüne für eintausend Personen wird von Stehrängen gesäumt, die hinter dem östlichen Tor vom Sozial-Gebäude unterbrochen werden.

Mo. 17.08.2015 20:15 - 1.FC Nürnberg vs TSV 1860 München 2:2
Man glaubt es kaum, aber ich war noch nie im 'Frankenstadion'. Ich hatte mir diesen Besuch eigentlich immer aufgeschoben, um mal das urbayerische Duell zwischen dem 'Glubb' und dem Rekordmeister aus der Landeshauptstadt zu sehen. Aber einerseits dürfte es dauern, bis dieses Duell wieder zustande kommt, andererseits passte mir der aktuelle Kick gut in den Plan und nicht zuletzt ist die Begegnung mit den 'Löwen' auch nicht so unattraktiv. Bild Das sahen außer mir über 36tsd Leute genauso, davon gut eintausend Anhänger des blauen Münchner Clubs. Trotz vorhandener Laufbahn finde ich die achteckige Anordnung der Hütte mit den doppelrangigen Tribünen sehr charmant. Außerdem gibt es hier noch richtige Flutlichtmasten, was mittlerweile durchaus etwas besonderes ist, da Stadien mit Lichtmasten ja leider zu den aussterbenden Arten gehören. Dazu halte ich die Nürnberger Kurve für eine der momentan besten des Landes. Bild Diese zeigte zu Spielbeginn eine mehrteilige Choreographie zum zehnten Todestag von Maximilian Kerner, einer Kultfigur der Stadt, der als fränkischer Lyriker und Club-Fan seinem Verein ein Lied schrieb und sich damit auf ewig in die Club-Geschichte eintrug. Die Löwen waren in der ersten Hälfte das aktivere Team und gingen mit dem Pausenpfiff verdient in Führung. Nach dem Wechsel erzielten die Gäste das vermeintliche 2:0, das aber wegen zweifelhafter Abseitsstellung keine Anerkennung fand. Im direkten Gegenzug fiel der bittere Ausgleich. Doch damit nicht genug. Zehn Minuten später stellten der FCN die Partie auf den Kopf. So ist Fußball. Immerhin konnten die Sechz‘ger noch einen Punkt retten - genau in dem Moment, als der Löwen-Anhang eine kleine Pyro-Einlage zeigte. Der Gäste-Support war eher durchschnittlich, während mir die Heim-Kurve gut gefallen hat. Mein Platz war exakt gegenüber des FCN-Anhang und trotz des weitläufigen Areals kam die Atmosphäre gut rüber. Es wurde neunzig Minuten aktiv supportet und die Lautstärke war meist sehr ordentlich. Vor dem Spiel zeigte sich wieder wie klein die Welt doch ist. Denn als ich mich im 'Dokumentationszentrum Reichsparteitag' mit der NS-Geschichte befasste, lief ich direkt mal Kevin aus Wuppertal in die Arme, der mit Freundin auch zum Spiel in der Stadt weilte. Schöner Zufall, der sich kurz darauf gleich wiederholte, als wir uns unabgesprochen im selben Block des Stadions wieder trafen...

So. 16.08.2015 17:30 - VfB Stuttgart vs 1.FC Köln 1:3
Im Jahre 2003 besuchte ich zum einzigen Male das Stuttgarter 'Neckarstadion', das zu diesem Zeitpunkt 'Gottlieb-Daimler-Stadion' hieß. Ich erlaube mir hier einen kleinen Exkurs, da mit diesem Besuch ein besonderes Erlebnis seinen Lauf nahm. Anlass war der Achtelfinal-Auftritt meiner internationalen Liebe Celtic FC beim gastgebenden VfB. Nach einem 3:1-Sieg der Schotten im Hinspiel, war der Fisch nach einer schnellen 2:0-Away-Führung dann auch früh gegessen, auch wenn der VfB die Partie noch zum 3:2-Sieg drehen konnte. Im Viertelfinale schafften die 'Hoops' es dann, den großen Liverpool FC aus dem Wettbewerb zu kegeln und auch Boavista Porto konnte im Halbfinale den unerwarteten Siegeszug nicht stoppen. Bild So fand ich mich dann mit zwei Bekannten, die ihr Herz ebenfalls an den Club irischer Einwanderer verloren hatten, im Mai des Jahres beim Finale in Sevilla wieder. Gegner war der FC Porto, was ein Glück war, denn über Celtic bzw die uns bekannten Jungs eines Supporters Clubs an Tickets zu kommen, war aussichtslos. Celtic bekam ein Drittel der 52tsd Final-Tickets zugeteilt. Es gab aber über 100tsd Anfragen. Und da kamen die Portugiesen ins Spiel, denn während jeder Celtic-Supporter, der ein Ticket zugesprochen bekam, auch froh war dieses zu haben, verhökerten nicht wenige Porto-Anhänger ihre Karten auf dem Schwarzmarkt. Schande über sie aber gut für uns, denn so konnten wir drei Tickets erwerben. Zugegeben - bis heute die teuerste Eintrittskarte, die ich je gekauft habe, aber mit (ich meine mich zu erinnern) 150 Euro für diesen Event noch erträglich. Zumal die Chancen, dass Celtic jemals wieder ein europäisches Finale erreicht, nicht allzu gut stehen. Letztlich waren drei Viertel der Zuschauer in Grün und Weiß und nur ein Kürvchen in portugiesischer Hand. Dazu waren haufenweise Schotten ohne Ticket angereist - es sollen 75tsd Celtic-Anhänger in Sevilla gewesen sein - die dem Team bei diesem besonderen Spiel einfach nur nahe sein wollten. Leider ging es äußerst unglücklich mit 2:3 in der Verlängerung gegen die damals von Mourinho gecoachte Truppe verloren. Heute sieht das Stuttgarter Stadion anders aus als damals, weshalb ich mich auch entschlossen hatte, hier mal wieder anzutischen. Bild Damals existierte nämlich noch die Laufbahn des Mehrzweck-Stadions. Nach dem Umbau vor einigen Jahren ist die heutige 'Mercedes-Benz-Arena' bekanntermaßen ein reines Fußball-Stadion. Mit dem 1.FC Köln war heute ein regelrechter Angstgegner zu Gast, denn in Liga-Spielen konnte der VfB gegen den EffZeh seit beinahe zwanzig Jahren daheim nicht mehr gewinnen. Bild Daran änderte sich nichts. Nach aufregendem Beginn mit mehreren Aluminium-Treffern hüben wie drüben, bestimmte der VfB die Partie, vergab aber beste Chancen. Bedingt durch einige Abstimmungsprobleme in der Stuttgarter Abwehr und Kölner Effizienz fuhren die ersten Punkte der neuen Saison mit in die Domstadt. Der Gästeblock zeigte zu Beginn eine kleine Choreo und legte dann einen guten Dauer-Support hin. Die 'Cannstatter Kurve' enttäuschte dagegen. Eigentlich halte ich die VfB-Szene für eine gute, aber um meine Meinung zu unterstreichen kam optisch und akustisch deutlich zu wenig. Abschließend sei noch die Bemerkung erlaubt, dass ich in Deutschland noch keine Stadt erlebt habe, die eine chaotischere Verkehrsführung und beschissenere Ampelschaltung vorweisen kann, als die schwäbische Metropole.

Di. 12.08.2015 20:30 - KFC Dessel Sport vs RFC Antwerp 0:3
Im Januar hätte ich diesen Ground beinahe schon abgehakt. Der kleinere Verein des Städtchens musste gegen Beerschot-Wilrijk aufgrund der hohen Anzahl Gäste-Anhänger in die Bude des Zweitligisten ausweichen. Das Wetter wollte aber nicht, dass der Kick auch angepfiffen wird. Die heutige Partie war ein guter Anlass, den Besuch zu erneuern. Für die Gäste, die ja eh in relativ großer Zahl reisen, war es das erste Saisonspiel. Den RFC Antwerp und meinen RWE verbindet die zu Saisonbeginn immer wieder aufflammende Hoffnung auf bessere Zeiten. Bild Auch daher war der Gästebereich mit 1200 Leuten sold out. Viele weitere Away-Sups verteilten sich im Heimbereich, so dass letztlich gut die Hälfte der anwesenden 3800 Zuschauer für den RFCA die Daumen drückte. Den Support hätte ich ein wenig aktiver und besser erwartet, aber wir waren ja auch in Belgien und für die dortigen gemäßigten Verhältnisse, war das schon deutlich überdurchschnittlich. Der aktive Heim-Sektor bestand aus zwei fahnenschwenkenden Jugendlichen. Auf dem Spielfeld nahm der Traditionsverein sofort die Initiative. In keiner Sekunde konnte man Zweifel, dass die Punkte in die Hafenstadt entführt werden. Das Endresultat gibt ziemlich genau das Kräfteverhältnis wieder, so überlegen agierten die Gäste, die nach dem Abpfiff dementsprechend euphorisch von ihrem Anhang gefeiert wurden. Es ist dem Verein wirklich zu gönnen, dass er bald wieder in die erste Liga aufsteigt – er wäre dort definitiv eine Bereicherung. Aber bitte erst in der übernächsten Saison, denn sollte der KFCO Beerschot seinen Siegeszug fortsetzen, kommt es in der nächsten Spielzeit zu zwei hochattraktiven Antwerpener Stadt-Derbys, die der neutrale Beobachter sehr gerne sehen würde.

So. 09.08.2015 16:00 - Rot-Weiss Essen vs Fortuna Düsseldorf 1:3 n.E.
DFB Pokal – das frühe Saison-Highlight. Was wurde ein Hype um die Partie gemacht. Was die Entscheidungsträger der Exekutiv-Kräfte und aus der Politik teilweise von sich gaben, ließ einem die Haare zu Berge stehen. Das grenzte teilweise an unreflektierte Polemik. Als Außenstehender musste man den Eindruck kriegen, dass zwei rivalisierende Terror-Einheiten aufeinander trafen. Klar steckte Zunder in der Partie. Klar kann uns Fortuna nicht leiden und wir die Fortuna nicht. Bild Aber letztlich ging es um ein Fußballspiel. Sicher hätte es auch anders kommen können, aber bis auf szeneübliche Rauchentwicklungen im Stadion blieb alles ruhig. Viel Theater um nix. Nur 17500 Tickets durften verkauft werden. Über 3tsd weniger, als die Bude aufnehmen kann. Einnahmeverlust für nix und wieder nix. Lassen wir das. Bild Die Stimmung war großartig. Zumindest auf rot-weisser Seite, denn Fortuna blieb weitestgehend deutlich hinter den Erwartungen. Trotzdem freue ich mich immer, wenn ein gut gefüllter Away-Sektor Paroli bietet. Die Heimseite gab , naja nicht alles, aber doch sehr viel. Oft, sehr oft, stieg der ganze Heim-Anhang in den aktiven Support ein. Bei wichtigen Spielen brennt die Hütte dann doch noch. Die Ultras haben sich entschieden in abgespeckter Form weiter zu machen und die Kurve zu organisieren. Sehe ich als erklärter Ultra-Kritiker erst einmal positiv. Vielleicht ist ein gebremster Einsatz genau der richtige Weg. Prinzipiell hätten die Roten den Kick für sich entscheiden können. Die Chancen waren da. Vor allem mein erklärter Lieblings-Stürmer Marcel Platzek machte eine ganz starke Partie. Wenn man aber ein Elfer-Bolzen vergeigt obwohl der eigene Schnappmann zwei Dinger entschärft, dann hat man es auch irgendwie nicht verdient. Dazu war die Fortuna ja nicht schlechter und hielt vor allem in der Extra-Time trotz Unterzahl gut dagegen und kam zu dicken Chancen. Unter dem Strich bleibt ein couragierter und ermutigender Auftritt, den ich zwar erhofft, aber so nicht erwartet hatte. Weiter so. Und mal die Bude treffen!

Sa. 08.08.2015 14:00 - SV Saar 05 Saarbücken vs Eintracht Trier 0:3
Sa. 08.08.2015 18:00 - Excelsior Virton vs White Star Bruxelles 2:1
Bild Das ‚Ludwigsparkstadion‘ zu Saarbrücken wird ab Beginn des kommenden Jahres umgebaut und sein Gesicht beinahe völlig verändern. Nur die hohe Gegentribüne wird bestehen bleiben. Die Haupttribüne neu gebaut. Ebenso gibt es neue Hintertor-Tribünen, die direkt an das Spielfeld heran gesetzt werden. Das alte weitläufige Rund bleibt bestehen, da genügend Platz ist, um die Tribünen in den Innenraum zu setzen. Die bevorstehende Veränderung war Grund genug, diesen Wahnsinns-Ground noch einmal zu besuchen. Meine bisherigen Visiten liegen zwanzig Jahre zurück, als ich den Roten ins Saarland folgte. Und der Eindruck wurde erneuert: dieses Stadion ist ein absolutes Brett!! Einziger Schönheitsfehler des heutigen Besuchs war, dass eben nicht der FCS sondern der kleine frisch in die Regionalliga aufgestiegene Stadtrivale Saar 05 Gastgeber war. Bei Risikospielen – wie heute gegen die menschenfressenden Horden aus Trier – muss der SVS 05 ins LuPa ausweichen. Zu dieser gefährlichen Ansetzung erschienen letztlich 700 Besucher, davon um die ‚Insane Ultras‘ etwa 250 aus der alten Römerstadt. Diese eröffneten den Kick mit einem Fahnenmeer. Bild Sah ganz ordentlich aus. Danach gab es neunzig Minuten durchgängigen Support, der gemessen an den eigenen Möglichkeiten auch in Ordnung war. Nervig waren nur die gefühlten zwanzig Spruchbänder in französischer Sprache zur Unterstützung der Freunde aus Metz. Wen interessiert das? Bei diesem minderbesuchten Spiel gab es für den Mist doch überhaupt keinen Abnehmer. Egal. Das Away-Team hatte nach ein paar Start-Problemen in der ersten Viertelstunde, in der die Gastgeber eigentlich in Führung gehen müssen (und ich meine ‚müssen‘), alles im Griff und brachte die Partie sicher nach Hause. Die zwei Ex-RWE-Strategen Telch und Koep hatten daran mit einem Tor und einer brillanten Vorarbeit großen Anteil. Weiter ging es ins südwallonische Virton, knapp an der französischen Grenze, ins ‚Stade Yvan Georges‘. Am ersten Spieltag der zweiten belgischen Liga war der Sinnlos-Verein aus der Hauptstadt zu Gast. Eigentlich aus Woluwe stammend spielt man nach ein paar Fusionen ja mittlerweile im ‚Edmond Machtens Stadion‘ des Pleite-Clubs Molenbeek. Letzterer hat ja mittlerweile einen Nachfolger. Es ist zu wünschen, dass dieser Verein einen ähnlichen Weg nimmt, wie Beerschot in Antwerpen, damit er bald wieder in seine Heimat zurückkehren kann. Denn was will ein gesichtsloser Verein wie White Star in so einem großen Stadion, wenn sie nur vor 2-300 Leuten kicken. Weg mit denen! Nach Virton – zugegeben die weiteste Fahrt – waren dann auch nur 5-6 Leute der Kategorie Spieler-Eltern mitgereist. Bild Bild In der Start-Elf der Gäste standen acht dunkelhäutige Spieler. Ein neunter wurde eingewechselt. Ich möchte noch einmal betonen, dass ich unter den richtigen Bedingungen überhaupt kein Problem mit Migrantentum habe, im Gegenteil dieser aktuellen Entwicklung muss man sich konstruktiv stellen, aber wenn bei einem mitteleuropäischen Profi-Verein eine beinahe rein dunkelhäutige Mannschaft auf dem Feld steht, ist das dann ein gelungenes Zeichen von Integration oder läuft da was schief? Kann sich ja jeder selber beantworten. Die Sympathien lagen also ungewollt bei den Gastgebern, die sich aber wohl auch eher als Franzosen denn als Belgier fühlen. Der arg junge Supporters-Block durfte zu Beginn kontrolliert ein paar Rauchtöpfe in den Club-Farben zünden. Der Support steckte dann eher noch – wie passend – in den Kinderschuhen. Auf dem Feld offenbarte sich ein ziemlicher Bolz, den Excelsior verdient für sich entscheiden konnte. Ab nach Hause. Der Frituur-Stop in Eynatten (zeitliche Punktlandung – hinter uns wurde zugeschlossen), wenige Kilometer vor der Grenze rundete den Trip ab.

Fr. 07.08.2015 20:00 - SV Elversberg vs FC Augsburg 1:3 n.V.
Mit Dominik ging es auf einen Kurztrip Richtung Saarland. Schon mehrfach hat mein Herzensclub in Elversberg antreten dürfen. Trotzdem hatte ich noch kein Spiel im ‚Waldstadion an der Kaiserlinde‘ gesehen. Mal hatte ich keine Lust, mal wurde freitags oder unter der Woche gespielt, was den Besuch für den im normalen Rhythmus tätigen Arbeitnehmer nahezu unmöglich macht. Bild Grundsätzlich dürfte die Bude ja nur noch ‚Waldstadion an der‘ heißen, da die namensgebende Kaiserlinde bei einem Frühjahrssturm weiche Knie bekommen hat und nach über 100 Jahren einfach umgefallen ist. Am Stadion wird fleißig gewerkelt. Bild Eine neue Haupttribüne mit Business-Bereich wird errichtet. Dazu wurden die Hangseiten mit reichlich Spritzbeton befestigt. Ab Oktober wird die SVE bis zum Januar in den ‚Ludwigspark‘ in die Landeshauptstadt ausweichen. Keine Ahnung was einen Spielbetrieb für drei Monate unmöglich macht. Die neue Tribüne macht eigentlich einen weit fortgeschrittenen Eindruck. Aus dem Schwäbischen waren etwa 300 Leute mitgekommen, die zunächst sehen durften, wie ihr Team feldüberlegen agierte, aber nicht die zündende Lösung zum Torerfolg fand. Stattdessen hätten die Gastgeber bei zwei dicken Chancen in Führung gehen können. Passierte dann mit etwas Verzögerung wenige Minuten nach dem Seitenwechsel. Der FCA spielte danach auf ein Tor, doch es dauerte bis kurz vor Spielende bis es einschlug. In der Verlängerung ging dem Außenseiter dann langsam die Puste aus, was dem Bundesligisten reichte um mit zwei Treffern den Einzug in die zweite Runde unter Dach und Fach zu bringen.

Di. 04.08.2015 20:15 - Ajax Amsterdam vs Rapid Wien 2:3
Amsterdam Arena zum Dritten. Bereits zwei Mal bin ich zur Europapokal-Spielen dorthin gereist. Das erste mal Anfang des Jahrtausends, um meine internationale Liebe Celtic FC zu supporten. Und das zweite Mal vor einigen Jahren um mir den wohlklingenden Sound des Anhangs von PAOK Saloniki um die Ohren singen zu lassen. Der heutige Auftritt der Anhänger von Rapid Wien war ein guter Anlass, um sich mal wieder hierhin zu verirren. Also machte sich unter meiner fachkundigen und souveränen Lenkrad-Führung eine Autobesatzung auf den Weg, die nebst mir aus Eintracht-Fan Alex aus Düsseldorf, Sascha, sowie Dominik nebst Freundin bestand. Damit waren wir nur aber ein Bruchteil der zu diesem Spiel gereisten 'Szene-Leuten'. Zog mal wieder haufenweise Süchtige an, der Kick. Bild Im Gästeblock im Oberrang Nord versammelten sich die zu erwartenden 2.500 Wiener, die akustisch mit 90minütigem Support klar die Oberhand behalten sollten. Keine Überraschung, denn die Support-(Nicht-)Qualitäten der niederländischen Kurven sind ja bekannt. Nur in der Anfangsphase und vielleicht weitere zwei oder drei Male wurde es laut, wenn der Ultra-Block um die Jungs von 'VAK 410' im Südost-Eck des Oberrangs das ganze Volk zum Mitmachen bewegen konnte. Die Ultras alleine waren erschreckend leise. Ein noch schlimmeres Bild gab die zweite (eigentlich) aktive Gruppe 'F-Side' im Unterrang Süd ab. Da kam mal gar nix. Dafür hatte 'VAK410' zumindest beim Einlauf der Teams das optische Highlight für sich. Unter einer einfachen Choreo aus Plastik-Bahnen in den Farben grün, gelb und rot und dem Gruppen-Symbol wurden Rauchtöpfe in denselben Farben gezündet. Bild Grund für die vereinsfremden Farben ist der Umstand, dass sich die Gruppe durch ein prägendes Ereignis beim einem Auswärtsspiel in Cardiff (vereinfacht gesagt wurden die aufgebrachten Ajaxciden mit Reggea-Musik befriedet) der Reggea-Musik verschrieben hat. Auch auf die 'grashaltige' Atmosphäre in der Kurve soll dieses ein Hinweis ein. Diese Farben werden also regelmäßig für Aktionen angewendet. Der dichte Qualm sah ganz ordentlich aus. Bild Rapid zeigte ein schönes Fahnenmeer, hielt sich mit pyrotechnischen Erzeugnissen aber zurück. Zündeln bei Spielen unter UEFA-Leitung ist je so ne Sache - erst recht, wenn eine Gruppe eh unter ständiger Beobachtung steht. Nach dem 2:2 im Hinspiel waren die Gäste unter Zugzwang. Ajax hatte aber den deutlich besseren Beginn und beherrschte das Spiel. Allerdings waren die Offensiv-Bemühungen zu einfallslos und der erste gescheite Konter führte direkt zum Treffer für die Gäste. Das Bild änderte sich nicht und dennoch fiel auch noch das zweite Tor für die Wiener. Der Anschluss-Treffer direkt nach Wiederanpfiff gab dem eh schon unterhaltsamen Kick noch mehr Feuer und eine Viertelstunde vor dem Ende wurden die Bestrebungen der Holländer endlich belohnt. Ich war fest davon überzeugt, dass die Partie nun endgültig kippte, zumal Rapid offensiv kaum stattfand. Doch nur zwei Minuten nach dem Ausgleich ließ die Ajax-Abwehr einen Wiener Angreifer gastfreundlich bis zur Strafraum-Grenze durchdribbeln, von wo dieser die Kirsche sauber ins linke obere Eck nagelte. Das war der spielentscheidende Wirkungstreffer, den die Gastgeber nicht mehr verkrafteten und nichts mehr zuzusetzen hatten. Rapid damit eine Runde weiter. Dem enthusiastischen Anhang ist es zu gönnen. Da die Verkehrs-Leitung nach Spielschluss zu Wünschen übrig ließ und an die Situation nach Events in der Turnhalle der verbotenen Stadt erinnerte, kamen wir spät weg und noch später nach Hause. Bedeutete eine kurze Nachtruhe. Aber irgendwat is ja immer.

Sa. 01.08.2015 14:00 - Rot-Weiss Essen vs SC Wiedenbrück 0:3
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber es entwickelt sich mittlerweile zum Brauchtum... in schöner Regelmäßigkeit bekommt die rot-weiße Aufbruch-Stimmung zu Saisonbeginn erst mal ordentlich eins vor den Sack! Das Ergebnis wird dem Spiel zwar nicht gerecht, aber Anzeigetafel und Tabelle lügen ja nicht. So ein Spiel gegen Wiedenbrück ist ja auch irgendwie eine undankbare Geschichte. Der Gegner ist auf eine Weise immer noch ein namenloser Verein und doch mittlerweile ein etablierter Regionalliga-Club. Haut man ja auch nicht im Vorbeigehen weg - muss man erst mal schlagen. Es lief aber eigentlich. Ohne großen Glanz zu versprühen, hatten die Roten die Partie und den Gegner im Griff, versäumten aber eine der wenigen guten Chancen zu versenken. Mit dem Halbzeitpfiff angelte sich ein rot-weisser Verteidiger dann eine verdiente rote Karte. Die Gäste wussten mit ihrer Überzahl aber nichts anzufangen, so dass die Partie im schlimmsten Fall torlos hätte zu Ende gehen müssen. So weit der Konjunktiv. Stattdessen führte ein Konter zehn Minuten vor dem Schluss zur Gäste-Führung, wovon sich die Mannschaft nicht mehr erholte und sich ziemlich emotionslos in ihr Schicksal ergab. Über 9tsd nicht kaputt zu kriegende Rot-Weiße waren ins Stadion gekommen. Das ist eine durchaus bemerkenswerte Zahl, wenn man die mageren Vorstellungen der letzten Jahre betrachtet. Die Niederlage wird natürlich die Zuschauerzahl beim nächsten Liga-Heimspiel negativ beeinflussen. Dazu pisst mich die Heim-Pleite auch noch persönlich an, denn dieses Stadion ist mein Wohnzimmer. Dort zählt für mich nichts anderes als ein Sieg und ich nehme jede Heim-Niederlage persönlich. Trotzdem zähle ich die Roten eh nicht zu den ernsten Anwärtern auf den Platz an der Sonne. Ich erwarte eine weitere Ananas-Saison, so dass sich meine Enttäuschung in Grenzen hält. Wenn da nicht die eingangs angesprochene Geschichte mit der Hoffnung wäre...

Fr. 31.07.2015 19:00 - SC Willingen vs TSV/FC Korbach 3:1
Vor 17 Jahren war ich das erste und einzige Mal in Willingen. Grund war auch damals durchaus der Fußball. Allerdings wollte ich kein Spiel schauen. Nach einer beeindruckenden Saison mit meiner damaligen Mannschaft, der Zwoten von der DJK Winfried Huttrop, mit zwei Remis, nur einer Niederlage und haufenweise Kantersiegen stiegen wir sensationell in die ...hust... Kreisliga B auf. Bild Das war Grund genug für eine rauschende Abschlussfahrt an den sauerländischen Ballermann. Ich kann mich zwar nur noch an wenige Details des Wochenendes erinnern, aber allein diese hätten ausreichen müssen, dass unsere Mannschaft auch heute noch mit 'Wanted!'-Plakaten in der Region gesucht wird. Konnte aber derartiges nicht entdecken. Der heutige Aufenthalt war kürzer und auch wesentlich solider. Zur Eröffnung der Nord-Gruppe der Verbandsliga Hessen empfing der gastgebende SC, der aus dem örtlichen Skiclub hervor gegangen ist, den Aufsteiger und Nachbarn aus Korbach. Mit knapp 600 Zuschauern war eine angemessene Kulisse im beschaulichen 'Hoppecketalstadion', das über eine ausgebaute Seite mit Stehtraversen und einigen überdachten Sitzgelegenheiten verfügt, erschienen. Nach ausgeglichenem Beginn erarbeiteten sich die Willinger mehr Spielanteile und ein Übergewicht, das vor dem Seitenwechsel zu zwei Toren genutzt wurde. In der zweiten Spielhälfte brachte je eine Strafstoß hüben wie drüben den Endstand, der das Geschehene ziemlich gerecht wiederspiegelt.

Di. 28.07.2015 19:00 - Hammer SpVg vs Rot-Weiss Essen 1:4
Bild Im schon länger auf den Namen eines Kosmetik-Hersteller hörenden 'Mahlbergstadion' zu Hamm nahm ich erstmalig die in der kommenden Saison sportlich aktiven Arbeitnehmer meines Herzensclubs in Augenschein. Die Partie lief den zu erwartenden Kräfteverhältnissen entsprechend. Bild Der ambitionierte Regionalligist war dem soliden Oberligisten deutlich überlegen und das Ergebnis spiegelt die Geschichte auch ziemlich exakt wieder. Während die Gastgeber ganz ordentlich zulangten, spielte der glorreiche RWE eher im Schongang. Testspiele taugen ja für meinen Geschmack eh nix und haben in meinen Augen auch eine gen Null tendierende Aussagekraft, aber wenn ich anhand dieser einen Partie für die neue Spielzeit ein Urteil bilden müsste, würde ich sagen, wir sind nach vorne exzellent aufgestellt und hinten immer mal für einen Bock gut. Kommenden Samstag um 15:48 Uhr wissen wir mehr. Gut 350 Zuschauer wollten den Gurk sehen, davon wohl knapp die Hälfte aus Essen. Hamm verfügt ja grundsätzlich über eine kleine Szene, die aber nur zu wichtigen Spielen aktiv in Erscheinung tritt. Die heutige Nummer gehörte natürlich nicht dazu. Hab's ja schon gesagt... Testspiele halt...

Mi. 22.07.2015 19:30 - TuS Mondorf vs FC Hennef 05 0:11
Nicht restlos überzeugt machte ich mich auf den Weg Richtung Bonn. Aber bei dem schönen Wetter in der Bude kleben zu bleiben, wäre auch verschenkt gewesen. In der ersten Runde der Kreispokale sind normal auch keine Leckerbissen zu erwarten, aber im Kreis Sieg traf der Landesligist aus dem Niederkasseler Stadtteil Mondorf auf den Oberligisten und Ex-Regionalligisten aus Hennef. Machte Hoffnung, dass es einen ganz ordentlichen Kick zu sehen gab. War dann auch so. Zumindest von Seiten der Gäste, denn die zerlegten die Gastgeber nach allen Regeln der Kunst. Bild Meine Verwunderung darüber, dass es einen derartigen Leistungsunterschied zwischen zwei Ligen, in denen auch eigentlich schon sehr ordentliches Leistungsniveau herrscht, geben kann, wich erst, als ich die Worte eines erzürnten Vereins-Mitglieds mitbekam. Den Mann befragte ich mal direkt und die Lösung war, dass der Trainer der ersten Mannschaft sein Team in diesem Spiel aus Angst vor Verletzungen nicht antreten ließ. Den Mann würde ich mal direkt rausschmeißen. Beim Fußball herrscht grundsätzlich Verletzungsgefahr. Seiner These folgend dürfte man also nie zum sportlichen Vergleich antreten. Vielleicht sollte er das Team auch gar nicht erst trainieren lassen, denn auch dabei sollen sich schon Spieler verletzt haben. Ist auch ein Rätsel, warum die Verantwortlichen des Clubs diese Aktion absegneten. Denn dadurch kam die Zwote des Vereins - in der Kreisliga B beheimatet - zu der zweifelhaften Ehre, sich vom Meisterschafts-Kandidaten der Oberliga Mittelrhein eine zweistellige Portion Kirschen einschenken zu lassen. Bringt bestimmt einen riesigen Motivationsschub für die Meisterschaft. Bild Der einzige teilnehmende Akteur der Ersten war der Torwart und genau dieser verletzte sich eine Viertelstunde vor dem Ende schwer an einer Rippe und musste ausscheiden. Der Teufel steckt halt manchmal im Detail. Bitter für den Spieler, aber auch irgendwie gerecht. Da das Wechselkontingent erschöpft war, musste nun ein Feldspieler ins Tor und kurioserweise schaffte es dieser, den Kasten in den verbleibenden zwanzig Minuten sauber zu halten. Die Gäste wurden von den 'Supporters Hennef', etwas mehr als ein Dutzend Personen, unterstützt. Mag ja gut gemeint sein, was die da fabrizieren, aber mit ernsthaftem Support hatte das wenig zu tun. Die gemischte Truppe mittleren Alters wirkte eher wie ein Kegelverein auf Jahrestour. Eintrittskarten gab es mal wieder keine. Das ist leider auch ein ärgerlicher Trend im Amateurbereich. So bekommt die penibel gepflegte Sammlung leider mehr und mehr Lücken. Der 'Sportpark Süd' ist erst wenige Jahre alt. Da hat die Stadt wohl richtig Geld in die Hand genommen. Drei Kunstrasen-Plätze wurden in die Felder am Ortsrand genagelt. Der Hauptplatz mit fettem Vereinsheim mit den Sozialräumen und vier multifunktionellen Stufen auf einer Seite, bietet auch noch Volleyball- und Leichtathletik-Möglichkeiten.

So. 19.07.2015 13:45 - FC Thun vs Grasshopper Club Zürich 3:5
Erst vor vier Jahren wurde die 'Stockhorn-Arena' in Thun eröffnet. Erfreulicherweise wurde die mit einem Fassungsvermögen von 10tsd Zuschauern recht kleine Arena nicht mit einem Sponsorennamen gegeißelt, sondern ist nach dem höchsten Gipfel des nahen Bergmassivs benannt. Sollte man meinen. De facto hat aber die Stockhornbahn die Namensrechte erworben und das Stadion nach dem Berg benannt. Bild Zumindest von außen ist die Arena ganz gut gelungen, von innen erinnert alles ein wenig an die Bude vom FC Ingolstadt, aber was soll auch noch großartig überraschendes erfunden werden?! Grundsätzlich ähneln halt alle neuen Arena-Bauten irgendeiner anderen Arena. Allerdings ist die neue Heimat des FC Thun eine klare Verbesserung zum alten noch existierenden 'Stadion Lachen', das doch sehr an das Kölner Südstadion erinnert. Die Grasshopper wurden von gut und gerne über 700 Leuten begleitet, was für Schweizer Verhältnisse schon ein exzellenter Auswärts-Mob ist. Das Stadion war mit 6tsd Menschen nur knapp über die Hälfte gefüllt, was der Atmosphäre zu gute kam. Der aktive Heim-Sektor besteht ja aus höchstens 100 Leuten, aber die Gesänge aus dem Away-Bereich knallten richtig derbe gut durch den Laden und schallten wie Teufel von den Tribünen zurück. Bild Der GC-Anhang zeigte sich hervorragend aufgelegt. Zum Einlauf der teams erblickte auf beiden Seiten eine kleine Choreo das Licht der Welt. Auf GC-Seite prangte zusätzlich ein Spruchband, dass "Angriff ab der ersten Minute" forderte. Die GC-Spieler nahmen das Motte ihrer Fans ernst und lagen bereits nach zwei Zeigerumdrehungen in Front. Das Motto der Heim-Kurve, das irgendetwas von "neuem Glanz" besagte, war schnell hinfällig, denn was dann in der ersten Spielhälfte ablief, war Balsam für den Gäste-Anhang, vernichtend für die Gastgeber und äußerst kurzweilig für den neutralen Besucher. Als der Schiri zum Pausentee in die Katakomben bat, führten die Gäste mit 5:1. Die Führung war zwar verdient, aber zu hoch, denn die Thuner hatte durchaus ihre (ungenutzten) Möglichkeiten. In der zweiten Hälfte waren die Gastgeber dann deutlich besser unterwegs, aber das Spiel war ungewinnbar. Der GC hatte alles im Griff, so dass lediglich noch Ergebnis-Kosmetik möglich war.

Sa. 18.07.2015 17:45 - FC Luzern vs FC Sion 2:2
Bild Unsere eidgenössischen Nachbarn gehören ja witterungsbedingt immer zu den ersten, die in die Saison starten. Eine Wochenend-Tour bot sich also an. Erstes Ziel war Luzern, wo seit einigen Jahren ein Arena-Bau das alte 'Stadion Allmend' abgelöst hat. Während die Fassade goldglänzend recht spacig rüberkommt - zwei Büro-Türme im gleichen Kleid wurden mit dem neuen Stadion auch noch hochgezogen - ist das innere Ambiente so, wie eben ne moderne Arena aussieht - unspektakulär.Bild Lediglich der steile Winkel der Tribünen weiß zu überzeugen. Die Heimkurve begrüßte die Mannschaft mit einem halben Dutzend Bengal-Fackeln, die bei Tageslicht natürlich nicht besonders wirken, aber als Pyro-Befürworter nimmt ja, was man kriegen kann. Aus Sion waren insgesamt gut 300 Leute angereist. Etwa 100 davon übten sich bei Temperaturen von über 30 Grad im 90minütigen Dauer-Support. Respekt dafür. Bild Und da ich meinen Platz in unmittelbarer Nähe des Gäste-Sektors hatte, konnte ich den französisch geprägten Sound sehr gut vernehmen. Kam gar nicht mal so schlecht. Was man von der Luzerner Kurve nicht behaupten kann, aber diese gehört ja auch nicht grad zu den stärksten Schweizer Szenen. Das Gäste-Team hatte offensichtlich vor, den mitgereisten Anhang zu belohnen, führte nach regulärer Spielzeit verdient mit zwei Toren und hätte die Punkte wohl alle mitgenommen, wenn... ja wenn da nicht die Nachspielzeit gewesen wäre. Die brachte den Gastgebern nämlich den unverdienten Ausgleich binnen 90 Sekunden ein, was natürlich gefeiert wurde wie ein Sieg. Für den neutralen Beobachter natürlich eine interessante Schlussphase.

Fr. 17.07.2015 19:30 - SV Neukirchen 21 vs Hülser SV 2:4
Die fußballlose Zeit ist ja echt okay. Man hat viel Zeit für andere Dinge, braucht sich nicht über den eigenen Verein zu ärgern und kann feststellen, welche Vorzüge das Leben ohne den Genuss des seelenlosen Gebolzes zweier begrenzt talentierter Teams hat. Nämlich keine. Bild Also muss ab und an dann doch mal ein Test-Kick bemüht werden, um die Fusek-Seele ruhig zu stellen. Umso leichter fällt das, wenn man dabei eine echte Perle der Kreisliga genießen kann. Die 'Kampfbahn Klingerhuf' ist einer dieser traumhaften Traditionsstätten des Fußballs, von denen es so viele zu entdecken gibt. Bild Eigentlich kommt das Teil recht unspektakulär daher. Und doch ist es genau die Art Stadion, die mich zu begeistern weiß. Rundherum gibt es nur ungedeckte Traversen und nur auf einer Seite gibt es ein paar mitgenommene Sitzbänke. Dazu wurde ein Teil dieser Geraden und eine der Kurven wieder der Natur übergeben, die sich diesen abgesperrten Bereich auch schon gierig zurückgeholt hat. In der besten Phase des gastgebenden Vereins wurde hier Anfang der 60er Jahre in der '2.Liga West' mein glorreicher RWE vor 13tsd Zuschauern nach Hause geschickt. Dieses ist übrigens der bis heute gültige Zuschauerrekord des Vereins. Die Realität sieht anders aus. Nach langen Bezirksliga-Jahren konnte der SVN Ende des vergangenen Jahrzehnts noch einmal die Landesliga entern. 2012 begann aber ein brutaler Abstieg, der den Club bis in die Kreisliga B spülte. Gegen Neu-Bezirksligist Hülser SV hielt man in einem Spiel auf mäßigem Niveau ganz ordentlich mit, musste sich dem Favoriten aber letztlich verdient beugen. Testspiele geben mir ja bekanntermaßen nicht grad den Kick, aber es gibt Schlimmeres als an einem warmen Sommerabend mit einem Pilsken auf ein paar traditionsreichen Stufen zu hocken.

Mi. 08.07.2015 18:00 - Fortuna Düsseldorf II vs SV Meppen 4:0
In den heimischen Breiten hat man es als Fußball-Liebhaber in der Sommerpause nicht leicht, wenn man nicht unbedingt auf den Testspiel-Terror steht. Tu ich nämlich nicht. Bild Trotzdem finde ich mich ab und an mal bei einer dieser bedeutungslosen Veranstaltungen, in denen einfach der Wettkampf-Charakter fehlt, wieder. Da im kleinen Stadion neben der Bekleidungslabel-Arena um Punkte oder Pokale nie gekämpft wird, bietet sich dann eben mal der Besuch einer dieser gesichtslosen Begegnungen an. Der Inbegriff des emsländischen Provinz-Fußballs stellte sich bei der Zweitvertretung der Düsseldorfer Glücksgöttin zum sportlichen Vergleich vor. Neben mir wurden circa achtzig weitere offenbar ebenso verzweifelte Menschen Zeuge dieser Partie, darunter einige einschlägig vorbelastete bekannte Gesichter. Die Meppener waren in Hälfte eins nicht wirklich präsent und fingen sich in den ersten dreißig Minuten schon vier Dinger. Zumindest in Hälfte zwei konnte man sich ein wenig rehabilitieren und den Kick ausgeglichen gestalten. Unter anderem je ein verschossener Elfer hüben wie drüben verhinderten weitere Tore. Wertvollster Teilnehmer war am heutigen Tage Fortuna Zwote-Veteran Dion, der mir eine seiner zwei mitgeführten Flaschen Gerstensaft unentgeltlich überließ. Besten Dank dafür.

So. 28.06.2015 15:00 - SVE Heessen vs Hombrucher SV II 5:0 (n.V.)
Im Hammer Stadtteil Heessen lockte ein entscheidendes Relegationsspiel um den Aufstieg in die westfälische Bezirksliga. Bild Der SVE empfing die Zweitvertretung aus Dortmund-Hombruch, die das Hinspiel knapp mit 1:0 für sich entschieden hatte. Zunächst durfte ernüchtert festgestellt werden, dass nicht im Stadion, sondern auf dem Kunstrasen gespielt wird, der nullkommanix an Ausbau zu bieten hat. Angeblich hatte die Stadt den Rasen am Vortag gesperrt. Der Blick dorthin zeigte aber ein nicht gemähtes Spielfeld, so dass ich Zweifel an dieser Version anmelden möchte. Vermutlich wollte man lieber auf dem gewohnten Untergrund bleiben, auf dem man die ganze Saison gespielt hatte. Nach fünf Minuten war der Vergleich egalisiert und es folgte ein Heessener Sturmlauf mit einem Dutzend fetter Chancen, doch der Schlussmann des HSV war unüberwindbar und hielt alles inklusive eines Elfmeters. Auf der Gegenseite hatten die Gäste zwei dicke Dinger für den 'Lucky Punch', doch auch der SVE-Schnapper zeigte sich gut aufgelegt. Erst in der Verlängerung gelang das verdiente 2:0. Den Gästen war wohl klar, dass ein Ausgleich angesichts der Heessener Überlegenheit kaum möglich war und nun brachen alle Dämme, so dass der SVE mit einem Kantersieg einen verdienten Aufstieg feiern durften.

So. 21.06.2015 15:00 - FSV Kali-Werra Tiefenort vs VfB 1919 Vacha 0:0
Ein neuer Tag, ein neuer angestaubter Ground. Das 'Waldstadion Kaffeetälchen' hatte ich schon einige Jahre auf der Wunschliste stehen. Bild Aber damit mache ich mir ja nie großen Stress. Wat kommt, dat kommt, und alles kann man eh nie machen. Nun bot sich halt die Gelegenheit. Auf dem Weg aus dem Nachtquartier in Apolda wurde noch Genosse Daniel am Bahnhof Bad Salzungen eingesammelt und dann wurde dieses wunderbare Stück DDR-Fußball-(N)ostalgie geentert. Schon wenn man ans Stadion heranfährt, springt das alte Tor zum Spielfeld ins Auge, das schief und krumm dort steht und den Namen 'BSG Aktivist' trägt. Bild BSG Aktivist Kali-Werra Tiefenort hieß der Verein einst und schaffte es durch Unterstützung vom regionalen 'Kali-Kombinat Werra' beinahe zwanzig Jahre in der zweiten Liga der DDR zu spielen. Die Spielstätte ist ein echtes Natur-Stadion. Ungefähr von der Hälfte der Seite, auf der das Sozialgebäude steht bis mittig hinter dem der Zufahrt abgewandten Tor zieht sich eine hohe Natur-Tribüne mit in den Wall gearbeiteten und mit Randsteinen befestigten und teilweise etwas krummen Stufen. Auf der dem Gebäude gegenüber liegenden Seite steht eine ähnlich krumme ungedeckte Sitztribüne. Bild Das Stadion ist ein absolutes Brett und in dieser Form wohl kein zweites Mal zu finden. Der Nachfolge-Verein des alten DDR-Clubs kickt mittlerweile nur noch achtklassig und hatte heute die Aufgabe das noch fehlende Pünktchen zum Klassenerhalt zu sichern. Dieses gelang auch mit dem Minimal-Ergebnis. Sportlich wurde wieder der Unterschied zur Leistungsstärke in den Ballungsräumen deutlich, denn gemessen am Ruhrpott-Niveau war das maximal Kreisliga B-Gegurke. Aber ausreichend talentierte Fußballer in dünner besiedelten Gebieten zu finden, ist vermutlich auch nicht so einfach. Die Zuschauerzahl von über 300 dürfte hier auch nicht allzu oft anzutreffen sein. Scheinbar hat die Bedeutung des Kicks ein paar mehr Seelen als normal hinter dem heimischen Küchentisch hervor gelockt. Da die Herzdame sich für den Heimweg freundlicherweise hinter das Steuer setzte, konnte die Veranstaltung in diesem traumhaften Ambiente bei ein, zwei, drei, vier Pils mit Daniel genossen und begossen werden.

Sa. 20.06.2015 15:00 - Chemie Leipzig vs Stahl Riesa 2:3
Der letzte größere Ausflug der Saison sollte mich in Begleitung meiner Herzdame nach Osten führen. Obwohl mein Herzensclub auch schon hier angetreten ist, hatte ich den traditionsreichen 'Alfred-Kunze-Sportpark' noch nicht mit meiner Anwesenheit beehrt. Bild Die Bude ist ein absoluter Traum. Ich wiederhole mich, aber genau in diesen angestaubten Stadien mit dem Charme vergangener Tage schlägt das Herz des Fußballs! In der 'Sachsenliga' kam es am letzten Spieltag zum innerstädtischen Fernduell zwischen der BSG Chemie, dem DDR-Sensationsmeister von 1964 mit einer Mannschaft der Namenlosen, und dem Kunstprodukt FC Inter um den letzten Aufstiegsplatz in die Oberliga. Kunstprodukte scheinen sie ja in Leipzig besonders gut zu können. Der Verein wurde erst vor zwei Jahren gegründet. Um das Startrecht für die 'Sachsenliga' zu erhalten, wurde kurzerhand die ausgegliederte Fußball-Abteilung des SV See einverleibt. Es ist mir ein totales Rätsel, was man mit diesem neuerlichen Unverein bezweckt. Die Fußball-Lust des Leipziger Kommerz-Volkes ist ja mit dem Brause-Club hinreichend gedeckt. Die Traditionalisten supporten weiterhin die abgestürzten Kult-Vereine Lok und Chemie. Was will also der FC Inter, der heute - es sei vorweg genommen - mit einem 7:0-Kantersieg auswärts in Heidenau aufstieg. Vor der wahnsinnigen Kulisse 127 Zuschauern! Für den FC Inter interessiert sich also keine Sau! Kann man wiederum von den Chemikern nicht behaupten. Der Club hat sicherlich eine bewegte Geschichte mit vielen Aufs und Abs, aber den Stolz auf ihren Verein konnte man den Anhängern nie nehmen. Bild Saisonrekord am letzten Spieltag. Über 3tsd Leute drückten der BSG Chemie die Daumen. Aufgrund dieses Andrangs entschied man sich, eine Viertelstunde später zu beginnen. Zum Einlauf der Mannschaft gab es aus der von den 'Diablos' angeführten Kurve eine schöne Choreo aus Plastikbahnen, die den Namen des Vereins ergaben. Bild Zu diesem Zeitpunkt führte der Konkurrent bereits mit 2:0, legte bis zur Pause zwei weitere Dinger nach und man konnte ahnen, wie die Nummer enden würde. Chemie konnte zwar direkt nach dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung gehen, aber das zarte Pflänzchen Hoffnung wurde durch den schnellen Anschlusstreffer jäh zertreten. Den Gastgebern war nun jeglicher Schwung und Mut genommen, was die Gäste aus Riesa nutzten und die Partie komplett zu ihren Gunsten drehten. Was aber auch egal war, da das fragwürdige Ergebnis aus Heidenau ja bekannt war. So steigt ein Verein ohne jeden Furz Tradition auf, für den im höherklassigen Leipziger Fußball überhaupt kein Platz ist. Es bleibt abzuwarten, was daraus wird. Riecht schwer nach Kurzzeit-Erscheinung. Die Chemie-Fans feierten ihre enttäuschte Mannschaft zurecht für eine tolle, unerwartet erfolgreiche Saison, munterten die Spieler auf und ein paar Bengal- und Rauchfackeln erblickten auch noch das Licht der Welt.

Do. 18.06.2015 18:30 - Viktoria Resse vs Teutonia SuS Waltrop 2:0
Bild Und weiter geht der Relegations-Wahnsinn. Der heute erwählte Schauplatz war das 'Ostring-Stadion' in Datteln. In einer Vorausscheidung zwischen zwei Bezirksligazweiten galt es auf neutralem Boden einen Teilnehmer für eins der Relegationsspiele zur Landesliga zu ermitteln. Etwa 600 Personen wollten sich das näher ansehen. Das Stadion hat eine kleine überdachte Tribüne und daneben weitere ungedeckte Stehtraversen, die sich durch kleiner Erdsenkungen ziemlich verzogen haben. Die übrige Fläche des Ovals wird durch einen Rasenwall geschlossen. Die Mannschaft aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Resse war eindeutig tonangebend und ließ nicht eine gefährliche Situation der Waltroper zu. Und da sie nach zwei am Aluminium endenden Versuchen, die Kirsche auch noch zwei Mal im Netz unterbringen konnten, durften sie sich über einen verdienten Sieg freuen. Auch etwas Kurioses wurde noch geboten, denn der Torhüter(!) der Viktoria musste eine Viertelstunde vor Ende mit Wadenkrämpfen ausgewechselt werden.

Mi. 17.06.2015 19:30 - FSV Duisburg vs SC Düsseldorf-West 0:4
Showdown an der Warbruckstraße in Duisburg-Hamborn. Am heutigen Abend wurde der letzte Aufsteiger in die Oberliga Niederrhein ermittelt. Die Gastgeber benötigten unbedingt einen Sieg, während den Landeshauptstädtern ein Remis genügen würde. Bild Der Andrang war erwartet groß. Gut 2tsd Zuschauer dürften es gewesen sein. Auf Seiten des FSV, ein türkisch geprägter Verein, formierte sich eine 30köpfige Support-Fraktion im einzigen kleinen Ausbau-Bereich, der aus vier ungedeckten Reihen mit Sitzschalen besteht. Heute fungierten aber auch diese als Stehplätze. Der Support kam natürlich dem nahe, was man aus osmanischen Gefilden kennt. Die Gäste wurden von circa 300 Leuten begleitet, die akustisch aber nicht in Erscheinung traten. Bild Der FSV versuchte die Zügel in die Hand zu nehmen, aber das Spiel war viel zu statisch und leicht auszurechnen, so dass die Gäste-Abwehr null Probleme hatte, dieses zu verteidigen. Die Westler kontrollierten Spiel und Gegner und nutzen jede sich bietende Möglichkeit, um schnell in die Spitze vorzustoßen, was vor der Pause zu zwei verdienten Toren führte, womit die Geschichte quasi entschieden war. Nach dem Wechsel konnten die Duisburger eine Viertelstunde lang so etwas ähnliches wie Druck aufbauen, aber richtigen Zugriff auf die Partie bekamen sie nicht. Die Gäste waren einfach viel zu abgezockt und beherrschend und erzielten auch noch zwei weitere Treffer. Unter dem Strich - ich habe ja beide Relegations-Spiele der Düsseldorfer gesehen - steigen diese völlig verdient auf. Manchmal ist Fußball eben doch gerecht. Der Jubel nach dem Abpfiff wurden mit zwei, drei Bengal-Fackeln untermalt. Star des Abends war auf jeden Fall der Döner, der im Catering verkauft wurde. Großartiges Teil!

Di. 16.06.2015 20:00 - Blau-Weiß Voerde vs VfB Schwelm 8:7 (n.E.)
Hoch oben über dem 'Harkortsee', einem der sechs Ruhr-Stauseen, liegt das 'Waldstadion Harkortberg', in dem der Neu-Landesligist FC Wetter normalerweise seine Heim-Partien austrägt. Am heutigen Abend war der idyllisch im Wald gelegene Platz Austragungsort des Entscheidungsspieles um die Meisterschaft in der Gruppe 2 der Kreisliga des Kreises Hagen. Nötig geworden war dieses, weil beide teilnehmende Teams nach Saison-Schluss punktgleich waren und das Torverhältnis keine Bedeutung hat. Bild Das Team aus Voerde ist nicht zu verwechseln mit der Stadt Voerde im Kreis Wesel, sondern es handelt sich um einen Ortsteil von Ennepetal. Das Waldstadion bietet eine aus rohen Steinblöcken gefertigte unüberdachte Tribüne, die gleichermaßen als Steh- und Sitzgelegenheit genutzt werden kann, und einem darüber liegenden Wall. Auf der Gegenseite ist ein niedriger Wall und eine kurze überdachte Stehtraverse zu finden. Aufgrund der Bedeutung des Spiels, war es nicht schlecht besucht. Gut 900 Zuschauer hatten sich eingefunden. Das Spiel auf Kunstrasen-Belag wurde auf sehr gutem Kreisliga-Niveau geführt. Teilweise waren sehr ansprechende technische Fähigkeiten zu bewundern. Torchancen und Tore blieben trotzdem Mangelware. Erst zwanzig Minuten vor dem Ende ging der etwas überlegener auftretende VfB in Führung und annähernd jeder wird die Entscheidung vermutet haben. Denn den späten Ausgleich bekamen die einige schon gar nicht mehr mit, da sie im Glauben an dem Schwelmer Sieg die Anlage bereits verlassen hatten. Die Verlängerung brachte bei schummrigem Flutlicht keine Entscheidung, so dass das Elfmeter-Schießen den Sieger festlegen sollte. Hier waren dann die Voerder die Glücklichen, was ein Stück weit Gerechtigkeit bedeutet, da sie die reguläre Saison mit dem besseren Torverhältnis und ohne(!) Niederlage abgeschlossen hatten.

Fr. 12.06. bis Mo. 15.04.2015 - Färöer
Eine Reise auf den beeindruckenden Archipel im Atlantik zwischen den britischen Inseln und Island. Der Bericht ist HIER zu finden.

Mi. 10.06.2015 19:30 - SC Düsseldorf-West vs 1.FC Kleve 4:0
Die Tabellenzweiten der Landesligen am Niederrhein ermitteln in einer Einfach-Runde einen weitern Aufsteiger zur Oberliga. Den Anfang machten der SC Düsseldorf-West, im Stadtteil Oberkassel beheimatet, und der 1.FC Kleve, der ja auch schon mal Regionalliga-Luft geschnuppert hat. Bild Für die Gäste begann die Partie vor mehreren hundert Zuschauern denkbar ungünstig, denn die Westler gingen mit den ersten beiden Chancen in den ersten Spielminuten mit zwei Toren in Führung. Vom Schrecken erholt, gestalteten die Klever die Partie nun ausgeglichen, fingen sich aber noch vor der Halbzeit Treffer Nummer drei. Nach dem Wechsel agierten die Gäste druckvoller. Die Überlegenheit währte allerdings nur eine Viertelstunde. In den Schlussminuten erzielten die Landeshauptstädter ein weiteres Tor, womit sich die Gäste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Traum von der Oberliga für ein Jahr abschminken können. Die Sportanlage in Oberkassel ist absolut zweckmäßig und verfügt über nahezu keinen Ausbau, wenn man von zwei traurigen Stufen und der Terrasse vor dem Clubheim mal absieht. Eigentlich meide ich sowas wie der Teufel die Fliegen, aber bei Spielen mit besonderer Brisanz mache ich ja gern mal ne Ausnahme. Absoluter Höhepunkt des Events war fraglos der Fassbier-Ausschank des Alt-Bieres aus der Düsseldorfer Hausbrauerei Schumacher. Legger!

So. 07.06.2015 15:00 - VfB Schloß Holte vs TuS Friedrichsdorf 1:0
Bild Im westfälischen Schloß Holte schickt sich der ansässige VfB an, die Landesliga zu entern. Zwei Spieltage vor dem Ende steht der Club auf dem Platz an der Sonne, allerdings dicht gefolgt vom punktgleichen Zweiten und auch der Dritte liegt nur zwei Zähler zurück. Ein Sieg gegen die vom Abstieg bedrohten Gäste war also Pflicht und man begann den Kick auch zielstrebig, vergab aber die wenigen guten Chancen. Die Gäste wurden daher mutiger und konnten die Partie annähernd offen gestalten. Nach einer guten Stunde gingen die Gastgeber aber trotzdem verdient in Führung, schwächten sich aber kurz darauf durch einen Platzverweis selbst. Der TuS kam nun zu Chancen, aber der gute Torwart vereitelte den Ausgleich gemeinsam mit seiner vielbeinigen Abwehr. Die Tabellenführung wurde mit dem Minimal-Sieg bestätigt und die Aufstiegs-Träume schwelen weiter. Der enge Rasenplatz ist eine ganz kuschelige Anlage, der auf einer Seite über eine kleine überdachte Tribüne und eine flache dreistufige Stehtraverse verfügt.

Sa. 06.06.2015 15:00 - Borussia Hildesheim vs TSV Schilksee 3:2
Recht spontan wurde die Entscheidung getroffen, das entscheidende Relegationsspiel um den Aufstieg in die Regionalliga Nord zu besuchen. Das 'Friedrich-Ebert-Stadion' verfügt über eine schöne gedeckte Holztribüne mit Ursprung in den 30er Jahren. Das Teil hat ein flachwinkliges Giebeldach und ist absolut gut in Schuss. Der Rest des weiten Ovals wird durch ungedeckte Stehtraversen umgeben, die auf der Gegenseite eine recht stattliche Höhe erreichen. Bild Die über 600 Sitzplätze der Tribüne waren heute komplett belegt und die kleine aktive Gruppe, die sich auf dem Stehrang neben der Tribüne positionierte, hatte auf dieser eine einfache Choreo ausgelegt, die auch Einmal-Besucher erfolgreich gestalten konnten. So zeigten die drei Tribünen-Blöcke beim Einlauf der Mannschaften die Vereinsfarben rot, weiß und gelb. Der Support war dann natürlich wenig brachial, was aufgrund der wenigen aktiven Köpfe und der baulichen Beschaffenheit des Stadions logisch war. Aus dem Kieler Stadtteil Schilksee waren etwa 100 Leute angereist, von denen sich wiederum knapp 25 in aktivem Support versuchten. Bild Allerdings lagen die Kameraden schon ganz gut im Fahrwasser, so dass sie die eine oder andere Pöbelei gegen die Gastgeber in petto hatten, was gegen Ende der immer hitziger werdenden Partie ein paar Einheimische auf den Plan rief, so dass für einige Augenblicke einige handfeste Nachfragen in der Luft lagen. Die Ordner bekamen die Sache dann aber recht schnell unter Kontrolle. Der Spielverlauf konnte interessanter kaum sein. Die Borussia ging in den ersten zwanzig Minuten mit zwei Toren in Führung. Schilksee kam kurz nach dem Seitenwechsel zum Anschlusstreffer. Wäre die Partie mit diesem Resultat zu Ende gegangen hätte eine Patt-Situation bestanden, weil dann jeder Teilnehmer der Dreier-Gruppe ein Spiel mit diesem Resultat gewonnen hätte. Das war aber nur graue Theorie, weil die Gäste trotz numerischer Unterlegenheit wenige Minuten vor Ende den Ausgleich erzielen konnten. Damit war Hildesheim raus. Soweit kam es aber nicht, da die Hausherren zwei Minuten vor Schluss den dritten und letzten Treffer erzielten. Damit waren beide Teams aufgestiegen und der an diesem Spieltag spielfreie Bremer SV schaute in die Röhre. Grundsätzlich eine bittere und unglückliche Nummer. Auch wenn es nach meiner bescheidenen Meinung keine Wettbewerbsverzerrung gab, ist eine Dreier-Gruppe immer eine undankbare Geschichte, da unsportlichen Absprachen im letzten Spiel der Runde immer Tür und Tor geöffnet ist.

Mi. 03.06.2015 19:00 - SC Hassel vs SV Zweckel 1:0
Warum in die Ferne eibeln, wenn das Gute doch so nah liegt, denn es gibt ja im Ruhrpott noch eine ganze Reihe schöner Anlagen, die ich noch nicht besucht habe. Bild Eine davon war der 'Friedrich-Ludwig-Jahn-Platz' in Gelsenkirchen-Hessler, nahe der Essener Stadtgrenze. Der Grund war, dass die beheimateten Clubs Grün-Weiß und Hessler 06 meist den Nebenplatz beackern und wenn doch mal auf Rasen gespielt wurde, lockte nicht gerade höchstes sportliches Niveau. Schön, dass das Kreispokal-Finale nun in dem kleinen Stadion ausgetragen wurde. Bild Die beiden ranghöchsten Amateur-Vereine des Kreises hatten es standesgemäß ins Finale geschafft, wo dann ein ausgeglichenes Duell zwischen einer miesen Oberliga- und einer überdurchschnittlichen Westfalenliga-Mannschaft zu erwarten war. War es dann auch - und zwar ausgeglichen schlecht. Zumindest schlechter als es zu vermuten gewesen wäre. Ob nun beide Teams so stark waren, dass sie sich auf eher langweiligem Niveau neutralisierten, bleibt offen. Für den Zuschauer war die Partie eher in die Kategorie 'Hoffentlich gleich vorbei' einzuordnen. Der ausrichtende Verein passte sich mit überteuerten Getränken und schlechter Curry-Wurst dem Niveau an, so dass mal wieder der Ground der Star der Veranstaltung war. Ein kleines überdachtes Sitztribünchen und unkontrolliert mit Gras bewachsene Stufen um den Platz mit Laufbahn, umgeben von Baumwuchs, schaffen entspanntes Ambiente mitten im Pott. Da einige gleichgeschaltete Figuren anwesend waren, durfte der Kick gekonnt verquatscht werden.

So. 31.05.2015 14:00 - Kickers Offenbach vs 1.FC Magdeburg 1:3
Mit Daniel und David fuhr ich zum äußerst reizvollen Relegations-Rückspiel auf den Bieberer Berg. Durch das knapp für den FCM ausgegangene Hinspiel versprach die Begegnung ordentlich Feuer. Dazu zwei gute Szenen in einem relativ engen Stadion und die Stimmungs-Suppe war angerührt. Volles Haus in Offenbach - war ja auch nicht anders zu erwarten. Vor dem Spiel traf ich mich mit Thomas, der mir freundlicherweise eine Zutrittsberechtigung besorgt hatte. Vielen Dank dafür. Nach ein wenig Smalltalk, währenddessen mir auch der Teamchef mitsamt seiner Gang in die Arme stolperte, ging es hinein. Hatte den neuen Bieberer Berg ja schon vor ein paar Jahren mal gekreuzt, daher hielt sich die Architektur-Spannung in Grenzen. Grundsätzlich ist die Bude schon in Ordnung. Ich mag ja Stadien in denen sich die vier Tribünen klar voneinander abgrenzen. Bild Allerdings finde ich es nach wie vor unverständlich, dass man die Dächer der Hintertor-Tribünen auf mehrere fette Betonträger stützt, die im Zuschauerbereich stehen, wodurch in den oberen Reihen haufenweise Plätze mit eingeschränkter Sicht entstehen. Der aktive Teil des OFC-Anhangs hat seinen Platz bekanntermaßen auf der Gegengeraden, die nach wie vor komplett Stehbereich ist. Die Kickers-Fans machten auch ordentlich 'noise', aber die FCM-Getreuen hielten mehr als ordentlich mit. Bild Optisch gab es auf Heimseite leider kein Intro, während sich der Gäste-Anhang beinahe ausnahmslos blaue Kunststoff-Capes überzog und damit ein beeindruckendes geschlossenes Bild abgab. Nach kleinem Abtasten übernahm der OFC die Initiative und gab Gas. Die ersten beiden Chancen wurden noch verdaddelt, aber nach zwanzig Minuten zappelte das Ding dann im Netz und ich dachte nun überrennen Sie die Gäste mit dem gezeigten Elan. Pustekuchen. Das Tor war irgendwie ein Hemmschuh. Der Kopf wird mitgespielt haben, dass das Tempo plötzlich raus war, aber irgendwie war das unerklärlich. Magdeburg nahm die geboten Räume dankbar in Besitz und keine zehn Minuten später war die Partie nach einem Stellungsfehler bei einem 'zweiten Ball' wieder ausgeglichen. Damit benötigten die 'Kiggers' aufgrund der Auswärtstor-Regel nun mindestens zwei weitere Treffer. Doch bald sollte der Anspruch derer drei sein, da der FCM noch vor dem Seitenwechsel die Führung erzielen konnte. Bild Sollte der OFC in der Pause noch einmal frischen Mut gefasst haben, war das Unterfangen nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit endgültig gescheitert, da der FCM eine Konterchance zum dritten Tor nutzte. Man konnte beinahe hören, wie der Offenbacher Aufstiegs-Traum wie eine Seifenblase zerplatzte. Spätestens jetzt hatten die auch vorher sehr gut hörbaren, beinahe mit 100 Prozent Mitmachquote arbeitenden Gäste, die absolute Stimmungshoheit. Klar, im Gefühl des sicheren Sieges supportet es sich fast von allein, aber es war schon exzellente Vorstellung, welche die Blauen da boten. Einigen Leuten im Heimbereich brannten zehn Minuten vor dem Ende endgültig die Sicherungen durch. Der Innenraum wurde von zwei Dutzend Leuten geentert, allerdings ohne dass es größeren Schaden gab. Fiel eher in die Rubrik Rumgepose und binnen Sekunden waren drei Hundertschaften auf dem Spielfeld - fühle mich an RWE gegen MSV vor Jahresfrist erinnert - die sicherheitshalber den Einflussbereich von Heim- und Gästeanhang trennten, aber Magdeburg war eh schon zu sehr mit Feiern beschäftigt, als dass Bock auf Randale vorhanden gewesen wäre. Nach fünfzehn Minuten hatten sich die Gemüter beruhigt und die letzten Minuten wurden abgespult, bevor der FCM die ersehnte Rückkehr in Liga drei feiern durfte. Wir schauten uns das Treiben noch einige Zeit an, bevor wir den Heimweg in den Pott antraten.

Fr. 29.05.2015 19:15 - VfL Wittekind Wildeshausen vs Atlas Delmenhorst 1:1
Bezirksliga Weser-Ems. Hört sich nun erst mal nicht so spannend an. Der Spielplan wollte aber, dass sich am letzten Spieltag der Tabellenführer und der nur einen Punkt dahinter liegende Verfolger zum direkten Duell trafen. Bedingt durch diese Endspiel-Konstellation entstand ein regelrechter Hype um die Partie, die schließlich darin gipfelte, dass der gastgebende VfL ein mit 4tsd Zuschauern ausverkauftes Stadion melden durfte. Es wurden nicht einmal mehr Tageskassen am Spieltag geöffnet. Allein 1.500 Tickets fanden in Delmenhorst Absatz. Der SV Atlas ist ja noch ein gewisser Begriff. In den 70ern als Fusionsverein entstanden erreichte man unterstützt vom in den Vereinsnamen integrierten Sponsor 'Atlas' schnell die Oberliga-Ebene, in der man sich bis in die späten 90er hielt, ehe der mittlerweile klamme Sponsor den Geldhahn zudrehen musste. Bild Es folgte eine Umbenennung und nach Insolvenz die Auflösung des Vereins. Erst 2012 wurde der Club auf Umwegen neu gegründet, schaffte es innerhalb von zwei Jahren aus der Kreisklasse mit zwei Aufstiegen in die Bezirksliga und entfachte eine neue Begeisterung in Delmenhorst. Heute dann also der Showdown. Da kann man auch mal für nen Bezirksliga-Kick auf nem Freitag-Abend über 200 Kilometer für die einfache Strecke in Kauf nehmen. Das 'Krandel-Stadion' ist eine weitläufige Anlage mit Laufbahn im Grünen. Einziger nennenswerter Ausbau ist die überdachte Tribüne. Grundsätzlich ist das Stadion nicht für eine so große Menschenmasse geeignet, da die Leute teilweise in Dreier- und Vierer-Reichen ebenerdig standen, aber irgendwie wird schon jeder was gesehen haben. Bild Beide Teams durften sich über akustische Unterstützung freuen. Während das auf Wildeshausener Seite aber eher von ein paar Jugendlichen improvisiert wirkte, hat sich in Delmenhorst offenbar eine richtige kleine Szene entwickelt, die sich sogar in einer kleinen, leider nicht sehr gelungenen, Choreografie versuchte. Die Stimmung war von Gäste-Seite jedenfalls ganz ordentlich. Das Spiel litt unter seiner Bedeutung und entwickelte sich vom Kampf zum Krampf. Erst im Laufe der zweiten Halbzeit wurde die Geschichte interessanter, als Atlas mehr investierte. Eine Viertelstunde vor dem Ende wurden die Bemühungen durch einen traumhaften Freistoß in den Giebel belohnt. Allerdings währte die Freude nur kurz, denn die Gastgeber, die ja nun unter Zugzwang waren glichen kurz darauf nach einem Eckball aus. Atlas hatte noch eine Riesen-Gelegenheit in der Nachspielzeit, die aber ungenutzt blieb und kurz danach ergoss sich das heimische Publikum zu den Aufstiegsfeierlichkeiten auf das Spielfeld.

Mo. 25.05.2015 15:00 - SV Lippstadt 08 vs FC Gütersloh 1:1
Wie an den Vortagen ging es früh aus den Federn. Waren ja einige Kilometer abzuspulen und an unnötiger Hektik hatten wir wenig Interesse. Mehr als rechtzeitig trudelten wir in Lippstadt ein. Der gastgebende SV 08 darf ja seit Kurzem eine neue Spielstätte bedienen, das das alte 'Waldschlösschen' als Bauland an die Stadt verdingt wurde. Bild Das neue 'Stadion am Bruchbaum' verfügt über eine - an den Liga-Verhältnissen gemessen - ansehnliche Haupttribüne mit Business-Bereich. Aber auch an das einfache Fußvolk wurde gedacht und so findet auch der Heimblock unter dem neuen Dach Platz. Auf der Gegen- sowie einer Hintertor-Seite wurde kleine fünfstufige Stehtraversen errichtet. Die verbleibende Seite hat keinen Ausbau. Die ausgebaute Seite hinter dem Tor ist der Gäste-Block. Bild In diesem sammelten sich knapp sechzig Leute, von denen ein gutes Drittel auf Provokation und vermutlich noch ein wenig mehr gepolt war. In dieser als Derby ausgewiesenen Paarung steckt also mehr Rivalität als ich erwartet hätte. Da der Heimblock unverständlicher Weise im 90°-Winkel an den Gästebereich grenzt, konnten beide Gruppen also in unmittelbarer Nähe verbale Liebesbekundungen austauschen. Mehr wurde es aber meines Wissens auch nicht. Die Lippstädter Szene bot den gewohnt beständigen und ordentlichen Support. Optische Stilmittel wurden leider nicht angewandt. Die sportlich benachteiligten Gäste hielten die Partie offen. Zwar hatte der SV Lippstadt die Chancen-Hoheit auf seiner Seite, eine Feldüberlegenheit erreichte er aber nur selten. Mit einem Strahl aus über dreißig Metern ging der FCG nach einer Stunde in Führung. Allerdings sah das Ding nicht ganz unhaltbar aus. Die Gastgeber kämpften verbissen, da ja auch noch eine letzte Chance auf einen der beiden Aufstiegsplätze besteht. Zehn Minuten vor Ende viel der sicherlich verdiente Ausgleich. Für den Siegtreffer reichte es in der hitzigen Schlussphase aber nicht mehr.

So. 24.05.2015 10:15 - FK Rumburk vs TJ Probostov 1:2
So. 24.05.2015 14:05 - Budissa Bautzen vs Berliner FC Dynamo 0:2
So. 24.05.2015 17:00 - FK Varnsdorf vs Sigma Olomouc 0:0
Ausschlafen ist was für Schwächlinge. Also verließen wir wieder zeitig unser Domizil und fuhren ein knappes Stündchen ins nordtschechische Rumburk, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Bild In der höchsten Spielklasse des hiesigen 'Ustecky Kraj (Kreis Usti nad Labem, oder für die älteren Semester: Aussig an der Elbe), der fünften Spielklasse auf nationaler Ebene, empfing der abgeschlagene Tabellen-Letzte die Gäste aus Probostov, die noch dringend Punkte gegen den Abstieg benötigten. Die Gastgeber gingen per Foulelfmeter in Führung und hielten gar nicht mal so schlecht mit. Nach etwa zwanzig Minuten tauchte in Begleitung einiger Erwachsener eine etwa 30köpfigen Gruppe junger Schulkinder auf, die das Gäste-Team mit selbstgemalten kleinen Papier-Bannern und Sprechchören unterstützen. Bild Keine Ahnung, wo die plötzlich herkamen, denn Probostov liegt immerhin gute achtzig Kilometer von Rumburk entfernt. Von ihren stimmgewaltigen Anhängern unterstütz, konnte sich die Punkte dann knapp unter den Nagel reißen, worauf man sich nach dem Abpfiff artig in der Kurve für den Support bedankte. Der Ground in Rumburk hat leider nicht den Charme, den viele unterklassige Anlagen in Tschechien versprühen. Der Platz mit Leichtathletik-Ausstattung wird von einem weitläufigen Rasenwall umgeben und verfügt auf der Hauptseite über eine befestigte, teilweise überdachte Tribüne. Zum Glück konnte Dominik die ersehnte aber zunächst nicht entdeckte Klobasa organisieren. Fettwurst olé! In aller Ruhe fuhren wir weiter nach Bautzen, wo wir noch Zeit für eine kleine Runde durch die hübsche Altstadt hatten. Im 'Stadion Müllerwiese' begrüßte der heimische FSV Budissa (ehemals BSG Motor) den ehemaligen Mielke-Club aus der Hauptstadt. Bild Die 'Müllerwiese ' ist nichts besonderes und verfügt über eine Haupttribüne, die etwa zur Hälfte überdachte Sitzplätze bietet, und eine ungedeckte Stehtribüne auf der Gegenseite, die komplett den Gästen vorbehalten ist. Die kleine Szene der Gastgeber mühte sich nach Kräften um etwas Support, was allerdings aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht gerade brachial herüber kam. Der knapp 200 Personen starke Gäste-Mob meldete sich selten zu Wort und genoss lieber die Nachmittags-Sonne. Das BFC-Team gewann die Partie aber auch ohne akustische Unterstützung verdient. Wir fuhren exakt den Weg zurück, den wir gekommen waren und landeten wenige Kilometer hinter Rumburk im tschechischen Varnsdorf, wo ein echtes Spitzenspiel auf uns wartete. Die Gastgeber empfingen am vorletzten Spieltag als Tabellenzweiter den bereits aufgestiegenen Liga-Primus aus Olomouc. Nur einen einzigen Punkt benötigten der FK Varnsdorf, um diesem in die Elite-Klasse zu folgen. Bild Beinahe folgerichtig endete die Partie torlos und Spieler und Publikum ergaben sich in die üblichen Feierlichkeiten. Obwohl durchaus Bewegung und Tempo im Spiel waren, konnte ich mich eines Rest-Verdachtes nicht erwehren, dass möglicherweise eine Absprache im Raume stand, so stümperhaft wurden die wenigen Chancen vergeben. Sigma wurde von zwei Dutzend nicht organisierter Fans unterstützt, die sich ab und an bemerkbar machten, aber durch den eigenen Blutalkoholgehalt entsprechend limitiert waren. Da hätte ich doch eine größere Anzahl erwartet. Varnsdorf verfügt eher über eine Art Klatschpappen-Handball-Fanblock am Rande der einzigen befestigten Tribüne, der sich aber zwecks Support nicht mal von den Sitzen erhebt. Ob der Club eine Bereicherung für die höchste Spielklasse ist, sei mal dahingestellt. Ob es dazu kommt ist eh noch fragwürdig, da das Stadion nicht erstliga-tauglich ist und der Verein daher einen Verzicht erwägt. Es ist aber auch Jablonec nad Nisou (Verzeihung... Gablonz an der Neiße) als Ausweich-Spielort im Gespräch. Bezweifle aber, dass das heimische Publikum bereit wäre, die Fahrerei auf sich zu nehmen. Von der heute recht stattlichen Kulisse von über zweieinhalb tausend Besuchern, dürfte man dann wohl nur träumen können. Abschließend bleibt festzuhalten, dass heute lediglich die hervorragende würzige Klobasa die drei Punkte verdient gehabt hätte. Die war nämlich in jedem Falle erstligareif.

Sa. 23.05.2015 13:30 - Energie Cottbus vs VfB Stuttgart II 2:3
Zeitig starteten wir gen Cottbus, wo wir eine gute Dreiviertelstunde vor Kick-off eintrudelten. Bei den bisherigen Auftritten meines Herzensclub in den Tiefen der Niederlausitz hatte ich mich immer erfolgreich gedrückt. Im Rahmen dieser Tour sollte mir der Ground nun endlich zujubeln dürfen. Mit dem Nachwuchs des VfB Stuttgart stellte sich nicht unbedingt der attraktivste Gegner der Liga vor, aber das Cottbus ja so ein wenig der Makel der Unattraktivität anhaftet, war die Auswahl dieser Spielpaarung ja quasi bezeichnend. Beinahe kommt mein Lieblingsspruch zum Tragen: "Besser kann man den Ground nicht machen!". Bild Vom alten Charme eines mittelgroßen typisch sozialistischen Stadion-Baus ist heute nichts mehr übrig. Die in den letzten Jahren der DDR-Existenz neu gebaute Haupttribüne ist der älteste Teil. Nach und nach entstanden dann die doppelstöckige Gegentribüne und in Stahlbau-Weise die beiden Hintertor-Tribünen. Von den ungedeckten Eck-Blöcken abgesehen, verfügen alle Tribünen über ein Dach. Insgesamt wirkt das Ding nicht so verkehrt und hat bei guter Auslastung sicherlich Hexenkessel-Potential. Dieses war heute bei etwa 25% Auslastung nicht gegeben. Aufgrund der zunächst indiskutablen Leistung der eigenen Mannschaft, verflachte der eh schon schmale Heim-Support zur zweiten Halbzeit vollends. Bild Ein paar Minuten vor Ende machten wir uns davon, um dem Abfahrtsstau zu entgehen, denn wir hatten ja noch einen Termin. Dachten wir zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch. Über die A15 ging es rein nach Polen und die Fahrbahn ist hinter der Grenze ja immer noch so fürchterlich beschissen wie vor Jahren, während die Gegenrichtung schon saniert ist - das hätte ich nicht erwartet. Also rumpelten wir so Richtung Niederschlesien und waren beinahe dankbar, dass wir die Schnellstraße aufgrund einer Vollsperrung verlassen mussten. Macht die Geschichte zwar unnötig hektisch, aber über recht leere und gut zu befahrende Landstraßen kamen wir gute vierzig Minuten vor dem Anpfiff am Stadion in Lubin an. Aber warum zum Teufel war eigentlich niemand mit Trikot oder Vereins-Schal zu sehen und warum sah das Stadion-Gelände so leer gefegt aus? Schließlich konnte Zaglebie heute den Wiederaufstieg in die 'Ekstraklasa' perfekt machen, da werden doch zumindest ein paar Leute ins Stadion gehen. Wären wohl auch - wenn nicht der Gegner, einer der bekanntesten Vereine des Landes, Widzew Lodz, der in den letzten Jahren finanziell gewaltig ins Trudeln geraten ist, exakt einen Tag vorher den Spielbetrieb endgültig eingestellt hätte. Irgendwann erwischt es einen halt immer wieder. Eigentlich muss man wirklich jede Ansetzung vor der Anreise noch einmal überprüfen, denn es passieren halt immer mal wieder Dinge mit denen man nicht rechnet. Was soll's. Ich versuche mich ja bekanntermaßen nicht mehr über etwas zu ärgern, das ich nicht ändern kann und das gelingt mir meist auch ganz gut. So konnte die Weiterfahrt ins Nachtquartier in der Grenz-Stadt Zgorzelec, dem Spiegelort des deutschen Görlitz, wenigstens in aller Ruhe gestaltet werden.

Fr. 22.05.2015 19:00 - Arminia Hannover vs Eintracht Northeim 5:2
Bild Als ich nach Feierabend die Büros meines geschätzten Arbeitgebers verließ, wartete Dominik schon auf mich, um in eine kleine Pfingst-Tour zu starten. Erstes Ziel war Hannover, wo der Kick der U23 von 96 gegen den VfB Oldenburg besucht werden sollte. Das war für meine Wenigkeit nur so lange ein guter Plan bis wir feststellten, dass das Spiel in das Stadion des TSV Havelse verlegt wurde. Schön für Dominik, der dort noch nicht war. Bild Nicht so schön für mich, aber mit dem beinahe zeitgleich stattfindenden Spiel bei Arminia Hannover stand eine gute Alternative parat. Also Dominik in Garbsen abgesetzt und weiter zum alt-ehrwürdigen 'Rudolf-Kalweit-Stadion'. Dieses war das erwartete Brett! Ein herrliches altes Stadion, dessen Ursprung schon im Jahre 1918 liegt. Es ist ein reines Fußballstadion mit hohen teilweise unkontrolliert bewachsenen Stehrängen und einer betagten Haupttribüne mit hohem Holz-Anteil. Diese bekam im Zuge einer Sanierung das alte Dach des Stadion 'Rote Erde' in Dortmund. Der Spruch mag abgegriffen sein, aber hier steckt Tradition und Nostalgie in jeder Fuge. Einziger Schönheitsfehler ist die eine unbebaute Hintertor-Seite, deren Stehränge in den 60ern dem Ausbau der dahinter liegenden Straßen zum Opfer fiel. Am letzten Liga-Spieltag wollten sich die Gastgeber dann nicht lumpen lassen und schenkten den eigentlich favorisierten Gästen schön ein. Die kleine links angehauchte Szene hinter dem Tor hat es gefreut. Nach dem Spiel wurde Dominik vom Pyro-Spektakel in Havelse abgeholt und das Nachtquartier aufgesucht.

So. 17.05.2015 13:00 - SV Berghofen vs FV Scharnhorst 3:8
So. 17.05.2015 15:00 - ASC 09 Dortmund vs Rot-Weiß Ahlen 0:4
So. 17.05.2015 18:00 - Westfalia Wickede vs SV Holzwickede 2:0
Drei Spiele an einem Tag hab ich mir auch länger nicht mehr zugemutet. Aber dieser günstigen Konstellation in Dortmund konnte ich mich nicht entziehen. Los ging es mit dem Kreisliga-Kick beim SV Berghofen. Moment mal... Kreisliga?! Gehört doch gar nicht zu meinem Beuteschema! Es sei denn dem Spiel kommt eine besondere Bedeutung zu oder es findet auf einer herausragenden Anlage statt. Beide Voraussetzungen wurden nicht erfüllt. Bild Aber da auch meine Herzdame mittags das Haus verließ, machte auch mich auf den Weg, da diese Partie als Aufwärm-Programm genau richtig war - liegt doch die Sportanlage genau in der Einflugschneise zum zweiten Ziel des Tages in Aplerbeck. Das Spiel war dann unerwartet unterhaltsam. In der ersten Hälfte fielen die Tore wie am Fließband, so dass ein Pausenstand von 3:5 zu vermelden war. In der zweiten Hälfte ergaben sich die Gastgeber dann vollends und fingen sich unterstützt durch zwei Platzverweise noch drei weitere Kirschen. Der ‚Sportplatz Berghofer Straße‘ ist recht liebevoll hergerichtet. Rund um das kleine Vereinsheim ist eine ausladende Überdachung errichtet unter der auf zwei Stufen Sitzschalen, die, wie ich vermute, aus der alten Bestuhlung des Westfalenstadions stammen, montiert sind. Nur zweieinhalb Kilometer entfernt befindet sich das ‚Waldstadion‘ des Aplerbecker SC 09. Bild Dieses hatte ich vor einigen Jahren bereits beehrt. Allerdings steht dort seit einigen Wochen eine neue Tribüne hinter dem südlichen Tor. Knapp dreihundert überdachte Sitzplätze hat man geschaffen. Jetzt nicht der Königs-Grund, um das kleine Stadion erneut zu besuchen, aber da sich Rot-Weiß Ahlen als Gegner vorstellte, der ja noch hart um den Aufstieg in die Regionalliga kämpft und außerdem eine aktive Szene hinter sich weiß, kann man das ja mal machen. Die Szene war dann auch anwesend, allerdings ohne Gruppen-Klamotten und auch nicht sehr agil. Angeblich aus Vorsicht, da man in der Vergangenheit auf Dortmunder Gebiet bereits Probleme mit Territorial-Ansprüche vertretenden schwarz-gelben Zunft-Angehörigen bekommen hatte. Nun ja – werten wir das mal wohlwollend als Deeskalations-Maßnahme… Die Gäste-Mannschaft trat dann deutlich selbstbewusster auf, als ihr Anhang und bracht den wichtigen Sieg nach einigen Start-Problemen deutlich unter Dach und Fach. Eine knapp vierstellige Kulisse verschaffte der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Mein persönlicher Star des Spiels war das leckere Sucuk-Brötchen. Zum Ausklang des geballten (welch Wortspiel) Fußballtages verschlug es mich zum Dortmunder Flughafen. Bild Bild Beziehungsweise dahinter, denn dort spielt Westfalia Wickede seit einigen Jahren im noch recht neuen ‚Pappelstadion‘, das aus einem großzügig angelegten Kunstrasenplatz mit kombinierte teilweise überdachter Sitz- und Stehtribüne und einem großen Sozialgebäude mit Clubheim besteht. Die gute Tabellensituation und das echte gegen die Orts-Nachbarn zog einige hundert Zuschauer an. Darunter auch haufenweise bekannte Szene-Gesichter. So eine Anstoßzeit am Sonntag-Abend lockt die Horden eben an. Gehör ich ja nun mal auch zu. Gefreut habe ich mich, nach kurzer Zeit schon wieder Christian aus Hamburg zu begrüßen, der auf dem Rückweg aus der alten in die neue Heimat hier Station machte. Die Sportanlage hat nur wenig Charme. Zu steril ist die ganze Geschichte angelegt. Die gastgebende Westfalia tat sich schwer und musste sich den Sieg hart zäh erkämpfen. Dadurch wurde die Punktgleichheit mit dem in der Tor-Differenz besseren Tabellenführer wieder hergestellt. Das verspricht ein spannendes Saison-Finish.

Sa. 16.05.2015 14:30 - DETO Twenterand vs VV Balk 1:0
Sa. 16.05.2015 18:00 - Eintracht Berßen vs SV Teglingen 0:2
Pünktlich um Viertel nach zwölf sammelte mich Marcel ein. Ziel war das Relegationsspiel zur viertklassigen 'Hoofdklasse' im tulpenlastigen Nachbarland. Im 'Sportpark Het Midden' in Vriezenveen bei Almelo trafen sich DETO und der VV Balk zum sportlichen Kräftemessen. Bild Der Sportpark bietet die übliche Infrastruktur der holländischen Amateursportanlagen und ist dementsprechend auch nichts großartig Besonderes. Nur einige hundert Interessierte lockte die vorentscheidende erste Partie dieser 3er-Gruppe an. Die Gastgeber gewannen den Kick durch ein frühes Tor nach wenigen Zeigerumdrehungen und leisteten sich zusätzlich den folgenlos bleibenden Luxus eines verschossenen Elfmeters. BildAuf der anderen, nämlich der guten Seite der Grenze gab es dann noch einen krassen Kreisklasse-Kick zu bestaunen. In Klein-Berßen empfing die heimische Eintracht den Gast aus dem Meppener Vorort Teglingen. Über das Sportliche decke ich besser den Mantel des Schweigens. Gut war das nicht. Aber dass die Leistungsdichte in dünn besiedelten Gegenden nicht mit der in Ballungsräumen mithalten kann, ist ja nur logisch. Die favorisierten Gäste wahrten ihre Aufstiegschance und errumpelten sich einen schmeichelhaften Sieg bei den im gesicherten unteren Mittelfeld herum dümpelnden Eintrachtlern. Deutlich besser als das Gestolpere auf dem Grün, wusste das kleine Stadion zu gefallen, dass sich, am Ortstrand gelegen, mit einer recht stattlichen überdachte Sitztribüne und einer Stehtraverse brüsten kann. Schöne Anlage. Weniger schön war, dass auf dem benachbarten Festgelände zwar alles für das örtliche Schützenfest bereitet war, dieses aber offenbar noch nicht begonnen hatte.

Do. 14.05.2015 14:00 - Rot-Weiss Essen vs Rot-Weiss Oberhausen 6:5 (n.E.)
Nach der verpatzten Rückrunde stieg das Niederrheinpokal-Finale zwangsläufig zum Spiel des Jahres auf. Die Gäste hatten im Halbfinale den MSV ausgeschaltet und spielen eine exzellente Rückrunde, so dass mehr als Respekt geboten war. Glücklicherweise entschied der Verband, das Finale nach Essen zu geben, was in meinen Augen der einzige Aspekt war, der den Roten überhaupt eine Chance einräumte. Da unsinnige Sicherheitsvorkehrungen über 2tsd Plätze des Fassungsvermögen schluckten, war die Bude mit 18.500 Zuschauern sold-out, etwas mehr als 4tsd davon aus Oberhausen. Bild Mein Pessimisums, was den Spielverlauf angeht bewahrheitete sich dann ebenso wenig, wie der, was die Stimmungshoheit angeht. Der RWO-Anhang um die 'Handtuchmafia' konnte zwar mit einer kleinen Choreo glänzen, war aber nur in den ersten Minuten gut zu vernehmen, danach beschränkte sich der aktive Support meistens auf die Ultra-Orientierten. Die Stimmung in der Westkurve leidet ja unter der Auszeit der 'Ultras Essen'. Machte sich deren Fehlen in den letzten Heimspielen auch deutlich bemerkbar, so schafften es die verbliebenen Supportwilligen heute dem Laden ganz ordentlich Leben einzuhauchen. Bild Oft genug wurde auch die Nordtribüne mitgerissen, so dass die Hütte deutlich mehr und öfter bebte, als ich es gehofft hatte. Möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass sich das eine oder andere UE-Mitglied in zivil in der Kurve befand - auf jeden Fall machte sich die Kulisse ganz gut bemerkbar. Vielleicht sogar gerade deswegen, weil man sich nicht den Vorgaben eines Capos unterordnen musste. Natürlich - vom alten Hafenstraßen-Roar war das Meilen entfernt, aber es war eben auch nicht ganz so schlecht. Ob die Kurve bei dauerhaftem Fernbleiben von UE in der Lage wäre sich selbst zu ordnen und neu zu organisieren sei dahingestellt. Dass die Kurve im Lande ohne Ultras kaum mehr in der Lage sind, vernünftigen Support auf die Beine zu stellen, zeigt(e) sich ja auch andernorts schon. Ich fänd es spannend, diesen Prozess in Essen zu beobachten. Auf dem Feld entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel in dem der RWE aber ein deutliches Chancen-Plus verzeichnen konnte. Vielleicht war eben das der Unterschied, dass der knappe Sieg nach Elfmeterschießen als verdient bezeichnet werden darf. Allerdings waren auch alle sechs Essener Elfmeter beeindruckend souverän geschossen, was ich so nicht erwartet hatte. Somit hat die Mannschaft zumindest den letzten großen Auftrag in dieser Saison zufriedenstellend erledigt und in der nächsten Saison darf man sich mal wieder auf ein Heimspiel im DFB-Pokal freuen. Jawoll! Sandhausen kann kommen...

Mi. 13.05.2015 18:45 - VfL Reken vs Sportfreunde Merfeld 1:3
BildAn diesem frühsommerlichen Abend begleitete mich meine Herzdame nach Reken im Westmünsterland. In dieser beschaulichen aus mehreren Ortsteilen bestehenden Gemeinde schließen sich im Sommer Bilddie drei ansässigen Vereine zu einem Fusionsclub zusammen. Einer der drei Clubs, nämlich der VfL, verfügt in Klein-Reken über eine ansehnliche aus mehreren Plätzen bestehende Sportanlage. Der Hauptplatz verfügt über eine recht stattliche überdachte Tribüne, zumindest an Bezirksliga-Ansprüchen gemessen. Die gesamte Anlage liegt am Ortsrand idyllisch zwischen Wäldern und Feldern. Die Gäste aus einem nahen Dülmener Ortsteil waren mit einer Ladung Fans unter anderem per Bus-Charter angereist. Support gab es trotzdem nicht, aber das Spiel bekam so zumindest eine ganz vernünftige Kulisse, benötigen beide Teams doch noch dringend Punkte gegen den Abstieg. Die Gäste bekamen den Ernst der Lage und die Nerven besser in den Griff und gewannen die Partie verdient.

So. 10.05.2015 15:00 - Viktoria Bucholz vs Blau-Weiß Oberhausen-Lirich 2:2
Schon wieder Duisburg. Im Süden der Stadt lockte mich der Bezirksliga-Showdown. Kurz vor Saisonende bat der gastgebende Tabellenzweite den Liga-Primus aus dem benachbarten Oberhausen zum Tanz. Bild Da bei den Gästen der streitbare, weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannte Übungsleiter Möllmann an der Bande steht, war Unterhaltung garantiert. Den Buchholzern half nur ein Sieg weiter. Die Heim-Mannschaft begann dementsprechend druckvoll, aber mit der ersten ernsthaften Chance gingen die Liricher in Führung. Bild Für den Ausgleich musste ein zweifelhafter Elfmeter herhalten. Nach dem Wechsel wurde die Partie im Feld weitestgehend offen geführt. Das deutliche Chancenplus verzeichneten dabei zwar die Gastgeber, die aber immer wieder entweder am guten Keeper oder an sich selbst scheiterten. Der ersehnte Führungstreffer eine Viertelstunde vor Schluss schien einen nun wieder offenen Kampf um die Meisterschaft zu versprechen, aber die Blau-Weißen zeigten sich kühl und abgezockt und erzielten den Ausgleich kurz vor dem Ende. Danach kam deutlich mehr Hektik auf, die ihr Ventil in auch vorher schon ab und aufblitzenden gegenseitigen verbalen Provokationen fand. Nach dem Abpfiff fand das Finale dann auf dem Spielfeld statt, als nur mühsam gegenseitige Handgreiflichkeiten zwischen Spielern, Betreuern und Zuschauern verhindert werden konnten. Kurzweilige Nummer.

Sa. 09.05.2015 15:30 - MTV Union 02 Hamborn vs SuS 09 Dinslaken II 3:2
Bild Da ich an diesem Wochenende Besuch von Christian aus Hamburg hatte, war es natürlich zwingend notwendig, einen geeigneten Kick für den samstäglichen Nachmittag zu finden. Das außerdem eine nicht zu weite Anfahrt Bedingung war, machte es bei nicht mal einem Dutzend möglichen Spielen nicht einfacher. Doch darunter befand sich eben diese Perle an der Warbruckstraße im äußersten Duisburger Norden, die schon lange auf der Pflicht-Liste steht, bisher aber keine Berücksichtigung fand, was auch darin seinen Grund findet, dass der Heim-Verein ein trauriges Durchschnitts-Dasein in der Kreisliga B fristet. Höherklassig gespielt hat der Verein nur vor und nach dem Krieg. Bild Die kleine Spielstätte ist wahrhaft ein Schmuckstück. Auf der Hauptseite befindet sich eine von ungedeckten Stehrängen flankierte Tribüne und gegenüber weitere ungeschützte Stehtraversen. Lediglich hinter den Toren ist kein Ausbau zu finden. Bild Zur Geschichte der Tribüne findet man rein gar nichts. Das Baujahr lässt sich nur sehr schwer erahnen, doch scheint der an den Liga-Verhältnissen gemessen recht große Bau in großer Diskrepanz zum sportlichen Werdegang des Vereins zu stehen. Wenn jemand nähere Infos hat, immer her damit. Normalerweise wird natürlich sonntags gespielt. Unser Glück war, dass sich der MTV bereit erklärte, die Partie aufgrund der anstehenden Hochzeit eines Gäste-Spielers auf Samstag vorzuziehen. Der Kick war dann natürlich graues Kreisliga-Gerumpel. Zwar nicht völlig talentfrei, aber eben doch mit sehr mäßigem Tempo und ausreichend eingebauten Unzulänglichkeiten. Bei wechselnder Führung konnten die Gastgeber am Ende die Punkte für sich verbuchen.

Fr. 08.05.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs KFC Uerdingen 05 5:0
Erster Besuch eines Rot-Weiss-Spiels nach meiner tourbedingten kreativen Pause. Erwartet tat ich nichts, da sich die Mannschaft in den letzten Wochen ja offenbar sehr wechselhaft präsentiert hatte. Dagegen hatte ich mit einem engagierten Gäste-Team gerechnet, aber nix war. Kann sein, dass die am Nachmittag veröffentlichte Meldung, dass dem KFC in erster Instanz die Lizenz für die kommende Saison verweigert wurde, eine Rolle spielte, aber ein so blutleeres Team trotzdem es in höchster Abstiegsgefahr schwebt, war für die mitgereisten 250 Anhänger ein wahrer Schlag in die Fresse! Der RWE hatte leichtes Spiel. Glaube ich zumindest. Zu einem wirklich fundierten Urteil fehlte mir der Durchblick, da ich mir präventiv nicht nur den Kick sondern auch gleich mich selbst schön getrunken habe. Das beste am Ergebnis dürfte das daraus zu ziehende Selbstvertrauen für das Pokal-Finale am kommenden Donnerstag sein.

Mi. 06.05.2015 18:45 - VfB Kirchhellen vs BV Rentfort 2:4
Der VfB Kirchhellen, im nördlichsten Stadtteil Bottrops beheimatet, verfügt für Kreisliga-Verhältnisse über eine recht ansehnliche Spielstätte. Und da in den nächsten Jahren kein Höhenflug zu erwarten ist, Bild sprang ich an diesem sonnigen Abend (Achtung: Wortspiel!) über meinen Schatten und gab mir eine kleine Kreisliga-Dröhnung. Bei überdurchschnittlichen Spielorten klammere ich ja gern mal meinen Anspruch aus, mindestens Bezirksliga-Niveau sehen zu wollen. In den 90er Jahren erlebte der VfB recht erfolgreiche Zeiten, die bis in die Oberliga führten. Nach dem Abstieg machte man direkt den großen weil finanziell bedingten Schnitt, verzichtete auf das Verbandsliga-Startrecht und fing auf Kreis-Niveau neu an. Geblieben ist ein verbandsliga-würdiges kleines Stadion, bestehend aus einer überdachten Stehtribüne, die von ungedeckten Stehtraversen flankiert wird, sowie Stehrängen auf der Gegenseite. Gegen die Gäste aus dem nahen Gladbecker Stadtteil Rentfort handelte es sich beinahe um ein Derby. Zu holen war für die Kirchheller allerdings nix. Zwar spielte man mehr als ordentlich mit, hatte zeitweise gar mehr Ballbesitz, aber vor dem Tor zeigten sich die Rentforter deutlich abgezockter.

So. 03.05.2015 11:00 - Rot-Weiss Essen A-Jgd vs Arminia Klosterhardt A-Jgd 2:0
So. 03.05.2015 15:00 - PSV Mönchengladbach 1926 vs DJK Gnadental 2:3
Da man als Rot-Weisser in diesen Tagen jede Chance ergreifen sollte, sich an seinem Verein zu erfreuen, folgte ich dem Aufruf zum Spiel der A-Jugend gegen die Gäste aus Oberhausen. Die U19 rauscht nach dem Abstieg aus der Bundesliga West im letzten Jahr durch die Niederrheinliga und konnte heute drei Spieltage vor Schluss an der heimischen Seumannstraße, dem Nachwuchszentrum des Vereins, gegen den Vierten der Tabelle alles klar machen. Bild Eigentlich sollten nur Dauerkarten-Inhaber und Mitglieder freien Eintritt erhalten, aber letztlich verzichtete der Verein in Gänze auf Eintritt. Gut sechshundert Anhänger profitierten davon. Der rot-weisse Nachwuchs ließ dann mal sowas von gar nix anbrennen. Bild Die Gäste konnten exakt eine einzige Torchance nach einer Fehleinschätzung des RWE-Schlussmanns verzeichnen, ansonsten kontrollierte der RWE die Partie vollends und hätte auch höher gewinnen können. Aber drei Zähler gab es auch so, wodurch sich das Team uneinholbar an der Spitze festsetzt. Der Jubel fiel bei aller Freude beinahe verhalten aus. Zu selbstverständlich war der Ertrag nach dieser souveränen Saison. Warum man den Kick bei etwas größerem Andrang aber nicht auf dem geräumigeren Rasen, der ja auch ein paar Stehtraversen bietet, über die Bühne bringt, bleibt mal wieder ein rot-weisses Geheimnis. Am Nachmittag führte mich der Weg nach Mönchengladbach. Am Volksgarten befindet sich die altehrwürdige Radrennbahn. Bild Radrennen gibt es hier schon vierzig Jahre nicht mehr, aber das im weiten Oval befindliche Rasen-Spielfeld wird bei gutem Wetter weiterhin vom Polizei SV bespielt. Von der Rennbahn ist auch nur noch auf den Geraden etwas zu erahnen. Die Kurven sind begrünt und der Natur überlassen. Bild Die alte Sitztribüne ist noch weitestgehend intakt, aber leider von Graffitis entstellt. Man spürt hier, dass es hier die guten Seelen eines jeden kleinen Amateur-Vereins sind, die diesen am Leben halten. Sei es die ältere Dame, die sich um das bescheidene Catering kümmert oder das ältere Vereinsmitglied, das mit der Geldkassette herum geht, um ein paar Kröten von den Anwesenden zu kassieren. Das hat was von Amateur-Fußball-Idylle. Nicht ganz so idyllisch war es auf dem Platz. Manchmal erstaunlich wie unterschiedlich gleichklassiger Fußball innerhalb eines Verbandes sein kann. Mit dem aus dem Pott gewohnten Bezirksliga-Niveau hatte das Gebotene nicht viel zu tun. Fehlpass reihte sich an Fehlpass und Missverständnis an seinesgleichen. Zumindest die fünf Tore entschädigten etwas für den Anschlag auf das Augenlicht.

Sa. 02.05.2015 16:30 - Tallinna FC Flora vs Tallinna FC Levadia 0:1
Das lange Wochenende wurde für eine Kurzreise mit der Herzdame nach Riga und Tallinn genutzt. Zugegeben - ganz ohne Hintergedanken war das nicht. Bei meinem ersten Besuch in Estland vor ein paar Jahren hatte ich exakt dieselbe Partie im Visier. Drei Tage vor dem Kick fiel dem estnischen Verband aber ganz plötzlich auf, dass die Nationalelf ja eine einwöchige Südamerika-Reise macht und der Liga-Kick daher ausfallen muss. Bild Daher kam ich in den Genuss eines Erstliga-Spiels bei Ajax Lasnamäe auf einem Kunstrasen mit zwei Tribünen-Stahlgestellen. Das nagte an meiner Ehre, weshalb ich mir vornahm, diese Scharte irgendwann auszumerzen. 'Irgendwann' war also heute gekommen. Der Tag präsentierte sich in feinstem schottischen estnischen Schnürregen. Bild Zwei Stunden vor dem Kick hörte es dann aber endlich auf, so dass wir nach ein wenig Sightseeing zum Stadion fuhren, wo wir auf Dominik und Sascha trafen, die ebenfalls die beiden Hauptstädte besuchten. Das attraktivste Spiel der Liga im Vorzeige-Stadion des Landes lockt jährlich auch nicht viel mehr als 1.000 Zuschauer. Fußball ist halt nicht grad der Lieblingssport der Esten (haben die eigentlich überhaupt eine?), daher ist der Zuschauerschnitt der Liga auch desaströs. Flora ist als Tabellenzweiter gut gestartet, während Levadia den Ansprüchen als Siebter der Zehner-Liga hinterher hinken dürfte. Die Saison wird mit dem Kalenderjahr gespielt. Auf Seiten der Gastgeber formierte sich eine knapp fünfzig Leute starke aktive Supportgruppe, die ihren Block beflaggt und ein wenig geschmückt hatte. Bild Bild Ein etwas korpulenterer Typ (ich denke es waren einfach zwei Esten in einem Körper gefangen) verdrosch ohne jedes Rhythmus-Gefühl eine unschuldige Trommel. Da sitze ich also auf meinem Klappsitz und bin schon nach wenigen Minuten vom talentfreien Gekicke gelangweilt, als ich mehrfache Knallgeräusche vernehme. Ich denk noch, das kommt Dir bekannt vor, als auch schon ein Dutzend Fackeln leuchtet und Rauch aus mehreren Töpfen in den Vereinsfarben empor steigt. Damit hätte ich hier als letztes gerechnet. Bild Da scheint einer seine polnischen Verwandten bemüht zu haben. Schöne Show. Von der Security hat es übrigens niemanden gejuckt. Entweder kennen sie es noch gar nicht oder ihnen ist bewusst, dass man sich mit den Dingern nicht zwingend umbringt, sofern man sich die Teile nicht direkt gegenseitig in die Fresse steckt, wie in Belgrad jüngst beobachtet. Auf Seiten der Gäste mühten sich exakt dreizehn Leute um Support. Überraschenderweise brachte das aber kein Unglück, sondern nach unterlegener aber torloser erster Hälfte erkannte man die Chance, legte ein paar Kohlen drauf und nahm durch den Treffer des Tages am Ende gar nicht mal unverdient die Zähler mit. Das auf den Namen eines Bierbrauers hörende Stadion ist eigentlich ganz hübsch und mit seinem Fassungsvermögen von 10tsd Menschen beinahe noch überdimensioniert. Das extravagante Dach weiß allerdings nur gut auszusehen und weniger vor dem Regen zu schützen, wie sich im Laufe der zweiten Halbzeit zeigte.

Fr. 24.04. bis So. 26.04.2015 - Belgrad
Wochenend-Ausritt zum heißesten Derby des Kontinents. Einen kleinen Bericht findet ihr HIER.

Do. 23.04.2015 19:30 - Germania Teveren vs Sparta Gerderath 1:0
In der Einflugschneise der NATO-Airbase Geilenkirchen liegt das hübsche 'Heidestadion' am Rande des Ortsteiles Teveren. Hier kämpft die heimische Germania um den Klassenerhalt in der Landesliga Mittelrhein. In besseren Zeiten musste sich hier auch schon der glorreiche RWE abmühen und auch die Fortuna aus der Landeshauptstadt hat hier schon deutlich verloren. Die Realität ist etwas nüchterner. Bild Im Derby gegen die Sparta aus dem nahen Gerderath, sollten drei Zähler her, womit der Liga-Erhalt in greifbare Nähe rücken würde. Die Gastgeber waren auch das tonangebende Team. Sparta konnte nur selten gefährlich werden und die Germania ging nach einer halben Stunde in Führung. Ungefähr zur Mitte der zweiten Hälfte legte das Flutlicht eine Pause ein. Da genau in diesem Moment die Dämmerung in Dunkelheit übergehen wollte, unterbrach der Referee die Partie. Geduld war gefragt und nach etwa zwanzig Minütlein sprang ein Birnchen nach dem anderen wieder an und die Partie konnte ein reguläres Ende finden. Die Mühe hätten sich die Lampen aber gar nicht machen müssen, denn der Treffer aus der ersten Halbzeit sollte der einzige des Tages bleiben. Das Heidestadion ist mit einer kleinen aber feinen Sitztribüne, daneben befindlichem Clubheim und dem hohen Graswall auf der Gegenseite eine schöne, idyllisch im Grünen gelegene Spielstätte, an der sich heute knapp zweihundert Zuschauer erfreuten, was deutlich mehr ist, als bei den übrigen Liga-Spielen. Da ich mit Alex verabredet war und zufällig auch noch die Bayer-Bagage Marius und Daniel traf, war für das eine oder andere Schwätzchen am Rande gesorgt.

Fr. 03.04. bis Mo. 20.04.2015 - Lateinamerika
Ereignisreiche Tour in die Landverengung zwischen Karibik und Pazifik. Der Bericht dazu ist HIER zu finden.

So. 29.03.2015 12:00 - SV Lurup 23 vs FC Elmshorn II 5:1
So. 29.03.2015 15:00 - TuS Güldenstern Stade vs TuS Neetze 3:1
Zum High Noon fand ich mich im Stadtteil Lurup ein, wo der gastgebende SV die Zweitvertretung des FC Elmshorn empfing. Dabei ist die Zwote eigentlich mittlerweile die Erste, da der FC seine Oberliga-Mannschaft vor dem Winter aus finanziellen Gründen aus dem Spielbetrieb nehmen musste. Zum Spiel des Tabellenführers gegen den Abstiegskandidaten fanden sich sage und schreibe 64 Besucher im 'Uwe-Einsath-Stadion' ein. Alle die nicht kamen, verpassten ein munteres Spielchen auf schwierigem Geläuf. Erwartungsgemäß konnten die rot-weißen Gastgeber dem Underdog ein schönes Päckchen für die Heimreise schnüren, allerdings auch begünstigt von einem frühen Platzverweis. Bild Das kleine Stadion ist für Landesliga-Verhältnisse absolut überdurchschnittlich. Das von einer Laufbahn umgebene Spielfeld wird auf den Längsseiten von je einer überdachten Steh- und Sitztribüne flankiert. Die Kurven sind nicht ausgebaut. Allerdings hat der SV auch schon mehrere drittklassige Jahre in der damaligen Oberliga hinter sich und konnte in den frühen Achtzigern sogar mal an das Tor zur Zweiten Liga klopfen. In der Sitztribüne befindet sich ein kleiner separater Catering-Bereich. Ich empfehle die Krakauer - die war wirklich gut. Das zweite geplante Spiel des Tages fiel leider dem Wetter zum Opfer. Zwar wurde in Stade gespielt. Aufgrund des Wetters ging die Partie aber auf dem Nebenplatz über die Bühne. Nicht das, was ich wollte, also ab nach Hause. In Lurup hatte ich morgens noch angerufen, weil ich dem Hamburger Schietwetter nicht traute. Das hätte ich betreffend des Spiel des TuS Güldenstern besser auch mal getan, damit wäre der Umweg erspart geblieben. Damit ist natürlich ne Baustelle offen. Mal sehen, wann ich die Lücke schließen kann.

Sa. 28.03.2015 14:00 - Heider SV vs Flensburg 08 0:0
Sa. 28.03.2015 16:00 - VfR Horst 1946 vs SV Alemannia Wilster 2:2
Der 'kleine HSV' aus dem beschaulichen westholsteinischen Heide verfügt über eine schnuckelige kleine Spielstätte, die ich schon öfter mal auf dem Schirm hatte, wenn ich meine Schwester in Hamburg besuchte, aber bisher war mir eine Anreise nicht gelungen. Bild Bild Das 'Stadion an der Meldorfer Straße' ist ein reines Fußballstadion, dass auf jeder Seite über vier bis fünf Stufen verfügt. Zudem befindet sich auf einer der Geraden über knapp zwei Drittel der Spielfeld-Länge eine betagte überdachte Tribüne, welche die Herzen von Fußball-Romantikern höher schlagen lässt. Bild Gegen den Traditionsclub aus Flensburg, der sogar einige Fans mitbrachte, die sich aber akustisch nicht einbrachten, ging es für beide Teams um bitter nötige Punkte gegen den drohenden Abstieg. Der HSV war die bessere und kampfstärkere Mannschaft, schaffte aber nur zwei Aluminium-Treffer. Da auch die Gäste kein Zielwasser getrunken hatten, blieb die Partie leider torlos. Auf dem Rückweg nach Hamburg machte ich noch Station beim Horst. Korrigiere: in Horst. Erst zur Mitte der ersten Halbzeit traf ich dort ein, was mir aber vorher bewusst war. Asche über mein Haupt. Spiel und Wetter hatten allerdings nicht mal 67,5 Minuten Anwesenheit verdient. Es gibt doch nix schöneres als ne halbgare Grillwurst im Nieselregen bei einem richtig miesen Kick. Bild Verbandsliga-Fußball kann manchmal echt an Kreisliga C erinnern. Immerhin gab es dieses Mal vier Tore zu bestaunen, die gerecht auf beide Teams verteilt wurden. Da es der gastgebende zweitplatzierte VfR nicht schaffte, einen nach sechzig Minuten dezimiert spielenden Gegner zu bezwingen, kann er seine Aufstiegs-Hoffnungen wohl begraben, da der Rückstand auf die Tabellenspitze immer größer wird. Die Sportanlage in Horst ist flatschneu oder zumindest erst vor kurzem aufwändig saniert worden. Zwei gepflegte Plätze - einmal echtes und einmal künstliches Gras - erfreuen sich auf einer Seite über ein wenig Ausbau in Form von begrünten Stufen und einer kleinen Überdachung. Das Sozialgebäude mit integriertem Club-Heim wirkt schon recht feudal. Da hat die Gemeinde wohl gutes Geld in die Hand genommen. Wenn man so will, gab es sogar Support. Drei jüngere Teenager schwenkten eine Riesenfahne und hatten ein kleines Banner in der Hecke befestigt. Ein Kuriosum bot noch einer der Reservespieler der Heim-Mannschaft, der sich auf der Auswechselbank die Rote Karte abholte. Beste Aktion war aber nach meiner Meinung der Schlusspfiff. Ab nach Hamburg.

Fr. 27.03.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs SV Rödinghausen 0:3
Der Gesamtzustand ist desaströs. Die Querelen um den mittlerweile fristlos gefeuerten Sportvorstand, der zwar befugt, aber doch eigenmächtig und gegen die Empfehlung des Aufsichtsrates den Vertrag mit dem in der Kritik stehenden Trainer verlängert hatte, haben weitere Unruhe in die eh schon angespannte Situation gebracht. Die Ultras sahen sich völlig übereilt zu einem 'Der oder wir'-Ultimatum genötigt. Dabei wäre es unzweifelhaft richtig gewesen, dem Vorsitz des Vereins die Zeit zu geben, angemessen auf den Vertrauensbruch zu reagieren. Was dieser ja auch mit der einzig denkbaren Konsequenz tat. Natürlich nicht, ohne darauf hinzuweisen, dass man diese Entscheidung von außen unbeeinflusst getroffen hat. Da wäre es nun eigentlich das richtige Zeichen gewesen, die Kurve wieder mit dem üblichen Leben zu füllen, da der Grund des Boykotts beseitigt wurde. Optisch - wenn auch nach mauen Leistungen verständlicherweise leerer - sah die Westtribüne aus wie immer, aber die spärliche Stimmung kam sicherlich eher vom unorganisierten Teil der Kurve. Wäre interessant zu beobachten, ob man sich mit Geduld und Weitsicht von der Vorherrschaft von Ultra & Co befreien könnte. Eine Renaturierung der Kurve sozusagen. Westkurve reloaded. Aber das ist ein anderes Thema. Am heutigen Abend setzte es eine deutliche Heim-Niederlage gegen den No-Name-Club aus Ostwestfalen. Zwar waren die Gäste nicht zwingend besser, nutzten aber ihre wenigen Chancen konsequent. Die Rot-Weissen zeigten wie jede Woche dieselbe Ideen- und Konzeptlosigkeit und man konnte früh erkennen, dass es keine Wende in diesem Spiel geben kann. Geht das so weiter, wird das Team das Stadion mit dem Gekurke leer spielen, denn auch das trotz aller Dünnhäutigkeit so treue Publikum ist mit der Geduld am Ende. Natürlich darf man dahingehend den Einfluss des Trainers zumindest hinterfragen. Und da in Essen, bedingt durch das in den letzten Jahren erlebte, das Nervenkostüm eh deutlich dünner ist als bei anderen Vereinen, greifen auch hier die üblichen Mechanismen und der Kopf des Trainers wurde mehrfach laut und vernehmlich gefordert. Ich möchte mir nicht anmaßen, einzuschätzen ob das die richtige Entscheidung oder der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Tatsache ist, dass die Entwicklung rückläufig ist. Es ist eigentlich unfassbar, dass innerhalb von sechs Wochen aus einer beflügelnden Euphorie eine Weltuntergangsstimmung geworden ist. Man ist geneigt zu meinen, das gebe es nur in Essen. Ich bin jedenfalls dankbar, dass die heutige RWE-Partie die einzige inmitten von zwei Monaten war, die ich besuchen konnte.

So. 22.03.2015 11:00 - TuRa 1886 Essen vs ESC Preußen 02 3:3
So. 22.03.2015 15:00 - Grün-Weiß Wuppertal vs FC Remscheid 2:2
Sonntag. 11 Uhr. Kreisliga. Auf Asche. Eigentlich alles andere als von mir präferierte Veranstaltungen. Dieses Spiel war für mich aber trotzdem nicht uninteressant. Dabei ging es mir aber weniger um das Spiel selber, als eben um den Heimverein und die Platzanlage an sich, die mit einer dreistufigen Stehtraverse auf nur einer Seite auch nur über marginalen Ausbau verfügt. Bei TuRa hat zum einen mein Vater in seiner Jugend vor den Ball getreten und zum anderen ist der Verein einer der traditionsreichsten der Stadt. Die Fußballabteilung wurde 'erst' 1913 gegründet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Verein seine beste Zeit und spielte vor mehreren tausend Zuschauern auf diesem kleinen engen Platz. Bis zu 10tsd Menschen sollen sich hier gedrängelt haben. Schwer vorstellbar, aber Augenzeugen und Chroniken bestätigen das. Bild Ende der 40er Jahre verpasste man zwei Mal knapp den Aufstieg in die damals höchste Spielklasse Oberliga West. Danach musste man aus finanziellen Gründen den Rückzug in untere Spielklassen antreten. Trainer war zu dieser Zeit übrigens ein gewisser Willi Multhaup, der in den 60ern mit dem SV Werder die Deutsche Meisterschaft und mit dem BVB den Europapokal Bild der Pokalsieger gewann. Bis in die 70er Jahre hielt sich TuRa ganz ordentlich in den höheren Amateurklassen, dann ging es bergab. Auch der Gastverein blickt auf bessere Zeiten zurück. So scheiterte man in der ersten Saison nach dem Krieg erst im Halbfinale um die Niederrheinmeisterschaft an RWO. Die Gegenwart sieht beide Vereine in der Kreisliga A. TuRa kämpft mit schweren Abstiegssorgen, während die erst zu dieser Saison wieder aufgestiegenen Gäste relativ sicher im Mittelfeld der Tabelle stehen. Die Gastgeber legten auf einem in erstaunlich gutem Zustand befindlichen Platz eine gute Partie hin und gingen in der ersten Hälfte mit 1:0 in Führung. Dann passierte lange nichts und in den letzten zehn Minuten ging es Schlag auf Schlag, so dass am Ende ein für die Gäste schmeichelhaftes 3:3 an der nicht vorhandenen Anzeigetafel stand. Dabei verspielte die Heim-Mannschaft in den letzten drei Minuten eine Zwei-Tore-Führung. Der Platz ist wie schon erwähnt nichts besonderes und liegt eng zwischen Nachkriegsbebauung. Leider ist die Mauer, auf die Wappen und Vereinsname gemalt waren, durch den Pfingst-Sturm des letzten Jahres umgestürzt. Zu begeistern weiß die kleine Club-Kneipe. Hier erlebt man noch den wahren Ruhrpott in Wort und Bild. Beinahe scheint die Zeit stehen geblieben. Wer also wissen will, wie der Ruhrpott der 70er Jahre so war, der sollte sich mal eine halbe Stunde hier hinein setzen. Allerdings droht man dann im Zichten-Qualm zu ersticken. Man möge aber nicht zu lange warten, da immer mal wieder im Gespräch ist, den Platz zu schließen. Nach einem kurzen Kaffee-Stopp im nahen Zuhause, wurde es Zeit für das zweite Spiel des Tages. Lange ist es her, dass ich auf ein Spiel meines hassgeliebten RWE verzichtet habe, obwohl ich es problemlos hätte besuchen können. Aber je näher der Spieltag rückte, umso mehr wuchs die Überzeugung lieber ein Spiel zu besuchen, das mir Spaß macht, als wieder eins zu sehen, über das ich mich sehr wahrscheinlich ärgern würde. Bild Die neuerlichen Querelen in der Führungsebene gaben dann letztlich den Ausschlag für den Verzicht. Ist halt wie in ner Beziehung. Wenn es mal kriselt, tut ne Pause der Geschichte ganz gut. So führte mich der Weg nach Wuppertal-Oberbarmen, wo der TuS Grün-Weiß seine Spielstätte hat. Hier war ich bereits an einem diesigen Winterabend zu einem Kreispokal-Spiel angereist und musste feststellen, dass diese Anlage nur bei Tageslicht ihren ganzen Charme oberbarmt... äähm... offenbart, so dass ich damals nach einer Halbzeit, auch weil ich gesundheitlich etwas angeschlagen war, wieder abreiste. Bild An zwei Seiten wird der Platz durch eine Felswand begrenzt, was dem Platz einen ganz eigenen Stil gibt. Auf der Hauptseite befindet sich das Vereinsheim und eine mehrstufige Stehtribüne mit dem Grillstand, an dem man unter anderem ein hervorragendes Cevapcici-Brötchen mit Zwiebeln und Ayvar erwerben kann. Als Gast stellte sich heute der FC Remscheid vor, Nachfolger des ehemaligen Zweitligisten BV Lüttringhausen. Dieser legte los wie die Feuerwehr und führte nach nicht einmal fünf Minuten mit zwei Toren, was die Gastgeber mit dem Anschlusstreffer umgehend beantworteten, noch ehe der Minutenzeiger der Spieluhr die zehnte Umrundung vollendet hatte. Das Spiel war über die komplette Dauer umkämpft und alles andere als schlecht. Grün-Weiß wurde in der zweiten Hälfte immer stärker und belohnte sich zehn Minuten vor dem Ende durch einen Bilderbuch-Freistoß mit dem Ausgleich. Auch der Sieg war noch drin, aber in der Nachspielzeit wurde der Ball bei einer Riesen-Chance freistehend vor dem Torwart in die Wolken gejagt.

Sa. 21.03.2015 14:30 - AZSV Aalten vs VVOG Harderwijk 0:0
Bild Da ich keine Böcke hatte, weit zu fahren und sich in den nahen Landesverbänden nichts Ansprechendes bot, fiel das Augenmerk auf das grenznahe gelderländische Aalten, nur wenige Kilometer hinter der Grenze bei Bocholt. Bild Zum Spiel des AZSV gegen die Gäste vom Veluwemeer in der viertklassigen Hoofdklasse fanden sich knapp vierhundert Zuschauer im 'Sportpark Villekamp' ein. Zu diesem gibt es nicht viel zu sagen. Ist halt eine typische niederländische Amateur-Sportanlage. Ganz nett, aber auch nichts wahnsinnig aufregendes. Das auf dem Spielfeld Dargebotene gab mir mal wieder Rätsel auf. Ich habe schon reichlich gute Spiele in der vierten holländischen Liga gesehen, aber der heutige Kick war mal wieder so was von schlecht, dass man meinen konnte, es würden sich zwei Hobby-Truppen zum nachmittäglichen Gebolze treffen. Unglaublich welche Leistungsunterschiede in den unteren holländischen Ligen festzustellen sind. Wenig überraschend ging das Spiel mit dem unansehnlichsten aller Resultate zu Ende. Die wenigen Chancen wurden kläglich vergeben oder von den einzigen beiden Spielern mit guter Leistung, nämlich den Torhütern, entschärft.

So. 15.03.2015 13:30 - FC Ingolstadt 04 vs Karlsruher SC 1:3
Nach dem Besuch der sehenswerten 'Befreiungshalle' oberhalb von Kelheim fuhren wir weiter nach Ingolstadt. Wenn man sich der Stadt von Osten nähert, ist das erste was man den über den Haufen fährt, der 'Audi-Sportpark'. Dieser liegt wie ein Fremdkörper, der vom Himmel gefallen ist, auf einer Brachfläche neben einem Gewerbegebiet. Etwas mehr als 15tsd Menschen finden Platz. Bild Die Hütte ist nicht ganz so traurig wie z.B. die Blechbüchse in Paderborn, aber auch nichts wirklich besonderes. Wir hatten uns aus tabellarischer Sicht ein echtes Topspiel rausgesucht. Dazu reiste mit dem KSC eine Mannschaft mit stimmgewaltigem Anhang an. Dieser hatte allerdings nach den letztwöchigen Aktionen gegen das Kunstprodukt aus Leipzig mächtig Theater bekommen und von seiner Seite jegliche Zusammenarbeit mit dem eigenen Verein beendet. Und was setzt man dann als I-Tüpfelchen noch oben drauf? Richtiiig - man übt sich im Stimmungs-Boykott. Meine Fresse, hasse ich diese selbstverliebte Scheiße. Bild Mal ganz davon abgesehen, dass mich das nervt, weil ich natürlich neunzig Minuten lang guten Away-Support hören und sehen wollte, schadet man damit doch nur der eigenen Mannschaft. Aber so'n gepflegter Stimmungs-Boykott gehört ja wohl heutzutage zum Pflichtprogramm einer Ultra-Gruppierung. Wenn man sowas nicht ab und an mal ausruft, wird man ja von der Konkurrenz nicht ernst genommen. Ich bin ja der Meinung, dass es 99 von 100 Vereinsführungen einen Scheiß interessiert, ob die Kurve streikt oder nicht. Wesentlich eindrucksvoller wäre es nach meinem Erachten, wenn man umso entschlossener für seine Ideale eintritt. Aber die Schmoll-Nummer ist ja beliebt und nicht allein eine deutsche Masche. Der fast unbeflaggte Zaun wurde nach zwanzig Spielminuten noch mit einem Protest-Banner versehen. Ab und an rafften sich der Non-Ultra-Teil der Gäste mal zu nem Gesang auf. Okay, war halt so. Da die Ingolstädter Szene auch nicht grad für Ihre Lautstärke gefürchtet ist, blieb die erhoffte Atmosphäre weitestgehend aus. Bild Dafür wusste das Spiel absolut zu begeistern. Es gab einen technisch, kämpferisch und läuferisch richtig guten und schnellen Kick zu sehen. Hatte phasenweise sicherlich Bundesliga-Niveau. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte ging der KSC in Führung und kassierte mit dem Halbzeitpfiff den Ausgleich. Nach dem Wechsel machten die Gastgeber richtig Druck und der KSC verlegte sich gezwungenermaßen aufs Kontern. Als Ingolstadt die Gäste in der Schlussphase richtig einschnürte, schlug die Stunde des Rouwen Hennings. Zehn Minuten vor Ende und in der Nachspielzeit verwertete er zwei annähernd gleiche Konter-Situationen zum unverdienten Gäste-Sieg. Bleibt die Erkenntnis, dass man auch ohne Support aus der Kurve zum Erfolg kommen kann, daher verpuffte der Boykott zumindest am heutigen Tage ziemlich wirkungslos.

Sa. 14.03.2015 14:00 - Jahn Regensburg vs Rot-Weiß Erfurt 1:0
Da der SSV Jahn im Sommer ein neues Stadion bezieht, wurde es Zeit, dem fast neunzig Jahre alten 'Jahnstadion' einen Besuch abzustatten. Dominik war derselben Meinung und begleitete mich. Dass der Club als ziemlich abgeschlagener Tabellenletzter mit einem Bein in der vierten Liga steht und mit Hilfe öffentlicher Gelder ein Stadion für über 50 Mio Euro errichtet wird, sorgt in der Kommune natürlich für Diskussionen. Bild Derartiges ist mir aber von meinem eigenen Herzen-Club durchaus geläufig. Ich hatte mich auf ein betagtes Stadion mit entsprechendem Flair gefreut. Dass die Nordkurve vor ein paar Jahren für ein überdachtes Stahlrohr-Monster geopfert wurde, um dem einen oder anderen Besucher ein wenig Komfort zu bieten - geschenkt. Aber dass die schöne alte Haupttribüne durch unüberdachte Stahlrohr-Vortribünen und Stahlrohr-Podeste für TV-Kameras optisch total verschandelt wurde, grenzt an ein Verbrechen. So kam mir diese eigentlich sehenswerte Spielstätte wie ein hässliches Entlein vor. Bild Bleibt als Higlight der alte Uhrenturm mit integrierter Spielstand-Anzeige. Unter diesem bemüht sich kleine Regensburger Szene um Stimmung. Unter freiem Himmel hat man da mit knapp siebzig oder achtzig Leuten natürlich einen schweren Stand. Aber auch die knapp 200 Aktiven unter den nur etwa 300 Gäste rissen nicht unbedingt Bäume aus. Das Spiel entwickelte sich zum ziemlichen Gerumpel. Die favorisierten Gäste konnten die Vorschuss-Lorbeeren in keiner Weise rechtfertigen und für den Jahn ging und geht es eh ums nackte Überleben. Als alles nur noch auf den Abpfiff einer torlosen Nummer wartete, bekamen die Ostdeutschen noch eine Ecke zugesprochen. Aus dieser entwickelte sich ein Konter der Gastgeber, der wirklich exzellent zu Ende gespielt wurde und im Last-Minute-Siegtreffer mündete. Damit hält man zumindest noch die ausgestreckte Hand am Rettungs-Strohhalm. Der Abstand zu den Nichtabstiegs-Plätzen bleibt aber gewaltig. Die Regensburger Altstadt war übrigens deutlich sehenswerter als das Stadion.

Do. 12.03.2015 19:00 - SC Radevormwald vs FC Remscheid 0:1
Im Kreispokal forderte der ehemalige Landesligist aus Radevormwald, nach Insolvenz und Neugründung nun Kreisligist, den abgestürzten Ex-Zweitligisten und aktuellen Landesligisten FC Remscheid heraus. Dieser wurde von einigen Fans begleitet, die sich auch hin und wieder mit Anfeuerungen bemerkbar machten. Bild Die Remscheider Szene lebt also irgendwo noch weiter, allerdings dürfte es gemessen am Alter der Leute bereits die nächste Generation sein. Gibt auf jeden Fall Pluspunkte dafür, denn es kann ja nicht wirklich Spaß machen, einem durchschnittlichen Team über die Provinz-Sportplätze hinterher zu gondeln. Ein Klassenunterschied war kaum erkennbar. Die Gastgeber machten eine starke Partie und hatten in der zweiten Hälfte den Führungstreffer auf dem Fuß. Den erzielten dann aber die Remscheider einige Minuten vor dem Ende aus stark abseitsverdächtiger Position. Mit dem Schlusspfiff bekamen die Röntgen-Städter noch einen Elfmeter zugesprochen, der aber sang- und klanglos in den Abendhimmel gejagt wurde. Das 'Stadion Kollenberg' besticht eher durch seine Lage im Grünen als durch seinen Ausbau. Der besteht nur aus ein paar Stufen auf einer Geraden und einem darüber liegenden Clubheim. Das wahre Highlight war aber das Sucuk-Brötchen in der Halbzeit!

Di. 10.03.2015 20:00 - VV Gemert vs HVC Heesch 2:1
Im Distrikt-Pokal empfing Viertligist VV Gemert den eine klasser tiefer spielenden Gast aus dem nahen Heesch. Bild Die Gastgeber führen die Tabelle ihrer Hoofdklasse-Gruppe an, aber von einem Klassenunterschied war nicht viel zu sehen. Bild Nach einer Viertelstunde hatte sich der Außenseiter auf den Favoriten eingestellt ohne allerdings selber gefährlich werden zu können. Nach gut einer halben Halbzeit erzielte Gemert die Führung und baute diese kurz nach dem Wechsel aus. Heesch gab sich nicht auf und erzielte nach hartem Stürmer-Einsatz den Anschlusstreffer. Half ihnen nix, der klassenhöhere Club erreichte die nächste Runde. Der 'Sportpark Moelenbrok' unterscheidet sich nicht von an deren holländischen Amateur-Anlagen. Einer überdachte Sitztribüne mit Stühlen in den Clubfarben, die von unüberdachten Stehbereichen flankiert wird, befindet sich eine vierstufige teilweise überdachter Stehtribüne gegenüber. Die Kurven vermelden keinen Ausbau. Eigentlich nix besonderes, eher steril. Und trotzdem schau ich ganz gern mal ein Spiel in so nem Ground.

Fr. 06.03. bis Mo. 09.03.2015 - Athen
Eine kleine Reise in die Stadt der Mythen und Götter. Der Bericht dazu ist HIER zu finden.

Mi. 04.03.2015 19:00 - Arminia Bielefeld vs Werder Bremen 3:1
Spontan kam der Entschluss, sich den Pokalkick meiner Jugendliebe von der Weser auf der Bielefelder 'Alm' anzusehen. Es gibt ja auch schlimmere Stadien als die Bude der Arminia und ein ausverkauftes Pokal-Duell unter Flutlicht fetzt ja auch meistens. Ich sollte mit meinen Prophezeiungen achtsamer sein, die werden in letzter Zeit immer häufiger Realität. Vor einigen Tagen unkte ich noch, dass die Arminia das Spiel eh für sich entscheiden wird. Zwar bin ich grundsätzlich ein Freund von Pokal-Sensationen, allerdings muss derartiges ja nicht unbedingt geschehen, wenn ein Verein, der meine Sympathie genießt, der gedemütigte ist. Bild Der Rasen war ein Acker sondergleichen, aber das darf nicht als Ausrede gelten, da mit diesen Bedingungen ja beide Teams umgehen mussten. Das Gegurke der Gäste erinnerte mich in der Art schwer an das, was die Roten derzeit in Serie performen. Viel Ballbesitz aus dem man aber nichts macht, bei dem die zündende Idee fehlt. Wenige Strafraumszenen, stattdessen pomadiges Ballgeschiebe bis irgendwann der Fehlpass kommt. Grundsätzlich brauchte die Arminia nur Geduld. Die hatte sie. Und zudem noch Kampf, Einsatzwille und Bock auf das Spiel. Die Ein-Tore-Halbzeitführung ging vollkommen in Ordnung. Nach der Pause sah ich die nächste Parallele zum RWE. Es änderte sich nämlich nichts. Zwei richtig fette Chance gab es zwar auf Bremer Seite, aber das änderte nichts am Gesamtbild. Logische Folge war der zweite Treffer für die Heim-Elf. Zwar keimte nach dem Anschluss eine Viertelstunde vor dem Ende noch einmal grün-weiße Hoffnung auf, aber kurz vor den Ende brachte die Arminia den Erfolg verdient unter Dach und Fach. Fünfzehn gute Minuten reichen einem durchschnittlichen Bundesligisten halt nicht, um den Tabellenführer der Dritten Liga in dessen Stadion zu bezwingen. Bild Zum Einlauf der Teams, gab es auf beiden Seiten Choreos zu sehen. Während die Bremer bodenständig eine Blockfahne in den Vereinsfarben präsentierten - mehr geht ja auswärts oft nicht, vor allem nicht in einem derart beschissenen Away-Sektor wie auf der 'Alm', der ist nämlich ne echte Zumutung - zeigte die Heim-Kurve mittig eine große Blockfahne mit dem Vereinswappen, flankiert von kleinen Glitzer-Schwenkfähnchen in blau und silber. Dazu gab es ein 'Vorwärts Arminia' zu lesen, das aber zwischen dem ganzen Geglitzer etwas unterging. Also war nicht der Oberknaller, aber trotzdem ganz gut anzusehen. Die Stimmung war auf jeden Fall überdurchschnittlich. Ich beneide ja die Fans der Vereine, die einen dreisilbigen Vereins- oder Städtenamen rausbrüllen dürfen, denn dieses brachiale "BIE-LE-FELD" (analog zu FOR-TU-NA oder DY-NA-MO) nach Torchancen oder bei Eckbällen kommt ja auch immer wieder fett rüber. Aber auch so gefiel mir die Kurve gut. Viele individuelle kreative Lieder, die aber eben kein selbstverliebtes Gesingsang waren, sondern mit denen die gesamte Kurve gut mitgenommen wurde. Dahingehend scheint ja bei den Ultra-Gruppierungen - von Ausnahmen wie den Kirchenchören beispielsweise in Fürth oder Duisburg abgesehen - mittlerweile Einsicht zu herrschen, dass es besser ist, gemeinschaftsfähig zu singen, statt mit fünfzig Mann irgendwelche Liedchen zu trällern. Klappt ja mittlerweile sogar in Essen. Die Bremer habe ich nur zwei, drei Mal vernommen. War aber wohl meiner Position geschuldet. Im Gäste-Bereich war nämlich auch immer Aktivität zu beobachten, aber gegen so einen starken Heimblock war heute nix zu holen. Der Spielverlauf tat dazu natürlich das Übrige. Insgesamt ne gute Veranstaltung. Für mich persönlich nur leider mit dem falschen Spielausgang.

So. 01.03.2015 14:00 - VV Olympia Rozendaal vs VV Doetinchem 0:0
Eigentlich sollte ein Tagesflug mit der Herzdame stattfinden. Diese drückte sich aber mit Husten und Schnupfen vor dem Ausritt und quälte lieber die heimische Couch. Unvorbereitet gibt es nicht, also wurde der Alternativ-Joker aus dem Ärmel gezogen. Vor ein paar Wochen war ich über die Sportanlage 'De Pinkenberg' des VV Olympia aus dem beschaulichen Rozendaal bei Arnheim gestoßen. Bild Der Hauptplatz hebt sich deutlich von den üblichen Amateur-Sportanlagen des Nachbarlandes ab, steht doch dort eine betagte Holztribüne. Kleiner Schönheitsfehler: Die Tribüne kann derzeit nicht betreten werden, da ein neuer Zugang dafür errichtet wird. Wusste ich aber vorher nicht. Die Anlage besitzt eine wirklich herausragende Lage im bewaldeteten parkähnlichen Grünen. Rozendaal ist nicht nur eine der kleinsten Gemeinden der Niederlande, sondern auch eine der reichsten. Auf dem Weg zum am Ortsrand gelegenen Sportpark passiert man eine Prachthütte nach der anderen. Bild Marcel war noch auf den letzten Drücker auf den Zug gesprungen und begleitete mich. Sportlich hatte ich nicht viel erwartet. Der VVO fristet ein Dasein in der 'Derde Klasse', was in Holland siebte Liga bedeutet. Der Pinkenberg ist ein hügeliges Gebiet, dass eine Höhe von einhundert Metern über Normalnull erreicht. Damit ist die Gegend die zweithöchst gelegene Hollands. Die Höhenluft machte aber keinem der Teams zu schaffen. Zu unserem Erstaunen entwickelte sich auf recht schwierigem Geläuf eine ansprechende Partie, die läuferisch und technisch überraschend gutes Niveau erreichte. Und das obwohl es sich um ein Duell in den unteren Gefilden der Tabelle handelte. Die Gäste zieren gar das Ende des Tableaus. Nur das Salz in der Suppe fehlte letztlich. Ich hätte ja nicht erwartet, dass mich das erste torlose Spiel des Jahres in einer nominellen Gurkenliga ereilt. Da geht doch normal immer mal ne Kirsche rein. Dass dem nicht so sein soll, untermauerte ein Gäste-Stürmer mit einer der letzten Aktion, als er freistehend und freigespielt den Ball über die Querlatte des verwaisten Tores ballerte.

Sa. 28.02.2015 14:00 - Hallescher FC vs FC Hansa Rostock 1:2
Alle nach Halle! Mit Marco, Kevin aus Wuppertal und Fahrer Nobbi hieß es Kurs Ost. Im Nachfolger des ehrwürdigen 'Kurt-Wabbel-Stadion' buhlten die gastgebenden Chemiker und die Hansa aus Rostock um die zu vergebenden Punkte. Bild Der auf den Namen eines Energiedienstleisters hörende Sportpark könnte unspektakulärer nicht sein und fügt sich ohne großes Aufsehen in die Fünfzehntausender-Arenen a la Paderborn ein. Der Bau war vermutlich der Haushaltslage der Kommune geschuldet, die auch nicht allzu rosig aussehen dürfte. Bild Die Bude fällt also unter den Begriff 'zweckmäßig'. Ein wenig Nostalgie konnte aber dadurch bewahrt werden, dass hinter den Kopftribünen die alte Mauer das 'Kurt-Wabbel' erhalten blieb. Auch wenn ich immer versuche, meine Erwartungen klein zu halten, habe ich von der Partie optisch ein bisschen was erwartet. Sowohl die Heimseite als auch die circa achthundert Gäste hielten sich diesbezüglich aber zurück. Auch ein erhoffter Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen auf Seiten der Rostocker blieb aus. Die Hallenser präsentierten zur zweiten Hälfte eine Gedächtnis-Choreo zu Ehren eines jungen tödlich verunglückten Szene-Mitglieds. Bild Akustisch holten beide Blöcke das Machbare aus sich raus. Beide Seiten waren 90 Minuten in Aktion. Den Hansa-Anhängern kann man durchaus einhundert Prozent Mitmachquote bescheinigen, aber auch auf der Heimseite war die Bereitschaft zum Support groß. Bild Auf dem Spielfeld waren die Kräfteverhältnisse eindeutig verteilt. Der HFC übernahm nach ein paar Start-Problemen die Initiative und spielte sich ein paar Chancen heraus. Der Führungstreffer ließ aber bis kurz vor dem Pausentee auf sich warten, dann schlug ein direkter Freistoß im Torgiebel ein. Nach dem Wechsel dasselbe Bild. Die Gastgeber bestimmten die Partie, versäumten es aber, den Sack zuzumachen. Hansa fand eigentlich gar nicht statt. Aber man kennt es ja. Nach einem ersten Warnschuss schluderte eine Viertelstunde vor dem Ende eine alberne Flanke in den Sechzehner. Und da sich niemand in der Verteidigung für das Ding verantwortlich fühlte, bedankte sich die Rostocker Lebensversicherung Marcel Ziemer mit dem Ausgleich. Der HFC versuchte direkt wieder zu antworten, aber die Hansa war nun deutlich gefährlicher, was im Siegtreffer per Kopf in der Schlussminute mündete. Die Hanseaten bogen eine eigentlich verlorene Partie nicht ganz verdient um und ergatterten drei überlebenswichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Für Fraktion Westdeutschland ging es direkt wieder heim. Die Riesen-Currywurst am Rasthof Kassel soll aber noch Erwähnung finden. Größer als ein Unterarm, das Viech. Da wäre jede noch so große Klobasa vor Scham blass geworden.

Fr. 27.02.2015 19:30 - Rot-Weiss Essen vs FC Kray 0:1
Der vorläufige Tiefpunkt ist erreicht. Konnte man nach den ersten Niederlagen noch darauf verweisen, dass man diese ja durchaus gegen Spitzen-Teams der Liga erlitten hat, wirft das heutige Desaster gegen den Stadtteil-Verein einen ganzen Haufen Fragen auf. Nachdem die Mannschaft es in den ersten beiden Spiel-Wochen des Jahres geschafft hat jegliche Euphorie, jegliches Aufbruchsgefühl im Keim zu ersticken, hat sie sich nun auch noch die Wut und die Missachtung eines Großteils des nun wirklich treuen Publikums zugezogen. Eigentlich war es heute ein Spiegelbild dessen, was seit dem Gegentor in Aachen geboten wurde. Keine Durchschlagskraft, Harmlosigkeit im Angriff, kein vernünftiger Spielaufbau, kaum eine brauchbare Flanke, Konzeptlosigkeit. Und der nicht viel besser auftretende aber kämpfende Gegner macht dann irgendwann eine von seinen vielleicht zwei brauchbaren Chancen rein. Heut war es ein Sonntags-Schuss am Freitag-Abend, der die dritte 0:1-Niederlage im vierten Spiel bedeutete. Ich bin kein Freund von blindem Aktionismus, aber sollte sich in den nächsten Wochen nichts ändern, wird man nicht umhin kommen, den ohnehin auslaufenden Vertag mit dem verantwortlichem Übungsleiter zu überdenken. Und die Trauben hängen im März mit Auswärtsspielen bei der U23 in Mönchengladbach und bei Viktoria Köln verdammt hoch. Und wenn man es differenziert betrachtet, kamen auch die meisten Erfolge der Hinrunde weniger durch überzeugende spielerische Leistungen und ausgefeilte Taktik, als vielmehr durch ein wenig Glück und unbändigen Einsatz- und Siegeswillen zustande. Zurück bleibt die Ratlosigkeit, wo zumindest dieser Wille geblieben ist.

Mi. 25.02.2015 19:30 - SC Verl vs SpVg Olpe 10:0
Im westfälischen Rheda-Wiedenbrück steht ein kleines Fußballstadion auf dem Gelände eines Fleisch-Fabrikanten. Dessen Besitzer ist der Obermetzger der blauen Brut aus der ungeliebten Nachbarstadt, aber das konnte mich nicht von der Anreise abhalten. Am heutigem Tage wurde diese kleine Arena Schauplatz des Viertelfinalspiels im westfälischen Landespokal zwischen dem SC Verl und der Spielvereinigung aus dem südsauerländischen Olpe. Marcel sammelte mich am Treffpunkt an der A2 ein und gemeinsam ging es weiter nach Ostwestfalen. Bild Da brauchbare Fußballtermine unter der Woche im Winter ja eher die Ausnahme bedeuten, mutierte die Nummer zu einer Art 'Szene-Treffen'. Ich steh ja eher nicht so auf diese Versammlungen und hab beim Pflegen meines Hobbys lieber meine Ruhe. Aber das kann man sich halt nicht immer aussuchen und so war auch ein gepflegtes Gespräch mit Maik aus Osnabrück möglich. Ich hatte eigentlich ein relativ offenes Spiel erwartet, da die Verler ja eine eher durchschnittliche Regionalliga-Truppe sind und die Gäste ihre Landesliga-Gruppe souverän anführen. Nach dem nicht anerkannten Abseitstreffer der Olper nahm das Schicksal aber seinen Lauf und drei Ligen Unterschied wurden mehr als deutlich. Die Exil-Gastgeber dominierten die Partie beinahe nach belieben und erzielten Tor um Tor, dass einem um das Gäste-Team Angst und Bange werden konnte. Mit dem Schlusspfiff bekamen diese mit dem zehnten Gegentreffer auch noch die Höchststrafe verpasst. Schon dass zweite zweistellige Ergebnis, dass ich in diesem Jahr präsentiert bekam. Ein gebrauchter Abend für die Spielvereinigung, die sich die relativ weite Anreise hätten sparen können.

So. 22.02.2015 14:00 - Rot-Weiß Oberhausen vs Rot-Weiss Essen 1:0
Ich liege mit meinen Prognosen ja oft genug daneben. Die, dass die Roten es nicht schaffen werden, bis zum Saisonende um die Meisterschaft mitzuspielen, geht aber leider früher auf, als ich befürchtet habe. Bild Nach meiner bescheidenen Meinung hat die Mannschaft nicht genügend Qualität, um die wichtigen Spiele gegen die direkten Kontrahenten, die in der Rückrunde allesamt auswärts über die Bühne gehen, für sich zu entscheiden. Darüber konnten meines Erachtens auch die teilweise deutlichen, teilweise aber auch wenig überzeugenden Hinrunden-Siege gegen die schwächeren Mannschaften der Liga nicht hinweg täuschen. Das bewahrheitete sich dann leider auch heute wieder. Bild Dabei liegt es nicht an mal an spielerischer Überlegenheit der Gegner, sondern daran, dass man nicht in der Lage ist, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Dem überdurchschnittlichen Sturm und der nach und nach stabilisierten Verteidigung fehlt die kreative Unterstützung aus dem Mittelfeld. Dort ist einfach niemand, der in der Lage ist, für Überraschungsmomente zu sorgen. Die technischen Fähigkeit der dort agierenden sind einfach zu begrenzt. Das Resultat ist meistens der lange Ball, der leicht auszurechnen und einfach zu verteidigen ist. Weiterhin kommt derzeit kaum eine Flanke über den ersten Verteidiger hinaus. Und die Offensivkräfte machen die wenigen sich bietenden Dinger dann einfach nicht rein. Es passt momentan einfach nicht. So reichte nach der Alemannia auch RWO eine biedere Leistung, um mit einem einzigen Treffer die Partie zu entscheiden. Letztlich wurde auch der Kampf nicht zu einhundert Prozent angenommen. Das schafften die Gastgeber sehr wohl, so dass man einen zweifelsfrei glücklichen, aber nicht gänzlich unverdienten Sieg attestieren darf. Eigentlich alles wie immer bei den Auswärtsspielen in Oberhausen.

So. 15.02.2015 15:00 - Royal Spa FC vs Patro Lensois 0:15
Als ich losfuhr war ich immer noch nicht wirklich sicher, wie das Ziel heißen soll. Letztlich bekam Spa den Zuschlag. Zwar war mir die Anfahrt für einen unterklassigen Kick eigentlich ein wenig zu weit. Aber dieser Football Ground lag schon länger auf Wiedervorlage. Bild Und das wunderbare Wetter vereinfachte die Entscheidung denn etwas, da Spa ja landschaftlich wunderschön gelegen ist. Im 'Stade de la Géronstère' steht ein ziemlicher Tribünen-Dino. Über die Geschichte des Stadions habe ich leider nichts herausfinden können, aber um zu erkennen, dass dieser Bau schon andere Zeiten erlebt hat, muss man kein Archäologe sein. Bild Obwohl die große Tribüne schon in die Jahre gekommen ist, besitzt sie eine irgendwie beinahe ehrgebietende Ausstrahlung. Der Sitzrang befindet sich im 1.Stock. Im Erdgeschoss befinden sich die Sozialräume und die Kantine, die richtig gemütlich wirkt. An beiden Enden befindet sich ein runder Bereich, der fast den Eindruck eines Cafés vermittelt. Richtig schönes Ding. Auf der Gegenseite findet man noch drei grasbewachsene oder eher eingewachsene Stufen. Der fehlende Ausbau hinter dem Tor schmälert in keiner Weise den Gesamteindruck. Die sportliche Situation des Royal Spa FC, mit Matrikel-Nummer 60 einer der ältesten des Landes, ist verheerend. Bild Nach dem Abstieg aus der vierten Liga in der letzten Saison, war man offenbar nicht in der Lage, ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Fehlende finanzielle Mittel dürften der Grund sein. Und so bekommt die Mannschaft nun Woche für Woche haufenweise Dinger eingeschenkt - mal mehr mal weniger. Ich durfte zweifelhafter Zeuge der bis dato höchsten Saison-Niederlage werden. Dabei muss man ehrlich sagen, dass der spielerische Unterschied nicht ansatzweise nach fünfzehn Toren aussah. Aber die Tabelle lügt ja nicht. Ein Rückzug des Teams würde eine Löschung des Vereins bedeuten, so dass fortwährende Schützenfeste zu eigenen Ungunsten alternativlos sind. Der Rückweg führte mich in der Nachmittags-Sonne durch die wunderschönen Ausläufer des 'Hohen Venn' und wurde vor dem Grenzübertritt in der Weltklasse-Friete am Autobahn-Anschluss Eynatten kulinarisch abgerundet, wo mir prompt ein bekanntes Mitglied unserer 'Gattung' über den Weg lief.

Sa. 14.02.2015 17:00 - Spouwen-Mopertingen vs KVV Vosselaar 2:0
Sa. 14.02.2015 20:00 - KVK Wellen vs KFCO Beerschot Wilrijk 1:3

Mit eingespieltem Team, Sascha und Dominik waren an Bord, wurde das Limburgische im Königreich Belgien angesteuert. Der 'Dreier des Grauens' mit Start auf einem Provinz-Sportplatz in der belgischen Eifel, wurde uns witterungsbedingt genommen, so dass ein vertretbarer Doppler übrig blieb. Der Sportkomplex des Fusionsclub Spouwen-Mopertingen in Bilzen hat allerdings nicht viel Aussagekraft. Bild Eine kleine gemischte Sitz- und Stehtribüne mit dahinterliegender Kantine und darunterliegenden Umkleiden ist der einzige Ausbau des recht neuen Kunstgras-Feldes. Bild An 'normalen' belgischen Provinzclubs gemessen eher unterdurchschnittlich. Genauso unterdurchschnittlich wie die Zuschauer(nicht)andrang. Nur gut 140 Leute wollten sich die Geschichte geben, wovon auch noch ein guter Anteil den Gästen zuzurechnen war. Diese wurden aber für ihr Kommen nicht belohnt, denn die Heim-Elf konnte die Partie nicht unverdient für sich entscheiden. Nur von einem hektischen Frituur-Besuch unterbrochen, ging es weiter nach Sint-Truiden. Hektisch weil die einzigen Menschen, welche die Fettschmiede vor uns betreten haben, für über sechzig Euro geordert hatten und einen ganzen Karton voll ungesundem Kram entgegen nahmen. Hut ab. Dennoch erreichten wir unser Ziel dank der außergewöhnlichen Fahrkünste des Autors unser Ziel zur rechten Zeit. Der Ordner hatte auch Verständnis, dass wir den Wagen unbedingt im zum Stadion gehörigen Parkhaus abstellen wollten. Passt. Im 'Stayen' empfing kein geringerer als der berühmte KVK Wellen die Gäste aus Antwerpen. Wie jetzt? Der KVK Wellen? In Sint-Truiden? Dieses war natürlich dem Gegner geschuldet. Der FCO Beerschot-Wilrijk ist ein noch recht junger Fusionsclub. Als der Beerschot AC vor zwei Jahren aus finanziellen Gründen die Segel streichen musste, entschied sich dieser und der FCO Wilrijk künftig gemeinsame Wege zu gehen. Eine klassische Win-Win-Situation. Bild Der gescheiterte Erstligist sicherte sich zumindest das Startrecht auf fünftklassigem Niveau und der Underdog gewann tausende Fans hinzu. Nach dem unmittelbaren Aufstieg in die viertklassige Nationale, ziert man nun bereits wieder die Tabellenspitze und die Spiele des Clubs sind daheim wie in der Ferne 'well-attended'. Ist so eine Art FC Bayern der vierten Liga, also ist dieser Gegner für jeden Verein das Spiel des Jahres. Da die kleine Anlage der heutigen Gastgeber für den großen Gäste-Anhang nicht geeignet ist, wurde die Partie ins Stadion des STVV verlegt. Dieses hatte ich zwar vor Jahren schon besucht, allerdings war die Bude da noch im Umbau. Mittlerweile ist das Ding fertig gestellt, so dass man sich mal einen neuen Eindruck verschaffen konnte. Reines Fußballstadion mit vier einzelnen Tribünen, von denen drei recht wuchtig wirken. Bild Lediglich die einzig verbliebene alte Tribüne, eine kleine Doppelstück-Tribüne im Seecontainer-Stil hinter dem Tor, stört das Gesamtbild ein wenig. Über 3.700 Zuschauer waren zugegen. Wohlbemerkt handelte es sich um dieselbe Liga wie beim Spiel davor. Knapp die Hälfte war aus Antwerpen angereist und machte auch ganz ordentlich Alarm. Zu Beginn wurde die Tribüne ein wenig eingenebelt und die Gesänge schallten auch ganz gut durch die Hütte. Einzig den mächtigen Böller hätte man sich sparen können. Dieser landete unmittelbar neben dem Linesman, der dadurch offenbar auch ein paar Minuten mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, aber nach kurzer Unterbrechung trotzdem weiter machte. Guter Mann. Und völlige Hirnriss-Aktion eines einzelnen Idioten. Braucht kein Mensch so nen Scheiß. Meine bejahende Meinung zu optisch eindrucksvoller Pyro, aber völlige Ablehnung solchen Kracher-Drecks habe ich ja bereits mehrfach kundgetan. Auf dem Feld wurden die Zeichen früh auf Away-Erfolg gestellt. Der späte Anschlusstreffer wurde umgehend wieder beantwortet und aus die Maus. Wird wohl nicht viele Jahre brauchen, bis man den Verein in der Pro-League begrüßen darf.

Fr. 13.02.2015 19:00 - Rot-Weiss Essen vs VfL Bochum II 1:0
Was ein Gegurke. Aber das war wohl eins dieser Spiele, in denen man eigentlich nur verlieren kann. Einer dieser Pflichtsiege gegen ein stark abstiegsbedrohtes Team. Ein Spiel, dass einfach nur irgendwie gewonnen werden muss. Dieser Mindestanspruch wurde erfüllt, wobei sich schwache Bochumer mit fortwährendem torlosen Spielstand immer selbstsicherer präsentierten und den einzigen und daher spielentscheidenden Treffer relativ spät kassierten, als sich ein Teil des Publikums (inklusive des Autors) sicherlich teilweise schon mit dem torlosen Remis abgefunden hatte. Aber so ist das wohl wenn man oben steht. Eine der wenigen zielstrebigen Aktionen reichte zum wichtigen Dreier. Mund abputzen - weitermachen! Ein Kompliment sei der Kurve gegönnt, die neunzig Minuten kritiklos anfeuerte und damit der Mannschaft womöglich den entscheidenden Kick gab, den Abend noch erfolgreich zu gestalten.

Sa. 07.02.2015 14:00 - Alemannia Aachen vs Rot-Weiss Essen 1:0
Das war es also, das heißersehnte Topspiel. Über die spielerische Qualität müsste man eigentlich den Mantel des Schweigens decken. Für den neutralen Zuschauer muss es ein schwer erträgliches Gewürge gewesen sein. Die Roten begannen stark und hatten nach wenigen Minuten eine Riesenchance mittels Distanzschuss, den der Schnappmann der Öcher noch soeben an die Latte lenken konnte. Danach hatten die Gäste die Partie komplett im Griff, schafften es aber nicht, aus der Überlegenheit Torchancen zu kreieren. Die Alemannia war nur durch Standards gefährlich. Aus dem Spiel kam nullkommanix, aber die Schwarz-Gelben erzwangen immer wieder Eckbälle und Freistöße aus dem Halbfeld. Dass dann irgendwann auch mal eine Flanke einen Abnehmer findet ist nur normal. Den ersten gefährlichen Ball konnte RWE-Keeper Heimann noch um den Pfosten drehen. Einige Minuten später klingelte es dann aber doch im Kasten. Der Treffer bedeutete gleichzeitig auch einen Schnitt im Spiel. Vorbei war es mit der rot-weissen Spielkontrolle. Aachen kam nun endlich in die Partie und gestaltete diese offen. Nach der Halbzeit gingen den Roten endgültig die Ideen aus. Es wurde beinahe nur noch mit langen Bällen operiert, die von der großgewachsenen Öcher Verteidigung locker abgefangen wurden. Zwar konnte auch die Alemannia dem Spiel nicht so recht den Stempel aufdrücken, aber sie hatte die Partie nun dauerhaft im Griff. Die letzten zwanzig Minuten verbrachten die Gäste in Unterzahl. Trotzdem konnte in der Schlussphase noch einmal Druck aufgebaut werden. Die beinahe normale Psychologie eines engen Spiels. Allerdings ohne Erfolg. Nicht so ganz unverdient blieben die Punkte in Aachen. Auf der anderen Seite war die Geschichte einem typischen torlosen Unentschieden sehr nah. Eine schwache Partie mit vielleicht drei Torchancen auf Aachener und zweieinhalb auf Essener Seite hatte eigentlich keinen Sieger verdient. Auf dem Papier gab es diesen aber. Damit haben die Aachener nun ein paar Punkte Vorsprung. Tabellenführer sind sie aber möglicherweise nur komissarisch, die die Gladbacher U23 mit zwei Nachholspielen das Bild gerade rücken kann. Leider ist der erste Punkt meiner These erfüllt. RWE hat die Rückrunden-Spiele gegen die Spitzenteams alle auswärts, weshalb ich der Meinung bin, dass man Meter für Meter an Boden verlieren wird. Aber abwarten. Die Stimmung war auch eher bescheiden, was aber natürlich oft der Fall ist, wenn viel auf dem Spiel steht und sich ein Stadion durch viele Event-Fans füllt. Von neutraler Seite wurde den Gäste-Anhängern ein etwas besserer Auftritt bescheinigt als der Heimkurve. Bringt aber auch keine Punkte.

So. 01.02.2015 12:00 - Cádiz CF vs Marbella FC 5:0
So. 01.02.2015 19:00 - FC Sevilla vs RCD Espanyol Barcelona 3:2

Mit der Herzdame verbrachte ich ein langes Wochenende in Andalusien. Nach kurzer Abwägung wurde auf unterklassige Sinnlos-Spiele verzichtet und es wurden lediglich am Sonntag die beiden von vornherein anvisierten Kicks in Angriff genommen. Bild Nach der Besichtigung der absolut sehenswerten Altstadt, steuerte ich das 'Estadio Nuevo Ramón de Carranza' alleine an, da Madame in Cádiz bei bestem Wetter und äußerst angenehmen Temperaturen die Playa dem Spielbesuch vorzog . Absolut unverständlich und aufs Schärfste zu verurteilen :-). Die Hütte hat vor einigen Jahren eine umfassende Erneuerung erlebt und kommt nun sehr modern, aber trotzdem individuell daher. Rundherum zweirangig, die überdachte Hauptribüne höher gebaut als die anderen ungedeckten Tribünen. Gefiel mir gut, das Ding. Bild Cadiz nahm als Tabellenzweiter sofort das Heft in die Hand und die Gäste schienen von Anfang darauf aus zu sein, das Remis irgendwie zu halten und das Heil im Konterspiel zu suchen. Einer dieser Konter erbrachte fünf Minuten vor der Pause einen Foulelfmeter, den der Schütze aber vergab. Zur Belohnung erzielten die Gastgeber noch vor dem Seitenwechsel die Führung, die kurz nach diesem noch ausgebaut wurde. Bild Damit war die Kirsche natürlich gegessen. Zu harmlos die Marbelleros, die von abgezählten 27 Fans begleitet wurden, und zu selbstbewusst und dominant die Gastgeber. Diese Dominanz schlug sich noch in drei weiteren verdienten Treffern nieder, so dass das Endresultat schon hart an die Grenze zum Debakel rückte. Die etwa 250 Köpfe starke 'Brigata Amarilla' in der 'Fondo Sur' freute es. Diese brannte natürlich kein Support-Feuerwerk ab, aber die beinahe dauerhafte Unterstützung lag auf jeden Fall deutlich über dem Durchschnitt dessen, was man sonst so von den Iberern geboten bekommt. Die Dame wurde an der Playa eingesammelt und in aller Ruhe fuhren wir nach Sevilla. Dort wollte wir in der gewaltigen Kathedrale dem Herrn Columbus auf die blanken Stäbe schauen, da er ja in diesem beeindruckenden Hause seine letzte Ruhestätte gefunden hat, aber genau heute hatte der Entdecker der neuen Welt seinen freien Tag. Haste Pech gehabt Chris - wird Dir die Ehre meines Besuches eben nicht zu teil. Bild Im 'Estadio Ramón Sánchez Pizjuán' erwartete der Sevilla FC den RCD Espanyol aus Barcelona. Exakt dieselbe Partie gab es bereits drei Tage vorher in der Copa zu bestaunen. Während diesem Spiel kam es wohl zu beleidigenden Gesängen seitens der Heim-Kurve, was wiederum die Androhung (oder gar Verhängung - hab ich nicht so recht begriffen) von Sanktionen zur Folge hatte. Bild Das wiederum ließ die Sevillista nicht kalt und diese entschlossen sich zu einem Support-Boykott während der ersten Halbzeit. Wenn allerdings das, was sie im zweiten Durchgang preisgaben, der Normalzustand ist, dann macht es auch keinen Unterschied ob Boykott oder nicht, dann ist es eh einfach nur mager. Auch in dieser Partie dominierten die Gastgeber und es gab zunächst einen Strafstoß für die schwächeren Gäste. Der Unterschied zum ersten Spiel des Tages wurde die Chance zur Gästeführung dieses Mal aber genutzt. Lange währte die Freude der Katalanen aber nicht, denn nach einem Eckball für Sevilla wurde das Spielgerät aus dem Sechzehner geköpft. Gäste-Stürmer und Heim-Verteidiger stürzten sich auf das Leder. Der Defensiv-Mann kam eher an den Ball und sein Befreiungsschlag wurde lang und länger, überflog den zu weit vor dem Kasten stehenden Espanyol-Schnapper und landete mit extremen Effet direkt unter der Querlatte. Bild Ausgleich. Wenig später erzielte Sevilla nach schöner Kombination die Führung. Und als der Schlussmann der Gäste kurz vor der Pause die Rote Karte wegen Handspiels außerhalb des Strafraums sah, war die Partie eigentlich durch. Klarer Fall von "Denkste". Zu verspielt vergaben die Gastgeber Chance um Chance, trafen mal den rechten, mal den linken Pfosten und durften mit ansehen, wie Espanyol zehn Minuten vor Schluss eine der wenigen Möglichkeiten zum Ausgleich nutzte. Apropos 'nutzte' - nutzte nämlich nix, da in der Schlussminute doch noch der Siegtreffer für die Sevillista fiel. Das Estadio gefällt ganz gut. Nichts besonderes Spektakuläres, aber recht steile Doppelränge mit überdachter Haupttribüne. Dazu kann der Bau sein Alter nicht verheimlichen, was ich ja immer ganz charmant finde. Es war übrigens mein zweiter Besuch im 'Pizjuán'. Als ich 2003 in der stadt weilte, um im 'Olimpico' dem UEFA-Cup-Finale meiner europäischen Liebe Celtic gegen den FC Porto beizuwohnen, konnte ich den Ground bereits spotten und soweit es die Erinnerung hergibt, hat sich auch nichts grundlegend verändert. Gut so!

So. 25.01.2015 15:00 - Witgoor Sport Dessel vs KFCO Beerschot-Wilrijk
Bis zur Abfahrt aus Dordrecht am Mittag hieß es auf der Website der Gastgeber, das Spiel sei (vorläufig!) nicht gefährdet. Als ich eine halbe Stunde vor dem Kick-off eintraf, war soeben die Absage durchgesickert. Neben mir durften sich haufenweise Gäste-Fans auf den Heimweg machen. Ich hatte ja trotz aller Hoffnung mit dem Ausfall auch bis zuletzt gerechnet. Aber mal ehrlich - muss man damit bis kurz vor Spielbeginn warten? Wenn der Rasen nicht bespielbar war, dann war das doch wohl auch schon am Vormittag ersichtlich. Nicht zu ändern. Nach einem ausgedehnten Frituur-Aufenthalt machte ich mich auf den Heimweg.

Sa. 24.01.2015 15:00 - VV Noordwijk vs Quick Boys Katwijk 0:2
Sa. 24.01.2015 19:45 - FC Dordrecht vs Excelsior Rotterdam 1:0

Dem frischen Schneefall im Pott wurde erfolgreich getrotzt und diesem konnte dank einigermaßen befahrbarer Autobahnen halbwegs zügig entronnen werden. Kurz vor der Grenze machte ich dann mal den Online-Check, wo denn wohl in der Zielregion so gespielt würde. Das Primär-Ziel Scheveningen war schon beim ersten Check am frühen Morgen 'afgelaast' und mittlerweile war auch die B-Lösung Nijkerk trotz kunstrasigem Geläuf 'off'. Wofür haben die eigentlich die Plastikwiese, wenn dann bei ungünstiger Witterung trotzdem nicht gekickt wird?! Also hieß das neue Ziel Noordwijk, nachdem mir ein Anruf bei der örtlichen 'Voetbalvereniging' Gewissheit über die Durchführung verschafft hatte. Bild Ziemlich genau zum Anstoß kam ich an. Der 'Sportpark Duinwetering' hat gerade erst einen umfassenden Umbau erlebt. An die komplett verlegten Sportfelder wurde ein satter Multifunktions-Bau mit Supporters-Heim, Sozialräumen und Tribüne für circa 500-600 Personen gebaut. Für viertklassiges Niveau eine recht fette Nummer. Überhaupt kann man ja manchmal nur staunen, über welch prunkvolle Anlagen manche Amateur-Vereine in den Niederlanden verfügen. Gut 2tsd Zuschauer waren zum Nachbarschaftsduell gegen die Quick Boys aus Katwijk erschienen. Die Anlage der Gäste befindet sich nur knappe sieben Kilometer Luftlinie entfernt. Stimmung war natürlich wieder 'Null', wenn man vom gelegentlichen Geplärre einiger mitgereister Jugendspieler der Gäste absieht. Aber dahingehend ist ja in Holland auch so gut wie nie was zu erwarten. Egal ob in den Amateurklassen oder im Oberhaus. Als die Tore fielen, war zu erkennen, dass etwa ein Drittel der Zuschauer aus Katwijk 'angereist' war. Deren Team gewann auch verdient auf unspektakuläre Art und Weise. Bild Siebzig Kilometer weiter südlich wartete der letzte zu besuchende holländische Erstliga-Ground auf mich. Ich hätte die Geschichte zwar auch aussitzen können, da der FC Dordrecht sehr wahrscheinlich nach nur einem Jahr Erstklassigkeit wieder den Gang in die Vize-Liga antreten muss. Aber irgendwann hätte mich mein Weg eh dorthin geführt. Bild Das heute auf einen sperrigen Sponsoren-Namen hörende Stadion trug früher die bodenständige Bezeichnung 'De Krommedijk'. Es ist eine der wenigen alten Spielstätten der holländischen Profi-Ligen. Zwar ist es mit seinen nur knapp 4tsd Plätzen nichts Hochspektakuläres, aber hier weht noch der rauhe Atem der 70er und 80er über die Ränge. Fußball-Atmosphäre eben - wenn auch nichts oder nur wenig Akustisches von den Tribünen kommt. Bild Die etwa 100-120 Gäste aus dem nahen Rotterdam schafften es sogar, in den 94 Minuten nicht ein einziges Mal etwas von sich zu geben. Boykott der ungewollten Art, vermute ich. Den Support haben unsere tulpenzüchtenden Nachbarn halt einfach nicht erfunden. Hatten sie aber auch wenig Grund zu, denn ich durfte Zeuge des zweiten Saison- und ersten Heimsieges des FC Dordrecht werden (der bisher einzige Sieg wurde am ersten Spieltag auswärts errungen), was das heimische Publikum dann doch ab und an zu etwas Support motivierte. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass der 'aktive' Fan-Block hinter dem Tor - ein weiterer befindet sich auf der Gegengeraden - zu Beginn eine kleine Choreo präsentierte. Ein monströse 'Frikandel speciaal XXL' rundete den Abend ab.

So. 18.01.2015 15:00 - SK Moelingen vs Thes Sport Tessenderlo 0:3
Dominik begleitet mich auf dem Sonntags-Ausflug in die Gemeinde Voeren. Diese zählt zur Provinz Limburg, stellt aber eine Exklave dar, da sie zur einen Seite an die Provinz Liège und zur anderen an die Niederlande grenzt, aber keine direkte Verbindung nach Limburg hat. Bild Lingual macht sich diese Lage durchaus bemerkbar, denn während wir beim Supermarkt-Einkauf in Visé auf Französisch belatschert wurden, schnackte man wenige Kilometer weiter in Voeren bereits Flämisch. Bild Vor dem Spielbesuch wollten wir mal nen Blick auf den vermeintlichen 'lost ground' des SK Moelingen werfen, der im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde liegt. War dann aber gar kein 'lost ground', da er nach einigen ungenutzten Jahren für die Jugend-Teams des Vereins wohl wieder aufgemöbelt wurde. Das neuere kleine Stadion liegt nicht in Moelingen, sondern im Ortsteil s'Gravenvoeren hübsch in einer leicht hügeligen Landschaft mitten auf dem Feld. Es verfügt über eine überdachte Sitztribüne mit großer integrierter Kantine. Ansonsten gibt es keinen Ausbau, wenn man davon absieht, dass man auf der Gegenseite unter Zuhilfenahme zweifelhaft wirkender Holz-Handläufe den etwa drei Meter hohen steilen Rasenwall über in den kleinen Hang geschnittene Natur-Stufen betreten kann. Ist aber nicht zu empfehlen, da es den Verfasser diese Zeilen um Haaresbreite zum Trottel des Tages gemacht hätte, weil es ihm auf rutschigem Geläuf die Füsse weg zog. Noch mal Schwein gehabt. Bild Bild Bild Der Flachköpper ins feuchte Gras konnte mit ungeahnt filigraner Ausgleichbewegung gerade noch vermieden werden. In der höchsten Klasse der Provinz Limburg, fünftes Niveau auf Landes-Ebene, empfingen die abstiegsbedrohten Gastgeber den Tabellenführer, der gleich mal eine Doppeldecker-Ladung Fans mitbrachte. Akustisch brachten diese nicht viel zustande, aber einige angetrunkene (oder zugekiffte?) jüngere Kandidaten hatten ein paar Rauchtöpfe im Gepäck und wohl von Silvester auch noch ein paar Böller über. Schöner Gimmick in diesem einseitigen Kick. Auch wenn der sportliche Nährwert unterklassiger Spiele in Belgien üblicherweise gering ist, besuche ich derartiges gern. Ich mag ja diese im Grünen liegenden Provinz-Grounds Belgiens. Auch heute musste abschließend noch die Frituur herhalten, um den Tag abzurunden.

Sa. 17.01.2015 14:30 - HHC Hardenberg vs VV IJsselmeervogels 2:0
Wenn der Ball in der gelobten Republik ruht, ist der einfachste Weg, den Fußballhunger zu stillen, der in die westlichen Nachbarstaaten. Bild Das ostniederländische Hardenberg nahe der Grenze war das erklärte Ziel für Dominik, Sascha und mich. Nachdem mit einem zünftigen Frituur-Gemetzel Punkt eins der Tagesordnung erledigt war, durfte zur Verdauung ein wenig dem runden Leder gefrönt werden. Bild In einem Mittelfeld-Duell der drittklassigen Topklasse standen sich der gastgebende HHC und die IJsselmervogels aus Spakenburg gegenüber. Unter dem Strich war die gar nicht mal so schlecht besuchte Veranstaltung eine ausgeglichene welche. Die Hardenberg Heemse Combinatie zeigt sich aber in Richtung Tor zielstrebiger und konnte dieses in zwei Treffer zum Sieg ummünzen. Support natürlich mau. Die Fans der Gastgeber machten sich ein paar Mal mit typisch niederländischem Liedgut bemerkbar. Die Gäste-Anhänger äußerten sich nicht ein einziges Mal und hatten ihre Trommel offenbar nur als Ausstellungsstück mitgebracht. Der 'Sportpark de Boshoek' weicht in seiner Ausstattung nicht großartig von den üblichen Amateur-Sportanlagen der Niederlande ab und verfügt über eine überdachte Sitztribüne, sowie gedeckte und ungedeckte Stehränge und das unvermeidliche Clubheim.

So. 04.01.2015 14:15 - RC Lens vs Olympique Lyonnais 2:3
Da sich das Heimstadion des RC Lens , das 'Stade Bollaert-Delelis', in der Umbau-Phase für die EM2016 befindet, trägt der Club seine Heimspiele im 'Stade de Licorne' in Amiens aus. Das ist zwar ein sehr schönes Stadion, aber dort war ich ja letztes Jahr schon. Traf sich daher gut, dass das Pokalspiel gegen Lyon im 'Stade de l'Epopée' über die Bühne ging. Bild Warum das so war weiß niemand. Aber schön für uns, bot sich damit doch die Gelegenheit, die solide All-Seater-Bude des Viert-Ligisten Calais mit einer vernünftigen Kulisse zu besuchen. Das propagierte 'sold out' des 12tsd Menschen fassenden Grounds wurde zwar um 2tsd verfehlt, aber das fiel nicht sonderlich ins Gewicht. Die aktive Szene der Rot-Gelben aus Lens, die ja eindeutig zu dem besseren in Frankreich gehört, versammelte sich wie im heimischen Stadion auf der Gegentribüne. Bild Als Intro gab es eine Schalparade und etwas Rauch in den Vereinsfarben. Der Stimmung wurde aber früh der Zahn gezogen, denn die Gäste führten nach einer Viertelstunde mit 2:0 und legten nach einer halben Stunde den dritten Treffer nach, was die mitgereisten einhundert Gäste trotzdem nicht gerade zur Ekstase trieb. Man konnte zwar erkennen, dass es Aktivität gab, aber hören konnte man nichts. Die Partie war zu diesem frühen Zeitpunkt damit sowas von durch. Lens bemühte sich zwar, aber die Waffen blieben weitestgehend stumpf. Sah nach dem Seitenwechsel nicht anders aus. Und das wäre auch so geblieben, wenn nicht der Referee zehn Minuten vor dem Ende noch einen Mitleids-Elfer für die nominellen Gastgeber gegeben hätte. Dieser wurde verwandelt und als die Murmel kurz vor dem Ende noch einmal im Netz der Gäste zappelte, keimte kurz Hoffnung beim Racing Club auf. Die Lyonnais brachten die letzten Minuten dann aber souverän über die Zeit.

Sa. 03.01.2015 18:00 - Valenciennes FC vs OGC Nice 2:0
Am ersten Wochenende des Jahres bietet sich ja immer die Gelegenheit, die neunte Runde des Coupe de France anzutischen. Daher sind auch in diesem Jahr die Frankreich-Fähnchen die ersten, die in die Spiele-Liste finden. Die Wahl fiel auf Nordfrankreich. Sascha aus der unaussprechlichen Stadt und das Neu-Marler Zebra Marcel waren mit an Bord. Bild Zweitligist Valenciennes empfing den klassenhöheren Vertreter von der Cote d'Azur. Immerhin eine Busladung Gäste-Fans hatte sich eingefunden, die aber nicht ein einziges Mal den Mund aufbekam. Lediglich das Bepöbeln benachbarter Heim-Fans klappte ganz gut. Trotzdem 'Hut ab'. Eine viel weitere Strecke zu einem Auswärtsspiel kann man in Frankreich ja kaum bewältigen. Beinahe 1.150 Strecken-Kilometer liegen zwischen Nizza und Valenciennes. Bild Das Zuschauerinteresse hielt sich arg in Grenzen, so dass nur die Gegen- und der Unterrang der Haupttribüne geöffnet wurden. Trotzdem war die Stimmung gemessen an den Voraussetzungen gar nicht so schlecht. Das 'Stade du Hainaut' scheint eine recht gute Akustik zu bieten. Knapp 25tsd Zuschauer passen in die zweirangige Arena-Konstruktion hinein. Erst dreieinhalb Jahre ist diese alt und sie wurde unmittelbar neben dem alten 'Stade Nungesser' errichtet, das mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht wurde. Überraschenderweise waren die Gastgeber das stärkere Team. Technische Mängel wurden durch Kampf und Einsatz wett gemacht. Die Südfranzosen kamen kaum zu Chancen. Früh gingen die Gastgeber in Führung und erzielten noch vor dem Wechsel einen weiteren Treffer. Auch im zweiten Durchgang fanden die Gäste kein Mittel und die Hennegauer brachten die Partie relativ sicher über die Runden.

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(Manni Breuckmann)